DE19634983C1 - Verfahren und Vorrichtung zum Auftragen eines plastischen Abstandhalters für Isolierglasscheiben auf eine Glastafel - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Auftragen eines plastischen Abstandhalters für Isolierglasscheiben auf eine GlastafelInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Verfahren mit den im Oberbegriff des An
spruchs 1 angegebenen Merkmalen sowie von einer Vorrichtung mit den im
Oberbegriff des Anspruchs 2 angegebenen Merkmalen.
Ein solches Verfahren
und eine solche Vorrichtung sind in der EP 0 176 388 A1 offenbart. Die bekannte
Vorrichtung hat als Waagerechtförderer für Glastafeln einen Aufstellförderer in
Gestalt eine waagerechten Zeile von synchron angetriebenen Rollen und darüber
als Stützeinrichtung eine Stützwand, insbesondere eine Luftkissenwand, welche
ein wenig nach hinten geneigt ist, so daß sich die Glastafeln, die auf dem Auf
stellförderer stehen, gegen die Stützwand lehnen können, ohne umzufallen. Dar
überhinaus befindet sich zwischen dem unteren Rand der Stützwand und dem
Aufstellförderer noch ein Saugförderband, welches synchron mit dem Aufstellför
derer antreibbar ist, die Glastafeln nahe ihrem unteren Rand ansaugt und für eine
schlupffreie Bewegung der Glastafeln sorgt. Der Waagerechtförderer ist stationär
angeordnet; er ruht auf einem ortsfesten Gestell.
Mit etwas Abstand vor dem Waagerechtförderer ist eine Säule angeordnet, wel
che in gleicher Weise geneigt ist wie die Stützwand. An der Säule ist ein Schlitten
auf und ab beweglich geführt. Der Schlitten trägt einen Zwischenspeicher für ein
plastisches Material, eine Düse, und zwischen den beiden eine Dosierpumpe. Die
Düse ist um eine zur Stützwand bzw. zu der vor der Stützwand angeordneten
Glastafel senkrechten Achse drehbar. Der Zwischenspeicher ist über eine be
heizte Rohrleitung, in welcher sich beheizte Drehgelenke befinden, mit einer
Faßpumpe verbunden, welche sich auf einem Faß befindet, in welchem ein Vor
rat an dem plastischen Material vorhanden ist. Das plastische Material wird von
der Faßpumpe in den Zwischenspeicher gefördert, von dort durch die Dosierpum
pe abgezogen und dosiert der Düse zugeführt, welche sie als Strang auf eine
Glastafel aufträgt, welche auf dem Waagerechtförderer steht. Durch Bewegung
des Schlittens längs der Säule kann die Düse an den vertikalen Glastafelrändern
entlang bewegt werden; durch waagerechtes Verschieben der Glastafel durch
Antrieben des Aufstellförderers und des Saugförderbandes kann die Glastafel mit
ihren beiden waagerechten Rändern an der Düse entlang bewegt werden. Auf
diese Weise kann ein plastischer Strang fortlaufend längs aller vier Ränder einer
Glastafel aufgetragen werden, wobei die Düse im Bereich der Ecken der Glasta
fel eine 90°-Drehung vollführt.
Damit der aus der Düse austretende Strang auf der Glastafel seine Gestalt beibe
hält, muß das aus der Düse austretende plastische Material eine hohe Viskosität
aufweisen. Das hat zur Folge, daß die Faßpumpe mit sehr hohen Drücken von
220 bis 400 bar arbeiten muß, um das Material aus dem Faß bis in den Zwi
schenspeicher zu fördern. Für so hohe Drücke sind Druckschläuche nicht mehr
geeignet, weshalb die EP 0 176 388 A1 zwischen der Faßpumpe und dem Zwi
schenspeicher eine Rohrleitung mit Drehgelenken vorsieht, die beheizt sein muß,
damit das Material überhaupt pumpbar bleibt. Leider sind die Drehgelenke
störungs- und verschleißanfällig und erzeugen einen hohen Druckverlust. Der
aus der EP 0 176 388 AI bekannte Applikator ist aufwendig und teuer.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Weg aufzuzeigen,
wie der apparative Aufwand für das Auftragen eines plastischen Abstandhalters
auf eine Glastafel verringert werden kann.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den im Anspruch 1 angegebe
nen Merkmalen und durch eine Vorrichtung mit den im Anspruch 2 angegebenen
Merkmalen. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der
Unteransprüche.
Die Erfindung vollzieht eine Abkehr vom Stand der Technik dadurch, daß die Dü
se abgesehen von Drehbewegungen um ihre Achse und abgesehen von ggfs.
notwendigen kurzen Zustellbewegungen der Düse gegen die Glastafel stationär
gehalten wird und statt dessen die Glastafel zweidimensional bewegt wird, um sie
mit ihren Rändern fortlaufend an der Düse entlang zu bewegen, wobei im Bereich
der Ecken der Glastafeln die Düse eine Drehbewegung vollführt oder im Falle
von Modellscheiben längs eines bogenförmigen Randes entsprechend dem Ver
lauf der Tangente allmählich gedreht wird.
Das macht es möglich, den Weg zwischen der beim Vorratsbehälter angeordne
ten Pumpe (Faßpumpe) und dem bei der Düse angeordneten Zwischenspeicher
verglichen mit dem Stand der Technik außerordentlich kurz zu halten. Darüber
hinaus werden in der Verbindungsleitung zwischen dem Vorratsbehälter und dem
Zwischenspeicher keinerlei Drehgelenke benötigt, weil die Düse stationär gehal
ten wird. Verglichen mit dem Stand der Technik sinkt der Druckverlust auf dem
Weg zum Zwischenspeicher dadurch beträchtlich. Es ist möglich, den Druck der
Faßpumpe auf weniger als die Hälfte dessen zu senken, was beim Stand der
Technik erforderlich ist. Das hat wesentliche Vorteile:
- - Die Faßpumpe kann kleiner, leichter, schwächer und preiswerter sein.
- - Der Aufwand für die Leitungsführung zum Zwischenspeicher ist drastisch reduziert. Insbesondere werden keine teueren Drehgelenke benötigt.
- - Wegen der geringen Drücke können anstelle von starren Rohrleitungen sogar preiswerte Druckschläuche verwendet werden.
- - Es entfällt die Säule mit den Antriebs- und Führungseinrichtungen für die Düse und deren Hilfsaggregate (Dosierpumpe, Zwischenspeicher, Ventile, Stellgeräte, Heizeinrichtungen, Drehantriebe).
- - Statt dessen muß lediglich eine Hebeeinrichtung für den Waagerecht förderer vorgesehen sein.
- - Zumindest für kleinere Glastafelformate die in der Praxis am gebräuch lichsten sind, kommt man so zu einer Vorrichtung zum Auftragen eines plastischen Abstandhalters, deren Kosten gegenüber dem Stand der Technik drastisch sinken.
- - Die Auf- und Abbewegung des Waagerechtförderers ist einfacher zu realisieren als die Auf- und Abbewegung der Düse mit ihren Nebenaggregaten beim Stand der Technik. Es hat sich gezeigt, daß man bei Glastafelformaten bis 1 m × 2 m nicht mehr als 300 kg Masse des Waagerechtförderers bewegen muß, was weniger ist als beim Stand der Technik.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den beigefügten Zeichnungen
dargestellt.
Fig. 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer Seitenansicht,
und
Fig. 2 in einer Vorderansicht.
Die Vorrichtung trägt auf einem Untergestell 1 einen Rahmen 2, welche um eine
waagerechte Achse 3 schwenkbar gelagert, jedoch durch Streben 4, welche den
Rahmen 2 mit dem Untergestell 1 verbinden, in einer bestimmten Winkelstellung
fixiert ist. Die Streben 4 können eine nicht dargestellte Spindel enthalten, um die
Neigung des Rahmens 2 beim Aufstellen der Vorrichtung zu justieren.
Der Rahmen trägt zwei zueinander parallele, sich von unten nach oben erstrec
kende Führungsstangen (5 und 6), an welchen ein Waagerechtförderer 7 auf und
ab verschiebbar geführt ist.
Der Waagerechtförderer 7 umfaßt einen rechteckigen Rahmen 8, welcher unten
einen Aufstellförderer 9 trägt, welcher aus endlosen Förderbändern 10 und 11
sowie einer dazwischen angeordneten waagerechten Zeile von Rollen 12 be
steht, welche synchron angetrieben sind. Oberhalb des Aufstellförderers 9 ist ei
ne Stützeinrichtung 13 vorgesehen, bestehend aus einem Feld von freilaufenden
Stützrollen 14, welche um Achsen 15 drehbar sind, welche sich im Rahmen 8 von
unten nach oben erstrecken. Anstelle eines solchen Feldes von Stützrollen 14
könnte auch eine Luftkissenwand vorgesehen sein. Zwischen dem Feld von
Stützrollen und dem Aufstellförderer 9 befindet sich noch ein Saugtransportband
16, welches synchron mit dem Aufstellförderer 9 antreibbar ist. Ein solches Saug
transportband ist aus der DE-35 29 892 A1 bekannt.
Der Rahmen 2 ist von einer Brücke 17 überspannt, an welcher eine Düse 18 zu
sammen mit ihren Nebenaggregaten angebracht ist, zu denen unter anderem ein
Zwischenspeicher 19 und eine Zahnradpumpe 20 gehören. Der
Zwischenspeicher 19 kann eine Kolben-Zylinder-Einheit sein, deren Kolben zur
Erzeugung eines wählbaren Vordrucks für die Zahnradpumpe druckmittelbeauf
schlagt ist.
Vor dem Untergestell 1 steht ein Vorratsbehälter 21, welcher das plastische Ma
terial, insbesondere einen Butylkautschuk, enthält, welcher als Strang auf eine
Glastafel aufgetragen werden soll. Über dem Vorratsbehälter 21 ist ein Pum
penaggregat 22 angeordnet, von welchem eine starre Rohrleitung 23 auf kurzem
Weg zum Zwischenspeicher 19 führt.
Die gesamte Vorrichtung wird in eine Isolierglasfertigungslinie integriert, welche
einen Waagerechtförderer hat, dessen Neigung mit der Neigung des Waage
rechtförderers 7 übereinstimmt, demgegenüber aber stationär angeordnet ist. Um
eine Glastafel in der Fertigungslinie in die erfindungsgemäße Vorrichtung einlau
fen lassen zu können, wird der Waagerechtförderer 7 auf das feste Niveau des
angrenzenden Waagerechtförderers in der Linie abgesenkt. Dann kann eine
Glastafel 24 in den Waagerechtförderer 7 einlaufen, auf welchem sie in vorbe
stimmter Lage angehalten wird, in welcher die stationäre Düse dem Rand der
Glastafel 24 reproduzierbar gegenüberliegt. Die Düse 18 wird nun in Richtung ih
rer Drehachse, welche senkrecht zur Glastafel 24 verläuft, auf kurzem Wege ge
gen die Glastafel 24 zugestellt und beginnt dann, längs des Randes der Glastafel
24 einen Strang zu extrudieren, wobei der Strang längs der horizontalen Ränder
der Glastafel 24 aufgetragen wird, in dem die Glastafel auf dem Waagerechtför
derer 7 durch Antreiben des Aufstellförderers 9 in der einen oder anderen Rich
tung bewegt wird, wohingegen längs der von oben nach unten verlaufenden Rän
der der Strang aufgetragen wird, indem der Rahmen 8 mit samt dem Aufstellför
derer 9 und dem Feld von Stützrollen 14 längs der Führungsstangen 5 aufwärts
bzw. abwärts bewegt wird, wobei die Düse 18 immer dann gedreht wird, wenn ei
ne Ecke der Glastafel an der Düse 18 angelangt ist.
Claims (5)
1. Verfahren zum Auftragen eines plastischen Abstandhalters für Isolierglas
scheiben auf eine Glastafel (24), während sie sich auf einem Waagerechtför
derer (7) befindet, durch
- - Zuführen eines plastischen Materials zu einer Düse (8) aus einem Vorratsbehälter (21) und
- - fortlaufendes Auftragen des plastischen Materials mittels der
Düse (18) auf die Glastafel (24) längs ihres Randes,
zu welchem Zweck die Düse (18) abgesehen von
Drehbewegungen um eine zur Glastafel (24) senkrechte Achse
und abgesehen von einer ggfs. vorgesehenen Zustellbewegung
der Düse (18) längs ihrer Achse gegen die Glastafel (24) stationär
gehalten
und statt dessen die Glastafel (24) mit ihrem Rand an der Düse (18) vorbeibewegt wird, indem sie durch Antreiben des Waagerechtförderers (7) in und entgegen seiner Förderrichtung und durch Verschieben des WaagerechtfÖrderers (7) quer zu seiner Förderrichtung zweidimensional bewegt wird.
2. Vorrichtung zum Auftragen eines plastischen Abstandhalters für Isolierglas
scheiben auf eine Glastafel (24),
mit einem Waagerechtförderer (7), auf welchem die Glastafeln (24) auf einem Aufstellförderer (9) stehend und durch eine sich oberhalb des Aufstellförde rers (9) parallel zu diesem erstreckende Stützeinrichtung (13) gehalten be wegt werden,
mit einer Düse (18), welche relativ zum Waagerechtförderer (7) parallel zu der auf ihm befindlichen Glastafel (24) verschiebbar und um eine zur Glasta felebene senkrechte Achse drehbar ist,
mit einem Vorratsbehälter (21) für ein plastisches Material zur Bildung des Abstandhalters,
und mit Mitteln (19, 20, 22, 23) zum Zuführen des plastischen Materials aus dem Vorratsbehälter (21) zu der Düse (18),
dadurch gekennzeichnet, daß die Düse (18) abgesehen von Bewegungen um und ggfs. längs ihrer Drehachse ortsfest angeordnet ist
und daß der Waagerechtförderer (7) parallel zu der durch ihn selbst definier ten Glastafelebene auf und ab verschiebbar ist.
mit einem Waagerechtförderer (7), auf welchem die Glastafeln (24) auf einem Aufstellförderer (9) stehend und durch eine sich oberhalb des Aufstellförde rers (9) parallel zu diesem erstreckende Stützeinrichtung (13) gehalten be wegt werden,
mit einer Düse (18), welche relativ zum Waagerechtförderer (7) parallel zu der auf ihm befindlichen Glastafel (24) verschiebbar und um eine zur Glasta felebene senkrechte Achse drehbar ist,
mit einem Vorratsbehälter (21) für ein plastisches Material zur Bildung des Abstandhalters,
und mit Mitteln (19, 20, 22, 23) zum Zuführen des plastischen Materials aus dem Vorratsbehälter (21) zu der Düse (18),
dadurch gekennzeichnet, daß die Düse (18) abgesehen von Bewegungen um und ggfs. längs ihrer Drehachse ortsfest angeordnet ist
und daß der Waagerechtförderer (7) parallel zu der durch ihn selbst definier ten Glastafelebene auf und ab verschiebbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum
Zuführen des plastischen Materials eine erste, beim Vorratsbehälter (21) an
geordnete Pumpe (22), einen bei der Düse (18) angeordneten Zwischenspei
cher (19), eine zwischen dem Zwischenspeicher (19) und der Düse (18) an
geordnete Dosierpumpe (20) und eine die beim Vorratsbehälter (21) angeord
nete Pumpe (22) mit dem Zwischenbehälter (19) verbindende Leitung (23),
welche frei von Drehgelenken ist, aufweisen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Lei
tung (23) ein Druckschlauch ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Lei
tung (23) eine starre Rohrleitung ist.
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