DE19713207A1 - Richtvorrichtung für Lagenmaterial, insbesondere Papier - Google Patents
Richtvorrichtung für Lagenmaterial, insbesondere PapierInfo
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- B65H—HANDLING THIN OR FILAMENTARY MATERIAL, e.g. SHEETS, WEBS, CABLES
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, mit welcher biege
flexible bzw. elastische Materialien zur Erzielung einer
gewünschten spannungsfreien Form, wie einer Planform, bear
beitet werden können. Solche Materialien können konstant
dicke Substrate oder andere walzbare Werkstoffe sein, die in
einzelnen Zuschnitten oder als endlose Materialbahn bearbei
tet werden.
Papier hat z. B. dadurch, daß es zur Rolle aufgewickelt als
Materialspeicher zur Verfügung gestellt wird, eine Rollnei
gung, d. h., daß ein plan ausgelegter Teil der Materialbahn
unter inhärenter Biegespannung steht und daher der Material
teil bei Freigabe von äußeren Kräften zur Krümmung oder zum
Aufrollen neigt, um die Spannungen abzubauen. Es kann aber
auch erforderlich sein, einen spannungsfrei planliegenden
Materialteil so zu richten bzw. zu bearbeiten, daß er eine
Krümmungslage einnimmt. In jedem Fall wird beim Richten eine
vorgegebene Spannung dadurch gebrochen, daß das Material an
derjenigen Flächenseite, zu welcher es hin gekrümmt werden
soll, relativ zu einer Richtfläche bewegt wird, wobei das
Material im Berührungsbereich mit der Richtfläche einen
Umschlingungswinkel bestimmt, welcher durch die Lage einer
zur Richtfläche benachbarten Umlenkung oder Führung für das
Material bestimmt ist. Diese Umlenkung kann strom
auf- und/oder stromabwärts von der Richtfläche vorgesehen sein.
Zur Änderung des Umschlingungswinkels oder zur wahlweisen
Bearbeitung beider Flächenseiten des Materiales sind die
Umlenkanordnung und die Richtflächenanordnung zweckmäßig
gegeneinander verstellbar. Hierzu kann die Richtfläche so an
dem Vorrichtungsgestell gelagert sein, daß sie während der
gesamten Richtarbeit gegenüber der Umlenkung verstellt werden
kann, z. B. um aufeinanderfolgende Materialteile mit sich
laufend ändernder Rollneigung in dieselbe, spannungsfreie
Planform o. dgl. zu überführen. Allerdings kann sich durch
eine solche Verstellbarkeit eine raumaufwendige Ausbildung
mit komplizierter Steuerung und trägen Steuerbewegungen
ergeben, was das schnelle Reagieren auf unterschiedliche
Rollneigungen oder andere Eigenschaften des Materials er
schwert. Ist die Länge des im Querschnitt frei bzw. gerad
linig zwischen der Richtfläche und der Umlenkfläche gespann
ten Materialabschnittes größer als der Umlenkradius der
Umlenkfläche, so ergeben sich ebenfalls die genannten Nach
teile und außerdem kann dieser Materialabschnitt bei hohen
Laufgeschwindigkeiten schwingen, was die Güte der gleich
mäßigen Bearbeitung beeinträchtigt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Richtvorrich
tung zu schaffen, bei welcher Nachteile bekannter Ausbildun
gen bzw. der beschriebenen Art vermieden sind und die insbe
sondere bei einfacher Ausbildung vielfältig unterschiedliche
Spannungseinleitungen in das Material ermöglicht.
Erfindungsgemäß begrenzen die z. B. durch die Umlenkfläche und
die Richtfläche gebildeten Leitflächen als Spaltbegrenzungen
einen verhältnismäßig engen Durchlaßspalt für das Material,
der das Material vorzugsweise preßspannungsfrei durchläßt
bzw. in seiner Spaltweite o. dgl. so veränderlich ist, daß er
bei Umschlingung der Richtfläche durch das Material eine
gegenüber dem genannten Umlenkradius mehrfach kleinere
geringste Spaltweite aufweist. Diese Spaltweite ist z. B. in
einer durch das Zentrum der Richtfläche bzw. des Um
schlingungswinkels gehenden Axialebene der Umlenkung zu
messen. Die geringste Spaltweite kann auch kleiner als die
Hälfte, ein Viertel oder ein Zehntel des Umlenkradius bzw.
kleiner als das 50- oder 30-fache der Dicke des Materiales
sein, so daß die freie Laufstrecke zwischen den beiden
Leitflächen höchstens so groß wie der Umlenkradius oder
demgegenüber entsprechend einem der angegebenen Werte kleiner
ist.
Zwar kann auch hier während des Arbeitsbetriebes die Richt
fläche verstellt werden, jedoch ist es besonders zweckmäßig,
wenn dabei nur die Umlenkung quer zur Umlenkachse verstellt
wird, weil sich dadurch relativ kleine maximale Stellwege
sowie Stellzeiten ergeben. Die Umlenkfläche kann so tangen
tial an die Ebene einer an die Richtfläche anschließenden
Flankenfläche angestellt und der Tangentialpunkt von einer
Lage außerhalb der Flankenfläche und der Richtfläche gegen
überliegend stufenlos bis in den Bereich der Flankenfläche
und hinter der Richtfläche verändert werden. Dies ergibt sich
insbesondere, wenn die zugehörige Stellachse außerhalb der
Umlenkachsen der stromaufwärts bzw. stromabwärts zur Richt
fläche nächsten Umlenkfläche liegt und daher durch die
Stellbewegung die Spaltweite des Durchlaßspaltes geringfügig
verändert wird.
Eine nachfolgend zu bearbeitende Papierbahn wird zweckmäßig
mit ihrem vorderen Ende überlappend am hinteren Ende einer
vorauslaufenden Papierbahn, z. B. mit einem Klebstreifen,
befestigt, bevor diese Enden oder die Nahtstelle die Bearbei
tungsstation erreichen. Wird die Nahtstelle mit Krümmung bzw.
Umschlingungswinkel durch den Bearbeitungseingriff an der
Richtfläche o. dgl. geführt, so kann sie leicht reißen. Die
Leitflächen sind daher für den Durchlauf der Nahtstelle in
einer sehr kurzzeitigen Impulsbewegung so gegeneinander
einstellbar, daß die Nahtstelle an einer oder beiden Leit
flächen ohne Krümmung oder sogar Berührung vorbeigeführt
werden kann und daher diese Art der Beschädigung aus
geschlossen ist.
Obwohl die Vorrichtung zum Richteingriff nur an einer einzi
gen Flächenseite des Lagenmaterials ausgebildet sein kann,
ist sie zweckmäßig zum alternierenden Richteingriff in beide
Flächenseiten ausgebildet. Dafür sind zwei gesonderte Umlenk
flächen gemeinsam sowie zwei gesonderte Richtflächen geson
dert gegenüber dem Vorrichtungsgestell sowie gegeneinander
verstellbar. Die hierfür vorgesehenen Umlenkflächen einer
seits sowie die Richtflächen andererseits sind einander
zugekehrt und können mit einem kleinsten Abstand voneinander
liegen, welcher höchstens so groß wie der Umlenkradius oder
kleiner ist. Die Umlenkflächen können durch Rotationsflächen
oder Walzen gebildet sein, deren lichter Zwischenabstand,
gemessen in ihrer gemeinsamen Axialebene, kleiner als ihr
Radius ist. An beiden Umlenkflächen und an der Richtfläche
kann das Material gleichzeitig geführt und daher abwechselnd
in entgegengesetzten Richtungen gekrümmt sein.
Erfindungsgemäß ist eine Absaugung vorgesehen, mit welcher
insbesondere im Bereich der Leitflächen oder des Durchlauf
spaltes Partikel aus Staub, Papier o. dgl. kontinuierlich
abgesaugt werden können. Eine an den Durchlaßspalt oder die
Leitflächen angrenzende Saugöffnung bzw. Saugmündung weist
zweckmäßig in Axialansicht eine von der Kreisform abweichende
Form, insbesondere langgestreckte Form auf, so daß in der
zugehörigen Spaltbegrenzung nur eine einzige, über die
gesamte Spaltlänge reichende Saugöffnung erforderlich ist.
Gegenüber auch denkbaren, im Raster angeordneten Einzel
öffnungen, ist eine solche Ausbildung wesentlich einfacher
herzustellen.
Die Richtfläche ist zweckmäßig an einem platten- bzw.
leistenförmigen oder ähnlichen Wendekörper angeordnet, der
als Einsatz ohne seine oder die Zerstörung von Befestigungs
mitteln auswechselbar sowie so in gewendeten Stellungen
wieder einzusetzen ist, daß jeweils eine weitere von drei,
vier oder mehr seiner Richtflächen für den Arbeitseingriff in
das Material angeordnet ist. Diese alternierend arbeitenden
Richtflächen können somit einteilig ausgebildet sein. Die
Richtfläche kann aber statt durch eine Kantenfläche auch
durch eine Rotationsfläche, beispielsweise einen Rundstab
gebildet sein.
Zum leichten Auswechseln des Richtkörpers, ggf. gemeinsam mit
einem Tragkörper, wie einer Tragstange, ist dessen Befesti
gung gegenüber dem Vorrichtungsgestell für den radialen
Ausbau geeignet, d. h. für den Ausbau quer zur Längsrichtung
der Richtfläche bzw. zur Breitenrichtung des Materiales. Der
Ausbau oder das Auswechseln kann daher auch dann erfolgen,
wenn das Material die Vorrichtung bestimmungsgemäß durch
setzt. Gleiches gilt auch für die Umlenkanordnung bzw. den
einzelnen Umlenkkörper.
In weiterer Ausbildung der Erfindung sind die Leitflächen
gegeneinander bzw. gegenüber dem Material oder dessen Lauf
richtung schräg einstellbar, insbesondere in Ansicht recht
winklig zur Längsrichtung der Leitflächen, so daß über die
Materialbreite sich ändernde Umschlingungswinkel bzw. Spalt
weiten des Durchlaßspaltes erzielt werden können. Diese
Verstellung ist während des Arbeitsbetriebes möglich.
Diese und weitere Merkmale der Erfindung gehen auch aus der
Beschreibung und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen
Merkmale jeweils für sich allein oder zu mehreren in Form von
Unterkombinationen bei einer Ausführungsform der Erfindung
und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte
sowie für sich schutzfähige Ausführungen darstellen können,
für die hier Schutz beansprucht wird. Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden
im folgenden näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine Richtvorrichtung für eine mehrlagige
Materialbahn in Seitenansicht,
Fig. 2 eine Einzel-Richtvorrichtung der Anordnung
gemäß Fig. 1 in teilweise geschnittener
Ansicht von rechts,
Fig. 3 einen Schnitt durch die Richtwerkzeuge gemäß
Fig. 2,
Fig. 4 einen Richtkörper gemäß den Fig. 2 und 3 in
Ansicht,
Fig. 5 den Richtkörper gemäß Fig. 4 im Längsschnitt,
Fig. 6 einen Ausschnitt der Fig. 3 im Querschnitt
durch den Richtkörper sowie in vergrößerter
Darstellung,
Fig. 7 den Sauganschluß des Richtkörpers im Aus
schnitt,
Fig. 8 die Lagerung eines Endes des Richtkörpers im
Querschnitt,
Fig. 9 die Lagerung des anderen Endes des Richtkör
pers im Querschnitt und
Fig. 10 eine weitere Ausführungsform einer Ein
zel-Richtvorrichtung in einer ausschnittsweisen
Darstellung entsprechend Fig. 1.
Mehrere Richtvorrichtungen 1 sind gemäß Fig. 1 horizontal
unmittelbar hintereinander mit gegenüber dem Raumbedarf für
eine Richtvorrichtung 1 kleineren Zwischenabständen in einer
Richtstation 2 angeordnet, um jeweils ein gesondertes Lagen
material 3 in einem Arbeitsbereich zu bearbeiten. In diesen
Arbeitsbereichen der gleichen Vorrichtungen 1 haben die
Materialien 3 parallele, schräg nach unten geneigten Lauf
richtungen 4 in zueinander parallelen Laufebenen 5. Jede der
Vorrichtungen 1 ist als Einzelmodul für sich leicht lösbar an
einem Gestell 6 angeordnet. Eine mehrlagige Materialbahn 7
aus den zunächst deckungsgleich aufeinander liegenden Mate
rialien 3 wird horizontal und oberhalb der Vorrichtungen 1
der Station 2 von gesonderten Rollenspeichern unmittelbar
zugeführt, zunächst an einer Umlenkung 9 ausgerichtet und
dann stromabwärts davon werden die einzelnen Materialien 3
aufeinanderfolgend an jeweils einer oberen Umlenkung 8 aus
der Bahn 7 abgelenkt und der zugehörigen Vorrichtung 1
unmittelbar gestreckt zugeführt. Vom Arbeitsbereich wird
jedes Material 3 gestreckt nach unten darunterliegenden
Umlenkungen 11 zugeführt, an welchen die Materialien 3
wieder nacheinander zur Bahn 7 aufeinander gelegt werden.
Vor und nach den Vorrichtungen 1 weist das Gestell 2 jeweils
ein aus Stangen zusammengesetztes Portal 12 bzw. 13 auf,
deren vertikale Stützen über zwei beiderseits des Materiales
3 liegende, horizontale Längsträger 14 miteinander verbunden
sind. Die Längsträger 14 tragen an ihren Oberseiten die
Vorrichtungsmodule 1 und können gemeinsam mit diesen als
Einheit vom übrigen Gestell 12, 13 entfernt werden. Die
oberen Enden der Portale 12, 13 sind ebenfalls über Längs
träger verbunden, an welchen die Umlenkungen 8 hintereinander
als Walzen drehbar gelagert sind.
Dem Arbeitsbereich der einzelnen Vorrichtungen 1 wird das
einlagige Material 3 als endlose Bahn über eine zylindrische
Leit- bzw. Umlenkfläche 15 zugeführt, welche das Material 3
über einen Winkel von höchstens 90° umschlingt. Von der
Fläche 15 gelangt das Material gestreckt unmittelbar an eine
Leit- bzw. Richtfläche 16, welche durch eine im Querschnitt
abgerundete Eckkante gebildet ist. Die Leitfläche 15 ist
durch einen rotierenden Walzen- bzw. Umlenkkörper 17 und die
Richtfläche 16 durch einen stationären Richtkörper 18 gebil
det, welcher durchgehend rechteckige Flachquerschnitte
aufweist und wie der Umlenkkörper 17 ununterbrochen über die
Materialbreite durchgeht. Im Arbeitsbereich bzw. in Nähe des
Durchlaßspaltes 20 anfallende Verschmutzungen werden durch
Strömung, beispielsweise mit einer Absaugung 19, während des
Arbeitsbetriebes laufend pneumatisch entfernt. Die in Rich
tung 4 schräg nach unten geneigte Spaltebene 10 des Spaltes
20 fällt mit derjenigen Flanke der Richtfläche 16 zusammen,
welche der Leitfläche 15 unmittelbar gegenüberliegt und
durch eine durchgehend ebene Großfläche 21 des Körpers 18
gebildet ist. Die Laufebene 5 ist demgegenüber stärker
geneigt, so daß das Material 3 den Spalt 20 von einer Spalt
begrenzung 15 zur gegenüberliegenden Spaltbegrenzung 16
spitzwinklig schräg durchläuft und dann an der Richtfläche 16
über einen Winkel von weniger als 90° weg von der Leitfläche
15 nach unten umgelenkt wird. Die freie Laufstrecke des
Materiales 3 zwischen den beiden Spaltbegrenzungen 15, 16 ist
extrem kurz, jedoch durch Einstellung variabel. Die freie
Laufstrecke ist kleiner als die größte Querschnittser
streckung des Körpers 17 bzw. 18 oder als die Hälfte bzw. ein
Viertel davon.
Die Leitfläche 15 ist um eine horizontale, zur Laufebene 5
parallele und zur Richtung 4 rechtwinklige Umlenkachse 22
gekrümmt, während die Richtfläche 16 um eine dazu parallel
ausrichtbare Richtachse 24 gekrümmt ist. Die beiden konvex
gekrümmten Flächen 15, 16 haben stark unterschiedliche
Krümmungsradien, wobei der Krümmungsradius der Fläche 15
mindestens 10- bis 20-fach oder 30-fach größer als der
Krümmungsradius der Richtfläche 16 ist. Die Leitfläche 15 ist
um eine zur Achse 22 parallele, gestellfeste Stellachse 25
verstellbar, welche auf der vom Spalt 20 oder der Ebene 10
abgekehrten Seite der Achse 22 bzw. des Körpers 17 liegt.
Die beiden Enden des Körpers 17 sind an zwei Tragwangen 26,
27 befestigt oder drehbar gelagert, welche jeweils mit einem
an der zugehörigen Außenseite liegenden Lager 28 bzw. 29 um
die Achse 25 über mindestens 120° oder 360° drehbar gelagert
sind. Die Einheit 17, 26, 27 kann dadurch, ggf. gemeinsam mit
den Lagern 28, 29, für sich vom Gestell 6 radial entfernt
werden. Zur präzisen, stufenlosen Einstellung um die Achse 25
sind Stellmittel 30 vorgesehen, welche einen stehenden
Rotationsmotor 31 und ein unmittelbar an diesem angeflansch
tes Getriebe, wie ein Winkelgetriebe 32 umfaßt, das an der
Oberseite des einen Trägers 14 befestigt und selbsthemmend
ist. Die zugehörige Wange 26 ist unmittelbar an dem frei
vorstehenden Abtriebs-Wellenzapfen des Getriebes 32 be
festigt, so daß dessen Lager unmittelbar das zugehörige
einzige Lager 28 für die Stelleinheit 17, 26, 27 bildet und
an dieser Seite kein weiteres, gesondertes bzw. gestellfestes
Lager erforderlich ist. Die Stellmittel 30, 40, 42, 43 bzw.
die Absaugung 19 können wahlweise an beiden Seiten des
Spaltes 20 angeordnet werden, indem z. B. das Getriebe 32
wahlweise auf einem der Träger 14 und der Anschluß 52, 53,
54, 55 wahlweise im Bereich eines der Träger 14 anzuordnen
ist. Dadurch kann die Bedienseite der Vorrichtung 1 wahlweise
auf jeder dieser Seiten liegen und ggf. von den Mitteln 19,
30, 42 freigehalten werden.
Zur Einstellung der Einheit 17, 26, 27 sind auf der davon
abgekehrten Seite des Getriebes 32 Steuermittel 33 vorgese
hen, die eine in der Achse 25 des Wellenzapfens liegende und
unmittelbar auf dem anderen Wellenzapfen der zugehörigen
Getriebewelle angeordnete Steuerkurve 34 aufweisen. Der
Nockenumfang der Kurve 34 wirkt auf einen Sensor 35, wie
einen Induktivgeber, so daß durch Einstellung eines variablen
Signalwertes die Stellmittel 30 dann stillgesetzt werden,
wenn die zugehörige Stellung des Leitkörpers 17 erreicht ist.
An der Außenseite des anderen Lagers 29 wird die jeweilige
Stellung durch eine optische Anzeige 36 analog angezeigt.
Der über seine Länge durchgehend konstante Außenquerschnitte
aufweisende Flach- bzw. Stangenkörper 18 ist an einen im
Querschnitt größeren Stangen- bzw. Tragkörper 37 auswechsel
bar befestigt, welcher als im Querschnitt flach rechteckiger
Rohrkörper ausgebildet ist und den Richtkörper 18 an einer
seiner beiden breiteren Außenflächen eng anliegend trägt. Die
an die Kanten 16 anschließenden Kantenflächen des Richtkör
pers 18 liegen dadurch in den Ebenen der beiden schmaleren
bzw. rechtwinklig dazu liegenden Außenflächen des Körpers 37.
Die Enden der Einheit 18, 37, insbesondere nur die Enden des
Körpers 37 sind mit kreisscheibenförmigen Flanschen 38 starr
verbunden, welche an plattenförmigen Tragflanschen 38 des
Gestells 2 auswechselbar mit nach außen eingeschraubten
Axialschrauben befestigt sind. Nach Lösen der Axialschrauben
kann die Einheit 18, 37 radial von den Tragflanschen 38'
entfernt bzw. umgekehrt wieder eingesetzt werden.
Die Richtfläche 16 ist mit Stellmitteln 39 bzw. 40 gegenüber
der Einheit 17, 26, 27 und dem Gestell 2 um zwei rechtwinklig
zueinander liegende Stellachsen 45, 46 gesondert sowie
manuell verstellbar, nämlich mit den Stellmitteln 40 während
des Arbeitsbetriebes und mit den Stellmitteln 39 während des
Stillstandes der Vorrichtung 1. Die zur Richtfläche 16 und
zu den Achsen 22, 25 parallele Achse 46 liegt auf der vom
Spalt 20, 10 abgekehrten Seite der Richtfläche 16 etwa in der
Mittelachse des Tragkörpers 37 bzw. der zugehörigen Flansche
38. Diese Flansche 38 weisen für den Durchgriff der genannten
Axialschrauben um die Achse 46 gekrümmte Langlöcher auf, so
daß die Neigungslage der Richtflächen- und Spaltflanke 21
stufenlos verändert und dann durch Klemmung mit den Axial
schrauben gesichert werden kann. Die die Spaltebene 10
definierende Flanke 21 liegt in einer Stellung der Einheit
15, 26, 27 rechtwinklig zur gemeinsamen Axialebene 47 der
Achsen 22, 25, wobei diese Axialebene die Flanke 21 unmittel
bar benachbart zur Richtfläche 16 schneidet. Aus dieser
Stellung können die Ebenen 10, 47 nach beiden entgegengesetz
ten Richtungen stufenlos verstellt werden, nämlich auch so,
daß die Axialebene 47 der Richtfläche 16 mit Abstand gegen
über und daher schräg zur Ebene 10 liegt. In der genannten
Mittelstellung ist die Weite des Spaltes 20 am kleinsten und
sie nimmt bei Verstellung nach beiden Richtungen kontinuier
lich zu, wie aus den drei in Fig. 3 strichpunktiert angedeu
teten Stellungen zu entnehmen ist. Die geringste Spaltweite
beträgt zweckmäßig mehr als einen Millimeter und weniger als
drei oder fünf Millimeter. Stellbewegungen beider Stellmittel
30, 39 führen zu solchen Veränderungen, wobei jedoch nur die
Stellmittel 39 die kleinstmögliche Spaltweite festlegen.
Die Stellmittel 40 ermöglichen eine gegenseitige Schräg
stellung der Richtfläche 16 und der Achsen 24, 46 einerseits
sowie der Leitfläche 15 und der Achsen 22, 25 andererseits,
wobei über den Stellweg der Stellmittel 40 die genannten
Spaltweiten konstant bleiben. Die Stellmittel 40 verstellen
das eine, von den Stellmitteln 30 entfernte Ende der Einheit
18, 37 um die Stellachse 25, während das andere Ende dieser
Einheit lediglich um die gestellfeste Achse 45 schwenkt und
zwar jeweils einschließlich des zugehörigen Tragflansches
38'. Die Achse 45 liegt stets in derselben Axialebene der
Achse 25 und seitlich benachbart zu den dazu parallelen
Axialebenen der Achsen 22, 24, 46, wobei die Achse 22 mit den
Stellmitteln 30 auch in diese gemeinsame Axialebene überführt
werden kann. Der Tragflansch 38' für den einen Flansch 38 ist
mit einer um die Achse 25 gekrümmten Führung 41 verstellbar,
welche einen radialspielfrei in ein gekrümmtes Langloch
eingreifenden, starr mit diesem Tragflansch 38' verbundenen
Führungszapfen umfaßt. Die Lagerung um die zur Flanke 21 bzw.
zur Ebene 10 quer oder geneigt liegende Achse 45 ist durch
ein Gelenk 42 oder eine Lagerung gebildet, welche einen
gestellfesten, in der Achse 45 liegenden Gelenkbolzen umfaßt.
Jede der Lagerungen 41, 42 weist einen gestellfesten, seit
lich an der Innenseite des zugehörigen Längsträgers 14
befestigten Lagerkörper 48 auf, von denen der eine die
Führung 41 und der andere, gabelförmige, den Gelenkbolzen
trägt, welcher den zugehörigen Tragflansch 38' zwischen den
Gabelarmen des zugehörigen Lagerkörpers 48 durchsetzt. Nach
der Einstellung braucht die Einheit 18, 37 nur im Bereich der
Führung 41 mit geeigneten Mitteln 43, beispielsweise durch
Klemmung, arretiert zu werden. Hierfür ist eine mit einem
Handhebel manuell bedienbare Klemmvorrichtung vorgesehen, mit
welcher die Führung 41 gegenüber dem zugehörigen Lagerkörper
48 axial verspannt werden kann. Zur Erleichterung der ma
nuellen Verstellung entlang der Führung 41 ist der zugehörige
Tragflansch 38' benachbart zur Innenseite dieses Lagerkörpers
48 mit einem radial vorstehenden Handgriff 44 versehen. Die
Feststellung 43 ist unmittelbar an der Unterseite des zugehö
rigen Längsträgers 14 zugänglich.
Der Richtkörper 18 gemäß den Fig. 4 bis 6 besteht aus
einem einteiligen Metallkörper, der insgesamt oder wenigstens
im Bereich der vier Längskanten 16 oberflächenvergütet, z. B.
mit einer aufgedampften härteren, wie keramischen Oxidschicht
o. dgl. von beispielsweise höchstens einem oder einem halben
Zehntel Millimeter versehen ist. Der Körper 18 ist wahlweise
um seine Längsmittelachse und um seine rechtwinklig dazu
liegende Querachse wendbar, so daß jede seiner vier Kanten 16
wahlweise in dieselbe Arbeitsposition für den Eingriff in
das Material 3 und gegenüber dem Träger 37 gebracht werden
kann. Die Befestigung 49 für das Wendewerkzeug 18 umfaßt
hierzu an beiden Flachseiten des Wendeeinsatzes 18 Senkboh
rungen für Befestigungsschrauben, mit welchen das Werkzeug 18
wahlweise mit beiden Flachseiten gegen die zugehörige Flach
seite des Trägers 37 gespannt werden kann. Die Kanten 16
können unterschiedlich große Krümmungsradien aufweisen, so
daß dasselbe Werkzeug 18 zur Anpassung an unterschiedliche
Bearbeitungsanforderungen unterschiedliche Arbeitskanten 16
aufweist.
Die stationäre und im Arbeitsbetrieb keinen Lageänderungen
ausgesetzte Absaugung 19 umfaßt eine das Werkzeug 18 in der
Mitte zwischen den Kanten 16 quer durchsetzende, schlitz
förmige Fluid- bzw. Saugöffnung 50, welche parallel zu den
Kanten 16 und fluchtend zwischen den Senkbohrungen 49 liegt.
Die zugehörige Wandung des Trägers 37 ist mit einer deckungs
gleichen Fluidöffnung versehen, welche die in der Flanke 21
liegende Mündung der Öffnung 50 mit einem Strömungskanal 51
verbindet. Der allein von den Innenseiten des Profiles 37
begrenzte und über dessen Länge durchgehende Kanal 51 ist an
einem oder beiden Enden mit verengten Anschlüssen 52 verse
hen, welche für zwei Spalte 20 an den voneinander abgekehrten
Außenseiten der Tragflansche 38' seitlich benachbart zur
Führung 41 bzw. zur Achse 45 vorgesehen sind. An den An
schlußstutzen 52 ist eine den zugehörigen Träger 14 an der
Unterseite überquerende, biegeflexible Leitung 53, z. B. ein
Schlauch, angeschlossen, dessen anderes Ende über einen
schrägen Stutzen 55 an einen Längskanal 54 angeschlossen ist.
An der äußeren Längsseite jedes Trägers 14 ist ein solcher,
im Querschnitt rechteckiger bzw. quadratischer Längskanal 54
befestigt, in dessen Seitenwandung der Stutzen 55 unter einem
spitzen Winkel schräg zur Strömungsrichtung im Kanal 54
mündet, um Strömungsverluste zu vermeiden. Das näher beim
Gestellteil bzw. der Umlenkung 9 liegende Ende des Kanales 54
geht über einen Krümmer in einen vertikal nach oben gerichte
ten Kanal 56 über, dessen oberes Ende an eine geeignete
Druck- bzw. Saugquelle, wie ein Gebläse, angeschlossen ist.
Gemäß den Fig. 1 und 2 ist je Arbeitsbereich bzw. Vorrich
tung 1 nur eine einzige wirksame Werkzeugkante 16 vorgesehen,
so daß ein Werkzeugeingriff nur auf einer einzigen Seite des
zugehörigen Materiales 3 möglich ist. Die Ausführung gemäß
Fig. 3 eignet sich dafür, den Werkzeugeingriff wahlweise auf
beiden Flächenseiten des Materiales 3 vorzusehen. Hierzu sind
an denselben Tragflanschen 38' beiderseits der Axialebene
bzw. Achse 45 gesonderte, gleiche Einheiten 18, 37 befestigt
und um die Achsen 46 unabhängig voneinander verstellbar sowie
unabhängig voneinander ausbaubar. Die Arbeitsflächen 16
dieser beiden Einheiten liegen einander im Abstand sowie
symmetrisch zur Ebene 45 gegenüber, wobei die Flanken 21
entgegengesetzt geneigt sind, so daß ihre Ebenen 10 stumpf
winklig einspringend bzw. V-förmig zueinander liegen. Die
Wangen 26, 27 tragen ebenfalls zwei gesonderte Umlenkflächen
15, 15' bzw. gleiche Umlenkkörper 17 mit gesonderten Umlenk
achsen 22, 23, welche symmetrisch beiderseits einer Axial
ebene der Stellachse 25 angeordnet sind. Bei einer Stellung
fällt diese Axialebene mit der Ebene 45 zusammen, so daß das
Material 3 von der Umlenkung 8 zur Umlenkung 11 berührungs
frei zwischen den Walzen 17 und den Werkzeugen 18 durchlaufen
kann, also im Arbeitsbereich nicht abgelenkt wird. Durch
Schwenkung der Einheit 17, 26, 27 in der einen Richtung in
die Stellung gemäß Fig. 3 wird das Material 3 von der einen
Leitfläche 15 durch Umlenkung an einer Materialseite mit der
gegenüberliegenden Materialseite in richtenden Eingriff mit
der einen Richtfläche, nämlich der rechten Richtfläche 16
gebracht. Durch Schwenkung in der entgegengesetzten Richtung
wird das Material 3 in entsprechender Weise durch die andere
Umlenkfläche 15' in Eingriff mit der anderen Richtkante 16
gebracht.
Durch die Schwenkung um die Achse 25 kann der Umschlingungs
winkel an der jeweiligen Richtkante 16 während des Arbeitsbe
triebes dynamisch und stufenlos verändert werden, wodurch
sich auch der Umschlingungswinkel an der zugehörigen Umlenk
fläche 15, 15' sowie die Spaltweite des Spaltes 20 ändert.
Das Getriebe 32 sperrt jede Einstellung von selbst durch
innere Hemmung seiner Getriebeglieder. Unabhängig davon kann
dieser Umschlingungswinkel sowie die Spaltweite mit den
Stellmitteln 39 verändert werden, wobei es auch denkbar ist,
die beiden Flansche 38 unter Torsionsverformung der Einheit
18, 37 gegeneinander zu verstellen, um über die Länge der
Kante 16 unterschiedliche Umschlingungswinkel zu erzielen,
wie dies mit den Stellmitteln 40 möglich ist. Da jedoch die
dynamische Verstellung hier nicht mit den Werkzeugen 18,
sondern mit den Umlenkungen 17 vorgenommen wird, ergibt sich
eine sehr einfache Ausbildung der Absaugung 19. Jeder Kanal
51 ist mit einem der Anschlüsse 52 verbunden. Alle Einzelvor
richtungen 1 sind an denselben Längs-Sammelkanal 54 ange
schlossen. Die genannten Enden der beiden Kanäle 54 sind über
den genannten, als Hosenstück ausgebildeten, Krümmer an den
gemeinsamen Steigkanal 56 angeschlossen. Da die Umlenkungen
17 auch bei einer Volldrehung um die Achse 25 nicht in
Berührung mit den Werkzeugen 18 oder anderen Bauteilen der
Vorrichtung 1 kommen können, sind auch keine Mittel zur
Wegbegrenzung, wie Endschalter, erforderlich. Jedes Werkzeug
18 bzw. dessen Werkzeugkante 16 kann auch durch einen rotie
renden Stab ersetzt werden, dessen Lager an den Tragflanschen
38' anzuflanschen bzw. an den Flanschen 38 vorgesehen sind.
Alle Bauteile liegen frei und sind zur Wartung bzw. zum
Einführen des Materiales 3 sehr leicht zugänglich.
Gemäß Fig. 3 kann auf der vom Werkzeug 18 abgekehrten Seite
der Umlenkung 17, nämlich zwischen den Umlenkungen 8, 17 bzw.
11, 17 noch eine näher bei der Umlenkung 17 liegende Mate
rialführung 57 vorgesehen sein, welche im Richtbetrieb nicht,
jedoch dann wirksam ist, wenn das Material 3 nicht berührend
oder allenfalls gerade touchierend an der Richtfläche 16
vorbeigeführt werden soll. Die Materialführung 57 weist für
jede Umlenkfläche 15, 15' eine zugehörige gestellfeste
Umlenkung 58, 58' in Form einer Zylinderstange o. dgl. auf.
Bei einer Stellung bildet die Umlenkfläche 15 mit der Umlen
kung 58 einen engen Durchlaßspalt zur S-förmig wechselnden
Umlenkung des Materiales 3 und in der anderen Stellung
erfolgt diese Umlenkung entgegengesetzt gekrümmt im Bereich
eines gleichen Umlenkspaltes zwischen der Umlenkfläche 15'
und der Umlenkung 58'. Das Material durchläuft den Umlenk
spalt jeweils ohne Klemmpressung, so daß es gleichzeitig
immer nur an einer Flächenseite in Umlenkberührung steht. Die
Umlenkungen 58, 58' sind mit Flanschen 59 befestigt und daher
wie anhand der Flansche 38 beschrieben einstellbar sowie
demontierbar an einem Tragflansch 59' befestigt. Somit können
auch hier Stellmittel entsprechend den Mitteln 39, 40 vorge
sehen sein, wobei die Umlenkungen 58, 58' wie die Umlenkungen
16 jeweils exzentrisch zur zugehörigen Stellachse liegen.
Bei der Ausführungsform nach Fig. 10 sind die Umlenkungen 17
stromabwärts von den Richtflächen 16 vorgesehen und die
Umlenkung 8 liegt in einem der Umlenkung gemäß Fig. 1 ent
sprechenden Abstand stromaufwärts von der Richtfläche 16. Zum
Aus- und Einrücken der Durchlaufsteuerung für den unbearbei
teten Durchlauf des Materials 3 vorbei an den Flächen 16 ist
hier als Antrieb 31 ein Arbeitszylinder vorgesehen, welcher
zwei gesondert steuerbare und in Serie starr miteinander
verbundene Einzelzylinder aufweist, deren Kolbenstangen
voneinander weggerichtet sind. Dadurch kann jeder Zylinder
für sich in beide Endstellungen überführt werden, so daß sich
vier anschlagbegrenzte Arbeitshübe, nämlich der jedes einzel
nen Zylinders und die beider Arbeitszylinder ergeben. Statt
der gestellfest gelagerten Umlenkungen 17 werden die Einhei
ten 18, 37 bzw. der Tragflansch 38' um die Achse 25 der
Umlenkung 8 mit dem Antrieb 31 geschwenkt, wodurch auch
wahlweise jedes der beiden Werkzeuge 18 in Eingriff mit dem
Material 3 gebracht werden kann. Die Feineinstellung des
Werkzeuges 18 bzw. von dessen Umschlingungswinkel erfolgt
über ein Getriebe, wie ein Schneckengetriebe, manuell. Alle
Merkmale aller Ausführungsformen können miteinander kombi
niert sein, wobei alle Beschreibungsteile sinngemäß für alle
Ausführungsformen gelten. Unter leicht lösbar ist eine sowohl
hinsichtlich der lösbaren Einheit als auch hinsichtlich der
zugehörigen Befestigungsmittel zerstörungsfreie Lösbarkeit zu
verstehen. Unter rechtwinklig sind auch andere Querausrich
tungen zu verstehen, welche mehr oder weniger von 90° abwei
chen. Alle Eigenschaften und Wirkungen können genau oder nur
ungefähr bzw. im wesentlichen wie beschrieben oder aber stark
davon abweichend vorgesehen sein, je nach dem welche Erfor
dernisse an die Vorrichtung zu stellen sind.
Claims (11)
1. Richtvorrichtung für Lagenmaterial, insbesondere Papier,
mit einem im wesentlichen stationären Grundgestell (6),
einer eine Laufrichtung (4) sowie im Querschnitt eine
Laufebene (5) bestimmenden Laufbahn sowie zwei ersten
und zweiten Leitflächen (15, 16) für das Lagenmaterial
(3), von denen die erste als Richtfläche (16) und die
zweite als Umlenkfläche (15) vorgesehen ist, wobei im
Arbeitsbetrieb die Leitflächen (15, 16) durch das
durchlaufende Lagenmaterial unmittelbar miteinander
verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Leit
flächen (15, 16) zur Bildung eines veränderlichen
Durchlaßspaltes (20) für das Lagenmaterial (3) gegen
einander verstellbar sind.
2. Richtvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeich
net, daß die Umlenkfläche (15) gegenüber dem Grundge
stell (6) und der Richtfläche (16) verstellbar ist, daß
insbesondere die Leitflächen (15, 16) um mindestens eine
zur Laufebene (5) etwa parallele Stellachse (25) gegen
einander verstellbar sind und daß vorzugsweise beide
Leitflächen (15, 16) um gesonderte Stellachsen (25, 46)
schwenkbar sind, welche an voneinander abgekehrten
Seiten einer Spalteebene (10) des Durchlaßspaltes (20)
liegen.
3. Richtvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Leitflächen (15, 16) zur Veränderung
des Umschlingungswinkels an mindestens einer der Leit
flächen (15, 16) mit einer Stellvorrichtung (13) gegen
einander verstellbar sind, daß insbesondere die Leit
flächen (15, 16) zur Veränderung der Spaltweite des
Durchlaßspaltes (20) verstellbar sind und daß vorzugs
weise die Leitflächen (15, 16) zum im wesentlichen
geradlinigen sowie berührungsfreien Durchlaß des Lagen
materiales (3) einstellbar sind.
4. Richtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine der
Leitflächen (15, 15', 16) zur Anlage an voneinander
abgekehrten Lagenseiten des Lagenmateriales (3) vorgese
hen ist, daß insbesondere mindestens eine der Leit
flächen durch gesonderte, beiderseits der Laufbahn
liegende Einzelflächen (15, 15' bzw. 16) gebildet ist
und daß vorzugsweise zwei im Abstand voneinander liegen
de Umlenk-Einzelflächen (15, 15') gemeinsam gegenüber
der Richtfläche (16) verstellbar sind.
5. Richtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß in Nähe des Durchlaß
spaltes (20) eine Absaugung (19) vorgesehen ist, daß
insbesondere die Absaugung (19) eine an den Durchlaß
spalt (20) angrenzende, schlitzförmige Saugöffnung (50)
umfaßt und daß vorzugsweise eine Saugöffnung (50) mit
der Richtfläche (16) sowie unabhängig von der Umlenk
fläche (15, 15') verstellbar gelagert ist.
6. Richtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß ein die Richtfläche
(16) bildender Richtkörper (18) im wesentlichen über
seine Länge auswechselbar an einer Tragstange (37)
befestigt ist, daß insbesondere die Tragstange (37) ein
flach rechteckiges Hohlprofil ist und daß vorzugsweise
die Tragstange (37) im Inneren einen Strömungskanal (51)
aufweist, welcher eine Wandung der Tragstange (37) sowie
den an dieser Wandung anliegenden Richtkörper (18)
durchsetzt.
7. Richtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Richtfläche (16)
durch eine von Winkelflächen flankierte Kante gebildet
ist, daß insbesondere vier von vier Winkelflächen
flankierte gesonderte Richtflächen (16) fest miteinander
verbunden eine Montageeinheit bilden und wahlweise durch
Wenden von einer Ruhelage in eine Arbeitslage überführ
bar sind und daß vorzugsweise die Umlenkung (15, 15') in
eine Tangentiallage gegenüber einer der Winkelflächen
(21) einstellbar ist.
8. Richtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß ein die Richtfläche
(16) bildender Richtkörper (18) ohne Entfernung weiterer
Leitflächen (15, 15', 16) radial aus der Richtvorrich
tung (1) ausbaubar ist, daß insbesondere die Tragstange
(37) gemeinsam mit dem Richtkörper (18) radial ausbaubar
ist und daß vorzugsweise im Bereich der Enden des
Richtkörpers (18) Lagerflansche (38) vorgesehen sind,
welche an Gegenflanschen (38', 48) des Grundgestells (6)
um die Stellachse (46) verstellbar sowie leicht lösbar
befestigt sind.
9. Richtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß die Richtfläche (16)
gegenüber der Umlenkfläche (15, 15') schrägstellbar ist,
daß insbesondere ein erstes Ende der Richtfläche (16) im
wesentlichen um die Stellachse (25) der Umlenkfläche
(15, 15') schwenkbar ist und daß vorzugsweise zweite
Enden zweier einander gegenüberliegender Einzel-Richt
flächen (16) gemeinsam um eine zu deren Längsrichtung im
wesentlichen rechtwinklig querliegende Lenkachse (45)
verstellbar sind.
10. Richtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine der
Leitflächen (15, 16) mit einer Stellvorrichtung (30)
während des Arbeitsbetriebes motorisch verstellbar ist,
daß insbesondere die Stellvorrichtung (30) einen quer
zur Laufebene (5) angeordneten Drehmotor (31) umfaßt und
daß vorzugsweise die Stellvorrichtung (30) ein Getriebe
(32), wie ein unmittelbar am Drehmotor (31) ange
flanschtes Winkelgetriebe, mit einer Getriebe-Abtriebs
welle umfaßt, welche in der Stellachse (25) der Umlenk
fläche (15, 15') und axial unmittelbar benachbart zur
Umlenkfläche liegt.
11. Richtvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprü
che, dadurch gekennzeichnet, daß eine Mehrzahl gesonder
ter Laufbahnen mit gesonderten Einzel-Richtvorrichtungen
(1) für gesonderte Lagenmaterialien (3) nebeneinander in
einer Richtstation (2) angeordnet sind, daß insbesondere
stromaufwärts der Richtstation (2) in Laufrichtung
hintereinander liegende gesonderte Zuführ-Umlenkungen (8)
zur aufeinanderfolgenden Abzweigung des jeweiligen
Lagenmateriales (3) aus einer mehrlagigen Materialbahn
(7) vorgesehen sind und daß vorzugsweise stromabwärts
der Richtstation (2) in Laufrichtung hintereinander
Sammelumlenkungen (11) zur mehrlagigen Zusammenführung
der in den Durchlaßspalten (20) bearbeiteten Lagen
materialien (3) vorgesehen sind.
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| DE19713207A DE19713207A1 (de) | 1997-03-28 | 1997-03-28 | Richtvorrichtung für Lagenmaterial, insbesondere Papier |
Publications (1)
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Family
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| DE19625818A1 (de) | Vorrichtung und Verfahren zur Bearbeitung von Lagenmaterial |
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