DE19711204C2 - Schaltungsanordnung einer Zündendstufe - Google Patents
Schaltungsanordnung einer ZündendstufeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung einer
Zündendstufe, insbesondere für eine Zündschaltung eines
Kraftfahrzeugs, mit den Merkmalen des Hauptanspruchs.
Es ist bekannt, bei Zündanlagen, insbesondere bei
einkerzigen beziehungsweise verteilerlosen mehrkerzigen
Zündanlagen, die Zündkerzen unmittelbar mit einer
Sekundärwicklung einer Zündspule zu verbinden. Die
Sekundärwicklung der Zündspule wirkt mit einer
Primärwicklung der Zündspule zusammen, die über ein
Schaltmittel ansteuerbar ist. Hierbei ist es nachteilig, daß
beim Einschalten des Primärstromes in der Sekundärwicklung
eine hohe Spannung induziert wird, die im Einschaltzeitpunkt
zum Entstehen eines Zündfunkens an der Zündkerze führen
kann. Dieser Einschaltzündfunke ist unerwünscht, da er zu
hohen Zerstörungen an einer die Zündanlage aufweisenden
Brennkraftmaschine führen kann.
Aus der US 5 127 388 A ist eine Schaltungsanordnung für
einen Zündsteuerkreis bekannt, bei welcher ein im
Primärkreis der Zündspule angeordneten Leistungstransistor
mittels der Impulse eines Pulsgenerators aus dem
Sperrzustand über den Aktivbetrieb langsam in den leitenden
Zustand geführt wird, wobei die stetig sinkende
Kollektorspannung berücksichtigt wird.
Aus der EP 0 244 633 B1 ist eine Zündanlage für
Brennkraftmaschinen bekannt, bei der die Primärwicklung
mittels einer Ansteuerschaltung angesteuert wird, die einen
Anstieg des Stromes der Primärwicklung beeinflußt. Hierdurch
wird dem Entstehen eines Einschaltzündfunkens
entgegengewirkt. Bei der bekannten Schaltung ist nachteilig,
daß diese relativ aufwendig ist. Mit der vorliegenden
Erfindung soll eine Schaltungsanordnung für eine Zündanlage
zur Verfügung gestellt werden, die auf einfache Art und
Weise einen Einschaltfunken unterdrückt und sich
kostengünstig realisieren läßt.
Die erfindungsgemäße Schaltungsanordnung mit den im Anspruch
1 genannten Merkmalen bietet den Vorteil, daß mittels
einfacher Mittel, die leicht in eine bestehende
Ansteuerschaltung zu integrieren sind, eine Unterdrückung
eines Einschaltzündfunkens erfolgen kann. Dadurch, daß die
Ansteuerschaltung ein zweistufiges Einschalten der Zündspule
gestattet, ist es in einfacher Weise möglich, im
Einschaltzeitpunkt den Primärstrom zu begrenzen und somit
die Übertragung eines primären Spannungssprunges auf die
Sekundärspule zu verhindern. Das zweistufige Einschalten
erfolgt dabei über ein Zeitglied, so daß der
Umschaltzeitpunkt vom ersten in den zweiten Schaltzustand
definiert vorgegeben werden kann.
Die Umschaltung erfolgt bevorzugterweise zu einem Zeitpunkt,
zu dem die Sekundärspannung der Sekundärspule nach dem
Einschalten mit den Einschaltstrom der ersten Schaltstufe im
Abklingen begriffen ist. Durch dieses zeitlich zueinander
versetzte Ansteuern der Primärwicklung in definiertem
Zeitabstand wird das Erreichen der notwendigen Sekun
därspannung für die Zündkerze sichergestellt, ohne
daß zuvor im Einschaltzeitpunkt ein Zündfunke infolge
des primären Spannungssprungs im Einschaltzeitpunkt
entsteht.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
ergeben sich aus den übrigen in den Unteransprüchen
genannten Merkmalen.
Die Erfindung wird nachfolgend in einem Ausführungs
beispiel anhand der zugehörigen Zeichnungen näher er
läutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Schaltbild einer Zündendstufe und
Fig. 2 bis Fig. 5 verschiedene Spannungs- und Stromverläufe
der Zündendstufe.
Fig. 1 zeigt eine Schaltungsanordnung 10 einer Zünd
endstufe einer Brennkraftmaschine. In der Fig. 1 ist
lediglich eine Zündendstufe gezeigt, wobei je nach
Anzahl der Zylinder der Brennkraftmaschine eine ent
sprechende Anzahl von Zündendstufen vorgesehen sind.
An einem Eingangsanschluß 12, der der Basis eines
Schalttransistors T3 zugeordnet ist, liegt das Aus
gangssignal einer Motorsteuerung an. Der Anschluß 12
ist über einen Widerstand R1 mit der Basis des
Transistors T3 verbunden. Der Transistor T3 ist als
Mehrfach-Darlington-Transistorstufe ausgebildet. Der
Transistor T3 ist mit seinem Kollektor mit der Pri
märwicklung 14 einer Zündspule 16 verbunden, deren
anderer Anschluß an einer Versorgungsspannung, bei
spielsweise der Spannung UBat einer Kraftfahrzeugbat
terie, liegt. Die Zündspule 16 weist in bekannter
Weise eine Sekundärspule 18 auf, deren einer Anschluß
ebenfalls an der Versorgungsspannung liegt und deren
anderer Anschluß mit einer angedeuteten Zündkerze 20
in Verbindung steht. Der Emitter C des Transistors T3
ist mit Masse verbunden.
Der Eingangsanschluß 12 ist ferner über einen Wider
stand R2 mit der Basis eines Transistors T2 ver
bunden. Der Kollektor des Transistors T2 ist über ei
nen Widerstand R3 mit dem Kollektor C des Transistors
T3 verbunden. Der Emitter des Transistors T2 ist mit
dem Emitter E des Transistors T3 verbunden.
Darüber hinaus ist der Eingangsanschluß 12 mit einem
Eingang eines Zeitgliedes 22 verbunden, dessen Aus
gang mit der Basis eines Transistors T1 verbunden
ist. Der Kollektor des Transistors T1 ist mit der
Basis des Transistors T3 und der Emitter des
Transistors T1 mit dem Emitter E des Transistors T3
verbunden.
Die in Fig. 1 gezeigte Schaltungsanordnung übt fol
gende Funktion aus:
Mit einem Eingangssignal am Eingangsanschluß 12 wer
den die Transistoren T2 und T1 aufgesteuert, so daß
diese sofort leitend werden. Der aufgesteuerte
Transistor T1 sperrt hierbei durch die Verbindung des
Kollektors des Transistors T1 mit der Basis des
Transistors T3 den Transistor T3. Die Verbindung der
Primärspule 14 mit Masse über den Kollektoranschluß C
erfolgt durch den aufgesteuerten Transistor T2 und
den mit diesem in Reihe liegenden Widerstand R3. Der
Widerstand R3 ist hochohmig gewählt, das heißt, die
ser besitzt einen Widerstand, der wesentlich größer
ist als der Widerstand der Primärwicklung 14. Über
den Transistor T2 und den Widerstand R3 wird der
Transistor T3 praktisch überbrückt.
Nach Ablauf einer voreingestellten Zeit am Zeitglied
22 wird der Transistor T1 gesperrt, so daß hierdurch
der Transistor T3 aufgesteuert wird. Die Verbindung
zwischen der Spannungsquelle und der Primärwicklung
14 der Zündspule 16 erfolgt nunmehr über den
Transistor T3, wobei die Verbindung über den Wider
stand R3 und den Transistor T2 aufgrund der Hoch
ohmigkeit des Widerstandes R3 vernachlässigbar ist.
Durch geeignete Maßnahmen kann der Transistor T2 je
doch auch mit Einschalten des Transistors T3 gleich
zeitig gesperrt werden. Zum Zündzeitpunkt der Zünd
kerze 20 werden die Transistoren T2 und T3 gesperrt.
Eine gegebenenfalls notwendige Klammerung wird von
dem Transistor T3 in nicht dargestellter Weise über
nommen.
In den Fig. 2 und 3 ist der Verlauf der Kollektor
emitterspannungen des Transistors T2 UCE T2 und des
Transistors T3 UCE T3, der Zündspulenstrom I und die
Sekundärspannung der Zündspule Usek dargestellt. In
Fig. 2 ist zunächst der Einschaltzeitpunkt, das
heißt der Zeitpunkt t0, an dem am Eingangsanschluß 12
das Ausgangssignal der Motorsteuerung anliegt, dar
gestellt. Es wird deutlich, daß die Spannung UCE T3
nicht nach einer E-Funktion ansteigt, sondern zu
nächst eine Schwingung aufweist, obwohl der Transi
stor T2 dauernd durchgesteuert ist, wie der Span
nungsverlauf UCE T2 verdeutlicht. Diese Schwingung
resultiert aus der Einwirkung der im Sekundärkreis
vorhandenen Wicklungs- und Leitungskapazität auf die
Primärseite der Zündspule 16. Die Frequenz dieser
Schwingung des Spannungsverlaufes UCE T3 ist unab
hängig von der Versorgungsspannung, also der Spannung
der Kraftfahrzeugbatterie. Der in Fig. 2 gezeigte
Verlauf der Spannungen würde sich ergeben, wenn der
Transistor T3 ständig gesperrt wäre. Durch das ver
zögerte Einschalten des Transistors T3 über das
Zeitglied 22 - wie anhand von Fig. 1 erläutert - zu
einem Zeitpunkt t1 erhält man den in Fig. 3 verdeut
lichten Spannungs- beziehungsweise Stromverlauf. Der
Zeitpunkt t1 liegt in der Phase der abklingenden Pri
märspannung zu einem Zeitpunkt von zirka 30 µs nach
dem Zeitpunkt t0. Da hier der Transistor T3 auf
gesteuert wird, fällt nachfolgend die Spannung UCE T2
fast auf 0 ab, da aufgrund des hochohmigen Wider
standes R3 über den Transistor T2 und den Widerstand
R3 praktisch kein Strom mehr fließt.
Anhand des Verlaufes der Sekundärspannung Usek wird
deutlich, daß diese im Einschaltzeitpunkt beziehungs
weise kurz nach dem Einschaltzeitpunkt t0 nicht auf
einen Wert aufschwingt, der einen unkontrollierten
Zündfunken an der Zündkerze 20 bewirken kann. Die
Größe der Sekundärspannung Usek ist von dem Über
setzungsverhältnis der Zündspule 16 abhängig und
überschreitet nicht den 1 kV-Wert während der ge
samten Stromrampe.
Anhand der Fig. 4 und 5 wird der Verlauf der Span
nungen und des Zündstromes nochmals in einer Gegen
überstellung der Verhältnisse bei einer Zündendstufe
mit der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung gemäß
Fig. 1 (Fig. 4) und einer Zündendstufe ohne dem
zweistufigen Einschalten der Zündspule verdeutlicht.
Es wird deutlich, daß die Sekundärspannung Usek bei
nicht zweistufigem Einschalten (Fig. 5) durch Über
tragen des durch UCE T3 hervorgerufenen primären
Spannungssprunges ein Aufschwingen und allmähliches
Abklingen des sekundären Spannungssprungs erfährt,
dessen Spitzenwerte über der induzierten Spannung
Usek während des Anstieges des Zündspulenstromes I
liegt. Diese Spannungsspitzen können zu unkontrol
lierten Zündfunken an der Zündspule 20 führen. Gemäß
dem in Fig. 4 verdeutlichten Verlauf der Sekundär
spannung Usek bei einem zweistufigen Einschalten der
Zündspule treten diese Spannungsspitzen nicht auf.
Claims (8)
1. Schaltungsanordnung einer Zündendstufe, insbesondere für
eine Zündschaltung eines Kraftfahrzeugs, mit einem
Schaltmittel (T3), das den Strom durch die Primärwicklung
(14) einer Zündspule (16) ein- und ausschaltet, und einer
Ansteuerschaltung (10) für das Schaltmittel (T3), wobei die
Ansteuerschaltung (10) ein zweistufiges Einschalten des
Stromes durch die Primärwicklung (14) der Zündspule (16) in
der Art bewirkt, daß zunächst zum von außerhalb der
Ansteuerschaltung (10) vorgegebenem Einschaltzeitpunkt (t0)
für den Strom durch die Primärwicklung sowohl das
Schaltmittel (T3) über einen Hilfstransistor (T1) gesperrt
wird als auch ein das Schaltmittel (T3) überbrückender,
einen begrenzten Strom führender hochohmiger Parallelzweig
(R3, T2) eingeschaltet wird, und daß zu einem definierten
Umschaltzeitpunkt (t1) nach dem Einschaltzeitpunkt (t0) die
Sperre des Schaltmittels (T3) über den Hilfstransistor (T1)
wieder aufgehoben wird, wobei die Sperre des Schaltmittels
(T3) durch ein den Hilfstransistor (T1) ansteuerndes
Zeitglied (22) bewirkt wird, welches zeitgleich mit dem
Einschaltzeitpunkt (t0) aktiviert wird und zu dem
definierten Umschaltzeitpunkt (t1) abfällt.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß im Einschaltzeitpunkt (t0) das
Schaltmittel (T3) mit einem Widerstand (R3) hochohmig
überbrückt wird.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch
gekennzeichnet, daß das Schaltmittel (T3) ein Darlington-
Schalttransistor ist.
4. Schaltungsanordnung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Hilfstransistor
(T1) zur Sperrung des Schaltmittels (T3) die
Basisemitterstrecke des Darlington-Schalttransistor
überbrückt.
5. Schaltungsanordnung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Umschaltzeitpunkt
(t1) innerhalb der Abklingphase der beim Einschalten des
hochohmigen Parallelzweiges (R3, T2) in der Zündspule (16)
induzierten Primärspannung liegt.
6. Schaltungsanordnung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Umschaltzeitpunkt
(t1) zirka 30 µs nach dem Einschaltzeitpunkt (t0) liegt.
7. Schaltungsanordnung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der hochohmige
Parallelzweig (R3, T2) zum Schaltmittel (T3) durch einen
außerhalb der Sättigung betriebenen Transistor (T2) gebildet
wird.
8. Schaltungsanordnung nach Anspruch 3 oder nach einem der
Ansprüche 4 bis 7, soweit sie sich auf Anspruch 3 beziehen,
dadurch gekennzeichnet, daß das Einschalten des Stromes
durch die Primärwicklung (14) der Zündspule (16) durch
das als Darlington-Schalttransistor ausgebildete
Schaltmittel (T3) mittels Detektion der abklingenden
Spannung am Kollektor (C) des Darlington-Schalttransistor
erfolgt.
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