DE19634030A1 - Verfahren zur Sicherung von Personen beim Besteigen von Gittermasten - Google Patents
Verfahren zur Sicherung von Personen beim Besteigen von GittermastenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Sicherung von Personen beim Besteigen
von Gittermasten mit Eckstielen und Schrägstreben, insbesondere von Stahlgitter
masten, wie zum Beispiel Hochspannungsfreileitungsmasten, sowie eine Vorrich
tung für die Durchführung des Verfahrens.
Es ist bekannt, daß nach geltenden Vorschriften, insbesondere zur Unfallverhü
tung, Personen beim Besteigen von Gittermasten zu deren Errichtung und/oder
Reparatur, insbesondere von Hochspannungsfreileitungsmasten, sich gegen Ab
sturz sichern müssen. Hierzu ist erforderlich, daß diese Personen, ähnlich der Ab
sicherung von Bergsteigern so gesichert sind, daß im Schadensfall keine unzuläs
sige Falltiefe auftritt.
Hierzu ist beispielsweise bekannt, eine Sicherungsleine mitzuführen und in
Schlaufen, die am Mast im engen vertikalen Abstand anzulegen sind und die nach
erfolgter Durchführung der vorgesehenen Besteigung wieder entfernt werden, hin
durchzuführen, um so eine ausreichende Verbindung der den Mast besteigenden
Personen und dem Mast herzustellen.
Statt dessen können auch Haken oder ähnliche Haltemittel, die unlösbar mit dem
Mast verbunden sind, vorgesehen sein, an welchen die Sicherungsleine geführt ist.
Allen bekannten Sicherungsmöglichkeiten gemein sind die umständliche Handha
bung im praktischen Einsatz beziehungsweise der hohe Herstellaufwand.
Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es Aufgabe der Erfindung ein Verfah
ren der eingangs genannten Art zur Personensicherung beim Besteigen von Git
termasten sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens anzugeben,
welche einfach handhabbar und mit geringem Aufwand einsetzbar sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Patentansprüche 1 und 4 gelöst.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen angegeben.
Dementsprechend ist das erfindungsgemäße Verfahren dadurch gekennzeichnet,
daß die jeweilige Person an einer über ihr befindlichen Schrägstrebe nahe dem
Eckstiel eine hakenförmige Vorrichtung anbringt, welche mittels einer Sicherungs
leine mit der Person verbunden ist, daß die Person derart gesichert am Eckstiel
aufsteigt und nach Erreichen der Schrägstrebe, an welcher die Vorrichtung ange
bracht ist, die Vorrichtung abnimmt und an einer weiteren über ihr befindlichen
Schrägstrebe anbringt, daß die Person derart gesichert weiter aufsteigt, bis sie die
vorgesehene Masthöhe erreicht hat, und daß nach Erreichen der vorgesehenen
Masthöhe die Person die Verbindung mit der Sicherungsleine löst und eine andere
Sicherungseinrichtung benutzt, welche der betreffenden Masthöhe zugeordnet ist.
In zweckmäßiger Weiterbildung dieses Verfahrens ist ferner vorgesehen, daß die
Person die hakenförmige Vorrichtung jeweils an einer Schrägstrebe anbringt, die
sich wenigstens eine Armeslänge oberhalb der Person befindet, wobei die haken
förmige Vorrichtung vorteilhafterweise an die betreffende Schrägstrebe angehängt
wird.
Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung des vorstehend angegebe
nen Verfahrens zeichnet sich dadurch aus, daß sie hakenförmig ausgebildet ist mit
zwei zueinander schräg- oder gleichlaufenden Schenkeln, von denen einer wenig
stens die fünffache Länge des anderen Schenkels aufweist, ähnlich einem Spa
zierstock. Dabei ist an wenigstens einem der beiden Schenkel eine Sperrvorrich
tung angebracht, welche das unbeabsichtigte Lösen der Vorrichtung von der betref
fenden Schrägstrebe verhindert, an welcher die Vorrichtung jeweils angebracht ist,
wobei die Sicherungsleine an der Vorrichtung geführt ist.
Vorteilhafterweise ist die hakenförmige Vorrichtung entsprechend einer bevorzug
ten Ausführungsform U-förmig ausgebildet ist mit zwei zu einander etwa parallelen
Schenkeln und mit einem die Enden der Schenkel zum offenen U verbindenden
Quersteg, der vorzugsweise bogenförmig ausgebildet ist, sowie mit einem Sperrteil,
welches in Ruhelage quer zu den Schenkeln angeordnet ist und diese miteinander
verbindet und so das offene U zu einer geschlossenen Öse umbildet, wobei durch
Verlagern des Sperrteils das U geöffnet ist. An Stelle der U-Form kann aber ebenso
vorteilhaft die V-Form vorgesehen sein, welche ebenfalls mittels eines entspre
chend angebrachten Sperrteils eine Dreieck-Öse bildet.
Entsprechend einer Weiterbildung der Erfindung kann das Sperrteil am längeren
der beiden Schenkel angebracht sein, während gemäß einer anderen Weiterbil
dung das Sperrteil am kürzeren der beiden Schenkel angebracht ist.
Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß das Sperrteil
schwenkbar ausgebildet ist und daß die Schwenkachse des Sperrteils quer zu den
Längsachsen der beiden Schenkel verläuft, wobei günstigerweise die Schwenkach
se des Sperrteils achsparallel zu den Längsachsen der beiden Schenkel verläuft.
Vorteilhafterweise kann in weiterer Ausgestaltung der Erfindung zur Führung des
Sperrteils ein Schwenkgelenk vorgesehen sein, welches einen der beiden Schenkel
konzentrisch umfaßt, und daß das Sperrteil in einer quer zu den Längsachsen der
beiden Schenkel aufgespannten Ebene schwenkbar ist. Dabei kann zusätzlich für
das an einem der beiden Schenkel angelenkte Sperrteil am anderen Schenkel eine
Aufnahme vorgesehen sein.
Ein andere Variante der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist dadurch gekennzeich
net, daß das Sperrteil als quer zu den Längsachsen der Schenkel verschieblicher
Steg ausgebildet ist, der translatorisch von einer Öffnungsstellung in eine Schließ
stellung bewegbar ist.
Eine weitere günstige Ausgestaltung sieht für das an einem der beiden Schenkel
angebrachte Sperrteil eine Öffnungssicherung vor, welche das Sperrteil gegen un
gewolltes Öffnen sichert. Diese Öffnungssicherung ist vorteilhafterweise fernbetä
tigbar, wobei eine einfache Lösung hierzu eine Betätigungsleine vorsieht.
Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung der mit einer Öffnungssicherung verse
hen Vorrichtung sieht vor, daß diese als quer zum Sperrteil angeordneter, in den
Öffnungsweg des Sperrteils schwenkbar eingreifender Steg mit einer Nut ausgebil
det ist, welche Nut das Sperrteil an drei Seiten umgreift, daß die Nutbreite höch
stens 20% größer ist als die Breite des darin eingreifenden Sperrteils, so daß sich
im gesicherten Zustand das Sperrteil an die Nutflanken anlegt und hierdurch eine
Selbsthemmung auftritt. Vorteilhafterweise kann das Sperrteil ebenfalls mit einer
Nut versehen sein, in welche die Öffnungssicherung eingreift.
Ferner kann für die erfindungsgemäß an der Vorrichtung geführte Sicherungsleine
eine Öse an einem der beiden Schenkel vorgesehen sein, durch welche die Siche
rungsleine hindurchgeführt ist.
Zweckmäßigerweise besteht die erfindungsgemäße Vorrichtung aus Material mit
ausreichender Festigkeit, wie zum Beispiel Metall oder aus faserverstärktem
Kunststoff. Die metallische Vorrichtung ist hierbei entweder ganz oder teilweise aus
Stahl gebildet. An Stelle von Stahl kann aber auch vorgesehen sein, daß die Vor
richtung aus Leichtmetall, vorzugsweise aus einer Aluminiumlegierung, gebildet ist.
Unabhängig von dem für die erfindungsgemäße Vorrichtung vorgesehenen Materi
al, kann sie aus einem Hohlprofil und/oder aus einem Flachprofil gefertigt sein, wo
bei vorteilhafterweise die Länge des längeren Schenkels der Vorrichtung wenig
stens 1 m beträgt.
Eine weitere Besonderheit besteht darin, daß gemäß einer Weiterbildung die Auf
nahme für das Sperrteil und die Öffnungssicherung zusammenwirken, indem sie
das ungewollte Öffnen des Sperrteils formschlüssig blockieren.
Diese und weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
Anhand eines in der schematischen Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
sollen die Erfindung, vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen sowie be
sondere Vorteile der Erfindung näher erläutert und beschrieben werden.
Es zeigen:
Fig. 1 den hakenförmig ausgebildeten oberen Bereich einer ersten Ausführungs
form der erfindungsgemäßen Vorrichtung in Seitenansicht;
Fig. 2 eine Schnittansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 1 entlang Schnittlinie A-A;
Fig. 3 eine Teilansicht "B" der Vorrichtung gemäß Fig. 1 von der Seite;
Fig. 4 den hakenförmig ausgebildeten oberen Bereich einer zweiten Ausfüh
rungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung in Seitenansicht;
Fig. 5 eine Schnittansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 4 entlang Schnittlinie D-D;
Fig. 6 eine Schnittansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 4 entlang Schnittlinie E-E;
Fig. 7 eine Teilansicht "F" der Vorrichtung gemäß Fig. 4 von der Seite;
Fig. 8 den hakenförmig ausgebildeten oberen Bereich einer dritten Ausführungs
form der erfindungsgemäßen Vorrichtung in Seitenansicht.
In Fig. 1 ist eine Vorrichtung 10 mit einem U-förmig gebogenen Endstück 12 mit
einem längeren Schenke 14, einem kürzeren Schenkel 16 und einem gebogenen
Quersteg 18 dargestellt, welche Vorrichtung 10 in dem in Fig. 1 gezeigten Beispiel
an einem im Querschnitt dargestellten Stabprofil einer Schrägstrebe 20 eines damit
versehenen, hier nicht näher dargestellten Hochspannungsfreileitungsmastes an
gehängt ist. Die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 kann, wie in Fig. 1 gezeigt,
zweiteilig ausgebildet sein und aus dem gezeigten Endstück 12 und einer nicht ge
zeigten stabartigen Verlängerung bestehen, die am längeren Schenkel 14 des U-för
migen Endstücks 12 anschließt. Diese zweiteilige Ausgestaltung der Vorrichtung
10 hat den Vorteil einfacher Handhabung beim Transport ohne Nachteil für die er
forderliche Haltekraft beim praktischen Einsatz.
Die spazierstockartige Vorrichtung 10 gemäß der Erfindung kann aus Hohl- oder
Vollmaterial gebildet sein, wobei das gewählte Material ausreichend Zug- und Bie
gefestigkeit aufweisen muß, um die auftretenden Biegemomente sowie Quer- und
Längskräfte aufzunehmen.
Bei dem in Fig. 1 gezeigten Endstück 12 ist etwa gegenüber dem Ende des kürze
ren Schenkels 16 am längeren Schenkel 14 eine von einem Schwenkhebel gebilde
te Sperrvorrichtung 22, welcher Schwenkhebel 22 am längeren Schenkel 14 zu
diesem parallel verschwenkbar angelenkt ist.
Das am längeren Schenkel 14 befindliche Ende des als Sperrvorrichtung dienen
den Schwenkhebels 22 ist über den Drehpunkt hinaus verlängert und mit einer Öse
versehen, an welcher Öse ein Betätigungsseil 24 angreift, mittels welchem die
Sperrvorrichtung geöffnet werden kann, indem am Seil gezogen wird und der
Schwenkhebel 22 nach oben schwenkt.
Unterhalb der Anlenkung des Schwenkhebels 22 ist am längeren Schenkel 14 eine
Halteöse 26 angeformt, welche eine hier nicht näher gezeigte Sicherungsleine
aufnimmt, an welcher die den Mast besteigende Person gesichert ist.
Zusätzlich ist eine Öffnungssicherung 28 vorgesehen, welche im Bereich der An
lenkung des Schwenkhebels um 90° zu diesem in horizontaler Richtung ver
schwenkt ebenfalls um eine Achse 29 schwenkbar am längeren Schenkel 14 ange
lenkt ist. Die Öffnungssicherung 28, welche in der Darstellung in Fig. 2 in genaue
rem Detail gezeigt ist, beruht darauf, daß ein weiterer Schwenkhebel 30, der mit
einer an das Profil der Sperrvorrichtung 22 angepaßten Nut 32 die Sperrvorrichtung
22 übergreift und hierdurch kraft- und formschlüssig blockiert. Wird nämlich die
Sperrvorrichtung 22 in Öffnungsrichtung betätigt, so wird hierdurch die von dem
Schwenkhebel 30 gebildete Öffnungssicherung mitbetätigt, das heißt, nach oben
verschwenkt, so daß sich die Nutflanken der Nut 32 schräg stellen und gegen die
Sperrvorrichtung drücken. Eine weitere Öffnung der Öffnungssicherung 32 ist nun
nicht mehr möglich.
Erst wenn die Öffnungssicherung 32 wieder entlastet ist, kann mittels einer dritten
Leine 33 die Öffnungssicherung 32 betätigt werden und die Sperrvorrichtung 22
freigegeben werden.
Am freien Ende des kürzeren Schenkels 16 des Endstücks 12 ist eine in Fig. 3 ge
zeigte Aufnahme 34 für die Sperrvorrichtung 22 in Form eines am Schenkel 16 an
geformten kurzen Kragarms 34 vorgesehen auf welchem die Sperrvorrichtung in
Schließstellung ruht.
Das Prinzip der ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur
Personensicherung besteht darin, daß die Person, im folgenden der Steiger, das an
einer Verlängerungsstange befestigte Endstück nach Öffnen der Verriegelung 28
mittels Leine 24 in einen Fachwerkstab 20 des Mastes einhängt. Der Steiger ist
dabei bereits mit seinem Sicherungsseil mit Falldämpfer an der Anschlagöse 26
des sogenannten Steigerhakens 10 befestigt. Unmittelbar nach dem Einhängen
schließt sich die wie ein Fallmesser ausgebildete Sperrvorrichtung 22 durch Eigen
last und fällt mit einem deutlich hörbaren Ton auf die Auffangplatte 34. Sogleich
gibt der Steiger das Seil der Verriegelung 28 frei und somit fällt diese Klappe auf
die Sperrvorrichtung 22, wobei die beiden Flansche der Verriegelungsklappe die
Sperrvorrichtung 22 umfassen. In diesem Moment ist das Fallmesser 22 verriegelt
und der Steiger ist gesichert. Er kann ohne die Gefahr eines Absturzes in die Tiefe
mit dem Steigen beginnen. Rutscht er aus irgendwelchen Gründen ab, so fällt er
nur in sein Sicherungsseil, welches an der Öse 26 am Endstück befestigt ist. Der
Steiger muß die geeigneten Anschlagpunkte an der Mastkonstruktion für die Vor
richtung 10 wählen. Diese müssen der Beanspruchung beim Hineinfallen in das
Sicherungsseil standhalten.
Wird die Vorrichtung beim Steigen unbeabsichtigt nach oben bewegt, so stößt das
Fallmesser 22 an den Fachwerkstab 20. Das Fallmesser 22 kann sich folglich nicht
öffnen. Stößt des Fallmesser hingegen an ein Mastbauteil (Fachwerkstab oder
Knotenblech), das sich unter dem Fallmesser 22 befindet, so bewegt sich das Fall
messer 22 nach oben und nimmt eine leichte Schrägsteilung ein. Gleichzeitig er
folgt nun eine Bewegung der Verriegelungsklappe nach oben. Die nach oben wir
kende Kraft des Fallmessers 22 bewirkt eine vertikale Auflagerkraft in der Achse
der Verriegelung 28 und ein horizontales Kräftepaar in den Wangen der beiden
Flanken der Verriegelung 28. Eine weitere Bewegung des Fallmessers 22 nach
oben (d. h. eine Entriegelung) ist somit unmöglich. Der Sperrhebel 22 bleibt verrie
gelt.
Ist der Steiger bis zur eingehängten Vorrichtung hochgestiegen, sichert er sich mit
einem Sicherheitsseil über den Leibgurt (Haltegurtfunktion) am Bauwerk (z. B. Ma
steckstiel), entriegelt über das Seil 33 der Verriegelung 28 das Fallmesser 22,
klappt das Fallmesser durch Betätigen des Seiles 24 nach oben und hängt die Vor
richtung 10 wie gehabt an die nächst höhere Anschlagstelle an der Mastkonstrukti
on. Beim Abstieg geht der Steiger entsprechend vor.
In den Fig. 4 bis 7 ist eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrich
tung gezeigt, deren Grundprinzip ähnlich der ersten Ausführungsform 10.1 ist, je
doch im Detail sich gänzlich von dieser unterscheidet. Dabei sind für gleiche
Merkmale die gleichen Bezugszeichen verwendet. An einem gleichartigen Endstück
12.2 ist eine Sperrvorrichtung 36 horizontal verschwenkbar angeordnet, die eben
falls mittels einer Verriegelung 38 gesichert ist. Das Prinzip der zweiten Ausfüh
rungsform besteht darin, daß der Steiger das an einer Verlängerungsstange befe
stigte Endstück 12.2 gemäß der zweiten Ausführungsform der Vorrichtung nach
Öffnen einer Verriegelung 36 über einen Seilzug 33 oder über einen vertikalen Im
puls in einen Fachwerkstab 20 des Mastes einhängt. Der Steiger ist dabei bereits
mit seinem Sicherungsseil mit Falldämpfer an der Anschlagöse 26 der Vorrichtung
10.2 befestigt. Das Einhängen erfolgt in der Weise, daß der Steiger mit der Hand
die Verlängerungsstange abrupt dreht und somit dreht sich die als Drehmesser 36
ausgebildete Sperrvorrichtung in einer horizontalen Ebene aus der Hakenebene
heraus. Damit ist die Vorrichtung 10.2 geöffnet und wird von oben her in ein Bauteil
des Bauwerkes 12 eingehängt. Die Verriegelung 38 befindet sich in horizontaler
Lage. Nun verleiht der Steiger der Verlängerungsstange einen kurzen Drehimpuls
in entgegengesetzter Richtung. Durch die schräg anlaufende Spitze der Verriege
lung 38 wird diese ein Stück angehoben und fällt sogleich auf das Drehmesser 36
zurück und verriegelt dieses. Somit ist der Steiger gesichert. Das Drehmesser wird
zusätzlich durch eine zweite Sicherung an der Anschlagstelle am freien Ende des
Schenkels 16 gegenüber einem Auflagerring 40 gegen Öffnen gesichert. Die Si
cherung wird dadurch erreicht, daß durch die bewußt gewählte Differenz zwischen
Außendurchmesser Schenkels 14 und dem Innendurchmesser der Drehmesserhül
se 42 das Drehmesser 36 eine definierte Schräglage einnimmt, wobei eine be
stimmte Bewegungsmöglichkeit der Spitze des Drehmessers 36 in vertikaler Rich
tung vorhanden ist. Beim Schließvorgang des Drehmessers 36 durch den Drehim
puls gleitet das Drehmesser 36 auf dem schräg anlaufenden Ende einer Zusatz
verriegelung und fällt dann in die Aussparung. Das Drehmesser 36 liegt infolge
seiner Eigenlast sicher in der Aussparung und kann sich nicht von selbst öffnen.
Den Vorgang des Anschlagens des Drehmessers 36 an dem Anschlag 44 kann der
Steiger deutlich hörbar vernehmen. Er kann ohne die Gefahr eines Absturzes in die
Tiefe mit dem Steigen beginnen. Rutscht er aus irgendwelchen Gründen ab, so fällt
er nur in sein Sicherungsseil, welches an der Vorrichtung 10.2 befestigt ist. Der
Steiger muß die geeigneten Anschlagpunkte an der Mastkonstruktion für die Vor
richtung 10.2 wählen. Diese müssen der Beanspruchung beim Hineinfallen in das
Sicherungsseil standhalten.
Wird die Vorrichtung 10.2 beim Steigen unbeabsichtigt nach oben bewegt, so stößt
das Drehmesser 36 an den Fachwerkstab 20. Das Drehmesser 36 kann sich infolge
der Lagerung auf dem Auflagerring 40 und der Klemmwirkung der Rohrhülse 42 in
Vertikalrichtung nicht öffnen. Stößt das Drehmesser hingegen an ein Mastbauteil
Fachwerkstab oder Knotenblech, das sich unter dem Drehmesser befindet, so wird
das Hochschieben des Drehmessers 36 durch die Lagerlamellen 46 der Achse der
Verriegelung 38 und die Klemmwirkung der Rohrhülse 42 verhindert. Das Dreh
messer 36 bleibt verriegelt.
Ist der Steiger bis zum eingehängten Endstück der Vorrichtung 10.2 hochgestie
gen, sichert er sich mit einem zweiten Sicherungsseil über den Leibgurt
(Haltegurtfunktion) am Bauwerk (z. B. Masteckstiel, entriegelt über das Seil der
Verriegelung 38 oder über den vertikalen Impuls das Drehmesser 36, klappt das
Drehmesser 36 durch den beschriebenen Drehimpuls aus der Hakenebene heraus
und hängt die Vorrichtung 10.2 wie gehabt an die nächst höhere Anschlagsteile an
der Mastkonstruktion. Beim Abstieg geht der Steiger entsprechend umgekehrt vor.
In Fig. 8 ist eine dritte Ausführungsform 10.3 der erfindungsgemäßen Vorrichtung
dargestellt, bei welcher ähnlich wie bei der ersten Ausführungsform eine Sperrvor
richtung von einem vertikal schwenkenden Hebel 48 gebildet ist, der jedoch an dem
freien Ende des kürzeren Schenkels 16 des Endstücks 12.3 angelenkt ist, und
demgemäß dorthin schwenkt.
Die als Pendelklappe 48 ausgebildete Sperrvorrichtung 48 hat eine Schließstel
lung, die in Fig. 8 gezeigt ist, und eine Offenstellung, bei welcher er senkrecht auf
der nach außen weisenden Seite des kürzeren Schenkels 16 mittels eines zusätzli
chen Haltestiftes 50 in einer hierfür vorgesehenen Ausnehmung 52 eingreift und
gehalten ist.
Das Prinzip der dritten Ausführungsform 10.3 der Vorrichtung besteht darin, daß
der Steiger das an einer Verlängerungsstange befestigte Endstück 12.3 bei geöff
neter als Pendelklappe 48 ausgebildeter Sperrvorrichtung in einen Fachwerkstab
20 des Bauwerkes z. B. Stahlgittermast von oben her einhängt. Der Steiger ist da
bei bereits mit seinem Sicherungsseil mit Falldämpfer über Karabinerhaken an der
Anschlagöse 26 der Vorrichtung 10.3 befestigt. Nach dem Einhängen verleiht der
Steiger der Verlängerungsstange einen kurzen Impuls nach oben. Dadurch wird die
nahezu senkrecht stehende Pendelklappe 48 aus der zweifachen Lagerung am
kurzen Schenkel 14 im Langloch 51 als Schwenklagerstelle und die als Langloch
ausgebildete Ausnehmung 52 mit seitlichem Ausgang gehoben. Das obere Lang
loch wurde geringfügig außermittig und schräg nach oben ausgeführt. Nach dem
Impuls kippt die Pendelklappe 48 infolge der exzentrischen oberen Auflagerung
und ihrer Eigenlast zur Seite und pendelt mit Schwung bis zur gegenüberliegenden
Seite durch. Infolge Trägheit schwingt die Pendelklappe 48 über die gedachte hori
zontale Linie in Höhe des Lagers 54 der Pendelklappe 48 hinaus. Dabei bewegt
sie eine bewegliche Scharnierklappe 56 eines auf der dem Lager 54 der Pendel
klappe 48 gegenüberliegenden und am langen Schenkel 14 befestigten Scharniers
nach oben, wobei die Scharnierklappe 56 anschließend sofort in ihre Ausgangslage
zurückfällt. Dabei fängt sie die Pendelklappe 48, die mit dem Arretierungsbolzen 50
an der Innenseite des kurzen Schenkels 16 anschlägt und nach unten zurück
schlägt, auf. Die Scharnierklappe 56 kann sich nur bis zur horizontalen Lage bewe
gen. Die Vorrichtung befindet sich nun im verriegelten Zustand. Der Steiger kann
nun ohne die Gefahr eines Absturzes in die Tiefe mit dem Steigen beginnen.
Rutscht er aus irgendwelchen Gründen ab, so fällt er nur in sein Sicherungsseil mit
Falldämpfer, welches an der Vorrichtung befestigt ist. Der Steiger muß die geeigne
ten Anschlagpunkte an der Mastkonstruktion für die Vorrichtung wählen. Diese
müssen der Beanspruchung beim Hineinfallen in das Sicherungsseil standhalten.
Wird nun, wie vorher bei den anderen Ausführungsformen erläutert, die Vorrichtung
beim Steigen unbeabsichtigt nach oben bewegt, so stößt die Pendelklappe 48 ge
gen den Fachwerkstab 20 des Bauwerkes. Die Pendelklappe 48 kann sich infolge
Aufliegens auf dem Scharnier 56 nicht öffnen. Stößt die Pendelklappe 48 hingegen
an ein Bauteil des Bauwerkes Fachwerkstab, Knotenbleche etc., das sich unterhalb
der Pendelklappe 48 befindet, so wird die Pendelklappe 48 zwar geringfügig nach
oben bewegt, wird aber dann abrupt durch den Arretierungsbolzen 50 an der weite
ren Bewegung nach oben gehindert, so daß sich die Vorrichtung nicht unbeabsich
tigt aus dem Bauwerk aushängen kann. Die Vorrichtung bleibt verriegelt.
Ist der Steiger bis zur eingehängten Vorrichtung hochgestiegen, sichert er sich mit
einem Sicherungsseil über den Leibgurt für die Haltefunktion am Bauwerk, öffnet
die Pendelklappe 48, in dem er über einen Seilzug 33 die bewegliche Scharnier
klappe 56 ausreichend weit nach oben anhebt, bis die Pendelklappe 48 von selbst
nach unten fällt.
Die Vorrichtung ist nunmehr geöffnet. Der Steiger hängt nun die Vorrichtung an die
nächsthöhere Anschlagstelle am Bauwerk ein. Beim Herabsteigen geht der Steiger
entsprechend umgekehrt vor.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung eignet sich besonders für Erststeiger, soge
nannte Vorsteiger, von fachwerkartigen Bauwerken. Sie kann für alle Montage-,
Wartungs- und Inspektionsarbeiten an fachwerkähnlichen Hochbauten eingesetzt
werden. Gegenüber der im Stand der Technik bekannten Schlaufenmethode ist er
besonders vorteilhaft, da bei größeren Bauwerkshöhen, z. B. über 70 m, der Stei
ger eine nicht beherrschbare Zahl von Schlaufen mit sich führen müßte.
Claims (25)
1. Verfahren zur Sicherung von Personen beim Besteigen von Gittermasten
mit Eckstielen und Schrägstreben, insbesondere von Stahlgittermasten, wie zum
Beispiel Hochspannungsfreileitungsmasten, dadurch gekennzeichnet, daß die je
weilige Person an einer über ihr befindlichen Schrägstrebe nahe dem Eckstiel eine
hakenförmige Vorrichtung anbringt, welche mittels einer Sicherungsleine mit der
Person verbunden ist, daß die Person derart gesichert am Eckstiel aufsteigt und
nach Erreichen der Schrägstrebe, an welcher die Vorrichtung angebracht ist, die
Vorrichtung abnimmt und an einer weiteren über ihr befindlichen Schrägstrebe an
bringt, daß die Person derart gesichert weiter aufsteigt, bis sie die vorgesehene
Masthöhe erreicht hat, und daß nach Erreichen der vorgesehenen Masthöhe die
Person die Verbindung mit der Sicherungsleine löst und eine andere Sicherungs
einrichtung benutzt, welche der betreffenden Masthöhe zugeordnet ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Person
die hakenförmige Vorrichtung jeweils an einer Schrägstrebe anbringt, die sich we
nigstens eine Armeslänge oberhalb der Person befindet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
hakenförmige Vorrichtung an die betreffende Schrägstrebe angehängt wird.
4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorherigen
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sie hakenförmig ausgebildet ist mit zwei
zueinander schräg- oder gleichlaufenden Schenkeln, von denen einer wenigstens
die fünffache Länge des anderen Schenkels aufweist, daß an wenigstens einem
der beiden Schenkel eine Sperrvorrichtung angebracht ist, welche das unbeabsich
tigte Lösen der Vorrichtung von der betreffenden Schrägstrebe, an welcher die
Vorrichtung jeweils angebracht ist, verhindert und daß die Sicherungsleine an der
Vorrichtung geführt ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die haken
förmige Vorrichtung U-förmig ausgebildet ist mit zwei zu einander etwa parallelen
Schenkeln und einem die Enden der Schenkel zum U verbindenden Quersteg so
wie mit einem Sperrteil, welches in Ruhelage quer zu den Schenkeln angeordnet ist
und diese miteinander verbindet und so das offene U zu einer geschlossenen Öse
umbildet, und daß durch Verlagern des Sperrteils das U geöffnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperr
teil am längeren der beiden Schenkel angebracht ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperr
teil am kürzeren der beiden Schenkel angebracht ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß das Sperrteil schwenkbar ausgebildet ist und daß die Schwenkachse des
Sperrteils quer zu den Längsachsen der beiden Schenkel verläuft.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwenkachse des Sperrteils achsparallel zu den Längsachsen der beiden
Schenkel verläuft.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zur Füh
rung des Sperrteils ein Schwenkgelenk vorgesehen ist, welches einen der beiden
Schenkel konzentrisch umfaßt, und daß das Sperrteil in einer quer zu den Längs
achsen der beiden Schenkel aufgespannten Ebene schwenkbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeich
net, daß für das an einem der beiden Schenkel angelenkte Sperrteil am anderen
Schenkel eine Aufnahme vorgesehen ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeich
net, daß das Sperrteil als quer zu den Längsachsen der Schenkel verschieblicher
Steg ausgebildet ist, der translatorisch von einer Öffnungsstellung in eine Schließ
stellung bewegbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 12, dadurch gekennzeich
net, daß für das an einem der beiden Schenkel angebrachte Sperrteil eine Öff
nungssicherung vorgesehen ist, welche das Sperrteil gegen ungewolltes Öffnen
sichert.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Öff
nungssicherung fernbetätigbar ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Öff
nungssicherung mittels einer Betätigungsleine fernbetätigbar ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Öff
nungssicherung als quer zum Sperrteil angeordneter, in den Öffnungsweg des
Sperrteils schwenkbar eingreifender Steg mit einer Nut ausgebildet ist, welche Nut
das Sperrteil an drei Seiten umgreift, daß die Nutbreite höchstens 20% größer ist
als die Breite des darin eingreifenden Sperrteils, so daß sich im gesicherten Zu
stand das Sperrteil an die Nutflanken anlegt und hierdurch eine Selbsthemmung
auftritt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das
Sperrteil ebenfalls mit einer Nut versehen ist, in welche die Öffnungssicherung ein
greift.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 17, dadurch gekennzeich
net, daß für die an der Vorrichtung geführte Sicherungsleine eine Öse an einem der
beiden Schenkel vorgesehen ist, durch welche die Sicherungsleine hindurchgeführt
ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 18, dadurch gekennzeich
net, daß die Vorrichtung aus Metall besteht.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 19, dadurch gekennzeich
net, daß die Vorrichtung aus Stahl gebildet ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 19, dadurch gekennzeich
net, daß die Vorrichtung aus Leichtmetall, vorzugsweise aus einer Aluminiumlegie
rung, gebildet ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 21, dadurch gekennzeich
net, daß die Vorrichtung aus einem Hohlprofil gebildet ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 22, dadurch gekennzeich
net, daß die Vorrichtung aus Flachprofil gebildet ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 23, dadurch gekennzeich
net, daß die Aufnahme für das Sperrteil und die Öffnungssicherung zusammenwir
ken, indem sie das ungewollte Öffnen des Sperrteils formschlüssig blockieren.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 24, dadurch gekennzeich
net, daß die Länge des längeren Schenkels der Vorrichtung wenigstens 1 m be
trägt.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996134030 DE19634030A1 (de) | 1996-08-23 | 1996-08-23 | Verfahren zur Sicherung von Personen beim Besteigen von Gittermasten |
| EP97114331A EP0824939A3 (de) | 1996-08-23 | 1997-08-20 | Verfahren zur Sicherung von Personen beim Besteigen von Gittermasten |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996134030 DE19634030A1 (de) | 1996-08-23 | 1996-08-23 | Verfahren zur Sicherung von Personen beim Besteigen von Gittermasten |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19634030A1 true DE19634030A1 (de) | 1998-02-26 |
Family
ID=7803453
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996134030 Withdrawn DE19634030A1 (de) | 1996-08-23 | 1996-08-23 | Verfahren zur Sicherung von Personen beim Besteigen von Gittermasten |
Country Status (2)
| Country | Link |
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| EP (1) | EP0824939A3 (de) |
| DE (1) | DE19634030A1 (de) |
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