DE19652701A1 - Verfahren zur Optimierung der Annahmeleistung einer Meßanlage für Milch und Meßanlage zum Durchführen des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Optimierung der Annahmeleistung einer Meßanlage für Milch und Meßanlage zum Durchführen des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Optimierung der An
nahmeleistung einer Meßanlage für Milch, insbesondere für ei
nen Milchsammelwagen, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1
und eine Meßanlage zum Durchführen des Verfahrens nach An
spruch 7 oder 8.
Einer Meßanlage für Milch, insbesondere für einen Milchsam
melwagen, liegt die Aufgabe zugrunde, Milchmengen aus Anlie
ferungsbehältern der Lieferanten anzunehmen und in einen Sam
melbehälter zu überführen. Dabei ist die Menge der überführ
ten Milch über ihr Volumen zu bestimmen und gegenüber jener
des vorhergehenden und des nachfolgenden Lieferanten eindeu
tig abzugrenzen. Damit aus dem Volumen der überführten Milch
menge deren Masse ermittelt werden kann, ist der Flüssig
keitsvolumenstrom, der in die Meßanlage eintritt und dem gas
förmige Bestandteile, insbesondere Luft, beigemischt sein
können, vollständig zu entgasen bzw. zu entlüften. Der von
Luftbeimengungen befreite Flüssigkeitsvolumenstrom verläßt,
nachdem er meßtechnisch erfaßt wurde, die Meßanlage und ge
langt in einen nachgeordneten Sammeltank. Die abgetrennte
Luft resultiert fast ausschließlich aus jener Luft, die bei
der Milchannahme, insbesondere der Milch zu Beginn der Milch
übernahme und beim Ausschnorcheln zum Ende der Milchübernah
me, in die Meßanlage gelangt und nur zu einem außerordentlich
geringen Teil aus Luft, die als kleine und kleinste Luftbla
sen in der Milch des Anlieferungsbehälters deponiert ist. Ei
ne Desorption von in Luft gelöster Milch wird nicht ange
strebt; sie läßt sich jedoch unter bestimmten verfahrenstech
nischen Bedingungen (Vakuumbetrieb) nicht verhindern.
Bekannte Meßanlagen sind mit einer Steuerung/Regelung ausge
stattet, deren Aufgabe darin besteht, ausgehend von einem
eichgenauen Flüssigkeitsstand im Luftabscheiderbehälter als
Ergebnis der Übernahme und Abgrenzung der Milchmenge des vor
hergehenden Lieferanten, die Milchübernahme des nachfolgenden
Lieferanten zu starten, den Luftabscheiderbehalter so weit
mit Milch anzufüllen, daß eine hinreichende Luftabscheidung
aus Milch erreicht wird, und im Anschluß an die Übernahme der
Milch das Flüssigkeitsniveau eichgenau auf das Abschaltni
veau, welches Ausgangspunkt dieser Milchübernahme war, abzu
senken.
Die Steuerung/Regelung soll neben einer "normalen" Milchüber
nahme auch Sonderfälle bzw. auch unvorschriftsmäßige Handha
bungen des Systems beherrschen. Hierzu gehört beispielsweise
willkürliches Luftschnorcheln während der Milchübernahme, be
absichtigtes oder unbeabsichtigtes zeitweises Verschließen
der Annahmeleitung am Ansaugstutzen und Ansaugen aus mehreren
Behältnissen eines Lieferanten mit unterschiedlich langen
Pausen beim Wechsel vom einen zum anderen Behältnis. Darüber
hinaus soll die Meßanlage steuerungs- und regelungstechnisch
leicht an unterschiedliche Ansaugbedingungen (Ansaughöhe
und/oder Schlauchlänge) anpaßbar sein und in jedem Falle oh
ne Instabilitäten zügig einen stabilen Betriebspunkt finden.
Die bisher bekannt gewordenen Meßanlagen, die entweder als
sog. Pumpen- oder Vakuumsysteme ausgeführt sind, arbeiten
über die Zeitdauer der Milchannahme mit einer im wesentlichen
konstanten Annahmeleistung, die durch die Auslegung des Pum
pen- bzw. Vakuumsystems determiniert ist. Dabei ist festzu
stellen, daß die Annahmeleistungen in den letzten Jahren bis
auf 30.000 l/h, in Einzelfällen sogar noch darüber hinaus,
gesteigert wurden, wobei der sog. Luftabscheiderbehälter der
Meßanlage ein deren maximale Annahmeleistung limitierendes
Bauteil darstellt. Die heute bekannten Luftabscheiderbehälter
trennen die in der Milch enthaltenen Luftblasen von der Milch
überwiegend durch Auftrieb und anschließende Abscheidung über
die freie Flüssigkeitsoberfläche und nur zu einem geringen
Teil durch Separierung und Abscheidung der Luftblasen im Zen
trifugalfeld einer rotierenden Milchströmung im Luftabschei
derbehälter. Daher wird bei der Auslegung bekannter
Luftabscheiderbehälter dafür Sorge getragen, daß die Absenk
geschwindigkeit der Milch im Behälter im Vergleich zu der
Aufsteiggeschwindigkeit der Luftblasen klein ist. Dies ge
lingt durch eine möglichst große Verweilzeit der Milch und
damit der in ihr enthaltenen Luftblasen im Luftabscheiderbe
hälter, wobei die Verweilzeit bei vorgegebener Annahmelei
stung durch das flüssigkeitserfüllte Volumen des Luftabschei
derbehälters bestimmt wird. Eine große Verweilzeit hat somit
zwangsläufig einen großen Behälterquerschnitt zur Folge, da
eine Behälterkonfiguration mit einer gegenüber dem Behälter
durchmesser großen Bauhöhe den Abscheideweg vergrößert und
damit die Abscheideleistung ungünstig beeinflußt. Da das
Raumangebot, insbesondere auf einem Milchsammelwagen, in al
len Richtungen begrenzt ist, sind einer Vergrößerung der Ab
messungen des Luftabscheiderbehälters natürliche Grenzen ge
setzt. Damit findet auch die Steigerung der Annahmeleistung
durch Vergrößerung des Luftabscheiderbehälters eine Begren
zung, will man nicht Gefahr laufen, daß das Meßergebnis hin
sichtlich des bei der Milchannahme überführten Volumens durch
Mitreißen von Luftblasen in und durch den Volumenzähler in
unzulässiger Weise verfälscht wird. Bekannte Meßanlagen be
grenzen die Annahmeleistung auf einen maximalen Wert, mit dem
auch schwierige Ansaugverhältnisse (Luftsaugen bei Unterbre
chung der Milchförderung) beherrscht werden können. Mit die
ser zulässigen Annahmeleistung sind bei günstigen bzw. norma
len Ansaugverhältnissen die Meßanlage und speziell der
Luftabscheiderbehälter unterfordert, so daß unter diesen An
saugbedingungen eine ungenutzte Leistungsreserve vorliegt.
Es hat daher nicht an Versuchen gefehlt, die Luftabscheidung
im Luftabscheiderbehalter zu verbessern, ohne dabei zum kon
struktiven Mittel einer weiteren Vergrößerung des Luftab
scheiderbehälters zu greifen. Ein in der DE 41 11 280 C1 be
schriebener Luftabscheider versucht das Problem dadurch zu
lösen, indem er die Strömungsgeschwindigkeit der in den
Luftabscheider einströmenden Milch unmittelbar vor dem Ein
tritt in den Luftabscheider herabsetzt. Hierzu wird vorge
schlagen, daß dem Einlaufstutzen ein als Stopfen mit einer
Vielzahl von parallelen Kanälen ausgebildeter Staukörper zu
sammen mit einem sich auf dessen Querschnitt erweiternden
Trichter vorgeschaltet ist. Im Ergebnis soll mit dem bekann
ten Luftabscheider erreicht werden, daß die Milchmeßanlage
mit höherer Durchsatzleistung betrieben werden kann, ohne daß
bei dieser höheren Leistung die Milch einen höheren Anteil an
den Lufteinschlüssen als in herkömmlichen Anlagen hat, oder
daß sie bei gleicher Durchsatzleistung einen geringeren An
teil an Lufteinschlüssen hat. Die vorstehend vorgeschlagenen
Maßnahmen sind problematisch, da hierdurch zusätzlich einer
seits Strömungswiderstände und andererseits Reinigungsproble
me aufgrund der extrem vergrößerten flüssigkeitsberührten
Oberflächen geschaffen werden.
Andere aus der DE 40 07 914 C2 bekannte Maßnahmen zielen dar
auf ab, das Untermischen von Luft beim Einfüllen in den
Luftabscheider weiter zu reduzieren, um dadurch, in begrenz
tem Umfang, die Annahmeleistung weiter steigern zu können.
Dies soll dadurch erreicht werden, daß bei dem Luftabscheider
mindestens ein weiterer gegenüber dem einen Einlauf höhenver
setzter Einlauf vorgesehen ist, und daß sämtliche Einläufe
mit Absperrventilen ausgestattet sind, die von einer auf das
Milchniveau im Behälter ansprechenden Steuereinrichtung der
art gesteuert werden, daß bei ansteigendem Niveau von dem un
teren Einlauf auf den nächst höheren Einlauf usw. und bei
fallendem Niveau umgekehrt umgeschaltet wird. Es liegt auf
der Hand, daß die vorgeschlagenen Maßnahmen lediglich dazu
geeignet sind, die durch das maximale Volumen des
Luftabscheiderbehälters bestimmte maximale Verweilzeit so oft
wie möglich optimal auszunutzen. Es ist nicht erkennbar, wie
das bekannte System eine Steigerung der Annahmeleistung über
seine maximale, durch die Verweilzeit bestimmte Annahmelei
stung hinaus bewerkstelligen kann, wenn zusätzlich die Gefahr
großer Lufteinbrüche gegeben ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die
Annahmeleistung einer Meßanlage für Milch, inbesondere für
einen Milchsammelwagen, bei Verwendung der bekannten Luft
abscheidersysteme gegenüber den derzeit realisierbaren Annah
meleistungen wesentlich zu erhöhen.
Diese Aufgabe wird verfahrenstechnisch durch die Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfah
rens sind Gegenstand weiterer Unteransprüche. Eine Meßanlage
zum Durchführen des vorgeschlagenen Verfahrens wird durch die
Merkmale des Nebenanspruchs 7 (Pumpensystem) oder durch jene
des Nebenanspruchs 8 (Vakuumsystem) verwirklicht.
Das vorgeschlagene Verfahren macht sich die Erkenntnis zunut
ze, daß eine signifikante Luftbelandung der überführten Milch
in der Regel zu Beginn der Milchübernahme und beim Ausschnor
cheln des Anlieferungsbehälters zum Ende der Milchübernahme
auftritt. Der zwischenzeitliche Überführungszyklus ist im Re
gelfall weitgehend frei von Lufteinbrüchen und er stellt, ge
messen an der Zeitdauer für Beginn und Ende der Milchübernah
me, den überwiegenden Zeitraum dar, falls das vorgeschlagene
Verfahren bestimmungsgemäß dort angewendet wird, wo es auf
grund der vorliegenden Bedingungen anwendbar ist, nämlich bei
mittleren und größeren Anlieferungsmengen. Hier überwiegt die
Überführungszeit gegenüber den Vor- und Nachbereitungszeiten
einer Milchannahme. Kleine und kleinste Anlieferungsmengen,
bei denen bei herkömmlichen Annahmeleistungen Beginn und Ende
der Milchannahme bereits unmittelbar aufeinanderfolgen, ent
ziehen sich naturgemäß den vorliegenden Bemühungen zur Stei
gerung der Annahmeleistung. Die angestrebte Steigerung der
Annahmeleistung über die herkömmlich erreichbaren 30.000 l/h
hinaus bis in einen Bereich von 40.000 l/h oder gar bis
60.000 l/h bleibt verständlicherweise der Überführung von
größeren Anlieferungsmengen vorbehalten, also beispielsweise
der Anlieferung aus großen Hofbehältern oder Wannen.
Das vorgeschlagene Verfahren bewirkt eine Reduzierung der An
nahmeleistung auf den für die Meßanlage zugelassenen Wert,
und zwar immer dann, wenn in der Annahmeleitung eine Luftbe
ladung festgestellt wird, die in Relation zur eingeschalteten
Annahmeleistung und zur verfügbaren Abscheideleistung des
Luftabscheiderbehälters nicht mehr beherrschbar ist. Wenn
keine Luftbeladung feststellbar ist, wird die Annahmeleistung
durch eine geeignete Fördereinrichtung in Verbindung mit ei
nem regelbaren Antrieb hochgefahren, und zwar ohne Rücksicht
auf die durch die Baugröße des Luftabscheiderbehälters deter
minierte Verweilzeit der Milch in diesem Behälter. Anderer
seits lassen sich unplanmäßige und unvorhersehbare Luftein
brüche zeitnah durch Reduzierung der Annahmeleistung auffan
gen. Dies ist bei herkömmlichen Meßanlagen nicht möglich, da
deren Annahmeleistung entweder von vornherein so niedrig aus
gelegt oder eingestellt ist, daß derartige Luftbeladungen si
cher beherrschbar sind (Vorhandensein von Leistungsreserven)
oder daß es bei Auslegung mit höheren Annahmeleistungen dann
zu unvermeidbaren, daß Meßergebnis verfälschenden Luftdurch
brüchen kommt.
Die vorgeschlagene Regelung der Annahmeleistung in Abhängig
keit von dem gemessenen Unterschied der Intensität zwischen
dem gesendeten und dem empfangenen Meßsignal und/oder vom Un
terschied der Laufzeiten zeitversetzter Meßsignale kann dabei
derart erfolgen, daß die Annahmeleistung entweder kontinuier
lich oder in Stufen verändert wird.
Um Laufzeitänderungen durch Strömungseinfluß auszuschließen,
werden die Meßsignale im wesentlichen quer zur Strömungsrich
tung der Milchströmung in der Annahmeleitung in letztere ein
gebracht.
Hinsichtlich einer vorliegenden Luftbeladung besonders aussa
gefähige Unterschiede der Laufzeiten der Meßsignal liegen
vor, wenn als Meßsignale Ultraschallimpulse zur Anwendung
kommen.
Es hat sich in diesem Zusammenhang als besonders vorteilhaft
herausgestellt, wenn in einem Zeitintervall Δt eine Anzahl n
Einzelmessungen der Laufzeit TS der Ultraschallimpulse durch
geführt werden und wenn hieraus aus einer Anzahl m gültiger
Einzelmessungen ein Mittelwert TSm gebildet wird. Die Bildung
dieses Mittelwertes ist von zwei Kriterien abhängig, die bei
de jeweils erfüllt sein müssen, wobei der ermittelte Mittel
wert TSm dann jeweils zur Aufschaltung einer größeren Annah
meleistung von zwei verfügbaren Annahmeleistungen herangezo
gen wird. Das erste Kriterium zur Bildung des Mittelwertes
TSm ist dann erfüllt, wenn die Laufzeit TS des Ultraschallim
pulses in einem durch einen oberen und einen unteren Schwell
wert TSmax bzw. TSmin begrenzten Laufzeitfenster liegt. Das
zweite Kriterium wird erfüllt, wenn ein Anteil k, gebildet
aus der Anzahl m gültiger Einzelmessungen zur Anzahl n der
insgesamt vorgenommenen Einzelmessungen, einen vorgegebenen
Wert übersteigt (m/n < k). Durch dieses statistische Verfah
ren bleiben Ausreißer und Fehlmessungen weitestgehend ohne
Einfluß auf den regelungstechnischen Eingriff in die Annahme
leistung. Das Laufzeitfenster ist derart determiniert, daß
Laufzeiten, die in diesem gemessen werden, eindeutig darauf
schließen lassen, daß keine Luftbeladung der Milchströmung
vorliegt. Laufzeiten oberhalb des Schwellwertes TSmax signali
sieren eine Unterbrechung der Milchförderung. Laufzeiten un
ter dem Schwellwert TSmin zeigen in der Regel eine Fehlmessung
an, da die Schallaufzeit in völlig luftfreier Milch bei vor
gegebener Lauflänge des Signals und einem physikalisch gege
benen Wert für die momentane Schallgeschwindigkeit unter die
sen Bedingungen eindeutig nach unten begrenzt ist.
Das vorgeschlagene Verfahren ist sowohl für Pumpen- als auch
für Vakuumsysteme anwendbar. In beiden Fällen wird die Milch
strömung in der Annahmeleitung mit den in Frage kommenden Meß
signalen beaufschlagt, da hier infolge des niedrigsten abso
luten Druckes in der Meßanlage eine bevorzugte Entbindung von
Luftblasen aus der Milch stattfindet. Beim Pumpensystem er
folgt die Reduzierung der Förderleistung dadurch, daß ein Zu
griff auf den Volumenstrom der Fördereinrichtung erfolgt.
Beim Vakuumsystem ist einerseits ein Zugriff auf den Volumen
strom der dem Luftabscheiderbehälter nachgeordneten För
dereinrichtung als auch ein Zugriff auf die Verbindungslei
tung zwischen dem Kopfraum des Luftabscheiders und einer Un
terdruckquelle erforderlich, damit insbesondere eine Überflu
tung des Luftabscheiderbehälters, die bei Reduzierung allein
der Förderleistung der Fördereinrichtung eintreten würde,
verhindert werden kann.
Um die in der zu überführenden Milchströmung enthaltene Luft
gezielt im Bereich der Einkopplung der Meßsignale in die An
nahmeleitung zu entbinden, wird weiterhin vorgeschlagen, daß,
in Strömungsrichtung gesehen, vor der Beaufschlagung der
Milchströmung mit Meßsignalen in dieser kaviatationsbegünsti
gende Einbauten vorgesehen sind. Hierbei kann es sich bei
spielsweise um eine in der Strömung angeordnete Abrißkante
oder einen sog. Stolperdraht handeln.
Es hat sich als besonders vorteilhaft herausgestellt, wenn
die Fördereinrichtung als Impellerpumpe derart ausgebildet
wird, daß bei relativ kleiner Drehzahl ein relativ hoher För
derstrom vorliegt. Dies gelingt dadurch, daß zwei auf einer
gemeinsamen Welle nebeneinander liegende Impeller in einem
entsprechend ausgestalteten Gehäuse vorgesehen sind. Die re
lativ niedrige Drehzahl der Impellerpumpe wirkt sich positiv
auf Kavitation, Milchqualität, Verschleiß und Geräuschent
wicklung aus. Da die vorgesehene Impellerpumpe im normalen
Annahmebetrieb mit niedriger Drehzahl arbeitet, kann sie bei
spielsweise durch im wesentlichen nachteilsfreie Erhöhung der
Drehzahl auf eine Förderleistung gebracht werden, mit der üb
licherweise das Umpumpen der Milch vom Sammelwagentank in den
Tank eines Anhängers durchgeführt wird. Eine separate Umpum
panlage ist daher nicht mehr erforderlich.
Ausführungsbeispiele zweier Meßanlagen zum Durchführen des
vorgeschlagenen Verfahrens sind in der Zeichnung dargestellt
und werden nachfolgend beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 in schematischer Darstellung die Meßanlage bei
Verwirklichung eines Pumpensystems und
Fig. 2 die vorgeschlagenen Maßnahmen im Rahmen einer
Meßanlage, die als Vakuumanlage ausgebildet ist.
Eine Annahmeleitung 4 (Fig. 1), in der eine Fördereinrich
tung 5, angetrieben von einem Antriebsmotor 8, angeordnet
ist, mündet in den Kopfbereich eines Luftabscheiderbehälters
3. Letzterer ist in an sich bekannter Weise mit einer schwim
mergesteuerten Entlüftungseinrichtung 6 ausgerüstet. Aus dem
Luftabscheiderbehälter 3 mündet im Bodenbereich eine Überfüh
rungsleitung 2 aus, in der ein Volumenzähler 1 angeordnet
ist. Vor der Fördereinrichtung 5 sind auf der einen Seite der
Annahmeleitung 4 ein Ultraschallsender 9a und, auf der gegen
überliegenden Seite, ein Ultraschallempfänger 9b angeordnet.
Beide sind mit einer Signalverarbeitungseinrichtung 10 ver
bunden, die ihrerseits mit einer Einrichtung 8a zur Regelung
des Antriebsmotors 8 und damit des Volumenstromes der För
dereinrichtung 5 verbunden ist. Die Annahmeleitung 4 endet in
einem Anlieferungsbehälter 7, aus welchem die zu überführende
Milch angesaugt wird. Bei der hier in Rede stehenden Annahme
leistung handelt es sich bei dem Anlieferungsbehälter 7 vor
zugsweise um Hofbehälter oder Kühlwannen größeren Volumens.
Über den Ultraschallsender 9a wird die Milchströmung mit Ul
traschallimpulsen beaufschlagt. Auf der gegenüberliegenden
Seite der Annahmeleistung 4 werden diese Impulse mit dem Ul
traschallempfänger 9b empfangen. Aus dem Intensitätsunter
schied zwischen dem gesendeten und dem empfangenen Meßsignal
und/oder dem Unterschied der Signallaufzeiten lassen sich
Rückschlüsse auf die Luftbeladung der Milchströmung ziehen.
Das Verfahren zur Optimierung der Annahmeleistung einer Meß
anlage für Milch gestaltet sich besonders einfach, wenn die
Messung qualitativ durchgeführt wird. Dies geschieht durch
das Arbeiten mit Schwellwerten für die Signallaufzeiten, in
dem mit einem sogenannten Laufzeitfenster gearbeitet wird. Es
kommt daher bei dem vorgeschlagenen Meßverfahren nicht darauf
an, zu wissen, wie hoch die Luftbeladung der Milchströmung
quantitativ ist, sondern es wird lediglich festgestellt, ob
eine Luftbeladung gegeben ist und ob sie unter- oder oberhalb
eines bestimmten Grenzwertes liegt. Eine Überschreitung des
Grenzwertes bewirkt das Aufschalten einer Annahmeleistung,
für die die Meßanlage zugelassen ist, und ein Unterschreiten
des Grenzwertes veranlaßt die Aufschaltung einer erhöhten An
nahmeleistung.
Die Milchannahme beginnt mit dem Ansaugvorgang, bei dem der
Luftabscheiderbehälter 3 zunächst als Speicherbehälter fun
giert. In dieser Phase ist mit einer größeren Luftbeladung
der Milch zu rechnen, die allerdings aufgrund der Betriebsbe
dingungen insgesamt (verminderte Anlaufleistung der Meßanla
ge, Speicherung im nur teilweise gefüllten Luftabscheiderbe
hälter 3) noch relativ leicht zu beherrschen ist. Sobald die
Signalverarbeitungseinrichtung 10 bei zunächst luftfreier
Milchförderung und hoher Annahmeleistung aufgrund der Auswer
tung der Meßsignale die Überschreitung eines Grenzwertes der
Luftbeladung in der Milchströmung der Annahmeleistung 4 fest
stellt, die bei der aufgeschalteten Annahmeleistung durch den
Luftabscheiderbehälter 3 nicht mehr einwandfrei abgeschieden
werden kann, wird der Volumenstrom der Fördereinrichtung 5,
in Stufen, vorzugsweise von einer größeren Q₁ auf eine klei
nere Annahmeleistung Q₂, oder auch stufenlos, so weit redu
ziert, daß der Luftabscheiderbehälter 3 die in ihn eingetra
gene Luft abscheiden kann. Bei Unterschreiten des Grenzwertes
der Luftbelandung wird der Volumenstrom der Fördereinrichtung
5 wieder kontinuierlich oder in Stufen erhöht. Durch die vor
geschlagenen Maßnahmen sind bei entsprechender Auslegung der
Fördereinrichtung 5 bei gleichzeitig moderaten milchschonen
den Antriebsdrehzahlen der Fördereinrichtung 5 eine Annahme
leistung weit über den herkömmlichen Leistungsbereich von
30.000 l/h hinaus bis in den Bereich von 40.000 bis 60.000
l/h realisierbar, ohne daß es hierbei zu Meßwertverfälschun
gen kommt.
Bei dem Vakuumsystem (Fig. 2) erfolgt die Regelung der An
nahmeleistung derart, daß zum einen die dort in der Überfüh
rungsleitung 2 angeordnete Fördereinrichtung 5, in gleicher
Weise, wie dies beim Pumpensystem gemäß Fig. 1 vorgesehen
ist, regelungstechnisch in Verbindung mit der Signalverarbei
tungseinrichtung 10 behandelt wird. Da eine Reduzierung al
lein des Volumenstromes der Fördereinrichtung 5 noch nicht
ausreicht, um auch den über die Annahmeleitung 4 in den
Luftabscheiderbehälter 3 eintretenden Milchstrom zu reduzie
ren, ist auch der Zugriff einer nicht dargestellten Unter
druckquelle über eine Verbindungsleitung 6* zum Kopfraum des
Luftabscheiderbehälters 3 zu reduzieren bzw. für eine be
stimmte Zeit ganz zu unterbinden. Dies geschieht beispiels
weise dadurch, daß eine Absperreinrichtung 6a in der Verbin
dungsleitung 6* durch die Signalverarbeitungseinrichtung 10,
parallel zum regelungstechnischen Eingriff an der Förderein
richtung 5, geschaltet wird.
Es versteht sich, daß die Regelung des Volumenstromes der
Fördereinrichtung 5 nur beispielhaft und stark vereinfacht
dargestellt ist. Hier kennt die Praxis vielfältige Lösungs
möglichkeiten, die von Sachkundigen bei Kenntnis des hier
vorgeschlagenen grundlegenden Erfindungsgedankens ohne weite
res realisiert werden können.
Claims (9)
1. Verfahren zur Optimierung der Annahmeleistung einer
Meßanlage für Milch, insbesondere für einen Milchsammel
wagen, wobei die Meßanlage als Pumpen- oder Vakuumsystem
ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß eine in die
Meßanlage über eine Annahmeleitung eintretende Milch
strömung derart mit Meßsignalen beaufschlagt wird, daß
diese die Milchströmung durchdringen und sich die Inten
sität und/oder die Laufzeit der Meßsignale dabei in Ab
hängigkeit von einer Luftbeladung der Milchströmung än
dert, daß ein Unterschied der Intensität zwischen dem
ges endeten und dem empfangenen Meßsignal und/oder ein
Unterschied der Laufzeiten zeitversetzter Meßsignale
herangezogen werden bzw. wird zur Feststellung der Luft
beladung der Milchströmung, und daß bei Überschreiten
eines Grenzwertes der Luftbeladung der jeweils daraus
resultierende Unterschied der Intensitäten und/oder der
Laufzeiten zur Regelung der Annahmeleistung verwendet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
die Annahmeleistung in Stufen oder kontinuierlich verän
dert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Meßsignale im wesentlichen quer zur
Strömungsrichtung der Milchströmung in letztere einge
bracht werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß als Meßsignale Ultraschallimpulse
zur Anwendung kommen.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
- - daß in einem Zeitintervall Δt eine Anzahl n Einzelmes sungen der Laufzeit TS der Ultraschallimpulse durch geführt werden,
- - daß ein Mittelwert TSm aus einer Anzahl m gültiger Einzelmessungen gebildet und
- - dieser zur Regelung der Annahmeleistung verwendet wird, wenn der Anteil m/n einen vorgegebenen Anteil k übersteigt (m/n < k),
- - wobei die Gültigkeit der Einzelmessung gegeben ist, wenn die Laufzeit TS des Ultraschallimpulses in einem durch einen oberen und einen unteren Schwellwert TSmax bzw. TSmin begrenzten Laufzeitfenster liegt (TSmin TS TSmax), und
- - daß der Mittelwert TSm die größere Annahmeleistung von zwei verfügbaren Annahmeleistungen Q₁, Q₂ (Q₁ < Q₂) einschaltet.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß, in Strömungsrichtung gesehen, vor
der Beaufschlagung der Milchströmung mit Meßsignalen in
dieser kavitationsbegünstigende Einbauten vorgesehen
sind.
7. Meßanlage zum Durchführen des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 6, mit einer Annahmeleitung, in der eine
hinsichtlich ihres Volumenstromes regelbare Förderein
richtung vorgesehen ist, einem nachgeschalteten
Luftabscheiderbehälter, in den die Annahmeleitung ein
mündet, und einer aus dem Luftabscheiderbehälter ausmün
denden Überführungsleitung, in der ein Volumenzähler an
geordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß vor der För
dereinrichtung (5), auf der einen Seite der Annahmelei
tung (4), ein Ultraschallsender (9a) und, auf der gegen
überliegenden Seite, ein Ultraschallempfänger (9b) ange
ordnet sind, und daß eine Signalverarbeitungseinrichtung
(10) vorgesehen ist, die mit dem Ultraschallsender (9a)
und -empfänger (9b) sowie mit einer Einrichtung (8, 8a)
zum Antrieb und zur Regelung des Volumenstromes der För
dereinrichtung (5) verbunden ist.
8. Meßanlage zum Durchführen des Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 6, mit einer Annahmeleitung, die in einen
nachgeschalteten Luftabscheiderbehälter einmündet, einer
aus letzterem ausmündenden Überführungsleitung, in der
eine hinsichtlich ihres Volumenstromes regelbare För
dereinrichtung und nachfolgend ein Volumenzähler vorge
sehen sind, und einer den Kopfraum des Luftabscheiderbe
hälters mit einer Unterdruckquelle verbindenden, über
eine Absperreinrichtung schaltbaren Verbindungsleitung,
dadurch gekennzeichnet, daß auf der einen Seite der An
nahmeleitung (4) ein Ultraschallsender (9a) und, auf der
gegenüberliegenden Seite, ein Ultraschallempfänger (9b)
angeordnet sind, und daß eine Signalverarbeitungsein
richtung (10) vorgesehen ist, die mit dem Ultraschall
sender (9a) und -empfänger (9b), mit einer Einrichtung
(8, 8a) zum Antrieb und zur Regelung des Volumenstromes
der Fördereinrichtung (5) sowie mit der Absperreinrich
tung (6a) verbunden ist.
9. Meßanlage nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Fördereinrichtung (5) als Impellerpum
pe mit doppelter Gehäuselänge und zwei nebeneinander
liegenden Impellern ausgebildet ist.
Priority Applications (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19652701A DE19652701A1 (de) | 1996-09-13 | 1996-12-18 | Verfahren zur Optimierung der Annahmeleistung einer Meßanlage für Milch und Meßanlage zum Durchführen des Verfahrens |
| PCT/EP1997/004848 WO1998011429A1 (de) | 1996-09-13 | 1997-09-06 | Verfahren zur optimierung der annahmeleistung einer messanlage für milch und messanlage zum durchführen des verfahrens |
| EP97943840A EP0925499A1 (de) | 1996-09-13 | 1997-09-06 | Verfahren zur optimierung der annahmeleistung einer messanlage für milch und messanlage zum durchführen des verfahrens |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19637373 | 1996-09-13 | ||
| DE19652701A DE19652701A1 (de) | 1996-09-13 | 1996-12-18 | Verfahren zur Optimierung der Annahmeleistung einer Meßanlage für Milch und Meßanlage zum Durchführen des Verfahrens |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19652701A1 true DE19652701A1 (de) | 1998-03-26 |
Family
ID=7805566
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19652701A Ceased DE19652701A1 (de) | 1996-09-13 | 1996-12-18 | Verfahren zur Optimierung der Annahmeleistung einer Meßanlage für Milch und Meßanlage zum Durchführen des Verfahrens |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19652701A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE20108000U1 (de) | 2001-05-12 | 2001-10-31 | Negele Industrieelektronik GmbH & Co. KG, 87743 Egg | Messvorrichtung zur elektrischen Erkennung von Fließgeschwindigkeiten flüssiger Medien in Hohlkörpern aller Art |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3825422A1 (de) * | 1988-07-27 | 1990-02-01 | Wolf Juergen Prof Dipl Becker | Vorrichtung zum messen der dichte von fluiden mittels akustischer signale |
| DE4007914C2 (de) * | 1990-03-13 | 1992-04-02 | Jansky Gmbh, 4407 Emsdetten, De |
-
1996
- 1996-12-18 DE DE19652701A patent/DE19652701A1/de not_active Ceased
Patent Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3825422A1 (de) * | 1988-07-27 | 1990-02-01 | Wolf Juergen Prof Dipl Becker | Vorrichtung zum messen der dichte von fluiden mittels akustischer signale |
| DE4007914C2 (de) * | 1990-03-13 | 1992-04-02 | Jansky Gmbh, 4407 Emsdetten, De |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE20108000U1 (de) | 2001-05-12 | 2001-10-31 | Negele Industrieelektronik GmbH & Co. KG, 87743 Egg | Messvorrichtung zur elektrischen Erkennung von Fließgeschwindigkeiten flüssiger Medien in Hohlkörpern aller Art |
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