DE19643169A1 - Fahrzeugabdriftverhinderungssteuerung die im Hinblick auf die Beendigung der Steuerung verbessert ist - Google Patents
Fahrzeugabdriftverhinderungssteuerung die im Hinblick auf die Beendigung der Steuerung verbessert istInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich im allgemeinen
auf eine Verhaltenssteuerung eines Fahrzeugs, beispielswei
se eines Kraftfahrzeugs, zur Verbesserung seiner Fahrstabi
lität und insbesondere auf eine bezüglich dem Verhalten am
Ende der Abdriftsteuerung verbesserte Abdriftverhinderungs
steuervorrichtung.
Es ist allgemein bekannt, daß Kraftfahrzeuge und der
gleichen, wenn sie beim Durchfahren einer gekrümmten Straße
oder Kurve übersteuert werden, zu einem "Ausbrechen" bzw.
"Abdriften" neigen, da die auf die Fahrzeugkarosserie als
eine Zentrifugalkraft einwirkende Seitenkraft zusammen mit
dem Anstieg der Fahrzeuggeschwindigkeit und des Lenkwinkels
unbegrenzt ansteigen kann, wogegen die von der Straßenober
fläche wirkende Reifenhaftkraft zum Halten der Fahrzeugka
rosserie begrenzt ist, und insbesondere auf einer glitschi
gen nassen Straße vermindert ist.
Es wurden verschiedene Anstrengungen unternommen, um
Kraftfahrzeuge und dergleichen vor einem Abdriften zu be
wahren. In der japanischen offengelegten Patentveröffentli
chung 6-24304 beispielsweise ist beschrieben, die Räder ei
nes Fahrzeugs selektiv derart abzubremsen, daß die Gierrate
bzw. Giergeschwindigkeit des Fahrzeugs über ein Rückkopp
lungssteuerverfahren so gesteuert wird, daß sie mit einer
Sollgiergeschwindigkeit übereinstimmt, die in Abhängigkeit
von bestimmten Fahrparametern des Fahrzeugs berechnet wird.
Im Zuge ähnlicher Anstrengungen für eine weitere Ver
besserung des Fahrzeugverhaltens, insbesondere zum Verhin
dern des Abdriftens, haben die gegenwärtigen Erfinder fol
gendes festgestellt:
Wie es in der Technik allgemein bekannt ist, wird das
Abdriften effektiv verhindert, indem das Fahrzeug, insbe
sondere an den Hinterrädern, derart gebremst wird, daß es
zur Verringerung der auf das Fahrzeug aufgebrachten Zentri
fugalkraft verlangsamt wird; desweiteren wird, wenn die
Hinterräder gebremst werden, die Seitenvektorkomponente der
Reifenhaftkraft der Hinterräder durch die Addition einer
durch das Bremsen erzeugten Längsvektorkomponente vermin
dert, da der Gesamtvektor der verfügbaren Reifenhaftkraft
begrenzt ist und alle Richtungen ausfüllt, wodurch die Hin
terräder zur Außenseite der Kurve gleiten können und das
fahrende Fahrzeug somit zur Innenseite der Drehung geleitet
wird.
Wenn das Abdriften des Fahrzeugs über das Abbremsen der
Hinterräder verhindert wird, erfolgt die Steuerung im all
gemeinen derart, daß zunächst eine Differenz zwischen einer
momentanen Giergeschwindigkeit, die durch einen Gierge
schwindigkeitssensor erfaßt wird, und einer Sollgierge
schwindigkeit berechnet wird, die in Abhängigkeit von einem
durch einen Lenkwinkelsensor erfaßten Lenkwinkel und einer
durch einen Fahrzeuggeschwindigkeitssensor erfaßten Fahr
zeuggeschwindigkeit berechnet wird, dann ein an den Hinter
rädern zu entstehendes Gesamtschlupfverhältnis in Abhängig
keit von der Differenz zwischen der momentanen Gierge
schwindigkeit und der Sollgiergeschwindigkeit bestimmt
wird, daraufhin das Gesamtschlupfverhältnis gemäß einem be
stimmten Verteilungsverhältnis in zwei Schlupfverhältnisse
aufgeteilt wird, die am Hinterrad an der Kurvenaußenseite
und am Hinterrad an der Kurveninnenseite entstehen sollen,
und schließlich solange Bremskräfte zur Erzeugung der je
weiligen Schlupfverhältnisse an den Hinterrädern an der
Kurvenaußenseite und Kurveninnenseite in Abhängigkeit von
einem Rückkopplungssteuerverfahren auf jene Räder aufge
bracht werden, bis die Differenz der Giergeschwindigkeit
verschwindet.
Die gegenwärtigen Erfinder haben jedoch während ver
schiedener Experimente festgestellt, daß, wenn das Vertei
lungsverhältnis so bestimmt wird, daß es während der Ab
driftsteuerung konstant bleibt, die auf das Hinterrad an
der Kurveninnenseite aufgebrachte Bremskraft verglichen mit
der auf das Hinterrad an der Kurvenaußenseite aufgebrachten
Bremskraft gegen Ende der Abdriftsteuerung zu hoch wird, so
daß am Hinterrad an der Kurveninnenseite zunächst ein zu
großer Schlupf (over-slip) erscheint, der dann einen An
stieg der Seiten- bzw. Querlast am Hinterrad an der Kurven
außenseite hervorruft, wodurch letztlich ein plötzliches
Quer- bzw. Seitengleiten beider Hinterräder zusammen her
vorgerufen wird. Der Grund für das zu starke Abbremsen
(over-braking) des Hinterrads an der Kurveninnenseite gegen
Ende der Abdriftsteuerung wird einer starken Abnahme der
vertikalen Last am Hinterrad an der Kurveninnenseite in der
letzten Phase der Abdriftsteuerung zugeschrieben, in der
das Heckteil der Fahrzeugkarosserie das Seitenrutschen nach
Außen beendet, wobei auf die Fahrzeugkarosserie infolge der
Trägheit ein relativ hohes Rollmoment aufgebracht wird, wo
durch die vertikale Last am Hinterrad an der Kurveninnen
seite und dadurch das Leistungsvermögen zur Aufnahme der
Bremskraft, wo der Reifen wirksam auf der Straßenoberfläche
haftet, dementsprechend reduziert wird.
Angesichts dieser nachteiligen Erscheinung, die gegen
Ende der Abdriftverhinderungssteuerung durch das Abbrems
verfahren der Hinterräder beobachtet wird, ist es eine
Hauptaufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Abdriftver
hinderungssteuervorrichtung eines Fahrzeugs vorzusehen, die
bezüglich des Steuerungsverhaltens in einer Endphase des
Steuerungsbetriebs weiter verbessert ist, so daß das Fahr
zeug von der Abdriftsteuerung problemlos bzw. sanfter frei
gegeben wird.
Um die vorstehende Aufgabe zu lösen, schlägt die vor
liegende Anmeldung eine Abdriftverhinderungssteuervor
richtung eines Fahrzeugs mit einer Fahrzeugkarosserie, lin
ken und rechten Vorderrädern und linken und rechten Hinter
rädern vor, die aufweist:
eine Einrichtung zum Abschätzen der Abdriftneigung der Fahrzeugkarosserie, die eine Abdriftgröße erzeugt, die zu sammen mit dem Anstieg der Abdriftneigung im allgemeinen ansteigt,
eine Bremseinrichtung zum selektiven Aufbringen einer variablen Bremskraft auf jedes der Räder, und
eine Steuereinrichtung zum Steuern der Bremseinrichtung in Abhängigkeit von der Abdriftgröße, so daß auf die linken und rechten Hinterräder eine variable Bremskraft mit einem diesbezüglichen Sollwert aufgebracht wird, um somit ein Abdriften der Fahrzeugkarosserie zu verhindern, wobei der Sollwert im allgemeinen zur Abdriftgröße proportional ist und einem Verteilungsverhältnis entsprechend zwischen den linken und rechten Hinterrädern aufgeteilt wird,
wobei die Steuereinrichtung einen Anteil des Vertei lungsverhältnisses für eines der linken und rechten Hinter räder, das sich an der Kurveninnenseite befindet, verrin gert, so daß der Anteil verglichen mit dem Anteil des Ver teilungsverhältnisses für das andere der linken und rechten Hinterräder, das sich an der Kurvenaußenseite befindet, zu nehmend kleiner wird, wenn sich die Abdriftsteuerung ihrem Ende nähert.
eine Einrichtung zum Abschätzen der Abdriftneigung der Fahrzeugkarosserie, die eine Abdriftgröße erzeugt, die zu sammen mit dem Anstieg der Abdriftneigung im allgemeinen ansteigt,
eine Bremseinrichtung zum selektiven Aufbringen einer variablen Bremskraft auf jedes der Räder, und
eine Steuereinrichtung zum Steuern der Bremseinrichtung in Abhängigkeit von der Abdriftgröße, so daß auf die linken und rechten Hinterräder eine variable Bremskraft mit einem diesbezüglichen Sollwert aufgebracht wird, um somit ein Abdriften der Fahrzeugkarosserie zu verhindern, wobei der Sollwert im allgemeinen zur Abdriftgröße proportional ist und einem Verteilungsverhältnis entsprechend zwischen den linken und rechten Hinterrädern aufgeteilt wird,
wobei die Steuereinrichtung einen Anteil des Vertei lungsverhältnisses für eines der linken und rechten Hinter räder, das sich an der Kurveninnenseite befindet, verrin gert, so daß der Anteil verglichen mit dem Anteil des Ver teilungsverhältnisses für das andere der linken und rechten Hinterräder, das sich an der Kurvenaußenseite befindet, zu nehmend kleiner wird, wenn sich die Abdriftsteuerung ihrem Ende nähert.
Bei der vorstehend erwähnten Abdriftsteuervorrichtung
kann die Steuereinrichtung eine Einrichtung zum Erfassen
eines Spitzen- bzw. Maximalwerts des Anstiegs der Abdrift
größe aufweisen und die zunehmende Verringerung des Anteils
des Verteilungsverhältnisses für das Hinterrad an der Kur
veninnenseite verglichen mit dem Anteil des Verteilungsver
hältnisses für das Hinterrad an der Kurvenaußenseite bei
der Erfassung des Maximalwerts beginnen.
Bei der vorstehend erwähnten Abdriftsteuervorrichtung
kann die Steuereinrichtung ferner eine Einrichtung zum Ver
wenden bzw. Einhalten einer Verzögerungszeit von der Erfas
sung des Maximalwerts an aufweisen und die zunehmende Ver
ringerung des Anteils des Verteilungsverhältnisses für das
Hinterrad an der Kurveninnenseite verglichen mit dem Anteil
des Verteilungsverhältnisses für das Hinterrad an der Au
ßenseite der Kurve nach dem Ablauf der Verzögerungszeit von
der Erfassung des Maximalwerts an beginnen.
Nachstehend erfolgt eine kurze Beschreibung der Zeich
nungen, wobei
Fig. 1 eine schematische Abbildung einer Hydraulikkrei
seinrichtung und einer elektrischen Steuereinrichtung eines
Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Stabilitätssteu
ervorrichtung ist,
Fig. 2 ein Ablaufdiagramm ist, das ein Ausführungsbei
spiel der durch die Vorrichtung der vorliegenden Erfindung
durchgeführten Abdriftverhinderungssteuerroutine zeigt,
Fig. 3 ein Ablaufdiagramm ist, das einen in der Routine
von Fig. 2 enthaltenen Schritt zur Berechnung des Soll
schlupfverhältnisses genauer zeigt,
Fig. 4 ein Ablaufdiagramm ist, das einen in der Routine
von Fig. 2 enthaltenen Schritt zur Steuerung der Bremskraft
genauer zeigt,
Fig. 5 ein Verzeichnis ist, das den Zusammenhang zwi
schen der Abdriftgröße DQ und dem Sollgesamtschlupfverhält
nis Rsges zeigt,
Fig. 6 eine Anordnung von Diagrammen ist, die das Ver
halten der Sollschlupfverhältnisse der Hinterräder an der
Kurvenaußenseite und Kurveninnenseite zeigen.
Im folgenden wird die vorliegende Erfindung in der Form
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die
begleitenden Zeichnungen ausführlicher beschrieben.
Zuerst sei auf Fig. 1 bezug genommen, die ein Ausfüh
rungsbeispiel der Verhaltenssteuervorrichtung der vorlie
genden Erfindung in Bezug auf den Aufbau ihrer Hydraulik
kreiseinrichtung und ihrer elektrischen Steuereinrichtung
schematisch zeigt, wobei die im allgemeinen mit 10 bezeich
nete Hydraulikkreiseinrichtung eine herkömmliche manuelle
Bremsdruckquelleneinrichtung hat, die ein von einem Fahrer
zu betätigendes Bremspedal 12, einen Hauptzylinder 14, der
zum Hervorbringen eines dem Tritt auf das Bremspedal 12
entsprechenden Hauptzylinderdrucks angepaßt ist, und einen
Hydrobooster bzw. Hydroverstärker 16 hat, der einen Ver
stärkerdruck erzeugt.
Die Hydraulikeinrichtung 10 weist ferner eine kraftbe
triebene Bremsdruckquelleneinrichtung mit einem Behälter 36
und einer Bremsfluidpumpe 40 auf, die ein unter Druck ge
setztes Bremsfluid an einen Kanal 38 liefert, an den ein
Speicher 40 angeschlossen ist, so daß im Kanal 38 ein sta
bilisierter bzw. konstant gehaltener Speicherdruck für die
hierin nachstehend beschriebene automatische Bremssteuerung
verfügbar ist. Der Speicherdruck wird auch an den Hydrover
stärker 16 geliefert, der einer Druckquelle zum Erzeugen
eines Verstärkerdrucks entspricht, der im wesentlichen zwar
daßelbe Druckverhalten wie der vom Tritt auf das Bremspe
dal 12 abhängige Hauptzylinderdruck aufweist, aber in der
Lage ist, ein derartiges Druckverhalten zu halten, während
das Bremsfluid durch eine Reihenschaltung eines normaler
weise offenen EIN-AUS-Ventils und eines normalerweise ge
schlossenen EIN-AUS-Ventils verbraucht wird, so daß, wie
hierin nachstehend beschrieben, ein erwünschter Bremsdruck
erhalten wird.
Von einem ersten Anschluß des Hauptzylinders 14 er
streckt sich ein erster Kanal 18 zu einer Bremsdrucksteuer
einrichtung 20 des linken Vorderrads und einer Bremsdruck
steuereinrichtung 22 des rechten Vorderrads. Ein zweiter
Kanal 26, der ein Dosierventil 24 aufweist, erstreckt sich
von einem zweiten Anschluß des Hauptzylinders 14 über ein
elektromagnetisches 3/2-Umschaltsteuerventil 28, von dem
ein Auslaßanschluß über einen gemeinsamen Kanal 30 mit den
Bremsdrucksteuereinrichtungen 32 und 34 der linken und
rechten Hinterräder in Verbindung steht, zur Bremsdruck
steuereinrichtung 32 des linken Hinterrads und Bremsdruck
steuereinrichtung 34 des rechten Hinterrads.
Die Bremsdrucksteuereinrichtungen 20 und 22 der linken
und rechten Vorderräder weisen jeweils Radzylinder 48VL
bzw. 48VR zum Aufbringen variabler Bremskräfte auf die lin
ken und rechten Vorderräder, elektromagnetische 3/2-Um
schaltsteuerventile 50VL bzw. 50VR und Reihenschaltungen
von normalerweise offenen elektromagnetischen EIN-AUS-Ven
tilen 54VL bzw. 54VR und normalerweise geschlossenen elek
tromagnetischen EIN-AUS-Ventilen 56VL bzw. 56VR auf, wobei
die Reihenschaltungen der normalerweise offenen EIN-AUS-
Ventile und der normalerweise geschlossenen EIN-AUS-Ventile
zwischen einem Kanal 53 und einem mit dem Behälter 36 in
Verbindung stehenden Rücklaufkanal 52 angeschlossen sind.
Der Kanal 53 ist derart ausgebildet ist, daß er durch ein
elektronisches 3/2-Umschaltsteuerventil 44, dessen Betrieb
hierin nachstehend beschrieben wird, mit dem Speicherdruck
des Kanals 38 oder dem Verstärkerdruck vom Hydroverstärker
versorgt wird. Ein mittlerer Punkt der Reihenschaltung der
EIN-AUS-Ventile 54VL und 56VL steht durch einen Verbin
dungskanal 58VL mit einem Anschluß des Steuerventils 50VL
in Verbindung, und ein mittlerer Punkt der Reihenschaltung
der EIN-AUS-Ventile 54VR und 56VR steht durch einen Verbin
dungskanal 58VR mit einem Anschluß des Steuerventils 50VR
in Verbindung.
Die Bremsdrucksteuereinrichtungen 32 und 34 der linken
und rechten Hinterräder weisen jeweils Radzylinder 64HL
bzw. 64HR zum Aufbringen einer Bremskraft auf das linke
bzw. rechte Hinterrad und Reihenschaltungen von normaler
weise offenen elektromagnetischen EIN-AUS-Ventilen 60HL
bzw. 60HR und normalerweise geschlossenen elektromagneti
schen EIN-AUS-Ventilen 62HL bzw. 62HR auf, wobei die Rei
henschaltungen der normalerweise geschlossenen EIN-AUS-Ven
tile und der normalerweise geschlossenen EIN-AUS-Ventile
zwischen dem mit dem einen Auslaßanschluß des Steuerventils
28 in Verbindung stehenden Kanal 30 und dem Rücklaufkanal
52 angeschlossen sind. Ein mittlerer Punkt der Reihenschal
tung der EIN-AUS-Ventile 60HL und 62HL steht durch einen
Verbindungskanal 66HL mit einem Radzylinder 64HL zum Auf
bringen einer Bremskraft auf das linke Hinterrad in Verbin
dung, und ein mittlerer Punkt der Reihenschaltung der EIN-
AUS-Ventile 60HR und 62HR steht durch einen Verbindungska
nal 66HR mit einem Radzylinder 64HR zum Aufbringen einer
Bremskraft auf das rechte Hinterrad in Verbindung.
Die Steuerventile 50VL und 50VR werden jeweils zwischen
einer ersten Schaltstellung, in der die Radzylinder 48VL
bzw. 48VR mit dem manuellen Bremsdruckkanal 18 in Verbin
dung gebracht und gleichzeitig von den Verbindungskanälen
58VL bzw. 58VR getrennt werden, wie in dem in der Figur ge
zeigten Zustand, und einer zweiten Schaltstellung umge
schaltet, in der die Radzylinder 48VL bzw. 48VR vom Kanal
18 getrennt und gleichzeitig mit den Verbindungskanälen
58VL bzw. 58VR in Verbindung gebracht werden.
Das Steuerventil 28 wird zwischen einer ersten Schalt
stellung, in der der Kanal 30 für beide Reihenschaltungen
der EIN-AUS-Ventile 60HL und 62HL und der EIN-AUS-Ventile
60HR und 62HR mit dem manuellen Bremsdruckkanal 26 in Ver
bindung gebracht wird, wie in dem in der Figur gezeigten
Zustand, und einer zweiten Schaltstellung umgeschaltet, in
der der Kanal 30 vom Kanal 26 getrennt und gleichzeitig mit
einem Kanal 68 in Verbindung gebracht wird, der zusammen
mit dem Kanal 53 an einen Auslaßanschluß des Umschaltsteu
erventils 44 angeschlossen ist, so daß der Kanal 30 entwe
der mit einem Abgabeanschluß des Hydroverstärkers 16 oder
dem Speicherdruckkanal 38 in Verbindung steht, je nachdem,
ob sich das Steuerventil 44 in einer ersten Schaltstellung,
wie in der Figur gezeigt, oder in einer dazu entgegenge
setzten zweiten Schaltstellung befindet.
Wenn sich die Steuerventile 50VL, 50VR und 28 in der
ersten Schaltstellung befinden, wie in dem in der Figur ge
zeigten Zustand, stehen die Radzylinder 48VL, 48VR, 64HL,
64HR mit den manuellen Bremsdruckkanälen 18 und 26 derart
in Verbindung, daß der Druck des Hauptzylinders 14 an die
jeweiligen Radzylinder übertragen wird, wodurch der Fahrer
auf jedes Rad eine dem Tritt auf das Bremspedal 12 entspre
chende Bremskraft aufbringen kann. Wenn das Steuerventil 28
in die zweite Schaltstellung umgeschaltet wird, wobei das
Steuerventil 44 in der gezeigten ersten Schaltstellung ge
halten wird, werden die hinteren Radzylinder 64HL und 64HR
mit dem dem Tritt auf das Bremspedal entsprechenden Ver
stärkerdruck vom Hydroverstärker 16 versorgt. Wenn die
Steuerventile 50VL, 50VR, 28 und 44 in die zweite Schalt
stellung umgeschaltet werden, werden die Radzylinder 48VL,
48VR, 64HL, 64HR während der Steuerung der normalerweise
offenen EIN-AUS-Ventile 54VL, 54VR, 60HL, 60HR und der nor
malerweise geschlossenen EIN-AUS-Ventile 56VL, 56VR, 62HL,
62HR in Abhängigkeit vom Verhältnis des offenen Zustands
der entsprechenden normalerweise offenen EIN-AUS-Ventile
und des geschlossenen Zustands der entsprechenden normaler
weise geschlossenen EIN-AUS-Ventile, d. h. dem sogenannten
Betriebsverhältnis, unabhängig vom Tritt auf das Bremspedal
12 mit dem Speicherbremsdruck des Kanals 38 versorgt.
Die Umschaltsteuerventile 50VL, 50VR, 28, 44, die nor
malerweise offenen EIN-AUS-Ventile 54VL, 54VR, 60HL, 60HR,
die normalerweise geschlossenen EIN-AUS-Ventile 56VL, 56VR,
62HL, 62HR und die Pumpe 40 werden alle durch eine elektri
sche Steuereinrichtung 70 gesteuert, wie es hierin nachste
hend ausführlicher beschrieben wird. Die elektrische Steu
ereinrichtung 70 besteht aus einem Mikrocomputer 72 und ei
ner Treiberschaltungseinrichtung 74. Obwohl es in Fig. 1
nicht im Detail gezeigt ist, kann der Mikrocomputer 72 ei
nen allgemeinen Aufbau haben, der eine zentrale Verarbei
tungseinheit (CPU), einen Nur-Lese-Speicher (ROM), einen
Direkt-Zugriff-Speicher (RAM), Eingangs- und Ausgangstor
einrichtungen und einen diese funktionalen Elemente zusam
menschaltenden gemeinsamen Bus aufweist.
Die Eingangstoreinrichtung des Mikrocomputers 72 wird
von einem Fahrzeugsgeschwindigkeitssenor 76 mit einem die
Fahrzeuggeschwindigkeit V anzeigenden Signal, von einem im
wesentlichen an einem Massezentrum der Fahrzeugkarosserie
angebrachten Querbeschleunigungssensor 78 mit einem die
Seiten- bzw. Querbeschleunigung Gy der Fahrzeugkarosserie
anzeigenden Signal, von einem Giergeschwindigkeitssensor 80
mit einem die Giergeschwindigkeit γ der Fahrzeugkarosserie
anzeigenden Signal, von einem Lenkwinkelsensor 82 mit einem
den Lenkwinkel θ anzeigenden Signal, von einem im wesentli
chen am Massezentrum der Fahrzeugkarosserie angebrachten
Längsbeschleunigungssensor 84 mit einem die Längsbeschleu
nigung Gx der Fahrzeugkarosserie anzeigenden Signal und von
Radgeschwindigkeitssensoren 86VL bis 86HL mit Signalen ver
sorgt, die jeweils die Radgeschwindigkeit (die Radumfangs
geschwindigkeit) Vwvl, Vwvr, Vwhl, Vwhr der in der Figur
nicht dargestellten linken und rechten Vorderräder bzw.
linken und rechten Hinterräder anzeigen. Der Querbeschleu
nigungssensor 78, der Giergeschwindigkeitssensor 80 und der
Lenkwinkelsensor 82 erfassen die Querbeschleunigung, die
Giergeschwindigkeit bzw. den Lenkwinkel, welche positiv
sind, wenn das Fahrzeug nach links abbiegt, und der Längs
beschleunigungssensor 84 erfaßt die Längsbeschleunigung,
die positiv ist, wenn das Fahrzeug in Vorwärtsrichtung be
schleunigt wird. Im allgemeinen werden bei der folgenden
Analysis die Parameter, die für die Drehrichtung der Fahr
zeuge unterscheidend bzw. kennzeichnend sind, als positiv
vorausgesetzt, wenn die Drehung bzw. das Kurvenfahren im
Gegenuhrzeigersinn erfolgt, und als negativ, wenn das
Kurvenfahren im Uhrzeigersinn erfolgt, und zwar vom Dach
des Fahrzeugs aus gesehen.
Der Nur-Lese-Speicher des Mikrocomputers 72 speichert
Ablaufdiagramme, wie sie beispielsweise in Fig. 2, 3 und 4
gespeichert sind, und ein Verzeichnis, wie es beispielswei
se in Fig. 5 gezeigt ist. Die zentrale Verarbeitungseinheit
führt in Abhängigkeit von den Parametern, die von den vor
stehend erwähnten, verschiedenen Sensoren erfaßt werden,
gemäß diesen Ablaufdiagrammen und Verzeichnissen, wie hier
in nachstehend beschrieben, Berechnungen durch, so daß eine
Dreh- bzw. Schleudergröße und Abdriftgröße zur Beurteilung
und Einschätzung des Schleuder- und Abdriftzustands des
Fahrzeugs erhalten werden, und steuert das Abbiegeverhalten
des Fahrzeugs in Abhängigkeit von den abgeschätzten Größen,
insbesondere um ein Schleudern und Abdriften des Fahrzeugs
zu verhindern, indem auf jedes Rad selektiv eine variable
Bremskraft aufgebracht wird.
Im folgenden wird die Abdriftverhinderungssteuervor
richtung der vorliegenden Erfindung in der Form eines Aus
führungsbeispiels ihres Steuerungsbetriebs unter Bezug auf
die Fig. 2 bis 6 beschrieben. Die Steuerung gemäß dem
Ablaufdiagramm von Fig. 2 beginnt mit dem Schließen eines
Zündschalters, der in der Figur nicht dargestellt ist, und
wird in einem vorgegebenen Zeitintervall, beispielsweise
von Hundertstelsekunden, wiederholt ausgeführt.
Im Schritt 10 werden die Signale einschließlich der
Fahrzeuggeschwindigkeit V vom Fahrzeuggeschwindigkeitssen
sor 76 und dergleichen eingelesen. Im Schritt 20 wird gemäß
der folgenden Formel 1 eine Sollgiergeschwindigkeit γc be
rechnet, wobei H der Achsabstand bzw. Radstand und Kh ein
geeigneter Stabilitätsfaktor ist:
γc = V * θ/(1 + Kh*V²) * H (1).
Die Berechnung der Giergeschwindigkeit γc kann derart
abgewandelt werden, daß die Querbeschleunigung Gy der Fahr
zeugkarosserie mit einbezogen wird. Durch Verwenden des
Laplace-Operators s und einer geeigneten Zeitkonstante T
diesbezüglich wird dann gemäß der folgenden Formel 2 die
Normgiergeschwindigkeit γt berechnet:
γt = γc/(1 + T * s) (2).
Im Schritt 30 wird gemäß der folgenden Formel 3 oder 4,
wobei letztere durch das Verhältnis des Radstands H zur
Fahrzeuggeschwindigkeit V abgewandelt ist, ein Wert berech
net, der hierin als Abdriftwert DV bezeichnet wird:
DV = (γt - γ) (3)
DV = H * (γt - γ)/V (4).
Im Schritt 40 wird in Abhängigkeit von der Beurteilung
der Drehrichtung des Fahrzeugs, die auf dem Vorzeichen der
Giergeschwindigkeit γ basiert, ein Parameter, der hierin
als Abdriftgröße DQ bezeichnet wird, derart bestimmt, daß
DQ = DV, wenn das Fahrzeug nach links abbiegt, während DQ =
-DV, wenn das Fahrzeug nach rechts abbiegt. Wie es
ersichtlich ist, ist die Abdriftgröße DQ ein Parameter, der
die Abdriftneigung der Fahrzeugkarosserie angibt. Unter
Bezugnahme auf ein Verzeichnis, wie es beispielsweise in
Fig. 5 gezeigt ist, wird schließlich ein
Sollgesamtschlupfverhältnis Rsges derart herausgelesen, daß
es dem momentanen Wert der Abdriftgröße DQ entspricht.
Im Schritt 60 wird beurteilt, ob das Sollgesamtschlupf
verhältnis Rsges positiv ist oder nicht, d. h., ob die Ab
driftgröße DQ größer als ein Schwellenwert ist, der diesbe
züglich geeignet bestimmt wurde. Wenn die Antwort NEIN ist,
springt die Steuerung über den Schritt 65, der dazu dient,
ein nachstehend erwähntes Flag bzw. Kennzeichen Fb auf Null
zu setzen, zum Schritt 10 zurück, da kein Bedarf besteht,
bei einem derartigen Fahrzustand die Abdriftsteuerung aus
zuführen, wogegen, wenn die Antwort JA ist, die Steuerung
zum Schritt 70 geht, in dem eine Reihe von Steuerungspro
zessen ausgeführt wird, die im Ablaufdiagramm von Fig. 3
gezeigt sind.
Nun sei auf Fig. 3 bezuggenommen. Sobald die Abdrift
steuerung einmal wirklich begonnen hat, d. h. wenn die
Steuerung vom Schritt 60 zum Schritt 70 vorgerückt ist,
wird zu jeder Zeit des Scan- bzw. Abtastzyklus in den
Schritten 701 bis 705 zunächst überprüft, ob die Abdrift
steuerung einen Maximalwert der Steuerung durchlaufen hat.
Im Schritt 701 wird daher überprüft, ob das Kennzeichen Fb
1 ist. Am Anfang ist Fb 0; die Steuerung geht daher zum
Schritt 702. Im Schritt 702 wird beurteilt, ob der Wert von
DQ im momentanen Abtastzyklus (DQ(n)) kleiner als der Wert
von DQ des vorherigen Abtastzyklus (DQ(n - 1)) ist. Da die
Antwort augenblicklich NEIN ist, geht die Steuerung zum
Schritt 706, in dem ein Zählwert C auf 0 zurückgesetzt
wird; anschließend geht die Steuerung zum Schritt 707, in
dem das im Schritt 50 erhaltene Sollgesamtschlupfverhältnis
Rsges als ein Sollinnenschlupfverhältnis Rshib für ein Hin
terrad an der Innenseite der Kurve eingegeben wird
(tatsächlich das Zweifache des Sollschlupfverhältnisses,
das auf eines der Hinterräder an der Kurveninnenseite auf
gebracht wird, wie es in der folgenden Beschreibung er
sichtlich wird). Dann geht die Steuerung zum Schritt 712
für weitere Prozesse der Abdriftsteuerung in Abhängigkeit
vom Sollgesamtschlupfverhältnis Rsges, wie es hierin nach
stehend beschrieben wird.
Nachdem eine derartige Abdriftsteuerung für eine Weile
ausgeführt wurde, erreicht die Abdriftgröße DQ, die die Ab
driftneigung der Fahrzeugkarosserie darstellt, ihren Maxi
malwert und beginnt dann abzufallen. Dies wird dann durch
den Schritt 702 erfaßt und der Steuerungsablauf daher zum
Schritt 703 geschaltet. Die Schritte 703 und 704 sind dafür
vorgesehen, daß sie vor dem Starten der Trimm- bzw. Anpas
sungssteuerung (trimming control) bezüglich des Abbremsen
des Hinterrads an der Kurveninnenseite eine geeignete Ver
zögerungszeit verwenden bzw. einhalten; dies bildet den we
sentlichen Teil der vorliegenden Erfindung. Durch Vorsehen
der Schritte 703 und 704 zum Einhalten einer Verzögerungs
zeit vom Erreichen des Maximalwerts an wird die allgemeine
Anpassausführung des Sollschlupfverhältnisses des Hinter
rads an der Kurveninnenseite durch eine variable Kombina
tion des Anfangszeitpunkts und des Neigungswinkels der Ab
nahme des Sollschlupfverhältnisses flexibler gemacht. Für
den Fall, daß eine derartige vorteilhafte Verzögerungszeit
sehr kurz ist, werden die Schritte 703 und 704 praktisch
ausgelassen. Auf jeden Fall wird, wenn die Steuerung zum
Schritt 705 kommt, das Kennzeichen Fb auf 1 gesetzt, so daß
die Schritte 702 bis 705 danach umgangen werden; dann er
folgt die Berechnung von Rshib entweder auf die bezüglich
des Schritts 710 beschriebene Art und Weise, oder auf die
bezüglich des Schritts 711 beschriebene Art und Weise; dies
hängt davon ab, ob die Antwort von Schritt 709 JA oder NEIN
ist, d. h. ob die Abnahme der Abdriftgröße DQ monoton wei
tergeht oder teilweise unterbrochen ist.
Die erfindungsgemäße Steuerung ist in Fig. 6 veran
schaulicht, wobei das Diagramm der oberen Reihe ein Bei
spiel dafür ist, wie die Abdriftgröße DQ ansteigt und am
Zeitpunkt t1 einen Schwellenwert zum Auslösen der Abdrift
steuerung durchquert, wenn ein Fahrzeug durch eine Kurve
fährt. Wenn die Abdriftgröße DQ über den Schwellenwert hin
aus ansteigt, werden die Sollschlupfverhältnisse Rsha und
Rshi für die Hinterräder an der Außenseite und Kurveninnen
seite derart berechnet, daß sie zusammen in der gleichen
Weise ansteigen, wie es in den zweiten und dritten Reihen
von Fig. 6 gezeigt ist, so daß sie im wesentlichen zur Höhe
der Abdriftgröße solange proportional sind, bis die
Abdriftgröße am Zeitpunkt t2 einen Maximalwert ihrer
Leistungs- bzw. Verhaltenskurve erreicht.
Bis zu diesem Zeitpunkt t2, oder bis zum Zeitpunkt t3,
der vom Zeitpunkt t2 um eine Verzögerungszeit t0 verschoben
ist, die dem Zeitzählwert Co während der Schritte 703 und
704 entspricht, sind die im Schritt 712 als Rsha = Rsges/2
bzw. Rshi = Rsrib/2 berechneten Sollschlupfverhältnisse Rs
ha und Rshi für die Hinterräder an der Außenseite und Kur
veninnenseite tatsächlich gleich.
Nachdem die Steuerung jedoch den Zeitpunkt t2 (oder t3)
durchlaufen hat, wird, wenn die Abdriftgröße monoton ab
fällt, im Schritt 710 Rshib, d. h. ein zweifacher Wert des
Sollschlupfverhältnisses für das Hinterrad an der Kurvenin
nenseite, gemäß der folgenden Formel 5 berechnet:
Rshib = MED [Rshib - Rodn, Rsges, Rscut] (5).
Die vorstehende Formel bedeutet, daß der Wert von Rshib
den Wert eines Terms mittlerer Größe von Rshib - Rodn, Rs
ges und Rscut einnimmt. Rodn kann ein Wert von beispiels
weise 0,4% von Rsges sein, und Rscut kann ein Wert von bei
spielsweise -18% von Rsges sein. Gemäß der Formel 5 wird
Rshib daher in jedem Abtastzyklus, d. h. alle Hundertstelse
kunden, vom Wert von Rsges mit beispielsweise einer Rate
von 0,4% von Rsges reduziert, wobei die Reduzierung von Rs
hib auf einen Wert von beispielsweise -0,18% von Rsges
begrenzt ist.
Während eines solchen im allgemeinen vermindernden Pro
zesses der Abdriftgröße DQ wird der Steuerungsprozeß für
den Fall, daß die Abdriftgröße DQ für vorübergehend an
steigt, zum Schritt 711 umgeleitet, in dem Rshib gemäß der
folgenden Formel 6 berechnet wird, so daß Rshib vorüberge
hend erhöht wird (Roup kann ebenfalls im Größenordnungsbe
reich von 0,4%. von Rsges liegen):
Rshib = MED [Rshib + Roup, Rsges, Rscut] (6).
Ein Beispiel eines derartigen Anpassungsprozesses durch
die vorstehende Formel 5 bezüglich des Sollschlupfverhält
nisses des Hinterrads an der Kurveninnenseite gegen Ende
der Abdriftsteuerung ist im Diagramm der dritten Reihe von
Fig. 6 dargestellt, und zwar im Vergleich zum Stand der
Technik, bei dem das Sollschlupfverhältnis des Hinterrads
an der Kurveninnenseite derart gesteuert wird, daß es das
selbe Verhalten wie das des Hinterrads an der Kurvenaußen
seite zeigt, wobei das Verteilungsverhältnis im wesentli
chen konstant ist. Wie es im Diagramm gezeigt ist, wird in
einer letzten Phase der zwischen den Zeitpunkten t3 und t5
verlaufenden Abdriftsteuerung der Anteil des Sollschlupf
verhältnisses des Hinterrads an der Kurveninnenseite von
dem mit einer gestrichelten Linie dargestellten Verhalten
in das mit einer durchgezogenen Linie dargestellte Verhal
ten abgewandelt, so daß es verglichen mit dem Sollschlupf
verhältnis für das Hinterrad an der Kurvenaußenseite zuneh
mend kleiner wird und in dem gezeigten Beispiel am Zeit
punkt t4 in einen negativen Bereich dreht. Der negative
Wert des Schupfverhältnisses Rshi (= Rshib/2) durch das
Bremsen ist nicht in jedem Fall völlig bedeutungslos, da
das Schlupfverhältnis Rshi, wie hierin nachstehend be
schrieben, für die Berechnung einer Schlupfrate bzw.
Schlupfgeschwindigkeit des Hinterrads an der Kurveninnen
seite verwendet wird, was auf einer Normradgeschwindigkeit
basiert, wofür im allgemeinen die Radgeschwindigkeit des
Vorderrads an der Kurveninnenseite verwendet wird; wenn da
her das Vorderrad an der Kurveninnenseite in der Zwischen
zeit ebenfalls gebremst wird, kann die Schlupfgeschwindig
keit des Hinterrads an der Kurveninnenseite als ein positi
ver Wert berechnet werden. Auf jeden Fall wird durch eine
geeignete Bestimmung der Größen Rodn und Roup bei t0 die
Anpassungsausführung des Sollschlupfverhältnisses des Hin
terrads an der Kurveninnenseite von Rsges zu Rshib auf eine
geeignete Weise derart eingestellt, daß das Verhalten am
Ende der Abdriftsteuerung in der Weise verbessert wird, daß
in der letzten Phase der Steuerung kein plötzliches Ausbre
chen bzw. nach außen Gleiten der Hinterräder verursacht
wird.
Im Schritt 713 werden gemäß der Drehrichtung des Fahr
zeugs, die durch das Vorzeichen der Giergeschwindigkeit γ
beurteilt wird, die Hinterräder an der Kurvenaußenseite und
Kurveninnenseite bestimmt. Wenn das Fahrzeug nach links ab
biegt, werden die Sollschlupfverhältnisse Rshl und Rshr für
die linken und rechten Hinterräder gemäß der folgenden For
mel 7 bestimmt, wogegen, wenn das Fahrzeug nach rechts ab
biegt, die Sollschlupfverhältnisse Rshl und Rshr der linken
und rechten Hinterräder gemäß der folgenden Formel 8 be
stimmt werden:
Rshl = Rshi
Rshr = Rsha (7)
Rshr = Rsha (7)
Rshl = Rsha
Rshr = Rshi (8).
Rshr = Rshi (8).
Nun sei wieder auf Fig. 2 bezuggenommen; im Schritt 80
werden die auf die linken und rechten Hinterräder aufge
brachten Bremskräfte gemäß den in Fig. 4 ausführlich ge
zeigten Schritten gesteuert, so daß sich die Schlupfge
schwindigkeiten der linken und rechten Hinterräder den je
weiligen Sollschlupfgeschwindigkeiten anpassen.
Gemäß Fig. 4 werden im Schritt 81 in Abhängigkeit von
einer Bezugsfahrzeuggeschwindigkeit Vb, beispielsweise der
eines Vorderrads an der Kurveninnenseite, die Sollradge
schwindigkeiten Vwti (i = hl, hr) der linken und rechten
Hinterräder gemäß der folgenden Formel 9 berechnet:
Vwti = Vb*(100 - Rsi)/100 (9).
Im Schritt 82 werden unter Verwendung von Vwid als die
Radbeschleunigung von jedem Rad (die Ableitung von der Rad
geschwindigkeit Vwi) und Ks als eine geeignete positive
Konstante die Schlupfgeschwindigkeiten SPi (i = hl, hr) der
linken und rechten Hinterräder gemäß der folgenden Formel
10 berechnet:
SPi = Vwi - Vwti + Ks * (Vwid - Gx) (10).
Im Schritt 83 werden die Steuerventile 28 und 44 je
weils derart in ihre zweite Schaltstellung geschaltet, daß
der Kanal 30 mit dem Speicherdruck versorgt wird.
Im Schritt 84 wird beurteilt, ob SPi größer als ein ge
eigneter positiver Schwellenwert SPop ist, der ein relativ
kleiner Wert sein kann; wenn die Antwort JA ist, geht die
Steuerung zum Schritt 85, in dem die EIN-AUS-Ventile 60HL,
62HL, 60HR, 62HR derart gesteuert werden, daß der an die
Radzylinder 64HL und 64HR gelieferte Hydraulikdruck erhöht
wird, so daß auf die Hinterräder erneut eine Bremskraft
aufgebracht wird oder die bereits auf die Hinterräder auf
gebrachte Bremskraft noch mehr erhöht wird, da ein positi
ver Wert von SPi bedeutet, daß die Radgeschwindigkeit Vwi
vermindert werden muß, damit sie mit ihrem Sollwert Vwti
übereinstimmt.
Wenn die Antwort von Schritt 84 NEIN ist, wird im
Schritt 86 schließlich beurteilt, ob SPi kleiner als ein
relativ kleiner negativer Schwellenwert SPon ist, d. h., ob
SPi ein negativer Wert ist, dessen Absolutwert höher ist
als ein relativ kleiner Absolutwert von SPon; wenn die Ant
wort JA ist, geht die Steuerung zum Schritt 87, in dem die
EIN-AUS-Ventile 60HL, 62HL, 60HR, 62HR derart gesteuert
werden, daß der an die Radzylinder 64HL und 64HR gelieferte
Hydraulikdruck abgebaut wird, so daß die bereits auf die
Hinterräder aufgebrachte Bremskraft reduziert wird.
Wenn die Antwort von Schritt 86 NEIN ist, geht die
Steuerung zum Schritt 88, in dem die EIN-AUS-Ventile 60HL,
62HL, 60HR, 62HR alle im geschlossenen Zustand gehalten
werden, so daß die Drücke der Radzylinder 64HL und 64HR un
verändert bleiben.
Obwohl die vorliegende Erfindung unter Bezugnahme auf
ein besonderes Ausführungsbeispiel davon im Detail be
schrieben wurde, ist es für den Fachmann ersichtlich, daß
verschiedene Abwandlungen zu dem gezeigten Ausführungsbei
spiel möglich sind, ohne dabei vom Sinn der vorliegenden
Erfindung abzuweichen.
Die Erfindung sieht somit eine Abdriftverhinderungs
steuerung eines Fahrzeugs vor, die eine Einrichtung zur Ab
schätzung der Abdriftneigung der Fahrzeugkarosserie hat,
die eine Abdriftgröße erzeugt, die zusammen mit einem An
stieg der Abdriftneigung im allgemeinen ansteigt, eine
Bremseinrichtung zum selektiven Aufbringen einer variablen
Bremskraft auf jedes Rad und eine Steuereinrichtung zur
Steuerung der Bremseinrichtung in Abhängigkeit von der Ab
driftgröße, so daß auf die linken und rechten Hinterräder
eine Bremskraft mit einem diesbezüglichen Sollwert aufge
bracht wird, um somit ein Ausbrechen bzw. Abdriften der
Fahrzeugkarosserie zu verhindern, wobei der Sollwert im
allgemeinen proportional zur Abdriftgröße ist und gemäß ei
nem Verteilungsverhältnis zwischen den linken und rechten
Hinterrädern aufgeteilt wird, und wobei die Steuereinrich
tung einen Anteil des Verteilungsverhältnisses für eines
der linken oder rechten Hinterräder an der Kurveninnenseite
gegenüber dem Anteil des anderen der linken und rechten
Hinterräder an der Kurvenaußenseite zunehmend reduziert,
wenn sich die Abdriftsteuerung ihrem Ende nähert.
Claims (3)
1. Eine Abdriftverhinderungssteuervorrichtung eines
Fahrzeugs mit einer Fahrzeugkarosserie, linken und rechten
Vorderrädern kund linken und rechten Hinterrädern, die auf
weist:
eine Einrichtung zum Abschätzen der Abdriftneigung der Fahrzeugkarosserie, die eine Abdriftgröße erzeugt, die zu sammen mit dem Anstieg der Abdriftneigung im allgemeinen ansteigt,
eine Bremseinrichtung zum selektiven Aufbringen einer variablen Bremskraft auf jedes der Räder, und
eine Steuereinrichtung zum Steuern der Bremseinrichtung in Abhängigkeit von der Abdriftgröße, so daß auf die linken und rechten Hinterräder eine variable Bremskraft mit einem diesbezüglichen Sollwert aufgebracht wird, um somit ein Abdriften der Fahrzeugkarosserie zu verhindern, wobei der Sollwert im allgemeinen zur Abdriftgröße proportional ist und einem Verteilungsverhältnis entsprechend zwischen den linken und rechten Hinterrädern aufgeteilt wird,
wobei die Steuereinrichtung einen Anteil des Vertei lungsverhältnisses für eines der linken und rechten Hinter räder, das sich an der Kurveninnenseite befindet, derart verringert, daß der Anteil gegenüber dem Anteil des Vertei lungsverhältnisses für das andere der linken und rechten Hinterräder, das sich an der Kurvenaußenseite befindet, zu nehmend kleiner wird, wenn sich die Abdriftsteuerung ihrem Ende nähert.
eine Einrichtung zum Abschätzen der Abdriftneigung der Fahrzeugkarosserie, die eine Abdriftgröße erzeugt, die zu sammen mit dem Anstieg der Abdriftneigung im allgemeinen ansteigt,
eine Bremseinrichtung zum selektiven Aufbringen einer variablen Bremskraft auf jedes der Räder, und
eine Steuereinrichtung zum Steuern der Bremseinrichtung in Abhängigkeit von der Abdriftgröße, so daß auf die linken und rechten Hinterräder eine variable Bremskraft mit einem diesbezüglichen Sollwert aufgebracht wird, um somit ein Abdriften der Fahrzeugkarosserie zu verhindern, wobei der Sollwert im allgemeinen zur Abdriftgröße proportional ist und einem Verteilungsverhältnis entsprechend zwischen den linken und rechten Hinterrädern aufgeteilt wird,
wobei die Steuereinrichtung einen Anteil des Vertei lungsverhältnisses für eines der linken und rechten Hinter räder, das sich an der Kurveninnenseite befindet, derart verringert, daß der Anteil gegenüber dem Anteil des Vertei lungsverhältnisses für das andere der linken und rechten Hinterräder, das sich an der Kurvenaußenseite befindet, zu nehmend kleiner wird, wenn sich die Abdriftsteuerung ihrem Ende nähert.
2. Abdriftverhinderungssteuervorrichtung nach Anspruch
1, wobei die Steuereinrichtung eine Einrichtung zum Erfas
sen eines Maximalwerts des Anstiegs der Abdriftgröße auf
weist und die zunehmende Verringerung des Anteils des Ver
teilungsverhältnisses für das Hinterrad an der Kurveninnen
seite gegenüber dem Anteil des Verteilungsverhältnisses für
das Hinterrad an der Kurvenaußenseite bei der Erfassung des
Maximalwerts beginnt.
3. Abdriftverhinderungssteuervorrichtung nach Anspruch
1, wobei die Steuereinrichtung ferner eine Einrichtung zum
Einhalten einer Verzögerungszeit von der Erfassung des Ma
ximalwerts an aufweist und die zunehmende Verringerung des
Anteils des Verteilungsverhältnisses für das Hinterrad an
der Kurveninnenseite gegenüber dem Anteil des Verteilungs
verhältnisses für das Hinterrad an der Außenseite der Kurve
nach dem Ablauf der Verzögerungszeit von der Erfassung des
Maximalwerts an beginnt.
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