DE19704495A1 - Vibrationsstampfer - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Stampfer zur Bodenverdichtung, der durch
einen eingebauten Antrieb etwa vertikale Vibrationen ausführt und
dabei durch einen elastisch am Stampferkopf angelenkten und ein
Griffende aufweisenden Führungsbügel von einer Bedienungsperson
zu halten ist, wobei die Massenverteilung des Führungsbügels eine
Reduzierung der Vibrationen am Griffende bewirkt.
Stampfer sind in zahlreichen Ausführungsvarianten bekannt und ha
ben sich bei der Verdichtung kleiner Flächen gut bewährt. Durch den
Führungsbügel ist die Bedienungsperson in der Lage, den vibrieren
den Stampfer mit geringem Kraftaufwand in der gewünschten Rich
tung und Geschwindigkeit über die zu verdichtenden Bodenflächen zu
führen.
Allerdings übertragen sich die Vibrationen des Stampfers auch auf
den Führungsbügel. Die Bedienungsperson ist deshalb je nach Stärke
und Frequenz der Vibration und in Abhängigkeit von der Qualität des
Dämpfungselementes zwischen Führungsbügel und Stampfer mehr
oder weniger oft gezwungen, eine Pause einzulegen.
Eine vorteilhafte Lösung zur Dämpfung der auftretenden Vibrationen
im Führungsbügel, ist durch die DE 44 36 081 A1 bekannt geworden.
Dabei hat der Stampfer eine über seinen Anlenkpunkt hinauslaufende,
dem Griffende entgegengesetzte Verlängerung des Führungsbügels,
die unter anderem als Rammschutz oder als zusätzlicher Griff beim
Transport dient. Insbesondere wird sie in der genannten Schrift aber
dazu herangezogen, um eine Massenverteilung des Führungsbügels
einzustellen, die die im Haltegriff auftretenden Vibrationen weitge
hend kompensiert.
Hiervon ausgehend liegt die Aufgabe der vorliegenden Erfindung
darin, die bekannten Stampfer dahingehend zu verbessern, daß der
Führungsbügel bei gleicher Verdichtungsleistung des Stampfers noch
ruhiger in der Hand liegt, die Bedienungsperson also noch weniger
belastet wird und die Betriebsunterbrechungen reduziert werden kön
nen. Dazu sollen insbesondere Schwingungsphänomene umfassender
berücksichtigt werden und die Lösung soll für Stampfer geeignet sein,
deren Führungsbügel keine dem Griffende entgegengesetzte Verlän
gerung aufweist. Die Führungs- bzw. Steuerungsmöglichkeit des
Stampfers sollen hierbei in vollem Umfang gewahrt bleiben.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Geome
trie des Führungsbügels etwa folgenden Gesetzmäßigkeiten gehorcht:
wobei ms = Masse des Führungsbügels, Θs = Massenträgheitsmoment
des Führungsbügels um eine Achse durch den Schwerpunkt des Füh
rungsbügels parallel zu einer durch die Anlenkpunkte führenden Ach
se, lH = Abstand senkrecht zur Stampferachse zwischen der durch die
Anlenkpunkte führenden Achse und dem Schwerpunkt, lHG = Abstand
senkrecht zur Stampferachse zwischen Griffende und Schwerpunkt
und lv = Abstand parallel zur Stampferachse zwischen der durch die
Anlenkpunkte führenden Achse und dem Schwerpunkt. Unter Füh
rungsbügel wird vorstehend der Bügel einschließlich seiner Anbauteile
(Tank, Griff, Bügel etc.) verstanden.
Soweit der Führungsbügel eine Verlängerung aufweist, wird eine Mas
senverteilung des Bügels, die zugleich auch der genannte
DE 44 36 081 A1 gehorchen sollte, ausdrücklich vom Schutz der vorliegenden
Anmeldung ausgenommen.
Die Anmelderin hat umfangreiche Versuche hinsichtlich der Schwin
gungsübertragung vom Stampfer auf den Führungsbügel durchgeführt
und ist dabei zu der Erkenntnis gekommen, daß weniger die elasti
sche Anlenkung am Stampfer als vielmehr die Position des Anlenk
punktes und/oder die Massenverteilung des Führungsbügels entschei
denden Einfluß auf die Schwingungsübertragung haben. Sie hat dabei
festgestellt, daß bei Verlagerung des Schwerpunktes des Führungs
bügels nach unten und einer Verteilung seiner Masse in der beschrie
benen Art eine deutliche Verringerung der Vibrationen am Griffende
des Führungsbügels eintritt, wenn in diesem Fall die Verdreheigenfre
quenz des Bügels gegenüber dem Rahmen kleiner als 1/√2 der Ar
beitsfrequenz des Stampfers ist. Dadurch werden die dynamischen
Drehmomente des Führungsbügels derart beeinflußt, daß sich die
translatorischen und rotatorischen Bewegungen, die sich am Griffende
überlagern, nahezu aufheben.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung empfiehlt es sich, den Quoti
enten für die vorgenannte Gesetzmäßigkeit der Gewichtsverteilung
etwa zwischen 0,9 bis 1,3, insbesondere etwa 1,0 bis 1,15 zu legen.
Besonders günstig ist es in diesem Zusammenhang, wenn der Füh
rungsbügel ein Gewicht trägt, um die gewünschte Massenverteilung
zu realisieren. Dieses Gewicht läßt sich vorteilhaft in Form von Bü
geln, Griffen, Schutzrahmen oder Abstandshaltern ausbilden.
Durch die erfindungsgemäße Massenverteilung werden insbesondere
die vertikalen Bewegungen im Handgriff reduziert. Sehr vorteilhaft ist
es deshalb, den Bügel weiterhin so zu gestalten, daß auch die hori
zontalen Bewegungen deutlich abnehmen. Dies wird dadurch erreicht,
daß der Anlenkpunkt des Führungsbügels am Stampferkopf oberhalb
eines vom Griffbereich des Bügels ausgehenden gedachten Lotes auf
die Stampferachse angeordnet ist.
Schließlich empfiehlt es sich, die Anlenkung des Führungsbügels am
Stampferkopf in an sich bekannter Weise über zumindest ein elasti
sches Element mit abgestuft progressiver Federkennlinie herbeizufüh
ren. Diese abgestuft progressive Federkennlinie kann durch zusätzli
che Dämpfungsflächen des elastischen Elementes realisiert werden,
die in Ruhestellung gegenüber dem Haltebügel beabstandet sind und
erst nach einer bestimmten Auslenkung des Führungsbügels mit ihm
in Wirkverbindung treten.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der
Zeichnung; dabei zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht des Stampfers und
Fig. 2 eine schematische Darstellung der Massenverteilung am
Führungsbügel.
Die Gesamtansicht in Fig. 1 zeigt einen im wesentlichen herkömmli
chen Vibrationsstampfer 1, dessen Stampferfuß 2 durch einen Kraft
stoff-Motor 3 in etwa vertikale Vibrationen versetzt wird. Dazu treibt
der Motor 3 einen nicht näher dargestellten Exzenter an, an dem sei
nerseits eine Kolbenstange gelagert ist, die an ihrem unteren Ende
über vorgespannte Federn und mit dem Stampferfuß 4 verspannt ist.
Das untere Ende des Stampferfußes wird durch eine schräg angesetz
te Stampferplatte 4 gebildet, so daß der Stampfer leicht nach vorn
geneigt steht, im Ausführungsbeispiel unter einem Winkel von etwa
75°. Sein Gleichgewicht ist dadurch gewahrt, daß sowohl der An
triebsmotor 3 wie auch der Kraftstofftank 5 an der anderen Seite des
Stampfers angeordnet sind.
Wesentlich ist nun zum einen, daß der Führungsbügel 6 eine be
stimmte Massenverteilung aufweist, die der weiter oben angegebenen
Gesetzmäßigkeit gehorcht. Um diese Gesetzmäßigkeit zu erreichen,
sind beidseits am Führungsbügel 6 nach unten verlaufende Bügel 7
angeordnet.
Zur Erläuterung der einzelnen Massen und Hebelarme wird auf Fig. 2
verwiesen. Dort ist der Führungsbügel 6 mit einem elastischen Ele
ment 8a mit abgestuft progressiver Federkennlinie gezeigt, wobei
über einen Anlenkpunkt 8 die Vibrationen vom Stampfer in den Bügel
eingeleitet werden. Diese Vibrationen verlaufen nicht genau vertikal,
sondern längs einer komplizierten Kurvenbahn. Daher ist das Griffen
de 9 nicht nur Bewegungen in Vertikalrichtung, sondern auch in Hori
zontalrichtung ausgesetzt. Im wesentlichen werden durch die erfin
dungsgemäße Massenverteilung die vertikalen Bewegungen reduziert
bzw. eliminiert, da bei dieser die Verdreheigenfrequenz des Füh
rungsbügels gegenüber dem Maschinenrahmen kleiner als 1/√2 der
Arbeitsfrequenz ist.
Um dies zu gewährleisten, ist der Schwerpunkt 10 des Führungsbü
gels 6 so verlagert, daß er sich um den Abstand lv unterhalb oder
oberhalb einer durch die Mitte zwischen den Anlenkpunkten 8 und
durch das Griffende 9 gedachten Linie befindet.
Weiterhin muß das Massenträgheitsmoment des Führungsbügels um
eine Achse durch den Schwerpunkt 10 parallel zu den beiden Anlenk
punkten 8, insbesondere bei leerem Tank, in der folgenden Relation
zu Masse des Führungsbügels und den bezeichneten Abständen ste
hen:
wobei insbesondere:
ms = Masse des Führungsbügels 6 nebst Anbauteilen;
Θs = Massenträgheitsmoment des Führungsbügels 6 um eine senkrecht zur Fortbewegungsrichtung des Stampfers 1 ver laufende Horizontalachse durch den Schwerpunkt 10 des Führungsbügels;
lH = Länge der Projektion des Abstandes zwischen dem Schwerpunkt 10 und einer durch die Anlenkpunkte 8 ge dachten Achse auf eine durch Anlenkpunkte 8 und Griff ende 9 verlaufende Ebene;
lHG = Länge der Projektion des Abstandes zwischen dem Schwerpunkt 10 und dem Griffende 9 auf die durch Anlenk punkte 8 und Griffende 9 verlaufende Ebene;
lv = Abstand des Schwerpunktes 10 von der durch Anlenkpunkte 8 und Griffende 9 verlaufenden Ebene.
ms = Masse des Führungsbügels 6 nebst Anbauteilen;
Θs = Massenträgheitsmoment des Führungsbügels 6 um eine senkrecht zur Fortbewegungsrichtung des Stampfers 1 ver laufende Horizontalachse durch den Schwerpunkt 10 des Führungsbügels;
lH = Länge der Projektion des Abstandes zwischen dem Schwerpunkt 10 und einer durch die Anlenkpunkte 8 ge dachten Achse auf eine durch Anlenkpunkte 8 und Griff ende 9 verlaufende Ebene;
lHG = Länge der Projektion des Abstandes zwischen dem Schwerpunkt 10 und dem Griffende 9 auf die durch Anlenk punkte 8 und Griffende 9 verlaufende Ebene;
lv = Abstand des Schwerpunktes 10 von der durch Anlenkpunkte 8 und Griffende 9 verlaufenden Ebene.
Wird diese Gesetzmäßigkeit eingehalten, so ist die Bewegung am
Griffende 9 des Führungsbügels 6 in der Bewegungsrichtung des Ma
schinenrahmens sowie auch quer dazu kaum noch spürbar.
Des weiteren zeigen die Figuren, daß der Führungsbügel 10 über den
Anlenkpunkt 8 hinaus nach vorn verlängert ist. Er kann dort Gegen
gewichte tragen, durch die sich die gewünschte Massenverteilung bei
gleichbleibender Bügelgeometrie in einfacher Weise herbeiführen
läßt.
Besonders vorteilhaft kann die Massenverteilung aber durch einen
Bügel 7 realisiert werden, der gleichzeitig als Transportgriff, Schutz
rahmen und/oder Abstandshalter dient.
Sollen neben den vertikalen auch die horizontalen Bewegungen des
Griffendes wesentlich vermindert werden, so hat man ferner den An
lenkpunkt (8) des Führungsbügels (6) am Stampferkopf oberhalb ei
nes vom Griffende (9) des Bügels (6) ausgehenden gedachten Lotes
(L) auf die Stampferachse (A) anzuordnen. Dies ist bei der in den Fi
guren dargestellten Ausführungsform noch nicht berücksichtigt. Hier
befindet sich der Anlenkpunkt (8) genau auf Höhe des Lotes (L).
Claims (6)
1. Stampfer zur Bodenverdichtung, der durch einen eingebauten Antrieb
(3) etwa vertikale Vibrationen ausführt und dabei durch einen elastisch
am Stampferkopf angelenkten und ein Griffende (9) aufweisenden Füh
rungsbügel (6) von einer Bedienungsperson zu halten ist, wobei die
Massenverteilung des Führungsbügels eine Reduzierung der Vibrationen
am Griffende bewirkt,
dadurch gekennzeichnet,
daß bezüglich Geometrie und Massenverteilung des Führungsbügels fol
gende Bestimmung erfüllt ist:
mit ms = Masse des Führungsbügels (6);
Θs = Massenträgheitsmoment des Führungsbügels (6) um eine Achse durch den Schwerpunkt (10) des Führungsbügels (6), die parallel zu einer durch die Anlenkpunkte (8) führenden Achse verläuft;
lH = Abstand senkrecht zur Stampferachse (A) zwischen der durch die Anlenkpunkte (8) führenden Achse und dem Schwerpunkt (10);
lHG = Abstand senkrecht zur Stampferachse (A) zwischen Griffende (9) und Schwerpunkt (10) und
lv = Abstand parallel zur Stampferachse (A) zwischen der durch die Anlenkpunkte (8) führenden Achse und dem Schwerpunkt (10).
mit ms = Masse des Führungsbügels (6);
Θs = Massenträgheitsmoment des Führungsbügels (6) um eine Achse durch den Schwerpunkt (10) des Führungsbügels (6), die parallel zu einer durch die Anlenkpunkte (8) führenden Achse verläuft;
lH = Abstand senkrecht zur Stampferachse (A) zwischen der durch die Anlenkpunkte (8) führenden Achse und dem Schwerpunkt (10);
lHG = Abstand senkrecht zur Stampferachse (A) zwischen Griffende (9) und Schwerpunkt (10) und
lv = Abstand parallel zur Stampferachse (A) zwischen der durch die Anlenkpunkte (8) führenden Achse und dem Schwerpunkt (10).
2. Stampfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der oben genannte Quotient für die Gewichtsverteilung etwa zwi
schen 0,9 bis 1,3, insbesondere zwischen 1,0 bis 1,15 liegt.
3. Stampfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Führungsbügel (6) zur Realisierung der gewünschten Massever
teilung ein Gewicht trägt.
4. Stampfer nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gewicht in Form eines Bügels (7), Griffes, Schutzrahmens oder
Abstandhalters ausgebildet ist.
5. Stampfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Anlenkpunkt (8) des Führungsbügels (6) am Stampferkopf ober
halb eines vom Griffende (9) des Bügels (6) ausgehenden gedachten
Lotes (L) auf die Stampferachse (A) angeordnet ist.
6. Stampfer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Anlenkung des Führungsbügels (6) am Stampferkopf über zu
mindest ein elastisches Element (8a) mit abgestuft progressiver Feder
kennlinie erfolgt.
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