DE19720542A1 - Vorrichtung und Verfahren zur Sicherung von Garnenden - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zur Sicherung von GarnendenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur
Sicherung von Garnenden an einem Preßerzeugnis mit einem Finger
zum Bewegen eines Garnendes in Eingriff oder Anlage mit dem
Preßerzeugnis.
In Rundballenpressen gebildete Rundballen werden dadurch gegen
ein Auseinanderfallen geschützt, daß auf den in Drehung
gehaltenen Rundballen eine größere Anzahl von Garnwindungen
aufgelegt werden, die aufgrund der Reibung auf der Umfangsfläche
des Rundballens verharren. Das Garn wird nach erfolgter Bindung
des Rundballens von einer Vorratsrolle getrennt und das Garnende
bleibt lose auf der Umfangsfläche hängen. Je nachdem, in welcher
Richtung der Rundballen gegebenenfalls gerollt wird, kann es
geschehen, daß sich die Garnwindungen wieder lösen, was zum
Auseinanderfallen des Rundballens führt.
Die DE-C2-41 32 664 offenbart eine Rundballenpresse, die mit
einer Vorrichtung zum Festlegen der losen Garnenden ausgerüstet
ist. Nach einer der dort vorgestellten Lösungen wird das
Garnende mittels eines Haftbands gesichert; nach einer anderen
Lösung wird das lose Garnende in den Ballen hineingesteckt.
Das der Erfindung zugrunde liegende Problem wird darin gesehen,
daß die bekannten Arten der Garnendensicherung zu aufwendig bzw.
nicht ausreichend sicher sind.
Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch die Lehre des Patent
anspruchs 1 bzw. 14 gelöst, wobei in den weiteren Patenan
sprüchen Merkmale aufgeführt sind, die die Lösung in vorteilhaf
ter Weise weiterentwickeln.
Auf diese Weise wird das freie Garnende oder zusammengefügte
Garnenden unter bereits bestehende Garnwicklungen geschoben und
dort aufgrund der Spannung der Garnwicklungen insbesondere nach
dem Verlassen der Ballenkammer sicher gehalten.
Wenn hohe Bewegungswiderstände beim Einschieben des Fingers
zwischen die Garnwindungen und die Umfangsfläche überwunden
werden müssen und/oder die Steuerung der Bewegungsabläufe
kompliziert erscheint, kann hierzu ein insbesondere
fernsteuerbarer Motor, z. B. ein Elektromotor, verwendet werden.
Die Steuerung eines solchen Motors kann auch über einen
Kleinrechner erfolgen, der z. B. mit Signalen über die
Ballengröße und die Betätigung der Garnschneidevorrichtung
gespeist wird.
In einer mechanischen und robusten Weise kann der Finger über
auch dadurch bewegt werden, daß die Drehbewegung des
Preßerzeugnisses als Antriebsquelle genutzt wird, die von einem
Mitnehmer aufgenommen wird.
Um eine übermäßige Belastung der Vorrichtung zu vermeiden, ist
vorgesehen, diese erst dann zu betätigen, wenn das Garn gerade
abgetrennt wird; hierzu wird die Abhängigkeit von der Stellung
einer Schneidvorrichtung, insbesondere einem Messer, genutzt.
Mit einer Verriegelungsvorrichtung für den Finger kann erreicht
werden, daß dieser nicht versucht, das Garn unter Garnwindungen
zu schieben, solange das Garn noch nicht abgetrennt ist.
Eine einfache Bewegungsaufnahme des Mitnehmers wird erreicht,
wenn sich dieser in der gleichen Richtung wie das Preßerzeugnis
bewegen kann und an diesem mittels eines Greifers haftet. Unter
einem Greifer wird zu diesem Zweck ein Mittel verstanden, das
reib- oder formschlüssig an der Umfangsfläche des
Preßerzeugnisses haftet.
Eine robuste Bewegungsübertragung von dem Mitnehmer auf den
Finger erfolgt am einfachsten mittels eines Gestänges. Dennoch
ist es auch möglich, einen Bowdenzug, eine Verzahnung oder
elektrische, hydraulische oder pneumatische Stellungsgeber und
-nehmer zu verwenden.
Da das Gestänge sowohl an dem Mitnehmer als auch an dem Finger
angreift, kann eine gute Lastverteilung erreicht werden, wenn
die Verriegelungsvorrichtung auf das Gestänge anstatt auf den
Mitnehmer oder den Finger wirkt.
Eine exzentrische und über einen Totpunkt gehende Anordnung des
Gestänges an dem Mitnehmer bewirkt eine hin- und hergehende
Bewegung des Fingers und somit, daß dieser zwischen zwei
Stellungen bewegbar ist, bzw. in seine ursprüngliche Stellung
zurückkehrt.
Die Verwendung einer Feder an dem Mitnehmer und/oder an dem
Finger hat zur Folge, daß diese stets wieder in eine zuvor
eingenommene Stellung zurückkehren, aus denen heraus sie erneut
zum Sichern der Garnenden bewegt werden können.
Unter den vielfältigen Möglichkeiten, den Finger und den
Mitnehmer an die Umfangsfläche des Preßerzeugnisses
heranzuführen, erscheint die unter Verwendung von Lenkern,
insbesondere in der Viergelenkbauweise, als robust und
ausreichend flexibel um auch komplizierte Bewegungsabläufe
durchzuführen.
Um auch dann eine sichere Anlage des Fingers und des Mitnehmers
an dem Preßerzeugnis zu erreichen, wenn dessen Größe variiert,
ohne dabei den Schneidvorgang des Garns zu beeinflussen, ist
vorgesehen, das Gestänge zwischen dem Messer und dem Träger
längenveränderlich zu gestalten. Die Verwendung einer Feder
hierbei sorgt dafür, daß das Gestänge aber grundsätzlich eine
bestimmte Länge einnimmt und zu dieser stets wieder zurückkehrt.
Beschädigungen an dem Garn oder den aufgelegten Garnwindungen
werden dadurch vermieden, daß der Finger mit einer das Garn
sicher führenden und schützenden Garnführungsnut einerseits und
einer gerundeten Oberfläche andererseits versehen ist, so daß
sich keine scharfen Kanten bilden, an denen das unter hoher
Spannung stehende Garn beschädigen könnte.
Das Ziel, ein oder mehrere lose Garnenden zu sichern, kann auf
vielfältige Weise erreicht werden, solange folgende Verfahrens
schritte eingehalten werden: Das Garn wird um das Preßerzeugnis
gewunden, in einen Finger eingelegt, getrennt, der Finger wird
mit dem/den Garnende(n) unter bereits bestehende Windungen
bewegt und zurückgezogen.
In der Zeichnung ist ein nachfolgend näher beschriebenes Aus
führungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 eine Rundballenpresse mit einer erfindungs
gemäßen Vorrichtung zum Festlegen von Garnenden
in Seitenansicht,
Fig. 2 die Vorrichtung losgelöst von der Rundballen
presse in Seitenansicht,
Fig. 3 einen Abschnitt der Vorrichtung in Draufsicht
und
Fig. 4 den Abschnitt aus Fig. 3 in Vorderansicht.
Fig. 1 zeigt eine Rundballenpresse 10, die einen Rahmen 12
aufweist, der sich über Räder 14 beweglich auf dem Boden
abstützt und mittels einer Deichsel 16 von einem nicht gezeigten
Zugfahrzeug bewegt werden kann.
Die Rundballenpresse 10 steht in dieser Beschreibung
stellvertretend für jede andere Art einer Presse, z. B.
Rechteckballenpresse, Großballenpresse, Industriepresse,
Baumwollpresse und dergleichen mehr. Insbesondere fallen
hierunter auch Rundballenpressen mit variabler oder fester
Ballenkammer 'und solche mit Riemen, Ketten, Walzen und
gemischten Bauarten hiervon. Wesentlich ist allein, daß mit
einer derartigen Maschine Gut zu einem Preßerzeugnis 18
zusammengefaßt wird. Als Gut kommt Erntegut wie Heu, Silage oder
Stroh, aber auch Folienabfälle, Wertstoffe, Lumpen, Baumwolle
und dergleichen in Betracht.
Der Rahmen 12 setzt sich aus einem festen Vorderteil 20 und
einer Heckklappe 22 zusammen, die vertikal schwenkbar an dem
Vorderteil 20 angelenkt ist, um den Austritt des
Preßerzeugnisses 18 aus einer Ballenkammer 24 zu ermöglichen, in
der es gebildet wird. Der Rahmen 12 enthält nicht näher gezeigte
Seitenwände, deren Abstand zueinander von Riemen 26 überbrückt
wird, die über Rollen 28 geführt sind und zwischen sich die
Ballenkammer 24 bilden. Anstatt der oder zu den Riemen 26 können
auch Walzen oder Ketten vorgesehen sein. In einem unteren
Bereich und vor den Rädern 14 ist eine Erntebergungsvorrichtung
30 in der Form einer sogenannten Pick-Up vorgesehen, die auf dem
Boden liegendes Gut aufsammelt und in die Ballenkammer 24
einspeist. Hierzu lassen die Riemen 26 einen Einlaß 32 frei.
Die Räder 14 nehmen zwischen sich den Rahmen 12 und die
Erntebergungsvorrichtung 30 auf und sorgen für einen
ausreichenden Abstand des Rahmens 12 vom Boden.
Die Deichsel 16 ist ortsfest mit den Rahmen 12 verbunden und
weist für den Anschluß an das Zugfahrzeug eine Zugöse 34 auf.
Das Preßerzeugnis 18 wird von einem losen oder festen Kern her
radial nach außen aufgewickelt und wird am Ende seines
Bildungsvorgangs mittels einer nicht gezeigten Bindevorrichtung
gebunden, die Garn 36 auf die Umfangsfläche des in der
Ballenkammer 24 rotierenden Preßerzeugnisses 18 aufwickelt, wie
dies hinreichend bekannt ist. Hierzu wird das Garn 36 mittels
eines rohrförmigen Bindearms oder dergleichen durch den Einlaß
32 an die Oberfläche des Preßerzeugnisses 18 herangebracht und
spiralförmig über dessen Breite geführt. Nachdem ausreichend
viele Windungen auf das Preßerzeugnis 18 aufgebracht sind, die
verhindern, daß es nach dem Verlassen der Ballenkammer 24
auseinanderfällt, wird der Bindearm in eine bestimmte Stellung
gebracht und das Garn 36 mittels eines Messers 38 durchtrennt.
Diese Stelle kann sich an einem beliebigen Ort befinden,
befindet sich aber meist im Bereich einer Seitenwand oder in der
axialen Mitte der Ballenkammer 24. Außerdem können mehrere
Bindearme vorgesehen werden, so daß gleichzeitig mehrere
Garnstränge aufgelegt werden können. Hinsichtlich des
Bindevorgangs ist zu bemerken, daß das Garn 36 relativ lose auf
dem Preßerzeugnis 18 aufliegt, solange dieses noch von den
Riemen 26 zusammengedrückt wird. Sobald das Preßerzeugnis 18
aber aus der Ballenkammer 24 entfernt wurde, dehnt es sich aus
und liegt fest an dem Garn 36 an. Das Garn 36 wird aus einem
nicht gezeigten Vorratsbehälter abgezogen, und sein loses
Garnende wird nicht mit einem vorhergehenden Bereich des Garns
36 verknotet, wie dies bei Reckteckballenpressen bekannt ist.
Oberhalb der Erntebergungsvorrichtung 30, horizontal vor dem
Einlaß 32 und unterhalb der Riemen 26 in dem Vorderteil 20
befindet sich eine erfindungsgemäße Vorrichtung 40 zum Festlegen
der freien Garnenden. Diese Vorrichtung 40 ist in diesem
Ausführungsbeispiel an einer Seitenwand der Rundballenpresse 10
angebracht und enthält einen Finger 42, einen Mitnehmer 44, eine
Verriegelungsvorrichtung 46 und ein Gestänge 48, die gemeinsam
auf einem Träger 50 gelagert sind. Die Vorrichtung 40 wird in
diesem Ausführungsbeispiel mechanisch mittels eines Gestänges 52
gesteuert.
Die Vorrichtung 40 kann auch an jeder anderen Stelle vorgesehen
werden, an der sie die Endabschnitte des Garns 36 an dem
Preßerzeugnis 18 zur Anlage bringen, namlich zwischen
vorhergehende Garnstränge und die Umfangsfläche des
Preßerzeugnisses 18 einfügen kann. Da nach dem Verlassen des
Preßerzeugnisses 18 der Ballenkammer 24 das bereits
aufgewickelte Garn 36 stramm anliegt, werden die Garnenden
entsprechend reibschlüssig gehalten und können beim Rollen des
Preßerzeugnisses 18 nicht wieder abgerollt werden. Die Bindung
des Preßerzeugnisses 18 bleibt somit gewährleistet.
Der Aufbau des Fingers 42 ist mit Blick auf die Fig. 3 und 4
deutlich zu erkennen und enthält ein Gleitglied 54 mit einer
Garnführungsnut 56, einen Schwenkarm 58 und eine Schwenkwelle
60, die allesamt als eine Einheit ausgebildet sind.
Das Gleitglied 54 besteht aus einer Zunge 62, die einerseits
sich verjüngend ausläuft und andererseits senkrecht auf einer
Platte 64 befestigt ist. Die Zunge 62 ist auf der mit Blick auf
Fig. 4 unten gelegenen Seite abgerundet, weil sie mit dieser an
den auf dem Preßerzeugnis 18 aufliegenden Garnsträngen
entlanggleitet, so daß diese nicht beschädigt werden. Auf der
oben gelegenen Seite ist die Garnführungsnut 56 eingearbeitet,
die die Form einer Hohlkehle einnimmt und teilweise von einem
Schutz 66 bedeckt ist. Die Garnführungsnut 56 erstreckt sich in
der Richtung der Längsmittenachse der Zunge 62 von der Platte 64
bis zu dem gegenüberliegenden Ende.
Der Schwenkarm 58 verbindet das Gleitglied 54 mit der
Schwenkwelle 60 und weist eine Anlenkstelle 68 für das Gestänge
48 auf, die sich zwischen der Schwenkwelle 60 und der Platte 64
befindet.
Die Schwenkwelle 60 verläuft in diesem Ausführungsbeispiel im
wesentlichen senkrecht zu der Haupterstreckungsrichtung der
Zunge 62 und ist in dem Träger 50 drehbar gelagert.
Der Mitnehmer 44 ist mittels der Schwenkwelle 70 in dem Träger
50 drehbar gelagert und weist einen Teller 72 und in diesem
Ausführungsbeispiel zwei Greifer 74 auf.
Der Mitnehmer 44 ist vorgesehen, um den Finger 42 zwischen
seinen Stellungen in Abhängigkeit von der Bewegung des
Preßerzeugnisses 18 zu bewegen und in diesen Stellungen zu
halten.
Die Schwenkwelle 70 verläuft parallel zu der Schwenkwelle 60 und
ist somit im wesentlichen vertikal ausgerichtet, wobei sich die
Neigung aufgrund ihrer Lagerung in dem Träger 50 mit dessen
Verstellung ändern kann.
Der Teller 72 hat die Form eines Kreissegments, ist also im
wesentlichen dreieckig und ist exzentrisch auf der Schwenkwelle
70 gehalten. Während der sich verjüngend zulaufende Teil des
Tellers 72 die Schwenkwelle 70 aufnimmt, sind in dem radial
außen liegenden Randbereich mehrere Bohrungen 76 vorgesehen, in
denen ein oder mehrere Greifer 74 gehalten sind. In dem mit
Blick auf Fig. 3 oben gelegenen und der Schwenkwelle 70
abgelegenen Eckbereich des Tellers 72 ist das Gestänge 48 in
einer Anlenkstelle 78 schwenkbar angebracht. Die Anlenkstelle 78
des Gestänges 48 an dem Teller 72 befindet sich somit seitlich
einer gedachten Verbindungslinie der beiden Schwenkwellen 60 und
70, und die Verbindung des Tellers 72, des Gestänges 48 und des
Fingers 42 bilden einen Kurbeltrieb. Im Bereich der Schwenkwelle
70 ist auf dem Träger 50 ein Anschlag 80 vorgesehen, an dem der
Teller 72 in seiner in Fig. 3 oben liegenden Endstellung
anliegt. An der Unterseite des Tellers 72 ist im Bereich der
Bohrungen 76 und zwar an dem der Anlenkstelle 78
gegenüberliegenden Eckbereich ein Halter 82 für eine als
Zugfeder ausgebildete Feder 84 vorgesehen, die dafür sorgt, daß
sich der Teller 72 an dem Anschlag 80 anlegt, soweit er nicht
durch andere Kräfte verstellt wird. Ausgehend von dem Zweck des
Anschlags 80 und der Feder 84, nämlich den Teller 72 und mit ihm
den Finger 42 in eine bestimmte Ausgangsstellung zu führen, wird,
offensichtlich, daß hierzu der Anschlag 80 auch an einer anderen
Stelle vorgesehen und die Feder 84 auch als Torsions-, Druck-,
Spiralfeder oder in sonstiger Weise ausgebildet und anders
angeordnet werden kann.
Der bzw. die Greifer 74 sind als spitz auslaufende Stifte
ausgebildet, die ausreichend fest sind, um in die Umfangsfläche
des Preßerzeugnisses 18 eindringen zu können und somit von
diesem mitgenommen werden können. Der bzw. die Greifer 74
erstrecken sich im wesentlichen senkrecht zu der Fläche des
Tellers 72 und sind in den Bohrungen 76 ortsfest gehalten.
Der/die Greifer 74 erstrecken sich mit Blick auf Fig. 4 nach
oben, d. h. auf der dem Träger 50 abgelegene Seite des Tellers
72 und ist/sind so angeordnet, daß er/sie nicht mit dem Gestänge
48 kollidieren/t.
Die Verriegelungsvorrichtung 46 befindet sich in diesem
Ausführungsbeispiel zwischen dem Finger 42 und dem Mitnehmen 44
und zwar unterhalb des Gestänges 48. Die Aufgabe der
Verriegelungsvorrichtung 46 besteht darin, eine Bewegung des
Mitnehmers 44 und somit auch des Fingers 42 zu verhindern,
solange eine Sicherung der Garnenden nicht erfolgen soll. Hierzu
ist die Verriegelungsvorrichtung 46 bei diesem Ausführungs
beispiel über das Gestänge 52 mit dem Messer 38 verbunden. Das
Messer 38 wird auf nicht gezeigte aber herkömmliche Weise von
einem Bindearm betätigt, wenn der Bindevorgang beendet ist und
das Garn 36 von der Vorratsrolle getrennt werden soll.
Die Verriegelungsvorrichtung 46 setzt sich einstückig aus einer
Hülse 86, einem Riegelfinger 88 und einem Garnfinger 90
zusammen, die gemeinsam auf einer Achse 92 schwenkbar gelagert
sind.
Die Längsmittenachse der Achse 92 verläuft senkrecht zu den
Längsmittenachsen der Schwenkwellen 60 und 70.
Der Riegelfinger 88 erstreckt sich vertikal nach oben, endet
aber in einer nicht beaufschlagten Stellung der Verriegelungs
vorrichtung 46 unterhalb des Gestänges 48 bzw. eines mit diesem
verbundenen oder an diesem ausgeformten Hakens 94, so daß sich
das Gestänge 48 frei bewegen kann. Der Riegelfinger 88 kann in
eine obere Stellung geschwenkt werden, in der er in die
Bewegungsbahn des Hakens 94 gerät und somit das Gestänge 48
festlegt.
Der Garnfinger 90 erstreckt sich von der Hülse 86 ausgehend
zunächst bis über die ganze Länge der Platte 64 und schließlich
nach oben, wo er nahe der Oberkante der Platte 64 endet. Die
Lage und Ausbildung des Garnfingers 90 ist also so geschaffen,
daß das Garn 36 über ihn gleitet, wenn es durch die
Garnführungsnut 56 verläuft und dabei den Garnfinger 90 je mehr
nach unten drückt, je höher der Träger 50 angehoben wird - sh.
Fig. 2. Aufgrund der Lagerung der Hülse 86 auf der Achse 92 und
der Anbringung des Garnfingers 90 an deren einen Seite und des
Riegelfingers 88 an deren anderer Seite wird somit beim
Niederdrücken des Garnfingers 90 der Riegelfinger 88 nach oben
geschwenkt und hintergreift den Haken 94. Damit die
Verriegelungsvorrichtung 46 normalerweise ihre entriegelnde
Stellung einnimmt, ist eine weitere Feder 96 vorgesehen, die als
Zugspiralfeder ausgebildet ist und zwischen dem Träger 50 und
dem Riegelfinger 88 wirkt.
Das Gestänge 48 ist im wesentlichen als eine Strebe ausgebildet,
die auf dem Schwenkarm 58 in der Anlenkstelle 68 und auf dem
Teller 72 in der Anlenkstelle 78 schwenkbar gelagert und
zwischen diesen Anlenkstellen 68, 78 mit dem Haken 94 versehen
ist. Der Haken 94 erstreckt sich im wesentlichen in einer
horizontalen Ebene und ist an einer Seite des Gestänges 48
angebracht. Die Aufgabe des Gestänges 48 besteht in der
Übertragung der Bewegung des Mitnehmers 44 auf den Finger 42.
Wenn also der Finger 42 z. B. motorisch oder auf eine andere
Weise bewegt wird, kann gegebenenfalls auf das Gestänge 48
verzichtet werden. Der Haken 94 kann auch in das Gestänge 48
integriert werden.
Der Träger 50 weist außer zwei Lagern 98, in denen die
Schwenkwellen 60 und 70 gelagert sind, und dem Anschlag 80 ein
oberes und ein unteres Schwenklager 100 und 102 auf, deren
Längsmittenachsen senkrecht zu den Längsmittenachsen der Lager
98 verlaufen.
An dem oberen Schwenklager 100 greift schwenkbar ein ungefähr J-
förmiger Lenker 104 mit seinem unteren, linken Endbereich an,
während sein oberer Endbereich vertikal schwenkbar an dem Rahmen
12 in einem Lager 112 befestigt ist.
Das untere Schwenklager 102 steht über einen zweiten, geradlinig
ausgebildeten Lenker 106 mit einer Welle 108 in drehfester
Verbindung, die über einen Hebel 110 mit dem Gestänge 52 in
Verbindung steht.
Unter Berücksichtigung des obigen ergibt sich ein
Viergelenkmechanismus zwischen dem oberen Schwenklager 100, dem
Lager 112, der Welle 108 und dem unteren Schwenklager 102. Mit
Hilfe dieses Viergelenkmechanismus ist es möglich, den Träger 50
mit seinen Komponenten zwischen einer unteren Außerbetriebs
stellung und einer oberen Betriebsstellung zu verschwenken, wie
dies in Fig. 2 dargestellt ist.
Das Gestänge 52 setzt sich aus einer Antriebsstange 114 und
einer Abtriebsstange 116 zusammen, die zueinander relativ
beweglich miteinander verbunden sind. Die Verbindung erfolgt
mittels eines Langlochs 118 in der Abtriebsstange 116 und einem
in dem Langloch 118 aufgenommenen Stift 120 auf der
Antriebsstange 114. Zur Vermeidung von Spiel ist zwischen die
Antriebs- und die Abtriebsstange 114 und 116 eine als Druckfeder
ausgebildete Feder 122 eingefügt, die so wirkt, daß das Gestänge
52 stets zu seiner geringsten Länge gedrängt wird. Mit Hilfe
dieser Feder 122 kann das Messer 38 selbst dann noch zum Trennen
des Garns 36 bewegt werden, wenn der Finger 42 bereits an dem
Preßerzeugnis 18 anliegt. Die Möglichkeit der Längenänderung des
Gestänges 52 ist dann von Vorteil, wenn Preßerzeugnisse 18
unterschiedlicher Größe hergestellt werden, was z. B. in
Rundballenpressen 10 mit einer in der Größe variablen
Ballenkammer 24 der Fall ist.
Die Antriebsstange 114 ist an dem Rahmen 12 in einem Winkel 124
geführt und wird von einer weiteren ebenfalls als Druckfeder
ausgebildeten Feder 126 beaufschlagt, die so zwischen dem
Gestänge 52 und dem Winkel 124 wirkt, daß die Welle 108 entgegen
dem Uhrzeigerdrehsinn schwenkt und somit der Träger 50 seine
untere Stellung einnimmt.
Ein Hebel 128 ist auf eine in dem Rahmen 12 drehbar gelagerte
Welle 130 aufgesetzt, an der auch das Messer 38 befestigt ist.
Dieser Hebel 128 ist an dem der Welle 130 abgelegenen Endbereich
gelenkig an die Antriebsstange 114 angeschlossen.
Unterhalb einer der Vorrichtung 40 zugelegenen Rolle 28 ist an
dem Rahmen 12 eine Umlenkstange 134 vorgesehen, die verhindert,
daß das Garn 36 in der angehobenen Stellung des Fingers 42 mit
der Rolle 28 in Kontakt kommt.
Schließlich erstreckt sich unterhalb des Messers 38 ein Amboß
132, auf dem das Garn 36 aufliegen kann, wenn das Messer 38 nach
unten geschwenkt wird, um das Garn 36 abzuschneiden.
Nach alledem ergibt sich folgende Funktion der Vorrichtung 40.
Sobald ein nicht gezeigter Bindearm das Garn 36 über die Breite
des Preßerzeugnisses 18 gewickelt und seine Endstellung
eingenommen hat, verläuft das Garn 36 von dem Preßerzeugnis 18
durch die Garnführungsnut 56 über den Garnfinger 90, den Spalt
zwischen dem Amboß 132 und dem Messer 38 zu einem nicht
gezeigten Vorratsbehälter an dem Rahmen 12. Wenn ein nicht
gezeigter Mechanismus, mit dessen Hilfe der Bindevorgang beendet
werden soll, das Messer 38 betätigt, wird der Hebel 128 die
Antriebsstange 114 und diese über die Feder 122 und die
Verbindung des Langlochs 118 mit dem Stift 120 die
Abtriebsstange 116 mit Blick auf Fig. 2 nach rechts ziehen, und
zwar gegen den Widerstand der Feder 126. Diese Bewegung des
Gestänges 52 schwenkt die Welle 108 und mit ihr den Lenker 106
im Uhrzeigerdrehsinn. Aufgrund des Viergelenkmechanismus wird
infolgedessen der Träger 50 geführt von dem J-förmigen Lenker
104 nach oben verlagert, bis der Finger 42 an der Umfangsfläche
des Preßerzeugnisses 18 anliegt. Sollte in diesem Fall das
Messer 38 noch nicht den Amboß 132 berührt haben, bewegt sich
die Antriebsstange 114 weiterhin und drückt die Feder 122
zusammen, während die Abtriebsstange 116 in ihrer Stellung
verharrt.
Aus Fig. 2 wird deutlich, daß bei der bis dahin erfolgten
Beschreibung das Garn 36 noch nicht durchtrennt ist, sondern
noch weiter um das Preßerzeugnis gewickelt wird und auf dessen
Umfangsfläche mehrere Garnwindungen übereinander legt. In dem
angehobenen Zustand des Fingers 42 gleitet das Garn 36 an der
Unlenkstange 134 im Abstand zu der benachbarten Rolle 28
entlang. In diesem Zustand drückt das fest gespannte Garn 36 den
Garnfinger 90 der Verriegelungsvorrichtung 46 nach unten und
somit den Riegelfinger 88 nach oben in Eingriff mit dem Haken 94
an dem Gestänge 48. Demnach liegt der Mitnehmer 44 und der
Finger 42 zwar an der Umfangsfläche des Preßerzeugnisses 18 an,
und die Greifer 74 dringen in dessen äußere Lage ein, der Finger
42 kann sich aber nicht bewegen, weil das Gestänge 48 noch
gesperrt ist.
Sobald das Messer 38 auf dem Amboß 132 aufliegt und somit das
Garn 36 trennt, läßt schlagartig die Spannung des Garns 36 nach
und deaktiviert die Verriegelungsvorrichtung 46, d. h. der
Riegelfinger 88 verläßt den Haken 94 und gibt das Gestänge 48
frei.
Nunmehr wird der Teller 72 des Mitnehmers 44 aufgrund des
Eingriffs der Greifer 74 in das Preßerzeugnis 18 im
Uhrzeigerdrehsinn um die bzw. mit der Schwenkwelle 70 geschwenkt
und schiebt dabei das Gestänge 48 mit Blick auf Fig. 3 nach
rechts, so daß der auf der Umfangsfläche gleitende Finger 42
entgegen dem Uhrzeigerdrehsinn verschwenkt. Wenn die Verbindung
des Mitnehmers 44, des Gestänges 48 und des Schwenkarms 58 ihre
gestreckte Lage eingenommen haben, ist der Finger 42 mit seinem
Gleitglied 54 vollends unter die zuvor gelegten Garnwindungen
gelangt. Zu diesem Zeitpunkt rutscht das Garnende aus der
Garnführungsnut 56 und verbleibt unter den Garnwindungen.
Da der Teller 72 aufgrund des fortbestehenden Eingriffs der
Greifer 74 mit dem Preßerzeugnis 18 weiter geschwenkt wird,
zieht er nun das Gestänge 48 und somit den Finger 42 zurück in
seine Ausgangsstellung, wo sie aufgrund des Anlagedrucks des
Preßerzeugnisses 18 verharren.
Nachdem das gebundene Preßerzeugnis 18 aus der Ballenkammer 24
ausgeworfen wird, reicht die Kraft der gespannten Feder 84 aus,
den Teller 72 wieder in seine ursprüngliche Stellung
zurückzuziehen, in der er an dem Anschlag 80 anliegt. Während
dieser Rückzugsbewegung vollzieht der Finger 42 eine hin- und
hergehende Schwenkbewegung, die allerdings bedeutungslos ist.
Schließlich bewirkt auch die Feder 126, daß sich das Gestänge 52
mit Blick auf Fig. 2 nach links bewegt und die Lenker 104, 106
entgegen dem Uhrzeigerdrehsinn schwenkt, so daß der Träger 50
wieder seine untere Außerbetriebsstellung einnimmt. In dieser
Situation ist das Messer 38 wieder vom Amboß 132 abgehoben.
Claims (14)
1. Vorrichtung (40) zur Sicherung von Garnenden an einem
Preßerzeugnis (18) mit einem Finger (42) zum Bewegen eines
Garnendes in Eingriff oder Anlage mit dem Preßerzeugnis
(18), dadurch gekennzeichnet, daß der Finger (42) in Anlage
an eine das Garn (36) aufnehmende Umfangsfläche des
Preßerzeugnisses (18) bringende Stellung und zwischen einer
Garn (36) auf das Preßerzeugnis (18) auflegenden und einer
seitwärts davon gelegenen Stellung bewegbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Finger (42) mittels eines Motors verstellbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Finger (42) mittels einer von der Bewegung des
Preßerzeugnisses (18) abgeleiteten Bewegung über einen
Mitnehmer (44) schwenkbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Anlage des Fingers (42) und
gegebenenfalls des Mitnehmers (44) an dem Preßerzeugnis
(18) in Abhängigkeit von der Betätigung eines Messers (38)
für das Garn (36) erfolgt.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Verriegelungs
vorrichtung (46) für den Finger (42) vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Mitnehmer (44)
in der Bewegungsrichtung des Preßerzeugnisses (18)
schwenkbar gelagert und mit wenigstens einem Greifer (74)
versehen ist.
7. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Mitnehmer (44)
über ein Gestänge (48) mit dem Finger (42) gelenkig
verbunden ist.
8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verriegelungs
vorrichtung (46) in Eingriff mit dem Gestänge (48) bringbar
ist.
9. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gestänge (48) an
dem Mitnehmer (44) seitlich einer Verbindungslinie der
Schwenkwellen (60, 70) des Mitnehmers (44) und des Fingers
(42) angelenkt ist.
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Mitnehmer
(44) und/oder dem Finger (42) eine Feder (84, 96) angreift.
11. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Mitnehmer (44)
und der Finger (42) auf einem Träger (50) gelagert sind,
der über Lenker (104, 106) höhenbeweglich gelagert ist,
wobei die Lenker (104, 106) in Abhängigkeit von der
Stellung eines das Garn (36) durchtrennenden Messers (38)
bewegt werden.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen den Lenkern (104, 106) und dem Messer (38) ein
gegen die Kraft einer Feder (122) längenveränderliches
Gestänge (52) vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Finger (42)
einerseits eine teilweise abgedeckte Garnführungsnut (56)
und andererseits eine gerundete Oberfläche aufweist.
14. Verfahren zur Sicherung von Garnenden an einem
Preßerzeugnis (18) mit einem Finger (42) zum Bewegen eines
Garnendes in Eingriff oder Anlage mit dem Preßerzeugnis
(18), dadurch gekennzeichnet, daß:
- a) das Garn (36) um das Preßerzeugnis (18) gewunden wird;
- b) das Garn (36) in den Finger (42) eingelegt wird;
- c) das Garn (36) getrennt wird;
- d) der Finger (42) mit dem Garnende unter bereits bestehende Garnwicklungen bewegt wird;
- e) der Finger (42) zurückgezogen wird.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19720542A DE19720542A1 (de) | 1997-05-16 | 1997-05-16 | Vorrichtung und Verfahren zur Sicherung von Garnenden |
| US09/073,806 US5950530A (en) | 1997-05-16 | 1998-05-06 | Arrangement and process for the securing of twine ends |
| CA002234915A CA2234915A1 (en) | 1997-05-16 | 1998-05-11 | Arrangement and process for the securing of twine ends |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19720542A DE19720542A1 (de) | 1997-05-16 | 1997-05-16 | Vorrichtung und Verfahren zur Sicherung von Garnenden |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19720542A1 true DE19720542A1 (de) | 1998-11-19 |
Family
ID=7829640
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19720542A Withdrawn DE19720542A1 (de) | 1997-05-16 | 1997-05-16 | Vorrichtung und Verfahren zur Sicherung von Garnenden |
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