DE19634371A1 - Verfahren zur Herstellung flexibler Leiterplatten - Google Patents
Verfahren zur Herstellung flexibler LeiterplattenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung flexibler Leiterplatten
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus der EP 0 019400 B1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Träger-
Chassis für gedruckte Schaltungen bekannt. Dabei sind Perforationslinien
auf der Platine vorgesehen, die nicht von Leiterbahnen gekreuzt werden und
entlang denen die Platine in einzelne Bruckstücke gebrochen wird, um die
Bruchstücke nach der Bestückung besser um die Bildröhre plazieren zu
können. Elektrische Verbindungen zwischen den einzelnen Bruchstücken
der Platine erfolgen mittels Kabel.
Dabei ist von Nachteil, daß die Verbindungskabel zwischen den einzelnen
Bruchstücken der Platinen einen erheblichen Zusatzaufwand verursachen,
da häufig eine Vielzahl von Verbindungsleitungen erforderlich sind.
Aus der DE 29 14 336 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung starrflexibler
Leiterplatten bekannt, bei dem starre und flexible Einzellagen von
Leiterplatten miteinander verpreßt werden. Anschließend werden Bereiche
der starren Einzellagen ausgeschnitten, wodurch in diesen Bereichen die
Leiterplatte flexibel wird. Hierfür werden Schlitze im unkaschierten
Rohmaterial eingefräst.
Dabei ist von Nachteil, daß ein Verpressen von zwei Material lagen und ein
besonders genaues Fräsen der Schlitze erforderlich ist, um die Leiterbahnen
nicht in ihrer Dicke zu reduzieren.
Aus der US 3,346,415 ist bekannt, eine starre und voll bestückte
Leiterplatte, welche sich aus einer flexiblen Komponente, beispielsweise
Fiberglasgewebe, und einer starren Komponente, beispielsweise
Epoxydharz, zusammensetzt, in bestimmten Bereichen flexibel
auszugestalten. Hierfür werden die Bereiche, die flexibel ausgestaltet
werden sollen, heißer, konzentrierter Schwefelsäure ausgesetzt, wodurch
sich die starre Komponente aus der flexiblen Komponente löst.
Anschließend werden die derart flexibel ausgestalteten Bereiche der
Leiterplatte wunschgemäß geformt. Danach werden diese Bereiche durch
geeignetes Material wieder verstärkt.
Dieses Verfahren weist den Nachteil auf, daß die voll bestückte Leiterplatte
zumindest teilweise heißer, konzentrierter Schwefelsäure ausgesetzt werden
muß. Dadurch werden die auch weitere Materialien der Platine,
beispielsweise Metalle und Metallegierungen, angegriffen. Weiterhin besteht
das Problem der Entsorgung der mit Epoxydharz versetzten Schwefelsäure.
Auch aus der EP 0 126 856 B1 der Anmelderin ist ein Verfahren zum
Herstellen von Leiterplatten mit starren und flexiblen Bereichen bekannt.
Dabei wird eine unkaschierte oder einseitig kaschierte Basisplatte an den
Randzonen der vorgesehenen flexiblen Bereiche durch Aneinanderreihen
von Durchbrüchen perforiert. Anschließend wird eine metallkaschierte
flexible Folie auf die Leiterplatte aufgeklebt, wobei die als flexibel
vorgesehenen Bereiche nicht verklebt werden. Danach erfolgt die bekannte
Weiterverarbeitung der Basisplatte mit aufgeklebter Folie nach den bisher
bekannten Verfahren zur Leiterbahnbildung, Lochung, Konturstanzung,
Bestückung mit Bauteien, Verlötung etc. Schließlich werden durch leichtes
Biegen an den Perforationslinien die starren von den flexiblen Bereichen der
komplett aufgebauten Leiterplatte abgebrochen, so daß nur noch die flexible
Folie die starren Bereiche verbindet.
Dabei ist von Nachteil, daß durch die flexible Folie nur noch eine geringe
mechanische Stabilität gegeben ist. Weiterhin kann eine unerwünschte
Verschiebung bzw. Dehnung der Leiterbahnen beim Biegeprozeß erfolgen.
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren
anzugeben, bei dem die oben genannten Nachteile vermieden werden.
Weiterhin sollen die Leiterplatten möglichst kostengünstig produziert werden
können.
Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren nach dem Oberbegriff von
Anspruch 1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1
gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Erfindungsgemäß werden bei der Herstellung von starren Leiterplatten mit
flexiblen Bereichen in den Bereichen, in denen die Leiterplatten flexibel sein
sollen, mehrere Rillen vorgesehen, die die Materialstärke des
Trägermaterials, auf dem die Leiterbahnen aufgebracht sind, wesentlich
verringern bzw. das Trägermaterial durchtrennen. Die Rillen sind dabei
parallel zu einer imaginären Biegekante angeordnet, um die die Leiterplatte
im flexiblen Bereich gebogen werden soll.
Das Verfahren nach Anspruch 1 weist den Vorteil auf, daß nicht das
gesamte Trägermaterial im Biegebereich entfernt wird. Dadurch wird die
mechanische Stabilität des flexiblen Bereichs erhöht und die Leiterbahnen
bleiben durch das Trägermaterial fixiert. Weiterhin bleibt die Rückseite der
Leiterbahnen im wesentlichen gegen äußere Einflüsse durch das
Trägermaterial geschützt. Dadurch kann sich bei einer Schwallbadlötung an
der Unterseite der Leiterbahnen praktisch kein Zinn festsetzen. Außerdem
kann der Arbeitsgang, bei dem das Trägermaterial entfernt wird, weniger
genau ausgeführt werden, als wenn das Trägermaterial im Biegebereich
beispielsweise vollständig entfernt würde. Der Querschnitt der Leiterbahnen
kann aufgrund der nur teilweisen Entfernung des Trägermaterials nicht
beeinflußt werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß bei dem
Biegevorgang keine Verschiebung der Leiterbahnen stattfinden kann.
Die Merkmale der Ansprüche werden im folgenden an exemplarischen
Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung erläutert. Die
Ausführungsbeispiele sind keine erschöpfende Aufzählung der
erfindungsgemäßen Ausgestaltungsmöglichkeiten, sondern haben nur
beispielhaften Charakter. Die Merkmale der Ansprüche können einzeln oder
in beliebiger Kombination miteinander benutzt werden.
Es zeigt:
Fig. 1 einen vergrößerten Ausschnitt des Querschnitts einer Leiterplatte,
Fig. 2 die Leiterplatte aus Fig. 1, nachdem diese gebogen wurde und
Fig. 3 eine Leiterplatte, bei der die Leiterbahnen auf der
Krümmungsinnenseite liegen.
Fig. 1 zeigt den Querschnitt einer erfindungsgemäßen Leiterplatte LP mit
einem Biegebereich B, in dem Rillen R vorgesehen sind. Dabei dürfen im
Biegebereich B nur auf der den Rillen R gegenüberliegenden Seite der
Leiterplatte LP Leiterbahnen L vorgesehen sein.
Zur Herstellung der Leiterplatte LP werden die bekannten Verfahren
angewendet. Im Hinblick auf die Ausgestaltung eines Biegebereichs B ist
lediglich beim Layout der Leiterplatte LP darauf zu achten, daß im
Biegebereich B nur auf einer Seite Leiterbahnen L vorgesehen sind.
Sonstige spezielle Verfahrensschritte während der Herstellung sind nicht
erforderlich.
Die Rillen R werden vorzugsweise vor der Bestückung der Leiterplatte LP in
deren Trägermaterial T eingefräst. Alternativ besteht die Möglichkeit die
Rillen R durch andere bekannte Verfahren, z. B. der Kerbtechnik, in das
Trägermaterial T einzubringen. Dieser Arbeitsgang kann aber auch zu einem
anderen Zeitpunkt durchgeführt werden, da die Leiterplatte LP auch nach
Fräsung der Rillen R mechanisch relativ stabil bleibt. Aufgrund von
Fertigungstoleranzen bei dem Fräsvorgang der Rillen R können diese in der
Tiefe geringfügige Unterschiede aufweisen. Dies stellt jedoch keine
wesentliche Beeinträchtigung der Stabilität der Leiterplatte LP insgesamt
dar.
Vorzugsweise sind die Rillen R, wie in Fig. 1 dargestellt, dreieckförmig
ausgestaltet, sie können aber jede beliebige Form aufweisen. Insbesondere
besteht die Möglichkeit, daß die Rillen eine rechteckförmige oder runde
Kontur aufweisen. Vorzugsweise werden 5 bis 7 Rillen R im Biegebereich B
eingefräst, um eine definierte Krümmung zu realisieren. Durch Veränderung
der Anzahl der Rillen R und/oder der Menge des weggefrästen
Trägermaterials T kann die Krümmung verändert werden.
Als letzter Arbeitsgang erfolgt das Biegen der Leiterplatte LP. Hierbei kann
diese so gebogen werden, daß die Leiterbahn L sich an der Innenseite oder
an der Außenseite der entstehenden Krümmung befindet. Befindet sich die
Leiterbahn an der Innenseite, ist es vorteilhaft, wenn die Rillen R eine runde
Kontur aufweisen, da im Gegensatz zu einer eckigen Kontur dadurch kein
Ansatz für einen Riß vorhanden ist,wie dies bei einer dreieckigen oder
rechteckigen Kontur in deren Ecken der Fall ist.
Befindet sich die Leiterbahn L an der Außenseite der Krümmung, wie in Fig.
2 dargestellt, ist eine dreieckige Kontur der Rillen R vorteilhaft. Bei einer
dreieckigen Kontur wird gerade so viel Trägermaterial T ausgefräst, wie
nach dem Biegevorgang aufgrund der Krümmung nicht mehr benötigt wird.
Das Trägermaterial T der Leiterplatte LP stößt dadurch flächig zusammen,
wodurch die Rillen R geschlossen werden.
Durch das Zusammenstoßen der Flanken der dreieckigen Kontur der Rillen
R besteht die Möglichkeit, daß die Oberfläche der dreieckigen Rillen R mit
Klebstoff versehen wird. Damit erfolgt automatisch am Ende des
Biegevorgangs ein Klebevorgang, bei dem die gebogene Form der
Leiterplatte LP durch eine Klebung fixiert wird.
Wird die Leiterplatte LP, wie in Fig. 3 dargestellt, in die andere Richtung
gebogen, befinden sich die Leiterbahnen L an der Innenseite der
Krümmung. Dadurch wird die Gefahr vermieden, daß die Leiterbahnen L
beim Biegevorgang gestreckt und damit die Dicke der Leiterbahnen L
verringert wird oder die Leiterbahnen L Risse bekommen. Dies könnte zu
einem erhöhten elektrischen Widerstand der Leiterbahnen L führen.
Vorzugsweise weisen die weggefrästen Rillen R im Trägermaterial T eine
runde Kontur auf, um eine Rißbildung im Trägermaterial T zu vermeiden.
Die Tiefe der Rillen R im Trägermaterial T wird abhängig von der
erforderlichen mechanischen Stabilität der Leiterplatte LP gewählt. Dadurch
geht bei der Bestimmung der Tiefe der Rillen R auch die Dicke der
Leiterbahnen L ein.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung flexibler Leiterplatten, bei dem in einem
Biegebereich (B) der Leiterplatte (LP) auf einer der flächigen Seiten keine
Leiterbahnen (L) vorgesehen sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß in das Trägermaterial (T) der Leiterplatte (LP) im Biegebereich (B) auf
der leiterbahnfreien Seite der Leiterplatte (LP) eine oder mehrere Rillen (R)
eingebracht werden und daß die Leiterplatte (LP) im Längsverlauf der Rillen
(R) gebogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die eine oder mehreren Rillen (R) das Trägermaterial (T) nicht
vollständig durchdringen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rillen (R) eine dreieckförmige, rechteckförmige oder runde Kontur
aufweisen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf die Flanken der Rillen (R) Klebstoff aufgetragen wird, wodurch die
gebogene Form fixiert wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rillen (R) in das Trägermaterial (T) gefräst werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Trägermaterial (T) Composite Laminat Basismaterial,
glasfaserverstärktes Epoxyd Papierlaminat, Phonolharz Hartpapier,
Epoxydharz Hartpapier, Epoxydharz Glashartgewebe oder ein
Trägermaterial auf Polyesterbasis verwendet wird.
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Legal Events
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
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Owner name: GRUNDIG AG, 90471 NUERNBERG, DE |
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Representative=s name: PROELL, J., RECHTSANW., 90471 NUERNBERG |
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