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Verfahren zur Herstellung von 1,-Serin I,Serin wird durch ein Fermentationsverfahren
hergestellt, wobei ein Mikroorganismus, der zum Genus Arthrobacter, Brevibacterium
oder Corynebacterium gehört, in einem wäßrigen Nährmedium1 das keine DL-Glycerinsäure
als Substrat enthält, kultiviert wird. Billige Kohlehydrate oder Kohlenwasserstoffe
können als Kohlenstoffquelle in dem Medium verwendet werden. Zu den beispielsweise
verwendbaren Stämmen gehören Arthrobacter paraffineus, Brevibacterium ketoglutamicum
und Corynebacterium hydrocarboclastus.
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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von L-Serin,
insbesondere zur Herstellung von L-Serin durch Bermentation. Im speziellen betrifft
die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von L-Serin durch Fermentation mit Mikroorganismen
in geeigneten Nährmedien.
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1-Serin ist eine bekannte Aminosäure, die als Arzneimittel und Xosmetikum
verwendet wird. 1-Serin ist auch eine wertvolle Substanz, die zur Herstellung anderer
wertvoller Verbindungen, beispielsweise iN-Methylserin, verwendet werden kann.
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Bisher wurde Serin dadurch hergestellt, daß man DL-Serin durch eine
synthetische Methode herstellte und dann das Produkt in die entsprechenden optischen
Isomeren trennte. In jüngster Zelt würde ein Verfahren zur Herstellung von L-Se
rin unter Anwendung von LI-Glycerinsäure als ein Substrat
bekannt
(japanische veröffentlichte Patentschrift 17728/67).
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Jedoch ist bisher kein Verfahren zur Herstellung beträchtlicher Mengen
1-Serin aus unter geringem Kostenaufwand zugänglichen Kohlehydraten, Kohlenwasserstoffen,
anderen Kohlenstoffquellen und Stickstoffquellen ohne die Notwendigkeit der Anwendung
kostspieliger Substanzen, wie beispielsweise Glycerinsäure als Ausgangsmaterial
bekannt.
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Eine Aufgabe der Erfindung besteht in einem verbesserten Verfahren
zur Herstellung von Serin, das die Nachteile und Unzulänglichkeiten der bisherigen
Verfahren beseitigt.
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Eine andere Aufgabe der Erfindung besteht in einem Verfahren zur Erzeugung
von Serin durch Fermentation, das in wirksamer und relativ einfacher Weise durchführbar
ist.
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Ferner liefert die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Serin
durch Fermentation, das in vorteilhafter Weise in industriellem Maßstab bei geringen
Kosten unter Erzielung hoher Produktausbeuten durchführbar ist.
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Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist die Herstellung von 1-Serin.
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Als Ergebnis vielfältiger Untersuchungen hinsichtlich der Herstellung
von 1-Serin in industriellen Mengen bei geringen Kosten wurde festgestellt, daß
beträchtliche Mengen L-Serin erzeugt und in einer Kulturflüssigkeit angesammelt
werden können, wenn ein zum Genus Arthrobacter, Brevibacterium oder Corynebacterium
gehörendes Bakterium in einem NährmediM, das Kohlehydrate, Kohlenwasserstoffe oder
andere Kohlenstoffquellen und dgl. enthält, und insbesondere ohne die Zugabe von
DL-Glycerinsäure zu dem Medium kultiviert wird. Die Verwendung eines Mediums, das
keine DL-Glycerinsäure enthält, ist eines der neuen Merkmale der Erfindung.
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Zu den in der vorriegenden Erfindung verwendbaren Mikroorganismen
gehören Bakterien, die zum Genus Arthrobacter, dem Genus Brevibacterium oder dem
Genus Corynebacterium gehören.
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Isoleucin-erfordernde Mutantenstämme erwiesen sich als besonders ausgezeichnet
zur Lösung der erfindungsgemäßen Aufgaben.
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Sowohl ein synthetisches Kulturmedium als auch ein natürli-Nährmedium
ist zur Kultivierung der erfindungsgemäß verwendeten Stämme geeignet, sofern es
die wesentlichen Nährstoffe zum AJ3chstum des verwendeten Stamms aufweist. Derartige
Nihrstoffe sind bekannt und dazu gehören Substanzen, wie beispielsweise eine Kohlenstoffquelle,
eine Stickstoffquelle, anorganische Verbindungen und dgl., die von dem angewendeten
Mikroorganismus in geeigneten Mengen gebraucht werden. Als Kohlenstoffquelle seien
beispielsweise Kohlehydrate, wie z.B. Glucose, Fructose, Maltose, Saccharose, Stärke,
Stärkehydrolysate, Melasse, Mannose, Glycerin, Sorbit, Mannit und dgl., oder irgendeine
andere geeignete Kohlenstoffquelle, wie t.B. Zuckeralkohole, organische Säuren,
z.B. Essigsäure, Milchsäure, Pyruvsäure, Fumarsäure oder Aminosäuren, wie beispielsweise
Asparaginsäure, Glutaminsäure und dgl. erwähnt. Im Fall der Verwendung kohlenwasserstoffassimilierender
Mikroorganismen können Kohlenwasserstoffe, beispielsweise n-Paraffine, Kerosin oder
Erdölfraktionen, zu denen Leichtöle, Schweröle, Paraffinöle und dgl. gehören, in
dem Nährnediun als Kohlenstoffquelle oder in Kombination mit einer oder mehreren
der oben genannten Kohlenstoffquellen verwendet werden. Entweder eine einzelne Kohlenstoffquelle
oder ein Gemisch von zwei oder mehr können angewendet werden.
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Gemäß der Erfindung enthält das Nährmedium jedoch keine DL-Glycerinsäure.
Folglich ist diese Substanz von den im Raen der Erfindung verwendeten Kohlenstoffquellen
ausgeschlossen.
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Lis Stickstoffquelle können verschiedene Arten anorganischer oder
organischer Salze oder Verbindungen, z.B. Harnstoff, flüssiges Ammoniak oder Ammoniumsalze,
wie z.B. Ammoniumchlorid, Ammoniumsulfat, Ammoniumnitrat, Ammoniumacetat, Ammoniumphosphat,
Ammoniumcarbonat und dgl., oder natürliche stickstoffhaltige Substanzen, wie z.B.
Maisquellflüssigkeit, Hefeextrakt, Fleischextrakt, Pepton, Fischmehl, oder verschiedene
Abbausubstanzen davon,Bouillon, Caseinhydrolysate, lösliche Fischsubstanz, Reiskleieextrakt,
entfettete Sojabohenrücketände oder Abbausubstanzen davon, Chrysalishydrolysate
und dgl., verwendet werden. Diese Substanzen können wiederum entweder einzeln oder
in Kombinationen von zwei.
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oder mehr verwendet werden.
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Zu-den anorganischen Verbindungen, die zu dem Kulturmedium zugesetzt
werden können, gehören Magnesiumsulfat, Natriumphosphat, Kaliumdihydrogenphosphat,
Kaliummonohydrogenphosphat, Eisensulfat, Manganchlorid, Calciumchlorid, Natriumchlorid-,
Zinksulfat, Mangansulfat, Calciumcarbonat und dgl.
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Falls der verwendete Mikroorganismus andere Nährstoffe zu seinem Wachstum
benötigt, sollten natürlich entsprechende engen der zur Befriedigung der speziellen
Bedürfnisse eriorderlichen ährstoffe zu dem Kulturmedium zugesetzt werden.
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Diese Nährstoffe sind bisweilen in den dem Medium als Stickstofftuelle
zugesetzten natürlichen Substanzen enthalten und müssen nicht eigens zugesetzt werden.
Gegebenenfalls Kölmen diese Substanzen jedoch zu dem Medium als solche zugesetzt
werden und enthalten Wachstumsfaktoren, wie z.B.
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Aminosäuren, Vitamine, wie beispielweise Thiamin, Cobalamin ar dgl.,
oder Biotin.
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Die Kultivierung wird unter aeroben Bedingungen, wie z.B.
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aerobe Schütteln der Kultur oder unter Belüften und Rühren einer Sibmerskultur
bei einer Temperatur von beispielsweise
etwa 20 bis 40 °C und einem
pH-Wert von beispielsweise etwa 5 bis 9,5 durchgeführt. Selbstverständlich können
die Temperatur und der pH-Wert auch außerhalb der beschriebenen Grenzen variieren
entsprechend den Wachstums erfordernissen des speziellen verwendeten Mikroorganismus.
Um hohe Ausbeuten an 1-Serin zu erhalten, ist es erwünscht, den pE-Wert des Kulturmediums
etwa beim Neutralpunkt (7,0) während der Kultivierung zu halten. Nach etwa 1 bis
5 Tagen Eultivierungszeit unter diesen Bedingungen haben sich beträchtliche Mengen
1-Serin gebildet und in der erhaltenen Kulturflüssigkeit angesammelt.
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Nach beendeter Kultivierung werden die Mikroorganismenzellen und unerwünschte
Ausfällungen von der Kulturflüssigkeit abgetrennt, und das 1-Serin wird aus der
Flüssigkeit durch übliche Mittel, wie beispielsweise eine Ionenaustauschharzbehandlung,
Extraktion mit Lösungsmitteln, Ausfällung, Adsorption, Chromatographie, Konzentrierung
oder dgl., gewonnen. Eine besonders geeignete Methode zur Gewinnung ist die Ionenaustauschharzbehandlung,
die. im folgenden Beispiel 1 beschrieben wird.
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Die folgenden Beispiele dienen nur zur Erläuterung der Erfindung,
ohne sie zu begrenzen. Falls nicht anders angegeben, beziehen sich die Prozentgehalte
in den Beispielen und der gesamten Beschreibung auf das Gewicht pro 1 Wasser. Beispiele
für im erfindungsgemäßen Verfahren vorteilhaft eingesetzte Mikroorganismenstämme
sind darin beschrieben.
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Beispiel 1 Als Impfmikroorganismus wird der L-Serin-bildende Stamm
Brevibacterium ketoglutamicum ATCO 21222 verwendet. Dieser Stamm leitet sich von
dem Stamm Brevibacterium ketoglutamicin ATCC 15588 ab und benötigt für sein Wachstum
Isoleucin.
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Dieser Stamm wird in einen konischen 250 ml-Kolben, der 20 ml eines
sterilisierten Impfkulturmediums mit 2 % Sorbit, 1 % Fleischextrakt, 1 % Pepton,
0,5 % Hefeextrakt, 0,3 O/o NaCl und 50 mg/l m-Diaminopimelinsäure enthält, eingeimpft.
Die Xultivierung wird unter aerobem Schütteln bei 30°C 24 Stunden lang durchgeführt,
wobei eine Impfkultur erhalten wirds 2 ml der erhaltenen Impfkultur werden in einen
Konischen 250 ml-Kolben eingeimpft, der 20 ml eines sterilisiert Fermentationsmediums
(pH 7,4) der folgenden Zusammensetzung enthält.
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5 % n-Alkangemischt (C12-C14) 2 % (NH4)2SO4 0,1 % K2HPO4 0,1 % KH2PO4
0,1 % MgSO4.7H2O 2 % CaCO3 1 mg/1 Thiazin 0,5 % NZ-Amin (aus der Reihe der Caseinhydrolysate)
1 ml/l der Lösung A
Zusammensetzung der Lösung A: 88 mg/l Na2B4O7.1OH2O
37 mg/l (NH4)6Mo7O24.4H2O 970 mg/l FeCl3.6H2O 8,8 mg/1 ZnS04.7H20 20 mg/l CuSO4.5H2O
7,2 mg/l MnCL2.4H2O Die Kult lvi erung wird dann unter aerobem Schütteln der Kultur
in dem Fermentationsmedium bei 300C über einen Zeitraum von 96 Stunden durchgeführt.
In der Kulturflüssigkeit wird dabei das L-Serin in einer Menge von 1,7 mg/ml gebildet.
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2 1 des nach der Entfernung der Mikroorganismenzellen und der anderen
unlöslichen Stoffe aus der Kulturflüssigkeit erhaltenen Filtrats werden auf eine
Kolonne mit einem stark sauren kationischen Polystyrolaustauscherharz (Diaion SKI,
einer Handelsbezeichnung eines von der Firma Mitsubishi Kasei Co., Ltd.
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hergestellten Ionenaustauscherhaezes) aufgegeben, um das L-Serin zu
adsorbieren. Die Kolonne wird mit Wasser gewaschen und mit Ammoniakwasser eluiert.
Die gesammelten L-Serinfraktionen werden eingeengt. Auf diese Weise erhält man 2,3
g L-Serinkristalle.
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BeisPiel 2 Die Kultivierung wird in der gleichen Weise und unter den
gleichen
Bedingungen wie in Beispiel 1 durchgeführt, wobei diesmal jedoch ein Kulturmedium
verwendet wird, das 5 % Sorbit anstelle des in Beispiel 1 angegebenen n-Alkangemisches
als eine Kohlenstoffquelle in dem Fermentationsmedium enthält. Die Menge des gebildeten
L-Serins beträgt 1,2 mg/ml.
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Beispiel 3 Als Impfmikroorganismus wird der L-Serin-bildende Stamm
Corynebacterium hydrocarboclastus ATCC 21221 verwendet. Dieser Stamm leitet sich
von dem Stamm Corynebacterium hydrocarboclastus ATCO 15592 ab und benötigt für sein
Wachstum Isoleucin.
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Die Kultivierung wird auf die gleiche Weise und unter den gleichen
Bedingungen wie in Beispiel 1 durchgeführt. Die Menge des dabei gebildeten L-Serins
in der Kulturflüssigkeit beträgt 1,9 mgZml.
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Beispiel 4 Die Kultivierung wird in der gleichen Weise und unter den
gleichen Bedingungen wie in Beispiel 1 durchgeführt, wobei diesmal jedoch ein Kulturmedium
verwendet wird, das 5 % Sorbit anstelle der in Beispiel 1 als Kohlenstoffquelle
in dem Fermentationsmedium verwendeten n-Alkanmischung verwendet vrird. Die Menge
des in der erhaltenen Kulturflüssigkeit gebildeten L-Serins beträgt 1,3 mgzzl.