DE19721681C1 - Einrichtung zur Darstellung der Phänomeme der Präzessionsbewegung bei Planetarien - Google Patents
Einrichtung zur Darstellung der Phänomeme der Präzessionsbewegung bei PlanetarienInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Darstellung der Phänomeme der Präzessionsbe
wegung bei Projektionsplanetarien, die mit einem um drei senkrecht aufeinander stehenden
Achsen drehbaren, die Sternprojektoren enthaltenden Planetariumsprojektor ausgestattet
sind.
Seit der Erfindung des Projektionsplanetariums wird der Sternhimmel durch die Verwendung
mehrerer einzelner (im allgemeinen 32) Sternprojektoren erzeugt. Gemäß dem Ziel, einen ge
schlossenen festen Sternhimmel zu erhalten, werden die jeweils einen Ausschnitt des Stern
himmels erzeugenden Einzelprojektoren in einer festen Position zueinander angeordnet. Zur
Simulation aller von der Erde aus beobachtbaren Bewegungen des Sternhimmels ist das nach
diesem Prinzip geschaffene Projektionsgerät um mehrere Achsen drehbar (US 1 616 736; US
1 693 969). Diese Achsen unterscheiden sich in ihrer Wirkung, so daß von einer Reihenfolge
ihrer Anordnung von "innen nach außen" gesprochen werden kann, nämlich derart, daß die
Rotation des Gerätes um eine dieser Achsen die weiter innen liegenden Achsen in ihrer
räumlichen Lage mit verändert, während die weiter außen liegenden Achsen ihre Lage im
Raum beibehalten.
Im klassischen Gerät nach Bauersfeld gibt es eine innerste Achse zur Simulation der Kreisel
bewegung der Erde (Präzessionsbewegung), eine mittlere Achse zur Simulation der täglichen
Rotation der Erde und eine horizontal im Kuppelraum liegende, äußere Achse zur Simulation
der Polhöhenänderung bei der Bewegung des Beobachters auf der Erde zu verschiedenen
geographischen Breiten.
Später wurde eine in der Reihenfolge noch weiter außen liegende vertikal gerichtete, vierte
Achse hinzugefügt (Beilage zur "Jenaer Rundschau", 3/86, insbesondere Seite 9). Die Ver
wendung dieser Achse entspricht einer Simulation der Blickrichtung des Beobachters in Be
zug auf die Himmelsrichtungen. Ihre Nutzung dient in der Praxis auch zur Darstellung von
Showeffekten.
Mit der Einführung dieser Bewegungsmöglichkeiten des Projektionsgerätes sind die Auswir
kungen von Ortsveränderungen eines Beobachters auf den Anblick des Sternhimmels natur
getreu nachbildbar. Die Natur wird simuliert durch die Schaffung analoger Achsen im Projek
tionsgerät.
Ein davon abweichender Aufbau eines Projektionsplanetariums ist aus DE 13 03 505 (Spitz);
US 4 639 224 (Minolta) und US 4 588 384 (Minolta) bekannt. Der Unterschied besteht darin,
daß die Geräte zwar auch um drei Achsen einer bestimmten Reihenfolge drehbar sind, deren
Anordnung im Gerät jedoch nicht von einer Simulation der Natur ausgeht. Das Prinzip be
steht vielmehr darin, daß in der Reihenfolge jeweils eine Achse senkrecht zur nächsten ange
ordnet ist. Die astronomischen Bewegungen und Bedingungen werden durch eine entspre
chende Software bei der computergesteuerten Bewegung um diese Achsen wirksam.
Der Vorteil dieser Methode liegt in einer größeren Flexibilität. Entsprechend ihrer Konzipie
rung sind mit der Bauersfeldschen Lösung nur geozentrische und gegenwartsnahe Bewe
gungen nachbildbar, während die im vorhergehenden Abschnitt dargestellte, rein mathema
tische Lösung einerseits auch planetozentrische und Raumfahrtdarstellungen ermöglicht und
zum anderen kurzzeitige oder schnelle Umschaltungen in der Darstellung zur Vergangenheit
und Zukunft gestattet.
Aufgrund dieser Vorteile wird heute diese mathematische Lösung sehr oft der klassischen
vorgezogen. Sie besitzt allerdings auch folgenden Nachteil:
Durch das Vorhandensein der Präzessionsachse bei der Bauersfeldschen Variante lassen sich
alle in der Natur durch die Präzession hervorgerufenen und beobachtbaren Phänomene
durch die alleinige Rotation des Gerätes um diese innerste Achse darstellen. Bei der dreiach
sigen mathematischen Lösung fehlt diese Achse. Die geforderte Bewegung des Sternhimmels
läßt sich zwar trotzdem dadurch realisieren, daß die Präzessionsbewegung rechnerisch aufge
teilt wird in drei variable Anteile nach bestimmten mathematischen Funktionen, die von den
drei realisierten Achsen als zusätzliche Anteile übernommen werden und in der Kombination
die gewünschte Drehung des Sternhimmels ergeben.
Die Auswirkungen der Präzession wird aber gerade erst anschaulich durch die Verlagerung
des Sternhimmels gegen die ebenfalls projizierten astronomischen Grundlinien, wie Äquator
und Ekliptik. Entsprechend der naturgetreuen Simulation nehmen diese Projektionen nicht an
der Präzessionsbewegung, wohl aber an der täglichen und an der Polhöhenänderung teil.
Die Bauersfeldsche Variante erlaubt nun die sehr einfache Lösung, die Projektoren für diese
Linien mechanisch an demjenigen Geräteteil zu befestigen, welches nicht an der Bewegung
um die innerste, wohl aber an den Bewegungen um alle anderen Achsen teilnimmt. In der
dreiachsigen mathematischen Variante gibt es kein solches Geräteteil. Die Projektoren für
Äquator und Ekliptik müssen gemeinsam mit den Sternprojektoren untereinander mecha
nisch fest verbunden angeordnet werden. Es ist also keine Verschiebung beider projizierten
Bildinhalte gegeneinander mehr möglich. Somit entfallen auch wesentliche Darstellungsmög
lichkeiten sowohl für den Astronomieunterricht als auch für die Veranschaulichung aller jener
Erscheinungen, die auf der Verschiebung des Frühlingspunktes gegen den Sternhimmel be
ruhen. Das betrifft besonders auch Ereignisse von kulturhistorischer Bedeutung, welche be
liebte Darstellungen mit der klassischen Planetariumsanordnung sind.
So werden heute zwei Auswegmöglichkeiten praktiziert. Zum einen wird in Durchbrechung
des mathematischen Prinzips der zueinander senkrechten Achsanordnung zusätzlich die na
turanaloge und aufwendige, vierte, innerste Präzessionsachse auch bei dem als Starball aus
gebildeten Planetariumsprojektor eingefügt, wie der GOTO Space Simulator HELIOS zeigt
(Druckschrift der Fa. GOTO, Tokyo, JP), oder man beschränkt die Benutzung von Äquator
und Ekliptik auf ein einziges Datum, für welches die projizierten Linien die richtige, aber
nicht, wie für alle anderen Kalenderdaten geforderte, veränderbare Lage haben. Bei der Be
nutzung eines Planetariums z. B. für Unterrichtszwecke sind aber gerade diese Darstellungen
von grundlegender Bedeutung. Ihr Fehlen wird deshalb für diesen Einsatz sehr vermißt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Projektor für Äquator, Ekliptik, aktuellen
Himmelspol und zugehörige Gradnetzlinien und Beschriftungen für die dreiachsige mathe
matische Variante zu schaffen, der die naturgetreue Darstellung der Phänomeme der Präzes
sionsbewegung gestattet, so daß die Nachteile des Standes der Technik in einfacher Weise
und ohne Realisierung einer zusätzlichen inneren, analogen, vierten Achse beseitigt werden.
Im folgenden wird in Anlehnung an den üblichen Sprachgebrauch der mechanische Träger
für die Fixsternprojektoren auch als "Starball" bezeichnet, obwohl die Form des Trägers zwar
häufig eine Kugel oder ein Teil einer Kugel ist, aber überhaupt nicht notwendigerweise die
Form einer Kugel haben muß. Wichtig ist nur, daß die einzelnen Fixsternprojektoren in der
richtigen Position zueinander am Träger angeordnet sind.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Einrichtung nach dem Oberbegriff des ersten
Anspruchs mit den im kennzeichnenden Teil aufgeführten Mitteln gelöst, indem eine Projek
toranordnung für Äquator, Ekliptik und dazugehörige Gradnetzlinien an den Starball der be
sagten dreiachsigen Variante derart angesetzt wird, daß zwei spezielle Bedingungen erfüllt
werden.
In den weiteren Ansprüchen sind Einzelheiten und weitere Ausführungsformen der Erfin
dung dargelegt.
Zunächst sei daran erinnert, daß die Präzessionsbewegung bei der mathematischen Variante
durch Aufspaltung der Bewegung in die drei Anteile nach mathematischen Funktionen für
die drei Achsen realisiert werden kann, so daß ihre gleichzeitige kombinierte Benutzung den
Starball mit seinen Fixsternprojektoren um eine virtuelle, nicht real existierende Achse zwi
schen dem projizierten Ekliptiknord- und Ekliptiksüdpol rotieren läßt. An dieser Rotation
nehmen alle Punkte des Starballs teil mit Ausnahme derjenigen, die selbst auf dieser virtuel
len Achse, also auf der Verbindungsgeraden von den durch die Sternprojektoren an der Pla
netariumskuppel dargestellten Ekliptikpolen liegen. Die mathematischen Funktionen sind de
finitionsgemäß so bestimmt, daß diese Gerade während der erzeugten Präzessionsbewegung
im Kuppelraum räumlich festliegt und ihre Richtung nicht ändert. Auf dieser Geraden wird im
oder am Starball die erfindungsgemäße Projektoranordnung angebracht. Das ist die erste
Bedingung.
Gemäß der Simulation der natürlichen Verhältnisse müssen die mit der Projektoranordnung
projizierten Bildinhalte von Äquator, Ekliptik, Linien und Beschriftungen während der Rotati
on des projizierten Sternhimmels in der beschriebenen Weise um den Ekliptikpol raumfest in
der Kuppel stehen bleiben. Dieses wird erreicht, wenn die genannte Projektoranordnung im
Starball drehbar angeordnet ist, wobei einerseits gemäß der ersten Bedingung die Drehachse
auf der beschriebenen Verbindungsgeraden liegen soll und andererseits die Bewegung mit
derselben Geschwindigkeit wie beim Starball, jedoch mit entgegengesetzter Richtung erfol
gen soll. Dieses ist die zweite Bedingung.
Die erfindungsgemäße Einrichtung zur Darstellung der Phänomene der Präzessionsbewe
gung erfüllt diese beiden Forderungen. Obwohl die Achse für die Präzessionsbewegung
nicht mehr mechanisch realisiert ist, sondern eine virtuelle Achse darstellt, kann trotzdem ei
ne Lagerung für die drehbare Projektoranordnung zusammen mit einer kleinen Antriebsein
heit fest im Starball installiert werden, weil einerseits eine raumfeste Gerade während der
Präzessionsbewegung durch die Projektion des Sternhimmels selbst festgelegt wird, und an
dererseits die Sternprojektoren fest mit dem Starball verbunden sind.
Weiterhin ist die notwendige Geschwindigkeitsfunktion für die Rotation dieser
Projektoranordnung ohnehin vor der Aufspaltung in die drei Anteile für die Rotation des
Starballs als gewünschte Präzessionsbewegung gegeben und kann damit unmittelbar über
nommen werden.
So kann ein fester Bildinhalt z. B. für Äquator und Ekliptik in der Form eines oder mehrerer
Dias in der Projektoranordnung installiert sein. Es werden die richtigen Verhältnisse für jedes
gewünschte Datum geliefert. Die erfindungsgemäße Einrichtung ist damit in der Lage, beim
dreiachsigen Starball die Nachteile gegenüber der aufwendigen vierachsigen Variante zu be
seitigen, welche in einem hohen Konstruktions- und Fertigungsaufwand für den Einbau der
Drehmöglichkeit des Starballs um eine vierte Achse mit vollständigem Schleifringsatz, mit La
gerung und kompletter Rechnersteuerung für eine Drehung um die vierte Achse besteht.
Eine Ausführungsform der Einrichtung ist so aufgebaut, daß die mindestens eine Projekto
ranordnung einen Teilprojektor oder mehrere Teilprojektoren zur Projektion von festen Bil
dinhalten umfaßt, wobei die Teilprojektoren justierbar fest zueinander in einem gemeinsa
men Träger angeordnet sind. Sie sind in eine gewünschte Projektionsposition einstellbar und
gegenseitig in einer festen räumlichen Position in der Projektoranordnung angeordnet.
Eine vorteilhafte Ausführung der Erfindung besteht darin, daß die Projektoranordnung ein
Rundum- oder Panoramaprojektor ist, der im oder am träger angeordnet ist, wobei die opti
sche Achse dieses Projektors in der durch den Ekliptikpol EP und durch den Schnittpunkt M
verlaufenden Geraden liegt. Das äußere optische Glied dieses Projektors ist als Ringlinse aus
gebildet, welche mit einer reflektierenden Oberfläche oder mit reflektierenden Oberflächen
teilen versehen ist. Um den Ekliptikpol selbst projizieren zu können, kann die Ringlinse eine
freie zentrale Öffnung oder einen nicht reflektierenden, transparenten Mittelbereich besitzen.
Der Vorteil besteht darin, daß nicht mehr der gesamte Projektor, sondern nur noch das Dia
der Rundumprojektion in einer geeigneten Fassung um die optische Achse gedreht wird. Der
Antrieb und die Lagerung für die Drehung sowie die gesamte übrige Projek
toranordnung sind fest im Starball installiert.
Der Planetariumsprojektor ist so innerhalb der Planetariumskuppel zu positionieren, daß der
Schnittpunkt M der drei Achsen im Mittelpunkt der Kuppel oder in dessen Nähe liegt.
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. In der
zugehörigen Zeichnung zeigen:
Fig. 1 einen vierachsigen Planetariumsprojektor als Stand der Technik,
Fig. 2 einen dreiachsigen Starballprojektor als Stand der Technik,
Fig. 3 die Lage einer erfindungsgemäßen Einrichtung an einem dreiachsigen Starball,
Fig. 4 die Lage der erfindungsgemäßen Einrichtung bei einem Starballprojektor mit zwei
exzentrisch angeordneten Halbkugeln,
Fig. 5 eine Projektoranordnung mit Teilprojektoren und
Fig. 6 eine als Ringprojektor ausgebildete Projektoranordnung.
Fig. 7 eine am Träger angesetzte Projektoranordnung in maßstabgerechter Ausführung.
Der in der Fig. 1 dargestellte, dem Stand der Technik angehörende klassische Planetarium
sprojektor besitzt Drehmöglichkeiten um vier Achsen AA, BB, CC und DD und umfaßt die
mechanischen Träger 1 und 2 mit den Fixsternprojektoren 3 und 4 für die Fixsterne der Nord-
und Südhalbkugel. Diese mechanischen Träger 1 und 2 sind über keilförmige Baugruppen 5
und 6 drehbar mit einem Mittelteil 7 verbunden. Dieses Mittelteil 7 ist in einer als Traggestell
8 oder Gerätestützen bezeichneten Baugruppe um die Achse BB drehbar gelagert, wobei das
Traggestell 8 um die Achse AA drehbar in einer als Unterbau 9 bezeichneten Baugruppe ge
lagert ist.
In diesem Planetariumsprojektor sind die einzelnen Fixsternprojektoren 3 und 4 auf den me
chanischen Trägern 1 und 2 in einer festen Relation zueinander angeordnet, wobei diese
mechanischen Träger 1 und 2 letzten Endes um die vier Achsen AA, BB, CC und DD gedreht
werden können. Diese vier Achsen besitzen dabei eine Reihenfolge in der Weise, daß bei ei
ner Drehung um die hier als innerste Achse bezeichnete Achse DD, die Lage der übrigen
Achsen AA, BB und CC im Raum fest bleibt. Bei einer Drehung um die Achse CC bleiben die
Achsen AA und BB fest, und die Lage der Achse DD verändert sich.
Entsprechend bewirkt eine Rotation um die Achse BB gleichzeitig eine Verlagerung der Achse
CC und DD jedoch keine Beeinflussung der Lage der Achse AA im Raum. Bei einer Drehung
um die hier als äußerste bezeichnete Achse AA werden alle übrigen Achsen BB, CC und DD
im Raum verlagert.
Alle vier Achsen AA, BB, CC und DD schneiden sich in einem gemeinsamen Schnittpunkt M,
welcher gleichzeitig auch der Mittelpunkt der kugelförmigen inneren Oberfläche der Planeta
riumskuppel ist.
Die einzelnen Baugruppen, aus denen das Projektionsgerät besteht, unterscheiden sich deut
lich voneinander durch ihre Teilnahme an den Rotationen um diese vier Achsen. Die Träger 1
und 2 mit den Fixsternprojektoren 3 und 4 nehmen an den Rotationen um alle vier Achsen
AA, BB, CC und DD teil, wobei beide Träger 1 und 2 eine gegenseitig feste Lage zueinander
besitzen.
Die keilförmigen Baugruppen 5 und 6 nehmen an den Bewegungen um die Achsen AA, BB
und CC teil, bleiben aber unbewegt bei einer Rotation um die Achse DD. Diese Baugruppen
5 und 6 tragen z. B. Projektoren für die Darstellung von Äquator, Ekliptik und dazugehörige
Gradnetzlinien, die hier und im folgenden mit Ekliptikprojektor 10; 10' und Äquatorprojektor
11; 11' bezeichnet werden.
Das Mittelteil 7 nimmt an den Bewegungen um die Achse CC und DD nicht teil, verändert
jedoch seine Lage bei Rotationen um die Achsen AA und BB. Entsprechend bleibt das Trag
gestell 8 in seiner Lage unverändert bei Bewegungen um die Achsen BB, CC und DD, wäh
rend es an einer Rotation um AA teilnimmt. Der Unterbau 9 bleibt stets auch bei Rotation
um alle vier Achsen raumfest.
Die astronomische Bedeutung der einzelnen Rotationen in der analogen Nachbildung der
Natur ist die folgende:
Rotation um Achse DD: Kreiselbewegung der Erde. Die Achse DD zeigt zu den beiden Eklip
tikpolen Nord und Süd.
Rotation um Achse CC: Tägliche Rotation der Erde. Achse CC zeigt zu den Himmelspolen
Nord und Süd.
Rotation um Achse BB: Variation der geographischen Breite des Beobachtungsortes. die Ach
se BB zeigt zum Ost- und Westpunkt für den jeweiligen Beobachter.
Rotation um Achse AA: Variation der Blickrichtung des Beobachters. Die Achse AA zeigt zum
Zenit und Nadir des Beobachtungsortes.
Der in Fig. 2 dargestellte, zum Stand der Technik gehörende, dreiachsige Starball umfaßt die
mechanischen Träger 1 und 2 mit den Fixsternprojektoren 3 und 4 und, dazwischen ange
ordnet, ein Mittelteil 12, in welchem der Schnittpunkt M der drei vorgesehenen Achsen AA,
BB und CC liegt. Die Achse DD fehlt bei dieser Variante. Diese innerste Achse DD wird je
doch als " virtuelle Achse" aufrechterhalten, indem durch eine kombinierte Bewegung nach
vorgegebenen mathematischen Funktionen um die Achsen AA, BB, CC eine Drehung derart
erzeugt wird, daß alle Punkte des Planetariumsprojektor, die im Moment des Beginns der
kombinierten Bewegung auf der durch die Achse DD (Fig. 1) definierten Geraden liegen,
auch während der kombinierten Bewegung eine feste Lage in der Kuppel des Planetariums
beibehalten. Durch diese Bedingung sind gerade die erwähnten mathematischen Funktionen
festgelegt. Die Einrichtung nach Fig. 2 gestattet, die astronomische Bewegung des Stern
himmels um den Ekliptikpol EP durch die kombinierte Bewegung um die drei verbleibenden
Achsen AA, BB und CC zu simulieren.
Die Projektoren 10; 10'; 11; 11' für Ekliptik und Äquator und dazugehörige Linien müssen
bei dem Starballprojektor nach Fig. 2 wegen des Fehlens der keilförmigen Baugruppen 5 und
6 gemeinsam mit den Fixsternprojektoren 3 und 4 auf den Trägern 1 und 2 untergebracht
sein. Damit sind jedoch die Fixsterne nicht mehr gegen diese Darstellungen und Linien be
weglich. Für die astronomische Darstellung bedeutet das eine Einschränkung auf einen en
gen Zeitraum. In der Praxis wird hier meist das Jahr 2000 ausgewählt. Es entfällt somit die
richtige Darstellung sowohl historischer als auch zukünftiger Situationen.
Dieser entscheidende Mangel wird, wie in Fig. 3 dargestellt, erfindungsgemäß dadurch be
seitigt, daß am Träger 1 des dreiachsigen Planetariumsprojektors eine um eine Achse 14
drehbare Projektoranordnung 13 für Äquator, Ekliptik, Himmelspol und zugehörige Linien
und Beschriftungen zusätzlich zu den Fixsternprojektoren 3 und 4 vorgesehen ist. Wesentlich
dabei ist, daß die Achse 14 auf der Verbindungsgeraden vom Schnittpunkt M der Achsen
AA; BB und CC zum projizierten Ekliptikpol EP liegt und daß mit der Bewegung um die Ach
se 14 gerade die Rotation der Träger 1 und 2 mit den Fixsternprojektoren 3 und 4 wieder
aufgehoben wird und damit die Projektoranordnung 13 während einer solchen Rotation
raumfest stehenbleibt. Diese Projektoranordnung 13 könnte auch statt auf dem Träger 1 auf
dem Träger 2 oder je zur Hälfte auf dem Träger 1 und dem Träger 2 angeordnet sein. Zum
Antrieb der Projektoranordnung 13 ist eine Antriebeinheit 15, die mit der Achse 14 direkt
oder über zwischengeschaltete Getriebeglieder (nicht dargestellt) in Wirkverbindung steht,
fest im oder am Träger 1 angeordnet.
Fig. 4 zeigt einen Planetariumsprojektor, der nicht, wie in Fig. 3 gezeigt, eine Kugelgestalt
hat, sondern mit zwei exzentrisch an einem Mittelteil 16 angeordneten mechanischen Trä
gern 1 und 2 ausgerüstet ist, wobei am Teil 1, um die Achse 14 drehbar und durch die An
triebseinheit 15 antreibbar, die Projektoranordnung 13 angeordnet ist. Die Achsen AA, BB
und CC schneiden sich, wie es weiter oben bereits dargelegt wurde, im Mittelpunkt M. Die
Achse 14 der Projektoranordnung 13 ist so ausgerichtet, daß sie auf der Verbindungslinie
Mittelpunkt M-Ekliptikpol EP liegt, also nicht mehr radial zu dem in Fig. 4 halbkugelförmig
dargestellten Träger 1 mit dem Mittelpunkt E.
In der Fig. 5 ist eine erfindungsgemäße Projektoranordnung 13 für Äquator und Ekliptik und
zugehörige Linien und Beschriftungen dargestellt, welcher auf der Achse 14 sitzt, die bei
spielsweise in einem Lager 17 an oder im Träger 1 gelagert ist. Im Träger 1 ist ferner die mit
der Achse 14 direkt oder über Getriebeelemente in Wirkverbindung stehende Antriebseinheit
15 fest angeordnet. Die Projektoranordnung 13 besitzt mehrere Teilprojektoren 18, von de
nen jeder zur Projektion eines bestimmten Bildinhaltes dient und die in ihrer Position so an
geordnet sind, daß sie einen lückenlosen Anschluß der projizierten Bildinhalte über eine
Ringzone von 360° gewährleisten. Vorteilhaft, aber
nicht zwingend, ist es, die einzelnen Teilprojektoren 18 von einer gemeinsamen zentralen
Lichtquelle (nicht dargestellt) mit Licht zu versorgen.
In der Fig. 6 wird eine als Ringprojektor ausgebildete Projektoranordnung gezeigt, welche ei
ne Beleuchtungsanordnung für ein zu projizierendes Dia 19 mit einer Lichtquelle 20 und ei
ner Kondensoroptik 21, sowie eine Abbildungsanordnung mit einem festen optischen Sy
stem 22 und einer als Reflektor ausgebildeten Ringlinse 23 umfaßt.
Die Ringlinse 23 besitzt eine reflektierende Oberfläche 24, die den Abbildungsstrahlengang
zur Kuppelinnenfläche umlenkt und eine 360° umfassende Abbildung ermöglicht. Das Dia
19 mit dem zu projizierenden Bildinhalt ist vorteilhaft in einer Halterung 25 angeordnet, wel
che direkt oder über Getriebeelemente 27 mit einem als Motor dienenden Antrieb 26 ver
bunden ist, durch den die Halterung 25 zusammen mit dem darauf befindlichen Dia 19 um
die optische Achse 28 des Ringprojektors gedreht werden kann. Dieser Ringprojektor ein
schließlich des Antriebes 26 und der Getriebeelemente 27 ist im oder am mechanischen Trä
ger 1 fest installiert und hat den Vorteil, daß nur noch die massearme Halterung 25 mit dem
Dia 19 um die optische Achse 28 gedreht werden muß. Die mit der Drehachse des Dias 19
zusammenfallende optische Achse 28 muß auf der Verbindungsgeraden Mittelpunkt M-
Ekliptikpol EP liegen.
Durch die Anordnung des Ringprojektors ergibt sich ein weiterer Vorteil. Da der Mittenbe
reich 29 der Ringlinse 23 für die Ringprojektion des Bildinhaltes nicht gebraucht wird, kann
dieser Bereich 29 lichtdurchlässig ausgebildet sein und somit zusätzlich zur Projektion, z. B.
des Ekliptikpols EP selbst, genutzt werden, welcher ja in dieser Richtung liegt.
In Fig. 7 ist eine am Träger 1 angesetzte Projektoranordnung 13 annähernd maßstabgerecht
dargestellt, um die Größenverhältnisse bei einer zu realisierenden Projektoranordnung 13 zu
den Sternprojektoren 3 und dem Träger 1 zu veranschaulichen (Maßstab etwa 1 : 2) und da
mit die deutliche Verringerung des Aufwandes gegenüber der mechanischen und elektri
schen Realisierung für die Gerätedrehung um eine vierte Achse zu demomstrieren. So betra
gen z. B. der Durchmesser des Trägers in diesem Ausführungsbeispiel 1100 mm und der
Durchmesser der Projektoranordnung 115 mm.
Die Projektoranordnung 13 besitzt ein Gehäuse 30, welches an einer Halterung 31 befestigt
ist. Die Halterung 31 ist in einer im Träger 1 angeordneten Aufnahme 32 in Lagern 33 um
die Achse M-EP drehbar gelagert, wobei diese Achse die Verbindungsgerade g gemäß Fig.
3 darstellt. Die Antriebseinheit 15 steht über ein Getriebe 34 mit der Halterung 31 in Wirk
verbindung und bewirkt die Drehung der Projektoranordnung 13 um die Achse M-EP. Im
Innern des Gehäuses 30 ist vorteilhaft eine zentrale Lichtquelle 35 vorgesehen, welche die
Teilprojektoren 18 und 18' (z. B. für Äquator, Ekliptik, Gradnetzlinien und Beschriftungen)
oder auch weitere Projektoren (nicht dargestellt) mit Licht versorgt. Die Teilprojektoren 18
und 18' müssen sich nicht diametral gegenüberstehen. Ihre optischen Achsen 37 und 38
müssen nur so gerichtet sein, daß einerseits mit dem ausgeleuchteten Bildfeld der beabsich
tigte Bildinhalt wirklich erfaßt wird und andererseits das sie verlassende Licht (durch gestri
chelte Linien 39; 40 in Fig. 7 gekennzeichnet) nicht durch die Fixsternprojektoren 3 oder an
dere am Träger angeordnete Teile abgeschattet wird.
Der Planetariumsprojektors wird so in der Planetariumskuppel (nicht dargestellt) aufgestellt,
daß sein Mittelpunkt M in oder in unmittelbarer Nähe des Mittelpunktes der Planetariums
kuppel liegt.
Claims (13)
1. Einrichtung zur Darstellung der Phänomene der Präzessionsbewegung bei
Projektionsplanetarien mit mindestens einem, um drei jeweils senkrecht zueinander
angeordneten und sich in einem Punkt schneidenden Achsen drehbaren Träger, wobei
keine dieser Achsen die durch den Ekliptikpol verlaufende Präzessionsachse ist und der
Träger ausgerüstet ist mit Fixsternprojektoren zur Darstellung des Sternhimmels und mit
mindestens einer Projektoranordnung zur Darstellung von Äquator, Ekliptik, aktuellem
Himmelspol und zugehörigen Gradnetzlinien und Beschriftungen,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens eine von zwei möglichen Projektoranordnungen (13) am oder im
mindestens einen Träger (1 und/oder 2) auf einer Geraden g angeordnet ist, die durch den
Ekliptikpol (EP) und durch den Schnittpunkt (M) der drei senkrecht aufeinander stehenden
Achsen (AA; BB; CC) verläuft.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens eine von zwei möglichen Projektoranordnungen (13) auf einer im oder
am Träger (1) gelagerten Drehachse (14) angeordnet ist, die in der durch den Schnittpunkt
(M) und den Ekliptikpol (EP) verlaufenden Geraden (g) liegt und die Projektoranordnung
(13) um diese Gerade g drehbar ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß während der Drehung des Trägers (1) um eine zwar virtuelle, durch den gleichzeitigen
geeigneten kombinierten Einsatz der drei zueinander senkrecht stehenden Achsen (AA;
BB; CC) real nutzbare, die Ekliptikpole EP verbindende Achse zur
Simulierung der Präzessionsbewegung des Sternhimmels die um die Gerade g drehbare
Projektoranordnung (13) mit gleichgroßer Rotationsgeschwindigkeit, aber mit
entgegengesetzter Drehrichtung wie der Träger (1) zur raumfesten Fixierung der projizierten
Bildinhalte in der Planetariumskuppel gedreht wird.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens eine Projektoranordnung (13) einen oder mehrere Teilprojektoren (18)
zur Projektion von festen Bildinhalten umfaßt.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Teilprojektoren (18) in eine gewünschte Projektionsposition einstellbar sind.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß die Teilprojektoren (18) in einer festen räumlichen gegenseitigen Position zueinander in
der mindestens einen Projektoranordnung (13) angeordnet sind.
7. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens eine Projektoranordnung (13) ein Rundum- oder Panoramaprojektor ist,
welcher im oder am Träger (1) angeordnet ist, wobei die optische Achse (28) dieses
Projektors in der durch den Ekliptikpol (EP) und durch den Schnittpunkt M verlaufenden
Geraden (g) liegt.
8. Einrichtung nach Anspruch 1 und 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das äußere optische Glied des Rundum- oder Panoramaprojektors eine Ringlinse (23)
ist, die mit einer reflektierenden Oberfläche (24) oder mit reflektierenden Oberflächenteilen
versehen ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ringlinse (23) eine freie zentrale Öffnung oder einen zentralen Bereich (29) besitzt,
wo hindurch der Ekliptikpol (EP) selbst projiziert werden kann.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das von dem jeweiligen Rundum- oder Panoramaprojektor zu projizierende Dia (19)
oder Objekt im oder am jeweiligen, diese Projektoren aufnehmenden Träger (1) vorgesehen
ist und daß dieses Dia (19) in einer Halterung 25 angeordnet ist, welche durch einen im
Träger (1) angeordneten Antrieb oder Motor (26) um die optische Achse (28) des Rundum-
oder Panoramaprojektors drehbar ist.
11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß zur raumfesten Fixierung der projizierten Bildinhalte in der Planetariumskuppel die
Halterung (25) mit dem Dia (19) mit gleich großer, jedoch in der Richtung
entgegengesetzter Rotationsgeschwindigkeit gedreht wird wie der Träger (1).
12. Einrichtung nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Träger (1) als Starball ausgebildet ist.
13. Einrichtung nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Schnittpunkt (M) der drei Achsen (AA; BB; CC) im Mittelpunkt der
Planetariumskuppel oder in dessen Nähe positioniert ist.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE1997121681 DE19721681C1 (de) | 1997-05-23 | 1997-05-23 | Einrichtung zur Darstellung der Phänomeme der Präzessionsbewegung bei Planetarien |
| JP13241798A JPH11102155A (ja) | 1997-05-23 | 1998-05-14 | プラネタリウムでの歳差運動現象投影装置 |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997121681 DE19721681C1 (de) | 1997-05-23 | 1997-05-23 | Einrichtung zur Darstellung der Phänomeme der Präzessionsbewegung bei Planetarien |
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|---|---|
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ID=7830327
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|---|---|---|---|
| DE1997121681 Expired - Fee Related DE19721681C1 (de) | 1997-05-23 | 1997-05-23 | Einrichtung zur Darstellung der Phänomeme der Präzessionsbewegung bei Planetarien |
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Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2000028378A1 (de) * | 1998-11-05 | 2000-05-18 | Ldt Gmbh & Co. Laser-Display-Technologie Kg | Projektionsanordnung mit einem projektor und einem ablenkspiegel |
| RU2217803C2 (ru) * | 2002-01-03 | 2003-11-27 | Ерченко Герман Николаевич | Имитационный способ определения факторов, приводящих к изменению радиуса орбиты свободного вращения планеты в состоянии невесомости, совершающей в вышеуказанном состоянии круговое или петлеобразное движения |
| RU2251662C2 (ru) * | 2003-07-25 | 2005-05-10 | Гохштейн Александр Яковлевич | Способ моделирования западного дрейфа твердого ядра планеты (варианты) и устройство для его осуществления |
Families Citing this family (1)
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|---|---|---|---|---|
| JP7603954B2 (ja) * | 2020-07-20 | 2024-12-23 | 有限会社大平技研 | 光学式プラネタリウム及びそれを有するプラネタリウムシステム |
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| US4639224A (en) * | 1984-04-30 | 1987-01-27 | Minolta Camera Kabushiki Kaisha | Multiple projector planetarium drive system |
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1997
- 1997-05-23 DE DE1997121681 patent/DE19721681C1/de not_active Expired - Fee Related
-
1998
- 1998-05-14 JP JP13241798A patent/JPH11102155A/ja active Pending
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| Publication number | Publication date |
|---|---|
| JPH11102155A (ja) | 1999-04-13 |
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