Die Erfindung betrifft ein Anbauteil, insbesondere einen
vorderen oder hinteren Stoßfänger, eines Kraftfahrzeuges
nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Ein solches Anbauteil ist beispielsweise aus JP 071 37 585A
bekannt.
Bei einem gattungsgemäßen Anbauteil beschäftigt sich die Er
findung mit dem Problem, bei einer aufprallbedingten Kraft
einleitung ein Verformen der Kraftfahrzeugteile, an denen
das Anbauteil angebunden ist, bis zu einem möglichst hohen
Maß an Aufprallenergie zu vermeiden.
Eine Lösung hierzu zeigt ein gattungsgemäßes Anbauteil mit
den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruchs 1 auf.
Zweckmäßige Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprü
che.
Die Erfindung beruht auf dem Gedanken, das Anbauteil ledig
lich an demjenigen Ende, das dem einem möglichen Aufprall
ausgesetzten Ende gegenüber liegt, unablösbar an einem Trä
gerteil des Kraftfahrzeuges anzubinden, während der übrige
Bereich gegenüber dem Träger an dem Kraftfahrzeug ausklinkbar
sein soll. Dabei soll sich der ausklinkende Bereich bogenar
tig verformen und hierbei möglichst viel Verformungsenergie
zum Abbau von Aufprallenergie aufnehmen. Die das vorstehend
beschriebene Ausklinken ermöglichende Befestigungsart wird
durch in das Anbauteil eingebrachte, geneigt verlaufende Nu
ten derart vorgenommen, daß in den Nutbereichen kein schar
nierartiges Ausknicken des Anbauteiles bei einer aufprallbe
dingten Verformung erfolgen kann. Durch die geneigte Anbrin
gung der Befestigungsnuten ist in Längsrichtung des Anbautei
les bei der Befestigung an einem Teil des Kraftfahrzeuges ein
gewisser Toleranzausgleich in Längsrichtung möglich, wenn die
Befestigungsmittel an dem Ende des Anbauteiles mit der um
fangsmäßig geschlossenen Ausnehmung hierzu entsprechend aus
gebildet sind. Eine solche Ausbildung wird in einfachster
Weise durch beispielsweise eine langlochartige Befestigungs
mittel-Ausnehmung erreicht.
Durch die geneigt angeordneten Befestigungs-Nuten ist das An
bauteil gegenüber dem Träger, an dem es angebunden ist, in
einem in Längsrichtung unverschobenen, das heißt durch einen
von einem Aufprall in Längsrichtung noch unbeeinflußten, Zu
stand stabil und ausknicksicher fixiert.
Besonders vorteilhaft wirkt sich die Erfindung bei einem U-
förmigen Anbauteil aus, bei dem die Ausnehmungen innen in den
freien Schenkeln liegen und ein Aufprall in Richtung der
Schenkel abzufangen ist, der auf den geschlossenen U-Bereich
des Anbauteiles erfolgt ist.
Ein Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt.
Es zeigen
Fig. 1 eine Seitenansicht auf einen Heck-Stoßfänger an einem
Kotflügel eines Kraftfahrzeuges,
Fig. 2 eine Draufsicht auf einen Seitenflansch des Stoßfän
gers nach Fig. 1 mit angedeuteten Haltestiften eines
den Stoßfänger an einem Kraftfahrzeug aufnehmenden,
in dieser Figur nicht dargestellten Trägers,
Fig. 3 einen Schnitt durch eine Befestigungsstelle an dem
Stoßfänger nach Linie III-III in Fig. 1,
Fig. 4 einen Schnitt durch Befestigungsstellen des Stoßfän
gers nach den Linien IV-IV in Fig. 1,
Fig. 5 die Darstellung eines Stoßfängerflansches nach Fig. 1
in einer nach einem Aufprall auf den geschlossenen U-
Bereich des Stoßfängers ausgescherten Zustand bei
gleichzeitiger Andeutung des unverformten Zustandes
mit unterbrochenen Linien,
Fig. 6 einen Schnitt durch eine Befestigungsstelle des Sei
tenflansches des Stoßfängers nach den Linien IV-IV in
Fig. 1 bei einem nach Fig. 5 verformten Zustand des
Stoßfängers.
Ein Heck-Stoßfänger 1 ist in einer in Fig. 1 dargestellten
bestimmten Zuordnung zu dem Heck-Kotflügel 2 eines Fahrzeuges
angeordnet. Der Stoßfänger 1 besitzt insgesamt die Form eines
U und setzt sich zusammen aus zwei frei auslaufenden Flan
schen 3, die als die freien Schenkel des U zu betrachten
sind. Der geschlossene Bereich des U ist der geschlossene
Verbindungsbereich des Stoßfängers 1. Im vorliegenden Bei
spiel wird angenommen, daß dieser Bereich einer mit einem
Pfeil F angegebenen Aufprallenergie ausgesetzt ist.
Dabei sind die Flansche 3 des Stoßfängers 1 an dem jeweiligen
Kotflügel 2 mit einer Befestigungsschiene 4 des Kraftfahrzeu
ges befestigt. Diese Befestigung erfolgt in dem gezeigten
Ausführungsbeispiel durch in die Befestigungsschiene 4 ein
greifende Schrauben 5, die durch Befestigungsaufnahmen in der
Form von Ausnehmungen in einerseits dem Kotflügel 2 und ande
rerseits in dem Stoßfänger-Flansch 3 hindurchgeführt sind.
Bei angezogenen Schrauben 5 sind der Kotflügel 2 und der
Stoßfänger-Flansch 3 kraftschlüssig miteinander verbunden.
In dem Stoßfänger-Flansch 3 sind zwei Arten von Ausnehmungen
vorgesehen. Die eine Art besteht aus einer geschlossenen Aus
nehmung in der Form beispielsweise eines Langloches 6 am Ende
des Stoßfänger-Flansches 3. Anstelle eines einzigen Langlo
ches 6 können in dem Endbereich eines Stoßfänger-Flansches 3
auch mehrere vorgesehen sein.
Im übrigen Bereich des Stoßfänger-Flansches 3, das heißt au
ßerhalb von dessen freiem Endbereich, sind die Ausnehmungen
in der Form von nach innen offen auslaufenden Nuten 7 ausge
bildet. Diese Nuten 7 sind in der von dem Flansch 3 des Stoß
fängers 1 zusammen mit dessen nicht gezeichneten Gegenflansch
des U-förmigen Stoßfängers 1 aufgespannten Ebene gegenüber
dem geschlossenen Stoßfängerbereich um einen Winkel α ge
neigt. Diese Neigung beträgt vorteilhafterweise etwa α 40°.
Die Art, in der ein in der vorbeschriebenen Form befestigter
Stoßfänger 1 in seinen Flanschbereichen bei einem Heckauf
prall, wie er mit dem Pfeil F angedeutet ist, ausschert,
zeigt die Fig. 5. Den Zustand der Befestigung der Stoßfänger-
Flansche 3 in den Bereichen IV-IV bei einem nach Fig. 5 aus
gescherten Flanschbereich zeigt die Fig. 6.
Die Nuten 7 besitzen einen V-förmigen Öffnungsquerschnitt.
Die Form des Öffnungsquerschnittes kann selbstverständlich
auch eine andere sein.
Kraftmessungen bei 15 km/h haben bei einem erfindungsgemäß
ausgebildeten und befestigten Stoßfänger bei einem 40%-
Offset-Heckaufprall eine deutlich reduzierte Krafteinleitung
in die rohbauseitige Karosseriewandung des Fahrzeuges erge
ben. In einem entsprechend durchgeführten Versuch konnte eine
dreifache Reduzierung gegenüber einer festen Verbindung er
zielt werden.