DE19700222C1 - Zwirnkopf mit Rotor für eine Kabliermaschine - Google Patents
Zwirnkopf mit Rotor für eine KabliermaschineInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Zwirnkopf mit Rotor für
eine Kabliermaschine, bei welcher ein erster Faden von
einer über einer Hohlspindel angeordneten ersten, stationären
Vorlagespule abgezogen wird und ein von einer zweiten
Vorlagespule abgezogener zweiter Faden von unten zentral
in die Hohlspindel eingeführt wird, seitlich aus der
Hohlspindel austritt und in einen Fadenballon um die
erste Vorlagespule rotiert, bevor er durch den ober
halb der Hohlspindel um eine zur Spindelachse koaxiale
Rotorachse frei drehbar gelagerten Rotor mit dem ersten
Faden zusammengeführt wird, wobei der Rotor vier Aus
gleichsrollen aufweist, von denen jeweils zwei auf
einer Seite einer durch die Rotorachse verlaufenden
Symmetrieebene und die beiden anderen Rollen symmetrisch
hierzu auf der anderen Seite der Symmetrieebene angeord
net sind, wobei zwei bezüglich der Symmetrieebene
einander gegenüberliegende Rollen paarweise drehfest
auf den beiden Enden eines gemeinsamen Wellenzapfens
angeordnet sind, dessen Drehachse senkrecht zur
Symmetrieebene verläuft und der in seiner Mitte mittels
eines im Bereich der Symmetrieebene vorgesehenen Kugel
lagers am Rotor drehbar gelagert ist, wobei die Rollen
jeden Rollenpaares Fadenlaufrillen gleichen Durchmes
sers aufweisen und die Fadenlaufrillen der an jeder
Seite der Symmetrieebene angeordneten Rollen in zur
Symmetrieebene parallelen und symmetrischen, gemein
samen Fadenlaufebenen liegen, und wobei mit axialem
Abstand unterhalb der Rollen für jeden der beiden
Fäden eine Führungsöse vorgesehen ist, durch die der
jeweilige Faden in den Rotor eintritt und von denen
die Führungsöse für den zweiten Faden in einer der
Fadenlaufebenen mit Abstand von der Rotorachse angeord
net ist.
Ein derartiger Zwirnkopf mit Rotor ist aus der
DE 88 01 951 U1 bekannt. Zwirnkopfe dieser Art werden
bei der Herstellung von hochwertigen technischen Zwirnen
(Cord) auf Kabliermaschinen zum Zusammenführen der von
den beiden Vorlagespulen kommenden Fäden verwendet. Hier
bei kommt es darauf an, den Reißfestigkeitsverlust mög
lichst gering zu halten. Unter Reißfestigkeitsverlust ver
steht man die Differenz aus der Summe der Reißfestigkeit
der beiden Fäden und der Reißfestigkeit des kablierten
Zwirns. Der Reißfestigkeitsverlust entsteht durch unter
schiedliche Fadenlängen der beiden Fäden im fertigen Zwirn,
sowie durch Faserbeanspruchung an Umlenkteilen der Kablier
maschine. Durch den Zwirnkopf mit Rotor sollen die Faden
längen vergleichmäßigt werden. Zu diesem Zweck wird der
erste Faden, nachdem er durch eine zentrale Führungsöse
in den Rotor eingeführt ist, S-förmig um die beiden auf
einer Seite der Symmetrieebene angeordneten Rollen ge
schlungen und läuft von der zweiten Rolle zu einer ober
halb der Rollen befindlichen Vereinigungsstelle. Der
zweite Faden ist durch die mit Abstand von der Rotor
achse angeordnete Mitnehmeröse hindurchgeführt und dann
ebenfalls S-förmig um die auf der anderen Seite der
Symmetrieebene angeordneten Rollen geschlungen. Von der
zweiten Rolle ist er ebenfalls schräg zu der Vereinigungs
stelle geführt. Da die beiden Rollen jeweils eines Rollen
paares über den Wellenzapfen drehfest miteinander verbun
den sind, drehen sie sich mit der gleichen Drehgeschwin
digkeit. Hierdurch wird sichergestellt, daß jeweils
gleiche Fadenlängen an der Vereinigungsstelle zusammenge
führt werden. Unterschiedliche Fadenspannungen erzeugen
im Vereinigungspunkt ungleiche Fadenlängen und damit
Reißfestigkeitsverlust. Durch den Fadenlauf über die
beiden Rollenpaare werden etwaige vorher bestehende
Spannungsunterschiede ausgeglichen, denn höhere Faden
spannung wird über Umschlingungsreibung an den gemein
samen Rollenpaaren auf den Faden mit niedrigerer Spannung
übertragen und umgekehrt. Grenzen sind dem Prozeß durch
Schlupf auf den Rollen gesetzt. Dieser tritt durch den
großen Umschlingungswinkel auf den Rollen erst bei extrem
hohen Unterschieden auf. Bei den eingangs erwähnten be
kannten Zwirnköpfen sind die Wellenzapfen mittels Fett
gefüllter Kugellager im Rotor gelagert, der seinerseits
mit der Spindeldrehzahl rotiert. Bei dem bekannten Zwirn
kopf sind die Drehachsen der Wellenzapfen horizontal
nebeneinander angeordnet und zwar jeweils in einem Abstand
von 19-29 mm von der Rotorachse. Hierdurch haben auch
die Kugellager einen entsprechend großen Abstand von der
Rotorachse und infolge der hohen Spindeldrehzahl wirken
auf sie erhebliche Fliehkräfte. Durch die Fliehkraft wird
die Fettfüllung bis auf eine Restmenge aus dem Kugellager
geschleudert. Im weiteren Betrieb verbraucht sich der Rest
an Fett bis zum Trockenlauf der Kugellager. Selbst bei
Kugellagern, die nach dem neuesten Stand der Technik abge
dichtet sind, kann dieses Entfetten infolge von Flieh
kraft nicht verhindert werden. Die Kugellager erreichen
daher die vorausberechnete Lebensdauer, die sie aufgrund
der Belastung im üblichen Einsatz erreichen würden, nicht
oder nur durch regelmäßiges Zuführen von Schmierstoff.
Dies hat zur Folge, daß die der Fliehkraft unterliegenden
Kugellager der Zwirnköpfe entweder regelmäßig mit unange
nehmem Aufwand nachgeschmiert werden müssen oder viel
früher und öfter ausgetauscht werden müssen als die
übrigen Kugellager der Maschine. Nachdem sich jedoch
die eingangs genannten Zwirnköpfe zwirntechnisch bestens
bewährt haben, sollte ein Weg gefunden werden, wie unter
Beibehaltung der wesentlichen Elemente dieses Zwirn
kopfes die Lebensdauer der Kugellager für die Ausgleichs
rollen verlängert werden kann.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen
Zwirnkopf mit einem Rotor für eine Kabliermaschine der
eingangs erwähnten Art zu schaffen, der so ausgestaltet
ist, daß unter Beibehaltung seiner bewährten zwirn
technischen Funktion die Lebensdauer der Kugellager
für die Ausgleichsrollen der Lebensdauer der Kugellager
der gesamten Kabliermaschine angepaßt ist.
Dies wird nach der Erfindung dadurch erreicht, daß die
Drehachsen der beiden Wellenzapfen in Richtung der Rotor
achse axial versetzt übereinander in kleinstmöglichem
Abstand zur Rotorachse und nur so weit von dieser ent
fernt angeordnet sind, daß im Bereich der Rollen
in der jeweiligen Fadenlaufebene gegenläufige Faden
abschnitte einander nicht berühren, daß oberhalb der
oberen Rollen für jeden der Fäden je eine weitere Füh
rungsöse am Rotor vorgesehen ist, daß alle Führungsösen
an einer Seite der Symmetrieebene jeweils in der zuge
hörigen Fadenlaufebene angeordnet sind und daß die beiden
oberen Führungshülsen in einer zur Symmetrieebene senk
rechten, durch die Rotorachse verlaufenden Querebene
angeordnet sind.
Die Erfindung geht also von dem Gedanken aus, die Dreh
achsen der Wellenzapfen für die Ausgleichsrollen nicht
mehr wie bisher horizontal nebeneinander, sondern im
wesentlichen vertikal übereinander anzuordnen, um sie
damit in größtmögliche Nähe zur Rotorachse zu bringen
oder sogar so anzuordnen, daß sie die Rotorachse schnei
den. Hierbei muß allerdings noch darauf Rücksicht genom
men werden, daß die Fäden jede der Rollen um etwa 180°
umschlingen müssen, um einen ausreichenden Reibschluß
zwischen den Fäden und den Rollen zu gewährleisten.
Nur dann ist nämlich das Ausgleichsvermögen der Rollen
bezüglich unterschiedlicher Fadenlängen gewährleistet.
Wenn, was zweckmäßig ist, alle vier Rollen gleiche Form
und Größe, also auch gleiche Durchmesser bei ihren Faden
laufrillen aufweisen, dann ist es erforderlich, die
Drehachsen der Wellenzapfen in einem kleinen Abstand
von einigen wenigen Millimetern anzuordnen, damit sich
die Fadenabschnitte nicht im Gegenlauf berühren. Dies
könnte nämlich ebenso wie zu schroffe Umlenkpunkte zu
einer Schädigung der Fäden und damit zu einem Reißfestig
keitsverlust führen. Um zu einem symmetrischen, in der
Rotationsachse liegenden, Cordierdreieck, d. h. zu einem
in der Rotationsachse liegenden Vereinigungspunkt zu
gelangen, sind auch zusätzliche obere Führungsösen vor
gesehen. Da diese ebenso wie die unteren Führungsösen
in den jeweiligen Fadenlaufebenen angeordnet sind, wird
auch verhindert, daß die auf die Rollen auflaufenden
und von diesen ablaufenden Fäden die Seitenflanken der
Rollen berühren, was zu Schädigung und, da dann der
Abrollradius nicht genau bestimmt werden kann, auch zu
Längenunterschieden führen könnte. Entscheidend ist
jedoch, daß bei dem neuen Zwirnkopf die Drehachsen der
Wellenzapfen und damit deren Kugellager in unmittelbarer
Nähe der Rotorachse angeordnet sind. Auch bei hohen
Spindeldrehzahlen wirken daher auf diese Kugellager nur
geringe Fliehkräfte, die nicht ausreichen, um die Fett
füllung aus dem Kugellager zu schleudern. Infolgedessen
haben die Kugellager der die Rollen tragenden Wellen
zapfen eine Lebensdauer, die der Lebensdauer der übrigen
Kugellager der Kabliermaschine entspricht.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den
Unteransprüchen gekennzeichnet.
Die Erfindung ist in folgendem, anhand von zwei in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen näher
erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen Axialschnitt des Zwirnkopfes in einer ersten
Ausführungsform,
Fig. 2 eine Seitenansicht desselben in Richtung II der
Fig. 1, teilweise im Schnitt,
Fig. 3 eine Unteransicht in Richtung III der Fig. 1,
Fig. 4 einen Querschnitt nach der Linie IV-IV der
Fig. 1,
Fig. 5 ein zweites Ausführungsbeispiel, teilweise im
Schnitt.
Da das Prinzip einer Kabliermaschine bekannt und in dem
eingangs erwähnten DE 88 01 951 U1 dargestellt und be
schrieben ist, ist in der Zeichnung nur der obere Teil
des ruhenden Spulentopfes 4 dargestellt. In diesem
Spulentopf 4 ist eine erste, nicht dargestellte, Vor
lagespule angeordnet, von der ein erster Faden 1 abge
zogen wird. Dieser wird mittels einer Führungsrolle 5
zentrisch durch die Öffnung 3 des Spulentopfes 4 ge
führt. Ein von einer zweiten, nicht dargestellten Vor
lagespule abgezogener zweiter Faden 2 ist von unten in
eine nicht dargestellte Hohlspindel eingeführt, die um
die Achse A rotiert. Der Faden 2 tritt an einer seit
lichen Austrittsöffnung der Hohlspindel aus dieser aus
und rotiert infolge der Drehung der Hohlspindel in einem
Fadenballon um den Spulentopf 4 und die darin angeord
nete erste Vorlagespule. Von diesem Fadenballon ist in
den Fig. 1 und 2 nur jeweils der oberste Teil sicht
bar.
Oberhalb des Spulentopfes 4 ist der Zwirnkopf 6 vorge
sehen. Dieser Zwirnkopf weist ein mit einem nicht dar
gestellten Träger der Kabliermaschine verbundenes
stationäres Gehäuse 7 auf, in welchem ein Rotor 8 um
eine zur Spindelachse A koaxiale Rotorachse frei dreh
bar gelagert ist. Da die Spindelachse und die Rotorachse
koaxial sind, ist auch die Rotorachse mit A bezeichnet.
Der Rotor 8 weist vier Ausgleichsrollen 9-12 auf, von
denen jeweils zwei Ausgleichsrollen 9, 10 auf der einen
Seite einer durch die Rotorachse verlaufenden Symmetrie
ebene S (die in Fig. 1 senkrecht zur Zeichenebene ver
läuft) und die beiden anderen Rollen 11, 12 symmetrisch
hierzu auf der anderen Seite dieser Symmetrieebene S
angeordnet sind. Die beiden bezüglich der Symmetrieebene
S einander gegenüberliegenden Rollen 9, 11 sind auf den
beiden Enden eines gemeinsamen Wellenzapfens paarweise
angeordnet und mittels der Schrauben 14 drehfest mit
dem Wellenzapfen 13 verbunden. In genau der gleichen
Weise sind die Rollen 10, 12 paarweise auf dem Wellen
zapfen 15 angeordnet und über Schrauben 14 mit diesem
drehfest verbunden. Die Drehachsen D1 und D2 dieser
beiden Wellenzapfen 13, 15 verlaufen senkrecht zur
Symmetrieebene S. Die Drehachsen D1 und D2 der beiden
Wellenzapfen 13, 15 sind in Richtung der Rotorachse
axial versetzt übereinander und, wie aus Fig. 2 er
sichtlich ist, in kleinstmöglichem Abstand a1 zur Rotor
achse angeordnet. Theoretisch wäre es am besten, wenn
die Drehachsen D1 und D2 die Rotorachse A schneiden
würden, jedoch ist dies bei dem in den Fig. 1-4
dargestellten Ausführungsbeispiel nicht möglich, weil
sich sonst entgegengesetzt zueinander laufende Faden
abschnitte berühren würden.
Zur drehbaren Lagerung der Wellenzapfen 13, 15 ist je
weils in deren Mitte ein Kugellager 18 vorgesehen,
welches im Bereich der Symmetrieebene S des Rotors 8
in diesem angeordnet ist. Die Rollen 9-12 weisen
jeweils eine Fadenlaufrille 9a-12a auf, wobei zumin
dest die Fadenlaufrillen eines Rollenpaares 9, 11 bzw.
10, 12 den gleichen Durchmesser aufweisen müssen. Bei
dem in Fig. 1-4 dargestellten Ausführungsbeispiel
weisen jedoch alle Rollen 9-12 die gleiche Form und
Größe auf und dementsprechend haben auch alle Faden
laufrillen 9a-12a den gleichen Durchmesser. Durch
die gleiche Form und Größe der Laufrollen 9-12 werden
die Herstellungskosten und Lagerhaltungskosten gesenkt.
Die Fadenlaufrillen 9a, 10a der an einer Seite der
Symmetrieebene angeordneten Rollen 9, 10 liegen in
einer zur Symmetrieebene S parallelen, gemeinsamen
Fadenlaufebene F1. Die Fadenlaufrillen 11a, 12a der
an der anderen Seite der Symmetrieebene S angeordneten
Rollen 11, 12 liegen in einer gemeinsamen Fadenlauf
ebene F2, die sich ebenfalls parallel zur Symmetrie
ebene S erstreckt. Beide Fadenlaufebenen F1 und F2
haben von der Symmetrieebene S den gleichen Abstand.
Ihr gegenseitiger Abstand a sollte im Bereich zwischen
15 und 25 mm liegen, worauf weiter unten noch näher
eingegangen wird.
Mit Abstand von den unteren Rollen 9, 11 ist am unteren
Ende des Rotors 8 für jeden der beiden Fäden 1, 2 eine
Führungsöse 17, 18 vorgesehen, durch die der jeweilige
Faden in den Rotor eintritt. Diese Führungsösen 17,
18 sind ebenso wie die oberhalb der oberen Rollen 10,
12 vorgesehenen Führungsösen 19, 20 in den zugehörigen
Fadenlaufebenen F1 bzw. F2 angeordnet. Die Führungsöse
18 für den im Fadenballon rotierenden zweiten Faden 2
weist dabei einen größeren Abstand r von der Rotorachse A
auf und dient als Mitnahmeöse. Der als Fadenballon rotie
rende Faden 2 durchläuft diese Öse 18. Durch die Rotation
des Fadenballons wird auch der Rotor 8 in Drehung um
seine Rotorachse A versetzt. Die oberen Führungsösen
19, 20 sind ferner in einer zur Symmetrieebene S senk
rechten, durch die Rotorachse A verlaufenden Querebene Q
angeordnet, wie aus Fig. 4 ersichtlich ist.
Der von der im Spulentopf 4 angeordneten Vorlagespule
abgezogene erste Faden 1 läuft durch die untere Führungs
öse 17 in den Rotor ein und umschlingt die obere Rolle
10 des oberen Rollenpaares 10, 12 mit etwa 180°. Von
dort läuft der Faden 1 nach unten, kreuzt die quer
ebene Q und ist S-förmig um die Führungsrille 9a der
unteren Rolle 9 ebenfalls mit etwa 180° geschlungen.
Von der unteren Rolle 9 läuft dann der Faden 1 zur
oberen Führungsöse 19 und von dort zu einem Vereinigungs
punkt V, an welchem die Fäden 1 und 2 zusammengeführt
und miteinander verdreht werden. Die miteinander ver
drehten Fäden 1, 2 verlassen als Zwirn oder Cord den
Zwirnkopf 6 durch ein im oberen Ende des Rotors 8 ange
ordnetes Führungsrohr 21, sie werden durch nicht darge
stellte Abzugswalzen nach oben durch dieses Führungs
rohr 21 hindurchgezogen und schließlich aufgewickelt.
Damit der von der unteren Führungsöse 17 zu der oberen
Rolle 10 verlaufende Fadenabschnitt und der von der
unteren Rolle 10 zur oberen Führungsöse 19 verlaufende
Fadenabschnitt nicht den zwischen beiden Rollen 10, 9
nach unten laufenden Fadenabschnitt berührt, ist es
erforderlich, daß die Drehachsen D1 und D2 in einem
geringen Abstand a1 von der Rotorachse a angeordnet
sind, wie dies aus Fig. 2 ersichtlich ist. Hierbei
ist die Drehachse D1 der unteren Rolle 9, 11 auf der
einen (rechten) Seite der Rotorachse und die Drehachse
D2 der oberen Rollen 10, 12 auf der anderen (linken)
Seite der Rotorachse A angeordnet.
Der als Fadenballon um den Spulenkopf 4 rotierende
zweite Faden tritt durch die untere Führungsöse 18 in
den Rotor 8 ein, umschlingt die obere Rolle 12 und
ist dann genauso wie es vorher bezüglich des ersten
Fadens 1 beschrieben wurde, S-förmig um die untere
Rolle 11 geschlungen und von dieser durch die obere
Führungsöse 20 zu dem Vereinigungspunkt V geführt.
Auch hierbei sorgt der geringe Abstand a1 der Dreh
achsen D1 und D2 von der Rotorachse A, daß sich die
jeweiligen Fadenabschnitte des Fadens 1 im Gegenlauf
nicht berühren.
Der Abstand a der beiden Fadenlaufebenen F1 und F2 ist
so auszulegen, daß bei den üblichen Drehungen des
Zwirns eine ausreichende Ausgleichsstrecke für den
Falschdrall bis zum Vereinigungspunkt V entsteht.
Für Zwirn oder Cord höchster Qualität ist es erforder
lich, daß die beiden Fäden möglichst ohne Falschdrall
an dem Vereinigungspunkt V zusammengeführt werden.
Diese Bedingung wird erfahrungsgemäß dann erfüllt,
wenn der gegenseitige Abstand a der beiden Fadenlauf
ebenen F1 und F2 in dem Bereich von 15 bis 25 mm liegt.
Außerdem muß sich der Vereinigungspunkt in Abhängigkeit
von der Drehung und der Fadenspannung in Richtung der
Rotationsachse A frei bewegen und einpendeln können.
Da die Fäden 1 und 2 die Rollen 9-12 jeweils um etwa
180° umschlingen, entsteht zwischen den Fäden und den
Rollen so viel Reibung, daß im wesentlichen kein
Schlupf zwischen den Fäden und den Rollen eintritt.
Wenn die Fadenspannungen der in den Rotor eintretenden
Fäden 1, 2 nicht exakt die gleiche Fadenspannung auf
weisen, dann sorgen die Rollen 9-12 für einen Aus
gleich. Da die Rollen 9 und 11 drehfest miteinander
verbunden sind, und ebenso die Rollen 10, 12 können
die Rollen eines Rollenpaares 9, 11 bzw. 10, 12 sich
immer nur mit gleicher Geschwindigkeit drehen. Da im
wesentlichen kein Schlupf zwischen den Rollen und den
sie umschlingenden Fäden 1, 2 eintritt, wird sicherge
stellt, daß immer gleich große Fadenlängen die Rollen
anordnung passieren und schließlich am Vereinigungspunkt
V zusammengeführt werden.
Das in Fig. 5 dargestellte Ausführungsbeispiel des
Zwirnkopfes 6 weist im wesentlichen den gleichen Auf
bau auf wie der Zwirnkopf bei dem vorhergehend be
schiebenen Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1-4.
Die vorstehende Beschreibung gilt daher sinngemäß
auch für das in Fig. 5 dargestellte Ausführungsbei
spiel. Dieses unterscheidet sich von dem vorhergehenden
nur dadurch, daß die Fadenlaufrillen 9′a, 11′a der
unteren Rollen 9′, 11′ einen größeren Durchmesser b1
aufweisen als die Fadenlaufrillen 10a, 12a der oberen
Rollen 10, 12, die einen kleineren Durchmesser d2 be
sitzen. Infolgedessen können die Drehachsen D1 und
D2 der die Rollen 9′, 11′ bzw. 10, 12 tragenden
Wellenzapfen so angeordnet sein, daß sie die Rotor
achse A schneiden. Gleichzeitig wird durch die unter
schiedlichen Durchmesser d1 und d2 sichergestellt,
daß sich gegenläufige Fadenabschnitte nicht berühren.
Bezüglichlich Fliehkraftverminderung bei den Kugel
lagern wäre damit das Optimum erreicht. Allerdings
muß für den Faden 1 im Bereich zwischen den oberen
Rollen 10, 12 und den unteren Rollen 9′, 11′ eine
zusätzliche Fadenführung 22 vorgesehen sein, deren
Abstand a2 von der Rotorachse A größer ist als der
halbe größere Durchmesser d1 der Fadenlaufrillen 9′a
bzw. 11′a. Durch diese Fadenführung wird verhindert,
daß der durch die untere Führungsöse 17 einlaufende
Faden 1 die Fadenlaufrille 9′a berührt. Diese in Bezug
auf die Fliehkraftminderung günstigere Lösung hat je
doch auch gewisse Nachteile, weil eine zusätzliche
Umlenkung des Fadens 1 an der Fadenführung 22 statt
findet, was Filamentschädigungen zur Folge haben kann
und auch zu einer Erhöhung der Fadenspannung beiträgt.
Claims (6)
1. Zwirnkopf mit Rotor für eine Kabliermaschine, bei
welcher ein erster Faden von einer über einer Hohlspindel
angeordneten ersten, stationären Vorlagespule abgezogen
wird und ein von einer zweiten Vorlagespule abgezoge
ner zweiter Faden von unten zentral in die Hohlspindel
eingeführt wird, seitlich aus der Hohlspindel aus
tritt und in einem Fadenballon um die erste Vorlage
spule rotiert, bevor er durch den oberhalb der Hohl
spindel um eine zur Spindelachse koaxiale Rotorachse
frei drehbar gelagerten Rotor mit dem ersten Faden
zusammengeführt wird, wobei der Rotor vier Ausgleichs
rollen aufweist, von denen jeweils zwei auf der einen
Seite einer durch die Rotorachse verlaufenden Symme
trieebene und die beiden anderen Rollen symmetrisch
hierzu auf der anderen Seite der Symmetrieebene an
geordnet sind, wobei zwei bezüglich der Symmetrie
ebene einander gegenüberliegende Rollen paarweise
drehfest auf den beiden Enden eines gemeinsamen
Wellenzapfens angeordnet sind, dessen Drehachse
senkrecht zur Symmetrieebene verläuft und der in
seiner Mitte mittels eines im Bereich der Symmetrie
ebene vorgesehenen Kugellagers am Rotor drehbar gela
gert ist, wobei die Rollen jeden Rollenpaares Faden
laufrillen gleichen Durchmessers aufweisen und die
Fadenlaufrillen der an jeder Seite der Symmetrie
ebene angeordneten Rollen in zur Symmetrieebene
parallelen und symmetrischen, gemeinsamen Fadenlauf
ebenen liegen und, wobei mit axialem Abstand unterhalb
der Rollen für jeden der beiden Fäden eine Führungs
öse vorgesehen ist, durch die der jeweilige Faden
in den Rotor eintritt und von denen die Führungs
öse für den zweiten Faden in einer der Fadenlauf
ebenen mit Abstand von der Rotorachse angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachsen (D1,
D2) der beiden Wellenzapfen (13, 15) in Richtung der
Rotorachse (A) axial versetzt übereinander
in kleinstmöglichem Abstand (a1) zur Rotorachse (A)
und nur so weit von dieser entfernt angeordnet sind,
daß im Bereich der Rollen (9-12; 9′, 10, 11′, 12)
in der jeweiligen Fadenlaufebene (F1, F2) gegenläufige
Fadenabschnitte einander nicht berühren, daß oberhalb
der oberen Rollen (10, 12) für jeden der Fäden (1; 2)
je eine weitere Führungsöse (19, 20) am Rotor (8)
vorgesehen ist, daß alle Führungsösen (17, 19; 18, 20)
an einer Seite der Symmetrieebene (S) jeweils in der
zugehörigen Fadenlaufebene (F1, F2) angeordnet sind
und daß die beiden oberen Führungsösen (19, 20) in
einer zur Symmetrieebene (S) senkrechten, durch die
Rotorachse (A) verlaufenden Querebene (Q) angeordnet
sind.
2. Zwirnkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehachsen (D1, D2) der Wellenzapfen (13, 15)
an verschiedenen Seiten der Rotorachse (A) in gleich
kleinen Abständen (a1) angeordnet sind.
3. Zwirnkopf nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß der Abstand der Drehachsen (D1, D2) in Rich
tung der Rotorachse (A) möglichst klein ist.
4. Zwirnkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß alle Rollen (9-12) die gleiche Form und Größe
aufweisen.
5. Zwirnkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehachsen (D1, D2) der Wellenzapfen die
Rotorachse (A) schneiden, daß die Fadenlaufrillen
(9′a, 11′a) der unteren Rollen (9′, 11′) einen
größeren Durchmesser (d1) aufweisen als die Faden
laufrillen (10a, 12a) der oberen Rollen (10, 12)
und daß für den ersten Faden (1) im Bereich zwischen
den oberen und den unteren Rollen (10, 12; 9′, 11′)
eine Fadenführung (22) vorgesehen ist, deren Ab
stand (a2) von der Rotorachse (A) größer ist als
der halbe größere Durchmesser (d1) der Fadenlauf
rillen (9′a, 11′a).
6. Zwirnkopf nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch
gekennzeichnet, daß der gegenseitige Abstand (a)
der Fadenlaufebenen (F1, F2) in einem Bereich von
15 bis 25 mm liegt.
Priority Applications (1)
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| DE19700222A DE19700222C1 (de) | 1996-07-26 | 1997-01-04 | Zwirnkopf mit Rotor für eine Kabliermaschine |
Applications Claiming Priority (2)
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|---|---|---|---|
| DE19630257 | 1996-07-26 | ||
| DE19700222A DE19700222C1 (de) | 1996-07-26 | 1997-01-04 | Zwirnkopf mit Rotor für eine Kabliermaschine |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
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