Die vorliegende Erfindung betrifft gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1 eine mobile
Nackenstützvorrichtung mit einem ein- oder mehrteiligen
kissenartigen Nackenstützelement und zwei über je ein flexi
bles Verbindungselement an dem Nackenstützelement angreifen
den Gegengewichten.
Eine derartige Nackenstützvorrichtung ist aus der DE-PS 8 65
957 bekannt. Bei der dort beschriebenen Nackenstützvorrich
tung weisen das Nackenstützelement (Nackenkissen) und die Ge
gengewichte (Ausgleichsgewichte) in etwa das selbe Gewicht
auf, so daß die Nackenstützvorrichtung über die Rückenlehne
einer Sitzgelegenheit gehängt werden und dort ohne zusätz
liche Befestigungen, das heißt allein durch die Wirkung der
Gegengewichte in einer bestimmten Position gehalten werden
kann.
Die einfache Anbringbarkeit der bekannten Nackenstützvorrich
tung an beliebigen Sitzgelegenheiten ermöglicht es, diese als
mobile Nackenstützvorrichtung zu verwenden, wodurch diese
auch auf Reisen mitgeführt werden kann. Hinderlich hierbei
sind jedoch die nicht unerhebliche Größe und das nicht uner
hebliche Gewicht der Nackenstützvorrichtung.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
eine Nackenstützvorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patent
anspruchs 1 derart weiterzubilden, daß diese möglichst klein
und leicht ausbildbar ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das im kennzeichnen
den Teil des Patentanspruchs 1 beanspruchte Merkmal gelöst.
Demnach ist vorgesehen, daß die Verbindungselemente mit den
Gegengewichten an gegenüberliegenden Endabschnitten des
Nackenstützelements angreifen.
Dadurch kann das Nackenstützelement über seine gesamte Breite
genutzt werden, wodurch es relativ klein, kompakt und leicht
ausbildbar ist.
Hierdurch und ferner aufgrund der Tatsache, daß damit auch
die Gegengewichte leichter und kleiner ausgebildet werden
können, lassen sich die Größe und das Gewicht der Nacken
stützvorrichtung erheblich verringern.
Dadurch wird die Nackenstützvorrichtung nicht nur einfacher
handhabbar (transportierbar), sondern auch billiger in der
Herstellung.
Abgesehen davon ist die erfindungsgemäße Nackenstützvorrich
tung auch im Gebrauch komfortabler als bekannte Nackenstütz
vorrichtungen der betreffenden Art, weil die Verbindungsele
mente beim Anlehnen nicht hinderlich sind; insbesondere kön
nen sie nicht am Hals oder Kopf drücken, und ferner können
sich auch Haare, Halstücher etc. nicht darin verfangen.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ist Gegenstand
des Patentanspruchs 2.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbei
spiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.
Die Figur zeigt eine Draufsicht auf ein schematisch darge
stelltes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Nacken
stützvorrichtung.
Die in der Figur gezeigte Nackenstützvorrichtung weist ein
Nackenstützelement 11 in Form eines Kissens, zwei als Gegen
gewichte 12 dienende Gewichtselemente und einen das Kissen
mit den Gegengewichten 12 verbindenden Verbindungsabschnitt in
Form von zwei trägerartigen Verbindungselementen 13 auf.
Das Kissen weist eine Größe und eine Form auf, die es dazu
geeignet machten, als Nackenstütze verwendet zu
werden, d. h. es ist vorzugsweise in etwa der Größe und der
Form des Nackens angepaßt, wobei jedoch zusätzlich auch be
nachbarte Körperregionen wie beispielsweise die Größe, Form
und bevorzugte Lage des Kopfes und der Schultern bei angeleg
ter Nackenstützvorrichtung berücksichtigt werden sollten.
Das Nackenstützelement 11 ist einerseits elastisch ausgebildet, damit es
zu einem mehr oder weniger engen und großflächigen Anschmie
gen im Nackenbereich verformbar ist. Andererseits weist es
aber auch eine gewisse Mindeststeifigkeit auf, um in der Lage
zu sein, als Stützkissen dienen zu können.
Das Nackenstützelement bzw. Kissen 11 ist vorzugsweise mit einem abnehmbaren und
waschbaren Stoff bezogen.
Der das Kissen 11 mit den Gegengewichten 12 wie in der Figur
gezeigt verbindende Verbindungsabschnitt besteht im vorlie
genden Ausführungsbeispiel aus zwei trägerartigen
Verbindungselementen 13 aus Stoff. Die Verbindungselemente
sind schmal ausgebildet und verlaufen von gegenüberliegenden
Endabschnitten (11′, 11′′) des Kissens 11 in entgegengesetzte
Richtungen.
Jedes der beiden Gegengewichte 12 ist als Fortsetzung der
Verbindungselemente 13 ausgebildet.
Die Gegengewichte 12 werden im vorliegenden Ausführungsbei
spiel durch Sand gebildet, der in eine oder mehrere Kammern
eines Behältnisses aus Stoff gefüllt ist. Die Abmessungen der
Stoffbehältnisse unterscheiden sich dabei nicht wesentlich
von den Abmessungen der Verbindungselemente 13. Die Ge
gengewichte 12 können daher, um die Abmessungen der Nacken
stützvorrichtung relativ klein zu halten, die Funktion der
Verbindungselemente 13 mit übernehmen, wobei die Verbindungs
elemente dann, wie aus der Figur ersichtlich ist, relativ kurz
ausgebildet werden können.
Anstatt Sand kann natürlich auch eine Vielzahl von anderen
Materialien verwendet werden. Es besteht auch keine Ein
schränkung darauf, daß ein Stoffbehältnis verwendet wird. Das
Behältnis kann auch aus anderem Material bestehen oder - so
fern es die Konsistenz des das Gewicht bildenden Materials
zuläßt - entfallen.
Jedes der Gegengewichte 12 kann ein- oder mehrteilig ausge
bildet und entsprechend den individuellen Bedürfnissen konfi
gurierbar sein.
Für den Fall, daß die Gegengewichte 12 mehrteilig ausgebildet
sind, kann vorgesehen werden, daß die mehreren Teile lösbar
aneinander befestigbar sind. Dies kann beispielsweise durch
Aneinanderhängen der Teile unter Verwendung von Knöpfen,
Druckknöpfen, Klettverschlüssen, Haken und dergleichen ge
schehen. Eine derartige Gestaltung der Gegengewichte 12 erlaubt
es, das Gewicht des Gegengewichtes 12 optimal an die jeweiligen
Gegebenheiten anpassen zu können.
Im bestimmungsgemäß angelegten Zustand ist das Kissen 11 im
Nackenbereich des Benutzers (zwischen dem Benutzer und der
Rückenlehne einer Sitzgelegenheit) angeordnet.
Um das Kissen 11 zuverlässig an dieser Stelle zu halten, gibt
es zwei Möglichkeiten:
Die eine der beiden Möglichkeiten (erste Verwendungsmöglich
keit) besteht darin, die Verbindungselemente 13 und die damit
verbundenen Gegengewichte 12 nach hinten über die Rückenlehne
zu führen, die Gegengewichte 12 also auf der Rückenlehne
und/oder jenseits derselben, d. h. hinter der Rückenlehne an
zuordnen. Die Realisierung der Verbindungselemente 13 durch
zwei Träger erlaubt es hierbei, Hindernisse an der Rücken
lehne wie Kopfstützen von PKW-Sitzen und dergleichen zu um
fahren, was dann aufgrund des Schutzes gegen ein seitliches
Verschieben der Verbindungselemente entlang der Rückenlehne
einen besonders guten Halt des Kissens in dessen bestimmung
sgemäßer Position ermöglicht. Unabhängig davon wird die
Nackenstützvorrichtung in diesem Fall (und im Gegensatz zur
nachfolgend beschriebenen Verwendungsmöglichkeit) an der
Rückenlehne gehalten.
Die andere der beiden Möglichkeiten (zweite Verwendungsmög
lichkeit) besteht darin, die Verbindungselemente 13 und die
damit verbundenen Gegengewichte 12 links und/oder rechts am
Kopf vorbei nach vorn über die Schultern des Benutzers laufen
zu lassen, die Gegengewichte 12 also auf den Schultern
und/oder jenseits derselben, d. h. vor den Schultern (im
Brustbereich) des Benutzers anzuordnen. In diesem Fall wird
die Nackenstützvorrichtung am Benutzer selbst gehalten. Dies
ist insbesondere dann von Vorteil, wenn die Sitzgelegenheit
so konstruiert ist, daß die vorstehend genannte erste Verwen
dungsmöglichkeit zur Nackenstützvorrichtungsbefestigung nicht
realisierbar ist, wie es beispielsweise bei den Sitzen in
Zugabteilen der Fall ist.
Die Rückenlehne bei der ersten Verwendungsmöglichkeit und die
Schultern des Benutzers bei der zweiten Verwendungsmöglich
keit haben die gemeinsame Funktion, als Auflagemöglichkeit
für die Verbindungselemente 13 und gegebenenfalls zumindest auch
Teilen der Gegengewichte 12 dienen zu können. Die Rückenlehne
und die Schultern des Benutzers werden daher nachfolgend zu
sammenfassend als Auflagemöglichkeiten bezeichnet.
Sofern die Lage und Gestaltung der Auflagemöglichkeit, d. h.
die Rückenlehnenkonstruktion (erste Verwendungsmöglichkeit)
oder die Sitzhaltung des Benutzers (zweite Verwendungsmög
lichkeit) dies erlauben, hängen die Gegengewichte 12 von der
Auflagemöglichkeit zumindest teilweise mehr oder weniger frei
nach unten. Dies bewirkt, daß zumindest die Verbindungsele
mente 13 derart auf die Auflagemöglichkeit gedrückt werden,
daß aufgrund der sich dadurch an dieser Stelle einstellenden
Reibung ein Verrutschen des Kissens 11 entlang der Rückenlehne
(erste Verwendungsmöglichkeit) oder des Nackenbereichs
(zweite Verwendungsmöglichkeit) erheblich erschwert oder
gänzlich ausgeschlossen wird. Wie stark diese Wirkung ausge
prägt ist, hängt unter anderem von der absoluten Masse der
Nackenstützvorrichtung, von der örtlichen Verteilung der
Masse innerhalb des Nackenstützvorrichtung und von der Rei
bung zwischen der Nackenstützvorrichtung und der Auflagemög
lichkeit ab.
Manche Auflagemöglichkeiten, d . h. manche Rückenlehnenkon
struktionen (erste Verwendungsmöglichkeit) oder Sitzhaltungen
des Benutzers (zweite Verwendungsmöglichkeit) erlauben es
nicht, daß die Gegengewichte 12 mehr oder weniger frei nach
unten hängen. Dies kann z. B. bei den Rücksitzen eines PKW der
Fall sein. In diesem Fall kann vorgesehen werden, die Gegen
gewichte 12 auf einer zur Auflagemöglichkeit benachbarten Ab
lagefläche (beispielsweise auf der Hutablage des PKW im Fall
der ersten Verwendungsmöglichkeit oder auf den Brustbereich
eines Benutzers) abzulegen. Die Gegengewichte 12 drücken dann
auf die Ablagefläche, wodurch ein Verrutschen der Gegenge
wichte 12 entlang der Ablagefläche (wie es beim Verrutschen des
Kissens 11 aus dessen bestimmungsgemäßer Position auftreten
müßte) erheblich erschwert oder gänzlich ausgeschlossen wird.
Bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel wird also das Kis
sen 11 im Nackenbereich des Benutzers zwischen dem Benutzer
und der Rückenlehne der Sitzgelegenheit angeordnet, wobei zum
Halten des Kissens 11 in dessen bestimmungsgemäßer Position
die Verbindungselemente 13 und die damit verbundenen Gegenge
wichte 12 nach hinten über die Rückenlehne (erste Verwen
dungsmöglichkeit) oder nach vorn über die Schultern des Be
nutzers (zweite Verwendungsmöglichkeit) geführt werden bzw. -
allgemeiner ausgedrückt - über eine im wesentlichen gleich
hoch wie oder höher als die bestimmungsgemäße Position des
Nackenstützelements bzw. Kissens 11 liegende externe Auflagemög
lichkeit geführt und auf der Auflagemöglichkeit und/oder jen
seits derselben angeordnet werden.
Die praktische Anwendbarkeit der beschriebenen Nackenstütz
vorrichtung ist nicht von der Neigung der Rückenlehne
und/oder des Oberkörpers des Benutzers beim Sitzen abhängig.
Sie ist bei aufrechter Sitzposition ebenso anwendbar wie bei
nahezu liegender Sitzposition (wie es beispielsweise bei
Auto-Kinder- und -Babysitzen teilweise der Fall ist).
Die erfindungsgemäße Nackenstützvorrichtung erweist sich, ob
gleich sie so vielfältig verwendbar ist, als äußerst zuver
lässig und sicher.
Wenngleich es derzeit am vorteilhaftesten erscheinen mag, die
Verbindungselemente 13 und gegebenenfalls auch Teile der Gegen
gewichte 12 über die Rückenlehne nach hinten zu führen
(vorstehend beschriebene erste Verwendungsmöglichkeit) oder
über die Schultern des Benutzers nach vorne zu führen
(vorstehend beschriebene zweite Verwendungsmöglichkeit), be
steht hierauf keine Einschränkung. Die Verbindungselemente 13
und gegebenenfalls auch zumindest Teile der Gegengewichte 12
können über jede beliebige externe Auflagemöglichkeit geführt
werden, sofern diese nur in unmittelbarer Nähe der bestim
mungsgemäßen Position des Kissens 11 (unter Umständen auch seit
lich davon) vorgesehen ist und eine Höhe aufweist, die gleich
ist wie oder höher ist als die Höhe der bestimmungsgemäßen
Position des Kissens 11.
Grundsätzlich eignet sich die Nackenstützvorrichtung sowohl
für eine Anordnung derselben an der Sitzgelegenheit (erste
Verwendungsmöglichkeit) wie auch für eine Anordnung derselben
am Benutzer selbst (zweite Verwendungsmöglichkeit).
Die besondere Ausbildung der Verbindungselemente 13 (schmal,
großer Abstand voneinander, völlig unabhängig voneinander be
weglich) hat zur Folge, daß sich die Nackenstützvorrichtung
wegen deren Fähigkeit, unter kleinflächiger Auflage, also na
hezu gänzlich ohne Unannehmlichkeiten für den Benutzer an
diesem gehalten werden zu können, besonders zur Verwendung
nach der zweiten Verwendungsmöglichkeit eignet.
Bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel war das Nackenstützelement 11
ein einteiliges Kissen. Hierauf besteht jedoch keine Ein
schränkung. Es können vielmehr beliebig viele ein- oder mehr
teilige Kissen vorgesehen sein.
Sofern mehrere separate Kissen oder Gegengewichte verwendet
werden, kann vorgesehen werden, diese miteinander unter Ver
wendung von lösbaren Verbindungsmitteln wie Klettverschluß
elementen, Reißverschlüssen, Druckknöpfen und dergleichen
miteinander verbindbar auszugestalten. Je nach den vorliegen
den Gegebenheiten kann hierdurch unter Umständen eine verbes
serte Funktion (zuverlässigerer und/oder zusätzlicher Halt)
der Nackenstützvorrichtung erzielt werden.
Zur Schaffung eines zusätzlichen Halts der Nackenstützvor
richtung könnte auch in Betracht gezogen werden, das Kissen 11
mit zusätzlichen Haltevorrichtungen zu versehen, die zur Be
festigung des Kissens 11 an Kopfstützen oder dergleichen ausge
bildet sind.
Darüber hinaus können auch Elemente für eine zusätzliche Ver
bindung der Verbindungselemente 13 vorgesehen werden. Auch hier
durch kann unter Umständen ein zusätzlicher Halt
(beispielsweise an Kopfstützen oder dergleichen) der Nacken
stützvorrichtung erzielt werden.
Bei dem beschriebenen Ausführungsbeispiel sind sämtliche Be
standteile der Nackenstützvorrichtung aus Stoff hergestellt
oder zumindest mit Stoff bezogen. Auch hierauf besteht keine
Einschränkung. Es können beliebige andere Materialien verwen
det werden, wobei jedoch insbesondere zu beachten ist, daß
sich zwischen den Nackenstützvorrichtungs-Bestandteilen und
den Auflagemöglichkeiten, d. h. insbesondere den Schultern des
Benutzers oder der Rückenlehne der Sitzgelegenheit eine Rei
bung einstellt, die die bestimmungsgemäße Funktion der
Nackenstützvorrichtung gewährleisten kann.