DE19701248A1 - Vorrichtung zum Steuern eines Zylinders - Google Patents
Vorrichtung zum Steuern eines ZylindersInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Steuern der Verstellbewegung des
Kolbens eines Zylinders, insbesondere Hydraulikzylinders, wie sie z. B. an Pressen
zum Einsatz kommen, um z. B. in dem Bewegungsablauf Ruhepausen zu ermöglichen,
und/oder um einen ausreichenden Freiraum und Zeit für das Zu- und Abführen von
Werkstücken zu schaffen.
Derartige Steuerungen sind in Form von aufwendiger Kurventechnik, d. h. Kurven,
Nocken und Stößel sowie aufwendiger Servotechnik bekannt. So ist beispielsweise
aus der EP 0 151 204 A1 ein Stößelantrieb für eine Münzprägepresse bekannt, der
aus einem von einer Kurbelwelle über ein Mittellager angetriebenen Dreieckhebel
besteht, der mit einem hinteren Schwingenlager an einem Lenker und über den
Lenker gestellseitig mit einem vorderen Schwingenlager über eine Druckstange an
den Prägestößel angelenkt ist. Von dem Stößelantrieb wird über einen Umlenkantrieb
ein Antrieb eines Auswerferprägestempels zum Erzeugen einer im wesentlichen
zeitgleich mit der aus dem vorderen Totpunkt in den hinteren Totpunkt ausgeführten
Bewegung des Stößels erfolgenden Auswerfbewegung abgeleitet.
Um für den Transport bzw. Weitertransport der bei diesen Münzprägepressen
üblicherweise von einem Drehteller zugeführten Prägerohlinge bzw. der fertig
gepreßten Münzen einen ausreichenden Platz zu schaffen und genügend Zeit zu
gewinnen, arbeitet diese bekannte Presse mit einer entsprechend modifizierten
Lenkerkonstruktion. Abgesehen davon, daß aufgrund dieser Lenkeranordnung keine
Universalität gegeben ist, lassen sich außerdem keine definierten Rastpositionen
erreichen, vielmehr stellt sich eine Pendelbewegung des den Stößel über die
Kniehebel betätigenden, von einer angetriebenen Kurbelwelle beaufschlagten Pleuels
ein. Die Pendelbewegung kann zu Schwingungen und einem unruhigen
Maschinenlauf führen.
Durch die JP-A 61-222 782 ist es für eine automatische Stanz-Einrichtung einer
Druckereimaschine bekanntgeworden, die Hin- und Herbewegung des zugeführten
Papierstreifens während des Stanzens zu unterbrechen. Das wird durch eine auf der
Antriebswelle des Oszillationsantriebs angeordnete Nockenscheibe erreicht, die mit
einem definierten Haltepunkt ausgelegt ist.
Zylindersteuerungen für pneumatische oder hydraulische bzw.
pneumatisch-hydraulische Systeme als solche sind in verschiedenster Form
hinlänglich bekannt, z. B. als Folge- oder Programmsteuerungen. Bei der
Programmsteuerung betätigt eine angetriebene Programmwelle mit Nockenscheiben
(Nockenwelle) oder ein Programmschaltwerk mit Nockenband eine Batterie von
Signalgliedern oder Steuergliedern, und zwar sowohl für einfachwirkende als auch für
doppeltwirkende Zylinder. Die einzelnen Nocken geben dabei zeitabhängige
Informationen, wobei sich die Zeitabhängigkeit des Programmschritts aus der
Kurvenform des Steuernockens und aus der Drehzahl der Nockenwelle ergibt. Die
Informationen werden dadurch verarbeitet, daß die Nockenwelle angetrieben wird und
die Steuernocken darunterliegende Ventile, die als Öffner oder Schließer arbeiten
können, eine bestimmte Zeit lang betätigen. Der Aufwand für derartige Steuerungen
ist stets sehr hoch.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, die mit einfachen Mitteln eine schnellhubige Umsteuerung der
Kolbenbewegung eines Zylinders ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß ein an einen in einem
Steuergehäuse rotierenden Steuerkolben angeschlossener Drehschieber einen
scheibenförmigen Rotationskörper aufweist, der die Druckmittelzufuhr und -abfuhr des
Zylinders steuert. Die Erfindung macht sich hierbei die überraschende Erkenntnis
zunutze, daß sich ein für Hydraulikmotoren seit langem bekannter Drehschieber auf
einfache Weise zum Steuern eines Zylinders verwenden läßt und dabei eine sehr
schnelle Hubfolge ermöglicht, beispielsweise 1000 Hübe pro Minute. Hierzu brauchen
lediglich die Anschlüsse des Drehschiebers in eine wechselweise
Strömungsverbindung mit dem Zylinder gebracht zu werden. Dabei ist es im Grunde
gleich, ob der Zylinder pneumatisch oder hydraulisch oder von einem beliebigen
anderen Druckmittel angetrieben wird.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der Rotationskörper des
Drehschiebers mit jeweils mindestens einer Tankanschlußbohrung und einer
Zulaufanschlußbohrung ausgebildet ist, über die er temporär mit dem
kolbenflächenseitigen Zylinderraum verbindbar ist, und dem Rotationskörper eine am
Steuergehäuse verdrehsicher gehaltene, eine sich in eine Arbeitsleitung des
Steuergehäuses fortsetzende Durchgangsbohrung besitzende Scheibe zugeordnet
ist. Indem somit in Abkehr von den Anschlüssen des Drehschiebers bei einem
Hydraulikmotor die Arbeitsleitungen A und B erfindungsgemäß zum Tankanschluß
(A=T) bzw. als Zulaufleitung (B=P) verwendet werden, läßt sich die Umsteuerung des
Zylinderkolbens durch das Wechselspiel der Anschlüsse aufgrund der Rotation des
Rotationskörpers erreichen, weil die Durchgangsbohrung der zugeordneten Scheibe
eine klare Definition zwischen P und T gewährleistet. Die jeweils konkrete Anzahl der
Anschlußbohrungen ermöglicht entsprechend größere oder kürzere Schließzeiten.
Hierbei eignet es sich in besonders vorteilhafter Weise, die als Zulaufleitung P
verwendete Arbeitsleitung des Drehschiebers sogleich zur Rückstellung des
Zylinderkolbens auszunutzen, indem diese an den - bei einem vorteilhaften
Differentialzylinder - kolbenstangenseitigen Zylinderraum angeschlossen ist. Alternativ
eignet sich zur Rückstellung gleichwohl eine die Kolbenstangenfläche des
Zylinderkolbens beaufschlagende mechanische Feder von ausreichender Kraft oder
beispielsweise auch ein Stickstoffniederhalter.
Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß - wiederum am Ausführungsbeispiel
eines Differentialzylinders - der kolbenstangenseitige Zylinderraum des Zylinders über
die Zulaufleitung mit einem Druckmittelspeicher verbunden ist.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen
und der nachfolgenden Beschreibung, in der ein in den Zeichnungen dargestelltes
Ausführungsbespiel des Gegenstandes der Erfindung näher erläutert ist. Es zeigen:
Fig. 1 im Längsschnitt ein Steuergehäuse mit darauf aufgesetztem,
strichpunktierten Drehschieber und diesen einschließendem, ebenfalls
strichpunktierten Außengehäuse;
Fig. 2 als Einzelheit des Drehschiebers gemäß Fig. 1 dessen scheibenförmigen
Rotationskörper von der dem Steuergehäuse abgewandten Seite her
gesehen;
Fig. 3 den Rotationskörper gemäß Fig. 2 von seiner dem Steuergehäuse
zugewandten Aufsteckseite her gesehen;
Fig. 4 den Rotationskörper gemäß Fig. 3 entlang der Linie IV-IV geschnitten;
Fig. 5 als Einzelheit der Fig. 1 die verdrehfest am Steuergehäuse gehaltene,
zwischen dem Steuergehäuse und dem Drehantrieb angeordnete Scheibe;
Fig. 6 die Scheibe gemäß Fig. 5 entlang der Linie VI-VI geschnitten, um 72°
gedreht dargestellt; und
Fig. 7 in grob schematischer Darstellung die an einen Hydraulikzylinder
angeschlossene Steuervorrichtung gemäß Fig. 1.
Eine in Fig. 1 gezeigte Steuervorrichtung 1 umfaßt ein Steuergehäuse 2 mit einem
dieses ergänzenden, in einem strichpunktiert angedeuteten Außengehäuse 3
angedeuteten, ebenfalls strichpunktiert gekennzeichneten Drehschieber 4. In dem
Steuergehäuse 2 lagert auf Kugellagern 5 ein zylindrischer Steuerkolben 6, der bzw.
dessen Kugellager 5 mittels Seegeringen 7 und einem O-Ring 8 abgedichtet ist. Der
Steuerkolben 6 wird mittels eines nicht dargestellten Antriebes über ein am hinteren,
aus dem Steuergehäuse 2 vorkragenden Ende des Steuerkolbens 6 angeordnetes
Stirnrad 9 angetrieben, das mittels Schraube 10 und Scheibe 11 gesichert ist. An
seinem anderen Ende ist der Steuerkolben 6 mit einem endseitig als Flachsteg 12
ausgebildeten Kopf versehen, der aus einer mittels Stiften 13 verdrehsicher am
Steuergehäuse 2 gehaltenen Scheibe 14 hervorragt. Die näher in den Fig. 5 und 6
dargestellte Scheibe 14 ist mit Sackbohrungen 15 versehen und weist neben einer
den Durchtritt für den Steuerkolben 6 erlaubenden Mittenbohrung 16 weiterhin eine
Durchgangsbohrung 17 auf, die in situ, d. h. der in Fig. 1 gezeigten Einbaulage mit
einer weiterhin an einen Zylinder 18 (vgl. Fig. 7) angeschlossenen Arbeitsleitung 19
bzw. A fluchtet. Die Scheibe 14 ist gegen die steuergehäuseseitige Arbeitsleitung 19
mittels eines O-Ringes 20 (vgl. Fig. 1) abgedichtet, der in eine zu der
Durchgangsbohrung 17 konzentrische Ringnut 21 (vgl. Fig. 6) eingesetzt wird.
Auf den Flachsteg 12 des Steuerkolbens 6 der Steuervorrichtung 1 wird ein in den
Fig. 2 bis 4 gezeigter scheibenförmiger Rotationskörper 22 des Drehschiebers 4
aufgesteckt, der zur drehfesten Ankopplung mit dem Steuerkolben 6 eine
komplementäre Ausnehmung 23 aufweist (vgl. die Fig. 3 und 4). Der Drehschieber
4 bzw. der Rotationskörper 22 ist nach außen abgedichtet in den mittels Schrauben
24 am Steuergehäuse 2 angeflanschten Außengehäuse 3 angeordnet (vgl. Fig. 1).
Der Rotationskörper 22 besitzt im Ausführungsbeispiel drei
Zulauf-Anschlußbohrungen 25 und drei Tank-Anschlußbohrungen 26, die im
Gegensatz zu den axial durchgängigen Zulauf-Anschlußbohrungen 25 radiale, d. h.
seitliche Ausgänge 27 aufweisen, um Druckunterschiede zu dem die
Anschlußbohrungen 25 durchströmenden Druckmedium zu bewirken. Den
Zulauf-Anschlußbohrungen 25 ist eine in dem Rotationskörper 25 exzentrisch
angeordnete, zur Anschlußseite hin von einem Dichtring 28 abgedichtete Bohrung 29
zugeordnet.
Wie sich den nur auf das Wesentliche beschränkten, unter Vernachlässigung z. B. der
Förderpumpen gezeigten Prinzipskizze gemäß Fig. 7 entnehmen läßt, ist in diesem
Ausführungsbeispiel die Zulaufleitung P einerseits mit einem Druckspeicher 30
verbunden und andererseits an den kolbenstangenseitigen Zylinderraum 31 des
Zylinders 18 angeschlossen, während der über dem Kolben 32 liegende
kolbenflächenseitige Zylinderraum 33 über die Arbeitsleitung 19 bzw. A mit der
Steuervorrichtung 1 verbunden ist. In einer zu der Steuervorrichtung 1 führenden
Abzweigung der Zulaufleitung P ist ein Sperrventil 34 angeordnet, das den Eintritt des
Druckmediums in die Steuervorrichtung 1 bzw. den Drehschieber 4 von dieser Seite
her, d. h. der Leitung P sperrt. Jedes mal dann, wenn die Zulauf-Anschlußbohrungen
25 in einer Deckungslage mit der Durchgangsbohrung 17 der verdrehsicher am
Steuergehäuse 2 gehaltenen Scheibe 14 kommen, kann das Druckmedium aus dem
Zylinderraum 33 über das Sperrventil 34 in die Zulaufleitung P entweichen, über die
gleichzeitig Druckmedium in den kolbenstangenseitigen Zylinderraum 31 gelangt und
den Kolben 32 in seine in Fig. 7 gezeigte Position zurückstellt. Aufgrund der danach in
Deckungslage mit der Durchgangsbohrung 17 der Scheibe 14 gelangenden
Tank-Anschlußbohrungen 26 wird der Weg frei für das den Zylinderraum 33 wieder
auffüllende Druckmedium, worauf die Bewegungsumkehr des Kolbens 32 eingeleitet
und dabei das im Zylinderraum 31 befindliche Druckmedium in die Leitung P
verdrängt wird. Dieses Wechselspiel und damit die Umkehr der Bewegungsrichtung
des Kolbens 32 des Zylinders 18 wiederholt sich stetig mit jedem Umlauf des
Rotationskörpers 22, wobei die Scheibe 14 mit ihrer Durchgangsbohrung 17 stets
eine klare Definition zwischen den Anschlußleitungen P und T sicherstellt.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum Steuern der Verstellbewegung des Kolbens eines
Zylinders, insbesondere Hydraulikzylinders,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein an einen in einem Steuergehäuse (2) rotierenden Steuerkolben (6)
angeschlossener Drehschieber (4) einen scheibenförmigen Rotationskörper
(22) aufweist, der die Druckmittelzufuhr und -abfuhr des Zylinders (18)
steuert.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Rotationskörper (22) des Drehschiebers (4) mit jeweils mindestens
einer Tank-Anschlußbohrung (26) und einer Zulauf-Anschlußbohrung (25)
ausgebildet ist, über die er temporär mit dem kolbenflächenseitigen
Zylinderraum (33) verbindbar ist, und dem Rotationskörper (22) eine am
Steuergehäuse (2) verdrehsicher gehaltene, eine in Flucht mit einer
Arbeitsleitung (19 bzw. A) des Steuergehäuses (2) verlaufende
Durchgangsbohrung (17) besitzende Scheibe (14) zugeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der kolbenstangenseitige Zylinderraum (31) des Zylinders (18) mit
einem Druckmittelspeicher (30) verbunden ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zylinder (8) hydraulisch oder pneumatisch beaufschlagt ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2 und 4,
gekennzeichnet durch
eine die Kolbenstangenfläche des Zylinderkolbens (32) beaufschlagende
mechanische Feder.
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Family Applications (1)
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