DE19645203A1 - Verfahren zur Inbetriebnahme von aufblasbaren Rettungsinseln und Rettungsinsel zur Durchführung dieses Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Inbetriebnahme von aufblasbaren Rettungsinseln und Rettungsinsel zur Durchführung dieses VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Inbetriebnahme
von aufblasbaren Rettungsinseln mit einem ringförmigen,
ggfs. aus zwei oder mehreren aufblähbaren
Tragschläuchen bestehenden Schwimmkörper und oberhalb
des Schwimmkörpers befindlichen, bogen- oder
v-förmigen, mit ihren Enden am Schwimmkörper befestigten,
ebenfalls aufblähbaren Schläuchen, die vorzugsweise als
Träger für eine Dachhaut dienen, wobei die
Tragschläuche und die anderen Schläuche eine oder
mehrere Einfüllöffnungen für ein Blähmittel aufweisen.
Bei den bekannten Rettungsinseln der obigen Art werden
die v- oder bogenförmigen Schläuche über die
Tragschläuche mit dem Blähmittel beschickt; wenn die
Tragschläuche gefüllt werden, kann das Blähmittel in
die v- bzw. bogenförmigen Schläuche überströmen,
nachdem in den Tragschläuchen ein bestimmter,
geforderter Innendruck entstanden ist. Diese
Ausführung hat sich zwar bewährt, sie kann jedoch dann
sehr nachteilig sein, wenn die Rettungsinsel im
Einsatzfall vor dem Aufblähen eine Über-Kopf-Stellung
eingenommen hat. Die sich zunächst aufblähenden
Tragschläuche führen dazu, daß sie die Rettungs
insel - zunächst flach auf dem Wasser liegend und sich dort
gewissermaßen festsaugend - nicht mehr bzw. nur sehr
schwer durch Umklappen in die Gebrauchslage bringen
läßt.
Aufgrund der Erfindung sollen diese Nachteile vermieden
werden; es soll erreicht werden, daß die Rettungsinsel
sich selbsttätig von der Über-Kopf-Stellung aus in die
Gebrauchslage verschwenkt, zumindest aber von der Über-
Kopf-Stellung aus ohne größere Schwierigkeiten in die
Gebrauchslage kippen läßt.
Zur Lösung dieser Aufgabe werden erfindungsgemäß
zuerst die v- bzw. bogenförmigen Schläuche, zumindest
werden aber die v- oder bogenförmigen Schläuche
einerseits und der Schwimmkörper bzw. deren
Tragschläuche andererseits praktisch gleichzeitig
aufgebläht.
Demgemäß werden somit nicht die an sich
lebensnotwendigen Tragschläuche zuerst gefüllt,
vielmehr wird die Priorität dieser Schläuche
aufgehoben, indem vorzugsweise die v- bzw.
bogenförmigen Schläuche zuerst gebläht und dann
erst - nachdem die v- bzw. bogenförmigen Schläuche eine
ausreichende Hüllsteifigkeit erlangt haben - die
Tragschläuche gefüllt werden bzw. den Rest einer
Füllung bekommen.
Zur Durchführung dieses Verfahrens kann für jeden
Schlauch (Trag- und v- bzw. bogenförmiger Schlauch)
eine Druckmittelflasche mit einem entsprechenden
Anschluß an dem Schlauch vorgesehen sein, jedoch kann
auch nur eine Druckmittelflasche installiert sein, die
über entsprechende Leitungen mit den Schläuchen
verbunden sein kann. Besonders vorteilhaft ist ferner
eine Ausbildung, bei der den v- bzw. bogenförmigen
Schläuchen eine Druckmittelflasche zugeordnet ist und
das Druckmittel über ein Ventil in die Trarschläuche
bzw. in den oben gelegenen Tragschlauch überströmen
kann. In diesem Falle würde einem zweiten, unten
gelegenen Tragschlauch (beim Vorhandensein von zwei
übereinander liegenden Tragschläuchen) eine weitere
Druckmittelflasche zugeordnet, wobei jedoch die oben
erwähnte verfahrensmäßige Vorschrift einzuhalten ist.
Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand der
Zeichnung erläutert, in der Ausführungsbeispiele für
den Aufbau einer Rettungsinsel dargestellt sind. Es
zeigen
Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch eine schematisch
wiedergegebene aufblasbare Rettungsinsel und
Fig. 2 und 3 je senkrechte Teilschnitte durch eine
Rettungsinsel in unterschiedlicher Ausbildung.
Die Rettungsinsel besteht im wesentlichen aus dem
Schwimmkörper mit zwei übereinander angeordneten,
kreisringförmigen, ggfs. polygonartigen Tragschläuchen
1, 2 mit einem Boden 3 und einem Schutzdach mit einer
eine Einsteigöffnung aufweisenden Dachhaut 4 und einem
Traggestell aus im wesentlichen v-förmigen Schläuchen 5,
wobei die Spitze des V die Dachspitze bildet und die
Schenkelenden 6 ggfs. über einen senkrechten Abschnitt
7 oben auf dem Schwimmkörper enden und dort mit dem
Schwimmkörper bzw. dem Tragschlauch 1 fest verbunden
sind. Alle diese Teile bestehen aus einem biegsamen,
folienartigen Werkstoff z. B. einem mit Kunststoff oder
Gummi beschichteten Gewebe.
Die Rettungsinsel befindet sich bei Nichtgebrauch in
einem Behälter; sie wird im Einsatzfall nach Entfernen
aus dem Behälter aufgebläht, um so der Rettungsinsel
eine ausreichende Hüllsteifigkeit bzw. Stabilität zu
verleihen.
Um die Rettungsinsel aufblähen zu können, sind
Druckmittelquellen in Form von Flaschen 8, 9, 10, 11,
12 und 13 vorgesehen, die meist an der Außenseite der
Rettungsinsel montiert sind. Sie enthalten ein
vorgespanntes gasförmiges Druckmittel z. B. Kohlendioxyd.
Gemäß Fig. 1 steht die Flasche 8 über eine Leitung 14
mit den Schläuchen 5 in Verbindung, der durch sie
bestimmte Hohlraum seinerseits über ein
Rückschlagventil 15 mit dem Tragschlauch 1. Der
Tragschlauch 2 hat eine eigene Flasche 9 mit Zuleitung
16. Soll die Rettungsinsel gemäß Fig. 1 in Betrieb
genommen werden, so wird das Blähmittel über die
Leitung dem Schlauch 5 zugeführt, wobei erst nach einer
bestimmten Füllung der Schläuche 5 - wenn diese eine
bestimmte Steifigkeit bekommen haben - über das
Rückschlagventil 15 der Tragschlauch 1 gefüllt wird.
Mit dem Füllen des Schlauches 5, vorzugsweise aber mit
einer zeitlichen Verzögerung wird dann über die Leitung
16 der untere Tragschlauch 2 gefüllt.
Durch die Füllung der Schläuche 5 und deren
Biegesteifigkeit wird erreicht, daß die Rettungsinsel
ungewollt und in nachteiliger Weise flach auf dem Kopf
liegend auf der Wasseroberfläche verbleibt. Die
Schläuche 5 sorgen vielmehr für eine Schräglage der
Rettungsinsel, die im allgemeinen ausreicht, um ein
automatisches Kippen der Rettungsinsel in die
Gebrauchslage zu bewirken.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2 sind drei
Zufuhrleitungen 17, 18 und 19 vorgesehen, wobei
vorzugsweise die Leitung 17 im Durchmesser größer zu
bemessen ist oder aber - wie dargestellt - in die
Leitungen 18, 19 Drosseln bzw. Ventile 20 einzubauen
sind, um den Schläuchen 5 blähmäßig das Primat
einzuräumen.
Gemäß Fig. 3 sind drei Flaschen 11, 12, 13
installiert, die über Speiseleitungen 21, 22 und 23 zu
ihren Schlauchkörpern (1, 2 und 5) führen. In diesem
Falle ist es angebracht, die Speisung zeitlich z. B.
durch Verzögerungsschalter od. dgl. zu beeinflussen
und/oder die Speiseleitungen 21-23 entsprechend zu
dimensionieren. Zweckmäßig ist es auch hier, zuerst
die Schläuche 5, dann den Schlauch 1 und schließlich
den Schlauch 2 formsteif zu blähen.
Wenngleich auch die beschriebenen v- oder bogenförmigen
Schläuche mit Vorteil ein Traggestell für eine Dachhaut
bilden, so können sie dennoch Vorteile bieten, wenn sie
sich oberhalb der Dachhaut befinden und das Traggestell
für die Dachhaut von anderen Schläuchen od. dgl.
gebildet wird.
Es sei bemerkt, daß bei der Ausführungsform gemäß
Fig. 1 anstelle der beiden Flaschen 8, 9 nur eine
Flasche benutzt werden kann, indem die beiden
Zuleitungen 14, 16 an eine Einzelflasche herangeführt
sind. Ahnlich kann auch die Ausführungsform gemäß Fig.
3 geändert werden, die beiden Flaschen 12, 13 werden
dann durch eine Flasche ersetzt. Dies bedeutet, daß
die Zuleitungen 22, 23 zu dieser Einzelflasche verlegt
werden müssen. Es versteht sich, daß auch diese
Verwirklichungen der Erfindungen von Drosseln,
Verzögerungsgliedern und dgl. Gebrauch machen können,
um dem Erfindungsgedanken zu entsprechen.
Claims (8)
1. Verfahren zur Inbetriebnahme von Rettungsinseln mit
einem ringartigen, aufblähbaren Schwimmkörper und
oberhalb des Schwimmkörpers befindlichen, bogen- oder
v-förmigen, mit ihren Enden oben am Schwimmkörper
gelagerten, aufblähbaren Schläuchen, die vorzugsweise
als Träger für eine Dachhaut dienen, wobei der
Schwimmkörper und die darüber befindlichen Schläuche
eine oder mehrere Einfüllöffnungen für das Blähmittel
aufweisen und die Inbetriebnahme der Rettungsinsel
durch Aufblähen erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß
zuerst die v- bzw. bogenförmigen Schläuche, zumindest
aber diese Schläuche einerseits und der Schwimmkörper
bzw. ein Schlauchkörper des Schwimmkörpers andererseits
praktisch gleichzeitig aufgebläht werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die v- bzw. bogenförmigen Schläuche zuerst, dann
der darunter befindliche Tragschlauch und schließlich
die dann noch weiter vorhandenen, darunter befindlichen
Tragschläuche formsteif gebläht werden.
3. Rettungsinsel zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß den
v- bzw. bogenförmigen Schläuchen (5) eine
Druckmittelquelle (Flasche 8) zugeordnet ist.
4. Rettungsinsel nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß ein oder mehrere unterhalb der
V- bzw. bogenförmigen Schläuche (5) befindliche
Tragschläuche (1) des Schwimmkörpers über eine Drossel
oder ein Rückschlagventil (15) mit den Schläuchen (5)
in Verbindung stehen.
5. Rettungsinsel nach Anspruch 4, dadurch
gekennzeichnet, daß bei zwei Tragschläuchen dem unten
gelegenen Tragschlauch (2) eine Druckmittelquelle (9)
zugeordnet ist.
6. Rettungsinsel nach Anspruch 3, dadurch
gekennzeichnet, daß allen Schläuchen (5, 1, 2) je
zumindest eine Druckmittelquelle (11-13) zugeordnet
ist, wobei sich deren Zuleitungen (21-23) zu den
Schläuchen durch ihre Bemessung und/oder Drosseln
unterscheiden können.
7. Rettungsinsel nach einem der Ansprüche 3-6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Zufuhr zu den
Schläuchen (5, 1, 2) zeitlich gesteuert ist.
8. Rettungsinsel mit einem Traggestell für die Dachhaut
und mit zusätzlichen v- oder bogenförmigen Schläuchen
(5), die sich oberhalb der Dachhaut (4) befinden nach
den Ansprüchen 3-7.
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