DE19648535A1 - System zum Setzen von Bolzen - Google Patents
System zum Setzen von BolzenInfo
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- B25C1/10—Hand-held nailing tools; Nail feeding devices operated by combustion pressure generated by detonation of a cartridge
- B25C1/12—Hand-held nailing tools; Nail feeding devices operated by combustion pressure generated by detonation of a cartridge acting directly on the bolt
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Description
Die Erfindung betrifft ein System zum Setzen von Bolzen, Nä
geln, Stiften oder dergleichen Befestigungsmitteln nach dem
Oberbegriff von Patentanspruch 1.
Solche eingangs genannten Systeme werden vor allem in Form von
Bolzensetzgeräten zum Einschießen von Spezialnägeln oder Bolzen
insbesondere in harte Untergründe, wie Stahl oder Beton, be
nutzt, um Bauelemente, wie beispielsweise Profilbleche oder
Verschalungsplatten, direkt auf dem jeweiligen Untergrund zu
befestigen. Man spricht deshalb auch von einer Direktmontage.
Zusätzlich zu den Ansprüchen an eine einfache Bedienung und
Handhabbarkeit müssen solche Geräte insbesondere den Vorschrif
ten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braun
schweig/ Deutschland genügen.
Ein solches Bolzensetzgerät ist beispielsweise aus dem deut
schen Gebrauchsmuster DE 89 15 510 U1 der Anmelderin bekannt.
Anhand von Fig. 7 sollen die wesentlichen Bestandteile und die
prinzipielle Funktionsweise eines aus dem Stand der Technik und
insbesondere aus der DE 89 15 510 U1 bekannten Bolzensetzgerä
tes erklärt und beschrieben werden.
Ein handelsübliches Bolzensetzgerät 1 besteht im wesentlichen
aus einem Gerätegehäuse 2 mit einem Abzug 3 im Handgriff 4 und
einer Kolbenführungshülse 5, aus einem Treibkolben 6 und einer
Bolzenführung 8. Der zu setzende Bolzen 9 wird in die Bolzen
führung 8 bündig zur Schlagfläche 7 eines mit dem Treibkolben
6 verbundenen Treibkolbenschaftes 10 eingeführt. Beim Bolzen
setzen wird das Gerät 1 über die Stirnfläche 11 der Bolzenfüh
rung 8 durch die Andruckbewegung über die Kolbenführungshülse
5 schußfertig gemacht, indem in nicht näher beschriebener Weise
ein Patronenlager 12 im rückwärtigen Teil der Kolbenführungs
hülse 5 über eine bereit stehende Treibladungspulverkartusche
gestülpt und eine Schlagbolzenfeder gespannt wird. Nach Aus
lösen des Abzuges 3 wird die Kartusche abgefeuert und der
Treibkolben 6 nach vorne bewegt. Der Bolzen 9 wird dadurch in
das Befestigungsmaterial 13 bzw. den Untergrund 14 getrieben.
Bei optimaler Einstellung des Bolzensetzgerätes 1 steht in der
Endstellung die Schlagfläche 7 des Treibkolbenschaftes oder des
Kolbens 10 bündig zur Vorderkante 15 des Gerätes 1 bzw. zur
Stirnfläche 11 der Bolzenführung 8.
Ein weiteres Bolzensetzgerät ist in der DE 37 02 364 A1 offen
bart. Bei dieser Ausführung werden die Befestigungselemente
über ein an dem Gerätegehäuse anbringbares Magazin in die Bol
zenführung geladen. Die Funktionsweise ist auch bei diesem Ge
rät prinzipiell analog der anhand von Fig. 7 beschriebenen.
Bei allen bekannten und auf dem Markt befindlichen Systemen zum
Bolzensetzen kann übereinstimmend festgestellt werden, daß ins
besondere die technische Ausführung der Verbindung zwischen
treibendem Kolben und dem zu beschleunigenden Bolzen den Anfor
derungen eines einwandfreien oder gar optimalen Arbeitens nicht
gerecht wird. Dies liegt vor allem daran, daß sowohl der Dyna
mik der Energieübertragung selbst, als auch dem Einfluß auch
sehr kleiner axialer Abweichungen nicht in ausreichendem Maße
Rechnung getragen wird. Dieser Umstand führt bei technisch an
spruchsvollen Setzvorgängen regelmäßig zu einer erheblichen
Verminderung der Setzleistung. Insbesondere bei relativ harten
Werkstoffen, wie Beton oder Stahl, kann dies zu einem völligen
Versagen, zum Beispiel durch Knicken oder Abgleiten des Bol
zens, führen.
Die Fig. 8A bis 8C zeigen Ergebnisse von 3D-Simulati
onsrechnungen für das Setzen eines Bolzens 9 in einen homogenen
Werkstoff 23, wie er mit herkömmlichen Bolzensetzgeräten 1 üb
lich ist. In der Ausgangsstellung von Fig. 8A ist der Bolzen
9 mit planer rückseitiger Stirnfläche 16 um lediglich 1 Grad
angestellt, d. h. um 1 Grad aus dem rechten Winkel zur ebenen
Oberfläche des Werkstoffes 23 ausgelenkt. In optimaler Posi
tion würde der Kolben 9 mit seiner Längsachse exakt auf der
Symmetrielängsachse des Kolbens 10 und senkrecht zur Werkstoff
oberfläche liegen.
Der Kolben 10 mit ebenfalls planer Schlagfläche 7 drückt den
Bolzen 9 ohne freie Flugstrecke, d. h. ohne Abstand zwischen
Bolzenspitze und Werkstoffoberfläche zu Beginn des Setzvor
gangs, mit einer Anfangsgeschwindigkeit von 50 m/s in oben
Werkstoff 23. Die 3D-Computerberechnungen zeigen ein rasches
Anwachsen der Anstellung während des Eindringens des Bolzens 9
in den Werkstoff 23 (Fig. 8B). Außerdem ist ein früh einset
zendes Abknicken des Bolzens 9 zu erkennen (Fig. 8C), wobei
der Gitterstruktur im Bereich des Eindringens zu entnehmen ist,
daß der Bolzen 9 im Spitzenbereich asymmetrisch deformiert
wird. Diese Vorgänge führen grundsätzlich zu ungenügenden Setz
vorgängen. Gleichzeitig belegen sie die Notwendigkeit des exak
ten Führens des Bolzens 9 während des Setzvorganges, auch bei
einer sehr exakten axialen Positionierung des Bolzens 9 in der
Bolzenführung 8.
Auch geringe Anstellungen, wie kleinere bzw. leichte Schief
stellungen, führen beim Eindringen der Spitze des Bolzens 9 in
insbesondere spröde Materialien, wie Beton und andere, zu
großen Abweichungen beim Setzen. Dies kann dazu führen, daß
über das seitliche Ausbrechen des Bolzens 9 Teile des Setz
grundes mit zum Teil erheblichen Geschwindigkeiten herausgelöst
werden. Dadurch wird die Arbeitssicherheit stark beeinträch
tigt.
Außerdem haben Versuche gezeigt, daß auch der Bolzen selbst
durch sein Ausbrechen aus der Achse im Setzmaterial mit erheb
licher Geschwindigkeit abgleiten oder seitlich aus der Setzsei
te austreten kann. Dies stellt ein weiteres Gefährdungspotenti
al dar.
Es ist deshalb Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein System
zum Setzen von Bolzen vorzusehen, das die oben genannten Nach
teile beseitigt und eine optimale Führung des Bolzens während
des gesamten Setzvorganges gewährleistet.
Dieses Ziel wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 er
reicht.
Die konische Ausgestaltung der stoßenden Schlagfläche des Kol
bens gewährleistet ein Zentrieren des Bolzens sowohl in der Be
schleunigungsphase - bei einem Spiel zwischen der Kontaktierung
von Kolben und Bolzen und dem Auftreffen des Bolzens auf den
Werkstoff - als auch während des gesamten Setzvorgangs. Dies
schließt sowohl ein Rückstellen von nicht genau axial positio
nierten Bolzen, als auch das Vermeiden eines Abweichens aus der
Achse während des Eintreibens des Bolzens ein. Die Geometrie
der hinteren Stirnfläche des gestoßenen Bolzens kann dabei in
bestimmten Grenzen frei gewählt werden. Das erfindungsgemäße
System ist prinzipiell in allen gängigen und denkbaren Bolzen
setzgeräten einsetzbar.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist ein Öffnungswinkel
der konischen Geometrie der Kolbenschlagfläche von etwa 90° be
sonders für das Zentrieren des Bolzens geeignet.
In einer besonderen Weiterbildung ist der Kolben im Bolzensetz
gerät wahlweise austauschbar befestigt, so daß ein Bolzensetz
gerät mit einem Satz von verschiedenen Kolben für unterschied
liche zu setzende Bolzen verwendet werden kann.
Weitere Ausgestaltungen und Weiterbildungen der vorliegenden
Erfindung sind Gegenstand der übrigen Unteransprüche.
Anhand der Figuren werden im folgenden verschiedene Ausfüh
rungsformen und das Grundkonzept des erfindungsgemäßen Systems
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Kräftediagramm zur Erläuterung der Kräfte
vom Kolben auf den Bolzen;
Fig. 2 ein Kräftediagramm zur Erläuterung der vom
Kolben auf den Bolzen übertragbaren Kräfte;
Fig. 3A, Fig. 3B und Fig. 3C
eine erste Gruppe von Ausführungsformen des
erfindungsgemäßen Systems Kolben-Bolzen im
Schnitt;
Fig. 4A und Fig. 4B
eine zweite Gruppe von Ausführungsformen des
erfindungsgemäßen Systems Kolben-Bolzen im
Schnitt;
Fig. 5A und Fig. 5B
eine dritte Gruppe von Ausführungsformen des
erfindungsgemäßen Systems Kolben-Bolzen im
Schnitt;
Fig. 6 eine Prinzipdarstellung zur Erläuterung des
Setzvorganges mit einem erfindungsgemäßen
System;
Fig. 7 ein herkömmliches Bolzensetzgerät im Schnitt;
Fig. 8A, Fig. 8B und Fig. 8C
eine Computersimulation für das Setzen eines
um 1 Grad angestellten Bolzens mit einem her
kömmlichen Bolzensetzgerät;
Fig. 9 eine weitere Ausführungsform des erfindungs
gemäßen Systems Kolben - Bolzen im Schnitt;
Fig. 10 eine noch weitere Ausführungsform des Systems
Kolben - Bolzen im Schnitt.
Zunächst soll im folgenden anhand der Fig. 1 und 2 das
Grundkonzept der Erfindung näher erläutert werden. Im Anschluß
daran werden anhand der Fig. 3 bis 5 verschiedene Ausfüh
rungsformen des erfindungsgemäßen Systems und anhand von Fig.
6 ein Setzvorgang mit einem erfindungsgemäßen System beschrie
ben.
Das Kräftediagramm von Fig. 1 veranschaulicht die Kräfte vom
in Richtung des Pfeiles 17 stoßenden Kolben 10 (entspricht dem
Treibkolbenschaft von Fig. 7) auf den gestoßenen Bolzen 9. Der
Kolben 10 ist in der Kolbenführungshülse 5 geführt und weist
eine Stoßfläche 7 von konischer Geometrie mit einem Öffnungs
winkel 18 (α) aus. Der Öffnungswinkel 18 des Konus 20 kann
grundsätzlich Werte von 0° < α < 360° annehmen. Hierbei bilden
Werte von 0° < α < 360° einen sogenannten Außenkonus und der
Wert α 180° eine plane Stoßfläche 7.
Die gesamte Anordnung aus Kolben 10 und Kolbenführungshülse 5
ist zur Achse 19 rotationssymmetrisch. Der Bolzen 9 besitzt bei
diesem Beispiel eine plane Stirnfläche 16, und seine Längsachse
19.1 ist aus der Symmetrieachse 19 der Anordnung heraus ausge
lenkt. Der Querschnitt des Bolzens 9 ist entweder ebenfalls ro
tationssymmetrisch oder besitzt einen regelmäßigen Umriß, wie
beispielsweise ein regelmäßiges Vieleck.
Im Kräftediagramm ist die Stoßkraft des Kolbens 10 mit P be
zeichnet. Wie aus Fig. 1 zu entnehmen ist, kann die Stoßkraft
P in eine Normalkomponente FN = P × sin (α/2) und eine Tangen
tialkomponente FT = P × cos (α/2) zerlegt werden.
Im Kräftediagramm von Fig. 2 ist zusätzlich zur Normalkompo
nente FN der Stoßkraft P die Reibungskraft R eingezeichnet, die
ebenfalls auf den gestoßenen Bolzen 9 durch den Kolben 10 über
tragen wird. Die beiden Kräfte FN und R addieren sich zur über
tragbaren Gesamtkraft F, für die gilt:
F = sqrt (FN 2 + R2) = FN × sqrt (1 + µ2) ; µ = tg (β).
Die übertragbare Gesamtkraft F läßt sich ihrerseits zerlegen in
eine Kraftkomponente Fx parallel zur Symmetrieachse 19 der An
ordnung und in eine radiale, dazu senkrechte Kraftkomponente
Fy. Die Kraftkomponente Fx treibt den Bolzen 9 parallel zur
Symmetrieachse 19 in den Werkstoff 23; die Kraftkomponente Fy
treibt den Bolzen 9 zurück in eine zentrierte Stellung, in der
die Längsachse des Bolzens 9 und die Symmetrieachse 19 der An
ordnung zusammenfallen.
Als ein wichtiges Ergebnis der analytischen Berechnungen für
die beiden Kraftkomponenten Fx, und Fy - die der Einfachheit und
Kürze halber hier nicht näher ausgeführt werden sollen - bleibt
festzuhalten, daß die Reibung R zwischen Kolben 10 und Bolzen
9 bei diesen Betrachtungen auch bei großen Reibungskoeffizien
ten nur eine untergeordnete, vernachlässigbare Rolle spielt, so
daß sich näherungsweise für µ = 0
Fx = P/2 × (1 - cos (α)) und Fy = P/2 × sin (α)
ergibt. Die Voraussetzung dafür ist ein ausreichend starres
Verhalten der Stoßfläche 7 des stoßenden Kolbens 10, wobei der
Bolzen 9 im Prinzip beliebig ausgebildet sein kann. Für die
Reibung zweier Stahlflächen gilt beispielsweise µ = 0,15, so
daß obige Formeln eine gute Näherung darstellen.
Weiter ergibt die analytische Betrachtung dieses Problems ein
Optimum der Rückstellkraft Fy für einen Öffnungswinkel 18 von
α = 90° (Innenkonus) und α = 270°. Dann gilt Fy = 0,35 × P. Im
Gegensatz dazu ergibt sich für eine plane Stoßfläche 7 des Kol
bens 10, d. h. für α = 180°, keine Kraftkomponente der Rück
stellkraft (Fy = 0).
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, daß der Reibungseinfluß
zwischen Kolben 10 und Bolzen 9 in praktisch allen technisch
denkbaren Fällen vernachlässigt werden kann und ein Öffnungs
winkel 18 des Konusses 20 der Kolbenstoßfläche 7 von 90° opti
mal ist.
Insbesondere bei der in der Praxis auch bei einwandfreier Hand
habung der herkömmlichen Bolzensetzgeräte 1 vorherrschenden re
lativ kleinen Schräglage des Bolzens 9 in der Größenordnung von
l Grad oder weniger - die aber für die Einleitung von Knickvor
gängen und damit Versagen des Bolzens 9 absolut ausreichend
sind - stellt nur die konische Stoßfläche 7 den Bolzen 9 voll
ständig in seine zentrische Symmetrieposition zurück. Bei allen
anderen denkbaren Formen geht die Rückstellkraft Fy gerade bei
diesen kleinen Achsabweichungen rasch gegen Null. Dieser Um
stand ist für die praktische Anwendung von entscheidender Be
deutung.
Im folgenden sollen nun verschiedene Ausführungsformen des
Systems Kolben 10 - Bolzen 9 beschrieben werden, wie sie sich
gemäß den oben dargelegten Überlegungen ergeben.
In den Fig. 3A bis 3C sind drei Beispiele für eine Stoß
fläche 7 des Kolbens 10 mit Innenkonus 20.1 dargestellt, wobei
der Öffnungswinkel 18 des Innenkonusses 20.1 die bevorzugten
90° beträgt. Der Kolben 10 von Fig. 3A besitzt einen exakten
und vollständigen Innenkonus 20.1 und treibt einen Bolzen 9,
der einen Bolzenkopf 21 in Form eines Kegelstumpfes aufweist.
Der Kegelstumpf hat ebenfalls einen Öffnungswinkel von etwa
90°, so daß sich zwischen Kolbenstoßfläche 7 und Bolzenstirn
fläche 16 eine Kontaktfläche ergibt.
An Stelle des spitzen Innenkonusses 20.1 kann auch ein Innenko
nus 20.2 in der Form eines Kegelstumpfes verwendet werden. Im
Beispiel von Fig. 3B treibt ein solcher Kolben 10 einen Bolzen
9 mit einem Bolzenkopf 21 mit Kugelabschnitten 21.1. Aufgrund
der Kugelabschnitte 21.1 an der Bolzenstirnfläche 16 wird der
Bolzen 9 vom Innenkonus 20.2 des Kolbens 10 nur tangiert, es
bilden sich zwar statisch gesehen keine Kontaktflächen zwischen
Kolben 10 und Bolzen 9, aber allein die Materialelastizität
sorgt beim dynamischen Setzvorgang in der Regel auch bei leich
tem Verkanten und damit einer Linienberührung zum Aufbau aus
reichender Kontaktflächen.
Der Innenkonus 20.3 des in Fig. 3C dargestellten Kolbens 10
zeigt eine abgerundete Kegelspitze 20.4, wie sie in der Praxis
zumeist einfacher und kostengünstiger herzustellen sein wird.
Als Bolzen 9 ist in diesem Fall ein Bolzen mit einem kegelför
mig gewölbten Bolzenkopf 21.2, der zum Bolzenschaft hin in
einen Kegelabschnitt 21.3 übergeht, gezeigt. Durch die Kegelab
schnitte 21.3 am Bolzenkopf 21.2 können hier wieder Kontaktflä
chen mit der konischen Stoßfläche 7 des Kolbens 10 gebildet
werden.
Bei den in den Fig. 3B und 3C dargestellten Kolbenformen ist
selbstverständlich darauf zu achten, daß die gestoßenen Bolzen
9 so ausgebildet sind, daß sie nicht zu weit in den Innenkonus
20.1, 20.2 und 20.3 hineinragen und mit ihrer Spitze das Zen
trum des Innenkonusses berühren. Weiter muß bei einem Kolben 10
mit Innenkonus 20.1, 20.2 und 20.3 der Bolzenkopf 21 bzw. der
Bolzen 9 einen regelmäßigen oder rotationssymmetrischen Quer
schnitt aufweisen, und die Stirnfläche 16 des Bolzenkopfes 21
bzw. des Bolzens 9 sollte konvex ausgebildet sein. Um vom In
nenkonus 20.1, 20.2 oder 20.3 des Kolbens 10 erfaßt werden zu
können, sollte der Bolzenkopf 21 bzw. die Stirnfläche 16 des
Bolzens 9 einen kleineren Öffnungswinkel als der Innenkonus
20.1, 20.2 oder 20.3 aufweisen. Die optimale zentrierende Wir
kung des Systems wird bei konischer Stoßfläche 7 des Kolbens 10
und konischer Stirnfläche 16 des Bolzens 9 erreicht, die vor
zugsweise beide einen Öffnungswinkel von etwa 90° haben.
Eine zweite Gruppe von möglichen Ausführungsformen der Kolben
stoßfläche 7 bildet der Außenkonus 20.5, wie er in den Fig.
4A und 4B dargestellt ist. Der Öffnungswinkel 18.1 des Außen
konusses 20.5 beträgt wiederum vorzugsweise 90°. Fig. 4A zeigt
einen Kolben 10 mit Außenkonus 20.5 in Form eines Kegelstump
fes, wobei analog zum Innenkonus 20.2 von Fig. 3B die plane
Stoßfläche 7 des Kegelstumpfes relativ nahe an der gedachten
Kegelspitze liegt. Analog zum Innenkonus 20.3 von Fig. 3C kann
auch hier die Kegel spitze der Stoßfläche 7 abgerundet sein
(Fig. 4B). Als Bolzen 9 ist für beide dargestellten Ausfüh
rungsformen des Außenkonusses 20.5 ein Bolzen mit einem Bolzen
kopf 21.4 mit Innenkonus 21.5 gewählt.
Die zu dem erfindungsgemäßen System Kolben-Bolzen angestellten
allgemeinen Überlegungen zum Innenkonus 20, 20.1, 20.2 und 20.3
des Kolbens 10 gelten entsprechend für den Außenkonus 20.5.
Insbesondere sind für den Außenkonus 20.5 Bolzenköpfe 21.4 mit
genügend tiefen zentralen Ausnehmungen zu wählen, der Öffnungs
winkel des konkaven Bolzenkopfes 21.4 sollte größer als der
Öffnungswinkel 18.1 des Außenkonusses 20.5 des Kolbens 10 sein,
und eine optimale zentrierende Wirkung wird bei konischer Kol
benstoßfläche 7 und konischer Bolzenstirnfläche 16 - vorzugs
weise mit einem Öffnungswinkel von jeweils etwa 90° - erreicht.
Als weiteres Ausführungsbeispiel wird anhand von Fig. 5A die
Variante eines Kolbens 10 mit konischem Zentrierzapfen 22 an
seiner Stoßfläche 7 beschrieben. Der Zentrierzapfen 22 wird
vorzugsweise in Form eines Kegelstumpfes ausgebildet, welcher
zum Beispiel für Schrauben mit Innensechskant geeignet ist. Mit
17 ist wiederum die Stoßrichtung angezeigt, während analog zu
den übrigen Figuren mit 10 der Kolben, mit 9 der Bolzen, mit 21
der Bolzenkopf und mit 24 die konische Ausnehmung im Bolzenkopf
21 bezeichnet ist.
Analog zur Umkehrung der Verhältnisse zwischen Innenkonus und
Außenkonus gemäß den Fig. 3A bis 3C und 4A, 4B ist in dem
Ausführungsbeispiel von Fig. 5B die Variante eines Kolbens 10
mit einer konischen Ausnehmung 24.1 und einem entsprechend
konischen Zentrierzapfen 22.1 dargestellt.
Anhand von Fig. 6 soll im folgenden kurz die Wirkungsweise des
erfindungsgemäßen Systems beim Setzvorgang beschrieben werden.
Zu Beginn des Setzvorgangs befindet sich der Kolben 10 in der
Kolbenführungshülse 5 in der Ausgangsstellung bei 25. Der zu
setzende Bolzen 9 ist aus der Symmetrieachse 19 der Anordnung
ausgelenkt. Das Bolzensetzgerät 1 dieses Ausführungsbeispiels
ist so ausgelegt, daß schon zu Beginn des Setzvorgangs bei der
Kontaktierung von Kolben 10 und Bolzen 9 kein Abstand von der
Bolzenspitze 28 zur Oberfläche des Werkstoffes 23 besteht.
Beim Bolzensetzen ist es zweckmäßig, und bei größeren Anstell
winkeln des Bolzens 9 auch funktionsmäßig notwendig, den Bolzen
9 möglichst in der Nähe der auftreffenden Bolzenspitze 28 aus
reichend zu zentrieren, um die Differenz zwischen dem optima
len, zentralen Auftreffpunkt 27 und der Bolzenspitze 28 auf der
Werkstoffoberfläche möglichst klein zu halten. Auf diese Weise
wird der Setzvorgang während des Eindringens des durch den Kol
ben 10 zentrierten Bolzens 9 optimiert. In der Kolbenstellung
bei 26 ist der Bolzen 9 bereits vollständig in der Anordnung
zentriert, und kann somit optimal vollständig in den Werkstoff
23 eingetrieben werden.
Die hier vorgeschlagene Art des kontinuierlich zentrierenden
Setzens ermöglicht grundsätzlich auch das Einbringen von zen
trierten zylindrischen Bohrungen 29 im Kolben 10, ohne daß da
durch eine Einschränkung der Funktionsfähigkeit und der Setz
leistung eintritt, wie dies in Fig. 9 dargestellt ist.
3D-Simulationsrechnungen haben gezeigt, daß durch das Einbrin
gen einer zentrierten Bohrung 29 bei Beschleunigung des Bolzens
9 keine nennenswerten Erhöhungen der Spannungen sowohl beim
Bolzen 9 als auch beim Kolben 10 auftreten. Gerechnet wurde
beispielsweise für einen Kolbendurchmesser von elf Millimetern
und einen Bohrungsdurchmesser von drei Millimetern.
Die maximal auftretenden Belastungen beim Setzen des Bolzens 9 -
hierbei treten die höchsten Spannungen auf - bestimmen die
benötigten Flächen im konischen Bereich, um ein plastisches
Fließen des Materials oder eine Aufweitung des konischen Berei
ches zu vermeiden.
Über derartige Bohrungen 29 im Kolben 10 können zum Beispiel
auch die Masse des Kolbens 10 und damit die auftretenden Span
nungen beim Beschleunigen des Kolbens 10 und Bolzens 9 verän
dert werden. Auch läßt sich das Geschwindigkeitsprofil beim
Setzvorgang durch diesen zusätzlichen Variationsparameter op
timal verbessern. Weiterhin können sich derartige zentrierte
Bohrungen 29 als günstig erweisen, wenn diese beispielsweise
einen Stift aufnehmen sollen.
In Fig. 10 ist ein solches Anwendungsbeispiel gezeigt. Hier
besitzt der Bolzen 9 an seiner vorderen Stirnfläche 16 einen
Zentrierzapfen 31, der unter anderem zum Fixieren des Bolzens
9 im Kolben 10 vor Beginn des eigentlichen Setzvorganges dienen
kann. Dies bewirkt eine zentrierte Position des Bolzens 9 vor
Beginn des Setzens, während einer möglichen Beschleunigungs
phase (freie Flugstrecke vor dem Setzen) und beim eigentlichen
Setzvorgang und erleichtert die kontinuierliche Zentrierung,
wie es zum Beispiel zu Fig. 3 beschrieben ist. Der Kolben 10
kann alternativ mit einer Bohrung 29 gemäß Fig. 9 oder mit
einem Sackloch 30 gemäß Fig. 10 versehen sein.
Das oben beschriebene System Kolben-Bolzen gemäß der vorliegen
den Erfindung ist für alle herkömmlichen und denkbaren Bolzen
setzgeräte geeignet, wie sie beispielhaft in Fig. 7 darge
stellt und im Einleitungsteil beschrieben sind.
Da für verschiedene Bolzenausführungen 9 unterschiedliche Kol
ben bzw. Kolbenschäfte 10 für die Zentrierung besonders geeig
net sind, ist es vorteilhaft, das jeweilige Bolzensetzgerät 1
mit einem wahlweise austauschbaren Satz von verschiedenen Kol
ben bzw. Kolbenschäften 10 auszustatten. Es ist beispielsweise
denkbar, den Kolbenschaft 10 fest, aber lösbar, zum Beispiel
durch Verschrauben oder durch Bajonettverschluß, mit dem Treib
kolben 6 zu verbinden und das Bolzensetzgerät 1 so zu konstru
ieren, daß der Kolben 6, 10 für den Nutzer zugänglich gemacht
werden kann.
Im Rahmen der Erfindung sind selbstverständlich auch weitere
Varianten des Systems und Ausführungsformen von Kolben und Bol
zen denkbar, die oben nicht erwähnt wurden. Entscheidend ist
die im wesentliche konische Grundform der Kolbenstoßfläche,
wobei der Öffnungswinkel des Konus vorzugsweise etwa 90°
beträgt.
Es sei abschließend nochmals darauf hingewiesen, daß die Kon
stellation konische Kolbenstoßfläche/konischer Bolzenkopf
grundsätzlich das Optimum darstellt, auch wenn der Bolzen 9
prinzipiell in bestimmten Grenzen beliebig ausgebildet sein
kann.
Claims (23)
1. System zum Setzen von Bolzen, Nägeln, Stiften oder der
gleichen Befestigungsmitteln (9), bestehend im wesentlichen aus
einem Bolzensetzgerät (1) mit einem geführten Kolben (6,10) und
einer Aufnahmeeinrichtung für den zu setzenden Bolzen, Nagel,
Stift oder dergleichen (9), wobei die Stoßfläche (7) des Kol
bens (6, 10) gegen die zugeordnete Stirnfläche (16) des Bolzens,
Nagels oder Stifts (9) wirkt,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest die Stoßfläche (7) des Kolbens (6,10) mit einer
während des Setzvorganges kontinuierlich wirkenden Zentrier
einrichtung versehen ist.
2. System nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stoßfläche (7) des Kolbens (6, 10) und/oder die zugeord
nete Stirnfläche (16) des Bolzens, Nagels, Stifts oder der
gleichen (9) mit einer während des Setzvorganges kontinuierlich
wirkenden Zentriereinrichtung versehen ist bzw. sind.
3. System nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stoßfläche (7) des Kolbens (10) einen nach innen oder
nach außen verlaufenden, konisch geformten zentralen Bereich
aufweist, während die zugeordnete Stirnfläche (16) des Bolzens,
Nagels oder Stifts (9) rotationssymmetrisch oder im Querschnitt
regelmäßig ist und wahlweise plan, konisch nach innen oder nach
außen oder konkav oder konvex geformt ist.
4. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stoßfläche (7) des Kolbens (10) einen Innenkonus (20.1,
20.2, 20.3) oder einen Außenkonus (20.5) bildet.
5. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Innenkonus (20.1, 20.2, 20.3) bzw. der Außenkonus
(20.5) der Kolbenstoßfläche (7) ein Kegelstumpf ist.
6. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kanten der konischen Stoßfläche (7) des Kolbens (10)
abgerundet sind.
7. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stoßfläche (7) des Kolbens (10)
einen zentrierten konischen Zentrierzapfen (22) auf
weist.
8. System nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zentrierzapfen (22) ein Kegelstumpf ist und/oder die
Kanten des konischen Zentrierzapfens (22) abgerundet sind.
9. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Öffnungswinkel (18, 18.1) der konischen Stoßfläche (20,
22) des Kolbens (10) etwa 90° beträgt.
10. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stoßfläche (16) des Bolzens (9) einen zentrierten, kon
ischen Zentrierzapfen (22.1) aufweist.
11. System nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zentrierzapfen (22.1) ein Kegelstumpf ist und/oder die
Kanten des konischen Zentrierzapfens (22.1) abgerundet sind.
12. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zentrierwinkel der Zentrierzapfen (22, 22.1) etwa 90°
beträgt.
13. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stirnfläche (16) des Bolzens (9) konisch ausgebildet
ist.
14. System nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stirnfläche (16) des Bolzens (9) einen Innenkonus oder
einen Außenkonus bildet.
15. System nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Innenkonus bzw. der Außenkonus der Bolzenstirnfläche
(16) ein Kegelstumpf ist.
16. System nach einem der Ansprüche 13 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kanten der konischen Bolzenstirnfläche (16) abgerundet
sind.
17. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stirnfläche (16) des Bolzens (9) Kugelabschnitte auf
weist.
18. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Öffnungswinkel der konkaven Stirnfläche (7,16) von
Kolben (10) oder Bolzen (9) größer als der Öffnungswinkel der
konvexen Stirnfläche (7,16) von Bolzen (9) bzw. Kolben (10)
ist.
19. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Öffnungswinkel der Bolzenstirnfläche (16) etwa 90°
beträgt.
20. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kolben (10) eine zentrierte, durchgehende Bohrung (29)
aufweist.
21. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kolben (10) eine zentrierte Sackbohrung (30) aufweist.
22. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Bolzen (9) an seiner vorderen Stirnfläche (16) einen
zentrierten Zapfen (31) aufweist.
23. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kolben (6, 10) oder Teile des Kolbens (6,10) wahlweise
austauschbar im Bolzensetzgerät (1) montiert sind.
Priority Applications (2)
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|---|---|---|---|
| DE1996148535 DE19648535B4 (de) | 1996-11-24 | 1996-11-24 | Vorrichtung zum Setzen von Bolzen |
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Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996148535 DE19648535B4 (de) | 1996-11-24 | 1996-11-24 | Vorrichtung zum Setzen von Bolzen |
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Family
ID=7812556
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|---|---|---|---|
| DE1996148535 Expired - Fee Related DE19648535B4 (de) | 1996-11-24 | 1996-11-24 | Vorrichtung zum Setzen von Bolzen |
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- 1996-11-24 DE DE1996148535 patent/DE19648535B4/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19648535B4 (de) | 2006-05-11 |
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