DE19636225A1 - Mittelpufferkupplung - Google Patents
MittelpufferkupplungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine automatische Mittel
pufferkupplung für Schienenfahrzeuge mit einer Zug- und
Stoßvorrichtung, an der ein Kupplungskopf angeordnet
ist.
Eine derartige Kupplung ist aus der deutschen Offenle
gungsschrift 43 02 444 bekannt und besitzt eine mit dem
Fahrzeuguntergestell verbundene Zug- und Stoßvorrichtung
mit einem Verformungselement. Zug- und Stoßvorrichtungen
automatischer Mittelpufferkupplungen dienen dazu, die
üblichen, im Fahr- und Rangierbetrieb auftretenden Kräf
te elastisch mit einer vorgegebenen Dämpfung in das
Untergestell des Schienenfahrzeugs einzuleiten. Diese
Zug- und Stoßvorrichtungen sind geeignet, die Stoßener
gie bis zu einer bestimmten Grenz-Aufprallgeschwindig
keit aufzunehmen. Das Verformungselement dient dazu, die
bei Aufprallgeschwindigkeiten über der Grenzgeschwin
digkeit entstehende Stoßenergie durch Verformungsarbeit
zu vernichten.
Mittelpufferkupplungen dieser Art haben sich bewährt und
bringen infolge des bei einem Überstoß stattfindenden
Energieabbaus mit Hilfe der Zug- und Stoßvorrichtung
bzw. des Verformungselements, beispielsweise in Gestalt
einer gashydraulischen Patrone eine erhebliche Verbesse
rung der Sicherheit für den Zugführer im Falle eines
Auffahrunfalls mit sich. Angesichts der zunehmenden Zug
geschwindigkeiten und zunehmender Zugdichte sowie der
immer mehr ansteigenden Sicherheitsanforderungen reichen
die herkömmlichen Zug- und Stoßvorrichtungen bzw. deren
Verformungselemente nicht mehr aus.
Bekannt sind auch Kupplungen, bei denen der die Zug- und
Stoßvorrichtung tragende Lagerbock nicht starr mit dem
Fahrzeuguntergestell verbunden ist, sondern sich axial
verschieben läßt. Dies geschieht mit Hilfe einer nach
dem Prinzip eines mechanischen Wagenhebers arbeitenden
Schere. Diese Schere greift einerseits an dem die Zug- und
Stoßvorrichtung tragenden Lagerbock und andererseits
mittelbar oder unmittelbar am Fahrzeuggestell an. Derar
tige Scheren sind jedoch mit dem Nachteil verbunden, daß
sich die einander gegenüberliegenden Gelenkpunkte der
Schenkel in dem Maße, wie die Kupplung in ihre Ruhestel
lung innerhalb des nach Art eines Cockpit ausgebildeten
Fahrzeugkopfes zurückgefahren wird, ihren Horizontalab
stand vergrößern. Das erfordert einen entsprechenden
Freiraum beiderseits der Schere, der dann nicht mehr zur
Verfügung steht, wenn die Frontverkleidung des Schienen
fahrzeugs aus aerodynamischen Gründen nach Art einer
Flugzeugnase ausgebildet ist.
Der Erfindung liegt daher das Problem zugrunde, eine
zurückziehbare Kupplung zu schaffen, deren Raumbedarf
insbesondere im eingefahrenen Zustand geringer ist als
bei herkömmlichen Kupplungen dieser Art. Darüber hinaus
sollte die Kupplung zusätzlich auch noch eine Erhöhung
der Sicherheit beim Auftreten von Überstößen mit sich
bringen.
Die Lösung dieses Problems besteht in einer Kupplung,
bei der die vorzugsweise mit einem Verformungselement
versehene Zug- und Stoßvorrichtung mit einem am Unterge
stell des Fahrzeugs abgestützen teleskopierbaren Träger
verbunden ist; dies kann mit Hilfe einer gelenkigen Ver
bindung zwischen der Zug- und Stoßvorrichtung einerseits
und dem Träger andererseits geschehen. Hierfür eignet
sich insbesondere eine Lagerplatte mit zwei Lagerböcken
und einem Drehzapfen, um so ein Verschwenken der den
Kupplungskopf tragenden Zug- und Stoßvorrichtung in der
Horizontalen zu ermöglichen.
Ein zusätzlicher Energieabbau außer durch das Verfor
mungselement der Zug- und Stoßvorrichtung ergibt sich,
wenn zwischen dem Drehzapfen und einem Lagerauge an der
Zug- und Stoßvorrichtung und/oder den den Drehzapfen
aufnehmenden Bohrungen der Lagerböcke eine elastische
Büchse, beispielsweise eine Gummibüchse angeordnet ist.
Ein außerordentlich raumsparender und einen weiteren
Sicherheitszuwachs mit sich bringender Träger für die
Zug- und Stoßvorrichtung besteht aus einem mehrgliedri
gen Teleskopzylinder, vorzugsweise aus einem äußeren
Führungsrohr, einem Innenzylinder und einer am Innenzy
linder angreifenden innenliegenden Kolben-Zylinder-Ein
heit, die für einen Betrieb mit Drucköl oder Druckluft
eingerichtet ist.
Die Kolbenstange der Kolben-Zylinder-Einheit greift vor
zugsweise an dem gleichzeitig als Lagerplatte für die
Zug- und Stoßvorrichtung dienenden Deckel des Innenzy
linders an. Der Kolbenzylinder kann dann an einem rück
wärtigen Deckel gelagert sein, mit dem das Führungsrohr
verschlossen ist.
Mit einem derartigen, vorzugsweise verriegelbaren tele
skopierbaren Träger läßt sich die Sicherheit für die
Fahrzeugführerkabine bei Auffahrunfällen auf dreifache
Weise weiterhin erhöhen. Zum einen können in den Druck
mittelleitungen zu entsprechenden Anschlüssen an dem
Deckel des Führungsrohrs mit Überdruck-Ablaßventilen
angeordnet sein, die druckabhängig gesteuert sind und im
Falle eines Aufpralls oberhalb eines bestimmten Grenz
werts ein energieverzehrendes Abfließen des Druckmittels
aus dem Ringraum zwischen dem Führungsrohr und dem
Innenzylinder einerseits sowie der Kolben-Zylinder-Ein
heit andererseits und/oder der Kolben-Zylinder-Einheit
erlauben.
Des weiteren kann auch das Führungsrohr als Verformungs
rohr ausgebildet sein, um Aufprallenergie nach Art einer
Knautschzone abzubauen.
Schließlich läßt sich ein zusätzlicher Energieabbau bei
Überstößen erreichen, wenn das Führungsrohr mit einem
Abreißflansch versehen und/oder mit einem Abreißdeckel
verschlossen ist. Dieser Deckel kann über Schraubbolzen
am Führungsrohr befestigt sein, die in einen Flansch des
Führungsrohrs eingreifen.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels des näheren
erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Seitenansicht,
Fig. 2 eine Draufsicht und
Fig. 3 eine Vorderansicht der erfindungsgemäßen Kupp
lung sowie
Fig. 4 einen axialen Längsschnitt durch den telesko
pierbaren Träger für die Zug- und Stoßvorrich
tung.
Die Kupplung besteht im wesentlichen aus drei Haupttei
len, nämlich einem Kupplungskopf 1, einer Zug- und Stoß
vorrichtung 2 und einem an dem nicht dargestellten Fahr
zeuguntergestell befestigten Träger 3. Der Kupplungskopf
1 ist in üblicher Weise mit einem Kupplungskegel 4 und
mit einem Kupplungsmaul 5 zur Aufnahme eines Gegenkegels
sowie zwei verschwenkbaren Kupplungsplatten 6, 7 zum Her
stellen der elektrischen und pneumatischen Verbindungen
zu dem benachbarten Fahrzeug verbunden. Um ein Ausrich
ten des Kupplungskopfes zu ermöglichen, erstrecken sich
zwischen einer Konsole 8 am Träger 3 und einer Trag
platte 9 der Zug- und Stoßvorrichtung 2 Stützzylinder
10, 11.
Die Zug- und Stoßvorrichtung 2 ist über ein Gelenk 12
mit einer Lagerplatte 13 des Trägers 3 verbunden. Das
Gelenk besteht aus zwei Lagerböcken 14 und einem Dreh
zapfen 15, der in Lageraugen 16 der Lagerböcke 14 ein
greift. Zwischen dem Drehzapfen 15 und einem Lagerauge
der Zug- und Stoßvorrichtung befindet sich eine Büchse
15a aus einem energieverzehrenden elastischen Werkstoff,
beispielsweise Gummi.
Der Träger 3 für die Zug- und Stoßvorrichtung 2 besteht
aus einem Führungs- bzw. Deformationsrohr 17 mit einem
Flansch 18 und einem in dem Deformationsrohr geführten
Innenzylinder 19, dessen Deckel gleichzeitig als Lager
platte 17a für die Lagerböcke 14 dient. Zwischen dem
Deckel und einem das Führungsrohr 17 auf der anderen
Seite verschließenden Anschlußdeckel 20 erstreckt sich
eine Hydraulikzylindereinheit 21, deren Kolbenstange 22
mit dem Deckel bzw. der Lagerplatte 17a und deren Zylin
der 23 mit dem Anschlußdeckel 20 verbunden ist. Der
Ringraum 24 zwischen dem rückwärtigen Teil des Führungs
rohrs 17 und dem Mantel des Innenzylinders 19 und das
Innere 25 des Zylinders 23 sind über Druckölanschlüsse
mit einer Druckölpumpe bzw. einem Druckölsumpf verbun
den. In den beiden nicht dargestellten Druckölleitungen
befinden sich druckabhängig gesteuerte, ebenfalls nicht
dargestellte Überdruckventile bzw. Ablaßventile.
Das Führungsrohr 17 ist über eine umlaufende Schweißnaht
28 mit einem Flansch 29 verbunden, in den Schraubbolzen
30 zum Befestigen des Anschlußdeckels 20 eingreifen. Die
Schweißnaht 28 und/oder die Schraubbolzen 30 erlauben
bei Überstößen ein Abreißen des Flanschs 29 mit dem
Anschlußdeckel 20 bzw. des Deckels 20 und bringen so
einen weiteren Verzehr von Aufprallenergie mit sich.
Die in der Zeichnung dargestellte Mittelpufferkupplung
bringt einen mehrfachen Zuwachs an Sicherheit bei Über
stößen bzw. Auffahrunfällen mit sich.
Die Kupplung besitzt zunächst einmal ein mit der Zug- und
Stoßvorrichtung 2 verbundenes Verformungselement,
beispielsweise in Gestalt einer gashydraulischen
Patrone. Zusätzlich findet aber auch in dem Gummigelenk
12 sowie mit Hilfe der sich bei einem Aufprall automa
tisch - mehr oder minder - öffnenden Überdruckventile
ein zweistufiger Abbau von Aufprallenergie statt.
Schließlich trägt auch das sich gegebenenfalls nach Art
einer Knautschzone verformende Führungsrohr 17 zu einem
Abbau von Aufprallenergie sowie ein Abreißen des Flan
sches 29 oder Anschlußdeckels 20 beispielsweise an der
gemeinsamen Schweißnaht 28 mit dem Führungsrohr 17 bei.
Insgesamt erlaubt der erfindungsgemäße Träger 2 so ein
axiales Verfahren des Kupplungskopfes ohne seitlichen
Raumbedarf sowie ein hohes Maß an Energieabbau im Falle
eines Auffahrunfalles.
Claims (16)
1. Automatische Mittelpufferkupplung für Schienenfahr
zeuge mit einem Kupplungskopf (1),
- - einer Zug- und Stoßvorrichtung (2) und
- - einem teleskopierbaren Träger (3) für die Zug- und Stoßvorrichtung.
2. Kupplung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zug- und Stoßvorrichtung (2) mit einem Ver
formungselement versehen ist.
3. Kupplung nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet
durch eine Gelenkverbindung (12) zwischen der Zug- und
Stoßvorrichtung (2) und dem Träger (3).
4. Kupplung nach Anspruch 3, gekennzeichnet durch eine
Lagerplatte (17a) mit zwei Lagerböcken (14) und
einem Drehzapfen (15) zwischen der Zug- und Stoßvor
richtung (2) und dem Träger (3).
5. Kupplung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Drehzapfen (15) und einem Lagerauge
der Zug- und Stoßvorrichtung (2) und/oder zwischen
dem Drehzapfen (15) und Lageraugen (16) der Lager
böcke (14) eine Büchse (16a) aus einem elastischen
Werkstoff angeordnet ist.
6. Kupplung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß der Träger aus einem mehrglied
rigen Teleskop-Zylinder (17, 19) besteht.
7. Kupplung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Teleskop-Zylinder (17, 19) aus einem Füh
rungsrohr (17), einem Innenzylinder (19) und einer
am Innenzylinder angreifenden innenliegenden Kolben-
Zylinder-Einheit (21) besteht.
8. Kupplung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Kolbenstange (22) der Kolben-Zylinder-Ein
heit am Deckel (17a) des Innenzylinders (19)
angreift.
9. Kupplung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Führungsrohr mit einem Anschluß
deckel (20) verschlossen und die Kolben-Zylinder-
Einheit (21) an dem Anschlußdeckel gelagert ist.
10. Kupplung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß der Anschlußdeckel (20) mit Anschlüssen (26, 27)
für ein Druckmedium versehen ist.
11. Kupplung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß in den Leitungen für das Druckmedium jeweils ein
gesteuertes Überdruckventil angeordnet ist.
12. Kupplung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß das Führungsrohr (17) mit einem
Abreißdeckel (20) verschlossen ist.
13. Kupplung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
daß der Abreißdeckel (20) über Schraubbolzen (30)
mit einem Flansch (29) des Führungsrohrs verschraubt
ist.
14. Kupplung nach einem der Ansprüche 7 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß das Führungsrohr (17) als Defor
mationsrohr ausgebildet ist.
15. Kupplung nach einem der Ansprüche 6 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß der Teleskop-Zylinder (17, 19)
verriegelbar ist.
16. Kupplung nach einem der Ansprüche 6 bis 15, gekenn
zeichnet durch einen selbstansaugenden Innenzylinder
(19).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996136225 DE19636225A1 (de) | 1996-09-06 | 1996-09-06 | Mittelpufferkupplung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996136225 DE19636225A1 (de) | 1996-09-06 | 1996-09-06 | Mittelpufferkupplung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19636225A1 true DE19636225A1 (de) | 1998-03-12 |
Family
ID=7804827
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996136225 Withdrawn DE19636225A1 (de) | 1996-09-06 | 1996-09-06 | Mittelpufferkupplung |
Country Status (1)
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
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