DE19711838C2 - Startresonatoranordnung für einen phasenkonjugierten Laser-Oszillator - Google Patents
Startresonatoranordnung für einen phasenkonjugierten Laser-OszillatorInfo
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Description
Es wird eine Vorrichtung vorgeschlagen, die gegenüber konventionellen Resonatoren, die als
Startresonatoren für phasenkonjugierte Laser-Oszillatoren dienen, eine Vergrößerung
des Stabilitätsbereiches bezüglich der thermisch induzierten Brechkraft des aktiven
Mediums ermöglicht. Die Vorrichtung besteht aus einem oder mehreren Spiegeln,
die jeweils als Resonatorspiegel für den Startresonator fungieren, jedoch bedingt
durch den unterschiedlichen Krümmungsradius und/oder eine Positionierung in
unterschiedlichen Ebenen einen stabilen Betrieb des Startresonators in unterschied
lichen Brechkraft-Intervallen erlauben. Dabei werden bevorzugt entweder teildurchlässige
Spiegel unterschiedlichen Krümmungsradius seriell in geeigneten Abständen aufge
reiht, oder es wird über einen oder mehrere Strahlteiler der Laserstrahl auf unter
schiedliche Resonatorspiegel aufgespalten. Durch geeignete Aneinanderreihung der
Stabilitätsbereiche der einzelnen Resonatoren kann erreicht werden, daß der Startre
sonator immer nur zwischen denjenigen Spiegeln oszilliert, die für die gerade
vorliegende Brechkraft des aktiven Mediums einen stabilen Betrieb ermöglicht. Beim
Übergang von einem zum anderen Stabilitätsbereich geht die Laser-Oszillation auf
einen anderen Resonator über.
Ein phasenkonjugierter Oszillator besteht aus einem konventionellen Spiegel (dh.
einem Substrat mit einer dielektrischen oder metallischen Beschichtung), einem
phasenkonjugierenden Spiegel (im folgenden kurz Phasenkonjugator) sowie einem
zwischen diesen Spiegeln befindlichen aktiven (dh. lichtverstärkenden) Medium. Der
Phasenkonjugator zeichnet sich dadurch aus, daß er ein einfallendes elektromagne
tisches Feld in ein Feld mit konjugiert komplexer Phase transformiert. Dies bedeutet
insbesondere eine exakte Umkehr der Ausbreitungsrichtung des einfallenden Feldes.
Hierdurch ist es möglich, Phasenstörungen in einem optischen Resonator, insbeson
dere bedingt durch das aktive Medium, zu kompensieren. Insbesondere hervor
zuheben ist dabei die sogenannte thermische Linse bei optisch gepumpten Festkörper
lasern. Hierbei besteht das aktive Medium aus einem mit aktiven Atomen dotierten
zylinderförmigen Kristall, der über die Mantelfläche gekühlt wird. Bei der optischen
Anregung solcher Kristalle wird ein Teil der absorbierten Lichtleistung in Wärme
umgesetzt. Bedingt durch die Kühlung des Kristalles auf den Mantelflächen und die
Wärmeleitung im Kristall kommt es dabei zu einem sich entlang der Radialkoordinate
ausbildenden, in erster Näherung parabolischen, Temperaturprofil. Da der Bre
chungsindex in der Regel von der Temperatur abhängt, resultiert aus dem entspre
chenden Brechungsindexprofil eine Linsenwirkung des Kristalles beim Durchgang
eines Laserstrahles. Die Brennweite dieser sogenannten thermischen Linse nimmt mit
der optischen Pumpleistung ab und kann leicht in die Größenordnung der verwende
ten Resonatorlänge gelangen, so daß die transversale Modenstruktur des Resonators
signifikant beeinflußt wird. Insbesondere kann es dazu kommen, daß für bestimmte
Brechkräfte der thermischen Linse der Resonator instabil wird, d. h. es kann sich
keine nach einem Resonatorumlauf reproduzierende Feldverteilung ausbilden. Das
Pumpleistungs- bzw. Brechkraftintervall, in dem der Resonator stabil ist, hängt von
der Resonatorgeometrie ab, kann aber bei für Grundmodebetrieb optimierten Resona
toren weniger als 10% der maximal verfügbaren Pumpleistung betragen. Daher
können konventionelle Resonatoren ohne aktive Veränderung der Resonatorgeometrie
in der Regel nur in einem eingeschränkten Stabilitätsbereich betrieben werden.
Im Gegensatz dazu zeichnen sich phasenkonjugierte Resonatoren dadurch aus,
unabhängig von der thermischen Linse einen stabilen Laserbetrieb zu ermöglichen.
Da jedoch Phasenkonjugation in der Regel auf nichtlinear von der Laserleistung
abhängigen Effekten basiert, ist zum Starten des phasenkonjugierten Resonators ein
konventioneller Resonator erforderlich, der zunächst einen Reflexionsgrad des
Phasenkonjugators anregt. Aufgrund der oben diskutierten Problematik ist dies
jedoch nur in einem eingeschränktem Brechkraftbereich der thermischen Linse
möglich.
Zur Zeit werden mit blitzlampengepumpten Nd-Laser-Oszillatoren und sogenannten
SBS-Zellen als phasenkonjugierende Elemente mittlere Ausgangsleistungen von
einigen 10 Watt erzielt. Da diese Aufbauten lediglich einen Startresonator bestehend
aus zwei Laserspiegeln besitzen (wie in DE 40 09 116 A1 beschrieben), ist es erforderlich, bei einer Erhöhung der
mittleren Pumpleistung eine optische Komponente im Strahlengang nachzuführen
(z. B. durch Verschiebung einer Linse), um die Stabilität des Startresonators zu
gewährleisten. Dies ist bezüglich potentieller Anwendungen derartiger Laser nicht
praxisgerecht.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, den
Stabilitätsbereich derartiger Startresonatoren zu
verbreitern.
Die Erfindung besteht aus einer Vorrichtung aus mehreren Laserspiegeln, die
aufgrund unterschiedlicher Krümmungsradien bzw. Positionen einen stabilen Betrieb
des Startresonators in verschiedenen Brechkraftintervallen ermöglichen. Der Laser
strahl wird über eine geeignete Anordnung der Spiegel, ggf. zusammen mit einem
oder mehreren Strahlteilern, auf mehrere Laserspiegel gelenkt, von denen nur jeweils
ein Spiegel zu einer gegebenen Brechkraft des aktiven Mediums einen stabilen
Resonator ergibt.
Das Problem der Verbreiterung des Stabilitätsbereiches des Startresonators wird
erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Hauptanspruches gelöst.
Durch Ersetzen des einen Resonatorspiegels des Startresonators durch mehrere
Resonatorspiegel kann der phasenkonjugierte Oszillator durch mehrere Startresona
toren angeregt werden. Die Stabilitätsbereiche der einzelnen Startresonatoren
bezüglich der Variation der Brechkraft des aktiven Mediums können mit Hilfe der
Position und der Krümmungsradien der Spiegel so angepasst werden, daß durch alle
Spiegel zusammen effektiv ein erweiterter Stabilitätsbereich abgedeckt wird.
Durch Verwendung mehrerer Resonatorspiegel für den Startresonator, die jeweils
einen anderen Krümmungsradius besitzen und/oder in unterschiedlichen Ebenen
positioniert sind, wird der effektive Stabilitätsbereich des Startresonators durch
Aneinanderreihung der Stabilitätsbereiche mehrerer geschachtelter Startresonatoren
auf das erforderliche Maß verbreitert. Zweck
mäßigerweise werden die einzelnen Stabilitätsbereiche so gewählt, daß sie sich
aneinanderanschließen und nicht überlappen, so daß zu einer gegebenen Brechkraft
immer nur einer der möglichen Startresonatoren stabil ist. Die restlichen Startresona
toren liefern dann keinen Beitrag zur Anregung des phasenkonjugierten Oszillators.
Die Vorrichtung ermöglicht den Betrieb von phasenkonjugierten Laser-Oszillato
ren über einen beliebig großen Variationsbereich der Brechkraft des aktiven Medi
ums, ohne daß hierzu eine aktive Veränderung des Resonatordesigns erforderlich ist.
Auf dieser Grundlage können Laser-Oszillatoren im Grundmode-Betrieb realisiert
werden, bei denen die mittlere elektrische Pumpleistung in einem vorgegebenen
Intervall beliebig variiert werden kann, ohne daß dies einen Einfluß auf die Strahl
qualität des Lasers hat.
Im folgenden sind zwei Ausführungsbeispiele erläutert.
- a) Eine mögliche Ausführungsform der Vorrichtung ist in Abb. 1 dargestellt. Der
phasenkonjugierte Oszillator besteht aus dem phasenkonjugierten Element (2), dem
aktiven Medium (3) sowie einem konventionellem Laserspiegel (4). Der phasenkon
jugierte Resonator wird aus dem Phasenkonjugator (2) und dem Spiegel (4) gebildet.
Die spontane Emission des aktiven Mediums (3) reicht in der Regel nicht aus, um
eine Laser-Oszillation im phasenkonjugierten Resonator anzuregen, da Phasenkon
jugation in der Regel auf der Grundlage von nichtlinearen (dh. intensitätsabhängigen)
Effekten realisiert wird. Daher sind ein oder mehrere zusätzliche konventionelle
Resonatoren erforderlich, um zunächst im Phasenkonjugator einen Reflexionsgrad
aufzubauen. Im vorliegenden Fall werden mit Hilfe zweier seriell angeordneter
zusätzlicher Spiegel (1a, 1b), die für die Laserwellenlänge teildurchlässig sind, mit
dem Spiegel (4) jeweils zwei Resonatoren gebildet, die den Phasenkonjugator (2) und
das aktive Medium (3) umschliessen. Die Krümmungsradien der Spiegel (1a, 1b)
werden dabei so gewählt, daß die jeweiligen Resonatoren in verschiedenen Brech
kraftbereichen des aktiven Mediums (3) stabil sind.
Die Stabilität der Resonatoren ist schematisch in Abb. 3 dargestellt. Dabei ist ein dimensionsloser Stabilitätsparameter als Funktion der Brechkraft n aufgetragen. Der Stabilitätsparameter ergibt sich aus einer Berechnung der sogenannten ABCD- Matrix des Resonators für einen Resonatorumlauf zu (A + D)2/4, wobei A und D die entsprechenden Matrixelemente der Umlaufmatrix bedeuten, die u. a. von der Brech kraft des aktiven Mediums abhängen. Es läßt sich zeigen, daß ein Resonator dann stabil ist, wenn der Stabilitätsparameter kleiner als eins ist. Diese sogenannte Stabili tätsgrenze ist in Abb. 3 als horizontale Linie (3) eingezeichnet. Dargestellt sind ferner die Stabilitätsparameter (4, 5) der beiden Startresonatoren (Spiegel 1a und Spiegel 4 bzw. Spiegel 1b und Spiegel 4) als Funktion der Brechkraft n. Durch Wahl ge eigneter Krümmungsradien und/oder der Position der Spiegel (1a, 1b) läßt sich erreichen, daß der aus den Spiegeln 1a und 4 gebildete Resonator in einem Brech kraftintervall (6) stabil ist (schraffierter Bereich), und der aus den Spiegeln 1b und 4 gebildete Resonator in einem direkt angrenzenden Brechkraftintervall (7).
Hierdurch wird erreicht, daß der phasenkonjugierte Oszillator effektiv über einen Brechkraftbereich angeregt werden kann, der der Summe der Brechkraftbereiche (6 und 7) entspricht. Damit die Resonatorgüte der beiden Startresonatoren gleich ist, muß die Transmission bzw. der Reflexionsgrad der Spiegel entsprechend angepasst werden, d. h. der Reflexionsgrad von Spiegel 1a muß höher gewählt werden, als der der von Spiegel 1b, um den Transmissionsverlusten beim Durchgang durch Spiegel (1b) Rechnung zu tragen. - b) Eine gegenüber a) modifizierte Ausführungsform der Vorrichtung ist in Abb. 2
dargestellt. Hier werden die beiden Spiegel (1a, 1b) zur Bildung zweier Startresonato
ren nicht seriell angeordnet, sondern über einen zusätzlichen für die Laserwellenlän
ge teildurchlässigen Strahlteiler (1c) gebildet. Der durch Spiegel 1a und 4 gebildete
Startresonator wird in Transmission durch den Strahlteiler (1c) betrieben, während
der Startresonator, gebildet aus Spiegel 1b und 4, in Reflexion über der Strahlteiler
(1c) betrieben wird. Bei einem Strahlteiler mit einer Transmission von 50% kann der
Reflexionsgrad der beiden Startspiegel (1a, 1b) gleich gewählt werden, um zwei
Resonatoren gleicher Güte zu erhalten. Ansonsten müssen die Reflexionsgrade
entsprechend angepasst werden.
Für die Lage der Stabilitätsbereiche der beiden Startresonatoren bezüglich der Brechkraft des aktiven Mediums (3) gilt das unter a) beschriebene in analoger Art und Weise.
Claims (8)
1. Startresonatoranordnung für einen phasenkonjugierten
Laser-Oszillator (2, 4),
dadurch gekennzeichnet, daß
mehr als zwei Spiegel (1a, 1b, 4) vorgesehen sind, die in
ihrer Beschaffenheit, insbesondere dem Krümmungsradius, so
ausgebildet und/oder derart angeordnet sind, daß mehrere
Startresonatoren gebildet sind, die in unterschiedlichen
Bereichen der Brechkraft des aktiven Mediums stabil sind.
2. Startresonatoranordnung nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Spiegel (1a, 1b) in unterschiedli
chen Ebenen positioniert sind.
3. Startresonatoranordnung nach Anspruch 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß die Spiegel (1a, 1b) seriell an
geordnet sind und mindestens einer von ihnen (1b) für die
Laserwellenlänge teildurchlässig ist, so daß der an einem
vorbestimmten Spiegel (1a) reflektierte Strahl den bzw.
die anderen Spiegel teilweise transmittieren kann und zur
Rückkopplung in den Resonator beiträgt.
4. Startresonatoranordnung nach Anspruch 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß ein teildurchlässiger Strahltei
ler (1c) vorgesehen ist, durch den der Strahl aufgespalten
wird und die Strahlanteile auf verschiedene Spiegel (1a,
1b) und somit in verschiedene Startresonatoren gelenkt
werden.
5. Startresonatoranordnung nach Anspruch 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß der Strahl zur Ausrichtung auf
mehrere Spiegel durch polarisierende Elemente oder durch
diffraktive optische Elemente aufgespalten wird.
6. Startresonatoranordnung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß statt eines aktiven
Mediums mehrere getrennte aktiven Medien vorgesehen sind.
7. Startresonatoranordnung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in mindestens einem
Startresonator zusätzliche konventionelle optische Kompo
nenten, insbesondere Umlenkspiegel, Linsen und Blenden,
und/oder polarisationsbeeinflussende optische Komponenten
angeordnet sind.
8. Startresonatoranordnung nach einem der vorhergehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschaffenheit
und/oder Position der Spiegel derart gewählt sind, daß der
effektive Stabilitätsbereich der Startresonatoranordnung
auf das für die Variation der mittleren elektrischen
Pumpleistung in einem vorgegebenen Bereich ohne Beeinflus
sung der Strahlqualität erforderliche Maß verbreitert ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997111838 DE19711838C2 (de) | 1997-03-21 | 1997-03-21 | Startresonatoranordnung für einen phasenkonjugierten Laser-Oszillator |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997111838 DE19711838C2 (de) | 1997-03-21 | 1997-03-21 | Startresonatoranordnung für einen phasenkonjugierten Laser-Oszillator |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19711838A1 DE19711838A1 (de) | 1998-09-24 |
| DE19711838C2 true DE19711838C2 (de) | 1999-04-08 |
Family
ID=7824138
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997111838 Expired - Fee Related DE19711838C2 (de) | 1997-03-21 | 1997-03-21 | Startresonatoranordnung für einen phasenkonjugierten Laser-Oszillator |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19711838C2 (de) |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4009116A1 (de) * | 1990-03-19 | 1991-09-26 | Festkoerper Laser Inst Berlin | Festkoerperlaseranordnung |
| DE19628068A1 (de) * | 1996-07-12 | 1997-06-19 | Ralf Prof Dr Menzel | Laser mit Grundmode-Determinator |
| DE19609166A1 (de) * | 1996-03-09 | 1997-09-11 | Hans Joachim Prof Dr Eichler | Serielle Laserverstärker-Anordnung mit optischem System zur Kompensation starker thermischer Linsenvariation |
-
1997
- 1997-03-21 DE DE1997111838 patent/DE19711838C2/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4009116A1 (de) * | 1990-03-19 | 1991-09-26 | Festkoerper Laser Inst Berlin | Festkoerperlaseranordnung |
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| DE19628068A1 (de) * | 1996-07-12 | 1997-06-19 | Ralf Prof Dr Menzel | Laser mit Grundmode-Determinator |
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|---|---|
| DE19711838A1 (de) | 1998-09-24 |
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