DE19502217C2 - Energieverzehrsystem für Nahverkehrs-Schienenfahrzeuge, insbesondere für Stadtschnellbahnen - Google Patents
Energieverzehrsystem für Nahverkehrs-Schienenfahrzeuge, insbesondere für StadtschnellbahnenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Energieverzehrsystem für Nahverkehrs-Schienenfahrzeuge, deren klein
ste betriebsfähige Einheit zwei zu einem Halbzug gekoppelte und aus jeweils zwei kurzgekuppel
ten Fahrzeugen mit konturengleichem Übergang bestehende Viertelzüge mit jeweils einem Be
triebs- und einem Rangierkuppelende ist, wobei das Betriebskuppelende eine primäre, in eine über
ein Elastomerfedergelenk mit Abreißelementen am Untergestell des Fahrzeuges befestigte Mittel
pufferkupplung integrierte Energieverzehreinrichtung und eine sekundäre, als Seitenpuffer mit
Kletterschutz ausgebildete Energieverzehreinrichtung aufweist, und sie läßt sich insbesondere vor
teilhaft an Stadtschnellbahnen realisieren.
Bei Nahverkehrs-Schienenfahrzeugen ist es zum Fahrzeug- und Insassenschutz bei harten Ran
gierstößen und Kollisionen allgemein bekannt, die üblicherweise eingesetzten Mittelpufferkupp
lungen mit Energieverzehreinrichtungen auszustatten, welche die bei normalem Fahr- und Ran
gierbetrieb auftretenden Stoßkräfte beschädigungsfrei absorbieren. Solche Energieverzehreinrich
tungen sind zumeist als im Kupplungsschaft der Mittelpufferkupplung angeordnete Energiever
zehrelemente mit einem zusammenpreßbaren Medium ausgebildet, welche ähnlich wie Stoßdämp
fer normale Auflaufstöße aufnehmen und ohne Beschädigung wieder in ihre ursprüngliche Lage
zurückgehen. Beim Überschreiten der zulässigen Aufstoßenergie, beispielsweise aufgrund von
Rangierunfällen oder dergleichen, wird der vordere Teil des Untergestellrahmens derart ausgerüsteter
Fahrzeuge über die Anlenkung der Mittelpufferkupplung am Untergestell deformiert und die un
zulässig hohe Aufstoßenergie über diese Deformierung absorbiert. Solche Energieverzehrsysteme
werden jedoch aufgrund ihrer geringen Arbeitsaufnahmemöglichkeiten den heutigen Anforderun
gen im Bahnbetrieb nicht mehr gerecht und haben sich zudem als unwirtschaftlich erwiesen, da die
Reparatur der nach einem Aufprall deformierten Teile des Fahrzeuges sehr zeit- und kostenauf
wendig ist.
Durch die DE-OS 36 32 578 ist darüber hinaus eine zweistufige Pufferstoß-Energieverzehrein
richtung bekannt, bei welcher der ebenfalls in die Mittelpufferkupplung integrierten und für die
Beanspruchungen des normalen Rangierbetriebes ausgelegten primären Energieverzehreinrichtung
eine weitere, für höhere Aufstoßgeschwindigkeiten ausgelegte sekundäre Energieverzehreinrich
tung zugeordnet ist. Die Mittelpufferkupplung ist dabei an einem horizontalen, längsverschieblich
am Untergestell-Kopfstück angeordneten Kupplungsträger angelenkt, welcher seitlich, nahe seiner
Querenden auch die sekundäre Energieverzehreinrichtung trägt. Dieser Kupplungsträger wird von
zur Fahrzeuglängsmitte weisenden Konsolen getragen, die an den Längsenden der Seitenlangträ
ger des Untergestellrahmens befestigt und mit Führungen für die sekundäre Energieverzehrein
richtung ausgebildet sind.
Die sekundäre Energieverzehreinrichtung besteht dabei aus über das Kopfende des Fahrzeuges ra
genden, seitenpufferähnlichen Stoßelementen mit stirnseitigen Kletterschutzeinrichtungen sowie
aus an den Konsolen abgestützten mechanischen Arbeitsgliedern, welche nach Ausschöpfung der
Arbeitskapazität der Mittelpufferkupplung und Überschreitung der Ansprechkraft der Sekundär
stufe die überschüssige Aufstoßenergie in Reibungs- bzw. Verformarbeit umsetzen.
Der Nachteil einer solchen zweistufigen Energieverzehreinrichtung besteht jedoch darin, daß der
Kupplungsquerträger auf seiner gesamten Breite durch seine Längsverschieblichkeit am Kopf
stück des Untergestells einen relativ großen, freizuhaltenden Platzbedarf beansprucht. Dies ist je
doch bei Nahverkehrsfahrzeugen, bedingt durch den zumeist über dem Kopfstück angeordneten
Führerstand und die somit unter dem Führerstand angeordnete Elektro- und Antriebstechnik nicht
mit dem benötigten Platzbedarf für solche Bauteile vereinbar, so daß derartige Energieverzehrein
richtungen speziell für Stadtschnellbahnen ungeeignet sind.
Des weiteren sind aus der Praxis auch dreistufige Energieverzehreinrichtungen für Stadtschnell
bahnen bekannt (siehe S-Bahn Berlin, Der neue Triebzug ET 480, Hestra-Verlag, Darmstadt,
1990), deren kleinste betriebsfähige Einheit ein aus zwei übergangslosen Triebfahrzeugen mit je
weils einem Betriebs- und einem Kurzkuppelende bestehender Viertelzug ist und durch zwei zu
berücksichtigende Fahrtrichtungen einen symmetrischen Aufbau aufweisen. Bei diesen, jeweils am
Betriebskuppelende angeordneten Energieverzehreinrichtungen ist der primären und sekundären
Energieverzehrstufe noch eine weitere Energieverzehrstufe zum Abbau von Stoßenergie während
des normalen Fahrbetriebes sowie zur Erhöhung der Arbeitsaufnahme der primären Energiever
zehrstufe zugeordnet. Die erste Stufe der dreistufigen Energieverzehreinrichtung bildet somit ein
im Gelenkteil der Mittelpufferkupplung angeordnetes Gummielement, welches bei einer Gesamt
masse des Viertelzuges von MMAX = 60 t sowie bei einem Federweg von SF ≦ 50 mm und einer
Arbeitsaufnahme von WG ≦ 5,3 kJ Auflaufstöße bis VMAX = 5 km/h aufnimmt. Für die zweite
Stufe wird wiederum ein Energieverzehrelement mit zusammenpreßbaren Medium innerhalb des
Kupplungsschaftes verwendet, welches bei einem Hub von SMAX ≦ 220 mm und einem Arbeits
vermögen von WPE ≦ 95 kJ Auflaufstöße bis VMAX = 15 km/h ohne Beschädigungen absorbiert
und in seine ursprüngliche Lage zurückgeht. Wird die Geschwindigkeit und somit auch die Auf
prallenergie höher, reißt die Mittelpufferkupplung über mit einem Arbeitsvermögen von
WAT ≦ 14 kJ definierte Abreißelemente vom Untergestell ab und die dritte Stufe der Energiever zehreinrichtung wird wirksam. Dabei treffen als mit Kletterschutz ausgerüstete Seitenpuffer aus gebildete seitliche Stoßverzehrelemente aufeinander, die mit Verformungselementen ausgerüstet sind und mit einem Arbeitsvermögen von WSE ≦ 140 kJ bei einem Verzehrweg von SV ≦ 200 mm und einer Aufprallgeschwindigkeit von VMAX = 24 km/h ihre Grenze haben und nach solch einem Aufprall ausgewechselt werden müssen. Die Betriebskuppelenden der mit solchen Energiever zehreinrichtungen ausgerüsteten Fahrzeuge weisen somit eine Gesamtarbeitsaufnahme von WGES ≦ 254 kJ auf, während die Kurzkuppelenden durch den platzbedingten Wegfall der dritten Stufe der Energieverzehreinrichtung eine Gesamtarbeitsaufnahme von WGES ≦ 114 kJ aufweisen. In der Praxis hat es sich jedoch gezeigt, daß derart ausgebildete dreistufige Energieverzehreinrich tungen noch keine optimale Sicherheit für die normalen Bedingungen des Bahnbetriebes bieten, da die Häufigkeit von Auflaufstößen mit einer Geschwindigkeit von V < 24 km/h größer als bisher angenommen ist. Die bei solchen Auflaufstößen entstehenden Schäden am Untergestell und am Wagenkasten der Fahrzeuge machen somit aufwendige Reparaturen notwendig, die sich zusam men mit den daraus resultierenden Standzeiten der Fahrzeuge als äußerst unwirtschaftlich erwie sen haben. Darüber hinaus hat sich das im Zusammenhang mit den Energieverzehreinrichtungen an den Kurzkuppelenden ergebende Energieverzehrsystem für Stadtschnellbahnen, deren kleinste betriebsfähige Einheit zwei zu einem Halbzug gekoppelte und aus jeweils zwei kurzgekuppelten Fahrzeugen bestehende Viertelzüge sind, trotz des zu geringen Arbeitsaufnahmevermögens als zu aufwendig erwiesen.
WAT ≦ 14 kJ definierte Abreißelemente vom Untergestell ab und die dritte Stufe der Energiever zehreinrichtung wird wirksam. Dabei treffen als mit Kletterschutz ausgerüstete Seitenpuffer aus gebildete seitliche Stoßverzehrelemente aufeinander, die mit Verformungselementen ausgerüstet sind und mit einem Arbeitsvermögen von WSE ≦ 140 kJ bei einem Verzehrweg von SV ≦ 200 mm und einer Aufprallgeschwindigkeit von VMAX = 24 km/h ihre Grenze haben und nach solch einem Aufprall ausgewechselt werden müssen. Die Betriebskuppelenden der mit solchen Energiever zehreinrichtungen ausgerüsteten Fahrzeuge weisen somit eine Gesamtarbeitsaufnahme von WGES ≦ 254 kJ auf, während die Kurzkuppelenden durch den platzbedingten Wegfall der dritten Stufe der Energieverzehreinrichtung eine Gesamtarbeitsaufnahme von WGES ≦ 114 kJ aufweisen. In der Praxis hat es sich jedoch gezeigt, daß derart ausgebildete dreistufige Energieverzehreinrich tungen noch keine optimale Sicherheit für die normalen Bedingungen des Bahnbetriebes bieten, da die Häufigkeit von Auflaufstößen mit einer Geschwindigkeit von V < 24 km/h größer als bisher angenommen ist. Die bei solchen Auflaufstößen entstehenden Schäden am Untergestell und am Wagenkasten der Fahrzeuge machen somit aufwendige Reparaturen notwendig, die sich zusam men mit den daraus resultierenden Standzeiten der Fahrzeuge als äußerst unwirtschaftlich erwie sen haben. Darüber hinaus hat sich das im Zusammenhang mit den Energieverzehreinrichtungen an den Kurzkuppelenden ergebende Energieverzehrsystem für Stadtschnellbahnen, deren kleinste betriebsfähige Einheit zwei zu einem Halbzug gekoppelte und aus jeweils zwei kurzgekuppelten Fahrzeugen bestehende Viertelzüge sind, trotz des zu geringen Arbeitsaufnahmevermögens als zu aufwendig erwiesen.
Die Erfindung verfolgt somit das Ziel, ein Energieverzehrsystem für Nahverkehrs-Schienenfahr
zeuge derart auszubilden, daß die genannten Mängel des Standes der Technik beseitigt werden.
Als Aufgabe liegt der Erfindung die Konzipierung eines Energieverzehrsystems für Nahverkehrs-
Schienenfahrzeuge, insbesondere für Stadtschnellbahnen, zugrunde, dessen einzelne Energiever
zehreinrichtungen an den Betriebs- bzw. Rangier- und Kurzkuppelenden einfach und platzsparend
auszubilden und mit welchen Auflaufstöße ohne unzulässige Verformungen tragender Fahrzeug
teile zu realisieren sind.
Die Aufgabe wird mit einem Energieverzehrsystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 derart
gelöst, daß der Viertelzug einen unsymmetrischen und der gekoppelte Halbzug einen symmetri
schen Energieverzehr aufweist, und daß an den Untergestellen der Kurzkuppelenden vertikale Be
wegungen der Kupplungsschäfte begrenzende Kletterschutzträger angeordnet sind.
Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
So ist vorgesehen,
daß durch die Installierung einer, einer Auflaufgeschwindigkeit von
VMAX = 25 km/h entsprechenden erhöhten Arbeitsaufnahme von WMAX ≦ 325 kJ in den Ener
gieverzehreinrichtungen des Betriebskuppelendes sowohl die Kurzkuppelenden der beiden Fahr
zeuge als auch das Rangierkuppelende des Viertelzuges in vereinfachter Weise ausschließlich mit
weiteren, in deren Mittelpufferkupplungen integrierten primären Energieverzehreinrichtungen aus
rüstbar sind und damit zugleich eine, einer Auflaufgeschwindigkeit von VMAX = 20 km/h entspre
chende zerstörungsfreie Arbeitsaufnahme von WMAX ≦ 151 kJ am Rangierkuppelende erzielbar
ist, wobei die Befestigung der Mittelpufferkupplungen an den Untergestellen in ebenfalls verein
fachter Weise lediglich mit Elastomerfedergelenken erfolgt.
Der Vorteil des erfindungsgemäßen Energieverzehrsystems gegenüber dem Stand der Technik ist,
daß die einzelnen Energieverzehreinrichtungen am Rangierkuppelende sowie an den Kurzkuppe
lenden des Viertelzuges weniger aufwendig und damit platzsparend ausgebildet sind.
Darüber hinaus ist das erfindungsgemäße Energieverzehrsystem durch die Installierung höherer
Arbeitsaufnahmen in den einzelnen Energieverzehreinrichtungen trotz einfacherer Ausbildung
auch für Auflaufstöße mit einer Geschwindigkeit von V < 24 km/h geeignet und bietet somit einen
optimalen Fahrzeug- und Insassenschutz für die normalen Bedingungen des Bahnbetriebes. Für
den Betreiber von mit dem erfindungsgemäßen Energieverzehrsystem ausgerüsteten Schienen
fahrzeugen sind durch den aus den erhöhten Arbeitsaufnahmen resultierenden verminderten Scha
densumfang auch die Reparaturkosten nach Rangierunfällen oder dergleichen auf ein Minimum reduzier
bar.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der dazugehörigen Zeichnung schematisch dargestellt
und wird nachfolgend ausführlich erläutert. Die Zeichnung zeigt dabei einen Viertelzug mit dem
erfindungsgemäßen Energieverzehrsystem aus der Untergestellansicht, welcher zusammen mit
einem zweiten identischen Viertelzug die als Halbzug bezeichnete kleinste betriebsfähige Einheit
einer Stadtschnellbahn oder dergleichen bildet.
In der Zeichnung ist deutlich zu erkennen, daß der Viertelzug 1 aus zwei kurzgekuppelten Fahr
zeugen 2; 3 mit konturengleichem Übergang besteht und mit einem Betriebskuppelende 6 und
einem Rangierkuppelende 23 ausgebildet ist. Dabei weist das Betriebskuppelende 6 in bekannter
Weise eine primäre, bevorzugt als Elastomer-Patrone ausgebildete und in die über ein Elastomer
federgelenk 10 mit Abreißelementen 11; 12 am Untergestell 4 des Fahrzeuges 2 befestigte Mittel
pufferkupplung 7 integrierte Energieverzehreinrichtung 8 zur Absorbierung von im Fahr- und
Rangierbetrieb auftretenden Stoßkräften und eine sekundäre, als Seitenpuffer mit Kletterschutz
ausgebildete Energieverzehreinrichtung 9 zur Absorbierung von aus überhöhten Auflaufstößen
resultierender Aufstoßenergie auf.
Durch die Installierung einer, einer Auflaufgeschwindigkeit von VMAX = 25 km/h entsprechen
den, erhöhten Arbeitsaufnahme von WMAX ≦ 325 kJ in den Energieverzehreinrichtungen 8; 9 des
Betriebskuppelendes 6 ist es nunmehr möglich, sowohl die Kurzkuppelenden
13; 14 der beiden Fahrzeuge 2; 3 als auch das Rangierkuppelende 23 des Viertelzuges 1, wie in
der Zeichnung ersichtlich, in vereinfachter Weise ausschließlich mit weiteren, in deren Mittelpuf
ferkupplungen 15; 16; 24 integrierten primären Energieverzehreinrichtungen 17; 18; 25 auszurü
sten und damit zugleich eine, einer Auflaufgeschwindigkeit von VMAX = 20 km/h entsprechende
zerstörungsfreie Arbeitsaufnahme von WMAX ≦ 151 kJ am Rangierkuppelende 23 zu erzielen. Die
Befestigung der Mittelpufferkupplungen 15; 16; 24 an den Untergestellen 4; 5 erfolgt dabei in
ebenfalls vereinfachter Weise lediglich mit gleichartigen Elastomerfedergelenken 19; 20; 26 wie
am Betriebskuppelende 6, jedoch ohne die dort verwendeten Abreißelemente 11; 12.
Die erhöhte Arbeitsaufnahme der primären Energieverzehreinrichtung 8 des Betriebskuppelendes
6 wird durch Vorspannung des zusammenpreßbaren Mediums in der Energie
verzehreinrichtung 8 erzeugt und beträgt vorteilhafterweise WPE ≦ 137 kJ. Gemeinsam mit der
Arbeitsaufnahme der sekundären Energieverzehreinrichtung 9 von WSE ≦ 160 kJ sowie unter
Hinzuziehung der Arbeitsaufnahmen des Elastomerfedergelenkes 10 von WEFG ≦ 14 kJ und der
Abreißelemente 11; 12 von WAE ≦ 14 kJ ist somit eine Gesamtarbeitsaufnahme des Betriebskup
pelendes 6 bei einer Masse des Viertelzuges 1 von MMAX = 59 t von WMAX ≦ 325 kJ im Zu
sammenwirken mit den Mittelpufferkupplungen 15; 16 der Kurzkuppelenden 13; 14 erzielbar.
Diese Gesamtarbeitsaufnahme des Betriebskuppelendes 6 macht es möglich, daß der Viertelzug 1
mit einer Geschwindigkeit von VMAX = 25 km/h unter Inanspruchnahme einer definierten
Knautschzone im Kopfbereich des Wagenkastens auf ein Hindernis aufprallen kann, ohne daß die
tragende Fahrzeugstruktur in unzulässiger Weise verformt wird.
Dadurch, daß die kleinste betriebsfähige Einheit der Halbzug ist, ergibt sich ein auf den Viertel
zug 1 bezogenes Energieverzehrsystem, welches die höchste Arbeitsaufnahme am Betriebskuppe
lende 6 aufweist und dessen Arbeitsaufnahmevermögen sich in Richtung Rangierkuppelende 23
verringert. Die für den Zweirichtungsverkehr erforderliche Symmetrie des Energieverzehrsystems
entsteht erst im Verband zweier Viertelzüge als Halbzug.
Wie oben bereits erwähnt wird die hohe Arbeitsaufnahme am Betriebskuppelende 6 jedoch nur
möglich, wenn auch an den Kurzkuppelenden 13; 14 ein entsprechender Energieverzehr erfolgt.
Deshalb weisen die primären Energieverzehreinrichtungen 17; 18 in den Mittelpufferkupplungen
15; 16 der Kurzkuppelenden 13; 14 ebenfalls eine mittels Vorspannung erzeugte Arbeitsaufnahme
von WPE ≦ 137 kJ auf, so daß sich unter Hinzuziehung der Arbeitsaufnahmen der Elastomerfe
dergelenke 19; 20 der Mittelpufferkupplungen 15; 16 eine Gesamtarbeitsaufnahme von
WMAX ≦ 151 kJ je Mittelpufferkupplung 15; 16 der Kurzkuppelenden 13; 14 ergibt.
Ebenso ist es auch nur im Zusammenwirken mit den Mittelpufferkupplungen 15; 16 der Kurzkup
pelenden 13; 14 möglich, am Rangierkuppelende 23 eine einer Auflaufgeschwindigkeit von
VMAX = 20 km/h entsprechende Arbeitsaufnahme von WMAX ≦ 151 kJ zu erreichen. Diese Ar
beitsaufnahme setzt sich dabei, wie an den Kurzkuppelenden 13; 14, aus der wiederum durch
Vorspannung erzeugten Arbeitsaufnahme der primären Energieverzehreinrichtung 25 in der Mit
telpufferkupplung 24 von WPE ≦ 137 kJ und der Arbeitsaufnahme des Elastomerfedergelenkes 26
von WEFG ≦ 14 kJ zusammen und bewirkt, daß keinerlei Zerstörungen am Rangierkuppelende 23
des Viertelzuges 1 beim Aufprall auf ein Hindernis mit einer Geschwindigkeit von
VMAX = 20 km/h und einer Masse des Viertelzuges 1 von MMAX = 59 t auftreten. Um bei sol
chen Auflaufstößen ein Aufklettern der Fahrzeuge aneinander weitestgehend zu vermeiden, weist
das Rangierkuppelende 23 in Ausgestaltung der Erfindung in Seitenpufferhöhe zusätzlich zwei
starre Kletterschutzplatten 27 der in der Zeichnung angedeuteten Art auf. Da an den Kurzkuppe
lenden 13; 14 ein Berühren der Fahrzeuge 2; 3 bei einem Aufprall durch den konturengleichen
Übergang mit Gummibalg und die spezielle Anordnung der Mittelpufferkupplungen 15; 16 jedoch
nicht möglich ist, hat sich hier als Kletterschutz die Anordnung eines jeweils mit dem Kupplungs
schaft der Mittelpufferkupplungen 15; 16 in Wirkverbindung stehenden und an den Untergestellen
4; 5 befestigten zusätzlichen Kletterschutzträgers 21; 22 am vorteilhaftesten erwiesen.
Das erfindungsgemäße Energieverzehrsystem soll nachfolgend in seiner Funktion beschrieben
werden.
Bei der angegebenen Masse des Viertelzuges 1 von MMAX = 59 t und maximalen Längsdruck
kräften von F = 700 KN in der Wagenmitte und F = 800 KN außen wird die Energie bei einem
Aufprall eines 8teiligen Zuges auf einen nichtenergieverzehrenden Prellbock beziehungsweise auf
einen stehend angebremsten 8teiligen Zug mit einer Geschwindigkeit von VA = 8 km/h bezie
hungsweise VA = 15 km/h zunächst von der in die Mittelpufferkupplung 7 des Betriebskuppelen
des 6 integrierten primären Energieverzehreinrichtung 8 und dem dazugehörigen Elastomerfeder
gelenk 10 ohne Beschädigungen am Zug aufgenommen, und anschließend nimmt die Mittelpuffer
kupplung 7 wieder ihre ursprüngliche Lage ein.
Erfolgt der Aufprall auf einen stehenden angebremsten 8teiligen Zug mit einer Geschwindigkeit
von VA < 15 km/h bis VA ≦ 25 km/h, reißt die Mittelpufferkupplung 7 nach Überschreitung ihres
Arbeitsaufnahmevermögens und dem des Elastomerfedergelenkes 10 über die Abreißelemente 11;
22 ab und die sekundäre Energieverzehreinrichtung 9 kommt derart zur Wirkung, daß die über
schüssige Aufprallenergie in Reibungs- bzw. Verformarbeit über die Befestigung der Seitenpuffer
umgesetzt wird. Gleichzeitig erfolgt die Energieumsetzung in definierten Knautschzonen des Wa
genkastens am Betriebskuppelende 6. Durch die hohe Energieumsetzung am Betriebskuppelende
6 wird die eingeleitete Kraft in Richtung des Rangierkuppelendes 23 derart abgebaut, daß ein Ab
reißen der nachfolgenden Mittelpufferkupplungen 16; 17; 24 und damit deren Befestigung mit Ab
reißelementen an den Untergestellen 4; 5 nicht mehr notwendig ist.
Claims (5)
1. Energieverzehrsystem für Nahverkehrs-Schienenfahrzeuge, insbesondere für Stadtschnell
bahnen, deren kleinste betriebsfähige Einheit zwei zu einem Halbzug gekoppelte und aus je
weils zwei kurzgekuppelten Fahrzeugen mit konturengleichem Übergang bestehende Viertel
züge mit jeweils einem Betriebs- und einem Rangierkuppelende ist, wobei das Betriebskup
pelende eine primäre, in eine über ein Elastomerfedergelenk mit Abreißelementen am Unter
gestell des Fahrzeuges befestigte Mittelpufferkupplung integrierte Energieverzehreinrichtung
zur Absorbierung von im Fahr- und Rangierbetrieb auftretenden Stoßkräften und eine sekun
däre, als Seitenpuffer mit Kletterschutz ausgebildete Energieverzehreinrichtung zur Absorbie
rung von aus überhöhten Auflaufstößen resultierender Aufstoßenergie aufweist, dadurch
gekennzeichnet, daß der Viertelzug (1) einen unsymmetrischen und der gekoppelte
Halbzug einen symmetrischen Energieverzehr aufweist, und daß an den Untergestellen (4; 5)
der Kurzkuppelenden (13; 14) vertikale Bewegungen der Kupplungsschäfte begrenzende
Kletterschutzträger (21; 22) angeordnet sind.
2. Energieverzehrsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die sekun
dären sowie mit Abreißelementen (11; 12) zusammenwirkenden primären Energieverzehrein
richtungen (9; 8) des Betriebskuppelendes (6) mit einer Arbeitsaufnahme von WMAX ≦ 325 kJ
ausgebildet sind, und daß sowohl die Kurzkuppelenden (13; 14) der beiden Fahrzeuge (2; 3)
als auch das Rangierkuppelende (23) des Viertelzuges (1) ausschließlich in deren Mittelpuf
ferkupplungen (15; 16; 24) integrierte primäre Energieverzehreinrichtungen (17; 18; 25) auf
weisen und damit zugleich in eine, einer maximalen Auflaufgeschwindigkeit von VMAX = 20 km/h ent
sprechende zerstörungsfreie Arbeitsaufnahme von WMAX ≦ 151 kJ am Rangierkuppelende (23)
eingebunden sind.
3. Energieverzehrsystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß zur erhöhten Arbeitsaufnahme des Betriebskuppelendes (6) bei einer Masse des
Viertelzuges (1) von MMAX = 59 t die durch Vorspannung erzeugte Arbeitsaufnahme der
primären Energieverzehreinrichtung (8) mit WPE τ 137 kJ, die des Elastomerfedergelenkes
(10) mit WEFG ≦ 14 kJ und die Arbeitsaufnahme der Abreißelemente (11; 12) der Mittelpuf
ferkupplung (7) mit WAE ≦ 14 kJ, gemeinsam mit der der sekundären Energieverzehrein
richtung (9) mit WSE ≦ 160 kJ, eingestellt sind.
4. Energieverzehrsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß zur zerstörungsfreien Arbeitsaufnahme am Rangierkuppelende (23) bei einer Masse des
Viertelzuges (1) von MMAX = 59 t die durch Vorspannung erzeugte Arbeitsaufnahme der
primären Energieverzehreinrichtungen (17; 18; 25) der Kurzkuppeienden (13; 14) und des
Rangierkuppelendes (23) mit WPE ≦ 137 kJ, und die Arbeitsaufnahme der Elastomerfederge
lenke (19; 20; 26) ihrer Mittelpufferkupplungen (15; 16; 24) mit WEFG ≦ 14 kJ eingestellt
sind.
5. Energieverzehrsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Rangierkuppelende (23) in Seitenpufferhöhe zwei starre Kletterschutzplat
ten (27) aufweist.
Priority Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1995102217 DE19502217C2 (de) | 1995-01-25 | 1995-01-25 | Energieverzehrsystem für Nahverkehrs-Schienenfahrzeuge, insbesondere für Stadtschnellbahnen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995102217 DE19502217C2 (de) | 1995-01-25 | 1995-01-25 | Energieverzehrsystem für Nahverkehrs-Schienenfahrzeuge, insbesondere für Stadtschnellbahnen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
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| DE19502217A1 DE19502217A1 (de) | 1996-10-31 |
| DE19502217C2 true DE19502217C2 (de) | 1997-08-28 |
Family
ID=7752278
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995102217 Expired - Lifetime DE19502217C2 (de) | 1995-01-25 | 1995-01-25 | Energieverzehrsystem für Nahverkehrs-Schienenfahrzeuge, insbesondere für Stadtschnellbahnen |
Country Status (1)
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1995
- 1995-01-25 DE DE1995102217 patent/DE19502217C2/de not_active Expired - Lifetime
Also Published As
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|---|---|
| DE19502217A1 (de) | 1996-10-31 |
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Legal Events
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8181 | Inventor (new situation) |
Free format text: KASISKE, HEINZ, 13055 BERLIN, DE DUERSCHMIED, FRANK, 15711 KOENIGS WUSTERHAUSEN, DE EHMKE, ROBERT, 38100 BRAUNSCHWEIG, DE MAREK, HANKO, 13053 BERLIN, DE |
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Owner name: DWA DEUTSCHE WAGGONBAU GMBH, 12526 BERLIN, DE |
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| R071 | Expiry of right | ||
| R071 | Expiry of right |