DE19635176A1 - Vorrichtung zum kontinuierlichen Ausscheiden von Sand - Google Patents
Vorrichtung zum kontinuierlichen Ausscheiden von SandInfo
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Description
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung zum kontinu
ierlichen Ausscheiden von Sand gemäß Oberbegriff des Anspruches 1.
Kanalisationsleitungen, mit denen insbesondere Oberflächenwasser von
Straßen und Plätzen einer Kläranlage zugeführt wird, führen stets Sand
und feine Steine mit, welche vor dem Eintritt der Kanalisationsleitung
in die Abwasseranlage ausgeschieden werden müssen. Zum Ausscheiden die
ser bezüglich der spezifischen Dichte von Wasser eine größere Dichte
aufweisenden Körper werden Absetzbecken verwendet, welche der Kläranlage
vorgeschaltet sind. In den Absetzbecken kann, durch Querschnittserweite
rung das zufließende Festkörper mitführende Wasser beruhigt werden und
die sich darin befindlichen Festkörper können sich absetzen, bevor in
der zur Abwasseranlage führenden Leitung wieder eine Geschwindigkeitser
höhung eintritt. Es ist auch bekannt, das mit Sand belastete Wasser tan
gential in ein rundes Ausscheidebecken einzuleiten und die darin enthal
tenen schweren Festkörper durch die Zentrifugalkräfte und durch ihr Ei
gengewicht auszuscheiden.
Beruhigungsbecken müssen, um den erwünschten Wirkungsgrad bezüglich der
Ausscheidung aufzuweisen, im Verhältnis zum Querschnitt des Kanals sehr
groß ausgebildet sein. Nicht wesentlich kleiner können die Zentrifugal
ausscheidebecken ausgebildet sein und es ist bei beiden bekannten Vor
richtungen eine Reinigung der Abscheider nur bei gestopptem Zufluß mög
lich.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Vorrichtung
zum kontinuierlichen Ausscheiden von Sand und Steinen aus einer Rohrlei
tung zu schaffen, welche nebst einem ausgezeichneten Ausscheidungsgrad
keinen Zwischenstau zur Beruhigung des zu reinigenden Wassers benötigt.
Gelöst wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruches 1. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der
Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
Überraschenderweise gelingt es, durch den Einbau eines vorerst nach un
ten und anschließend nach oben verlaufenden Abschnittes in der Leitung,
an deren tiefsten Stelle die mitgeführten Sandkörner und Steine auszu
scheiden. Durch die vorerst geringe Neigung und den daran anschließen
den steilen Anstieg können die eine höhere Dichte als das Wasser aufwei
senden Festkörper nicht mehr nach oben mitgerissen werden und fallen
unten aus der Leitung in ein Sammelbecken. Die Leitung kann eine im
Längsschnitt V-förmige Gestalt aufweisen oder durch einen V-förmig aus
gebildeten Bypass, der an der Sohle an zwei Stellen mit der Leitung
verbunden ist, aufweisen. Der Abschnitt, in dem die Abscheidung statt
findet, kann in entsprechend an der Schachtwand angeordnete U-förmige
Halterungen eingelegt werden und, falls notwendig, aus dem Schacht ent
fernt werden, wenn eine Reinigung notwendig wird. Die Reinigung kann
aber auch ohne Entfernung des Ausscheideabschnittes erfolgen, da dieser
den Schacht vorzugsweise diagonal durchquert und seitlich der Leitung
genügend Raum zum Einführen eines Absaugrohres in den Sumpf des Behäl
ters vorliegt. Anstelle eines sich über die gesamte Länge der Abscheide
leitung erstreckenden Behälters kann auch nur direkt unterhalb der Aus
scheideöffnung an der tiefsten Stelle ein Lochblechbehälter zum Auffan
gen der Festkörper angeordnet werden.
Die Ausscheidung von Sand und Steinen kann ohne Reduktion der Fließge
schwindigkeit des zu reinigenden Wassers und ohne hydraulischen Höhen
verlust erfolgen.
Die Ausscheideleitung kann als autonomes Teil kostengünstig aus Blech,
Guß oder Kunststoff hergestellt und in einen Behälter beliebigen Quer
schnittes eingesetzt werden.
Anhand eines illustrierten Ausführungsbeispieles wird die Erfindung nä
her erläutert. Es zeigen
Fig. 1 einen Querschnitt durch einen Schacht längs Linie I-I in Fig.
2,
Fig. 2 einen Längsschnitt längs Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 eine Daraufsicht auf die Vorrichtung,
Fig. 4 eine Seitenansicht der Abscheideleitung und
Fig. 5 eine Daraufsicht auf die Abscheideleitung.
Die mit Bezugszeichen 1 bezeichnete Vorrichtung gemäß den Fig. 1 und
2 ist in einem Schacht 3 zwischen dem Einlauf 5 und dem Auslauf 7 einer
Abwasserleitung 9 eingesetzt. Die Vorrichtung 1 kann auf zwei U-förmig
ausgebildeten, den Einlauf 5, bzw. Auslauf 7 von unten umgreifenden Auf
lager 11 getragen sein. Die Auflager 11 können mittels
Befestigungsmitteln an der Wand des Schachtes 3 befestigt sein. Das
Niveau des Einlaufes 5 und dasjenige des Auslaufes 7 liegen im
wesentlichen auf gleicher Höhe; der Auslauf 7 liegt nur um das normale
Gefälle in der Abwasserleitung 9, unterhalb des Einlaufes 5. Der
Querschnitt des die beiden Öffnungen (Einlauf 5 und Auslauf 7)
verbindenden Rohrleitungsabschnittes 13 entspricht im wesentlichen
demjenigen der Abwasserleitung 9. Unterhalb des Leitungsabschnittes 13
ist ein V-förmig verlaufender Bypass 15 mit einem ersten, nach unten
geneigten Abschnitt 17 und einem zweiten, nach oben verlaufenden
Abschnitt 19 angeordnet. Die Neigung des ersten Abschnittes 17 ist
geringer als die Neigung des zweiten Abschnittes 19.
Im Bereich 21 der beiden Abschnitte 17 und 19 ist eine nach unten ge
richtete Öffnung 23 angebracht. An der Öffnung kann zusätzlich ein rohr
förmiger oder U-förmiger Stutzen 25 angebracht sein. Der V-förmige By
pass 15 beginnt vorzugsweise direkt am Einlauf 5 und endet, bzw. mündet
wieder im Bereich des Auslaufes 7 in den Leitungsabschnitt 13.
An der dem Einlauf 5 abgewendeten Seite des Zuganges zum Abschnitt 17
kann an diesem ein in den Querschnitt des Leitungsabschnittes 13 ragen
der Abweiser 27 befestigt sein.
Der Boden des Schachtes 3 kann unten kegelstumpfförmig verengt sein, um
das Absaugen von abgelagertem Sand und Steinchen 29 mittels eines Saug
rohres zu vereinfachen.
Der Rohrleitungsabschnitt 13 kann als geschlossenes Rohr oder, wie aus
Fig. 1 ersichtlich, als oben offener Kanal ausgebildet sein, der durch
einen Deckel 31 oben verschlossen werden kann.
Die Vorrichtung 1 arbeitet wie folgt: In Richtung der Pfeile A fließt
durch die Abwasserleitung 9 von der linken Seite in Fig. 2 Sand und
Steine mitführendes Abwasser durch den Einlauf 5 in die Vorrichtung 1.
Bei geringem Zufluß - in Fig. 2 ist ein solcher Fall dargestellt -
fließt die gesamte Wasser- und Feststoffmenge durch den Bypass 15.
Dabei füllt sich zuerst der Schacht 3 mit Wasser, wobei das Wasser
jeweils bis auf das Zuflußniveau im Schacht 3 ansteigt. Ist der Schacht
3 mit Wasser soweit gefüllt, steigt das weiter zufließende Wasser durch
den zweiten Abschnitt 19 auf und gelangt durch den Auslauf 7 wieder in
die Abwasserleitung 9. Die mitgeführten, eine höhere spezifische Dichte
als Wasser aufweisenden Sand- und Steinkörper 29 fallen durch die
Öffnung 23 nach unten aus dem Bypass 15 in den Schacht 3.
Wird die zufließende Wassermenge größer, so kann der das Niveau der
Oberkante des Abweisers 27 überfallende Teil direkt durch den Rohrlei
tungsabschnitt 13 dem Auslauf 7 zufließen. Da bekanntlich die mitge
führten Sandkörner und Steinchen auf der Sohle der Abwasserleitung 9
kollern oder geschoben werden, gelangen sie nicht über den Abweiser 27
hinaus, sondern rutschen durch den Abschnitt 17 der Öffnung 23 zu, von
wo sie in den Schacht 3 fallen. Das sie befördernde, von Festkörpern
befreite Wasser steigt wieder durch den steilen Abschnitt 19 nach oben
in den Leitungsabschnitt 13 auf und verläßt den Schacht durch den
Auslauf 7. Sollte durch einen zu großen Stein oder Geröll der Bypass
15 verstopft werden, so kann kein Rückstau in der Abwasserleitung 9
entstehen, da dann das gesamte Wasser - natürlich samt den
Verunreinigungen - auf direktem Wege durch den Rohrleitungsabschnitt 13
hindurchfließen kann. Wird eine Verunreinigung bemerkt, so können durch
Abheben des Deckels 31 in einfacher Weise der Bypass 15, bzw. die
beiden Abschnitte 17 und 19 von oben gereinigt werden.
Die Reinigung des Schachtes 3 von den darin angesammelten Feststoffen 29
kann in einfacher Weise durch Absaugen von oben erfolgen, indem die
Saugleitung eines Reinigungsfahrzeuges neben der Vorrichtung 1 in den
Schacht 3 abgesenkt wird. Ein Unterbruch des Wasserzuflusses ist dabei
nicht nötig.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann anstelle eines By
passes 15 der Leitungsabschnitt 13 als eine im Längsschnitt V-förmig
ausgebildete Wanne 33, wie sie in Fig. 4 im Querschnitt dargestellt
ist, gestaltet werden. Mittels einem oder mehreren quer zur Flußrich
tung verlaufenden Abweisern 27 können Sandkörner und Steine daran gehin
dert werden, auf direktem Wege vom Einlauf 5 zum Auslauf 7 zu
gelangen.
Claims (8)
1. Vorrichtung zum kontinuierlichen Ausscheiden von Sand und Steinen
aus einer Rohrleitung, mit einem Auffangschacht mit einem Einlauf
und einem Auslauf, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlauf (5) und
der Auslauf (7) durch einen als Abscheider dienenden Rohrleitungs
abschnitt (13) miteinander verbunden sind, wobei der Leitungsab
schnitt (13) einlaufseitig einen zur Horizontalen nach unten ver
laufenden ersten Abschnitt (17) und auslaufseitig einen nach oben
verlaufenden zweiten Abschnitt (19) aufweist, an deren gemeinsamen
tiefstliegenden Stelle eine Öffnung (23) angebracht ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste
Abschnitt (17) eine geringere Neigung aufweist als der zweite Ab
schnitt (19).
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß der Querschnitt der Abschnitte (17) und (19) geringer ist
als der Querschnitt einer Abwasserzuleitung (9).
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeich
net, daß der Abschnitt (17) wesentlich länger ist als der Ab
schnitt (19).
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeich
net, daß der Eingang zum Abschnitt (17) im Bereich des Einlaufes
(5) und der Ausgang vom Abschnitt (19) zurück in den Leitungsab
schnitt (13) im Bereich des Auslaufes (7) angeordnet sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß auf der
dem Einlauf (5) abgewendeten Seite des Einganges zum Abschnitt (17)
ein Abweiser (27) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Lei
tungsabschnitt (13) als V-förmige Wanne (33) ausgebildet ist, deren
untere Begrenzungswände die Abschnitte (17) und (19) bilden.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Wanne
(33) an der tiefsten Stelle eine Öffnung (23) aufweist.
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