DE19649896A1 - Geformte Seifenprodukte - Google Patents
Geformte SeifenprodukteInfo
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Description
Die Erfindung betrifft geformte Seifenprodukte, z. B. Stückseifen mit verbesserter Glätte
und erhöhtem Kalkseifendispergiervermögen durch einen Gehalt an Alkyl-(oligo)-
glycosiden.
Es ist bekannt, daß Feinseifen auf Basis von Talg- und Kokosfettsäuren durch zahlreiche
Zusatzstoffe in ihren anwendungstechnischen Eigenschaften verändert und verbessert
werden können.
So ist z. B. aus DE-PS 5 93 422 bekannt, daß durch Zusatz von 10 bis 15 Gew.-%
Cetylmaltosid zu einer Grundseifenmischung die Waschkraft und die Kalkseifendisper
gierung verbessert werden. Weiterhin sind aus EP 0 463 912 A1, DE 43 31 297 A1 und
DE 43 37 031 C2 Seifenstücke auf Basis von Fettsäure-Grundseifen mit einem Gehalt an
Alkyl-(oligo)-glucosiden bekannt. In gängigen Handbüchern, z. B. Geoffrey Martin: The
Modern Soap and Detergent Industry, Vol. 1, (1959), Kapitel VI, sind zwar anorganische
Füllstoffe als Streckmittel für Seifen beschrieben, dabei wird dem Talkum jedoch eher
eine nachteilige Wirkung in Stückseifen zugeschrieben.
Entgegen den aus dem Stand der Technik zu erwartenden Einbußen wurde überraschend
festgestellt, daß bei Stückseifen, die bereits Alkylglycoside als Zusatz enthalten, durch
einen Zusatz von Talkum eine weitere Verbesserung der physikalischen und anwendungs
technischen Eigenschaften, insbesondere des Wasch- und Kalkseifendispergiervermögens
und der Seifenglätte erzielt wird.
Gegenstand der Erfindung ist daher ein geformtes Seifenprodukt das
60-85 Gew.-% Fettsäuren mit 12 bis 22 C-Atomen in Form ihrer Alkaliseifen und
1-10 Gew.-% Alkyl-(oligo)-glycoside der Formel R1O-(G)x, in der R1 eine primäre C12-C16-Alkylgruppe und (G)x ein Oligo-Glycosidrest ist, dessen Oligomeri sationsgrad x = 1-2 ist, sowie
zur Verbesserung der Wascheigenschaften und des Kalkseifendispergiervermögens 5 bis 20 Gew.-% Talkum enthält.
60-85 Gew.-% Fettsäuren mit 12 bis 22 C-Atomen in Form ihrer Alkaliseifen und
1-10 Gew.-% Alkyl-(oligo)-glycoside der Formel R1O-(G)x, in der R1 eine primäre C12-C16-Alkylgruppe und (G)x ein Oligo-Glycosidrest ist, dessen Oligomeri sationsgrad x = 1-2 ist, sowie
zur Verbesserung der Wascheigenschaften und des Kalkseifendispergiervermögens 5 bis 20 Gew.-% Talkum enthält.
Die erfindungsgemäßen geformten Seifenprodukte besitzen darüber hinaus nach der
mechanischen Verformung eine besonders glatte Oberfläche. Bei der Anwendung
erzeugen sie einen cremigen, stabilen Schaum. Der in hartem Wasser gebildete
Kalkseifenniederschlag bleibt im Wasser dispergiert und führt nicht zu den grau-schmie
rigen Belägen auf der Oberfläche von Sanitärobjekten.
Unter Talkum im Sinne der Erfindung wird ein hydratisiertes Magnesiumsilikat der
theoretischen Zusammensetzung 3MgO . 4SiO2 . H2O bzw. Mg3(Si4O10) . (OH)2, das
jedoch Anteile an hydratisiertem Magnesiumalminiumsilikat von bis zu 12 Gew.-%
Al2O3, bezogen auf das gesamte Produkt, enthalten kann.
Der Teilchendurchmesser (equivalent spherical diameter) des Talkums sollte im Bereich
von 0,5-50 µm liegen. Im allgemeinen haben sich solche Talkumqualitäten bewährt, die
nicht mehr als 5 Gew.-% an Teilchen unter 1 µm und nicht mehr als 5 Gew.-% an
Teilchen über 50 µm Größe enthalten. Vorzugsweise ist der Anteil an Teilchen, die größer
als 40 µm im Durchmesser sind (Siebrückstand), höchstens 2 Gew.-%. Der mittlere
Teilchendurchmesser (D 50) liegt bevorzugt bei 5-15 µm.
Der Gehalt an Begleitstoffen sollte nicht mehr als 1,6 Gew.-% Fe2O3, 1 Gew.-% CaO und
1 Gew.-% an ungebundenem Wasser (Trockenverlust bei 1050 C) ausmachen. Der Gehalt
an hydratisiertem Magnesiumaluminiumsilikat kann bis zu 60 Gew.-%, berechnet als
Al2O3, bis zu 12 Gew.-% liegen.
Als Fettsäuren zur Herstellung der Grundseife werden die linearen Fettsäuren mit 12 bis
22 C-Atomen, z. B. die Laurin-, Myristin-, Palmitin-, Stearin-, Arachin- und Behensäure,
aber auch die ungesättigten Fettsäuren, z. B. die Palmitolein-, Öl-, Linol-, Linolen-,
Arachidon- und Erucasäure verwendet. Bevorzugt werden technische Gemische, wie sie
aus pflanzlichen und tierischen Fetten und Ölen erhältlich sind, eingesetzt, z. B.
Kokosölfettsäure und Talgfettsäure. Besonders bevorzugt sind Gemische aus Kokos- und
Talgfettsäureschnitten, insbesondere ein Gemisch aus 50-80 Gew.-% C,16-C18-
Talgfettsäure und 20-50 Gew.-% C12-C14-Kokosfettsäure.
Die Fettsäuren werden in Form ihrer Alkaliseife, üblicherweise als Natriumseifen
eingesetzt. Die Seifen können aber auch aus den Fetten und Ölen direkt durch Verseifung
(Hydrolyse) mit Natronlauge und Abtrennen des Glycerins erzeugt werden. Bevorzugt
enthalten die erfindungsgemäßen geformten Seifenprodukte einen zusätzlichen Anteil von
1-10 Gew.-% an freien Fettsäuren mit 12-22 C-Atomen. Diese können mit den
Fettsäuren der Grundseife identisch sein und durch einen entsprechenden Alkali-
Unterschuß bei der Verseifung in die Grundseife eingebracht werden. Bevorzugt werden
die freien Fettsäuren aber nach der Verseifung und nach dem Aufkonzentrieren, vor der
Trocknung, zudosiert.
Alkyl-(oligo)-glycoside sind bekannte, im Handel erhältliche nichtionogene Tenside, die
nach einschlägigen Verfahren der organischen Chemie zugänglich sind und der Formel
R1-O(G)x entsprechen, in der R1 eine primäre C12-C16-Alkylgruppe und (G)x ein
Oligoglycosidrest ist, dessen Oligomerisationsgrad x = 1 bis 2 ist. Stellvertretend für das
umfangreiche Schrifttum sei hier auf EP-A-0 301 298 und WO-A-90/3977 verwiesen. Die
Alkyl-(oligo)-glycoside können sich von Aldosen oder Ketosen mit 5 oder 6
Kohlenstoffen ableiten. Wegen der leichten Zugänglichkeit werden im großtechnischen
Maßstab hauptsächlich von Glucose abgeleitete Alkyl-(oligo)-glucoside hergestellt.
Der Oligomerisierungsgrad x stellt einen Mittelwert dar, der sich aus der
Homologenverteilung von Mono-, Di-, Tri- und höheren Polyglucosiden ergibt.
Anwendungstechnisch besonders bevorzugt sind solche Alkyl-(oligo)-glucoside, deren
Oligomerisationsgrad x unter 1.7, insbesondere zwischen 1.2 und 1.5 liegt. Solche
Produkte sind z. B. unter der Handelsbezeichnung Plantaren® 1200 der HENKEL KGaA
erhältlich.
Zusätzlich zu den Alkyl-(oligo)-glycosiden können die erfindungsgemäßen geformten
Seifenprodukte auch andere synthetische Tenside, z. B. stark schäumende hautfreundliche
Aniontenside, Amphotenside, Betaintenside oder nichtionische Tenside enthalten.
Besonders bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Seifenprodukt, in dem zusätzlich bis zu
15 Gew.-% synthetischer, anionischer, zwitterionischer oder ampholytischer Tenside
enthalten sind. Bevorzugt geeignete anionische Tenside sind z. B. Alkylethersulfate der
Formel R2O-(C2H4O)n-SC3Na, in der R2 eine bevorzugt lineare, primäre Alkylgruppe mit
12-16 C-Atomen und n ein Mittelwert von 1-10 ist. Weitere geeignete anionische
Tenside sind z. B. Acylisethionate der Formel R3CO-OCH2CH2-SO3Na, in der R3CO
eine lineare Acylgruppe mit 12-18 C-Atomen ist. Auch die genannten anionischen
Tenside sind handelsüblich.
Die erfindungsgemäßen geformten Seifenprodukte enthalten darüber hinaus Wasser in
einer Menge von 5-15 Gew.-%. Der Wassergehalt ist einerseits bedingt durch das
Herstellungsverfahren, andererseits wirkt er sich günstig auf die Gebraucheigenschaften
der Seife aus.
Schließlich können die erfindungsgemäßen geformten Seifenprodukte Duftstoffe und
weitere übliche Hilfs- und Zusatzstoffe in einer Menge von bis zu 5 Gew.-% enthalten.
Geeignete Hilfsstoffe sind z. B. Bindemittel oder Plastifikatoren. Als solche eignen sich
z. B. Glycerin, Fettsäurepartialglyceride oder Fettalkohole mit 12-22 C-Atomen. Die
Fettalkohole können z. B. als Nebenprodukt der Alkyl-(oligo)-glucoside gemeinsam mit
diesen zugesetzt werden, wenn man die Alkyl-(oligo)-glucoside als Rohprodukt mit
einem Gehalt an bis zu 50 Gew.-% freiem Fettalkohol einsetzt.
Weitere Hilfsstoffe sind z. B. Farbstoffe, antimikrobielle Stoffe, Deodorantwirkstoffe,
Pigmente (TiO2), optische Aufheller und Komplexbildner.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen geformten Seifenprodukte kann in der für Seifen
üblichen Weise erfolgen. Dabei wird zunächst aus Fettsäureansatz und Natronlauge eine
Grundseife mit einem Feststoffgehalt von 25-50 Gew.-% hergestellt und auf einen
Feststoffgehalt von 50-70 Gew.-% aufkonzentriert. In diese z. B. 60%ige Grundseife
kann bereits das Talkum, gegebenenfalls auch freie Fettsäure, ein anionisches Tensid und
ein Komplexbildner eingemischt werden. Danach wird die Grundseife z. B. in einem
Vakuumexpansionstrockner bei 120°C bis 130°C weiter entwässert. Bei der Expansion
kühlt sich die Seife spontan auf Temperaturen unter 60°C ab und wird fest. Dabei fallen
Seifennudeln mit einem Feststoffgehalt von 73-85 Gew.-% an.
Die Weiterverarbeitung dieser Grundseife stellt dann die Konfektionierung zur Feinseife
dar. Sie erfolgt in einem Seifenmischer, in dem ein Slurry aus dem Alkyl-(oligo)-glucosid
und den übrigen Hilfs- und Zusatzmitteln in die Seifennudeln eingemischt wird. Dabei
werden die Grundseifennudeln und der Slurry aus Alkyl-(oligo)-glycosid und z. B.
Duftstoffen, Farbstoffen, Pigmenten und anderen Hilfsmitteln in einem
Schneckenmischer mit Lochsieben intensiv gemischt und schließlich über eine
Strangpresse ausgetragen und gegebenenfalls einer Stückpresse zugeführt, wenn
Seifenstücke hergestellt werden sollen.
Geformte Seifenprodukte im Sinne der Erfindung können aber auch als Nudeln, Nadeln,
Granulate, Extrudate, Schuppen und in jeder anderen für Seifenprodukte übliche
Formgebung vorliegen.
Alternativ zu dem beschriebenen Verfahren kann das Talkum auch erst bei der
Konfektionierung in die 73-85%ige Grundseife eingearbeitet werden. In diesem Falle
wird das Talkumpulver über geeignete Dosiergeräte, z. B. Bandwaage und
Schütteldosierer gleichzeitig mit dem Slurry aus Alkyl-(oligo)-glycosid, Duftstoffen und
Hilfsmitteln dem Seifenmischer zugeführt.
Die erfindungsgemäßen Seifenprodukte zeichnen sich durch eine besonders glatte
Oberfläche aus, was sich insbesondere bei Verarbeitung zu Stückseife angenehm
bemerkbar macht. Bei Gebrauch bildet sich reichlich feinblasiger, cremiger Schaum. In
hartem Wasser bilden sich zwar auch Kalkseifenausfällungen, diese bleiben aber in der
Lösung dispergiert und schlagen sich auf harten Oberflächen nicht als schmierig-graue
Flecken oder käsiger Rand, sondern allenfalls als leichter, feinteiliger Schleier nieder.
Die folgenden Beispiele sollen den Erfindungsgegenstand näher erläutern:
Rezepturen
Rezepturen
Die Grundseifennudeln werden mit den übrigen Komponenten in einen üblichen
Seifenmischee (Schneckenmischer mit Lochsieb) dosiert, durch mehrmaliges Vermischen
homogenisiert, über eine Strangpresse ausgetragen, geschnitten und in üblicher Weise zu
Stücken verarbeitet.
Claims (7)
1. Geformtes Seifenprodukt enthaltend
60-85 Gew.-% Fettsäuren mit 12-22 C-Atomen in Form ihrer Alkaliseifen und
60-85 Gew.-% Fettsäuren mit 12-22 C-Atomen in Form ihrer Alkaliseifen und
1-10 Gew.-% Alkyl-(oligo)-glycoside der Formel R1-O(G)x, in der R1 eine primäre
C 12-C16-Alkylgruppe und (G)x ein Oligo-Glycosidrest, dessen Oligo
merisationsgrad x = 1-2 ist,
dadurch gekennzeichnet, daß zur Verbesserung der Wascheigenschaften und des Kalk seifendispergiervermögens 5-20 Gew.-% Talkum enthalten ist.
dadurch gekennzeichnet, daß zur Verbesserung der Wascheigenschaften und des Kalk seifendispergiervermögens 5-20 Gew.-% Talkum enthalten ist.
2. Seifenprodukt nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fettsäuren aus
50-80 Gew.-% C16-C18-Fettsäuren und aus 20-50 Gew.-% C12-C14-Fettsäuren
zusammengesetzt sind.
3. Seifenprodukt gemäß Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zusätzlich
1-10 Gew.-% freie Fettsäuren mit 12-22 C-Atomen darin enthalten sind.
4. Seifenprodukt nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß
zusätzlich bis zu 15 Gew.-% synthetischer, anionischer, zwitterionischer oder
ampholytischer Tenside enthalten sind.
5. Seifenprodukt nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß 5-15
Gew.-% Wasser enthalten sind.
6. Seifenprodukt nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß
Duftstoffe und weitere übliche Hilfs- und Zusatzstoffe in einer Menge bis zu 5 Gew.-%
enthalten sind.
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1999
- 1999-06-01 NO NO992631A patent/NO992631D0/no not_active Application Discontinuation
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP1174495A1 (de) * | 2000-07-20 | 2002-01-23 | Beiersdorf AG | Geformtes Seifenprodukt, enthaltend Talkum, eine oder mehrere Fettsäuren in Form ihrer Alkaliseifen und ein oder mehrere nichtionische Tenside bei gleichzeitiger Abwesenheit von Alkyl-(oligo)-glycosiden |
| EP1174493A1 (de) * | 2000-07-20 | 2002-01-23 | Beiersdorf Aktiengesellschaft | Geformtes Seifenprodukt, enthaltend Talkum, eine oder mehrere Fettsäuren in Form ihrer Alkaliseifen und eine oder mehrere rückfettend wirkende Substanzen bei gleichzeitiger Abwesenheit von Alkyl-(oligo)-glycosiden |
| DE10035207A1 (de) * | 2000-07-20 | 2002-01-31 | Beiersdorf Ag | Geformtes Seifenprodukt, enthaltend Talkum, eine oder mehrere Fettsäuren in Form ihrer Alkaliseifen und ein oder mehrere amphotere Tenside bei gleichzeitiger Abwesenheit von Alky-/olig)-glycosiden |
| US6589923B2 (en) | 2000-07-20 | 2003-07-08 | Beiersdorf Ag | Shaped soap product comprising talc, one or more fatty acids in the form of their alkali soaps and one or more refatting substances with the simultaneous absence of alkyl (oligo)glycosides |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
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