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DE19712633A1 - Verwendung von gamma-Aminobuttersäure als Interleukinbildungsstimulans - Google Patents

Verwendung von gamma-Aminobuttersäure als Interleukinbildungsstimulans

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DE19712633A1
DE19712633A1 DE1997112633 DE19712633A DE19712633A1 DE 19712633 A1 DE19712633 A1 DE 19712633A1 DE 1997112633 DE1997112633 DE 1997112633 DE 19712633 A DE19712633 A DE 19712633A DE 19712633 A1 DE19712633 A1 DE 19712633A1
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Germany
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gaba
aminobutyric acid
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interleukin
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DE1997112633
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Hans-Georg Laves
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Laves Arzneimittel GmbH and Co KG
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Laves Arzneimittel GmbH and Co KG
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    • A61MEDICAL OR VETERINARY SCIENCE; HYGIENE
    • A61KPREPARATIONS FOR MEDICAL, DENTAL OR TOILETRY PURPOSES
    • A61K31/00Medicinal preparations containing organic active ingredients
    • A61K31/185Acids; Anhydrides, halides or salts thereof, e.g. sulfur acids, imidic, hydrazonic or hydroximic acids
    • A61K31/19Carboxylic acids, e.g. valproic acid
    • A61K31/195Carboxylic acids, e.g. valproic acid having an amino group
    • A61K31/197Carboxylic acids, e.g. valproic acid having an amino group the amino and the carboxyl groups being attached to the same acyclic carbon chain, e.g. gamma-aminobutyric acid [GABA], beta-alanine, epsilon-aminocaproic acid or pantothenic acid

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Description

Die Erfindung betrifft die Verwendung von γ-Aminobuttersäure als Interleukinbildungsstimulans.
Interleukine sind pleiotrope Cytokine, die im Immunsystem als Mediatorstoffe auftreten. Sie sind verantwortlich für die Induktion und Verlauf der T-Zell-vermittelten zytotoxischen Immunreaktion und der B-Zell- Aktivierung. Neben anderen Interleukinen spielt insbesondere Interleukin-6, im folgenden nur noch als IL-6 bezeichnet, eine zentrale Rolle bei der Proliferation und Differenzierung der T- und B-Zellen des Immunsystems.
Interleukine sind auch ein wichtiger Bestandteil des Inflammationsgeschehens. Immunantwort und Entzündungsgeschehen stellen eng miteinander verwobene Prozesse im Organismus dar. Insbesondere IL-6 wird eine Stimulation von Akutphaseproteinen zur Regulation von Entzündungsprozessen zugerechnet (Heinrich et al., (1990), Biochem. J. 265: 621-636).
Im Rahmen des Entzündungsgeschehens stellt die Akutphase-Reaktion die Antwort des Organismus auf Störungen der Homöostase durch Infektionen, Gewebeschädigungen, neoplastisches Wachstum oder immunologische Störungen dar. Die Wiederherstellung der gestörten Homöostase verläuft über eine lokale Reaktion am Ort der Verletzung, die mit der Feisetzung von Cytokinen, wie IL-6 einhergeht. Die Cytokine wirken über spezifische Rezeptoren auf verschiedenen Zielzellen und führen zu einer systemischen Reaktion charakterisiert durch Fieber, Leucozytose, Sekretion von Glycocorticoiden, Aktivierung von Complement und zu einer dramatischen Änderung der Konzentration der Akutphase-Proteine im Plasma, die eine die Entzündung regulierende und eindämmende Wirkung ausüben. Diese Akutphase-Proteine werden überwiegend in der Leber synthetisiert. Da aber meist Ort der Verletzung und Leber weit voneinander entfernt liegen, existieren hormonähnliche Mediatoren, die besonders von Leukozyten, Monozyten und Makrophagen produziert werden und unter denen Interleukin 6 eine zentrale Stellung einnimmt. Als Hauptfaktor für die Induzierung von Akutphase-Proteinen ist IL-6 somit ebenso wie alle Interleukine von großer Bedeutung für die Reaktion des Körpers auf Inflammationen.
Es besteht immer noch ein Bedürfnis nach der Bereitstellung neuer wirksamer Interleukinbildungsstimulantien. Aufgabe der Erfindung war es daher, derartige Interleukinbildungsstimulantien zu entwickeln.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird die Verwendung von γ -Aminobuttersäure vorgeschlagen.
γ-Aminobuttersäure, im folgenden als GABA bezeichnet, ist eine seit langem bekannte, nicht proteinogene Aminosäure mit endständiger Carboxylgruppe, die in tierischem und pflanzlichem Gewebe verbreitet vorkommt.
GABA wurde Ende der 50er Jahre in Hypothalamusgewebe des menschlichen Gehirnes nachgewiesen. Bald stellte sich heraus, daß GABA der wichtigste inhibitorische Neurotransmitter im Zentralnervensystem und Vermittler der praesynaptischen Hemmung im Rückenmark ist. Der inhibitorische Transmitter GABA agiert über zwei verschiedene Arten von Rezeptoren, GABAA und GABAB. Die Substanz wird an einer praesynaptischen Membran freigesetzt und aktiviert im ZNS Ionenkanäle, insbesondere Chloridkanäle, die zu Hyperpolarisationen und damit zur Hemmung der Erregungsleitung, also zur postsynaptischen Hemmung führen. Eine Zusammenfassung der bisherigen Arbeiten über GABA als Neurotransmitter ist enthalten in Handbook of Psychopharmacology, Band 4, Amino Acid Neurotransmitters, herausgegeben von L.L. Iversen et al., Plenum, New York und London, 1975.
Bisher sind zwei Präparate bekannt, die GABA als Therapeutikum verwenden, AMINALON der russischen Firma Akrichin und GAMMALON der japanischen Firma Daiichi Pharmaceutical Co. Ltd. GABA wirkt dabei auf das zentrale Nervensystem und wird beispielsweise zur Beschleunigung des zerebralen Metabolismus eingesetzt. Indikationen sind Gehirngefäßerkrankungen, chronische zerebro-vaskuläre Insuffizienz, posttraumatische Behandlung nach einem Insult, geistige Entwicklungsstörungen und Seekrankheit sowie allgemein bestimmte neurologische, psychische und narkologische Fälle nach Einschätzung des Arztes.
Allgemein wird aber angenommen, daß GABA die Bluthirnschranke nicht überwinden kann. Daher sind Analoga zu der Substanz entwickelt worden, von denen insbesondere Baclofen, nämlich 4-Amino-3-p-chlorphenyl­ buttersäure als Antiepileptikum und als zentrales Muskelrelaxans bei multipler Sklerose eingesetzt wird.
Erst sehr viel später wurde entdeckt, daß GABA auch im peripheren Bereich eine Rolle spielt. So sind beispielsweise die GABA-Konzentrationen im Plexus myentericus oder den Inselzellen des Pankreas so hoch wie im Gehirn und es gibt Hinweise darauf, daß GABA auch peripher ein Neurotransmitter ist.
Völlig überraschend wurde jetzt festgestellt, daß GABA ein hervorragendes Interleukinbildungsstimulans ist.
So stimulierte GABA die Bildung von IL-6 in erheblichem Umfang.
Bei Untersuchung reiner GABA-Lösungen und einer GABA-haltigen Fraktion eines eiweiß- und zellfreiem Extraktes aus E.coli wurde in einem Interleukinbildungsassy mit 7TD1-Zellen nach Van Snick et al. (Proc. Nat. Acad. Sci. USA 1986, 83, 9679-9683) und Thomsen und Loppnow (Drug Res. 1995, 45 (I), 5, 657-661) die IL-6-induzierende Aktivität von GABA über den Einbau von radioaktivem 3H-Thymidin nachgewiesen.
Im gleichen Testsystem induzierte eine Kombination aus Lipopolysacchariden (LPS), potenten IL-1- und IL-6-Aktivatoren, - in Konzentrationen unterhalb der niedrigsten Konzentration mit maximaler Stimulation - und einer GABA-haltigen Fraktion eines Extraktes aus E.coli die Bildung von Interleukin-6 in synergistischer Weise.
Der genaue Mechanismus, der hinter diesen Wirkungen steht, ist noch nicht geklärt. GABA wirkt außerhalb des zentralen Nervensystems zwar überwiegend über seine Rezeptoren, zeigt aber auch in einigen Fällen intrazelluläre Effekte ohne Beteiligung spezifischer membranständiger Rezeptoren, so beispielsweise bei der Stimulation der Glukose-Aufnahme, des Glycogen-Abbaus sowie der Protein-Biosynthese. Soweit wird auf den zusammenfassenden Artikel von Erdö und Wolff in J. Neurochem. 54, (1990), S. 363-372 verwiesen.
GABA kann unproblematisch vollsynthetisch mit guten Ausbeuten hergestellt werden; wir verweisen insoweit zusammenfassend auf die Monographie in "The Merck Index", 11. Aufl. Merck & Co., Inc., Rahway, N. J., USA 1989, S. 70. Da GABA aber fast ubiquitär in Pflanzen und Tieren vorkommt, ist es auch möglich, anstelle der synthetischen Verbindung geeignete Extrakte oder deren Fraktionen aus Pro- oder Eukaryonten einzusetzen. Insbesondere Prokaryonten, und hier wiederum Bakterien, produzieren relativ große Mengen an GABA, so daß es möglich ist, die Substanz entweder aus deren eiweiß- und zellfreien Extrakten zu gewinnen oder diese Extrakte und Fraktionen selbst in standardisierter Form einzusetzen. Derartige Extrakte/Fraktionen können insbesondere aus Streptococcen, Staphylococcen, Escherichia, Proteus, Klebsiella, Gaffkya oder Mykobakterien hergestellt werden. Zur Herstellung wird aus technischen Gründen meist das leicht zugängliche E.coli verwendet.
Die wirksame Dosis der Substanz liegt im Bereich von etwa 0,1 µg/kg/d bis ca. 60 mg/kg/d, die bevorzugte Dosierung bei parenteraler Gabe bei etwa 1 µg/kg/d bis 1 mg/kg/d, bei oraler Gabe bei etwa 3 µg/kg/d bis 3 mg/kg/d. Da GABA sich durch eine geringe Toxizität auszeichnet und bei zentralnervöser Indikation Dosierungen bis zu 3 g/Tag verabreicht werden, ist eine große therapeutische Breite gegeben. Daher sind auch bei höheren Dosierungen keine Nebenwirkungen zu erwarten.
Die Verwendung von GABA kann vorzugsweise parenteral oder oral erfol­ gen, z. B. in Form von Injektionslösungen, Pulver, Granulaten, Tabletten, Kapseln oder Dragees. Da die Substanz gut durch die intakte Haut resorbiert wird, sind auch topische Zubereitungen möglich.
Die Herstellung der pharmazeutischen Darreichungsform erfolgt in einer dem Fachmann geläufigen Weise und ist unproblematisch.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Beispielenäher erläutert:
Beispiele 1 Synthese von GABA aus Succinimid
Die vorgestellte Methode entspricht der von Tafel und Stern (1900, Ber. 33, 2224). 135 g Succinimid wird in 450 ml Schwefelsäure (50%) gelöst und elektrolytisch bei 54A 7 Std. reduziert. Die Kathodenflüssigkeit wird anschließend mit Wasser verdünnt und durch Fällung mit zunächst Bariumcarbonat, dann Barythydratlösung aufgereinigt. Die baryt- und schwefelsäure­ freie, schwach saure Flüssigkeit wird dann im Vakuum mehrfach - zuletzt im Wasserstoffstrom - abdestilliert. Die Ausbeute beträgt etwa 60% der theoretisch möglichen. Das gewonnene Pyrrolidon wird dann zusammen mit der 2,5-fachen Menge kristallisierten Bariumhydroxids und der 10-fachen Menge Wasser 2 Stunden am Rückflußkühler gekocht und so hydrolysiert. Die entstehende GABA-Lösung wird zunächst mit Kohlensäure von Verunreinigungen befreit und dann der Rest des Baryts mit Schwefelsäure ausgefällt. Die baryt- und schwefelsäurefreie Lösung wird eingedampft. Die verbleibende Rohsäure, deren Ausbeute der theoretisch möglichen sehr nahe kommt, wird in der 4-fachen Menge Wasser gelöst und mit der 25-fachen Menge absoluten Alkohols versetzt. Nach Abfiltration der ersten Trübung und nochmaliger Zugabe einer gleichen Menge Alkohols kristallisiert die Hauptmenge der Säure aus.
Beispiel 2 Darstellung von GABA aus Piperylurethan und Salpetersäure
Hier wird auf eine Methode von Schotten (1883, Ber. 16, 643) zurückgegriffen. 300 ml rauchende Salpetersäure werden unter Kühlung zu 157,216 g Piperylurethan getropft. Die entstehende salpetersaure Lösung wird in 0,5 l Wasser aufgenommen und eine aus einer öligen Säure bestehende Phase abgetrennt. Die wäßrige Phase wird mit zweimal 100 ml Äther extrahiert und die Ätherphasen mit der zuvor abgetrennten öligen Phase vereinigt. Diese wird mit der gleichen Menge konzentrierter Salzsäure in einem geschlossenen Behälter über 100°C erhitzt. Die zurückbleibende salzsaure Lösung wird eingedampft und der Rückstand in wenig Wasser (10 ml) aufgenommen. Nach Filtration und Versetzung mit 5 ml Ethylalkohol und 100 mg Platinchlorid bildet sich nach einem Tag ein Niederschlag. Das Filtrat des Niederschlags wird mit H2S von Platin befreit und eingedampft. GABA kristallisiert dann als salzsaures Salz mit einer Ausbeute von ca. 90 g (87%) aus.
Beispiel 3 Gewinnung einer GABA-haltigen Wirkstoff-Fraktion aus einem Extrakt aus E.coli
Zur Gewinnung der GABA-haltigen Wirkstoff-Fraktion aus E.coli wird bevorzugt E.coli des Serotyps 02 : K1 : H6 fünf Tage bei 37°C bis zu einer Wachstumsdichte von 2 × 1012 koloniebildenden Einheiten/ml auf einem Nährmedium auf Fleischpeptonbasis bebrütet. Aus der gewachsenen Kultur wird in an sich bekannter Weise durch Mehrfachfiltration ein eiweiß- und zellfreier Extrakt mit den Stoffwechselprodukten gewonnen. Dieser Extrakt wird auf 2,3 mg Peptid/ml standardisiert und daraus GABA isoliert. Dazu werden beispielsweise 1,5 ml des Extrakts an einer, speziell für die Trennung von Aminosäuren geeigneten Kationenaustauschsäule mit einem Stufengradienten bei 58°C getrennt, wobei GABA mit dem Wechsel von Puffer A (1,7% Natriumcitrat-dihydrat, 0,5% NaCl in Wasser, pH 4 mit HCl) zu Puffer B (1,9% Natriumcitrat-dihydrat, 5% NaCl in Wasser, pH 6) nach einer Retentionszeit von ca. 43 Minuten eluiert und in Fraktionen aufgefangen wird. Die Detektion und Quantifizierung von GABA erfolgt durch Untersuchung der Fraktionen an einem kommerziellen Aminosäureanalysator (Beckmann 6300), im Prinzip nach dem Verfahren von Spackmann, Stein und Moore (Anal. Chem. 1958, 30, 1190). Die GABA-haltigen Fraktionen der Ionenaustauschchromatographie werden gepoolt (1,2 ml) und entsalzt (z. B. 100 µl an Sephadex G10-Gelchromatographie (Säulendimensionen 1 m × 2 cm, Fluß 300 µl) in 0.1% Trifluoressigsäure in Wasser). Der GABA enthaltende Peak, der - wie oben beschrieben - durch Aminosäureanalyse detektiert wird, wird eingetrocknet und in Wasser (z. B. 200 µl) aufgenommen. GABA kann so in einer Menge von mindestens 500 nmol/ml eiweiß- und zellfreiem Peptidextrakt aus E.coli, standardisiert auf 2,3 mg Peptid/ml, gewonnen werden.
Ein Vorteil der Verwendung von GABA in Form eines Extraktes oder einer Wirkstoff-Fraktion aus E.coli gegenüber der Applikation reinen GABAs dürfte in einer längeren Bioverfügbarkeit des im Extrakt oder der Fraktion vorliegenden GABAs liegen. So wird appliziertes reines GABA wahrscheinlich sehr rasch metabolisiert, während GABA in Form eines Extraktes oder einer Fraktion langsamer abgebaut wird und länger am Organ wirken könnte. Verantwortlich dafür ist möglicherweise eine Einbettung in andere molekulare Strukturen, eine Konformationsänderung (Umklappen) des GABA-Moleküls oder Dimerbildung.
Beispiel 4 Bestimmung der Wirkung von GABA auf die Bildung von IL-6
Mononukleare Zellen werden aus heparinisiertem Blut gesunder Spender mit Hilfe einer Gradientenzentrifugation über Ficoll® isoliert (Loppnow et al., Infect. Immun. 1990, 58, 3743-3750), mehrere Male gewaschen und in serumfreiem RPMI 1640 nach Loppnow et al (J. Immunol. 1989, 142, 3229-3238) mit L- Glutamin und Antibiotika inkubiert. 50 µl der Zellsuspension (entspricht 2 × 105 Zellen) werden vorgelegt. Hierzu werden jeweils 50 µl der zu testenden Substanzen und Kontrollen gegeben und der Ansatz mit den Zellen für 24 Stunden inkubiert. Die Überstände werden abgenommen, mit Schutzprotein versehen, bei -20°C aufbewahrt und anschließend in einem Cytokin-Test untersucht.
Im 7TD1-Assay nach van Snik et al. (Proc. Nat. Acad. Sci. USA 1986, 83, 9679-9683) wird die IL-6-induzierte Aktivität über den Einbau von radioaktivem 3H-Thymidin nachgewiesen.
Die erhaltenen Überstände der mononuklearen Zellen werden in 96 Loch Kulturplatten in 8 Stufen verdünnt. Zu diesen Verdünnungsreihen werden 2000 Zellen/Loch der IL-6- abhängigen murinen B-Zell-Linie 7TD1 hinzugefügt, ähnlich wie für B9-Zellen bei Loppnow und Libby beschrieben (Exp. Cell. Res. 1992, 198, 283-290). Die Kulturen werden 72 Stunden inkubiert, für weitere 6 Stunden mit radioaktivem Thymidin versehen und die Proliferation der Zellen durch Messung der eingebauten Radioaktivität ermittelt. Die Bestimmung der Aktivität der Überstände erfolgt durch Vergleich der Proben mit einem definierten Standard mit Hilfe der Probit-Analyse nach Gillis et al. (J. Immunmol. 1978, 120, 2027-2032).
Reine GABA-Lösungen zeigen eine spezifische IL-6- induzierende Aktivität von durchschnittlich 5,7 × 106 pg IL- 6/nmol auf, während eine GABA-haltige Wirkstoff-Fraktion nach Beispiel 3 eine spezifische Aktivität von 10,3 × 106 pg IL-6/nmol aufweist.
Beispiel 5 Bestimmung der Wirkung einer GABA-haltigen Wirkstoff- Fraktion nach Beispiel 3 in Kombination mit LPS auf die Bildung von IL-6
In einem Testsystem gemäß Beispiel 4 wird die Wirkung einer GABA-haltigen Wirkstoff-Fraktion nach Beispiel 3 auf die IL-6- Bildung in Kombination mit LPS getestet. LPS wird in Konzentrationen unterhalb der niedrigsten Konzentration mit maximaler Stimulation, in diesem Fall 5 pg/nmolAminosäure eingesetzt.
Die auf den Aminosäuregehalt standardisierte GABA-haltige Wirkstoff-Fraktion nach Beispiel 3 weist mit LPS eine spezifischen IL-6-induzierende Aktivität von 17,8 × 106 pg IL- 6/nmolAminosäure auf.
Beispiel 6 Applikationsart als Injektionslösung
Für eine rasche und von der Zuverlässigkeit des Patienten unabhängige Therapie kann sich eine parenterale Applikation des Medikaments empfehlen. Der Magen-Darmtrakt wird bei der Aufnahme zunächst umgangen. GABA ist hervorragend wasserlöslich. Es ist daher möglich eine reine GABA-Lösung in Wasser als Injektionslösung zu verwenden, ebenso wie einen zell- und proteinfreien Extrakt aus Pro- bzw. Eukaryonten oder Fraktionen davon, wie exemplarisch in Beispiel 3 beschrieben. Die Injektionslösung könnte bei gewünschter rascher Wirkung intravenös (i.v.) oder für eine langanhaltendere Depot-Wirkung subcutan (s.c.) appliziert werden. Eine bevorzugte Dosierung sind etwa 1 µg/kg/d-1 mg/kg/d. Die Injektionslösungen werden in an sich bekannter Weise hergestellt.
515 mg GABA werden in 10 l isotonischer Kochsalzlösung verdünnt, sterilisiert und mit einer Wirkstoffkonzentration von 51,5 µg/ml in Ampullen zu 10 ml portioniert.
Beispiel 7 Orale Gabe von GABA
Für die Selbstapplikation des Patienten empfiehlt sich im allgemeinen eine orale Gabe des Wirkstoffes. Sowohl GABA in reiner Form als auch GABA-haltige Extrakt oder Fraktionen können in getrockneter oder gelöster Form appliziert werden. Möglich wäre dabei eine Gabe als Lösung, Pulver, Granulat, Dragee, Tablette oder Kapsel. Eine bevorzugte Dosierung sind etwa 3 µg/kg/d-3 mg/kg/d. Die oralen Präparate werden in an sich bekannter Weise hergestellt.
500 mg GABA werden unter sterilen Bedingungen mit 99,5 g Trägersubstanzen (Magnesiumstearat, Polyvidon, Lactose oder Stärke) gemischt und zu Tabletten, Kapseln, Pulver, Granulat und Dragees mit Wirkstoffmengen von 0,5 mg verarbeitet.
Möglich ist auch die Herstellung einer Lösung. Dazu werden 515 mg GABA in 10 l isotonischer Kochsalzlösung verdünnt, sterilisiert und mit einer Wirkstoffkonzentration von 51,5 µg/ml in Ampullen zu 10 ml portioniert.
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Claims (12)

1. Verwendung von γ-Aminobuttersäure als Interleukinbildungsstimulans.
2. Verwendung von γ-Aminobuttersäure nach Anspruch 1 zur Induktion der Bildung von Interleukin 6.
3. Verwendung von γ-Aminobuttersäure nach Anspruch 1 und 2 zur indizier­ ten oder prophylaktischen Stärkung des Immunsystems.
4. Verwendung von γ-Aminobuttersäure nach Anspruch 1 bis 3 bei Entzün­ dungsprozessen.
5. Verwendung von γ-Aminobuttersäure nach Anspruch 1 bis 4 in Kombina­ tion mit Lipopolysaccharid.
6. Verwendung von γ-Aminobuttersäure nach Anspruch 1 bis 5 in Form von zell- und eiweißfreien Extrakten aus Pro- oder Eukaryonten oder in Form von Fraktionen von zell- und eiweißfreien Extrakten aus Pro- oder Eu­ karyonten.
7. Verwendung von γ-Aminobuttersäure nach Anspruch 1 bis 5 in Form von gereinigten, zell- und eiweißfreien Fraktionen von Extrakten aus E.coli.
8. Verwendung von γ-Aminobuttersäure nach Anspruch 1 bis 7 in peroraler oder injizierbarer Applicationsform.
9. Verwendung von γ-Aminobuttersäure nach Anspruch 1 bis 8 in einer Do­ sierung von etwa 0.1 µg/kg/d-60 mg/kg/d.
10. Verwendung von γ-Aminobuttersäure nach Anspruch 1 bis 9 in einer Do­ sierung von 1 µg/kg/d-1 mg/kg/d bei parenteraler Gabe.
11. Verwendung von γ-Aminobuttersäure nach Anspruch 1 bis 9 in einer Do­ sierung von 3 µg/kg/d-3 mg/kg/d bei oraler Gabe.
12. Verwendung von γ-Aminobuttersäure nach Anspruch 5, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Lipopolysaccharid in Konzentrationen unterhalb der niedrigsten Konzentration mit maximaler Stimulation verwendet wird.
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