DE19635221C1 - Aufprallschutzvorrichtung für Schienenfahrzeuge - Google Patents
Aufprallschutzvorrichtung für SchienenfahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Kompensation von das
Energieaufnahmevermögen von Pufferelementen von Schienenfahrzeugen
überschreitender Aufprallenergie, bestehend aus einem oder mehreren
zwischen dem Hauptrahmen des Schienenfahrzeugs und dessen Pufferelemen
ten angeordneten Energieverzehrelementen mit kastenartigem Aufbau und
viereckiger Querschnittsform.
Eine Vorrichtung dieser Art ist aus der Zeitschrift ZEV+DET Glas.Ann.119
(1995) Nr. 9/10 September/Oktober, Seiten 300 bis 307, "Die Aufprall
sicherheit von Eisenbahnfahrzeugen" bekannt, bei der die Energieverzehr
elemente aus drei am Hauptrahmen des Schienenfahrzeugs angeordneten
kastenartigen Trägern mit geschlossenem Querschnitt bestehen. Da diese
Träger keine nennenswerte eigene Stabilität gegenüber seitlichen Kräften
haben, sind neben dem eigentlich wirksamen mittigen Träger die beiden
anderen Träger im Winkel als Schrägstützen angesetzt, die eine hohe
Stützwirkung gegenüber seitlichen Betriebskräften ausüben. Bei einem
Aufprall verformt sich lediglich der mittige Träger durch eine axiale
Faltung. Diese sich nach Art eines Faltenbalges einstellende Falten
beulung (Stauchverformung) des mittigen Trägers geht mit optimaler
Energiekompensation einher. Die Schrägstützen hingegen versagen aufgrund
ihres großen Anstellwinkels durch energetisch wesentlich ungünstigeres
doppeltes Einknicken. Ihre Hauptfunktion besteht vorwiegend in der
Führungsfunktion für den mittigen Träger, um dessen energetisch hoch
effektive axiale Faltung sicherzustellen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Energieverzehrelemente der
vorgenannten Art so auszugestalten, daß bei Verwendung von jeweils nur
einem kastenartigen Träger zwischen Pufferelement und Hauptrahmen eine
erhöhte Stabilität gegenüber seitlichen Kräften und Momenten sowie
gegenüber exzentrischen Längskräften gegeben ist und daß sich der Träger
bei einem Aufprall nur durch axiale Faltenbeulung verformt.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der nebengeordneten Ansprüche 1 und 7
gelöst.
Es ergibt sich damit zum einem der Vorteil, daß nur ein einfaches
Bauteil zwischen Pufferelement und Hauptrahmen vorzusehen ist und zum
anderen, daß dieses Bauteil sich nur in der für eine optimale Energie
kompensation geeigneten axialen Faltenbeulung verformt. Die Anordnung
von seitlich stützenden Trägern zur Verhinderung eines Einknickens des
für die axiale Faltung vorgesehenen Trägers erübrigt sich.
Die Erfindung geht dabei von der Erkenntnis aus, daß bei einer durch
einen Aufprall im Träger ausgelösten Deformation, diese sich zunächst im
Bereich des Pufferelements einstellt, in dem der Träger den geringeren
Querschnitt aufweist. Da sich der Verformungswiderstand des Trägers
aufgrund des zum Hauptrahmen zunehmenden Querschnitts progressiv erhöht,
stellt sich eine vom Pufferelement zum Hauptrahmen axial fortlaufende
Faltenbeulung ein, so daß ein unkontrollierbares Einknicken, wie dies
bei einem Träger mit konstanter Querschnittsform eintreten könnte,
ausgeschlossen werden kann.
In einer bevorzugten Ausführungsform hat der Träger zumindest im Bereich
des Hauptrahmens die Form eines Rechtecks, bei dem die längeren Seiten
horizontal gelegen sind. Damit lassen sich die Seitenstützkräfte des
Energieverzehrelementes erhöhen.
Zur weiteren Steigerung der Seitenstützkräfte können im Bereich des
hinteren Anschlusses des Energieverzehrelementes seitliche Aussteifungen
vorgesehen werden, die ferner ein progressives Ansteigen des Widerstan
des gegen axiales Faltenbeulen bewirken. Im weiteren wird damit ein
tibergreifen der Verformung auf die Folgestruktur (Hauptrahmen) weitge
hend vermieden.
Zur weiteren Sicherstellung einer vom Pufferelement zum Hauptrahmen
progressiv sich fortsetzenden Deformation durch axiales Faltenbeulen
kann die Struktur des Trägers bzw. Energieverzehrelementes im Bereich
des Pufferelementes in definierten Bereichen mit Schwachstellen, zum Beispiel in
Form von Einkerbungen in der Wandung des Trägers, versehen sein. Durch
die Schwachstellen kann vorgegeben werden, an welcher Stelle und in
welcher Reihenfolge sich die Wandungen des Trägers durch parallel
aufeinanderfolgende Faltungen verformen sollen. Vorzugsweise sind die
definierten Schwächungen der Struktur des Trägers nur im vorderen
Bereich angeordnet oder nehmen zum hinteren Bereich ab.
Die vorbeschriebenen konstruktiven Maßnahmen erhöhen die Sicherheit, daß
die Deformation des Trägers nur durch das mit einem hohen Energieverzehr
einhergehende axiale Faltenbeulen (Stauchverformung) erfolgt, wobei auch
bei außerzentrischer Einleitung der Aufprallenergie ein unkontrolliertes
und nur einen geringen Energieverzehr bewirkendes Einknicken (Biegever
formung) des Trägers weitestgehend ausgeschlossen werden kann.
Zur Steigerung des Energieaufnahmevermögens können in dem vom kastenar
tigen Träger umschlossenen Raum weitere energieverzehrende Strukturen,
wie zum Beispiel ein innenliegendes Rohr, eingesetzt sein.
In einer vorteilhaften Ausführungsform ist das Pufferelement innerhalb
des kastenartigen Trägers angeordnet und überragt diesen im wesentlichen
nur noch in der axialen Länge des Federungsweges des Pufferelementes.
Damit wird bei gleichbleibender Gesamtlänge des Schienenfahrzeugs zum
einen die wirksame Baulänge des als Energieverzehrelement fungierenden
kastenartigen Trägers vergrößert, zum anderen bewirkt die innere Anord
nung des Pufferelementes bei der Deformation des kastenartigen Trägers
eine Selbstzentrierung, durch die die Gefahr eines seitlichen Weg
knickens des Trägers weiter reduziert ist.
In einer alternativen Ausführungsform der Erfindung ist der zwischen
Pufferelement und Hauptrahmen angeordnete Träger als Stülprohr ausgebil
det, bei dem sich der Träger bei einer Aufprallbelastung im Bereich des
Pufferelementes nach Art einer Rollmembrane nach innen einstülpt und das
Pufferelement in den Innenraum des Trägers eintaucht.
Vorzugsweise nimmt der Querschnitt des als Stülprohr ausgebildeten
geschlossenen Trägers zum Hauptrahmen konisch zu, wodurch erreicht wird,
daß der energieverzehrende Umstülpvorgang im Bereich des Pufferelementes
beginnt und sich mit progressiv steigerndem Umstülpwiderstand nach
hinten fortsetzt.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei in der beigefügten
Zeichnung dargestellten Ausführungsformen beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 eine schematische Darstellung des Endteils eines Schienenfahr
zeugs in der Draufsicht,
Fig. 2 die Darstellung des Schienenfahrzeugs nach Fig. 1 in der Vor
deransicht und
Fig. 3 eine schematische Darstellung des Endteils einer anderen Aus
führungsform des Schienenfahrzeugs in der Draufsicht.
Die Fig. 1 und 2 zeigen das Endteil des Hauptrahmens 1 eines Schienen
fahrzeugs, beispielsweise einer Lokomotive. Auf dem Querträger 2 des
Hauptrahmens 1 sind zwei Energieverzehrelemente in Form von kastenarti
gen Trägern 3 und 4 befestigt, die an ihren vorderen Enden jeweils ein
Pufferelement 5 und 6 tragen. Die Träger 3 und 4 bestehen aus einem
starken Blech und haben einen kastenförmigen Aufbau mit rechteckiger
geschlossener Querschnittsform.
Der Querschnitt der Träger 3 und 4 nimmt nach hinten zum Hauptrahmen 1
konisch zu und ist an diesem mit der Querschnittsform als waagrecht
liegendes Rechteck befestigt. Die Träger 3 und 4 sind am Hauptrahmen 1
lösbar befestigt, desgleichen sind die Pufferelemente 5 und 6 lösbar an
den Trägern 3 und 4 befestigt. An den Verbindungsstellen zum Hauptrahmen
1 und zu den Pufferelementen 5 und 6 können die Träger 3 und 4 mit
Anschlußplatten versehen sein. Im konisch erweiterten Bereich weisen die
Träger 3 und 4 seitliche Aussteifungen in Form von Stützrippen 7 auf.
In der Fig. 1 ist auf der linken Seite ein unverformter Träger 3 und auf
der rechten Seite ein verformter Träger 4 dargestellt.
Im Falle eines Aufpralls des Schienenfahrzeugs mit einer Energie, die
das Energieaufnahmevermögen der Pufferelemente 5 und 6 überschreitet,
erfolgt die weitere Energieaufnahme durch eine Verformung der als
Energieverzehrelemente fungierenden Träger 3 und 4.
Durch die konstruktive Gestaltung der Träger 3 und 4 ist weitestgehend
sichergestellt, daß die Träger 3 und 4 auch bei außerzentrischer Einlei
tung der Aufprallenergie nicht Einknicken (Biegeverformung) sondern sich
durch axiales Faltenbeulen verformen. Diese durch Stauchung hervorgeru
fene Verformung bewirkt eine parallele Faltung 8 der Wandungen der
Träger 3 und 4 nach Art eines Faltenbalges.
Mit dieser Art der Stauchverformung kann im Vergleich zu einer Verfor
mung durch Einknicken bei einem geschlossenen Träger eine wesentlich
größere Energiemenge absorbiert werden.
Die Fig. 3 zeigt eine andere Ausführungsform der Energieverzehrelemente
in Form von die Pufferelemente 15 und 16 teilweise umschließenden
Trägern 13 und 14. Die Pufferelemente 15 und 16 überragen dabei die
Träger 13 und 14 nur in einer Länge, die dem Federweg der Pufferelemente
15 und 16 im Normalbetrieb der Schienenfahrzeuge entspricht. Bei gleich
bleibenden Außenabmessungen des Schienenfahrzeugs kann damit die wirk
same Länge der Träger 13 und 14 vergrößert werden.
Im Falle eines Aufpralls stauchen sich die Träger 13 und 14 unter
energieverzehrender axialer Faltenbeulung zusammen. Um dabei die gesamte
Länge der Träger 13 und 14 als verformbare Struktur nutzen zu können,
müssen in diesem Fall im Querträger 12 Durchtrittsöffnungen 15′ und 16′
für die Pufferelemente 15 und 16 vorgesehen sein.
Die Fig. 3 zeigt auf der linken Seite einen unverformten Träger 13 und
auf der rechten Seite einen verformten Träger 14. Es handelt sich dabei
nur um eine teilweise Verformung, da das Pufferelement 16 noch nicht die
Durchtrittsöffnung 16′ durchsetzt hat.
Claims (7)
1. Vorrichtung zur Kompensation von das Energieaufnahmevermögen von
Pufferelementen von Schienenfahrzeugen überschreitender Aufprallenergie,
bestehend aus einem oder mehreren zwischen dem Hauptrahmen des Schienen
fahrzeugs und dessen Pufferelementen angeordneten Energieverzehrelemen
ten mit kastenartigem Aufbau und viereckiger Querschnittsform, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen jedem Pufferelement (15, 15′, 16, 16′) und
dem Hauptrahmen (1) des Schienenfahrzeugs jeweils ein Energieverzehr
element in Form eines geschlossenen, kastenartigen Trägers (3, 13; 4, 14)
angeordnet ist, dessen Querschnittsform sich vom Pufferelement zum
Hauptrahmen stetig erweitert.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Träger (3, 13; 4, 14) zumindest im Bereich der Befestigung am Hauptrahmen
(1) im Querschnitt eine Rechtecksform aufweisen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
an den Trägern (3, 13; 4, 14) im Bereich der Befestigung am Hauptrahmen (1)
seitliche Aussteifungen angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Struktur der Träger (3, 13; 4, 14) nach der Maßgabe mit
Schwachstellen versehen ist, daß sich bei Aufprallbelastung vom Puffer
element (5, 15; 6, 16) zum Hauptrahmen (1) progressiv fortschreitend
parallele Faltungen (8) ergeben.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß in den von den Trägern (3, 13; 4, 14) umschlossenen Räumen
zusätzlich energieverzehrende Elementen angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Träger (3, 13; 4, 14) die Pufferelemente (15, 16) teil
weise umschließen.
7. Vorrichtung zur Kompensation von das Energieaufnahmevermögen von
Pufferelementen von Schienenfahrzeugen überschreitender Aufprallenergie,
bestehend aus einem oder mehreren zwischen dem Hauptrahmen des Schienen
fahrzeugs und dessen Pufferelementen angeordneten Energieverzehrelemen
ten mit kastenartigem Aufbau und viereckiger Querschnittsform, dadurch
gekennzeichnet, daß zwischen jedem Pufferelement und dem Hauptrahmen
des Schienenfahrzeugs jeweils ein Energieverzehrelement in Form eines
Stülprohres angeordnet ist, dessen Querschnittsform zum Hauptrahmen
konisch zunimmt.
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