DE19711707C1 - Verfahren und Vorrichtung zur Präparation von in Teilung befindlichen Zellen für die Chromosomenanalyse - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Präparation von in Teilung befindlichen Zellen für die ChromosomenanalyseInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Präparati
on von in Teilung befindlichen Zellen für die mikroskopi
sche Chromosomenanalyse nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfah
rens.
Die Präparation von in Teilung befindlichen Zellen zur
Chromosomenanalyse findet in der Medizin vielfältige Anwen
dung, und zwar von kultivierten Zellen, beispielsweise im
Pränatalbereich von kindlichen Zellen, die durch Amniozen
tese, Chorionbiopsie oder Nabelschnurpunktion oder aus dem
Venenblut der Mutter erhalten werden, oder von Lymphozyten,
Fibroplasten oder Tumorzellen, wie von nicht kultivierten
Zellen, also durch Direktpräparation.
Um die Chromosomen getrennt voneinander beurteilen zu kön
nen, ist es bekannt, die Zellen einem hypotonen Schock aus
zusetzen. Dazu läßt man auf die Zellen eine hypotone Lösung
einwirken, was nach Fixation zu einer besseren Separierung
der Chromosomen führt, das auch als Spreiten bezeichnet
wird.
Bei den bekannten Präparationsverfahren werden die Zellen,
die sich im Teilungsstadium befinden entweder direkt oder
nach enzymatischer Ablösung vom Untergrund (z. B. kultivier
te Amnionzellen) nach Einwirkung einer hypotonen Lösung fi
xiert, d. h. mit einem Fixativ, beispielsweise einem Gemisch
aus 3 Gew.-Teilen Methanol und 1 Gew.-Teil Eisessig ver
setzt.
Alsdann werden die fixierten Zellen mit oder ohne Vorschal
ten von Waschschritten, meist ebenfalls mit einem Fixativ,
entweder, wie beispielsweise bei Lymphozyten, auf einen Ob
jektträger, Deckgläschen oder dgl. für die Mikroskopie ge
eignete Unterlage aufgetropft, oder, wie bei der in situ
Präparation von kultiviertem Zellmaterial direkt auf einer
solchhen Unterlage trocknen gelassen und dann zur mikrosko
pischen Analyse vorbereitet. Beim Trocknen geht die Mitose,
d. h. die Zelle in der Teilungsphase vom dreidimensionalen
in einen zweidimensionalen Zustand über, wodurch die Meta
phasen gespreitet werden, so dass die Chromosomen nach
vollständiger Trocknung als in sogenannten Metaphasenplat
ten fertig für nachfolgende Untersuchungen, z. B. Färbungen,
vorliegen (Spurbeck et al, 1996, "Am. J. Med. Genet" 61,
387-393).
Die bekannten Verfahren führen jedoch zu erheblichen
Schwankungen der Qualität der Chromosomenpräparate, je nach
Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, auf den Objektträger
aufgetropfter Flüssigkeitsmenge und dgl. Zwar ist versucht
worden, zumindest einen Teil der Parameter beispielsweise
durch spezielle Klimakammern mit großem Aufwand konstant zu
halten. Die erheblichen Schwankungen der Qualität der Chro
mosomenpräparate konnten jedoch auch dadurch nicht wesent
lich herabgesetzt werden, jedenfalls nicht in einem solchen
Ausmaß, dass eine automatische Chromosomenpräparation zu
qualitativ stabilen Ergebnissen führt.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Präparation
von in Teilung befindlichen Zellen für die Chromosomenana
lyse bereitzustellen, das durch schwankende Umweltbedingun
gen, sich ändernde Flüssigkeitsmengen und dgl. kaum kon
stant zu haltende Parameter praktisch nicht beeinflußt
wird.
Dies wird erfindungsgemäß mit dem im Anspruch 1 gekenn
zeichneten Verfahren erreicht. In den Ansprüchen 2 bis 4
sind vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen
Verfahrens wiedergegeben. Im Anspruch 5 ist eine bevorzugte
Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfah
rens angegeben, welche halb- oder vollautomatisch ausgebil
det und entsprechend den Ansprüchen 6 bis 12 weiter ausge
staltet sein kann.
Wie festgestellt werden konnte, sind die Schwankungen in
der Qualität der Chromosomenpräparate bei dem herkömmlichen
Verfahren darauf zurückzuführen, dass von dem zur Fixierung
verwendeten Fixativ der Alkohol, meist Methanol, auf dem
Objektträger bzw. Deckglas verdunstet, wodurch der Säurean
teil in der verbleibenden Flüssigkeit, also die Konzentra
tion der Essigsäure, steigt. Die Essigsäure nimmt dann aus
der Luft und/oder von dem entsprechend vorbehandelten Ob
jektträger bzw. Deckglas Wasser auf, wodurch die fixierten
Zellen eine weitere, unvollständige Quellung erfahren. Die
se unvollständige Quellung der fixierten Zellen verläuft
jedoch unkontrolliert und nahezu zeitgleich mit der Sprei
tung, so dass nicht reproduzierbare und nicht steuerbare
Verhältnisse vorliegen.
Hierzu trägt auch die gegenüber Wasser wesentlich schnelle
re Verdunstung des Methanols bzw. Alkohols bei, die zu ei
ner nicht kontrollierbaren Abkühlung der auf dem Objektträ
ger oder Deckglas verbleibenden Restflüssigkeit führt.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, zwar auch eine
solche zusätzliche Quellung der fixierten Zellen durchzu
führen, jedoch unter kontrollierten Bedingungen, und zwar
dadurch, dass man entweder (A) vor dem Trocknen auf die
Zellen eine Säure und dann Wasser einwirken läßt oder (B)
nach Hinzufügen einer Säure zu den Zellen ohne weitere Was
ser-Zugabe direkt trocknet. Bei der Alternative (B) wird
das zum Quellen erforderliche Wasser dann wie beim herkömm
lichen Vorgeben aus der Luft aufgenommen. Aufgrund des Feh
lens von Methanol läßt sich die Trocknung jedoch so verzö
gern, dass eine vollständige Quellung vor der Spreitung
stattfinden kann.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren stellt also die Ein
wirkung der Säure in Verbindung mit der Einwirkung des Was
sers entweder durch Wasser-Zugabe und der Alternative (A)
oder durch Wasseraufnahme aus der Luft nach der Alternative
(B) zur optimierten, vollständigen Quellung der fixierten
Zellen einen separaten, kontrollierbaren Schritt vor der
Trocknung der Präparate dar.
Im Gegensatz zu den bekannten Verfahren zur Präparation von
Zellen zur Chromosomenanalyse liegt also nach dem erfin
dungsgemäßen Verfahren kein Methanol bzw. Alkohol in der
Flüssigkeit auf dem Objekträger oder dem Deckglas vor.
Dadurch, dass die Quellung erfindungsgemäß zeitlich kon
trolliert und optimiert vorgenommen werden kann, ist die
Qualität der erfindungsgemäß hergestellten Chromosomenprä
parate deutlich besser. Das erfindungsgemäße Verfahren kann
daher weitgehend standardisiert durchgeführt werden.
Es führt zu einer verbesserten Dehnung der Chromosomen mit
deutlich höherer Bandenzahl nach Darstellung der Feinstruk
tur, z. B. nach G-banding. Nach gezielter Quellung der Zel
len kann dann abschließend die Spreitung eingeleitet wer
den. Sie besteht im wesentlichen im Absaugen der Flüssig
keit, in der die (zweite) Quellung der fixierten Zellen
vorgenommen wurde, mit anschließendem Trocknen der Präpara
te. Damit wird zugleich die Möglichkeit für eine automati
sierte zytogenetische Aufarbeitung der Zellen eröffnet.
Für die zweite Quellung der fixierten Zellen vor dem Trock
nen wird nach dem erfindungsgemäßen Verfahren (neben der
Säure) reines Wasser verwendet, oder eine wäßrige Lösung,
wie z. B. eine verdünnte Säure.
Erfindungsgemäß kann die Fixierung der Zellen mit einem
Fixativ vorgenommen werden, beispielsweise mit einem Ge
misch aus z. B. etwa 3 Gew.-Teilen Methanol und z. B. 1 Gew.-
Teil Eisessig.
Die zweite Quellung der fixierten Zellen kann erfindungsge
mäß in zwei Schritten durchgeführt werden, nämlich durch
Einwirken einer Säure, beispielsweise Essigsäure, insbeson
dere Eisessig, als erstem Schritt und Einwirkung des Wasser
als zweitem Schritt.
Die verwendete Säure kann also eine reine Säure, wie Eises
sig, oder ein Gemisch aus einer Säure und Wasser sein. Die
verwendete wäßrige Säure sollte dabei vorzugsweise einen
pH-Wert < 4, insbesondere < 2 aufweisen. Wesentlich ist,
dass die Säure nicht im Gemisch mit einer Flüssigkeit vor
liegt, insbesondere nicht mit einem Alkohol, welche einen
niedrigeren Siedepunkt als Wasser und damit eine höhere
Flüchtigkeit als Wasser besitzt. Die gilt insbesondere bei
Variante (B) des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei dem kei
ne gesonderte Wasserzugabe erfolgt.
Die Einwirkungsdauer der Säure kann z. B. 1 Sekunde bis 1
Stunde betragen. Die Einwirkungsdauer des Wassers beträgt
normalerweise 1 Sekunde bis 20 min. Die Temperatur bei der
Einwirkung der Säure bzw. des Wassers oder der hypotonen
Lösung ist im allgemeinen Raumtemperatur. Sie kann jedoch
z. B. zwischen 5°C und 30°C auch schwanken. Beim Einwirken
sind die Zellen z. B. in einem Kulturgefäß oder auf einem
Objektträger oder einer sonstigen für die Mikroskopie ge
eigneten Unterlage in die Säure bzw. das Wasser einge
taucht. Das Einwirken der Säure bzw. des Wassers kann auch
in mehreren Einzelschritten erfolgen. D. h., es kann z. B.
erst Wasser, dann Säure, dann Säure mit einer anderen Kon
zentration und dann wieder Wasser einwirken gelassen wer
den. Wichtig ist nur, dass der letzte Schritt oder Einzel
schritt in der Einwirkung des Wassers auf die Zellen be
steht. Dabei kann das Wasser zugegeben oder aus der Luft
aufgenommen werden.
Das Fixieren der Zellen mit einem gesonderten Fixativ, wie
einem Methanol/Eisessig-Gemisch, kann auch entfallen, so
dass die Zellen durch die Säure beim zweiten Quellvorgang
zugleich fixiert werden.
Ferner ist es möglich, die Fixierung mit dem gesonderten
Fixativ im Anschluß an die Fixierung und Quellung mit der
Säure und vor dem Einwirken des Wassers auf die Zellen
durchzuführen.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt das Einwirken
der Säure und das Einwirken des Wassers auf die Zellen beim
zweiten Quellvorgang entweder durch gesonderte Zugabe
(Variante A) oder aus der Luft aufgenommen (Variante B) un
abhängig vom Verdunstungsprozeß. Dadurch wird eine hohe Re
produzierbarkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens gewähr
leistet.
In der Variante (B) wird im Gegensatz zum herkömmlichen
Verfahren erst Methanol durch eine Säure ersetzt und an
schließend die Trocknung eingeleitet, die dann verzögert
abläuft und über eine Wasseraufnahme aus der Luft zu der
vollständigen Quellung vor der Spreitung führt.
Dabei ist es bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wichtig,
dass das Einwirken des Wassers auf die Zellen nach dem Ein
wirken der Säure erfolgt.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens werden also folgende Schritte 1 bis 6 durchge
führt:
- 1. Einwirken der hypotonen Lösung, um die Zellen einer er sten Quellung zu unterwerfen;
- 2. Fixieren der Zellen mit einem Fixativ;
- 3. Einwirken einer Säure auf die fixierten Zellen;
- 4. Einwirken von Wasser auf die Zellen;
- 5. Absaugen der Flüssigkeit, in der die Zellen gequollen sind; und
- 6. Trocknen der Zellen auf dem Objektträger, dem Deckgläs chen oder einer anderen für die Mikroskopie geeigneten Unterlage.
Dem 2. Schritt kann dabei eine Präfixierung, beispielsweise
mit einer kleineren Menge des Fixativs, vorgeschaltet wer
den. Auch ist es möglich, dass der 2. Schritt entfällt oder
nach dem 3. Schritt eingeschoben wird. Der 4. Schritt kann
auch zeitverschoben vorgenommen werden, muß aber auf jedem
Fall nach dem 3. Schritt erfolgen. Dabei kann das Wasser
beim 4. Schritt gemäß der Variante (A) hinzugegeben werden
oder gemäß der Variante (B) aus der Luft aufgenommen wer
den. Die Kombination des 3. Schritts, also der Einwirkung
der Säure auf die Zellen, in Verbindung mit dem 4. Schritt
führt zu der zweiten Quellung der fixierten Zellen, die von
der vor dem Fixieren durchgeführten ersten Quellung unab
hängig ist. Das Absaugen der Flüssigkeit beim 5. Schritt
kann beispielsweise durch langsames Absaugen mit einer
Pipette erfolgen.
Die Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Ver
fahrens weist eine Aufnahme für die Gefäße auf, die die
Proben mit den Zellen enthalten, deren Chromosomen analy
siert werden sollen. Ferner ist ein Vorratsgefäß für die
hypotone Lösung zur ersten Quellung der Zellen vor dem Fi
xieren, ein Vorratsgefäß für die Säure und ein Vorratsgefäß
für das Wasser für die zweite Quellung der Zellen nach dem
Fixieren vorgesehen, sowie eine Pipettiereinrichtung, zur
Zufuhr der hypotonen Lösung von deren Vorratsgefäß, zur Zu
fuhr der Säure von deren Vorratsgefäß und zur Zufuhr des
Wassers von dessen Vorratsgefäß in das Gefäß, in dem sich
die Zellen befinden, deren Chromosomen analysiert werden
sollen, wobei die Pipettiereinrichtung zugleich dazu dient,
die hypotone Lösung, die Säure und das Wasser abzusaugen.
Falls ein Fixationsschritt mit einem gesonderten Fixativ
durchgeführt wird, weist die erfindungsgemäße Vorrichtung
ferner ein Vorratsgefäß für das Fixativ auf, wobei die
Pipettiereinrichtung so ausgebildet ist, dass sie das Fixa
tiv dem Gefäß zuführt, in dem sich die Zellen befinden, de
ren Chromosomen analysiert werden sollen, ferner derart,
dass mit ihr das Fixativ nach dem Fixierschritt abgesaugt
werden kann.
Weiterhin kann die Pipettiereinrichtung derart ausgebildet
sein, dass mit ihr das Kulturmedium der Zellen in dem je
weiligen Gefäß vor Zugabe der isotonen Lösung abgesaugt
werden kann. Schließlich kann ein Abfallbehälter vorgesehen
sein, der die von der Pipettiereinrichtung abgesaugte Flüs
sigkeit aufnimmt.
Die Zufuhr der verschiedenen Flüssigkeiten zu den Gefäßen,
die die Zellen enthalten, deren Chromosomen analysiert wer
den sollen, und das Absaugen der einzelnen Flüssigkeiten
aus diesen Gefäßen erfolgt mit wenigstens einer Pumpe, die
an die Pipettiereinrichtung angeschlossen ist. Damit kann
die Geschwindigkeit, Zeit und Menge der jeweils zuzuführen
den Lind abzusaugenden Flüssigkeit genau eingestellt werden
können. Die Pumpe kann auch durch eine andere Flüssigkeits
fordereinrichtung, z. B. Perfusoren, gebildet sein.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist ferner eine Steuer
einheit auf, die entsprechend der Zahl der aufzuarbeitenden
Proben die Zufuhr und die Absaugung der Flüssigkeiten mit
der Pipettiereinrichtung zeitlich getaktet steuert. Die
Steuereinheit bestimmt zugleich, ob die Aufarbeitung bei
spielsweise bereits mit dem Absaugen des Kulturmediums oder
erst später mit dem Absaugen z. B. des Fixativs beginnen
soll. Damit wird ein Einstieg in der Aufarbeitung auf un
terschiedlichen Ebenen gewährleistet.
Die Steuereinheit kann eine z. B. optische oder akustische
Anzeige betätigen. Durch diese Anzeige kann angezeigt wer
den, welche Probe fertig aufgearbeitet ist, gegebenenfalls
können auch die einzelnen Schritte bei der Aufarbeitung der
jeweiligen Probe angezeigt werden.
Die Aufnahme für die Gefäße für die einzelnen Proben kann
durch eine tablettartige Platte gebildet sein. Die Gefäße
können beispielsweise durch Kulturgefäße, wie Petrischalen,
gebildet sein oder durch den Objektträger, das Deckgläschen
oder eine sonstige Unterlage, die für die mikroskopische
Chromosomenanalyse verwendet wird. Im letzteren Fall kann
die tablettartige Platte entsprechende Halter oder Vertie
fungen zur Befestigung dieser Unterlagen aufweisen.
Ferner kann eine Einrichtung vorgesehen sein, mit der das
Gefäß, in der sich die Probe mit den Zellen befindet, deren
Chromosomen analysiert werden sollen, also z. B. die Petri
schale oder der Objektträger schräg positioniert gehalten
werden kann, um die Restflüssigkeit besser ablaufen zu las
sen, insbesondere die Restflüssigkeit auf dem Objektträger
oder der sonstigen für die Mikroskopie geeigneten Unterlage
zur Trocknung der Zellen.
Die Steilheit der Schrägstellung kann je nach Luftfeuchte
und -temperatur entsprechend durch die Steuereinheit ge
zielt gewählt werden, so oft die Zeit für die Trocknung
gleichgehalten werden kann, was zu qualitativ einheitlichen
Metaphasenplatten führt.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann halbautomatisch oder
vollautomatisch ausgebildet sein. Bei der halbautomatischen
Ausführungsform wird die Pipettiereinrichtung von einem Ge
fäß zum anderen per Hand bewegt und entsprechend fixiert;
bei der vollautomatischen Ausführungsform erfolgt die Bewe
gung der Pipettiereinrichtung von einem Gefäß zum anderen
durch die Steuereinheit dreidimensional gesteuert automa
tisch.
Nachstehend ist die erfindungsgemäße Vorrichtung anhand der
Zeichnung näher erläutert, deren einzige Figur schematisch
eine Ausführungsform der Vorrichtung in teilweise perspek
tivischer Wiedergabe zeigt.
Danach ist auf einer tablettartigen Platte 1 eine Vielzahl
von Gefäßen 2 angeordnet, die die Proben mit den Zellen
enthalten, deren Chromosomen analysiert werden sollen.
Die Vorrichtung weist eine Pipettiereinrichtung 3 auf, von
der in der Zeichnung der Pipettierkopf 4 und die Pipette 5
zu sehen sind. Der Pipettierkopf 4 mit der Pipette 5 ist,
wie durch das Achsenkreuz dargestellt, dreidimensional be
wegbar, und zwar gesteuert von der Steuereinheit 6. Die
Pipette 5 ist über einen Schlauch 7 an eine Pumpe 8 ange
schlossen, die mit einer Ventil- oder Umschalteinrichtung 9
verbunden ist, durch die die Pipette 5 mit dem Vorratsbe
hälter 10 für die erste isotonische Lösung, den Vorratsbe
hälter 11 für das Fixativ, den Vorratsbehälter 12 für die
Säure und den Vorratsbehälter 13 für das Wasser oder die
zweite isotone Losung zur Zufuhr der entsprechenden Flüs
sigkeit zu dem Jeweiligen Gefäß 2 verbindbar ist, und zwar
gesteuert von der Steuereinheit 6.
Die Ventileinrichtung 9 ist so ausgebildet, dass bei Saug
betrieb der Pumpe 8 die von der Pipette 5 aus dem jeweili
gen Gefäß 2 abgesaugte Flüssigkeit einem Abfallbehälter 14
zugeführt wird. Mit 15 ist eine Anzeigeeinrichtung bezeich
net, die an die Steuereinheit 6 angeschlossen ist. Die
Steuereinheit 6 steuert zugleich die Pumpe 8 und die Um
schalteinrichtung 9. Die Anzeigeeinrichtung 15 kann z. B.
eine optische Anzeige aufweisen, die anzeigt, welche Proben
fertig präpariert sind. Die Pumpe 8 kann auch durch eine
andere Flüssigkeitsfördereinrichtung, z. B. Perfusoren, er
setzt sein.
Claims (12)
1. Verfahren zur Präparation von in Teilung befindlichen
Zellen zur mikroskopischen Chromosomenanalyse, bei dem
man eine hypotone Lösung auf die Zellen einwirken läßt,
um die Zellen zu quellen, die Zellen fixiert und die
fixierten Zellen auf einer zur Mikroskopie geeigneten
Unterlage trocknet, dadurch gekennzeichnet, dass man
auf die Zellen nach dem Einwirken der hypotonen Lösung
und des Fixativs vor dem Trocknen und unabhängig vom
Trocknungsprozess eine Säure, die nicht im Gemisch mit
einer Flüssigkeit vorliegt, welche einen niedrigeren
Siedpunkt als Wasser besitzt, sowie Wasser (A) entweder
durch Wasserzugabe oder (B) durch Wasseraufnahme aus
der Luft einwirken läßt, um die Zellen einer zweiten,
nach der ersten Quellung vor der Fixierung unabhängigen
Quellung zu unterziehen.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die Zellen durch das Einwirken der Säure zugleich fi
xiert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
nach der ersten Quellung und vor dem Einwirken der Säu
re oder nach dem Einwirken der Säure und vor dem Ein
wirken des Wassers ein Fixieren der Zellen mit einem
Fixativ erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, dass nach der zweiten Quellung
und vor dem Trocknen der Zellen die Flüssigkeit ent
fernt wird.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine
Aufnahme für Gefäße (2), die die Proben mit den Zellen
mit den zu analysierenden Chromosomen enthalten, einem
Vorratsgefäß (10) für die hypotone Lösung zur ersten
Quellung der Zellen vor dem Fixieren, ein Vorratsgefäß
(12) für die Säure und ein Vorratsgefäß (13) für das
Wasser zur zweiten Quellung der Zellen sowie eine
Pipettiereinrichtung (3), die in das Gefäß (2) mit der
jeweiligen Probe bewegbar und zur Zufuhr der isotonen
Lösung von dem Vorratsbehälter (10), der Säure von dem
Vorratsbehälter (12) und dem Wasser von dem Vorratsbe
hälter (13) zu dem jeweiligen Gefäß (2) sowie zum Ab
saugen der hypotonen Lösung, der Säure und des Wassers
aus dem jeweiligen Gefäß (2) ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet,
dass ein Vorratsgefäß (11) für ein Fixativ vorgesehen
ist und die Pipettiereinrichtung (3) zur Zufuhr des
Fixativs von dem Vorratsgefäß (11) zu dem jeweiligen
Gefäß (2) sowie zum Absaugen des Fixativs und/oder des
Kulturmediums der Zellen und/oder der Flüssigkeit vor
dem Trocknen aus dem jeweiligen Gefäß (2) ausgebildet
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekenn
zeichnet, dass ein Abfallbehälter (14) zur Aufnahme der
abgesaugten Flüssigkeit vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, dass eine Steuereinheit (6) zur zeit
lich getakteten Zufuhr und Absaugung der jeweiligen
Flüssigkeit vorgesehen ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinheit (6) eine Anzeige (15) betätigt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, dass die Aufnahme für die Gefäße (2)
eine tablettförmige Platte (1) aufweist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, dass die Pipettiereinrichtung (3) der
art ausgebildet ist, dass sie durch die Steuereinheit
(6) nach Beendigung der Präparation der Zellen eines
Gefäßes (2) zu dem nächsten Gefäß (2) automatisch be
wegbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, dass eine Einrichtung vorgesehen ist,
mit der die Gefäße schräg gestellt werden können, um
die Flüssigkeit von den Gefäßen ablaufen zu lassen, wo
bei die Steilheit der Schägstellung entsprechend der
Luftfeuchte und/oder -temperatur durch die Steuerein
heit einstellbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997111707 DE19711707C1 (de) | 1997-03-20 | 1997-03-20 | Verfahren und Vorrichtung zur Präparation von in Teilung befindlichen Zellen für die Chromosomenanalyse |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997111707 DE19711707C1 (de) | 1997-03-20 | 1997-03-20 | Verfahren und Vorrichtung zur Präparation von in Teilung befindlichen Zellen für die Chromosomenanalyse |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19711707C1 true DE19711707C1 (de) | 1998-08-27 |
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ID=7824061
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1997111707 Expired - Fee Related DE19711707C1 (de) | 1997-03-20 | 1997-03-20 | Verfahren und Vorrichtung zur Präparation von in Teilung befindlichen Zellen für die Chromosomenanalyse |
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| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19711707C1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10221439B3 (de) * | 2002-05-15 | 2004-02-05 | Stefanie Geisbusch | Apparatur zur automatischen Aufbereitung biologischen Materials in der humangenetischen Diagnostik |
| CN109307614A (zh) * | 2018-12-19 | 2019-02-05 | 孝感市森茂激光数控设备有限公司 | 一种染色液体无泵自动注入沉降式制片机及方法 |
| CN115655833A (zh) * | 2022-05-26 | 2023-01-31 | 中国医学科学院血液病医院(中国医学科学院血液学研究所) | 一种骨髓染色体g显带的制作方法 |
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| DE3044015A1 (de) * | 1980-11-22 | 1982-06-03 | Uwe Dr.med. 5223 Harscheid Claussen | Verfahren und einrichtung zur praeparation von in metaphase vorliegenden zellen |
-
1997
- 1997-03-20 DE DE1997111707 patent/DE19711707C1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (1)
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|---|
| Chemical Abstracts, Vol.69, 1968, 8834v * |
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