DE19653697C1 - Vorrichtung zum Reinigen von größeren Flächen, insbesondere Gebäudeverglasungen, sowie Reinigungsverfahren - Google Patents
Vorrichtung zum Reinigen von größeren Flächen, insbesondere Gebäudeverglasungen, sowie ReinigungsverfahrenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Reinigen von
größeren Flächen, insbesondere Gebäudeverglasungen, mit einem
Bürstenschlitten, in dem mindestens eine im Reinigungsbetrieb um
ihre Mittelachse drehend angetriebene Walzenbürste angeordnet
ist, sowie mit einer Haltereinrichtung, die eine Verlagerungs
bewegung des Bürstenschlittens über die zu reinigende Fläche
ermöglicht, sowie auf ein Reinigungsverfahren.
Es gibt eine große Anzahl von Flächen, insbesondere von Gebäude
flächen, die sich nur mit großem Aufwand reinigen lassen, weil
sie entweder wegen ihrer Neigung und/oder wegen ihrer Struktur
nicht begehbar sind, etwa große Glasdächer oder Glaskuppeln,
senkrechte oder geneigte Fensterfronten oder die Außenflächen von
Traglufthallen, Stadionüberdachungen. Bei allen diesen Flächen
ist normalerweise ein Zugang an einer Seite möglich, etwa
dadurch, daß bei einer senkrechten oder geneigten Fensterfront
am oberen Ende im Dachbereich ein Laufgang vorgesehen wird oder
daß man eine verfahrbare Arbeitsbühne verwendet.
Um Gewächshausdächer zu reinigen, hat man bereits eine Vor
richtung verwendet, die einen Bürstenschlitten mit einer drehend
Walzenbürste aufweist, der an einem langen Stab gehaltert über
die zu reinigende Fläche geführt wird. Eine solche Vorrichtung
eignet sich jedoch nur für Flächen sehr begrenzter Größe und läßt
sich wegen der stabförmigen Halterung schlecht handhaben. Darüber
hinaus ist mit einer solchen Vorrichtung der meist durch Rahmen
oder Wandabschnitte begrenzte Randbereich einer zu reinigenden
Fläche nur schlecht zu reinigen, wenn dieser Randbereich nicht
geradlinig verläuft und die Reinigungsvorrichtung nicht von einer
Stelle direkt oberhalb des Randbereiches geführt wird.
Bei einer anderen bekannten Reinigungsvorrichtung (GB 2 243 070 A)
wird eine drehend angetriebene Walzenbürste eingesetzt, die
in Führschienen zu beiden Seiten der zu reinigenden Glasfläche
geführt ist und die in diesen Führschienen über die Glasfläche
verfahren wird. Es ist zwar möglich, zur Reinigung eines
dreieckförmigen Endbereiches der Glasfläche das eine Ende der
Walzenbürste in dem einen Ende der einen Führschiene zu halten,
während ihr anderes Ende unter Verlängerung der Walzenbürste in
der zugehörigen Führschiene in Richtung auf das Ende der
dreieckförmigen Glasfläche verfahren wird, so daß die Walzenbür
ste die dreieckförmige Glasfläche reinigend überläuft. Abgesehen
davon, daß bei dieser bekannten Anordnung Führschienen zu beiden
Seiten der zu reinigenden Fläche und eine die gesamte Fläche
zwischen den Führschienen überdeckende Walzenbürste erforderlich
sind, muß die Walzenbürste für das Reinigen von dreieckförmigen
Glasflächen o. ä. auch noch verlängerbar ausgebildet werden.
Es ist ferner eine Reinigungsvorrichtung für das Reinigen von
Gewächshäusern bekannt (DE-GM 18 69 097), bei der eine drehend
angetriebene Walzenbürste in einem Rahmen gehaltert ist, der
motorisch angetrieben über die zu reinigende Glasfläche verfahren
wird. Dazu ist der Rahmen verfahrbar an einer Schiene gehaltert,
die sich an Führschienen abgestützt quer über die zu reinigende
Fläche bewegen kann, und er wird mittels Seilzug entlang der
Führschienen bewegt. Diese bekannte Vorrichtung benötigt somit
Stützschienen für das Verfahren der Führschiene, und mit ihr sind
nicht nur Randbereiche der zu reinigenden Flächen schwer
erreichbar, sondern frei geformte Gitterschalen-Glasdachkon
struktionen und Membrandächer lassen sich mit ihr überhaupt nicht
wirksam bearbeiten.
Eine andere bekannte Reinigungsvorrichtung (US-PS 5 249 326)
ermöglicht allein das Reinigen von vertikalen Flächen, indem ein
eine Walzenbürste enthaltender Schlitten an Seilen hängend in der
Vertikalen verfahren wird, während eine Anordnung aus Seilzug und
Gewicht den Bürstenschlitten gegen die zu reinigende Fläche
drückt. Dabei wird der Seilzug in seinem unteren, dem Gewicht
nahen Bereich über eine Rolle geführt, die mittels eines
Saugnapfes an der vertikalen Fläche gehaltert ist. Bei jedem
seitlichen Versetzen der Reinigungsvorrichtung muß daher auch die
Rolle durch Neupositionierung des Saugnapfes entsprechend
versetzt werden, um den die Andruckkraft erzeugenden Seilzug in
eine Lage zu bringen, in der er in der Vertikalen mit der
mittigen Abstützrolle am Reinigungsschlitten in Eingriff steht.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zum Reinigen von
größeren Flächen zu schaffen, die es bei einfachem Aufbau
ermöglicht, die Walzenbürste über die zu reinigende Fläche zu
manöverieren, so daß im wesentlichen alle Bereiche der Fläche
gereinigt werden können.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Vorrichtung der eingangs
erwähnten Art erfindungsgemäß derart ausgestaltet, daß die
Walzenbürste im Reinigungsbetrieb derart drehend angetrieben ist,
daß sie durch Eingriff mit der zu reinigenden Fläche eine in
Vorschubrichtung auf den Bürstenschlitten wirkende Kraft erzeugt,
und daß die Halteeinrichtung zwei im Reinigungsbetrieb durch den
Bürstenschlitten auf Zug belastete, flexible Haltestränge,
vorzugsweise Seile aufweist, die in Erstreckungsrichtung der
Mittelachse der Walzenbürste im Abstand voneinander am Bürsten
schlitten angreifen und eine Verschwenkung des Bürstenschlittens
parallel zur Ebene der zu reinigenden Fläche ermöglichen.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung enthält somit eine im Reini
gungsbetrieb angetrieben drehende Walzenbürste, die infolge ihres
Eingriffs mit der zu reinigenden Fläche in Vorschubrichtung eine
Kraft auf den Bürstenschlitten ausübt, die beispielsweise beim
Reinigen einer horizontalen Fläche die einzige Antriebsbewegung
für die Verlagerung des Reinigungsschlittens ist, jedoch bei
einer geneigten Fläche nur einen Teil der wirkenden Vorschubs
kraft darstellt, während die übrige Vorschubkraft durch die
Schwerkraft hervorgerufen wird. Wenn daher der Bürstenschlitten
mittels der an ihm angreifenden Haltestränge gegenüber einer
ursprünglichen Ausrichtung etwas schräg gestellt wird, bewirkt
die durch den Eingriff der Walzenbürste mit der zu reinigenden
Fläche erzeugte, auf dem Reinigungsschlitten wirkende Vorschub
kraft eine Verfahrbewegung in Richtung der durch die Schräg
stellung des Bürstenschlittens bestimmten Richtung. Auf diese
Weise läßt sich der Bürstenschlitten mittels der vorgesehenen
Halteeinrichtung über die zu reinigende Fläche manöverieren, so
daß einerseits ohne Veränderung der Lage des vom Bürstenschlitten
entfernten Endes der Halteeinrichtung ein nennenswerter Teil der
zu reinigenden Fläche bearbeitet werden kann und andererseits
Randbereiche der Fläche auf einfache Weise gereinigt werden
können, selbst wenn diese, etwa bei einer geneigten Fläche, bei
alleiniger Führung des Bürstenschlittens durch Schwerkraft nicht
zu erreichen wären, weil sie sich seitlich über die Erstreckung
des für die Halterung und das Verfahren einer Reinigungsvor
richtung verwendeten Laufganges hinaus erstrecken. Da sich der
Reinigungsschlitten auf der zu reinigenden Fläche praktisch nur
über die Walzenbürste abstützt, kann er auch ohne Behinderung des
Reinigungsbetriebs aus der Fläche vorstehende Profile, etwa
Glasscheiben aufnehmende Rahmen, überfahren.
Üblicherweise werden die vom Bürstenschlitten entfernten
Abschnitte jedes Haltestranges auf eine Rolle aufgewickelt, so
daß der Bürstenschlitten durch Abwickeln der Haltestränge in
Vorschubrichtung über die Fläche verfahren wird, während
gleichzeitig eine reinigende Drehbewegung der Walzenbürste
bezüglich der zu reinigenden Fläche stattfindet. Zur Einleitung
eines neuen Reinigungslaufes wird der Bürstenschlitten durch
Aufwickeln der Haltestränge auf die Rollen an das für den
Reinigungsbeginn benutzte Ende der zu reinigenden Fläche
zurückgezogen.
Um bei einem solchen Aufbau das Verschwenken des Bürstenschlit
tens zu ermöglichen, können die Rollen entweder unabhängig
voneinander drehbar sein, so daß unterschiedliche Längen jedes
Haltestranges von den Rollen abgewickelt und so der Bürsten
schlitten schräggestellt wird, oder die Rollen können beispiels
weise auf einer gemeinsamen Trägerachse gehaltert sein, die um
eine senkrecht zu ihr verlaufende Achse schwenkbar ist, so daß
durch eine derartige Verschwenkung die Schrägstellung des
Bürstenschlittens erreicht wird.
Es ist auch möglich, die erfindungsgemäße Vorrichtung zum
Reinigen einer geneigten Fläche zu benutzen, wenn sich das vom
Bürstenschlitten entfernte Ende der Halteeinrichtung nur am
unteren Ende der geneigten Fläche positionieren läßt. In diesem
Fall kann am Bürstenschlitten eine dessen Bewegung in Vor
schubrichtung, also in Richtung des Anstiegs der zu reinigenden
Fläche unterstützende Winde angreifen. Wenn die Neigung der
Fläche nicht zu stark ist, wird auch in diesem Fall durch
Schrägstellung des Bürstenschlittens eine gewisse Veränderung der
Vorschubrichtung des Bürstenschlittens erreicht, der dadurch in
der erläuterten Weise über die zu reinigende Fläche manöveriert
werden kann.
Um dem durch die Drehung der Walzenbürste entstehende Drehmoment
um die Bürstenlängsachse, das auf den Bürstenschlitten wirkt,
entgegenzuwirken bzw. dieses abzufangen, kann am Bürstenschlit
ten, vorzugsweise an seiner der Halteeinrichtung zugewandten
Seite ein Stützarm befestigt sein, der am äußeren Ende eine sich
auf der zu reinigenden Fläche abstützende Bockrolle trägt.
Da bei dem Reinigen großer Flächen die Gefahr besteht, daß der
Bürstenschlitten im Betrieb über die zu reinigende Fläche hinaus
verfahren wird und dann gegebenenfalls über den Rand der Fläche
kippt oder gar abstürzt, kann an der der Halteeinrichtung
abgewandten Seite des Bürstenschlittens mindestens ein Ab
sturzsensor vorgesehen sein. Dieser kann bei Erkennen einer
Absturzsituation entweder ein Warnsignal auslösen oder die
weitere Vorschubbewegung des Bürstenschlittens unterbrechen.
Üblicherweise wird zum Reinigen einer Fläche Reinigungsflüssig
keit verwendet, und zur Zufuhr dieser Reinigungsflüssigkeit kann
der Bürstenschlitten mittels eines Schlauches mit der Quelle für
Reinigungsflüssigkeit verbunden sein. Vorteilhafterweise kann der
Schlauch an einen am Bürstenschlitten vorgesehenen Fluidmotor für
den Antrieb der Walzenbürste angeschlossen sein, so daß kein
gesonderter Antrieb für die Walzenbürste erforderlich ist. In
diesem Fall wird die Reinigungsflüssigkeit vom Auslaß des
Fluidmotors auf die zu reinigende Fläche und/oder die Reinigungs
bürste aufgetragen.
Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figuren näher
erläutert.
Fig. 1 zeigt schematisch teilweise als Schnitt und teilweise
als Seitenansicht eine Vorrichtung zum Reinigen von
größeren Flächen.
Fig. 2 zeigt die Vorrichtung aus Fig. 1 in einer schemati
schen Ansicht von unten.
Fig. 3 zeigt die Vorrichtung aus den Fig. 1 und 2 in einer
Darstellung entsprechend Fig. 2, jedoch mit zur
Vorschubrichtung schräg gestelltem Bürstenschlitten.
Fig. 4 zeigt schematisch eine Vorrichtung entsprechend den
Fig. 1 und 2, jedoch mit teilweise entferntem
Gehäuse des Bürstenschlittens in verschiedenen Reini
gungspositionen auf einer zu reinigenden Fläche.
Fig. 5 zeigt eine Möglichkeit zur Verwendung der Vorrichtung
gemäß den Fig. 1 bis 3 zum Reinigen eines kuppelför
migen Gebäudes oder Gebäudeteils.
Fig. 6 zeigt in einer Darstellung entsprechend Fig. 4 die
Vorrichtung in verschiedenen Reinigungsstellungen und
mit an ihr angreifender Winde.
Die in den Fig. 1 bis 3 dargestellte Vorrichtung hat einen
U-förmigen Rahmen 1, der Teil des Bürstenschlittens ist und in dem
an den vorderen Enden der Schenkel eine Walzenbürste 4 mittels
ihrer Mittelwelle 3 um ihre Mittelachse drehbar gelagert ist. Auf
einem Ende der Welle 3 sitzt unverdrehbar ein Zahnrad 5, das über
einen Zahnriemen 6 (Fig. 1) mit einem Zahnrad auf der Abtriebs
welle eines Fluidmotors 7 gekoppelt ist, der in nicht dargestell
ter Weise am Rahmen 1 befestigt ist. Ferner trägt der Rahmen 1
ein Gehäuse 2, das den oberen Teil der Walzenbürste 4 und den
Fluidmotor 7 abdeckt und an dessen unterem Rand ein aus Borsten
bestehender Spritzschutz 28 angeordnet ist.
An den äußeren Enden der Basis des U-förmigen Rahmens 1 sind bei
12 und 13 flexible Haltestränge bildende Seile 8 und 9 befestigt,
die auf Rollen 10, 11 aufwickelbar sind, die an einer Trägerachse
16 drehbar befestigt sind. Jeder der Rollen 10, 11 ist ein
elektrischer Antriebsmotor 14, 15 zugeordnet, der mit dem
jeweiligen, an der Trägerachse 16 vorgesehenen Betätigungsgriff
18, 19 aktiviert und deaktiviert werden kann. Die Trägerachse 16
ist um eine senkrecht zu ihr verlaufende Achse 17 schwenkbar auf
einem nicht dargestellten, üblicherweise verfahrbaren Vor
richtungsrahmen gehaltert, auf dem sich auch eine Schlauchtrommel
26 befindet, die einen Teil des Schlauches 25 aufnimmt, der zum
Einlaß des Fluidmotors 7 führt. Das trommelnahe Ende des
Schlauches 25 wird für den Reinigungsbetrieb mit einer Flüssig
keitsquelle, etwa direkt mit der Wasserversorgung, verbunden, so
daß durch den Schlauch 25 zum Fluidmotor 7 gedrückte Flüssigkeit
die Walzenbürste 4 in Fig. 1 im Gegenuhrzeigersinn drehend
antreibt, während die aus dem Fluidmotor 7 austretende Flüssig
keit über einen Schlauchabschnitt 27 auf die zu reinigende und
dazu von der Walzenbürste 4 zu überlaufende Fläche aufgetragen
wird. Die Borsten 28 bilden einen Spritzschutz, der verhindert,
daß von der Walzenbürste 4 aufgewirbelte Flüssigkeit aus dem
Bereich des Gehäuses 2 versprüht wird.
An der Basis des Rahmens 1 ist mittig und unverschwenkbar ein
Stützarm 22 befestigt, an dessen freiem Ende eine Bockrolle 24
schwenkbar befestigt ist. Diese stützt im Reinigungsbetrieb den
Rahmen 1 gegen das durch die Drehung der Bürstenwalze 4 erzeugte
Drehmoment auf der zu reinigenden Fläche ab und richtet sich
entsprechend der Richtung der Vorschubbewegung des Bürsten
schlittens aus.
An der dem Rahmen 1 abgewandten Seite des Gehäuses 2 sind an
dessen Außenwänden Absturzsensoren 20, 21 in Form von schwenkbar
gehalterten Rollen vorhanden, die in Vorschubrichtung oder
üblicher Verfahrrichtung im Reinigungsbetrieb über das Gehäuse
2 vorstehen. Sobald diese Absturzsensoren 20, 21 in einen Bereich
gelangen, in dem statt zu reinigender Fläche ein Freiraum infolge
eines Absatzes o. ä. vorhanden ist, bewirkt das sich ergebende
Verschwenken der Rollen entweder ein optisches und/oder akusti
sches Warnsignal und/oder ein sofortiges Abschalten des Antriebs
der Walzenbürste 4.
Wie in Fig. 3 angedeutet, kann der den Rahmen 1 und das Gehäuse
2 enthaltende Bürstenschlitten durch Verschwenken der Trägerachse
16 um die Achse 17 in der durch Pfeile angedeuteten Weise
entsprechend verschwenkt werden. Nicht dargestellt, jedoch auch
möglich, ist eine Verschwenkung des Bürstenschlittens dadurch,
daß man bei in der Lage gemäß Fig. 1 gehaltener Trägerachse 16
die Motoren 14, 15 für die Rollen 10, 11 so aktiviert, daß sich
ein unterschiedliches Abwickeln der Seile 8 und 9 und dadurch
eine einer Schrägstellung gemäß Fig. 3 entsprechende Schräg
stellung des Bürstenschlittens ergibt.
In Fig. 4 ist ein Einsatz einer Vorrichtung entsprechend der
Vorrichtung gemäß den Fig. 1 bis 3 angedeutet, wobei jedoch
die Vorrichtung aus Fig. 4 ohne den größten Teil des Gehäuses
des Bürstenschlittens und mit gegenüber der Vorrichtung aus den
Fig. 1 bis 3 mit an der gegenüberliegenden Seite der
Bürstenwelle angeordnetem Zahnrad und entsprechend in den Bürsten
schlitten geführtem Schlauch 25 ausgestattet ist.
Die Vorrichtung ist in Fig. 4 zum Reinigen einer Dachfläche F
eingesetzt gezeigt, die beispielsweise durch einzelne Fenster
scheiben gebildet sein kann und die an einer Seite einen Laufgang
L aufweist, auf dem der nicht dargestellte, Trägerachse 16 und
Trommel 26 tragende Vorrichtungsrahmen ruht. Die Fläche F kann
beispielsweise horizontal ausgerichtet sein und dabei gegebenen
falls einige Krümmungen aufweisen, sie kann aber auch ausgehend
vom Lauf gang L geringfügig nach unten geneigt sein. Um diese
Fläche mittels der dargestellten Vorrichtung zu reinigen, wird
der nicht dargestellte Vorrichtungsrahmen in der in Fig. 4
angedeuteten Weise auf dem Lauf gang L plaziert und der Bür
stenschlitten durch Aufwickeln der Seile 8, 9 auf die Rollen 10,
11 und durch entsprechendes Aufwickeln des Schlauches 25 auf die
Trommel 26 an den Anfangsbereich der Fläche F benachbart zum
Laufgang L gebracht. Wird in dieser Lage dann über den Schlauch
25 Reinigungsflüssigkeit zugeführt, so bewirkt diese die Drehung
der Walzenbürste 4 auf der zu reinigenden Fläche F. Ein gleich
förmiges Abwickeln der Seile 8, 9 läßt den Bürstenschlitten
infolge des Eingriffs der drehend angetriebenen Walzenbürste 4
mit der zu reinigenden Fläche F in Fig. 4 nach links wandern,
wenn der Betreiber die Seile 8, 9 sich allmählich von den Rollen
10, 11 abwickeln läßt, etwa indem er die Rollen durch Betätigen
der Betätigungshebel 18, 19 (Fig. 2) freigibt. Dabei erfolgt
zusätzlich zum Verfahren des Bürstenschlittens eine Reinigungs
bewegung der Borsten der Walzenbürste 4 über die Fläche F, da der
Bürstenschlitten mittels der Seile 8, 9 so abgebremst wird, daß
ein Schlupf zwischen Walzenbürste 4 und Fläche F eintritt. Hat
der Bürstenschlitten das in Fig. 4 linke Ende der zu reinigen
den Fläche F erreicht, kann die Flüssigkeitszufuhr unterbrochen
und der Bürstenschlitten durch Aktivieren der Motoren 14, 15 und
damit durch Aufwickeln der Seile 8, 9 wieder in die Ausgangs
position zurückgezogen werden.
Wie angedeutet, kann der Betreiber den Bürstenschlitten durch
Verschwenken der Trägerachse 16 schräg stellen, so daß er sich
im Reinigungsbetrieb in die Richtungen bewegt, die in Fig. 4
durch die Vorrichtungen angedeutet sind, die mit den gleichen
Bezugszeichen, jedoch zusätzlich mit ′ und ″ bezeichnet sind. Es
sei erwähnt, daß ein derartiges Manöverieren des Bürstenschlit
tens durch Schrägstellen auch dann möglich ist, wenn die zu
reinigende Fläche F vom Laufgang L abwärts geneigt ist, da dann
zwar die Abwärtsbewegung des Bürstenschlittens durch die
Kombination von Schwerkraft und Drehung der Walzenbürste 4
bewirkt wird, jedoch die Schrägstellung des Bürstenschlittens bis
zu einer nennenswerten Neigung der zu reinigenden Fläche F immer
noch ausreicht, um durch die dadurch erzeugte Kraftkomponente
quer zur Richtung der Wirkung der Schwerkraft eine Bewegung des
Bürstenschlittens zu bewirken, wie sie im oberen Teil von Fig.
4 angedeutet ist. Ein solches Manöverieren des Bürstenschlittens
gestattet auch die Reinigung von sonst schlecht zugänglichen
Bereichen der Fläche F sowie von auf andere Weise schwer
zugänglichen Randbereichen einer zu reinigenden Fläche.
Mittels der dargestellten Vorrichtung ist es auch möglich,
gekrümmte Flächen zu reinigen, etwa eine Dachkuppel oder eine
Traglufthalle, wie dies für eine Traglufthalle K in Fig. 5
angedeutet ist. Zu diesem Zweck kann die Vorrichtung auf der
Arbeitsplattform eines Auslegerfahrzeugs A angeordnet und von
dort im Reinigungsbetrieb von oben nach unten über die gekrümmte
Außenfläche der Traglufthalle K verfahren werden, wobei die über
den Schlauch 25 zugeführte Reinigungsflüssigkeit in der be
schriebenen Weise die Walzenbürste 4 antreibt. Durch Schräg
stellen des Bürstenschlittens mittels der Seile 8, 9 kann ein
entsprechendes Verfahren des Bürstenschlittens schräg zur
Senkrechten erfolgen, so daß aus einer Position der Arbeitsplatt
form ein verhältnismäßig breiter Bereich der Außenfläche der
Traglufthalle K gereinigt werden kann, indem man die Walzenbürste
4 entlang unterschiedlicher Bahnen bewegt.
Es gibt zu reinigende geneigte Flächen, etwa Dachflächen, bei
denen der Laufgang (L′ in Fig. 6) am unteren Ende der Fläche
vorgesehen ist, während sich im höher liegenden Firstbereich
lediglich eine Schiene S befindet, auf der ein Schlitten 30 mit
einer Umlenkrolle 29 angeordnet ist, wobei der Schlitten 30 an
unterschiedlichen Stellen der Schiene S festgesetzt werden kann.
Um bei einem solchen Aufbau den die Trägerachse 16 und die
Trommel 26 tragenden, nicht dargestellten Vorrichtungsschlitten
auf dem Laufgang L′ positionieren und trotzdem den Bürsten
schlitten auf der ansteigenden Fläche F′ zur Durchführung der
Reinigung verfahren zu können, kann am der Trägerachse 16
abgewandten Ende des Bürstenschlittens ein Windenseil 28
befestigt sein, das über die Umlenkrolle 29 des Schlittens 30
geführt und mit einer beispielsweise am Laufgang L′ angeordneten
Winde 27 verbunden ist, wobei als Windenseil ggf. auch der
Reinigungsflüssigkeit zuführende Schlauch oder, falls die
Walzenbürste von einem Elektromotor angetrieben wird, das
Spannungsversorgungskabel für den Elektromotor dienen kann. Im
Reinigungsbetrieb kann der Bürstenschlitten mittels der Winde 27
und unterstützt durch die Drehbewegung der von der Reinigungs
flüssigkeit angetriebenen Walzenbürste 4 vom Laufgang L′ in
Richtung auf die Schiene S verfahren werden, wobei, wie vor
stehend bereits beschrieben, die Seile 8 und 9 allmählich von den
Rollen 10 und 11 abgewickelt werden.
Auch in diesem Fall kann durch das im oberen Teil von Fig. 6
angedeutete Schrägstellen des Bürstenschlittens ein Manöverieren
der Walzenbürste 4 über die zu reinigende Fläche F′ erfolgen,
ohne daß der Vorrichtungsrahmen aus seiner Stellung auf dem
Laufgang L′ verlängert werden müßte. Dabei hängt der Grad der
Manöverierbarkeit selbstverständlich auch von der Neigung der zu
reinigenden Fläche F′ ab und ist umso größer, je geringer diese
Neigung ist.
Claims (15)
1. Vorrichtung zum Reinigen von größeren Flächen (F; F′), ins
besondere Gebäudeverglasungen, mit einem Bürstenschlitten
(1, 2), in dem mindestens eine im Reinigungsbetrieb um ihre
Mittelachse drehend angetriebene Walzenbürste (4) angeordnet
ist, sowie mit einer Halteeinrichtung, die eine Verlage
rungsbewegung des Bürstenschlittens (1, 2) über die zu
reinigende Fläche (F; F′) ermöglicht, dadurch gekennzeich
net, daß die Walzenbürste (4) im Reinigungsbetrieb derart
drehend angetrieben ist, daß sie durch Eingriff mit der zu
reinigenden Fläche (F; F′) eine in Vorschubrichtung auf den
Bürstenschlitten (1, 2) wirkende Kraft erzeugt, und daß die
Halteeinrichtung zwei im Reinigungsbetrieb durch den
Bürstenschlitten (1, 2) auf Zug belastete, flexible Halte
stränge (8, 9) aufweist, die in Erstreckungsrichtung der
Mittelachse der Walzenbürste (4) im Abstand voneinander am
Bürstenschlitten (1, 2) angreifen und eine Verschwenkung des
Bürstenschlittens (1, 2) parallel zur Ebene der zu reinigen
den Fläche (F; F′) ermöglichen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Haltestränge aus Seilen (8, 9) bestehen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der vom Bürstenschlitten (1, 2) entfernte Abschnitt
jedes Haltestranges (8; 9) auf eine Rolle (10; 11) aufgewic
kelt ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rollen zur Verschwenkung des Bürstenschlittens (1, 2) un
abhängig voneinander drehbar sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rollen (10, 11) auf einer gemeinsamen Trägerachse (16) ge
haltert sind, die zum Verschwenken des Bürstenschlittens (1,
2) um eine senkrecht zu ihr verlaufende Achse (17) schwenk
bar ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß am Bürstenschlitten (1, 2) eine dessen
Bewegung in Vorschubrichtung unterstützende Winde (27) an
greift.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß am Bürstenschlitten (1, 2) ein Stützarm
(22) befestigt ist, der am äußeren Ende eine sich auf der zu
reinigenden Fläche abstützende Bockrolle (24) trägt.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der
Stützarm (22) unverschwenkbar am Bürstenschlitten (1, 2)
befestigt ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Stützarm (22) an der der Halteeinrichtung zuge
wandten Seite des Bürstenschlittens (1, 2) befestigt ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch ge
kennzeichnet, daß an der der Halteeinrichtung abgewandten
Seite des Bürstenschlittens (1, 2) mindestens ein Absturz
sensor (20, 21) vorgesehen ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, gekennzeich
net durch eine den Bürstenschlitten (1, 2) mit einer Quelle
für Reinigungsflüssigkeit verbindenden Schlauch (25).
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schlauch (25) an einen am Bürstenschlitten (1, 2) vor
gesehenen Fluidmotor (7) für den Antrieb der Walzenbürste
(4) angeschlossen ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß
die Reinigungsflüssigkeit vom Auslaß des Fluidmotors (7) auf
die zu reinigende Fläche und/oder die Reinigungsbürste auf
getragen wird.
14. Verfahren zum Reinigen einer Fläche mittels einer Vorrich
tung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekenn
zeichnet, daß der Reinigungsschlitten (1, 2) im Verlauf des
Reinigungsvorganges mittels der Haltestränge (8, 9) zur
normalen Vorschubrichtung schräggestellt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14 mit einem Bürstenschlitten (1,
2), an dem eine Winde (27) angreift, dadurch gekennzeichnet,
daß das Seil (28) der Winde (27) vom Bürstenschlitten (1, 2)
über eine oberhalb des oberen Endes der geneigt ausgebil
deten zu reinigenden Fläche (F′) vorgesehene Rolle (29)
geführt wird und daß die Rolle (29) in Richtung der Querer
streckung der zu reinigenden Fläche (F′) verlagerbar ist.
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