DE19705681A1 - Verfahren zur Übertragung von Telegrammen der Teilnehmer eines Datenbusses - Google Patents
Verfahren zur Übertragung von Telegrammen der Teilnehmer eines DatenbussesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Übertragung von Telegrammen der
Teilnehmer eines Datenbusses, insbesondere für Kraftfahrzeuge, nach dem
Oberbegriff des einzigen Patentanspruchs.
Es sind bereits Datenbussysteme in vielfältiger Ausführung bekannt. Dabei
besteht das Problem der Steuerung des Zugriffs der Teilnehmer auf den
Datenbus. Derartige Zugriffsverfahren sind beispielsweise kontrolliert oder
zufällig. Die Erfindung bezieht sich auf ein zufälliges Zugriffsverfahren, das
unter der Bezeichnung CSMA/CD (CSMA = carrier sense multiple access;
CD = collision detection) bei einer Vielzahl von Datenbussystemen bekannt
ist. Bei einem derartigen zufälligen Zugriffsverfahren hört ein Teilnehmer,
falls er ein Telegramm über den Datenbus übertragen will, den Datenbus ab,
ob gerade ein anderer Teilnehmer sendet. Ist dies nicht der Fall, beginnt er
mit dem Senden seines Telegramms. Bei diesem Verfahren kann es zu un
beabsichtigtem (nahezu) gleichzeitigem Senden mehrerer Teilnehmer kom
men, wodurch sich eine Kollision der Telegramme auf dem Datenbus ergibt.
Um eine derartige Kollision feststellen zu können, hört jeder sendende Teil
nehmer den Datenbus weiter ab. Dabei vergleicht jeder Teilnehmer das über
den Datenbus übertragene Telegramm mit dem von ihm gesendeten Tele
gramm. Werden andere Signale auf dem Datenbus erkannt als die seines
Telegramms, wird eine Kollision angenommen. Da bei einer Kollision die
übertragenen Telegramme gestört sind, ist es nicht sinnvoll, die Telegramme
zu Ende zu senden. Daher unterbricht jeder Teilnehmer, der eine Kollision
erkannt hat, die Übertragung seines Telegramms und versucht üblicherwei
se, nachdem der Datenbus wieder als frei erkannt wird, oder nach einer
bestimmten Zeitverzögerung, die in jedem Teilnehmer unterschiedlich ist,
dasselbe Telegramm nochmals zu senden. Bei einer geringen Übertra
gungsrate, einer großen Anzahl von Teilnehmern und/oder langen Tele
grammen führt eine derartige Methode zu großen Übertragungsverzögerun
gen, wodurch auch die Wahrscheinlichkeit von weiteren Kollisionen erhöht
wird.
Stellt ein Teilnehmer beim Abhören des Datenbusses vor einem Sendever
such fest, daß der Bus belegt ist, so stellt er sein Telegramm zurück, ohne
ein Senden des Telegramms zu beginnen. Wann ein neuer Sendeversuch
des zurückgestellten Telegramms vorgenommen werden soll, wird beim
Stand der Technik dem Zufall überlassen.
Es ist Aufgabe der Erfindung, das Verfahren eingangs genannter Art derart
zu verbessern, daß die Anzahl der Kollisionen und die durchschnittliche
Übertragungszeit der Telegramme reduziert wird.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentan
spruchs gelöst.
Danach wird eine erste Zeitverzögerung für das erneute Senden eines Tele
gramms nach einer Kollision mittels einer Formel berechnet, in der die An
zahl der bisher erkannten Kollisionen eingeht. Diese erste Zeitverzögerung
wird umso länger, je häufiger ein Telegramm eine Kollision erfahren hat.
Diese Verlängerung der Zeitverzögerung findet bei der Bestimmung der
zweiten Zeitverzögerung, die für einen erneuten Sendeversuch vorgegeben
wird, wenn anstelle einer Kollision ein belegter Datenbus erkannt wird, nicht
statt, da die zweite Zeitverzögerung nicht mit der Häufigkeit der Erkennung
eines belegten Datenbusses zunimmt.
Bei Versuchen mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hat sich empirisch
herausgestellt, daß die Anzahl der Kollisionen um etwa 50% und die durch
schnittliche Übertragungszeit der Telegramme bis zu 20% reduziert werden.
Somit wird auch die Sicherheit einer korrekten Übertragung der Telegramme
auf dem Datenbus erhöht.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Sie
zeigt einen logischen Ablaufplan des erfindungsgemäßen Verfahrens, ins
besondere mit einem Berechnungsblock V für die Bestimmung der ersten
und zweiten Zeitverzögerung.
Hierbei bezieht sich der Begriff "erste Zeitverzögerung" immer auf einen er
neuten Sendeversuch nach einer Kollision und der Begriff "zweite Zeitverzö
gerung" auf einen erneuten Sendeversuch nach Erkennen eines belegten
Datenbusses.
Liegt zum Zeitpunkt taktuell ein Sendewunsch eines Teilnehmers an, wird zu
nächst überprüft, ob der Datenbus von den Telegrammen anderer Teilneh
mer frei ist. Ist dies der Fall, wird das Senden bzw. die Übertragung des Te
legramms begonnen. Zur Überprüfung einer Kollision wird das gesendete
Telegramm mit dem über den Datenbus übertragenen Telegramm verglichen
und eine Kollision erkannt, wenn diese Telegramme nicht übereinstimmen.
Wird bis zum Ende eines Telegramms keine Kollision erkannt, ist die Über
tragung des Telegramms erfolgreich abgeschlossen.
Wird jedoch eine Kollision erkannt, wird das Senden des Telegramms unter
brochen und mittels des Berechnungsblocks V die erste Zeitverzögerung
(tneu - taktuell = r . tconst) bis zum erneuten Sendeversuch tneu berechnet. Die
Zeitverzögerung nach einer Kollision richtet sich nach dem Unterblock V2,
der den Stand eines Zählers n um 1 erhöht, nneu = naktuell + 1. Tritt also eine
Kollision erstmals auf, ist nneu = 1.
Der Zeitpunkt tneu für einen erneuten Sendeversuch berechnet sich aus dem
aktuellen Zeitpunkt taktuell plus einer Zeitverzögerung r . tconst, wobei tconst bei
spielsweise zweimal die maximale Laufzeit eines Signals auf dem Bus und r
eine Zufallszahl ist. Die Zufallszahl r wird beispielsweise aus dem Bereich
zwischen 0 und 2k ausgewählt, wobei k wiederum eine Funktion ist, die vom
Zählerstand nneu abhängt. Vorzugsweise ist k das Minimum aus einer maxi
mal zulässigen Kollisionsanzahl, z. B. 10, und dem Zählerstand nneu (k = min
(nneu, 10)). Danach würde die Zeitverzögerung mit zunehmender Häufigkeit
der Kollisionen nicht mehr verlängert werden, wenn der Zählerstand und
damit die Anzahl der aufgetretenen Kollisionen die maximal zulässige An
zahl überschritten hat.
Erkennt ein Teilnehmer jedoch bei einem Sendewunsch, daß der Datenbus
bereits belegt ist, wird das Telegramm nicht gesendet, sondern von Anfang
an zurückgehalten. Mittels des Berechnungsblocks V, insbesondere durch
den Unterblock VI, wird anschließend die zweite Zeitverzögerung bestimmt,
nach der erneut ein Sendeversuch gestartet wird. Im Unterschied zur Be
rechnung der ersten Zeitverzögerung nach Erkennung einer Kollision wird
der Zählerstand n nicht erhöht; nneu = naktuell. Im übrigen wird die zweite Zeit
verzögerung r . tconst bzw. der Zeitpunkt tneu für einen erneuten Sendeversuch
mit derselben Formel F des Berechnungsblocks V berechnet, wie auch die
Zeitverzögerung r . tconst bzw. der Zeitpunkt tneu nach einer Kollisionserken
nung.
Durch dieses erfindungsgemäße Ausführungsbeispiel werden die Kollisio
nen und durchschnittlichen Übertragungszeiten der Telegramme minimiert.
Claims (1)
- Verfahren zur Übertragung von Telegrammen der Teilnehmer eines Daten busses mit zufälligem Buszugriff, bei dem ein Teilnehmer nach dem Erken nen einer Kollision durch gleichzeitig von mehreren Teilnehmern gesendete Telegramme die Übertragung seines Telegramms unterbricht und für einen neuen Sendeversuch desselben Telegramms eine erste Zeitverzögerung bestimmt, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Zeitverzögerung (r . tconst) mittels einer Formel (F) berechnet wird, die eine von einem Zähler (n; nneu, naktuell) abhängige Zufallszahl (r = f(nneu)) enthält, wobei der Zähler bei jeder erkannten Kollision erhöht wird (nneu = naktuell + 1), und daß dieselbe Formel (F) zur Berechnung einer zweiten Zeitverzögerung (r . tconst) verwendet wird, die für einen erneuten Sendeversuch (tneu) eines Telegramms vorgegeben wird, wenn anstelle einer Kollision bereits vor dem Senden eines Tele gramms bei einem Sendeversuch (taktuell) des Teilnehmers erkannt wird, daß der Datenbus belegt ist, wobei der Zähler zur Berechnung der zweiten Zeit verzögerung nicht erhöht wird (nneu = naktuell).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997105681 DE19705681A1 (de) | 1997-02-14 | 1997-02-14 | Verfahren zur Übertragung von Telegrammen der Teilnehmer eines Datenbusses |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1997105681 DE19705681A1 (de) | 1997-02-14 | 1997-02-14 | Verfahren zur Übertragung von Telegrammen der Teilnehmer eines Datenbusses |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19705681A1 true DE19705681A1 (de) | 1998-08-20 |
Family
ID=7820254
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1997105681 Withdrawn DE19705681A1 (de) | 1997-02-14 | 1997-02-14 | Verfahren zur Übertragung von Telegrammen der Teilnehmer eines Datenbusses |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19705681A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| WO2014207436A1 (en) * | 2013-06-25 | 2014-12-31 | Amantys Ltd | Low-skew communication system |
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1997
- 1997-02-14 DE DE1997105681 patent/DE19705681A1/de not_active Withdrawn
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