DE19648324B4 - Selbstfahrende landwirtschaftliche Arbeitsmaschine - Google Patents
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Abstract
Selbstfahrende
landwirtschaftliche Arbeitsmaschine, insbesondere Feldhäcksler,
mit einer nicht lenkbaren Vorder- und einer als Pendelachse ausgebildeten
Hinterachse mit lenkbaren Rädern,
wobei die Pendelachse demontierbar ist und die Arbeitsmaschine bei
Bedarf über
ein lösbar
mit dem Maschinenrahmen verbindbares Knickgelenk mit einem einen
Tragrahmen aufweisenden Anhängefahrzeug
koppelbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Knickgelenk im Bereich
der Anschlussstelle der demontierten Pendelachse (6) angeordnet
und über
einen in Fahrzeuglängsrichtung
verlaufenden Aufhängebolzen
(17) gelenkig mit dem Maschinenrahmen verbunden ist.
Description
- Die Erfindung bezieht sich auf eine selbstfahrende landwirtschaftliche Arbeitsmaschine, insbesondere auf einen Feldhäcksler, nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
- Aus dem Stand der Technik war es bekannt, sogenannte Feldhäcksler, wie etwa in der
EP 0 672 339 A1 offenbart, so umzugestalten, dass die mit lenkbaren Rädern und als Pendelachse ausgeführte Hinterachse demontierbar ist und die Arbeitsmaschine bei Bedarf über ein lösbar mit dem Maschinenrahmen verbindbares Knickgelenk mit einem einen Tragrahmen aufweisenden Anhängerfahrzeug koppelbar ist. Beispielhaft sei hier auf das Sammelbunkerfahrzeug „L'ARTICULÉE 2025 MR bzw. 2030 MR" der Firma New Holland verwiesen. - Darüber hinaus wird in der
ein Schlepper offenbart, dem ein Transportfahrzeug nachgeordnet ist. Die Verbindung zwischen dem Schlepper und dem Transportfahrzeug wird mittels eines starren Rahmens hergestellt, in dem der Schlepper eingespannt ist. Dem Schlepper sind die Vorderräder entfernt worden. Die Lenkung der gesamten Einheit erfolgt demgemäss über die Hinterräder des Transportfahrzeuges.GB 983 919 - Nachteil dieses Standes der Technik ist, dass der Schlepper ohne dazugehörigen Rahmen und die hierdurch hergestellte Verbindung zu dem Transportfahrzeug nicht weiter verwendbar ist und daher eine komplette Montage der Vorderachse des Schleppers zu erfolgen hat. Dem hat wiederum eine aufwendige Demontage des Rahmens voranzugehen. Der Nachteil liegt in der hierdurch erhöhten Stillstandszeit und den schwierigen Anforderungen, die an den Fahrer bezüglich einer fehlerlosen Montagearbeit gestellt werden. Zudem kann durch diese Verbindung eine Umrüstung auf einen achsgelenkten Schlepper nicht unmittelbar durchgeführt werden.
- Des weiteren ist in der
US 48 09 805 A ein knickgelenkter Rasenmäher z.B. für Golfplätze offenbart. Er weist nicht lenkbare Räder an der Vorder- und Hinterachse auf. Das Knickgelenk ist so ausgeführt, dass der Hinterwagen über einen in Fahrzeuglängsrichtung verlaufenden Aufhängerbolzen gelenkig mit dem Vorderwagen verbunden ist. Nachteilig an dieser Ausführungsform ist jedoch gleichfalls, dass die Möglichkeit einer Umrüstung gerade nicht gegeben ist. - Schließlich offenbart die
DE 23 35 479 A1 einen Einachsschlepper an den ein Anhänger ankuppelbar ist. Zur Erleichterung des Ankuppelns verfügt der Einachsschlepper hinten über Stützrollen. Das Fahrzeug kann auch mit einer Knicklenkung ausgestattet sein. Das Knickgelenk befindet sich dann im Bereich der Anschlussstelle der besagten Stützrollen. Ein Variation bzw. ein Austausch von einer Hinterachslenkung auf eine Knicklenkung und umgekehrt kann jedoch auch hier nicht erfolgen. - Es ist daher Aufgabe der Erfindung, die Nachteile des zitierten Standes der Technik zu vermeiden und insbesondere die Koppelstelle zwischen einem Feldhäcksler und einem Anhängerfahrzeug so auszuführen und anzuordnen, dass eine den jeweiligen Einsatzbedingungen entsprechende Umrüstung von einer Hinterachslenkung auf eine Knicklenkung und umgekehrt einfach und schnell durchgeführt werden kann.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass eine gattungsgemäße selbstfahrende landwirtschaftliche Arbeitsmaschine auch über die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 verfügt. Weitere vorteilhafte Ausbildungen des Erfindungsgegenstandes ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen.
- Die Erfindung wird nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. In der zugehörigen Zeichnung zeigen
-
1 einen Feldhäcksler mit einem gekoppelten Anhängefahrzeug mit Knicklenkung, -
2 die Draufsicht nach1 in der Lenkungsebene, -
3 die Draufsicht auf das Knickgelenk, -
4 den Schnitt A-A nach3 , -
5 den Schnitt B-B nach3 , -
6 die Draufsicht auf die Pendelachslagerung an einem Feldhäcksler in der Standardausführung, -
7 den Schnitt C-C nach6 . - An einem Feldhäcksler
1 bekannter Bauart mit einer Häckseleinrichtung2 , einem Auswurfkanal3 und einer Fahrerkabine4 ist am Maschinenrahmen eine nicht lenkbare Vorderachse5 und eine lenkbare, als Pendelachse6 ausgebildete Hinterachse angeordnet. Am rückwärtigen Ende von zwei in Fahrtrichtung parallel zueinander verlaufenden Längsträgern7 ,8 sind zwischen diesen mit Abstand drei querverlaufende Holme9 ,10 ,11 befestigt. Zwischen dem vorderen Holm9 und dem mittleren Holm10 ist ein Achsbolzen12 in Ausgleichsbuchsen13 ,14 mittig an den Holmen9 ,10 gelagert. An dem Achsbolzen12 ist die Pendelachse6 befestigt. Über eine schraubbare Halterung15 ist der Achsbolzen12 am Holm9 arretiert. - Bei der Umrüstung des Feldhäckslers
1 von der in den6 und7 dargestellten Standardausführung mit einer hinteren lenkbaren Pendelachse6 in ein Zugfahrzeug mit einer Knicklenkung und gekoppeltem Anhängefahrzeug16 , wird die Pendelachse6 demontiert und durch ein Knickgelenk ersetzt (1 und2 ). Dieses besteht im wesentlichen aus einem Aufhängebolzen17 , einer Lagerplatte18 und aus einem mit der Lagerplatte18 verbundenen, horizontal angeordneten Wälzlager19 . - Vor dem Umrüstvorgang wird zunächst der Maschinenrahmen des Feldhäckslers
1 im Bereich der Pendelachse6 angehoben und auf dem Erdboden abgestützt. Danach werden der Achsbolzen12 , die Pendelachse6 sowie die Ausgleichsbuchsen13 ,14 demontiert. Nunmehr wird ein Anhängefahrzeug16 , wie beispielsweise ein Sattelauflieger oder ein Containeranhänger, mit den am vorderen Bereich des Tragrahmens20 befestigten Bauteilen des Knickgelenks mit dem Feldhäcksler1 gelenkbeweglich verbunden, indem durch den Aufhängebolzen17 eine Verbindung zwischen den Holmen9 ,10 ,11 und den vertikalen Wandungen21 ,22 der Lagerplatte18 hergestellt wird. Das Knickgelenk wird dabei so montiert, dass die Lagerplatte18 mit den sich in Fahrtrichtung gegenüberliegenden und mit Aufnahmebohrungen für die Führung des Aufhängebolzens17 versehenen Wandungen21 ,22 zwischen den Holmen9 und10 angeordnet ist. Aus Festigkeitsgründen weist der Aufhängebolzen17 einen größeren Durchmesser als der ursprüngliche Achsbolzen12 auf. Die Durchmesserdifferenz wird durch die ausgebauten Ausgleichsbuchsen13 ,14 ausgeglichen. Außerdem wird der Aufhängebolzen17 in allen drei Holmen9 ,10 ,11 geführt und abgestützt. Über ein Halteblech23 und eine Schraubverbindung24 mit dem Holm11 erfolgt seine axiale Lagesicherung. Zwischen dem Tragrahmen20 des Anhängefahrzeuges16 und der Lagerplatte18 ist das in etwa horizontaler Lage angeordnete Wälzlager19 angebracht, dessen Innenring25 mit dem Tragrahmen20 und der Außenring26 fest mit der Unterseite der Lagerplatte18 verbunden ist. Aufgrund dieser Verbindung ist eine Lenkbewegung um die vertikale Achse27 des Knickgelenks möglich, wobei an beiden Seiten Begrenzungen für die Bewegungsmöglichkeit, beispielsweise 45° nach jeder Seite, vorhanden sind, um ein Kippen des Fahrzeugs zu vermeiden. In der Fahrzeuglängsachse ist eine Pendelung des Zugfahrzeuges und des Anhängefahrzeuges zueinander um den Aufhängebolzen17 möglich. Der gesamte Fahrzeugverbund kann sich somit in Längs- und Querrichtung an die vorhandenen Geländeverhältnisse anpassen, sodaß bei allen Fahrbahnbedingungen eine sichere Fahrweise möglich ist. An beiden äußeren Seiten der Lagerplatte18 sind Anschlüsse28 ,29 für die Kolbenstangen30 ,31 von Lenkzylindern32 ,33 vorgesehen. Die anderen Enden der Lenkzylinder sind an Auslegern34 ,35 angelenkt, die statt mit dem Tragrahmen20 des Anhängefahrzeugs16 verbunden sind. Über die Lenkzylinder32 ,33 erfolgt die Knicklenkung des Zugfahrzeuges mit dem angekoppelten Anhängefahrzeug16 . Entsprechend den jeweiligen Einsatzerfordernissen kann das Zugfahrzeug mit einem geringen Aufwand problemlos von der Knicklenkung in umgekehrter analoger Reihenfolge der vorstehend beschriebenen Arbeitsgänge wieder zu einem Feldhäcksler1 mit Pendelachse6 und Hinterachslenkung zurückgerüstet und somit die jährlich mögliche Nutzungszeit wesentlich gesteigert und die Kosten des Maschineneinsatzes verringert werden.
Claims (7)
- Selbstfahrende landwirtschaftliche Arbeitsmaschine, insbesondere Feldhäcksler, mit einer nicht lenkbaren Vorder- und einer als Pendelachse ausgebildeten Hinterachse mit lenkbaren Rädern, wobei die Pendelachse demontierbar ist und die Arbeitsmaschine bei Bedarf über ein lösbar mit dem Maschinenrahmen verbindbares Knickgelenk mit einem einen Tragrahmen aufweisenden Anhängefahrzeug koppelbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Knickgelenk im Bereich der Anschlussstelle der demontierten Pendelachse (
6 ) angeordnet und über einen in Fahrzeuglängsrichtung verlaufenden Aufhängebolzen (17 ) gelenkig mit dem Maschinenrahmen verbunden ist. - Arbeitsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Knickgelenk aus einer Lagerplatte (
18 ) mit vertikalen Wandungen (21 ,22 ) und Aufnahmebohrungen für einen Aufhängebolzen (17 ) sowie aus einem mit der Lagerplatte (18 ) verbundenen etwa horizontal angeordneten Wälzlager (19 ) besteht. - Arbeitsmaschine nach Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Knickgelenk im vorderen Bereich des Tragrahmens (
20 ) des Anhängefahrzeugs befestigt ist. - Arbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Knickgelenk im Bereich zwischen zwei Holmen (
9 und10 ) des Maschinenrahmens anstelle der demontierten Pendelachse (6 ) angeordnet ist. - Arbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an beiden äußeren Seitenbereichen der Lagerplatte (
18 ) Anschlüsse (28 ,29 ) für Kolbenstangen (30 ,31 ) von Lenkzylindern (32 ,33 ) angeordnet sind. - Arbeitsmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den Anschlüssen (
28 ,29 ) an der Lagerplatte (18 ) und starren Auslegern (34 ,35 ) am Tragrahmen (20 ) des Anhängefahrzeuges (16 ) die Lenkzylinder (32 ,33 ) angeordnet sind. - Arbeitsmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerplatte (
18 ) über das Wälzlager (19 ) mit dem Tragrahmen (20 ) des Anhängefahrzeuges (16 ) verbunden ist, wobei ein Innenring (25 ) des Wälzlagers (19 ) mit dem Tragrahmen (20 ) und ein Außenring (26 ) mit der Unterseite der Lagerplatte (18 ) in fester Verbindung steht.
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