DE19700318A1 - Verfahren zur Bestimmung der Geometriedaten von Abtastvorlagen - Google Patents
Verfahren zur Bestimmung der Geometriedaten von AbtastvorlagenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der elektronischen Reproduktions
technik und betrifft ein Verfahren zur automatischen Bestimmung der Lage und
des Drehwinkels von abzutastenden Bildvorlagen auf einem Scannertablett
bzw. einer Scannertrommel.
In der Reproduktionstechnik werden Druckvorlagen für Druckseiten erzeugt die
alle zu druckenden Elemente wie Texte, Grafiken und Bilder enthalten. Im Fall
der elektronischen Herstellung der Druckvorlagen liegen diese Elemente in
Form von digitalen Daten vor. Für ein Bild werden die Daten z. B. erzeugt, in
dem das Bild in einem Scanner punkt- und zeilenweise abgetastet wird, jeder
Bildpunkt in Farbkomponenten zerlegt wird und die Farbwerte dieser Kompo
nenten digitalisiert werden. Üblicherweise werden Bilder in einem Scanner in
die Farbkomponenten Rot, Grün und Blau (R, G, B) zerlegt. Für den Vier
farbdruck werden diese Komponenten dann weiter in die Druckfarben Cyan,
Magenta, Gelb und Schwarz (C, M, Y, K) transformiert. Für Schwarz-Weiß-
Bilder erzeugt der Scanner entweder gleich nur eine Komponente mit Grauwer
ten oder die zunächst abgetasteten RGB-Komponenten werden später in die
Druckfarbe Schwarz umgerechnet.
Der Scanner kann ein Flachbettgerät sein, in dem die abzutastenden Bildvorla
gen auf einem Scannertablett montiert werden. Die Bildvorlagen können trans
parent sein (Diapositive oder Farbnegative) oder reflektierend (Aufsichtsbilder).
Das Scannertablett wird beleuchtet, und das durchscheinende bzw. reflektierte
Licht einer Scanlinie wird durch Farbfilter in die Farbkomponenten zerlegt.
Das Licht der Farbkomponenten wird dann z. B. mittels einer CCD-Zeile weiter
in diskrete Bildpunkte zerlegt und in elektrische Signale umgewandelt, die an
schließend digitalisiert werden. Alternativ kann auch ein Trommelscanner ver
wendet werden, in dem die Bildvorlagen auf eine transparente Scannertrommel
montiert werden. Die Scannertrommel wird je nach Art der Bildvorlagen (trans
parent oder reflektierend) punktförmig von innen oder außen beleuchtet, und
das durchscheinende bzw. reflektierte Licht der Farbkomponenten wird in ei
nem Abtastkopf auf Lichtsensoren fokussiert und in elektrische Signale um
gewandelt. Dabei rotiert die Scannertrommel, während die Beleuchtungseinrich
tung und der Abtastkopf entlang der Achse der Scannertrommel bewegt wer
den, so daß die Oberfläche der Scannertrommel punkt- und zeilenweise abge
tastet wird.
Um das Abtasten der Bildvorlagen rationeller durchzuführen, werden mehrere
Bildvorlagen auf das Scannertablett bzw. die Scannertrommel montiert, die der
Scanner dann automatisch nacheinander abtasten, digitalisieren und speichern
soll. Dazu müssen in einem Arbeitsvorbereitungsprozeß die Positionen der Bil
der auf dem Scannertablett bzw. auf der Scannertrommel, ihre Abmessungen
und ihre Winkellage erfaßt und eingegeben werden. Damit sind die Ausschnitte
der zur Verfügung stehenden Scanfläche definiert, die vom Scanner abgetastet
und den einzelnen Bildern zugeordnet werden sollen.
Nach dem Stand der Technik ist das Ausmessen und Eingeben dieser Geome
triedaten für jede einzelne Bildvorlage zeitaufwendig. Oft wird dazu eine Über
sichtsabtastung der gesamte Scanfläche in grober Auflösung durchgeführt. Die
Scandaten der Übersichtsabtastung werden auf einem Monitor dargestellt, und
mit einem Cursor können dann manuell auf dem Bildschirm die Eckpunkte der
abzutastenden Bildvorlagen markiert werden. Nach einer anderen Methode
werden die Bilder auf eine Montagefolie montiert, die auf ein Digitalisiertablett
gelegt wird. Dort werden dann die Koordinaten der Bilder erfaßt. Anschließend
wird die Montagefolie auf das Scannertablett bzw. die Scannertrommel aufge
bracht. Es gibt hierfür auch die Lösung, daß die Einrichtung zur Erfassung der
Koordinaten in das Scannertablett integriert ist. In jedem Fall ist die Koordina
tenerfassung mit manueller Arbeit und Zeitaufwand verbunden.
Obwohl man sich bemüht, die Bilder so gerade wie möglich auf die Scanfläche
zu montieren, ist die Erfassung der Winkellage der Bilder doch sinnvoll. Da die
exakte Ausrichtung der Bilder bei der Montage arbeitsaufwendig und zeitrau
bend ist, kann es wirtschaftlicher sein, die Bilder nur annähernd gerade zu
montieren und die genaue Ausrichtung später auszuführen. Manche Flachbett
scanner haben eine Vorrichtung, mit der das Scannertablett um einen beliebi
gen vorgegebenen Winkel gedreht werden kann. Damit kann die schiefe Mon
tage des Bildes auf der Scanfläche beim Scannen korrigiert werden. Wenn eine
solche Drehvorrichtung nicht vorhanden ist, können die gescannten Bilddaten
später in einem Rechenprozeß gedreht werden, um die schiefe Montage zu
korrigieren.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die zuvor beschriebene manuel
le Erfassung der Geometriedaten zu vermeiden und ein Verfahren zur automa
tischen Bestimmung von Position, Abmessungen und Winkellage der abzuta
stenden Bildvorlagen anzugeben. Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des
Anspruchs 1 und der Unteransprüche 2 bis 13 gelöst.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Fig. 1 bis 9 näher beschrieben.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Scanfläche mit montierten Bildvorlagen,
Fig. 2 die Bestimmung von Weißpunkt und Schwarzpunkt im Histogramm,
Fig. 3 Kantenfilter für horizontale und vertikale Kanten,
Fig. 4 die Schwellwertentscheidung zur Erzeugung eines Binärbildes,
Fig. 5 ein Beispiel für das Ergebnis der Kantenfilterung und Binärbilderzeu
gung,
Fig. 6 eine Pixelmaske zur Verfolgung von Konturen,
Fig. 7 ein Beispiel für das Ergebnis der Konturenanalyse,
Fig. 8 die Suche nach einer angepaßten Geraden mittels der Hough-
Transformation und
Fig. 9 ein Beispiel für das Ergebnis der Verarbeitung.
Fig. 1 zeigt eine Scanfläche (1) mit einigen montierten Bildvorlagen (2). Die
Bildvorlagen sind im allgemeinen farbige oder schwarz-weiße Diapositive, Ne
gative oder Aufsichtsbilder. In der Fig. 1 sind sie aus Gründen der einfachen
Vervielfältigung als Binärbilder mit nur schwarzen und weißen Bildpunkten an
gedeutet. Die Scanfläche ist die Oberfläche eines Scannertabletts in einem
Flachbettscanner oder die Oberfläche der Scannertrommel in einem Trommel
scanner.
In einem ersten Verarbeitungsschritt wird eine Übersichtsabtastung der Scan
fläche (1) in grober Auflösung durchgeführt, z. B. mit 30 Pixel/cm. Aus den ge
speicherten RGB-Scandaten dieser Abtastung wird erfindungsgemäß ein Bild
signal errechnet, das möglichst deutlich die Umrisse der montierten Bildvorla
gen wiedergibt. Vorzugsweise ist das eine Helligkeitskomponente, z. B. die
L-Komponente, die bei der Transformation der RGB-Daten in LAB-Daten des
CIELAB-Farbraums gewonnen wird (CIE = Commission Internationale d'Eclai
rage). Eine Helligkeitskomponente kann aber auch durch eine gewichtete Addi
tion der RGB-Daten gewonnen werden. Ersatzweise kann auch eine einzelne
Farbkomponente, z. B. der grüne Anteil der RGB-Daten, als Helligkeitskompo
nente verwendet werden.
Im zweiten Verarbeitungsschritt der Erfindung wird ein Weißpunkt Lw und ein
Schwarzpunkt Ls aus den Werten der Helligkeitskomponente bestimmt. Vor
zugsweise werden dazu die Häufigkeiten aller Werte im Helligkeitsbild ermittelt
und in einem kumulativen Histogramm aufgetragen. Als Weißpunkt Lw wird
dann z. B. der Helligkeitswert definiert, bei dem im Histogramm 5% aller Hellig
keitswerte erreicht sind. Als Schwarzpunkt Ls wird entsprechend dazu der Hel
ligkeitswert definiert, bei dem im Histogramm 95% aller Helligkeitswerte erreicht
sind. Bei diesen Prozentwerten erhält man erfahrungsgemäß Weiß- und
Schwarzpunkte, die für das Bild repräsentativ sind. Aus der Differenz zwischen
Schwarzpunkt und Weißpunkt ergibt sich der Dynamikumfang D des Hellig
keitsbildes zu:
D = Ls - Lw (1)
Fig. 2 zeigt das kumulative Histogramm mit dem Weißpunkt Lw und dem
Schwarzpunkt Ls. Für die vorliegende Erfindung ist nicht wesentlich, bei wel
chen Prozentwerten im Histogramm der Weißpunkt und der Schwarzpunkt fest
gelegt werden. Es können beliebige Prozentwerte in der Nähe von 0% bzw.
100% gewählt werden. Grundsätzlich können auch die Helligkeitswerte bei 0%
und bei 100%, d. h. die absolut hellsten und dunkelsten Werte im Helligkeitsbild
als Weißpunkt und Schwarzpunkt gewählt werden. Dann besteht jedoch die
Möglichkeit, daß der Weißpunkt und Schwarzpunkt nicht für das Bild repräsen
tativ sind, wenn die extremen Helligkeitswerte bei 0% und 100% nur sehr selten
im Bild vorkommen.
Wenn die Bildvorlagen relativ klein im Vergleich zur gesamten Scanfläche sind,
ergibt sich im Histogramm ein sehr großer Wert bei 0%, der die leeren Flächen
außerhalb der Bildvorlagen widerspiegelt und nicht für die Weißwerte innerhalb
der Bildvorlagen repräsentativ ist. Dieser Einfluß kann korrigiert werden, indem
extrem hohe Werte bei 0% im Histogramm um einen bestimmten Faktor redu
ziert werden, bevor das Histogramm analysiert wird und der Weiß- und
Schwarzpunkt festgelegt werden.
Im nächsten Verarbeitungsschritt der Erfindung wird die Helligkeitskomponente
einer digitalen Kantenfilterung unterworfen. Vorzugsweise werden Filter ver
wendet, die an näherungsweise horizontalen und vertikalen Kanten hohe Aus
gangswerte erzeugen und dadurch solche Kanten hervorheben.
Fig. 3 zeigt als Beispiel jeweils ein einfaches Filter für horizontale Kanten (3)
und für vertikale Kanten (4). Das horizontale Filter erstreckt sich über 2×5 Pi
xel. Der eingekreiste Punkt P bezeichnet die Position des aktuellen Pixels. Die
Werte hij an jeder Position des Filterfensters sind die Filterkoeffizienten. Die
Filterung wird durchgeführt, indem der Punkt P des Filterfensters über jedes Pi
xel des Helligkeitsbildes gelegt wird und die unter den jeweiligen Fensterposi
tionen liegenden Pixelwerte Lij mit den Koeffizienten hij multipliziert und aufad
diert werden. Das Ergebnis wird noch auf den Dynamikumfang D normalisiert,
indem es mit 1/(k1 × D) multipliziert wird, wobei k1 eine Konstante ist. Der Fil
terwert Fh jedes Pixels ergibt sich also zu:
Fh = [Σ (hij × Lij)]/(k1 × D) (2)
Für das vertikale Filter (4), das eine um 90° gedrehte Version des horizontalen
Filters (3) ist, ergibt sich der Filterwert Fv entsprechend zu:
Fv = [Σ (vij × Lij)]/(k1 × D) (3)
Die Filterwerte Fh und Fv der horizontalen und vertikalen Kantenfilterung wer
den erfindungsgemäß anschließend zu einem resultierenden Filterwert F zu
sammengefaßt. Vorzugsweise werden dazu für jedes Pixel die Beträge von Fh
und Fv verglichen, und der jeweils größere Wert wird als resultierender Filter
wert F genommen. Er ergibt sich dann zu
F = Vzmax × max (|Fh|, |Fv|), (4)
wobei Vzmax das Vorzeichen des ausgewählten Maximalwertes ist.
Für die vorliegende Erfindung sind die Form und Koeffizienten der in Fig. 3 ge
zeigten Kantenfilter nicht wesentlich. Es können auch Filterfenster mit mehr
oder weniger als 2 × 5 Pixel und mit anderen Koeffizienten verwendet werden.
Wichtig ist nur, daß durch die Filterung vorwiegend horizontale und vertikale
Kanten hervorgehoben werden. Ebenso können auch andere zusammenfas
sende Funktionen als die nach Gleichung (4) verwendet werden, z. B. die Sum
me der Betragswerte |Fh| und |Fv| versehen mit dem Vorzeichen des größeren
Wertes.
Im nächsten Verarbeitungsschritt der Erfindung wird das gefilterte Helligkeits
bild F in ein Binärbild B mit nur zwei Werten 0 und 1 umgewandelt, indem die
Filterwerte F mit Schwellwerten verglichen werden. Beispielsweise werden ein
oberer Schwellwert S1 und ein unterer Schwellwert S2 gebildet als
S1 = +k2 × D (5)
S2 = -k2 × D,
S2 = -k2 × D,
wobei D der Dynamikumfang des Helligkeitsbildes L ist und k2 eine Konstante.
Dann werden Filterwerte F, die über S1 oder unter S2 liegen, in den Binärwert 1
umgesetzt und Filterwerte, die zwischen S1 und S2 liegen, in den Binärwert 0.
B = 1 für F < S2 oder F < S1 (6)
B = 0 für S2 ≦ F ≦ S1
B = 0 für S2 ≦ F ≦ S1
Fig. 4 veranschaulicht für einen Ausschnitt aus einer Zeile des gefilterten Bildes
F die Schwellwertentscheidung und die Erzeugung des Binärbildes B. Das Ziel
der Schwellwertentscheidung ist, im Binärbild nur noch die betragsmäßig
höchsten Filterwerte wiederzugeben, die die horizontalen und vertikalen Kanten
repräsentieren, und die übrigen Filterwerte zu unterdrücken.
Fig. 5 zeigt das erzeugte Binärbild für das Beispiel aus Fig. 1, wobei die Binär
werte 0 als weiße Bildpunkte und die Binärwerte 1 als schwarze Bildpunkte
dargestellt sind. Für die vorliegende Erfindung ist nicht wesentlich, daß die
Schwellwertentscheidung genau nach den Gleichungen (5) und (6) durchge
führt wird. Wichtig ist nur, daß die Schwellwerte so gewählt werden, daß das
Binärbild B vorwiegend nur noch die Filterwerte F wiedergibt, die den horizonta
len und vertikalen Kanten im Helligkeitsbild L entsprechen. Es brauchen auch
nicht zwei Schwellwerte S1 und S2 gewählt zu werden. Es genügt ein Schwell
wert, mit dem z. B. der Betrag der Filterwerte F verglichen wird.
Im nächsten Verarbeitungsschritt der Erfindung werden im Binärbild B die Kon
turen analysiert. Dazu wird zunächst ausgehend z. B. von der linken oberen Ec
ke zeilenweise und pixelweise ein erster Konturpunkt gesucht, d. h. ein Pixel mit
dem Binärwert 1. Von diesem Startpunkt aus wird eine Kontur Pixel für Pixel
verfolgt, bis der Startpunkt wieder erreicht ist. Zur Konturverfolgung können
verschiedene bekannte Verfahren eingesetzt werden.
Fig. 6 zeigt als Beispiel eine Maske über 3×3 Pixel für ein bevorzugtes Verfah
ren der Konturverfolgung. Der zentrale Punkt P wird auf den Startpunkt der
Kontur gesetzt, und die acht Nachbarpixel werden im Uhrzeigersinn der Reihe
nach untersucht, ob sie den Binärwert 1 haben. Sobald das erste Pixel mit dem
Binärwert 1 gefunden wurde, wird die Untersuchungsmaske nach dorthin ver
schoben und die Untersuchung der acht Nachbarpixel beginnt erneut. Dies wird
solange fortgesetzt, bis der Startpunkt wieder erreicht ist. In der Fig. 6 ist die
Reihenfolge, in der die Nachbarpixel untersucht werden, durch die eingetrage
nen Zahlen 1. . ..8 dargestellt.
Wenn der Startpunkt wieder erreicht ist, wird erfindungsgemäß anhand ver
schiedener Kriterien geprüft, ob die gefundene Kontur der Umriß einer Bildvor
lage ist oder etwas anderes, z. B. ein Kratzer oder ein Schmutzrest von einem
Klebeband. Ein bevorzugtes Kriterium ist, daß die Kontur eine Mindestlänge
haben muß, z. B. 150 mm, um als Umriß einer Bildvorlage interpretiert zu wer
den.
Länge (Kontur) ≧ Längemin (7)
Ein weiteres bevorzugtes Kriterium ist, daß die von der Kontur umschlossene
Fläche eine minimale Breite und Höhe haben muß, z. B. 20 mm.
Breite (Kontur) ≧ Breitemin (8)
Höhe (Kontur) ≧ Höhemin
Höhe (Kontur) ≧ Höhemin
Die minimalen Werte für Länge, Breite und Höhe werden so gewählt, daß die
kleinsten möglichen Bildvorlagen noch sicher durch diese Kriterien erfaßt wer
den. Eine Kontur, die nach diesen Kriterien kein Bildvorlagenumriß ist, wird in
dem Binärbild B gelöscht. Ebenso wird das Innere eines gefundenen Bildumriß
gelöscht, da die darin enthaltenen Bildkonturen für die weitere Untersuchung
irrelevant sind. Anschließend wird ein neuer Startpunkt gesucht und die nächste
Kontur analysiert, bis alle Konturen im Binärbild abgearbeitet sind.
Fig. 7 zeigt das Ergebnis der Konturenanalyse für das Beispiel aus Fig. 1. Im
Vergleich zum Binärbild B in Fig. 5 bleiben nur die Konturen übrig, die die Um
risse von Bildvorlagen sind.
Fig. 8 zeigt den nächsten Verarbeitungsschritt der Erfindung, in dem für jede
der vier Seiten eines gefundenen Bildvorlagenumriß eine optimal angepaßte
Gerade ermittelt wird. Hierzu wird erfindungsgemäß ein Verfahren eingesetzt,
das in der Bildverarbeitungstechnik als Hough-Transformation bekannt ist (H.
Bässmann, P.W. Besslich: Bildverarbeitung Ad Oculos, S. 101-121, Springer
Verlag 1993). Zunächst wird das umschreibende Rechteck (5) des Umriß mit
den Eckpunkten A, B, C, D gebildet, dessen Seiten parallel zur Haupt- bzw.
Nebenabtastrichtung sind. Dann wird für jede Seite des Umriß in einem be
stimmten Suchbereich für Geraden mit verschiedenen Positionen und unter
verschiedenen Winkeln festgestellt, wieviele Umrißpunkte auf ihnen liegen. Die
Gerade, auf der die meisten Umrißpunkte liegen, wird als optimal angepaßte
Gerade für diese Umrißseite ausgewählt.
Fig. 8 zeigt den Suchbereich für die linke Seite des Umriß. Entlang einer waa
gerechten Strecke wird im Abstand s vom Punkt A ein Punkt G festgelegt.
Durch den Punkt G werden unter verschiedenen Winkeln α Geraden (6) gelegt.
Für jede der Geraden wird geprüft, wieviele Punkte des Umriß auf dieser Gera
den liegen. Diese Zahl wird in eine α,s-Matrix (7) unter der durch α und s defi
nierten Spalte und Zeile eingetragen. Jede Zelle der Matrix entspricht einer der
geprüften Geraden. Durch Variation von s und α wird in dieser Weise eine Viel
zahl von Geraden untersucht. Da in diesem Fall nach einer näherungsweise
senkrechten Geraden gesucht wird, kann der Parameter s auf einen Streifen
und α auf einen kleinen Winkelbereich eingeschränkt werden, um die benötigte
Verarbeitungszeit zu verringern.
-smax ≦ s ≦ +smax (9)
-αmax ≦ α ≦ +αmax
-αmax ≦ α ≦ +αmax
Für die Begrenzungen wird beispielsweise smax = 10 mm und αmax = 15° ge
wählt.
Nach der Suchoperation wird festgestellt, welche Zelle der α,s-Matrix (7) den
höchsten Zahlenwert enthält. Die zugehörigen Werte von s und α definieren ei
ne Gerade, die die entsprechende Seite des Bildvorlagenumriß am genauesten
wiedergibt. Ausgehend von den Eckpunkten B, C, D des umschreibenden
Rechtecks (5) geschieht die Suche und Bestimmung der optimal angepaßten
Geraden für die restlichen drei Seiten des Bildumriß in gleicher Weise, wie es
für die Fig. 8 beschrieben wurde.
Die Strategie für die Suche nach der optimal angepaßten Geraden mit Hilfe der
Hough-Transformation kann natürlich in vielfältiger Weise variiert werden. Der
Punkt G, durch den die Suchgeraden führen, muß nicht wie in Fig. 8 gezeigt am
oberen Rand des umschreibenden Rechtecks (5) liegen. Er kann z. B. auch am
unteren Rand liegen oder auf halber Höhe des Rechtecks (5). Wichtig ist nur,
daß in einem definierten Suchbereich um die anzupassende Seite des Bildvor
lagenumriß herum systematisch alle bezüglich Position und Winkel möglichen
Geraden nach dem Prinzip der Hough-Transformation untersucht werden. Die
Suchstrategie kann auch noch im Hinblick auf die Verarbeitungszeit optimiert
werden, wenn z. B. die Parameter s und α zunächst in groben Schritten variiert
werden und dann um das Maximum der Hough-Transformierten herum die Un
tersuchung mit feineren Schritten fortgesetzt wird.
Die gefundenen angepaßten Geraden für die vier Seiten des Bildumriß ergeben
im allgemeinen kein Viereck mit rechten Winkeln. Deshalb wird im letzten Ver
arbeitungsschritt der Erfindung aus den angepaßten Geraden ein Abtastrecht
eck gebildet. Das kann in vielfältiger Weise geschehen. Eine bevorzugte Me
thode ist:
- a) Mittelung der Winkel aller vier Geraden (wobei für zwei Geraden 90° ad diert bzw. subtrahiert werden). Dabei werden die Winkel mit dem Wert der Hough-Transformation gewichtet, da ein Winkel um so "sicherer" ist, je mehr Umrißpunkte für die entsprechende Gerade gefunden wurden.
- b) Prüfung, ob ein Winkel vom Mittelwert um mehr als einen bestimmten Be trag abweicht. Wenn ja, wird der Mittelwert aus den verbleibenden drei Ge raden gebildet.
- c) Bestimmung des Abtastrechtecks mit den vier Geraden unter Verwendung des mittleren Winkels (für zwei Geraden um 90° modifiziert).
Nach der Bestimmung der Abtastrechtecke für alle Bildvorlagen auf der Scan
fläche werden die gefundenen Koordinaten und Winkel zur Einstellung des
Scanners für die hochaufgelöste Abtastung verwendet bzw. zur nachträglichen
Drehwinkelkorrektur der gescannten Bilddaten. Fig. 9 zeigt das Ergebnis der
beschriebenen Verarbeitung für das Beispiel aus Fig. 1. Da im letzten Verarbei
tungsschritt rechte Winkel des Abtastrechtecks erzwungen wurden, stimmen die
Seiten des Abtastrechtecks nicht immer ganz genau mit den Seiten der Bildvor
lagen überein.
Claims (13)
1. Verfahren zur Erfassung der Geometriedaten, wie Position, Abmessungen
und Winkellage, von auf einer Scanfläche montierten Bildvorlagen da
durch gekennzeichnet, daß die Geometriedaten automatisch durch Abta
stung der Scanfläche und Analyse der Scandaten ermittelt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß aus den Scan
daten der Scanfläche ein Helligkeitsbild gewonnen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Hel
ligkeitsbild einer Kantenfilterung unterworfen wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kantenfilterung Kanten hervorhebt, die näherungsweise horizontal
und vertikal sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kantenfilterung an den Dynamikumfang des Helligkeitsbildes ange
paßt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß aus dem Kanten-gefilterten Bild durch Schwellwertentscheidung ein Bi
närbild gewonnen wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß in dem Binärbild geschlossene Konturen ermittelt werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß durch Analyse der geschlossenen Konturen Bildvorlagenumrisse er
kannt werden.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bildvorlagenumrisse aufgrund der Länge der geschlossenen Kontu
ren erkannt werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bildvorlagenumrisse aufgrund der Breite und Höhe der von den
Konturen umschlossenen Flächen erkannt werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
daß für die Bildvorlagenumrisse angepaßte Geraden ermittelt werden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die angepaßten Geraden durch eine Hough-Transformation ermittelt
werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß aus den angepaßten Geraden die Geometriedaten der Bildvorlagen
bestimmt werden.
Priority Applications (4)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19700318A DE19700318A1 (de) | 1997-01-08 | 1997-01-08 | Verfahren zur Bestimmung der Geometriedaten von Abtastvorlagen |
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19700318A DE19700318A1 (de) | 1997-01-08 | 1997-01-08 | Verfahren zur Bestimmung der Geometriedaten von Abtastvorlagen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19700318A1 true DE19700318A1 (de) | 1998-07-09 |
Family
ID=7816924
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19700318A Withdrawn DE19700318A1 (de) | 1997-01-08 | 1997-01-08 | Verfahren zur Bestimmung der Geometriedaten von Abtastvorlagen |
Country Status (4)
| Country | Link |
|---|---|
| EP (1) | EP0950310A1 (de) |
| JP (1) | JP2000508461A (de) |
| DE (1) | DE19700318A1 (de) |
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