DE19634905A1 - Gleichrichterschaltung - Google Patents
GleichrichterschaltungInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf eine Gleichrichterschaltung gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1. Die vorgeschlagene Gleichrichterschaltung kann beispielsweise in
der elektrischen Antriebstechnik (Gleichstromantriebe), bei Batterieladegeräten und
bei unterbrechungsfreien Stromversorgungsanlagen eingesetzt werden.
Da Gleichstromantriebe in vier Quadranten betrieben werden können (Gleichspan
nung größer, gleich oder kleiner Null, Gleichstrom größer, gleich oder kleiner Null),
kommen zu ihrer Speisung bei Verwendung konventioneller Technik im allgemeinen
Umkehrstromrichter, d. h. zwei antiparallele Sechspulsgruppen (Gleichrichter, Wech
selrichter) mit insgesamt zwölf Thyristoren zum Einsatz. Beim Übergang vom motori
schen Betrieb in den generatorischen Betrieb bzw. umgekehrt vom generatorischen
Betrieb in den motorischen Betrieb sind in diesem Fall entweder nachteilige Totzei
ten in Kauf zu nehmen oder zusätzliche Kreisstromdrosseln für die fließenden
Kreisströme zu installieren sowie spezielle Ansteuerverfahren zu realisieren. Das
Funktionsprinzip derartiger Stromrichter bedingt daß Umkehrstromrichter dem drei
phasigen Netz sowohl sinusförmige Ströme entnehmen, als auch erhebliche Ober
schwingungen, Blindleistung sowie Netzrückwirkungen verursachen, so daß im drei
phasigen Netz in nachteiliger Weise aufwendige Filter vorgesehen werden müssen.
Ist eine sinusförmige, dreiphasige Stromaufnahme im mittleren Leistungsbereich
gefordert, so kann ein IGBT-Stromrichter, bestehend aus einem netzseitigen PWM-Gleich
richter (pulsweitenmodulierter Gleichrichter) und einem Vierquadrantensteller
eingesetzt werden. Durch das PWM-Modulationsverfahren werden sinusförmige
Netzströme bei einstellbarem Leistungsfaktor realisiert. Es werden zehn IGBT′s mit
zehn Inversdioden sowie im Zwischenkreis teure und vergleichsweise unzuverlässi
ge Elektrolytkondensatoren benötigt. Die durch die harten Schaltvorgänge beding
ten erheblichen Schaltverluste begrenzen die maximale Schaltfrequenz derartiger
Stromrichter im mittleren Leistungsbereich auf 10 bis 20 kHz bei einem Wirkungs
grad von ca. 90%.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Gleichrichterschaltung der eingangs
genannten Art anzugeben, die eine höhere Leistungsdichte aufweist, einen höheren
Wirkungsgrad besitzt und höhere Schaltfrequenzen ermöglicht.
Diese Aufgabe wird in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffes erfindungs
gemäß durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile bestehen insbesondere darin, daß der
vorgeschlagene neuartige Gleichrichter PWM-Modulationsverfahren bei sehr gerin
gen Schaltverlusten gestattet. Der Gleichrichter kann dem dreiphasigen Netz sinus
förmige Ströme bei einem Leistungsfaktor von cosϕ = 1 entnehmen bzw. sinusförmige
Ströme bei einem Leistungsfaktor von cosϕ = -1 in das Netz einspeisen. Die im Ver
gleich zu konventionellen Gleichrichtern hohe mögliche Schaltfrequenz gestattet
ferner eine substantielle Reduktion des Filteraufwandes im dreiphasigen Netz. Die
vorgeschlagene Schaltung kann somit vorteilhaft in allen Gleichrichteranwendungen
eingesetzt werden, in denen keine galvanische Trennung zwischen dem dreiphasi
gen Netz und der Gleichstromseite notwendig ist.
Beim Übergang vom motorischen in den generatorischen Betrieb bzw. vom genera
torischen in den motorischen Betrieb sind vorteilhaft weder Totzeiten einzuhalten,
noch sind spezielle Ansteuerverfahren sowie zusätzliche Kreisstromdrosseln not
wendig.
Im Vergleich zur PWM-Gleichrichter-Vierquadrantenstellerstruktur ist der Leistungs
halbleiteraufwand mit zwölf IGBT′s und zwölf Dioden (oder zwölf GTO′s) mit 33%
reduzierten Nennströmen sowie zwei IGBT′s und zwei Dioden (oder zwei
GTO-Thyristoren oder schnellen Thyristoren) mit sehr kleinem Nennstrom in etwa gleich
groß. Die 33%-Reduzierung der Nennströme ist die Folge der effektiven Parallel
schaltung der Hauptschalter einer Schaltergruppe. Der vorgeschlagene Gleichrichter
benötigt jedoch substantiell weniger passive Komponenten, beispielsweise keine
Kapazitäten auf der Gleichstromseite aufgrund der einstufigen Leistungsumwand
lung. Wegen der höheren Schaltfrequenz ist auch der Filteraufwand reduziert. Die
prinzipbedingt geringen Schaltverluste haben vorteilhaft weiterhin eine Reduktion
des Kühlaufwandes und eine Erhöhung des Wirkungsgrades zur Folge.
Die Erfindung wird nachstehend anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausfüh
rungsbeispiele erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 die Schaltung eines quasiresonanten Gleichrichters (modifizierter Ma
trixstromrichter),
Fig. 2 die Definition der 60°-Eingangsspannungsintervalle,
Fig. 3 eine Tabelle des Pulsmusters des quasiresonanten Gleichrichters,
Fig. 4 Strom- und Spannungsverläufe einer ARCP-Kommutierung in einem
Spannungsintervall (Spannungsintervall 6),
Fig. 5 Schalterspannungen und Schaltergruppenstrom des quasiresonanten
Gleichrichters in einem Spannungsintervall (Spannungsintervall 6).
In Fig. 1 ist die Schaltung eines quasiresonanten Gleichrichters (modifizierter Ma
trixstromrichter, zum Matrixstromrichter siehe z. B. S. Bernet, T. Matsuo, T.A. Lipo, A
Matrix Converter Using Reverse Blocking NPT-IGBT′s and Optimized Pulse Pat
terns, Conf. Rec. IEEE-PESC, Baveno, Juni 1996, pp. 107 bis 113) dargestellt. Ein
dreiphasiges Filter mit Filterinduktivitäten LF1 bzw. LF2 bzw. LF3 in den Phasen und
Filterkapazitäten CF1 bzw. CF2 bzw. CF3 zwischen den Phasen liegt einerseits am
dreiphasigen Netz mit den Netzspannungen u₁, u₂, u₃ und andererseits an den zwei
jeweils dreiphasigen Schaltergruppen des Gleichrichters. Die auf den Sternpunkt
des Netzes bezogenen Eingangsspannungen des Gleichrichters bzw. der beiden
Schaltergruppen betragen ui1, ui2, ui3 (allgemein mit ui bezeichnet) und die verkette
ten Spannungen ui12, ui23, ui31. Die Eingangsströme des Gleichrichters bzw. der
Schaltergruppen sind mit ii1, ii2, ii3 bezeichnet.
Die erste Schaltergruppe weist drei jeweils mit einer Phase verbundene Hauptschal
ter S₁₁, S₁₂, S₁₃ auf. Den Hauptschaltern liegen Resonanzkapazitäten Cr11, Cr12, Cr13
parallel. Die Schalterspannungen (= Spannungen an den Resonanzkapazitäten) be
tragen uC11, uC12, uC13. Die Ausgänge der Hauptschalter S₁₁, S₁₂, S₁₃ sind miteinander
verbunden, wobei der über den gemeinsamen Ausgang fließende Schaltergruppen
strom mit isg1 und die Ausgangsspannung dieser ersten Schaltergruppe mit uo1 be
zeichnet sind.
Die zweite Schaltergruppe weist ebenfalls drei jeweils mit einer Phase verbundene
Hauptschalter S₃₁, S₃₂, S₃₃ auf. Den Hauptschaltern liegen Resonanzkapazitäten
Cr31, Cr32, Cr33 parallel. Die Ausgänge der Hauptschalter S₃₁, S₃₂, S₃₃ sind miteinander
verbunden, wobei der über den gemeinsamen Ausgang fließende Schaltergruppen
strom mit isg3 und die Ausgangsspannung dieser zweiten Schaltergruppe mit uo3 be
zeichnet sind.
Die Ausgänge beider Schaltergruppen sind miteinander über einen Hilfsschalter
AS₃₁ einer Hilfskommutierungseinrichtung mit seriengeschalteter Resonanzinduktivi
tät Lr3 verbindbar. Der Strom über die Hilfskommutierungseinrichtung ist mit ia31 be
zeichnet.
Die Verbindungspunkte der Hilfskommutierungseinrichtung mit den Ausgängen der
beiden Schaltergruppen bilden die Lastanschlüsse des Gleichrichters, zwischen de
nen eine Spannung uo31 ansteht und über die die Ausgangsströme io1 bzw. io3 fließen.
Die Lastinduktivität beträgt Ld und die Lastspannung (= Gleichspannung) ud.
Im linken Abschnitt der Fig. 1 ist beispielhaft der Aufbau eines Hauptschalters
(Viersegmentschalters) S₁₁, S₁₂, S₁₃, S₃₁, S₃₂, S₃₃ (allgemein S) sowie des Hilfsschal
ters (Viersegmentschalter) AS₃₁ (allgemein AS) dargestellt. Wie zu erkennen ist,
besteht der Viersegmentschalter aus zwei IGBT-Halbleitern T₁, T₂ und zwei Invers
dioden D₁, D₂, wobei sowohl D₁ und T₁ als auch D₂ und T₂ jeweils parallelgeschaltet
sind und beide Parallelschaltungen in Serie liegen. Die zwei IGBT-Halbleiter und
Inversdioden zur Bildung des Hilfsschalters AS₃₁ sind für wesentlich kleinere Nenn
ströme zu bemessen als die Baukomponenten zur Realisierung der Hauptschalter
S₁₁. . .S₃₃.
Alternativ können die Viersegmenthauptschalter S auch auf der Basis von anderen
aktiv ausschaltbaren Leistungshalbleiterbauelementen (wie z. B. GTO′s, MOSFET′s,
Bipolartransistoren oder MCT′s) sowie gegebenenfalls notwendigen Dioden reali
siert werden. Im Gegensatz dazu kann der Viersegementhilfsschalter AS alternativ
unter Verwendung aktiv einschaltbarer Leistungshalbleiterbauelemente (wie z. B.
Thyristoren, GTO′s, MCT′s, MOSFET′s oder Bipolartransistoren) sowie den gegebe
nenfalls notwendigen Dioden verwirklicht werden. Im oberen Leistungsbereich ist
insbesondere der Einsatz von zwölf sperrfähigen GTO′s in den Hauptschaltern so
wie zwei sperrfähigen GTO′s oder zwei sperrfähigen schnellen Thyristoren mit re
duzierten Nennströmen im Hilfsschalter möglich, wobei jeweils zwei GTO-Thy
ristoren bzw. zwei schnelle Thyristoren parallelgeschaltet sind.
In einem konventionell hart schaltenden Matrixstromrichter finden im allgemeinen
zur Hälfte induktive Kommutierungen und zur Hälfte kapazitive Kommutierungen
statt. Eine induktive Kommutierung (positiver Leistungsgradient) wird dabei durch
einen aktiven Einschaltvorgang eines Viersegmentschalters eingeleitet und durch
einen passiven Ausschaltvorgang des ausschaltenden Viersegmentschalters wäh
rend des Rückstromabrisses beendet. Im Gegensatz dazu wird eine kapazitive
Kommutierung (negativer Leistungsgradient) durch einen aktiven Ausschaltvorgang
eines Viersegmentschalters ausgelöst und durch einen passiven Einschaltvorgang
des an der Kommutierung beteiligten Viersegmentschalters bei einer Schalterspan
nung von nahezu Null abgeschlossen. Verwendet man zur Ansteuerung des Matrix
konverters das in M.G.B. Venturini and A. Alesina, "Intrinsic amplitude limits and op
timum design of 9-switches direct PWM-ac-ac converters", Conf. Rec. IEEE-PESC,
1988, Seite 1284 bis 1291 abgeleitete Ansteuerverfahren, so kann man eingangs
seitig sinusförmige Ströme bei einstellbarem Leistungsfaktor und dem maximal mög
lichen Spannungsübersetzungsverhältnis generieren. Da dieser Algorithmus aber
nur die Tastverhältnisse bestimmt, hat man bei einem konventionellen, hart schal
tenden Matrixstromrichter den Freiheitsgrad, die Pulsmuster zu optimieren.
In dem vorgeschlagenen als Gleichrichter verwendeten quasiresonanten Matrix
stromrichter gemäß Fig. 1 bestimmt die Funktion der Kommutierungseinrichtung so
wohl die Schaltreihenfolge als auch die Pulsmuster.
Setzt man symmetrische Eingangsspannungen
Ui1 = Ui·COS (ωit + θi)
ui2 = Ui·COS (ωit + θi - 120°)
ui3 = Ui·COS (ωit + θi + 120°)
ui2 = Ui·COS (ωit + θi - 120°)
ui3 = Ui·COS (ωit + θi + 120°)
mit
Ui = Amplitude der Eingangsspannung
ωi = Netz-Kreisfrequenz
θi = Verschiebungswinkel
fi = Netzfrequenz
Ti = Netz-Periodendauer
ωi = Netz-Kreisfrequenz
θi = Verschiebungswinkel
fi = Netzfrequenz
Ti = Netz-Periodendauer
voraus, so können sechs Spannungsintervalle 1 bis 6 (ui-Intervalle) definiert werden,
in denen keine der drei verketteten Spannungen ui12, ui23 und ui31 ihre Polarität än
dert. Fig. 2 zeigt hierzu die zeitlichen Verläufe der Eingangsspannungen ui1, ui2, ui3
und der verketteten Spannungen. Für einen Verschiebungswinkel θi = 0 ergeben sich
die Spannungsintervalle wie folgt:
Spannungsintervall 1: 0° ωi t 60°
Spannungsintervall 2: 60° ωi t 120°
Spannungsintervall 3: 120° ωi t 180°
Spannungsintervall 4: 180° ωi t 240°
Spannungsintervall 5: 240° ωi t 300°
Spannungsintervall 6: 300° ωi t 360°
Spannungsintervall 2: 60° ωi t 120°
Spannungsintervall 3: 120° ωi t 180°
Spannungsintervall 4: 180° ωi t 240°
Spannungsintervall 5: 240° ωi t 300°
Spannungsintervall 6: 300° ωi t 360°
Die Tabelle des Pulsmusters des quasiresonanten Gleichrichters gemäß Fig. 3
zeigt, daß es in jedem der sechs Spannungsintervalle (ui-Intervalle) 1 bis 6 sowohl
für positive als auch für negative Ausgangsströme io1, io3 (iox < 0, iox < 0; x = 1, 3) stets
ein Pulsmuster gibt, in dem während einer Periode TS der Schaltfrequenz fS zwei
kapazitive Kommutierungen und eine ARCP-Kommutierung (ARCP = Auxiliary Re
sonant Commutated Pole) stattfindet. Die Schaltreihenfolge "vorwärts" ist mit F
(Kommutierung von S₁₁ zu S₁₂ zu S₁₃ zu S₁₁ usw. und von S₃₁ zu S₃₂ zu S₃₃ zu S₃₁
usw.) und die Schaltreihenfolge "rückwärts" mit B (Kommutierung von S₁₁ zu S₁₃ zu
S₁₂ zu S₁₁ usw. und von S₃₁ zu S₃₃ zu S₃₂ zu S₃₁ usw.) bezeichnet.
Eine ARCP-Kommutierung ist dabei eine kapazitive Kommutierung, die durch die
Umwandlung einer induktiven Kommutierung ermöglicht wird. Die Transformation
der induktiven Kommutierung wird durch eine Umkehr der Polarität des Schalter
gruppenstromes isg1 oder isg3 unter Verwendung der Hilfskommutierungseinrichtung
mit dem Hilfsschalter AS₃₁ verwirklicht.
Die Realisierung der ARCP-Kommutierungen in den zwei Schaltergruppen setzt
aber nicht nur die Verwendung der in der Tabelle gemäß Fig. 3 angegebenen
Schaltreihenfolgen voraus, sondern auch die Synchronisation der zwei ARCP-Kom
mutierungen in den zwei Schaltergruppen während der Periode TS. Werden die
Pulsmuster der Tabelle verwendet, so löst die Schaltergruppe mit dem kürzesten
ersten Tastverhältnis die ARCP-Kommutierungen in beiden Schaltergruppen aus.
Der in der Schaltergruppe mit dem längeren ersten Tastverhältnis noch verbleibende
Tastverhältnisanteil wird dann am Ende der Periode TS realisiert.
Alternativ zu den in der Tabelle gemäß Fig. 3 angegebenen Pulsmustern ist es je
doch auch möglich, die ARCP-Kommutierungen bei gleicher Schaltreihenfolge am
Ende der Periode TS zu synchronisieren.
Nachfolgend werden an Hand von Fig. 4 Strom- und Spannungsverläufe einer
ARCP-Kommutierung in einem Spannungsintervall (Spannungsintervall 6) beispiel
haft beschrieben. Die ARCP-Kommutierung in beiden Schaltergruppen wird durch
das aktive Einschalten des Hilfsschalters AS₃₁ eingeleitet (ia31 steigt an). Bedingt
durch die Spannungspolarität über dem Hilfszweig AS₃₁ - Lr3 nimmt der Strom ia31
über die Hilfskommutierungseinrichtung im gleichen Maß betragsmäßig zu wie die
Schaltergruppenströme isg1 und isg3 betragsmäßig abnehmen und schließlich ihre
Polarität ändern. Wird der negative Booststrom -ib erreicht, so werden die leitenden
Hauptschalter in beiden Schaltergruppen zum gleichen Zeitpunkt aktiv ausgeschaltet
(Synchronisation) und die Schaltergruppenströme isg1, isg3 kommutieren zunächst in
die drei Resonanzkapazitäten Crxy (x = 1, 3; y = 1, 2, 3) der jeweiligen Schaltergruppe.
Die Resonanzkapazitäten werden dann während eines Schwingungsvorganges um
geladen, so daß die einzuschaltenden Hauptschalter der beiden Schaltergruppen
vorteilhaft passiv bei einer Schalterspannung von Null sehr verlustarm einschalten
können. Da die Spannung uo31 über der Hilfskommutierungseinrichtung während des
Schwingungsvorganges ihre Polarität ändert(von ui12 nach -ui12), nimmt der Strom ia31
in der Hilfskommutierungseinrichtung nach dem Einschalten der neuen Hauptschal
ter betragsmäßig ab und die Schaltergruppenströme isg1, isg3 nähern sich ihren sta
tionären Werten. Mit dem Ausschalten des Hilfsschalters AS₃₁ während des Rück
stromabrisses ist schließlich der neue stationäre Zustand erreicht.
Die Dimensionierung der Resonanzkapazitäten Crxy und der Resonanzinduktivität Lr3
wird wesentlich dadurch vereinfacht, daß die Kommutierungsspannung der
ARCP-Kommutierung stets die betragsmäßig größte verkettete Spannung ist.
Neben der ARCP-Kommutierung finden in jeder der zwei Schaltergruppen zwei na
türliche kapazitive Kommutierungen in jeder Periode der Schaltfrequenz statt, die
nicht synchronisiert werden müssen (siehe in der Tabelle die mit c gekennzeichne
ten Kommutierungen).
Fig. 5 zeigt beispielhaft die Schalterspannungen uC13, uC12 und uC11 der Hauptschalter
S₁₁ bis S₁₃ und den Schaltergruppenstrom isg1 im Spannungsintervall 6. Da der Aus
gangsstrom io1 positiv ist, wird entsprechend der Tabelle gemäß Fig. 3 das Pulsmu
ster S₁₂/S₁₁/S₁₃/S₁₂ (siehe vorletzte Zeile in der Tabelle mit x = 1) realisiert. Im Zeit
raum vor t₁ leitet der Hauptschalter S₁₂, im Zeitraum zwischen t₂ und t₃ leitet der
Hauptschalter S₁₁, im Zeitraum zwischen t₄ und t₅ leitet der Hauptschalter S₁₃ und im
Zeitraum nach t₆ leitet wiederum der Hauptschalter S₁₂.
Der Polaritätswechsel des Schaltergruppenstroms isg1 (siehe hierzu auch den Verlauf
von isg1 in Fig. 4 mit dem Polaritätswechsel) bedingt die ARCP-Kommutierung (in der
Tabelle gemäß Fig. 3 mit a gekennzeichnet) des Ausgangsstromes io1 vom Haupt
schalter S₁₂ auf den Hauptschalter S₁₁ unter Mitwirkung des Hilfsschalters AS₃₁. Die
folgenden beiden Kommutierungen des Ausgangsstromes io1 vom Hauptschalter S₁₁
zum Hauptschalter S₁₃ bzw. vom Hauptschalter S₁₃ zum Hauptschalter S₁₂ sind na
türliche kapazitive Kommutierungen (in der Tabelle gemäß Fig. 3 mit c gekennzeich
net), die ohne Betätigung der Hilfskommutierungseinrichtung ablaufen.
Somit wird in den Hauptschaltern vorteilhaft ausschließlich kapazitiv geschaltet (d. h.
aktiv aus und passiv bei einer Schalterspannung von Null ein) und die Hauptschalter
S₁₁, S₁₂, S₁₃ sowie S₃₁, S₃₂ und S₃₃ werden als Nullspannungsschalter ZVS (Zero
Voltage Switch) betrieben. Der Hilfsschalter AS₃₁ der Hilfskommutierungseinrichtung
schaltet hingegen nur induktiv (d. h. aktiv ein und passiv während des Rückstromab
risses aus). Dieser Hilfsschalter AS₃₁ arbeitet folglich als Nullstromschalter ZCS
(Zero Current Switch). Da der Hilfsschalter AS₃₁ nur kurze Strompulse führt, kann
sein Nennstrom wesentlich kleiner als derjenige der Hauptschalter sein.
Eine Reduktion der Schaltverluste der Nullspannungsschalter ZVS kann realisiert
werden, wenn die Resonanzkapazität über den durch die Ausgangskapazität der
Halbleiterschalter vorgegebenen minimalen Wert hinaus vergrößert wird. Eine Ent
lastung der Einschaltvorgänge des Hilfsschalters AS₃₁ ist durch eine Vergrößerung
der Resonanzinduktivität Lr3 möglich. Der Booststrom ib ist so zu bemessen, daß die
durch ihn in den Schwingkreis gebrachte zusätzliche Energie die während des
Schwingungsvorganges auftretenden Verluste deutlich übertrifft.
Die vorstehend beschriebene resonante Gleichrichterschaltung ermöglicht im Ver
gleich zu einer Gleichrichterschaltung eines konventionellen Matrixstromrichters
nicht nur die Realisierung sehr geringer Schaltverluste sondern auch eine einfache
Verwirklichung des Stromrichterschutzes. So können bei Kurzschluß in einer oder
beiden Schaltergruppen des Stromrichters alle Hauptschalter S₁₁, S₁₂, S₁₃, S₃₁, S₃₂,
S₃₃ aktiv ausgeschaltet werden, wenn der Hilfsschalter AS₃₁ unmittelbar nach dem
Abschalten der Hauptschalter aktiv eingeschaltet wird. Der gegebenenfalls fließende
Laststrom kann dann in dem durch die Hilfskommutierungseinrichtung zur Verfügung
gestellten Freilaufkreis fließen. In diesem Fall muß der Hilfsschalter AS₃₁ so bemes
sen sein, daß er neben der stationären Beanspruchung mit kurzen Strompulsen im
Fehlerfall auch den freilaufenden Laststrom führen kann.
Claims (3)
1. Gleichrichterschaltung in Dreiphasen-Brückenschaltung mit Viersegment
schaltern als Hauptschalter (S₁₁, S₁₂, S₁₃, S₃₁, S₃₂, S₃₃) dadurch gekennzeichnet, daß
den Hauptschaltern jeweils eine Resonanzkapazität (Cr11, Cr12, Cr13, Cr31, Cr32, Cr33)
parallel liegt und daß zwischen beiden Gleichstromanschlüssen eine Hilfskommutie
rungseinrichtung mit einem als Viersegmentschalter ausgebildeten Hilfsschalter
(AS₃₁) mit in Serie hierzu geschalteter Resonanzinduktivität (Lr3) vorgesehen ist.
2. Gleichrichterschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
als Hauptschalter und/oder Hilfsschalter jeweils zwei in Serie geschaltete Parallel
schaltungen eines IGBT-Halbleiters (T₁, T₂) mit einer Inversdiode (D₁, D₂) vorgese
hen sind.
3. Gleichrichterschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
als Hauptschalter jeweils zwei sperrfähige parallelgeschaltete GTO-Thyristoren und
im Hilfsschalter zwei parallele sperrfähige GTO-Thyristoren oder schnelle Thyristo
ren vorgesehen sind.
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| DE19634905A DE19634905A1 (de) | 1996-08-29 | 1996-08-29 | Gleichrichterschaltung |
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| DE19634905A1 true DE19634905A1 (de) | 1998-03-05 |
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| FR (1) | FR2753018B1 (de) |
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