DE19715795A1 - Türaufprallträger - Google Patents
TüraufprallträgerInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Türaufprallträger als Ver
stärkungsbauteil für Türen von Personenkraftfahrzeugen.
Türaufprallträger dienen dem Schutz der Pkw-Insassen vor
Verletzungen bei einem Seitenaufprall. In Abhängigkeit
von der Stabilität der Türgrundkonstruktion sollen sie
eine hohe Steifigkeit quer zur Fahrtrichtung aufweisen.
Andererseits darf ein Türaufprallträger bei einem Fron
talzusammenstoß nicht zum Verkeilen der Fahrzeugtür füh
ren, da ansonsten die Tür nicht mehr bzw. nicht schnell
genug geöffnet werden kann.
Bei Türaufprallträgern bekannter Bauart wird eine hohe
Steifigkeit in der Regel durch den Einsatz von Rohren aus
hochfestem Material erreicht. Damit nach einem Frontalzu
sammenstoß die Tür nicht durch den starren Türaufprall
träger verkeilt wird, wird dieser nicht direkt mit dem
Türrahmen verschweißt. Der Einbau in der Tür erfolgt ent
weder über angeschweißte Blechlaschen oder mittels
Schrauben als Sollbruchstelle, so daß es bei einem Fron
talzusammenstoß zum Abscheren kommt.
Während bei der Festlegung eines Türaufprallträgers mit
tels Blechlaschen eine gleichmäßige Krafteinleitung ge
währleistet ist, ist bei der Einschraublösung eine zu
sätzliche Verstärkung des Türrahmens notwendig.
Zur Gewichtsoptimierung eines Türaufprallträgers ist man
bestrebt, eine Anpassung des Widerstandsmomentenverlaufs
an den Biegemomentenverlauf zu erreichen. Dies kann bei
einem Türaufprallträger mit angeschweißten Laschen teil
weise realisiert werden. Bei einem eingeschraubten Tür
aufprallträger ist dies nicht möglich.
Neben Türaufprallträgern aus Rohren gibt es auch solche
aus Blechprofilen. Diese werden häufig aus konventionel
lem Ziehblech gefertigt, wobei zur Erzielung des erfor
derlichen Widerstandsmoments großflächige und damit
schwere Konstruktionen erforderlich sind.
Profil-Türaufprallträger aus hochfestem Material werden
nach dem Umformprozeß einer zusätzlichen Wärmebehandlung
unterzogen. Dies ist jedoch mit hohen Werkzeug- und Vor
richtungskosten verbunden. Demgemäß ist die Fertigung der
Türaufprallträger kostenmäßig aufwendig.
Der Erfindung liegt ausgehend vom Stand der Technik die
Aufgabe zugrunde, einen wirtschaftlich zu fertigenden
Türaufprallträger mit hoher Quersteifigkeit zu schaffen,
bei dem die Gefahr eines Verkeilens der Fahrzeugtür nach
einem Frontalaufprall verringert ist.
Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung in
den Merkmalen des Anspruchs 1.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des er
findungsgemäßen Grundgedankens bilden Gegenstand der ab
hängigen Ansprüche 2 bis 4.
Kerngedanke der Erfindung bildet die Maßnahme, einen Tür
aufprallträger aus einem Rohr zu fertigen mit einem end
seitig angeformten definierten Verformungsbereich, an den
sich eine Anschlußfläche zur Festlegung in der Tür eines
Kraftfahrzeugs einteilig angliedert.
Auch wenn es grundsätzlich denkbar ist, nur ein Ende
eines Türaufprallträgers mit einem Verformungsbereich zu
versehen, ist es zweckmäßig, an beiden Enden eines Tür
aufprallträgers einen Verformungsbereich mit angeglieder
ter Anschlußfläche auszubilden.
Erfindungsgemäß wird so ein einteiliger Türaufprallträger
aus einem Rohr geschaffen, welcher an beiden Enden einen
definierten Verformungsbereich mit angeformten Anschluß
flächen aufweist. Damit besitzt der Türaufprallträger
eine vorbestimmte, der Steifigkeit des Kraftfahrzeugs an
gepaßte Nachgiebigkeit. Bei einem Frontalaufprall des
Kraftfahrzeugs vollzieht sich eine Energieumwandlung im
Verformungsbereich, so daß ein Verkeilen des Türaufprall
trägers zwischen der A- und B-Säule des Kraftfahrzeugs
vermieden wird.
Die Erfindung leistet damit einen weiteren Beitrag zur
Erhöhung der passiven Sicherheit einer Fahrzeugzelle.
Ferner bringt der erfindungsgemäße Türaufprallträger auf
grund seiner kostengünstigen, hochautomatisierten Ferti
gung wirtschaftliche Vorteile mit sich. Zudem kann auch
das Gewicht eines Türaufprallträgers verringert werden.
Material und Abmessungen des Rohrs werden den Erforder
nissen hinsichtlich eines wirksamen Seitenaufprall
schutzes und der Einbausituation in der Kraftfahrzeugtür
angepaßt. Hierbei wird die Ausgestaltung der Anschlußflä
chen sowie des Verformungsbereichs jeweils auf die Kon
struktion einer Fahrzeugtür und der Steifigkeit des Ge
samtfahrzeugs angepaßt.
Der erfindungsgemäße einteilige Türaufprallträger wird an
den Anschlußflächen in den Türrahmen eingeschweißt. Dies
kann rationell und kostengünstig durch eine dauerwechsel
feste Punktverschweißung erfolgen.
Das Rohr des Türaufprallträgers besteht vorzugsweise aus
hochfestem Material.
Im Verformungsbereich zwischen Rohr und Anschlußfläche
ist die Festigkeit des Türaufprallträgers gezielt verrin
gert (Anspruch 2). Dies kann grundsätzlich durch eine fe
stigkeitsverringernde Querschnittsgestaltung des Verfor
mungsbereichs erfolgen. Eine andere Möglichkeit, dem Ver
formungsbereich das gewünschte Nachgiebigkeitsverhalten
zu verleihen, besteht in einer Wärmebehandlung. Dabei er
folgt eine spezifische werkstoffgerechte Erwärmung des
Werkstoffs im Verformungsbereich mit einer anschließenden
Abkühlung. Die Abkühlung erfolgt zweckmäßigerweise lang
sam in der Umgebungsluft, um einen möglichst spannungs
armen Zustand mit gutem Formänderungsvermögen im Verfor
mungsbereich zu erzielen.
Der Verformungsbereich kann wie vorstehend angeführt
durch eine entsprechende geometrische Ausgestaltung vor
bestimmt werden. Hierbei wird der Verformungsbereich so
ausgestaltet, daß ein Nachgiebigkeitsverhalten bei axi
aler Krafteinleitung gegeben ist. Vorteilhafterweise geht
der Türaufprallträger vom Rundquerschnitt im Rohr auf
einen Profilquerschnitt im Verformungsbereich über. Hier
bei ist der Querschnitt des Verformungsbereichs gegenüber
dem Querschnitt des Rohrs reduziert. Dies kann durch
einen Profilschnitt oder eine geeignete Einschnürung er
folgen. Denkbar ist auch eine faltenartige Ausbildung im
Verformungsbereich.
Insbesondere beim Einsatz eines nicht vergüteten Rohrs
zur Herstellung eines Türaufprallträgers bietet es sich
an, den Verformungsbereich durch eine geometrische Ausge
staltung zu definieren, wodurch die gewünschte geringere
Festigkeit erzielt wird.
Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist der mittlere
Querschnitt des Verformungsbereichs gegenüber dem Quer
schnitt des Rohrs reduziert (Anspruch 3). Die Quer
schnittsreduzierung im Verformungsbereich gegenüber dem
Querschnitt des Rohrs liegt vorteilhafterweise zwischen
50% und 90%.
Eine direkte Anbindung des Türaufprallträgers in der Rah
menkonstruktion der Kraftfahrzeugtür ist über die An
schlußflächen möglich. Dazu weisen die Anschlußflächen
seitlich über die Breite des Verformungsbereichs überste
hende Abschnitte auf (Anspruch 4). Zweckmäßigerweise wird
eine Anschlußfläche durch eine laschenartige Umformung
eines Endes des Türaufprallträgers gebildet. Hierbei wird
das Ende zunächst geschlitzt, anschließend aufgeweitet
und umgeformt.
Die Fertigung eines erfindungsgemäßen Türaufprallträgers
vollzieht sich rationell im wesentlichen in zwei Schrit
ten. Zunächst wird das Rohr des Türaufprallträgers auf
die erforderliche Länge getrennt. Hieran schließt sich
die Ausformung der Verformungsbereiche mit den Anschluß
flächen an. Man erhält einen einteiligen Türaufprallträ
ger.
Bei bauteilkonstruktiver Gestaltung der Anschlußflächen
und der Verformungsbereiche fallen keine oder nur geringe
Schnittabfälle an.
Bei einem Türaufprallträger tritt das maximale Biegemo
ment im mittleren Bereich des Rohrs auf. Die Nutzung der
Rohrenden zur Ausformung der Anschlußflächen bringt daher
keinerlei Nachteile bezüglich des Seitenaufprallschutzes
mit sich. Vielmehr werden die bei bisherigen Varianten
benötigten zusätzlichen Versteifungselemente hier aus an
sonsten überschüssigem Material ausgeformt. Auf zusätzli
che Fügevorgänge kann verzichtet werden.
Der erfindungsgemäße Türaufprallträger weist eine hohe
Steifigkeit quer zur Fahrtrichtung mit entsprechendem
Energieabsorptionsvermögen auf bei gleichzeitiger defi
nierter endseitiger Nachgiebigkeit, wobei die Kraftein
leitungsfläche der Stabilität des Türrahmens angepaßt
ist.
Weiterhin vorteilhaft ist, daß eine direkte Türanbindung
des Türaufprallträgers über die Anschlußflächen vorgenom
men werden kann. Dies erlaubt eine rationelle, kostengün
stige Montage in der Türrahmenkonstruktion.
Der Türaufprallträger zeichnet sich ferner durch sein ge
ringes Gewicht aus, so daß ein weiterer Beitrag zum
Leichtbau im Automobilbau geleistet wird. Auch hinsicht
lich seines Materialeinsatzes und seiner Fertigungskosten
ist der erfindungsgemäße Türaufprallträger vorteilhaft.
Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeich
nungen dargestellten Ausführungsbeispiels beschrieben.
In den Fig. 1 und 2 ist der endseitige Bereich eines
Türaufprallträgers 1 in der Seitenansicht und in der
Draufsicht dargestellt.
Der Türaufprallträger 1 besteht aus einem Rohr 2 mit
einem endseitig angeformten Verformungsbereich 3, an den
sich eine Anschlußfläche 4 einteilig angliedert.
Im Verformungsbereich 3 weist der Türaufprallträger 1
eine vordefinierte Nachgiebigkeit auf. Diese ist durch
eine gezielte Veringerung der Festigkeit im Verformungs
bereich 3 gegenüber der Festigkeit des Rohrs 2 reali
siert. Auf diese Weise kann ein Verkeilen der Kraftfahr
zeugtür durch den Türaufprallträger 1 bei einem Frontal
aufprall eines Kraftfahrzeugs vermieden werden.
Der Verformungsbereich kann im Abschnitt V frei definiert
werden. Er wird hierbei auf den jeweiligen Anwendungsfall
abgestimmt und ist im wesentlichen von der Türrahmenkon
struktion und der Anschlußgeometrie in der Kraftfahrzeug
tür abhängig.
Beim Einsatz von hochfestem Werkstoff wird der Verfor
mungsbereich 3 zwischen Rohr 1 und Anschlußfläche 4 ge
zielt erwärmt mit abgestimmtem Temperatur- und Zeitver
lauf und in der Umgebungsluft abgekühlt. Hierdurch ver
liert der Werkstoff im Verformungsbereich 3 seine hohe
Festigkeit.
Zusätzlich erhält der Verformungsbereich 3 eine festig
keitsvermindernde Querschnittsgeometrie.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel geschieht dies durch
einen Profilschnitt 5. Hierdurch geht der runde Quer
schnitt QR auf einen Profilquerschnitt QV im Verformungs
bereich 3 über.
Der Profilschnitt 5 weist in Bildebene der Fig. 2 gese
hen einen vertikalen Abschnitt 6 auf, an den sich ein ho
rizontaler Abschnitt 7 anschließt. Durch den Profil
schnitt 5 ist der mittlere Querschnitt QV des Verfor
mungsbereichs 3 gegenüber dem Querschnitt QR des Rohrs 2
reduziert. Hierdurch wird das Widerstandsmoment im Ver
formungsbereich 3 reduziert und die gewünschte Nachgie
bigkeit im Endbereich des Türaufprallträgers 1 erzielt.
An den Verformungsbereich 3 schließt sich einteilig die
Anschlußfläche 4 an. Zur Herstellung der Anschlußfläche 4
ist das Ende B des Ausgangsrohrs zunächst geschlitzt und
anschließend in der Ebene flächig umgeformt worden. Hier
durch weist die Anschlußfläche 4 seitlich über die Breite
BV des Verformungsbereichs 3 überstehende Abschnitte 9,
10 auf.
Wie aus der Fig. 1 zu erkennen ist, geht der Verfor
mungsbereich 3 über eine obere Schräge 11 und eine untere
Schräge 12 in die Anschlußfläche 4 über. Über die An
schlußfläche 4 kann der Türaufprallträger 1 direkt in
einen Türrahmen eingeschweißt werden.
1
Türaufprallträger
2
Rohr
3
Verformungsbereich
4
Anschlußfläche
5
Profilschnitt
6
vertikaler Abschnitt v.
5
7
horizontaler Abschnitt v.
5
8
Ende
9
seitlicher Abschnitt v.
4
10
seitlicher Abschnitt v.
4
11
Schräge
12
Schräge
QR
QR
Querschnitt v.
2
QV
Querschnitt v.
3
BV
Breite v.
3
V Abschnitt
Claims (4)
1. Türaufprallträger, bestehend aus einem Rohr (2) mit
einem endseitig angeformten Verformungsbereich (3),
an den sich eine Anschlußfläche (4) zur Festlegung in
der Tür eines Kraftfahrzeugs einteilig angliedert.
2. Türaufprallträger nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß der Verformungsbe
reich (3) eine gegenüber dem Rohr (2) gezielt verrin
gerte Festigkeit besitzt.
3. Türaufprallträger nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der
mittlere Querschnitt (QV) des Verformungsbereichs (3)
gegenüber dem Querschnitt (QR) des Rohrs (2) redu
ziert ist.
4. Türaufprallträger nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die
Anschlußfläche (4) seitlich über die Breite (BV) des
Verformungsbereichs (3) überstehende Abschnitte (9,
10) aufweist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997115795 DE19715795A1 (de) | 1997-04-16 | 1997-04-16 | Türaufprallträger |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997115795 DE19715795A1 (de) | 1997-04-16 | 1997-04-16 | Türaufprallträger |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19715795A1 true DE19715795A1 (de) | 1998-10-22 |
Family
ID=7826632
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997115795 Withdrawn DE19715795A1 (de) | 1997-04-16 | 1997-04-16 | Türaufprallträger |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19715795A1 (de) |
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- 1997-04-16 DE DE1997115795 patent/DE19715795A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8130 | Withdrawal |