DE19715859A1 - Bewegliche Puppe - Google Patents
Bewegliche PuppeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine bewegliche Puppe in Form eines
menschlichen Körpers oder Torsos und insbesondere eine zum Stu
dium von Körperhaltungen dienende Modellpuppe mit beweglichen
Körperteilen aus Holz, Kunststoff oder einem anderen geeigneten
Material.
Zum Studium menschlicher Körperhaltungen und als modellhafte
dreidimensionale Vorlage für zeichnerische oder gestalterische
Darstellungen des menschlichen Körpers im Kunstunterricht, beim
Selbststudium oder bei künstlerischen Tätigkeiten werden bereits
seit langem hölzerne Modellpuppen verwendet, deren Arme und Bei
ne entsprechend den Armen und Beinen des menschlichen Körpers
durch Gelenkverbindungen beweglich mit einem Rumpf der Puppe
verbunden sind und die dort, wo am menschlichen Körper weitere
Gelenke vorhanden sind, wie beispielsweise an den Ellbogen, zwi
schen den Unterarmen und den Händen, an den Knien sowie zwischen
den Unterschenkeln und den Füßen, ebenfalls Gelenkverbindungen
aufweisen. Auch der Kopf dieser Modellpuppen ist mittels einer
Gelenkverbindung beweglich mit dem Oberkörper verbunden, so daß
er zur Seite gedreht und in Bezug zum Rumpf unterschiedliche
Neigungswinkel einnehmen kann. Die Gelenkverbindungen umfassen
gewöhnlich ein kugelförmiges Gelenkelement, das gegen sphärisch
konkav gewölbte Anlageflächen der angrenzenden Körperteile an
liegt und durch Zugfedern gegen diese gezogen wird, so daß die
Reibung zwischen den Anlageflächen ein selbsttätiges Verdrehen
verhindert und dafür sorgt, daß die Puppe eine vorgegebene Kör
perhaltung beibehält. Die Freiheitsgrade der Bewegung in jeder
Gelenkverbindung entsprechen im wesentlichen denjenigen der ent
sprechenden Gelenke des menschlichen Körpers, so daß ein Verdre
hen dieser Körperteile in unnatürliche Körperhaltungen durch die
Konstruktion der Puppe in gewissem Umfang verhindert werden kann
und die Beweglichkeit von Kopf und Gliedmaßen der Puppe in hohem
Maße derjenigen des menschlichen Körpers entspricht.
Dies trifft jedoch nicht auf den Rumpf der Puppe zu, der bei den
bekannten Modellpuppen zumeist einteilig ausgebildet ist.
Die bekannte Modellpuppe kann daher keine Körperhaltungen ein
nehmen, bei denen der Rumpf beispielsweise wie beim Diskuswurf
in sich verdreht oder wie bei Übungen der rhythmischen Sportgym
nastik zur Seite bzw. nach vorne oder hinten gebogen ist.
Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, bei
Puppen der eingangs genannten Art die Beweglichkeit des Rumpfs
zu verbessern, so daß sie in größerem Maße derjenigen des Rumpfs
eines menschlichen Körpers entspricht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst. Danach
zeichnet sich die erfindungsgemäße Puppe dadurch aus, daß minde
stens ein Teil ihres Rumpfs aus mehreren im wesentlichen zuein
ander parallelen scheibenförmigen Segmenten besteht, die im Ab
stand hintereinander entlang eines langgestreckten biegsamen
Verbindungselements angeordnet sind, wobei benachbarte Segmente
um die Längsachse des Verbindungselements begrenzt gegeneinander
verdrehbar sind. Durch die erfindungsgemäßen Merkmale läßt sich
der Rumpf der Puppe wie ein menschlicher Rumpf in sich nach vor
ne, nach hinten und nach beiden Seiten biegen und auch in sich
begrenzt verdrehen, wobei die Biegsamkeit des Rumpfs durch das
biegsame Verbindungselement und durch die Abstände zwischen den
benachbarten Segmenten ermöglicht wird, während eine Drehung ei
nes Schulterteils gegenüber einem Beckenteil durch die begrenzte
gegenseitige Verdrehbarkeit benachbarter Segmente um die Längs
achse des Verbindungselements ermöglicht wird.
Die einzelnen Segmente können grundsätzlich im Abstand voneinan
der starr an einem um seine Längsachse begrenzt verdrehbaren
Verbindungselement befestigt werden, um auf diese Weise eine be
grenzte gegenseitige Drehbeweglichkeit benachbarter Segmente um
die Längsachse des Verbindungselements zu erreichen. In einer
bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die
einzelnen Segmente um die Längsachse des Verbindungselements
drehbeweglich auf dem Verbindungselement angeordnet und minde
stens mit den jeweils benachbarten Verbindungselementen gekop
pelt sind, um ihre Drehbeweglichkeit gegenüber diesen zu begren
zen. Durch diese Anordnung wird die Herstellung beträchtlich
vereinfacht, da sich zur Montage einzelne Segmente unter Zwi
schenfügen von Abstandhaltern lose auf das als getrenntes Bau
teil ausgebildete Verbindungselement aufschieben lassen.
Die Kopplung der Segmente untereinander erfolgt vorzugsweise
durch mindestens ein Verdrehbegrenzungselement, besonders bevor
zugt durch zwei Verdrehbegrenzungselemente, die am einfachsten
von zwei zum Verbindungselement parallelen biegsamen Runddrähten
gebildet werden, welche parallel zueinander auf entgegengesetz
ten Seiten entlang des Verbindungselements verlaufen, bei auf
rechtem Oberkörper miteinander fluchtende Bohrungen in den Seg
menten durchsetzen und mit ihren Enden verschiebbar in Aufnahme
bohrungen in den angrenzenden Körperteilen eingesetzt sind.
Als Verbindungselement läßt sich grundsätzlich ein plastisch
verformbarer Runddraht verwenden. Vorzugsweise wird das Verbin
dungselement von mindestens einem schraubenförmig gebogenen
Draht gebildet, der reversibel verformbar ist und sich beliebig
oft und ohne Materialermüdung oder eine Bildung von Kinken oder
Buckeln in unterschiedliche Richtungen quer zur Längsachse bie
gen läßt. Durch eine geeignete Materialwahl kann eine selbsttä
tige Rückkehr des Verbindungselements aus einer gewählten Biege
lage verhindert werden.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung
besteht das Verbindungselement aus zwei schraubenförmig gewunde
nen Stahldrähten, deren Windungen abwechselnd koaxial um die
Längsachse des Verbindungselements verlaufen und unter Druck ge
geneinander anliegen, wobei die Drähte ein unterschiedliches,
vorzugsweise teilweise komplementäres Profil aufweisen, um die
Anlageflächen zwischen den jeweils benachbarten Windungen der
beiden Drähte zu vergrößern. Bei einer derartigen Konstruktion
bewirkt die Reibung an den Anlageflächen, daß das Verbindungs
element nach einem Verbiegen seine Form beibehält und nicht in
folge von elastischen Rückstellkräften der Stahldrähte in seine
ursprüngliche Lage selbsttätig zurückkehrt.
Zweckmäßig erstreckt sich das Verbindungselement durch sämtliche
Segmente hindurch und ist mit seinen entgegengesetzten Enden in
Körperteilen der Puppe verankert, welche jenseits des jeweils
letzten Segments angeordnet sind, vorzugsweise mit seinem unte
ren Ende in einem der Beckenpartie des menschlichen Körpers
nachempfundenen Beckenteil der Puppe und mit seinem oberen Ende
entweder in einem der Schulterpartie des menschlichen Körpers
nachempfundenen Schulterteil oder im Kopf der Puppe. Im zuletzt
genannten Fall ermöglicht das Verbindungselement auch ein Ver
biegen und Verdrehen eines Halses der Puppe, so daß in diesem
Bereich keine zusätzliche Gelenkverbindung erforderlich ist.
Während die scheibenförmigen Segmente bei Modellpuppen vorzugs
weise ebenso wie die übrigen Körperteile der Puppe aus Massiv
holz bestehen, wobei ihre Umfangsflächen dem äußeren Umriß des
menschlichen Körpers folgen, können die Segmente bei anderen
Puppen, zum Beispiel bei bekleideten Spielzeugpuppen oder bei
beweglichen Schaufensterpuppen, auch aus Kunststoff bestehen
und/oder mit einem gegen ihre äußeren Umfangsflächen anliegenden
Überzug versehen sein, der die spaltförmigen Schlitze zwischen
den Segmenten verdeckt und vorzugsweise aus einem elastischen
Material besteht, so daß er sich zum Beispiel beim Durchbiegen
des Puppenrumpfs dehnen oder zusammenziehen kann. In diesem Fall
ist es nicht notwendig, die scheibenförmigen Segmente massiv
auszubilden, sondern es reicht aus, das Material, aus dem die
Segmente bestehen, um das Verbindungselement und die Verdrehbe
grenzungselemente herum sowie entlang der Außenkanten anzuordnen
und durch Stege zu verbinden.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1: eine Vorderseitenansicht einer erfindungsgemäßen Modell
puppe in aufrecht stehender Haltung;
Fig. 2: eine Vorderseitenansicht der Modellpuppe in einer zur
Seite hin gebogenen Haltung;
Fig. 3: eine teilweise geschnittene Vorderseitenansicht der Pup
pe aus Fig. 1;
Fig. 4: eine teilweise geschnittene Vorderseitenansicht einer
erfindungsgemäßen Modellpuppe, bei der sich das von ei
nem schraubenförmig gewundenen Metalldraht gebildete
Verbindungselement durch den Hals hindurch bis in den
Kopf der Puppe erstreckt;
Fig. 5: eine vergrößerte Draufsicht von oben auf ein Segment aus
dem Rumpf der Puppe;
Fig. 6: eine Vorderseitenansicht des Segments aus Fig. 5;
Fig. 7: eine Querschnittsansicht des Segments entlang der Linie
7-7 der Fig. 5;
Fig. 8: eine teilweise geschnittene Seitenansicht eines Ab
schnitts eines bevorzugten Verbindungselements, das aus
zwei schraubenförmig gewundenen Metalldrähten besteht,
deren Windungen über die gesamte Drahtlänge gegeneinan
der anliegen.
Die in der Zeichnung dargestellte Modellpuppe 1 dient zum Studi
um menschlicher Körperhaltungen sowie als modellhafte dreidimen
sionale Vorlage für zeichnerische oder gestalterische Darstel
lungen des menschlichen Körpers im Kunstunterricht, beim Selbst
studium oder bei künstlerischen Tätigkeiten. Die auf einem Stän
der 2 montierte, von einer Stange 4 gehaltene Modellpuppe 1
weist in etwas vereinfachter, stilisierter Art die Form eines
menschlichen Körpers auf und besteht im wesentlichen aus einem
Rumpfteil 6, an dem im Bereich eines Schulterteils 8 zwei Arme
10 und ein Kopf 12, sowie im Bereich eines Beckenteils 14 zwei
Beine 16 gelenkig befestigt sind.
Die Arme 10 und die Beine 16 bestehen jeweils aus mehreren Glie
dern, einem Oberarm 18, einem Unterarm 20 und einer Hand 22 bzw.
einem Oberschenkel 24, einem Unterschenkel 26 und einem Fuß 28.
Zwischen dem Rumpfteil 6 einerseits und dem Kopf 12 sowie den
Armen 10 und den Beinen 16 andererseits sowie zwischen zwei ein
ander benachbarten Gliedern 18, 20; 20, 22; 24, 26; 26, 28 der
Arme 10 und Beine 16 sind Gelenkverbindungen 30 vorgesehen, wel
che im wesentlichen aus einem kugelförmigen Gelenkelement 32 be
stehen, das ein Verdrehen oder Verschwenken der jeweils benach
barten Körperteile 6, 12; 6, 18; 6, 24; 18, 20; 20, 22; 24, 26;
26, 28 zueinander zuläßt, wobei die Beweglichkeit, d. h. die An
zahl der Freiheitsgrade der Dreh- oder Schwenkbewegungen des ei
nen Körperteils in Bezug zum anderen, mit der Beweglichkeit des
entsprechenden Gelenks des menschlichen Körpers im Einklang
steht.
Wie in Fig. 3 und 4 an den Gelenkverbindungen 30 zwischen den
Unterschenkeln 26 und den Füßen 28 gezeigt, liegt das Gelenkele
ment 32 jeweils auf einer Seite mit seiner Kugeloberfläche 34
gegen eine sphärisch gewölbte Anlagefläche 36 am konkaven Stirn
ende des einen der angrenzenden Körperteile an. Eine in einer
Ausnehmung im Inneren von jeweils einem der angrenzenden Körper
teile angeordnete Zugfeder 38 sorgt für eine ausreichende An
druckkraft zwischen der Kugeloberfläche 34 und der Anlagefläche
36, wodurch die Reibung zwischen diesen beiden Flächen eine
selbsttätige Bewegung im Gelenk verhindert und gewährleistet,
daß die Körperteile eine einmal eingenommene Körperhaltung bei
behalten. Zur Befestigung der Zugfeder 38 ist diese an ihrem ei
nen Ende mit einem umgebogenen Haken 40 versehen, der in einen
Schlitz 42 im Gelenkelement 32 eingreift und an einem quer durch
den Schlitz 42 in das Gelenkelement 32 eingeschraubten Bolzen 44
eingehängt ist. Dadurch wird bewirkt, daß die Gelenkverbindung
30 eine Schwenkbewegung des Körperteils gegenüber dem Gelenkele
ment 30 in Richtung des Schlitzes 42 gestattet, sowie infolge
der begrenzten Verdrehbarkeit der Zugfeder in ihrer Umfangsrich
tung eine gewisse zusätzliche Drehbewegung um die Längsachse des
Körperteils.
Auf der anderen Seite der Kugeloberfläche 34 kann das Gelenkele
ment 32 starr am benachbarten Körperteil befestigt sein, wie
beispielsweise an den Gelenkverbindungen 30 zwischen den Oberar
men 18 und den Unterarmen 20, zwischen den Unterarmen 20 und den
Händen 22, zwischen dem Rumpfteil 6 und den Oberschenkeln 24,
zwischen den Oberschenkeln 24 und den Unterschenkeln 26 und zwi
schen den Unterschenkeln 26 und den Füßen 28, oder das Gelenk
element 32 kann zusätzlich um eine durch seine Mitte verlaufende
Achse A drehbar sein, wie beispielsweise die Gelenkelemente 32
zwischen dem Rumpfteil 6 und den Oberarmen 18.
Der Rumpfteil 6 besteht im wesentlichen aus dem einstückig aus
gebildeten Schulterteil 8, dem einstückig ausgebildeten Becken
teil 14, sowie einer Mehrzahl von scheibenförmigen Segmenten 50,
die jeweils drei Durchgangsbohrungen 52, 54, 56 aufweisen und im
Abstand hintereinander entlang eines langgestreckten biegsamen
Verbindungselements 58 und von zwei parallel zum Verbindungsele
ment 58 verlaufenden Runddrähten 60 angeordnet sind, wobei das
Verbindungselement 58 und die Runddrähte 60 die Durchgangsboh
rungen 52, 54, 56 der Segmente 50 durchsetzen. Die Segmente 50
sind in einer in Fig. 1, 3 und 4 dargestellten Körperhaltung mit
aufrechtem Oberkörper parallel zueinander ausgerichtet und wer
den durch Abstandhalter 62 in einem Abstand voneinander gehal
ten, wobei die Dicke des schlitzförmigen Spalts zwischen benach
barten Segmenten 50 kleiner als die Dicke der Segmente 50 ist
und vorzugsweise etwa 1 mm beträgt. Die Abstandhalter 62 beste
hen aus jeweils einer Unterlegscheibe, die zwischen zwei benach
barten Segmenten 50 auf das Verbindungselement 58 aufgeschoben
wird.
Die Durchmesser der Durchgangsbohrungen 52, 54, 56 in den Seg
menten 50 sind jeweils geringfügig größer als die entsprechenden
Durchmesser des im Querschnitt kreisringförmigen Verbindungsele
ments 58 bzw. der beiden Runddrähte 60, so daß sich die Segmente
50 zur Montage nacheinander unter Zwischenfügen der Abstandhal
ter 62 auf das Verbindungselement 58 und die Runddrähte 60 auf
schieben lassen und sich, nach Fertigstellung der Puppe 1, beim
Durchbiegen ihres Rumpfteils 6 etwas gegenüber den Runddrähten
60 und dem Verbindungselement 58 verschieben können.
Der Schulterteil 8 und der Beckenteil 14 sowie die Segmente 50
ebenso wie die übrigen Körperteile, d. h. der Kopf 12, ein Hals
teil 48, die Arme 10 und Beine 16, die Hände 22 und Füße 28 ein
schließlich der Gelenkelemente 32, bestehen beispielsweise aus
Massivholz. Die einzelnen Segmente 50 sind z. B. aus dünnen Holz
platten mit einer Stärke von 3 bis 4 mm ausgesägt, wobei sie ei
nen ovalen Umriß aufweisen (vgl. Fig. 5), dessen Abmessungen je
weils in etwa kongruent zu den Abmessungen des menschlichen Kör
pers an der Stelle ihrer Anbringung sind. Die Abmessungen der
Segmente 50 nehmen vom Beckenteil 14 aus nach oben zu bis zu ei
ner Taille 64 ab und dann bis zum Schulterteil 8 wieder zu, wo
bei die jeweils an das Beckenteil 14 bzw. an das Schulterteil 8
angrenzenden Segmente 50 etwa gleiche Abmessungen wie eine Ober
seite des Beckenteils 14 bzw. eine Unterseite des Schulterteils
8 aufweisen. Die Umfangsflächen 66 der Segmente 50 sind jeweils
in Richtung der Taille abgeschrägt, um einen glatteren Übergang
zwischen benachbarten Segmenten 50 zu erhalten.
Während die etwas größere Durchgangsbohrung 52 für das Verbin
dungselement 58 etwa in der Mitte der Segmente 50 angeordnet
ist, sind die beiden kleineren Durchgangsbohrungen 54, 56 für
die Runddrähte 60 auf entgegensetzten Seiten der Durchgangsboh
rung 52 etwa in der Mitte zwischen dieser und den Schmalseiten
der ovalen Segmente 50 angeordnet (Fig. 5).
Während die Runddrähte 60 vorzugsweise aus einem nichtrostenden
Metall mit einer guten Duktilität, wie beispielsweise Aluminium
oder Kupfer, bestehen, setzt sich das Verbindungselement 58 aus
zwei Stahldrähten 70, 72 zusammen (Fig. 8), die sich in unter
schiedlichen radialen Abständen konzentrisch um eine Längsachse
74 schrauben, wobei die Windungen jedes der beiden Drähte 70, 72
jeweils in den Zwischenräumen zwischen zwei Windungen des je
weils anderen Drahtes 72, 70 angeordnet sind und flächig gegen
diese anliegen. Während der innere Draht 70 als Runddraht ausge
bildet ist und einen kreisförmigen Querschnitt aufweist, ist der
Querschnitt des äußeren Drahtes 72 so gewählt, daß das Verbin
dungselement 58 jeweils zwischen den zwei benachbarten Windungen
des inneren Drahtes 70 eine zylindrische Außenfläche 68 auf
weist. Außerdem ist der äußere Draht 72 im Bereich seiner Anla
geflächen 76 an den benachbarten Windungen des Runddrahts 70 je
weils mit einer zu einem Umfangsflächensegment des Runddrahts
komplementären konkaven Hohlkehle versehen, um die Anlageflächen
76 zwischen den beiden Drähten 70, 72 zu vergrößern. Bei der
Herstellung des Verbindungselements 58 werden die beiden schrau
benförmig gewundenen Drähte 70, 72 vor dem Zusammenfügen in
Richtung der Längsachse 74 auseinandergezogen und gedehnt, so
daß sie nach dem Zusammenfügen und Entspannen an den Anlageflä
chen 76 gegeneinander gedrückt werden. Durch diese Konstruktion
wird zum einen verhältnismäßig gute Biegsamkeit des Verbindungs
elements 58 ohne die Notwendigkeit einer plastischen Verformung
gewährleistet, zum anderen stellt die Reibung zwischen den ge
geneinandergedrückten Anlageflächen 76 sicher, daß das Verbin
dungselement 58 eine Gestalt beibehält, in die es gebogen worden
ist. Aufgrund seiner guten Biegsamkeit und der Fähigkeit zur
Übertragung großer Drehmomente werden derartige schraubenförmig
gewundene Doppeldrähte 70, 72 im Maschinenbau als flexible Wel
len zwischen einem Drehantrieb und einem beweglichen Werkzeug
eingesetzt.
Sowohl das Verbindungselement 58 als auch die beiden Runddrähte
60 erstrecken sich über das oberste bzw. unterste Segment 50
hinaus in das Schulterteil 8 bzw. in das Beckenteil 14, in dem
auch die Stange 4 verankert ist, wobei die Stirnenden der Rund
drähte 60 lose in Aufnahmebohrungen 78 im Schulterteil 8 und im
Beckenteil 14 eingeführt sind, deren Durchmesser demjenigen der
Durchgangsbohrungen 54, 56 entspricht. Demgegenüber sind das un
tere und das obere Stirnende des Verbindungselements 58 mit Hil
fe von Halteschrauben 80 verankert, und zwar das untere Stirn
ende im Beckenteil 14 und das obere Stirnende entweder im Schul
terteil 8, wie in Fig. 3 dargestellt, oder im Kopf 12, wie in
Fig. 4 dargestellt. Das entsprechende Stirnende des Verbindungs
elements 58 erstreckt sich jeweils in eine als Sacklochbohrung
82 mit einem entsprechenden Durchmesser ausgebildete Aufnahme
öffnung im Körperteil 12 oder 8 bzw. 14. In den Boden der Sack
lochbohrung 82 mündet eine zur Sacklochbohrung 82 koaxiale Boh
rung 84 mit einem kleineren Durchmesser, welche die Sacklochboh
rung 82 jeweils mit einer weiteren koaxialen Sacklochbohrung 86
auf der entgegengesetzten Seite des Beckenteils 14, des Schul
terteils 8 bzw. des Kopfes 12 verbindet, von wo aus die Halte
schraube 80 durch eine auf dem Boden der Sacklochbohrung 86 an
geordnete Unterlegscheibe 88 und die Bohrung 84 hindurch in das
offene Stirnende des Verbindungselements 58 eingeschraubt ist.
Die Ganghöhe der zu ihrer Spitze hin etwas verjüngten Halte
schraube 80 mit Schneidgewinde entspricht in etwa der Ganghöhe
der Windungen des Verbindungselements 58, so daß eine gute Ver
ankerung der Halteschraube 80 gewährleistet ist. Die Halte
schrauben 80 dienen gleichzeitig auch dazu, das Beckenteil 14
und das Schulterteil zusammenzuziehen, um die Segmente 50 und
die Abstandhalter 62 nach der Montage in eng anliegende Berüh
rung zu bringen. Alternativ können die Stirnenden des Verbin
dungselements 58 jedoch auch durch Kleben oder auf andere Weise
in Bohrungen der zu den Segmenten 50 benachbarten Körperteile 8,
14 befestigt werden.
Bei dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel durchsetzt
das Verbindungselement 58 eine Bohrung 92 in dem zwischen dem
Kopf 12 und dem Schulterteil 8 angeordneten kugelförmigen Hals
teil 48 der Puppe 1, so daß neben einer begrenzten Drehung des
Kopfs 12 infolge der Biegsamkeit des Verbindungselements 58 und
wegen der sphärischen Anlageflächen 36 zwischen dem Halsteil 48
und dem Kopf 12 bzw. dem Schulterteil 8 auch ein Neigen des
Kopfs 12 in alle Richtungen ermöglicht wird. Die Sacklochbohrung
86 im Kopf 12 ist hier durch einen eingeleimten Holzstopfen 90
verschlossen.
Durch den kreisförmigen Querschnitt der Durchgangsbohrungen 52
in den Segmenten 50 und den kreisringförmigen Querschnitt des
Verbindungselements 58 sind die Segmente 50 um die Längsachse 74
des Verbindungselements 58 drehbar, wobei jedoch die durch die
Segmente 50 hindurch verlaufenden und die Segmente 50 miteinan
der koppelnden Runddrähte 60 die Drehbeweglichkeit auf einen
Wert begrenzen, der im wesentlichen der entsprechenden Drehbe
weglichkeit beim Menschen entspricht.
Durch die Biegsamkeit des Verbindungselements 58 und die Abstän
de zwischen den einzelnen Segmenten 50 kann der Rumpfteil 6 der
Puppe 1 aus seiner Haltung mit aufrechtem Oberkörper (Fig. 1)
heraus nach vorne, nach hinten sowie nach jeder der beiden Sei
ten (vgl. Fig. 2) gebogen werden, wobei sich die Runddrähte 60
in den Durchgangsöffnungen 54, 56 und den Aufnahmebohrungen 78
etwas verschieben. Die Biegebeweglichkeit kann durch eine ent
sprechende Wahl der Biegsamkeit des Verbindungselements 58
und/oder durch eine entsprechende Wahl der Abstände zwischen den
Segmenten 50, d. h. durch entsprechend dicke Abstandhalter 62, an
diejenige des menschlichen Rumpfs angepaßt werden. Um eine un
terschiedliche Biegsamkeit des menschlichen Rumpfs nach vorne
bzw. hinten nachzubilden, kann die Durchgangsbohrung 52 aus der
Mitte der Segmente 50 heraus etwas in Richtung der hinteren
Breitseite der Segmente 50 verschoben werden (nicht darge
stellt).
Claims (27)
1. Bewegliche Puppe in Form eines menschlichen Körpers oder
Torsos, insbesondere eine zum Studium von Körperhaltungen
dienende Modellpuppe mit beweglichen Körperteilen, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens ein Teil ihres Rumpfs (6)
aus mehreren im wesentlichen zueinander parallelen schei
benförmigen Segmenten (50) besteht, die im Abstand hinter
einander entlang eines langgestreckten biegsamen Verbin
dungselements (58) angeordnet sind, wobei benachbarte Seg
mente (50) um eine Längsachse (74) des Verbindungselements
(58) begrenzt gegeneinander verdrehbar sind.
2. Bewegliche Puppe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die einzelnen Segmente (50) um die Längsachse (74) des
Verbindungselements (58) drehbar auf dem Verbindungselement
(58) angebracht und mindestens mit den jeweils benachbarten
Segmenten (50) gekoppelt sind.
3. Bewegliche Puppe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die einzelnen Segmente (50) lose auf das Ver
bindungselement (58) aufgeschoben sind.
4. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (58) einen
kreisförmigen Querschnitt aufweist und geringfügig größer
dimensionierte Durchgangsöffnungen (52) mit kreisförmigem
Öffnungsquerschnitt in den Segmenten (50) durchsetzt.
5. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (58) mit seinen
entgegengesetzten Enden in Körperteilen (8, 12; 14) der
Puppe (1) verankert ist, welche jenseits des jeweils letz
ten Segments (50) angeordnet sind.
6. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (58) reversibel
verbiegbar ist.
7. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (58) von minde
stens einem schraubenförmig gebogenen Draht (70, 72) gebil
det wird.
8. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (58) aus zwei
gebogenen Drähten (70, 72) besteht, deren Windungen sich
abwechseln und koaxial zu einer Längsachse (74) des Verbin
dungselements (58) angeordnet sind.
9. Bewegliche Puppe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Windungen der beiden Drähte (70, 72) unter Druck
gegeneinander anliegen.
10. Bewegliche Puppe nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekenn
zeichnet, daß die beiden Drähte (70, 72) komplementäre An
lageflächen (76) aufweisen.
11. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (58) reversibel
plastisch verformbar ist.
12. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 11, gekenn
zeichnet durch mindestens ein Verdrehbegrenzungselement
(60), das ein Verdrehen benachbarter Segmente (50) in Bezug
zueinander um eine von einer Längsachse (74) des Verbin
dungselements (58) gebildete Drehachse über einen vorgege
benen Grenzwert hinaus verhindert.
13. Bewegliche Puppe nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
daß das Verdrehbegrenzungselement (60) mindestens einen
langgestreckten biegsamen Draht umfaßt, der sich parallel
zum Verbindungselement (58) durch die Segmente (50) hin
durch bis in angrenzende Körperteile (8, 14) der Puppe (1)
erstreckt.
14. Bewegliche Puppe nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet,
daß das Verdrehbegrenzungselement (60) als Runddraht ausge
bildet ist und Durchgangsbohrungen (54, 56) in den Segmen
ten (50) verschiebbar durchsetzt.
15. Bewegliche Puppe nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Verdrehbegrenzungselement (60) in minde
stens einem der angrenzenden Körperteile (8, 14) der Puppe
(1) längsverschiebbar befestigt ist.
16. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 13 bis 15, da
durch gekennzeichnet, daß auf zwei entgegengesetzten Seiten
des Verbindungselements (58) als Verdrehbegrenzungselement
(60) jeweils ein Draht im Abstand vom Verbindungselement
(58) angeordnet ist.
17. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen jeweils zwei benachbarten Seg
menten (50) mindestens ein Abstandhalter (62) angeordnet
ist.
18. Bewegliche Puppe nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abstandhalter (62) scheibenförmig ausgebildet sind
und jeweils eine Durchtrittsöffnung für das Verbindungsele
ment (58) aufweisen.
19. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch
gekennzeichnet, daß sich das Verbindungselement (58) durch
einen Teil der Puppe (1) erstreckt, der einem Teil des
menschlichen Körpers entspricht, durch den die Wirbelsäule
verläuft.
20. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch
gekennzeichnet, daß die Segmente (50) entlang eines Teils
des Rumpfs (6) der Puppe (1) angeordnet sind.
21. Bewegliche Puppe nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet,
daß die Segmente (50) entlang eines Teils des Rumpfs (6)
zwischen einem Schulterteil (8) und einem Beckenteil (14)
angeordnet sind.
22. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch
gekennzeichnet, daß die Segmente (50) jeweils einen äußeren
Umriß aufweisen, der einem Querschnittsumriß des menschli
chen Körpers oder Torsos an einer zugehörigen Stelle ent
spricht.
23. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch
gekennzeichnet, daß ein oberes Ende des Verbindungselements
(58) in einem Schulterteil (8) der Puppe (1) verankert ist.
24. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch
gekennzeichnet, daß ein oberes Ende des Verbindungselements
(58) im Kopf (12) der Puppe (1) verankert ist und ein Ab
biegen des Halses der Puppe (1) ermöglicht.
25. Bewegliche Puppe nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet,
daß das Verbindungselement (58) im Bereich des Puppenhalses
ein Halsteil (48) durchsetzt, das mindestens eine konvex
oder konkav gewölbte Oberfläche (34) aufweist, die einer im
wesentlichen komplementären konkav bzw. konvex gewölbten
Oberfläche im Kopf (12) und/oder in einem Schulterteil (8)
gegenüberliegt.
26. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 25, dadurch
gekennzeichnet, daß ein unteres Ende des Verbindungsele
ments (58) in einem Beckenteil (14) der Puppe (1) verankert
ist.
27. Bewegliche Puppe nach einem der Ansprüche 1 bis 26, dadurch
gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (58) an seinen
entgegengesetzten Enden mit Halteschrauben (80) verankert
ist, die jeweils durch eine Bohrung in dem zur Verankerung
dienenden Körperteil (8, 12; 14) hindurch in einen axialen
Längskanal des Verbindungselements (58) eingeschraubt sind.
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Patent Citations (4)
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