DE19712135C1 - Kraftstoffeinspritzsystem für eine Brennkraftmaschine - Google Patents
Kraftstoffeinspritzsystem für eine BrennkraftmaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Kraftstoffeinspritzsystem für eine Brennkraftmaschine gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Bei Brennkraftmaschinen, insbesondere bei großvolumigen Dieselmotoren finden
zunehmend Kraftstoffeinspritzsysteme Verwendung, bei welchen Kraftstoff von einem
Kraftstoffvorrat mittels einer Hochdruckpumpe über eine Hochdruckleitung in einen
Hochdruckspeicher geliefert wird. Von dem als ölelastischer Speicher wirkenden
Hochdruckspeicher wird der Kraftstoff über weitere Hochdruckleitungen an
Kraftstoffinjektoren geliefert, welche während Einspritzvorgängen den Kraftstoff in die
Brennräume der Brennkraftmaschine einspritzen. Der Hochdruckspeicher wurde bisher
überwiegend in Form einer sogenannten Common-Rail-Schiene vorgesehen, bei welcher es
sich um ein rohrförmiges langgestrecktes Element handelt, von welcher die die einzelnen
Kraftstoffinjektoren versorgenden Hochdruckleitungen abzweigen. Weiterhin sind
Kraftstoffeinspritzsysteme bekannt, bei denen zusätzlich oder anstelle eines solchen
gemeinsamen Hochdruckspeichers in Form einer Common-Rail-Schiene für jeden
Kraftstoffinjektor separat vorgesehene Hochdruckspeicher als Einzelspeicher vorgesehen
sind.
Kraftstoffeinspritzsysteme, bei denen zusätzlich zu einem gemeinsamen
Hochdruckspeicher jeweils ein für jeden Kraftstoffinjektor separat vorgesehener
Einzelspeicher vorhanden ist, sind aus der DE 43 41 543 A1 und der DE 43 41 546 A1
bekannt. Bei dem aus der ersteren Druckschrift bekannten Kraftstoffeinspritzsystem ist in
der von dem gemeinsamen Hochdruckspeicher zu dem für jeden Kraftstoffinjektor separat
vorgesehenen Hochdruckspeicher führenden Hochdruckleitung eine Parallelschaltung aus
einem in der Kraftstofförderrichtung durchgängigen Rückschlagventil und einer Drossel
vorgesehen, wodurch ein unkontrolliertes Rückströmen von Kraftstoff aus dem separaten
Hochdruckspeicher in den gemeinsamen Hochdruckspeicher und eine Beeinflussung des
Druckes in den separaten Druckspeicherräumen der anderen Kraftstoffinjektoren
vermieden werden soll, während das Rückschlagventil ein rasches Nachfüllen der
separaten Hochdruckspeicher aus dem gemeinsamen Hochdruckspeicher ermöglichen soll.
Derartige Maßnahmen zur Vermeidung gegenseitiger Beeinflussung des Druckes in den
separaten Hochdruckspeichern sind bei dem aus der zweitgenannten Druckschrift
bekannten Kraftstoffeinspritzsystem nicht vorgesehen.
Weiterhin ist aus der DE 43 44 190 A1 ein Kraftstoffeinspritzsystem bekannt, bei dem
jeweils für jeden Kraftstoffinjektor separat vorgesehenen Hochdruckspeichern über
Hochdruckleitungen mittels einer Hochdruckpumpe aus einem Kraftstoffvorrat unter
hohem Druck stehender Kraftstoff zugeführt wird. In jede einen Kraftstoffinjektor mit dem
zugeordneten Hochdruckspeicher verbindende Hochdruckleitung ist ein Sperrventil
geschaltet, welches dazu dient, die während eines Druckintervalls, das durch den mit dem
Einspritzvorgang oder aber im Leckagefall auftretenden Druckabfall charakterisiert ist,
hindurchfließende Kraftstoffmenge zu begrenzen. Maßnahmen, durch welche eine
gegenseitige Beeinflussung des Druckes in den einzelnen Hochdruckspeichern vermieden
werden sollen, sind jedoch nicht angegeben. Im Zusammenhang mit einer Ausführung des
Einspritzsystems mit einem allen Einspritzeinrichtungen gemeinsamen Druckspeicher wird
empfohlen, das Volumen des Kraftstoffspeichers so auszulegen, daß es das 100-fache der
Kraftstoffeinspritzmenge je Einspritzintervall beträgt.
Die DE 31 26 393 C2 beschreibt eine Kraftstoffeinspritzanlage für einen Dieselmotor, bei
der den Einspritzdüsen zugeordnete Druckspeicher über Leitungen mit kleinem Querschnitt
mit einem gemeinsamen Pumpenspeicher verbunden sind. Aufgrund der engen
Leitungsquerschnitte wird das Nachströmen von Kraftstoff und damit das Auffüllen der
Einzelspeicher verzögert.
Die EP 0 264 640 A1 zeigt ein Druckspeichereinspritzsystem, bei dem der Rauminhalt der
kraftstofführenden Leitungsteile zwar möglichst klein gehalten wird, um ein schnelles
Ansprechverhalten des Systems zu erreichen. Die Leitungsquerschnitte sind dennoch groß
genug, so daß ein unbehinderter Kraftstoffluß zu den Einspritzöffnungen der Injektoren
möglich ist. Um den Einfluß von Druckwellen auf die Spritzmenge der verschiedenen
Injektoren zu vermeiden, ist es insbesondere vorgesehen, das Einspritzsystem symmetrisch
auszubilden, beispielsweise mit gleich langen Leitungen zwischen Pumpe und Injektor.
Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein verbessertes Kraftstoffeinspritzsystem für eine
Brennkraftmaschine anzugeben.
Gemäß der Erfindung wird ein Kraftstoffeinspritzsystem für, eine Brennkraftmaschine,
insbesondere einen Dieselmotor geschaffen, das eine Anzahl von Kraftstoffinjektoren zum
Einspritzen von Kraftstoff in die Brennräume der Brennkraftmaschine und eine die
Kraftstoffinjektoren über eine gemeinsame Zulaufleitung und zu den einzelnen
Kraftstoffinjektoren führende Hochdruckleitungen mit Kraftstoff versorgende
Hochdruckpumpe enthält. In den zu den Kraftstoffinjektoren führenden
Hochdruckleitungen sind jeweils ein bestimmtes Kraftstoffspeichervolumen aufweisende
Hochdruckspeicher vorgesehen. Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, daß das
Kraftstoffspeichervolumen jedes der Hochdruckspeicher zwischen 80 und 300 mal,
vorzugsweise zwischen 120 und 200 mal die maximale Einspritzmenge pro
Einspritzvorgang beträgt, und daß der Durchmesser D2 der von der gemeinsamen
Zulaufleitung zu den Hochdruckspeichern führenden Hochdruckleitungen so bemessen ist,
daß die Spritzmengendifferenz der Kraftstoffinjektoren untereinander ein Minimum
annimmt.
Die Erfindung beruht im wesentlichen auf der Erkenntnis, daß eine Variation des
Durchmessers D2 der von der gemeinsamen Zulaufleitung zu den Hochdruckspeichern
führenden Hochdruckleitungen bereits innerhalb eines relativ kleinen Bereichs zu einer
signifikanten Veränderung der Spritzmengendifferenz der einzelnen Kraftstoffinjektoren
führt und im Bereich des optimalen Durchmessers ein ausgeprägtes Minimum aufweist.
Unter Verwendung dieses Minimums kann das Kraftstoffeinspritzsystem so ausgelegt
werden, daß die Spritzmengendifferenz minimal ist und gleichmäßige Zünddrücke von
Zylinder zu Zylinder erreicht werden. Das Minimum der Spritzmengendifferenz bedeutet,
daß der gegenseitige Einfluß der einzelnen Druckspeicherräume ebenfalls ein Minimum
aufweist.
Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzsystems ist es, daß die
die einzelnen Hochdruckspeicher versorgenden Hochdruckleitungen einen geringen
Durchmesser aufweisen und damit leicht zu biegen und zu montieren sind. Ein weiterer
Vorteil ist es, daß zur Minimierung der gegenseitigen Beeinflussung der einzelnen
Hochdruckspeicher keine zusätzlichen Elemente wie etwa Drosseln oder
Rückschlagventile erforderlich sind. Ventile besitzen z. B. aufgrund der Massenträgheit der
bewegten Bauteile ein verzögertes Ansprechverhalten, so daß die Ausbreitung von
Druckstörungen und die gegenseitige Einflußnahme der Injektoren damit nicht verhindert
werden kann. Da beim erfindungsgemäßen Einspritzsystem die die einzelnen
Hochdruckspeicher versorgenden Hochdruckleitungen auf den durchströmenden Kraftstoff
eine Drosselwirkung ausüben, besteht weiterhin ein Selbstschutz der Brennkraftmaschine
gegen Überdrehzahl, weil im Falle des Auftretens einer solchen die Hochdruckspeicher
nicht mehr vollständig gefüllt werden.
Vorzugsweise ist es vorgesehen, daß der Durchmesser D2 der von der gemeinsamen
Zulaufleitung zu den Hochdruckspeichern führenden Hochdruckleitungen die folgende
Bedingung erfüllt:
D2 ≈ ((4 × (VE + VL) / (cg2 × π × TASP))1/2
wobei
VE: das maximale Einspritzvolumen pro Einspritzvorgang,
VL: eine ggf. am Kraftstoffinjektor anfallende Steuer- und Leckagemenge pro Einspritzvorgang,
cg2: einen Normwert für die Kraftstoffgeschwindigkeit in der Leitung,
TASP: die Zeitdauer für ein Arbeitsspiel der Brennkraftmaschine
VE: das maximale Einspritzvolumen pro Einspritzvorgang,
VL: eine ggf. am Kraftstoffinjektor anfallende Steuer- und Leckagemenge pro Einspritzvorgang,
cg2: einen Normwert für die Kraftstoffgeschwindigkeit in der Leitung,
TASP: die Zeitdauer für ein Arbeitsspiel der Brennkraftmaschine
bedeuten, wobei die Werte für VE, VL und TASP, durch die Auslegung der
Brennkraftmaschine gegeben sind und cg2 zwischen 7 und 9 m/s betragen soll. Hiermit
kann der optimale Wert für den Durchmesser D2 bereits bei der Auslegung der
Brennkraftmaschine rechnerisch bestimmt werden. Vorteilhaft jedoch ist es durch
Variation des Durchmessers D2 um den so erhaltenen Wert herum in praktischen
Versuchen den Wert für den Durchmesser D2 der Hochdruckleitungen zu bestimmen, bei
dem die Spritzmengendifferenz der Kraftstoffinjektoren tatsächlich minimal ist, wie oben
erläutert.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, den Durchmesser D4 der von
den Hochdruckspeichern zu den Kraftstoffinjektoren führenden Hochdruckleitungen
mindestens so groß zu bestimmen, daß die Geschwindigkeit cg4 des Kraftstoffs in diesen
Hochdruckleitungen während des Einspritzvorgangs nicht größer als 30 m/s ist,
vorzugsweise nicht größer als 25 m/s ist.
Vorzugsweise ist es vorgesehen, daß der Durchmesser D4 der von den Hochdruckspeichern
zu den Kraftstoffinjektoren führenden Hochdruckleitungen die folgende Bedingung erfüllt:
D4 ≧ ((4 × VE)/(cg4 × π × SD))1/2
wobei
VE: das maximale Einspritzvolumen pro Einspritzvorgang,
cg4: die zulässige Maximalgeschwindigkeit des Kraftstoffs in der Hochdruckleitung 4, und SD: die Dauer des Einspritzvorgangs ist.
VE: das maximale Einspritzvolumen pro Einspritzvorgang,
cg4: die zulässige Maximalgeschwindigkeit des Kraftstoffs in der Hochdruckleitung 4, und SD: die Dauer des Einspritzvorgangs ist.
Gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist es vorgesehen, daß für
die Durchmesser D, der gemeinsamen Zulaufleitung und D2 der von der gemeinsamen
Zulaufleitung zu den Hochdruckspeichern führenden Hochdruckleitungen gilt:
D1 ≧ nR 1/2 × D2
wobei nR die Anzahl der an die gemeinsame Zulaufleitung 1 angeschlossenen
Kraftstoffinjektoren 5 ist.
Vorteilhafterweise ist es vorgesehen, daß die Längen der von der gemeinsamen
Zulaufleitung zu den Hochdruckspeichern führenden Hochdruckleitungen gleich sind.
Hierdurch soll sichergestellt werden, daß die gegenseitige Beeinflussung der einzelnen
Hochdruckspeicher für alle Kraftstoffinjektoren gleich ist.
Von besonderem Vorteil ist es, den Durchmesser und die Länge der gemeinsamen
Zulaufleitung und der von der gemeinsamen Zulaufleitung zu den Hochdruckspeichern
führenden Hochdruckleitungen so aufeinander abzustimmen, daß der dynamische
Strömungswiderstand der Zuleitungen für alle Kraftstoffinjektoren gleich ist. Durch
Berücksichtigung von Durchmesser und Länge der gemeinsamen Zulaufleitung bei der
Bestimmung des Strömungswiderstands in den Zuleitungen wird erreicht, daß für die
Versorgung aller Kraftstoffinjektoren gleiche Verhältnisse herrschen.
Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 ein schematisiertes Blockschaltbild eines Kraftstoffeinspritzsystems gemäß
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung; und
Fig. 2 ein Diagramm, welches die Abhängigkeit der Spritzmengendifferenz der
einzelnen Kraftstoffinjektoren untereinander vom Durchmesser der die den
einzelnen Kraftstoffinjektoren zugeordneten Hochdruckspeicher
versorgenden Hochdruckleitungen wiedergibt.
Das in Fig. 1 gezeigte Kraftstoffeinspritzsystem enthält eine Anzahl von
Kraftstoffinjektoren 5 zum Einspritzen von Kraftstoff in die Brennräume einer
Brennkraftmaschine, insbesondere eines Dieselmotors. Die Kraftstoffinjektoren 5 werden
mittels einer in der Fig. 1 nicht eigens gezeigten Steuereinheit so gesteuert, daß eine
optimal auf Drehzahl und Belastungszustand der Brennkraftmaschine abgestimmte
Kraftstoffmenge in die Brennräume der Brennkraftmaschine eingespritzt wird. Von einem
ebenfalls in Fig. 1 nicht eigens dargestellten Kraftstoffvorrat wird mittels einer oder
mehrerer Hochdruckpumpen 6 der Kraftstoff zunächst einer gemeinsamen Zulaufleitung 1
zugeführt, von welcher zur Versorgung der einzelnen Kraftstoffinjektoren 5 dienende
Hochdruckleitungen 2, 4 abzweigen. Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel
sind zwei Zulaufleitungen 1 vorgesehen, welche jeweils vier Kraftstoffinjektoren 5
gemeinsam versorgen, wie es bei einem 8V-Dieselmotor der Fall ist.
In den zu den Kraftstoffinjektoren 5 führenden Hochdruckleitungen 2, 4 sind
Hochdruckspeicher 3 vorgesehen, jeweils einer für jeden Kraftstoffinjektor 5. Der von der
gemeinsamen Zulaufleitung 1 zu dem Hochdruckspeicher 3 führende Teil der
Hochdruckleitung ist mit dem Bezugszeichen 2 bezeichnet, wogegen der von dem
Hochdruckspeicher 3 zu dem Kraftstoffinjektor 5 führende Teil der Hochdruckleitung das
Bezugszeichen 4 trägt.
Die Hochdruckspeicher 3 wirken als ölelastische Speicher, in deren
Kraftstoffspeichervolumen unter dem von der Hochdruckpumpe 6 gelieferten Hochdruck
beaufschlagter Kraftstoff zur Zuführung zu den Kraftstoffinjektoren 5 vorgehalten wird.
Das Kraftstoffspeichervolumen eines jeden der Hochdruckspeicher 3 beträgt zwischen 80
und 300 mal, vorzugsweise zwischen 120 und 200 mal die maximale Menge des bei jedem
Einspritzvorgang von einem Kraftstoffinjektor 5 in den zugeordneten Brennraum der
Brennkraftmaschine einzuspritzenden Kraftstoffs.
Der Durchmesser D2 des von der gemeinsamen Zulaufleitung 1 zu dem Hochdruckspeicher
3 führenden Teils 2 der Hochdruckleitung ist so bemessen, daß die Spritzmengendifferenz
der Kraftstoffinjektoren 5 untereinander bei Nenndrehzahl der Brennkraftmaschine ein
Minimum annimmt.
Das in Fig. 2 dargestellte Diagramm zeigt die maximale Spritzmengendifferenz der
einzelnen Kraftstoffinjektoren untereinander, also die Spritzmengendifferenz von Zylinder
zu Zylinder der Brennkraftmaschine. Bei den durchgeführten Versuchen und
Berechnungen wurde der Durchmesser D2 der von der gemeinsamen Zulaufleitung 1 zu
den Hochdruckspeichern 3 führenden Hochdruckleitungen 2 zwischen 1,0 und 5,0 mm
variiert, im Bereich von 1,0 bis 3,5 mm in Schritten von 0,5 mm und dann in einem
weiteren Schritt von 1,5 mm. Wie zu sehen ist, weist die Spritzmengendifferenz im Bereich
von 1,5 bis 2,5 mm mit Werten zwischen 0,25 bis 0,35% ein Minimum auf, dessen
Schwerpunkt bei einem Durchmesser D2 von 2,0 mm liegt, dort jedoch ein lokales
Maximum zeigt, auf welches hier jedoch nicht näher eingegangen werden soll. Es ist
ersichtlich, daß bei Durchmessern von 1,5, 2,0 und 2,5 mm minimale Werte der
Spritzmengendifferenz gegenüber Durchmessern von 1,0 und 3,0 mm erreicht wird.
Versuche mit unterschiedlichen Drehzahlen und Belastungszuständen, wie sie beim Betrieb
der Brennkraftmaschine am häufigsten auftreten, zeigen, welcher Durchmesser D2
schließlich am geeignetsten ist.
Der optimale Durchmesser D2 der von der gemeinsamen Zulaufleitung 1 zu den
Hochdruckspeichern 3 führenden Hochdruckleitungen 2 läßt sich rechnerisch durch die
folgende Bedingung darstellen:
D2 ≈ ((4 × (VE + VL))/(cg2 × π × TASP))1/2
wobei
VE: das maximale Einspritzvolumen pro Einspritzvorgang,
VL: eine ggf. am Kraftstoffinjektor anfallende Steuer- und Leckagemenge pro Einspritzvorgang,
cg2: einen Normwert für die Kraftstoffgeschwindigkeit in der Leitung,
TASP: die Zeitdauer für ein Arbeitsspiel der Brennkraftmaschine
VE: das maximale Einspritzvolumen pro Einspritzvorgang,
VL: eine ggf. am Kraftstoffinjektor anfallende Steuer- und Leckagemenge pro Einspritzvorgang,
cg2: einen Normwert für die Kraftstoffgeschwindigkeit in der Leitung,
TASP: die Zeitdauer für ein Arbeitsspiel der Brennkraftmaschine
bedeuten, wobei die Werte für VE, VL und TASP durch die Auslegung der
Brennkraftmaschine gegeben sind und cg2 zwischen 7 und 9 m/s betragen soll.
Der signifikante Einfluß des Durchmessers D2 der Hochdruckleitungen 2 auf die
Spritzmengendifferenz der einzelnen Kraftstoffinjektoren untereinander läßt sich durch
eine starke Bedämpfung der beim Öffnen und Schließen der Kraftstoffinjektoren 5 in den
Hochdruckleitungen auftretenden rücklaufenden Druckwellen erklären, durch die eine
gegenseitige Beeinflussung der einzelnen Hochdruckspeicher 3 und damit der von diesen
an die Kraftstoffinjektoren 5 abgegebenen Kraftstoffmengen ohne zusätzliche Maßnahmen
wie Rückschlagventile oder Drosseln sehr gering gehalten werden kann.
Der Durchmesser D4 der von den Hochdruckspeichern 3 zu den Kraftstoffinjektoren 5
führenden Hochdruckleitungen 4 sollte so groß sein, daß die Geschwindigkeit cg4 des
Kraftstoffs in diesen Hochdruckleitungen während des Einspritzvorgangs nicht größer als
30 m/s, vorzugsweise nicht größer als 25 m/s ist, um zu große Druckverluste zu vermeiden.
Rechnerisch bedeutet das, daß der Durchmesser D4 der von den Hochdruckspeichern 3 zu
den Kraftstoffinjektoren 5 führenden Hochdruckleitungen 4 die folgende Bedingung
erfüllt:
D4 ≧ ((4 × VE)/(cg4 × π × SD))1/2
wobei
VE: das maximale Einspritzvolumen pro Einspritzvorgang,
cg4: die zulässige Maximalgeschwindigkeit des Kraftstoffs in der Hochdruckleitung 4, und
SD: die Dauer des Einspritzvorgangs ist.
VE: das maximale Einspritzvolumen pro Einspritzvorgang,
cg4: die zulässige Maximalgeschwindigkeit des Kraftstoffs in der Hochdruckleitung 4, und
SD: die Dauer des Einspritzvorgangs ist.
Im Gegensatz zu Kraftstoffeinspritzsystemen mit einem gemeinsamen Hochdruckspeicher
in Form einer Common-Rail-Schiene dient bei dem erfindungsgemäßen
Kraftstoffeinspritzsystem die gemeinsame Zulaufleitung 1 nicht als Druckspeicher sondern
lediglich zur Befüllung der in den von der gemeinsamen Zulaufleitung 1 zu den
Kraftstoffinjektoren 5 führenden Hochdruckleitungen 2, 4 vorgesehenen separaten
Hochdruckspeicher 3. Für den Durchmesser D1, der gemeinsamen Zulaufleitung 1 und den
Durchmesser D2 der von dieser zu den Hochdruckspeichern 3 führenden
Hochdruckleitungen 2 gilt
D1 ≧ nR 1/2 × D2
wobei nR, die Anzahl der an die gemeinsame Zulaufleitung 1 angeschlossenen
Kraftstoffinjektoren 5 ist.
Ein wesentliches Ziel der Erfindung ist es, die gegenseitige Beeinflussung des Druckes in
den einzelnen Hochdruckspeichern 3 ohne Verwendung zusätzlicher massebehafteter und
somit träge reagierender Bauteile so gering wie möglich zu halten und eine minimale
Differenz der Einspritzmengen der Kraftstoffinjektoren 5 untereinander zu erhalten. Hierzu
ist es erforderlich, daß für die einzelnen Kraftstoffinjektoren 5 im wesentlichen gleiche
Bedingungen in Bezug auf deren Versorgung mit unter Hochdruck stehendem Kraftstoff
gelten. Neben einer identischen Auslegung der Hochdruckspeicher 3 wird dies dadurch
erreicht, daß die Längen der von der gemeinsamen Zulaufleitung 1 zu den
Hochdruckspeichern 3 führenden Hochdruckleitungen, wie auch der von den
Hochdruckspeichern 3 zu den Kraftstoffinjektoren 5 führenden Hochdruckleitungen 4
gleich sind. Geht man einen Schritt weiter, und berücksichtigt auch die
strömungsdynamischen Verhältnisse in der gemeinsamen Zulaufleitung 1, so sind
Durchmesser und Länge der gemeinsamen Zulaufleitung 1 und der von der gemeinsamen
Zulaufleitung 1 zu den Hochdruckspeichern 3 führenden Hochdruckleitungen 2 so
aufeinander abgestimmt, daß der Strömungswiderstand der Hochdruckleitungen 2 und der
zugeordneten Teile der gemeinsamen Zulaufleitung 1 für alle Kraftstoffinjektoren 5 gleich
ist.
Claims (7)
1. Kraftstoffeinspritzsystem für eine Brennkraftmaschine, insbesondere einen
Dieselmotor, das eine Anzahl von Kraftstoffinjektoren (5) zum Einspritzen von Kraftstoff
in die Brennräume der Brennkraftmaschine und eine die Kraftstoffinjektoren (5) über eine
gemeinsame Zulaufleitung (1) und zu den einzelnen Kraftstoffinjektoren (5) führende
Hochdruckleitungen (2, 4) mit Kraftstoff versorgende Hochdruckpumpe (6), sowie jeweils
in den zu den Kraftstoffinjektoren (5) führenden Hochdruckleitungen (2, 4) vorgesehene,
ein bestimmtes Kraftstoffspeichervolumen aufweisende Hochdruckspeicher (3) enthält,
dadurch gekennzeichnet, daß das Kraftstoffspeichervolumen jedes der Hochdruckspeicher
(3) zwischen 80 und 300 mal, vorzugsweise zwischen 120 und 200 mal die maximale
Einspritzmenge pro Einspritzvorgang beträgt, und daß der Durchmesser D2 der von der
gemeinsamen Zulaufleitung (1) zu den Hochdruckspeichern (3) führenden
Hochdruckleitungen (2) so bemessen ist, daß die Spritzmengendifferenz der
Kraftstoffinjektoren (5) untereinander ein Minimum annimmt, wozu folgende Bedingung
zu erfüllen ist:
D2 ≈ ((4 × (VE + VL))/(cg2 × π × TASP))1/2
wobei
VE: das maximale Einspritzvolumen pro Einspritzvorgang,
VL: eine ggf. am Kraftstoffinjektor anfallende Steuer- und Leckagemenge pro Einspritzvorgang,
cg2: einen Normwert für die Kraftstoffgeschwindigkeit in der Leitung,
TASP: die Zeitdauer für ein Arbeitsspiel der Brennkraftmaschine
bedeuten, wobei die Werte für VE, VL und TASP durch die Auslegung der Brennkraftmaschine gegeben sind.
D2 ≈ ((4 × (VE + VL))/(cg2 × π × TASP))1/2
wobei
VE: das maximale Einspritzvolumen pro Einspritzvorgang,
VL: eine ggf. am Kraftstoffinjektor anfallende Steuer- und Leckagemenge pro Einspritzvorgang,
cg2: einen Normwert für die Kraftstoffgeschwindigkeit in der Leitung,
TASP: die Zeitdauer für ein Arbeitsspiel der Brennkraftmaschine
bedeuten, wobei die Werte für VE, VL und TASP durch die Auslegung der Brennkraftmaschine gegeben sind.
2. Kraftstoffeinspritzsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß cg2
zwischen 7 und 9 m/s beträgt.
3. Kraftstoffeinspritzsystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Durchmesser D4 der von den Hochdruckspeichern (3) zu den Kraftstoffinjektoren (5)
führenden Hochdruckleitungen (4) mindestens so groß ist, daß die Geschwindigkeit cg4, des
Kraftstoffs in diesen Hochdruckleitungen (4) während des Einspritzvorgangs nicht größer
als 30 m/s ist, vorzugsweise nicht größer als 25 m/s ist.
4. Kraftstoffeinspritzsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Durchmesser D4 der von den Hochdruckspeichern (3) zu den Kraftstoffinjektoren (5)
führenden Hochdruckleitungen (4) die folgende Bedingung erfüllt:
D4 ≧ ((4 × VE)/(cg4 × π × SD))1/2
wobei
VE: das maximale Einspritzvolumen pro Einspritzvorgang,
cg4: die zulässige Maximalgeschwindigkeit des Kraftstoffs in der Hochdruckleitung (4), und
SD: die Dauer des Einspritzvorgangs ist
D4 ≧ ((4 × VE)/(cg4 × π × SD))1/2
wobei
VE: das maximale Einspritzvolumen pro Einspritzvorgang,
cg4: die zulässige Maximalgeschwindigkeit des Kraftstoffs in der Hochdruckleitung (4), und
SD: die Dauer des Einspritzvorgangs ist
5. Kraftstoffeinspritzsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß für die Durchmesser D1, der gemeinsamen Zulaufleitung (1) und D2
der von der gemeinsamen Zulaufleitung (1) zu den Hochdruckspeichern (3) führenden
Hochdruckleitungen (2) gilt:
D1 ≧ nR 1/2 × D2
wobei nR die Anzahl der an die gemeinsame Zulaufleitung (1) angeschlossenen Kraftstoffinjektoren (5) ist.
D1 ≧ nR 1/2 × D2
wobei nR die Anzahl der an die gemeinsame Zulaufleitung (1) angeschlossenen Kraftstoffinjektoren (5) ist.
6. Kraftstoffeinspritzsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die Längen von der gemeinsamen Zulaufleitung (1) zu den
Hochdruckspeichern (3) führenden Hochdruckleitungen (2) gleich sind.
7. Kraftstoffeinspritzsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß Durchmesser und Länge der Zulaufleitung (1) und der von der
gemeinsamen Zulaufleitung (1) zu den Hochdruckspeichern (3) führenden
Hochdruckleitungen (2) so aufeinander abgestimmt sind, daß der dynamische
Strömungswiderstand der Zulaufleitungen für alle Kraftstoffinjektoren (5) gleich ist.
Priority Applications (7)
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|---|---|---|---|
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