DE19634406C2 - Verfahren zur Herstellung von Hydroxyaromaten durch Umsetzung von Aromaten mit N¶2¶O - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Hydroxyaromaten durch Umsetzung von Aromaten mit N¶2¶OInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
Hydroxyaromaten, wobei durch hydrothermale Vorbehandlung der als
Katalysator eingesetzten Zeolithe die Ausbeute und Selektivität der Umsetzung
von Aromaten mit N2O zu den korrespondierenden Hydroxyaromaten verbessert
wird.
Hydroxyaromaten sind wertvolle Zwischenprodukte der organischen Chemie.
Sie werden zur Synthese von zahlreichen weiteren Zwischen- und Endprodukten
eingesetzt. Das am meisten verwendete Produkt aus der Klasse der
Hydroxyaromaten ist Phenol.
Phenol wird weiterverarbeitet zu Phenolharzen, Caprolactam, Bisphenol A,
Adipinsäure, Alkylphenolen, usw. Dihydroxybenzole finden Verwendung in der
Fotografie, als Antioxidantien und als Stabilisatoren in Kunststoffen. Kresole
und Chlorphenole sind für die Herstellung von Herbiziden ein Vorprodukt.
Es gibt eine Reihe von Verfahren zur Herstellung von Hydroxyaromaten. Bei der
Herstellung von Phenol ist das sogennante Hockverfahrem am weitesten
verbreitet. Es besteht im wesentlichen aus drei Schritten: Alkylierung von
Benzol zu Cumol, Oxidation von Cumol zu Cumolhydroperoxid, Zersetzung von
Cumolhydroperoxid zu gleichen molaren Anteilen in Phenol und Aceton. Die
Wirtschaftlichkeit des Hockverfahrens hängt im wesentlichen von der
Verwertbarkeit des Acetons ab. Ein weiterer großer Nachteil des mehrstufigen
Verfahrens ist die verringerte Gesamtselektivität, denn bei jedem einzelnen
Schritt gibt es Nebenprodukte: Bei der Alkylierung des Benzols mit Propylen
fallen z. B. neben Cumol auch jeweils die drei Isomeren von Diisopropylbenzol
und Triisopropylbenzol an. Bei der Oxidation des Cumols zu Cumolhydroperoxid
entsteht auch Dimethylphenylcarbinol und Acetophenon. Da bei jeder Stufe der
Umsatz zwischen 20 und 30% beträgt, liegt der Gesamtumsatz beim
Hockverfahren lediglich bei 0,8-2,7%!
Aus diesen Gründen ist die Entwicklung von neuen verbesserten Methoden für
die Umsetzung von Aromaten erforderlich, bei denen einerseits bereits
vorhandene funktionelle Gruppen nicht verändert werden und andererseits der
Reaktionsweg effizienter ist. Gedanklich bietet sich als Lösung für dieses
Problem die direkte Oxidation von Aromaten zu den korrespondierenden
Hydroxyaromaten an. Alle Versuche, diese Reaktionen durchzuführen
scheiterten jedoch an mangelnder Selektivität. Bei der Verwendung von
molekularem Sauerstoff als "Sauerstoffspender" wurde bei Benzol immer der
aromatische Kern aufgespalten, wobei entweder Maleinsäure entstand oder
Totaloxidation auftrat [M. Iwamoto, J. Hirata, K. Matsukami, S. Kagawa, J.
Phys. Chem., 87, 6, 1983, S. 903]. Bei Benzolderivaten wurde darüberhinaus
die funktionelle Gruppe angegriffen. Die gewünschten Phenole wurden nur in
geringen Mengen produziert.
Seit dem Jahr 1983 beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Möglichkeit,
Benzol und N2O zu Phenol umzusetzen. Dies gelang erstmalig Iwamoto et al.
[M. Iwamoto, J. Hirata, K. Matsukami, S. Kagawa, J. Phys. Chem., 87, 6,
1983, S. 903]. Sie setzten ein Gemisch aus Benzol, N2O, Wasser und Helium
ein und verwendeten Oxide der 5. und 6. Nebengruppe, bevorzugt V2O5/SiO2,
als Katalysatoren. Bei Umgebungsdruck und Reaktionstemperaturen um 550°C
wurde damit ein Umsatz von 11,3% bei einer Selektivität von 45,2% bezüglich
Phenol erreicht. Neben Phenol wurden ausschließlich CO und CO2 als Folge von
Totaloxidation sowie geringe Mengen an Maleinsäure gebildet. Auch G. I. Panov
et al. verwendeten als Katalysator V2O5 auf Silikagel als Trägermaterial [A. S.
Kharitonov, A. I. Yartsev, E. A. Paukshtis, G. S. Litvak, E. N. Yurchenko, G. I.
Panov, React. Kinet. Catal. Lett., 37, 1, 1988, S. 7-12]. Neben N2O und
Benzol wurden Wasser und Helium eingesetzt. Damit ergaben sich Umsätze um
10-20% bei einer Selektivität von nur 50%. Es wurde ein starker Rückgang
des Umsatzes aufgrund von Verkokung beobachtet.
Bei Verwendung von V2O5/SiO2 Katalysatoren ist die Selektivität von nur 45-
50% sehr schlecht. Außerdem ist die Verwendung von Stoffen, die nicht an
der Reaktion teilnehmen, wie Wasser und Helium, wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Durch die größeren Edukt- und Produktströme ist mehr Energie zur Erwärmung
der Edukte und Auskondensierung der Produkte notwendig. Zudem führt die
Verdünnung der Edukte zur Adsorptionshemmung am heterogenen Katalysator,
was den maximal erreichbaren Umsatz begrenzt [M. Baerns, H. Hofmann, A.
Renken "Chemische Reaktionstechnik" 2. Auflage, Thieme Verlag Stuttgart,
New York, 1992].
Y. Ono et al. [E. Suzuki, K. Nakashiro Y. Ono, Chem. Lett., S. 953-956, 1988;
Y. Ono, K. Tohmori, S. Suzuki, K. Nakashiro, E. Suzuki in M. Guisnet et al.
"Heterogeneous Catalysis and Fine Chemicals" Elsevier, 1988] setzten erstmalig
H-ZSM-5 Zeolithen ein. Mit Stickstoff als Inertgas wurde nach 1 h Reaktionszeit
ein maximaler Umsatz von 9% bei hoher Selektivität erreicht. Nach 6 h fiel der
Umsatz auf 6%, was auf Verkokung des Katalysators zurückzuführen war.
Nach Austausch von H+ Ionen mit Übergangsmetallen wie Co2+ oder Cu2+
wurde kein Phenol mehr gebildet. Es wurde daher angenommen, daß der
Katalysator Brönsted-Azidität besitzen muß. Katalyse durch Übergangsmetalle
wurde ausgeschlossen.
Auch bei Y. Ono et al. ist die Verwendung des Inertgases N2 wirtschaftlich
nicht sinnvoll und führt außerdem zur Adsorptionshemmung der Edukte. Der
Umsatz von nur 9% ist sehr gering. Dies zeigt, daß der verwendete H-ZSM-5
Zeolithkatalysator nicht optimal geeignet war.
M. Gubelmann et al. [EP 0341165, EP 2648810, EP 2630735, US 5001280,
US 5055623] von Rhone-Poulenc Chimie setzten ebenfalls H-ZSM-5 Zeolithe als
Katalysatoren ein. Bei 400°C Reaktionstemperatur und Umgebungsdruck
ergaben sich Ausbeuten von 16% bei einer Selektivität < 95%. Hierbei wurde
herausgestellt, daß das Si/Al Verhältnis < 10 sein muß. Ferner wurde die
Vorbehandlung der ZSM-5 Zeolithkatalysatoren mit Säuren und anschließender
thermischer Weiterbehandlung als notwendig erachtet, um H+ Zentren zu
generieren. Nach M. Gubelmann et al. sind sie die für die Reaktion
verantwortlichen Spezies. Außer Benzol wurden auch Benzolderivate eingesetzt,
um sie zu den korrespondierenden Phenolen umzusetzen. Die Ergebnisse in
Umsatz und Selektivität waren jedoch schlechter als beim Einsatz von Benzol.
G. I. Panov et al. beobachteten, daß N2O an H-ZSM-5 Zeolithen in Stickstoff
und eine aktive Form von Oberflächensauerstoff zersetzt wird [G. I. Panov, V. I.
Sobolev A. S. Kharitonov, J. Mol. Cat., 61, (1990), S. 85-97; V. I. Sobolev, G. I.
Panov, A. S. Kharitonov, V. N. Romannikov, A. M. Volodin, Kin.Cat, 34,5,1993,
S. 797-800]. Sie stellten fest, daß dieser Oberflächensauerstoff ausschließlich
an Verunreinigungen aus Eisen entsteht. Für eine Versuchsreihe wurden
verschiedene H-[Al, Fe]ZSM-5 Zeolithe synthetisiert. [G. I. Panov, G. A. Shevela,
A. S. Kharitonov, V. N. Romannikov, L. A. Vostrikova, Appl. Cat. A: General, 82,
1992, S. 31-36]. Bei Versuchen zur Umsetzung von Benzol und N2O zu Phenol
wurde mit Helium als Inertgas gearbeitet. Der Umsatz konvergierte mit
steigendem Eisengehalt gegen ein Maximum von 28% bei 350°C
Reaktionstemperatur. Versuche, bei denen im Gitter neben Eisen auch andere
Übergangsmetalle (V, Cr, Mn, Nb, Co, Ni, Ti, Zn) eingebaut wurden, zeigten,
daß sie entweder keinen Effekt auf den Umsatz zu Phenol haben oder, wie
besonders bei Zink und Titan, den Umsatz sogar erheblich verschlechterten.
Bei Verwendung von reinen H-[Fe]-ZSM-5 Zeolithen konvergierte mit
zunehmenden Eisengehalt der Umsatz gegen 26% bei hoher Selektivität [A. S.
Kharitonov, G. A. Sheveleva, G. I. Panov, V. I. Sobolev, Y. A. Paukshtis, V. N.
Romannikov, Applied Catalysis A: General, 98, 1993, S. 33-43].
Untersuchungen über den Einfluß der Azidität der eingesetzten Katalysatoren
auf den Umsatz zu Phenol ergaben, daß Brönsted-Azidität nicht notwendig ist.
Diese Schlußfolgerung steht damit im Gegensatz zu den Ergebnissen von M.
Gubelmann et al. und Y. Ono et al., die von der Notwendigkeit der Brönsted-
Azidität zur Umsetzung von Benzol und N2O zu Phenol ausgingen.
Eisensilikalithe mit Aluminium und anderen diversen Metallen (Zn, V, Cr, Mn, Ni,
Mo, B, Ca, Mg, Co, Na, Ti) als Verunreinigung wurden hinsichtlich ihrer
katalytischen Aktivität analysiert [A. S. Kharitonov, G. I. Panov, K. G. Ione, V. N.
Rommanikov, G. A. Sheveleva, L. A. Vostrikova, V. I. Sobolev, US 5110995;
G. I. Panov, A. S. Kharitonov, V. I. Sobolev, Applied Catalysis A: General, 98,
1993, S. 1-20]. Der reine Eisensilikalith zeigte zwar in dieser Versuchsreihe den
größten Umsatz jedoch auch die schlechteste Selektivität (bei 400°C
Reaktionstemperatur: 30% Umsatz und 82% Selektivität). Durch Einbau von
Aluminium verringerte sich zwar der Umsatz, die Selektivität wurde jedoch
verbessert (20% Umsatz bei 98% Selektivität). Außer Aluminium bewirkte
auch Titan eine Erhöhung der Selektivität bei nur geringfügiger Verringerung des
Umsatzes. Beim Einbau von allen anderen oben aufgeführten Metallen kam es
zu einer Verschlechterung der Ergebnisse in der Katalyse. Neben den
eingesetzten Zeolithen wie ZSM-5 Zeolithen zeigten auch andere Zeolithe (ZSM-
12, Mordenit, ZSM-23, Beta und Eu1) Aktivität in der untersuchten Reaktion.
Die Aktivität von H-[Fe]ZSM5 mit Aluminiumverunreinigungen wurde jedoch von
keinem anderen Zeolithen erreicht. Die Verbesserung der katalytischen
Eigenschaften von H-[Fe]ZSM-5 Zeolithen durch Anwesenheit von Aluminium
begründeten G. I. Panov et al. mit der dadurch erzielten günstigeren Verteilung
der Extragittereisenspezies.
In denselben Veröffentlichungen beschreiben G. I. Panov et al. auch die
Umsetzung von Benzolderivaten (Chlorbenzol, Fluorbenzol, Toluol, Phenol) zu
den korrespondierenden Phenolen. Trotz der desaktivierenden Eigenschaften der
Erstsubstituenten von Fluor- und Chlorbenzol entstand Chlor- und Fluorphenol
mit hoher Selektivität jedoch niedrigen Umsätzen. Ebenso setzten sich Toluol
und Phenol um. Die Umsätze und Selektivitäten bei den Derivaten waren jedoch
nicht so hoch wie die bei Benzol. Die mangelnde Selektivität war auf den
Angriff des Erstsubstituenten zurückzuführen.
Aufgrund der identischen Aktivierungsenergie für die Umsetzung von Benzol
und N2O zu Phenol sowohl bei Verwendung eines H-[Al, Fe]ZSM5 Zeolithen mit
Eisenverunreinigungen als auch bei Verwendung eines H-[Fe]ZSM5 Zeolithen
nahmen G. I. Panov et al. an, daß nur eine Spezies, nämlich
Extragittereisenverbindungen, im Sinne der direkten Umsetzung von Benzol und
N2O zu Phenol katalytisch aktiv ist. Diese Spezies wurden durch thermische
Vorbehandlung des Zeolithen erhalten. Hierbei wandert das Eisen aus dem
Gerüst des Zeolithen heraus und lagert sich in den Poren des Zeolithen als
Extragittereisen in hydroxidischer Form ein.
Bei allen Versuchen von G. I. Panov et al. zur direkten Umsetzung von Benzol
und N2O zu Phenol wurde der Einsatz von Inertgas zum Reaktionsgemisch als
erforderlich und essentiell herausgestellt.
Durch Passivierung der äußeren Oberfläche des Zeolithen zeigten G. I. Panov et
al. weiterhin, daß die Hydroxylierung von Benzol zu Phenol mit N2O an ZSM-5-
Zeolithen in erster Linie in den Poren des Zeolithen stattfindet [L. V. Piryutko,
O. O. Parenago, B. V. Lunina, A. S. Kharitonov, L. G. Okkel, G. I. Panov,
React. Kinet. Cat. Lett., 52, 2, 1994, S. 275-283]. Die Zerstörung der
Zeolithstruktur durch eine Mahlbehandlung in einer Kugelmühle führte zum
Umsatzrückgang [A. S. Kharitonov, V. B. Fenelonov, T. P. Voskresenskaya, N. A.
Rudina, V. V. Molchanov, L. M. Plyasova und G. I. Panov, Zeolites 15, 1995, S.
253-258].
V. Zholobenko et al. beobachteten, daß durch Erhöhung der Calziniertemperatur
von H-ZSM-5 Zeolithen diese bei der direkten Hydroxylierung von Benzol mit
N2O verbesserte Umsätze bringen [V. Zholobenko, Mendeleev Commun., 1993,
S. 28-29]. So wurde bei Verwendung von Mordenit, Y-Zeolith oder amorphem
Al2O3/SiO2 zunächst kein Umsatz zu Phenol beobachtet. Nach einer
Calzinierbehandlung bei 850°C erzielten diese Katalysatoren einen Umsatz von
30% bei 95% Selektivität. V. Zholobenko ging davon aus, daß defekte Stellen
in der Zeolithstruktur, die bei der Calzinierung durch Dehydroxylierung
entstehen, aktiv sind und zur Umsatzverbesserung führen. Eine vorhergehende
Dealuminierung der Zeolithe durch Wasserdampfbehandlung führte jedoch zu
einer Verschlechterung des Umsatzes. Die Beteiligung von Brönsted-sauren
Zentren an der Katalyse wurde ausgeschlossen, da bei der Dehydroxylierung die
Brönsted-Azidität abnimmt, demgegenüber aber der Umsatz von Benzol und
N2O zunahm. Auch hier erfolgte die Umsetzung unter Inertgas.
R. Burch et al. untersuchten ebenfalls verschiedene H-ZSM-5 Zeolithe auf ihre
katalytische Aktivität zur direkten Hydroxylierung von Benzol zu Phenol [R.
Burch und C. Howitt, Appl. Cat. A: General, 86, 1992, S. 139-146; Appl.
Catal. A, 103, 1993, S. 135-162]. Sie setzten ein Gemisch aus Benzol, N2O und
N2 bei 330°C Reaktionstemperatur ein. Hierbei stellten sie fest, daß der Zeolith
mit dem kleinsten Modul (SiO2/Al2O3-Verhältnis) bzw. der größten Anzahl an
Brönsted-sauren Zentren das beste Ergebnis von 27,2% Umsatz bei 98%
Selektivität brachte und bei abnehmender Anzahl an Brönsted-sauren Zentren,
d. h. Zunahme des SiO2/Al2O3-Verhältnisses, der Umsatz zurückging. Sie
postulierten deswegen, daß Brönsted-Azidität als Katalysatoreigenschaft
notwendig ist. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu den Ergebnissen von
G. I. Panov et al., die von Lewis-sauren hydroxidischen Extragittereisenspezies
als katalytisch aktive Zentren ausgehen und V. Zholobenko et al., die defekte
Stellen im Gitter eines H-[Al]ZSM-5 Zeolithen als aktive Zentren beschreiben,
die ebenfalls Lewis-Azidität entfalten.
An H-[B]ZSM-5 Zeolithen, die mit Fe, Mo dotiert waren, erzielten J. S. Yoo et al.
[Cat. Lett. 29, 1994, S. 299-310] bei 410°C einen Umsatz von 17%. Bei einem
Massenverlust der Produkte gegenüber den Edukten von 16%, ist erscheint die
Angabe der Selektivität von 97% unglaubwürdig.
Zusammenfassend ist festzustellen, daß der Stand der Technik in Bezug auf die
geforderten Katalysatoreigenschaften widersprüchlich ist:
Y. Ono et al., M. Gubelmann et al. und R. Burch et al. fordern Brönsted-Azidität
als notwendige Voraussetzung zur Umsetzung von Benzol und Benzolderivaten
mit N2O zu den korrespondierenden Phenolen.
G. I. Panov et al. gehen von koordinativ ungesättigten Extragittereisenspezies in
hydroxidischer Form als katalytisch aktive Spezies aus. Sie schließen die
Beteiligung von Aluminiumspezies an aktiven Zentren aus. Es ist jedoch
bekannt, daß bei reinen H-[Fe]ZSM-5 Zeolithen besonders jedoch bei
H-[Al, Fe]ZSM-5 Zeolithen lediglich das Gittereisen durch thermische Behandlung
mit trockenen Gasen aus dem Gitter gelöst wird und dann als Extragittereisen in
hydroxidischer Form in den Poren des Zeolithen vorliegt [A. Hagen, F. Rössner,
I. Weingart und B. Spliethoff, Zeolites 15, 1995, S. 270-275]. Da die
Herauslösung von Aluminiumspezies bei H-[Al]ZSM-5 Zeolithen durch
thermische Behandlung allein nur geringfügig ist, konnte folglich unter den
Bedingungen mit denen G. I. Panov et al. arbeiteten, kein Extragitteraluminium
als aktive Spezies vorliegen.
Die Herstellung von H-[Fe]ZSM-5 Zeolithen ist schwieriger als die von H-
[Al]ZSM-5 Zeolithen [K. G. Ione, L. A. Vostrikova und V. M. Mastikhin, J. Mol. Cat.
31, 1985, S. 355-370). H-[Fe]ZSM-5 Zeolithe sind deswegen oft weniger kristallin
und haben ein höheres Si/Fe-Verhältnis, d. h. vergleichsweise wenig Eisen. Der
Umsatz von Benzol und Benzolderivaten mit N2O zu den korrespondierenden
Phenolen an Extragittereisenspezies ist demnach durch die maximal mögliche
Anzahl an Eisenspezies und durch die Kristallinität des Zeolithen begrenzt.
V. Zholobenko charakterisieren Defekte in der Zeolithstruktur, die durch
Dehydratisierung des Zeolithgitters als Folge von thermischer Behandlung bei
sehr hohen Temperaturen (< 600°C) entstehen, als katalytisch aktive Zentren.
Bei Selektivitäten über 90% sind die Umsätze, die bislang in den
Veröffentlichungen beschrieben wurden, gering.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zur direkten
Hydroxylierung von Aromaten zur Verfügung zu stellen, das ausgezeichnete
Selektivität bei hohen Umsatz aufweist und zudem ohne zusätzliche Hilfsstoffe,
die selbst nicht an der Umsetzung teilhaben, wie z. B. Inertgase, durchführbar
ist.
Insbesondere war es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Verfügung zu
stellen, mit dem die Leistung des verwendeten Katalysators maßgeblich
verbessert werden kann.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellug von Hydroxyaromaten durch Umsetzung von Aromaten
mit N2O
wie es in Anspruch
1 beschrieben ist.
Bevorzugte Ausführungsformen sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der eingesetzte Pentasil- bzw. β-
Zeolith nach dessen Synthese einer hydrothermalen Behandlung (nachfolgend
auch Hydrothermalbehandlung), d. h. Behandlung mit H2O-Dampf, unterworfen.
Dabei findet eine Dealuminierung bzw. falls der Zeolith neben Al noch andere
Metalle wie z. B. Fe, Ga etc. enthält, eine Demetallierung statt, d. h. ein
Austreiben des Aluminiums bzw. dieser Metalle aus dem Gittergerüst des
Zeolithen.
Das Aluminium bzw. die Metalle wandern dabei von ihren Gitterpositionen in die
Poren des Zeolithen und verbleiben dort als amorphe Bestandteile in oxidischer
oder hydroxidischer Form als sogenanntes Extragittermetall.
Der Grad der Dealuminierung bzw. Demetallierung kann über die Dauer der
Wasserdampfbehandlung eingestellt werden.
Erfindungsgemäß erfolgt die Behandlung des Zeolithen mit Wasserdampf bei
einer Temperatur von 300-800°C, bevorzugt 350-650°C und ganz
besonders bevorzugt 500-600°C, über einen Zeitraum von 0,5-48 h,
bevorzugt 1-24 h. Hierbei wird der Zeolith reinem Wasserdampf oder einem
Gemisch aus Stickstoff und/oder Luft und Wasserdampf mit einem
Wasserdampfanteil von 1-100%, bevorzugt 3-80% und ganz besonders
bevorzugt von 5-50%, bei einem Gesamtdruck von 0,1-100 bar, bevorzugt
0,5-10 bar, ausgesetzt.
Gegebenfalls kann dem Wasserdampf bzw. dem Wasserdampfgemisch ein
Trägergas zugesetzt werden. Geeignete Trägergase sind neben N2 Ar, He, H2
oder ein Gemisch davon.
Die in dieser Weise mit Wasserdampf behandelten Zeolithe können
gegebenenfalls durch eine zusätzliche Mineralsäurebehandlung weiter
dealuminiert/demetalliert werden. Die Säurebehandlung kann sowohl
Extragittermetall aus den Poren entfernen als auch zu einer weiteren
Demetallierung des Gitters führen.
Dieser Schritt kann z. B. in einem Batchreaktor bei Temperaturen von 0-120°C,
bevorzugt von 20-100°C, bei einem Säure/Zeolith-Verhältnis von 1-100
cm3/g, bevorzugt 5-50 cm3/g und bei Säurekonzentrationen von 0,001 M bis
zur maximalen Konzentration der Säure durchgeführt werden.
Beispiele für Säuren, die für diesen Schritt eingesetzt werden können, sind HCl,
HF, H2SO4, HNO3 und H3PO4. Nach der Säurebehandlung wird der Zeolith
durch übliche Verfahren, z. B. durch Filtration oder Zentrifugation, vom
Reaktionsgemisch abgetrennt.
Gemäß der vorliegenden Erfindung werden durch die vorstehend beschriebene
hydrothermale Behandlung des Zeolithen amorphe Metalloxide bzw.
-hydroxide an Extragitterstellen in den Poren erzeugt, von denen angenommen
wird, daß sie als katalytisch aktive Zentren für die Umsetzung der Aromaten mit
N2O zu den korrespondierenden Hydroxyaromaten verantwortlich sind.
Erfindungsgemäß werden die Aromaten, die gegebenfalls substituiert
sein können, nach folgenden
Reaktionsgleichungen umgesetzt:
R1 und R2 bedeuten hierbei unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, ein
Bromatom, ein Chloratom, ein Fluoratom, eine Nitrogruppe, eine CN-Gruppe,
eine Aminogruppe, eine OH-Gruppe, eine verzweigte oder unverzweigte
Alkylgruppe mit C1 bis C8, eine verzweigte oder unverzweigte Alkoxygruppe
mit C1 bis C8 oder eine Phenylgruppe.
Besonders bevorzugte Aromaten sind Benzol, Toluol, Chlorbenzol, Fluorbenzol,
Naphthalin, Biphenyl und Benzonitril.
Die Reaktionstemperaturen für die Umsetzung liegen im allgemeinen bei 250-
550°C, bevorzugt bei 280-500°C, besonders bevorzugt bei 300-450°C. Der
Betriebsdruck der Reaktion liegt im allgemeinen zwischen 0,1-10 bar,
bevorzugt 0,2-5 bar, besonders bevorzugt 0,7-2 bar.
Das Molverhältnis Aromat: N2O beträgt im allgemeinen 2 : 1 bis 1 : 10, bevorzugt
1 : 1 bis 1 : 8 und besonders bevorzugt 1 : 1 bis 1 : 6.
Die Belastung des Katalysators mit Aromat, ausgedrückt durch die WHSV
weight hourly space velocity (kg/h Aromat pro kg Katalysator), beträgt
zweckmäßigerweise 0,1-10 h-1, bevorzugt 0,2-5 h-1, besonders bevorzugt
0,5-3 h-1.
Die Umsetzung erfolgt üblicherweise in der Gasphase.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann nicht nur die Leistung des
eingesetzten Katalysators erheblich gesteigert werden, sondern es hat zudem
den Vorteil, daß kein Zusatz von Hilfsstoffen, wie z. B. Inertgasen, erforderlich
ist, die aufgrund der größeren Energiemenge, die notwendig ist, um die höheren
Edukt- und Produktströme zu erwärmen bzw. auszukondensieren,
unwirtschaftlich sind.
Nachfolgend werden die erfindungsgemäß eingesetzten Zeolithe näher erläutert.
Allgemein sind Zeolithe kristalline Aluminosilikate, die eine hochgeordnete
Struktur mit einem starren dreidimensionalen Netzwerk von SiO4- und AlO4-
Tetraedern besitzen, die durch gemeinsame Sauerstoffatome verbunden sind.
Das Verhältnis der Si- und Al-Atome zu Sauerstoff beträgt 1 : 2 (siehe Ullmanns
Encyclopädie d. techn. Chemie, 4. Auflage, Band 24, Seite 575 [1983]). Die
Elektrovalenz der Aluminium enthaltenen Tetraeder ist durch Einschluß von
Kationen in den Kristall, z. B. eines Alkali- oder Wasserstoffions ausgeglichen.
Ein Kationenaustausch ist möglich. Die Räume zwischen den Tetraedern sind
vor der Dehydratisierung durch Trocknen bzw. Calzinieren von
Wassermolekülen besetzt.
Entsprechend ihrer Struktur werden Zeolithe in verschiedene Gruppen unterteilt
(siehe Ullmanns Encyclopädie d. techn. Chemie, 4. Auflage, Band 24, Seite 575
[1983]). Zeolithe können nach Größe der Hohlräume und Poren unterschieden
werden, z. B. in Zeolithe vom Typ A, L, X oder Y.
Besonders vorteilhaft für das erfindungsgemäße Verfahren ist der Beta-Zeolith (β-
Zeolith). Dieser hat als Grundbaustein aus SiO4-Tetraedern aufgebaute Vier- Fünf-
und Sechsringe, die eine dreidimensionale Struktur bilden. Dieses dreidimensionale
Gerüst erzeugt Kanäle, aufgebaut aus Zwölfringen, die in zwei Raumrichtungen
gerade sind und in der dritten sinusförmig verlaufen. Das Material bildet ellipsoide
Poren, die eine Abmessung von ca. 5,5 × 7,6 Å aufweisen.
Weiter können für das erfindungsgemäße Verfahren Zeolithe vom Pentasiltyp
verwendet werden. Diese haben als Grundbaustein einen aus SiO4-Tetraedern
aufgebauten Fünfring gemeinsam. Sie sind durch ein hohes SiO2/Al2O3-
Verhältnis sowie durch Porengrößen, die zwischen denen der Zeolithe vom Typ
A und denen vom Typ X oder Y liegen [vgl. Ullmanns Encyclopädie d. techn.
Chem., 4. Auf., Bd. 24, 1983], gekennzeichnet.
Hiervon ist insbesondere ein Pentasilzeolith vom ZSM-5-Typ bevorzugt.
Für das erfindungsgemäße Verfahren können in den Zeolithen anstelle von
Aluminium und Silicium ein oder mehrere andere Elemente in das Gitter
eingebaut sein. So kann Aluminium durch Elemente wie B, Ga, Fe, Cr, V, As,
Sb, Bi, Be und deren Gemische und Silicium durch ein vierwertiges Element wie
Ge, Ti, Zr, Hf oder deren Gemische ersetzt sein.
Auch Metallsilikatzeolithe sind als Katalysatoren für das erfindungsgemäße
Verfahren einsetzbar, wobei geeignete Beispiele für die Metalle (M) Ga, Fe, B,
In, Cr, Sc, Co, Ni, Be, Zn, Cu, Sb, As, V, Ti oder deren Gemische sind.
Vorzugsweise ist in dem Metallsilikatzeolith das Verhältnis Si/M größer 4.
Für das erfindungsgemäße Verfahren besonders geeignet ist ein Pentasil- oder
β-Zeolith in der aciden Form.
Nachfolgend wird die Herstellung von verschiedenen, erfindungsgemäß
einsetzbaren Zeolithen bzw. Metallzeolithen beispielhaft für einen Aluminium-,
Bor- und Eisensilikatzeolith erläutert.
Der Aluminiumsilikatzeolith wird z. B. aus einer Aluminiumverbindung,
vorzugsweise Al(OH)3 oder Al2(SO4)3, und einer Siliciumkomponente,
vorzugsweise hochdisperses Siliciumdioxid, in wäßriger Aminlösung,
insbesondere in Polyaminen wie 1,6-Hexandiamin- oder 1,3-Propandiamin- oder
Triethylentetramin-Lösung, mit oder insbesondere ohne Alkali- oder
Erdalkalizusatz bei 100 bis 200°C unter autogenem Druck hergestellt. Derartige
Aluminiumsilikatzeolithe können auch in etherischem Medium wie
Diethylenglykoldimethylether, in alkoholischem Medium wie Methanol bzw. 1,4-
Butandiol oder in Wasser synthetisiert werden. Die erhaltenen
Aluminiumsilikatzeolithe enthalten je nach Wahl der Einsatzstoffmengen ein
SiO2/Al2O3-Verhältnis von 5 bis 40.000. Die erfindungsgemäß einsetzbaren
Aluminiumsilikatzeolithe umfassen auch die isotaktischen Zeolithe nach EP 34
727 und EP 46 504.
Der für das erfindungsgemäße Verfahren einsetzbare Beta-Zeolith (β-Zeolith)
wird z. B. aus einer Aluminiumverbindung und einer Siliciumkomponente in
wäßriger Aminlösung mit Alkali- oder Erdalkalizusatz bei 100 bis 200°C
während 2 Tagen bis 2 Wochen unter autogenem Druck in einem Autoklaven
hergestellt. Das erhaltene Material enthält je nach Wahl der Einsatzstoffmengen
ein SiO2/Al2O3-Verhältnis < 5 (EP-B-0 187 522, EP-B-0 164 208).
Der Borsilikatzeolith wird z. B. bei 90 bis 200°C unter autogenem Druck
synthetisiert, indem man eine Borverbindung, z. B. H3BO3, mit einer
Siliciumverbindung, vorzugsweise hochdispersem Siliciumdioxid, in wäßriger
Aminlösung, insbesondere in 1,6-Hexandiamin- oder 1,3-Propandiamin- oder
Triethylentetramin-Lösung, mit oder insbesondere ohne Alkali- oder
Erdalkalizusatz, zur Reaktion bringt. Solche Borsilikatzeolithe können ebenfalls
hergestellt werden, indem die Reaktion statt in wäßriger Aminlösung z. B. in
Diethylenglykoldimethylether oder in alkoholischer Lösung, z. B. 1,6-Hexandiol,
durchgeführt wird. Die erfindungsgemäß einsetzbaren Borsilikatzeolithe
umfassen auch die isotaktischen Zeolithe nach EP 34 727 und EP 46 504.
Den Eisensilikatzeolith erhält man z. B. aus einer Eisenverbindung, vorzugsweise
Fe(SO4)3, und einer Siliciumverbindung, vorzugsweise hochdispersem
Siliciumdioxid, in wäßriger Aminlösung, insbesondere 1,6-Hexandiamin, mit
oder ohne Alkali- oder Erdalkalizusatz, bei 100 bis 220°C unter autogenem
Druck. Beispielsweise ist in der EP 010.572 die Herstellung eines
Eisensilikatzeolithen mit ZSM-5-Struktur beschrieben.
Die erfindungsgemäß verwendeten Pentasil- bzw. β-Zeolithe werden nach der
Herstellung isoliert und bei 100 bis 160°C, vorzugsweise 110 bis 130°C,
getrocknet und üblicherweise bei 450°C bis 550°C, vorzugsweise bei etwa
500°C, calciniert.
Liegt der Zeolith aufgrund der Art seiner Herstellung nicht in der aciden H-Form
vor, sondern z. B. in der Na-Form, kann diese, falls erwünscht, durch
Ionenaustausch, z. B. mit Ammoniumionen, und anschließender Calcinierung
oder durch Behandlung mit Säuren vollkommen oder partiell in die gewünschte
H-Form überführt werden.
Die erhaltenen Zeolithe können ggf. mit einem Bindemittel oder einem
Peptisierungshilfsmittel bzw. Verstrangungshilfsmittel zu einer geeigneten
Gestalt, z. B. einem Strang oder einer Tablette, geformt werden.
So können sie wahlweise als 2- bis 4-mm-Stränge, als Tabletten mit 3 bis 5 mm
Durchmesser, als Splitt mit Teilchengrößen von 1,0 bis 1,6 mm oder
pulverförmig eingesetzt werden.
Als Bindemittel eignen sich diverse Aluminiumoxide, bevorzugt Boehmit,
amorphe Aluminosilikate mit einem SiO2/Al2O3-Verhältnis von 25 : 75 bis 90 : 10,
bevorzugt 75 : 25, Siliciumdioxid, bevorzugt hochdisperses SiO2, Gemische
aus hochdispersem SiO2 und hochdispersem Al2O3, TiO2, ZrO2 sowie Ton.
Das Bindemittel wird üblicherweise in einem Verhältnis Zeolith zu Bindemittel
von 95 : 5 bis 40 : 60 Gew.-% eingesetzt.
Beispiele für Verstrangungs- oder Peptisierungshilfsmittel sind Methylcellulose,
Ethylcellulose, Stearinsäure, Kartoffelstärke, Ameisensäure, Essigsäure,
Oxalsäure und Graphit. Die zugesetzte Menge dieser Hilfsmittel liegt
üblicherweise in einem Bereich zwischen 0,1 bis 10 Gew.-%.
Nach der Verformung werden die Extrudate oder Preßlinge bei 100-150°C in 1-
24 h, bevorzugt bei 110-130°C in 1-16 h getrocknet.
Anschließend folgt eine Calcinierung bei einer Temperatur von 400 bis 650°C,
bevorzugt von 450°C bis 600°C, besonders bevorzugt von 500°C bis 550
°C, über einen Zeitraum von 0,25 bis 24 h, bevorzugt von 0,3 bis 12 h und
ganz besonders bevorzugt von 0,5 bis 8 h.
Vorteilhafte Katalysatoren können auch erhalten werden, wenn die isolierten
Zeolithe direkt nach der Trocknung geformt und erst nach der Formung einer
Calcinierung unterworfen werden.
Gemäß einer besonderen Ausführungsform wird ein verkokter, desaktivierter
Zeolithkatalysator zur Regenerierung mit Sauerstoff oder N2O oder einem
Gemisch davon mit oder ohne Stickstoff bei einer Temperatur von 400-650°C,
bevorzugt von 450-600°C, besonders bevorzugt von 500-550°C, über einen
Zeitraum von 0,25-24 h, bevorzugt von 0,3-12 h, ganz besonders bevorzugt
von 0,5-8 h, behandelt. Das dabei gebildete Wasser kann ebenfalls zu einer
Demetallierung bzw. Dealuminierung führen.
Die Umsetzung der Aromaten mit N2O zu den korrespondierenden
Hydroxyaromaten sowie die Hydrothermalbehandlung und Regenerierung des
Katalysators können für die vorliegende Erfindung in einem üblichen, für die
heterogene Katalyse geeigneten Reaktor durchgeführt werden, wie z. B. in
einem Festbett oder einer Wirbelschicht.
Als Festbettreaktoren können z. B. Schlaufenreaktoren, Hordenreaktoren und
insbesondere Rohrreaktoren zum Einsatz kommen.
Der Wirbelschichtreaktor, auch Fließbettreaktor genannt, hat einen
Reaktionsraum, in dem eine körnige Feststoff-Schüttung durch ein von unten
durchströmendes Gas aufgelockert und in diesem Schwebezustand gehalten
wird. Diese stark aufgelockerte, gasdurchlässige Schicht wird Wirbelschicht
genannt. Sie hat ein ähnliches Verhalten wie eine siedende Flüssigkeit mit
starker Durchmischung. Im Wirbelschichtprozeß können die einzelnen
Komponenten gemischt oder getrennt über einen Vorverdampfer oder direkt in
die Wirbelschicht geführt werden. Wirbelgut, hier der Katalysator, in
extrudierter Form mit mittleren Durchmessern von 80 bis 250 µm hat sich
hierbei als besonders günstig erwiesen.
Im folgenden werden ein Rohrreaktor, wie er auch für die nachstehend
erläuterten Beispiele eingesetzt worden ist, und ein Wirbelschichtreaktor
genauer beschrieben.
Für die Durchführung der nachfolgend beschriebenen katalytischen
Untersuchungen wurde ein Rohrreaktor mit einem Innendurchmesser von 6 mm
im Festbett eingesetzt, wobei das Rohr in einem Ofen eingebaut war.
Die Reaktionszone lag in dem Ofen, der eine gleichmäßige Temperatur über die
gesamte Reaktionsstrecke vorgab. Am Ende der Reaktionszone verhinderte ein
Maschendraht das Austragen der Katalysatorkörner (Katalysatorstuhl).
Die Einsatzstoffe wurden miteinander vermischt, bevor sie über einen
Verdampfer in die Reaktionszone geleitet wurden. Als Katalysatoren kamen
hierbei tablettierte oder extrudierte Formkörper zum Einsatz, deren mittlere
Korngrößen zwischen 0,5 und 5 mm lag.
Flüssige Aromaten wurden über eine Pumpe, feste Aromaten wurden über eine
beheizte Spritzenpumpe in den Vorverdampfer geleitet. Hier wurde der jeweilige
Aromat mit N2O vermischt und gasförmig in den Reaktor geführt. Die
Reaktionsprodukte wurden in einer Kühlfalle, die mit Trockeneis/Isopropanol
gekühlt war, aufgefangen, aufgetaut und einer gaschromatographischen
Analyse unterzogen. Das austretende überschüsssige Gas wurde in einem
Luftsack gesammelt und ebenfalls gaschromatographisch analysiert. Die
Massenbilanzen lagen bei über 95%.
Es kann auch ein Wirbelschichtreaktor mit einem Innendurchmesser von 51 mm
und einer Wirbelzone von 600 mm zum Einsatz kommen. Die Katalysatoren
liegen auf einer Glasfritte mit Porenweiten unter 30 µm. Der jeweilige Aromat
wird in den Vorverdampfer dosiert, dort mit N2O vermischt und gasförmig in
den Reaktor geleitet. (Die Mischung kann aber auch direkt in die Wirbelzone
eingespritzt werden.) Die Reaktionsprodukte werden über einen Wasserkühler
geleitet und anschließend die nicht kondensierten Anteile in einer mit
Trockeneis/Aceton gekühlten Kühlfalle aufgefangen. Zu Analysezwecken wird
ein Teilgasstrom direkt aus der Absetzzone des Wirbelschichtreaktors
ausgeschleust und gaschromatographisch untersucht.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Hydroxylierung von Aromaten mit
N2O zu den korrespondierenden Hydroxyaromaten, wobei ein mit Wasserdampf
vorbehandelter Zeolith vom Pentasil- oder β-Typ als Katalysator eingesetzt wird,
kann die Ausbeute und Selektivität der Umsetzung, insbesondere in Vergleich
zu der erhaltenen Ausbeute und Selektivität des entsprechenden unbehandelten
Zeolithen, beträchtlich verbessert werden. Mit anderen Worten, aufgrund der
hydrothermalen Behandlung wird die Katalysatorleistung in Vergleich zu der
Leistung entsprechender nicht behandelter Katalysatoren erheblich gesteigert.
Zudem kann die Umsetzung ohne Zusatz von Träger- bzw. Inertgas erfolgen.
Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens ist, daß die
hydrothermale Behandlung der Katalysatoren, die anschließende Umsetzung
sowie gegebenfalls die Regenerierung im selben Reaktor erfolgen kann, so daß
gleich nach der Hydrothermalbehandlung die katalytische Umsetzung ausgeführt
werden kann bzw. die Regenerierung ohne großen Aufwand in Anschluß an die
Umsetzung erfolgen kann, so daß der Katalysator unverzüglich für erneute
Umsetzungen zur Verfügung steht. Dies ist insbesondere für Katalysatoren von
Vorteil, die leicht zur Verkokung neigen.
Die folgenden Beispiele veranschaulichen die Erfindung.
In den Beispielen erfolgte die Wasserdampfbehandlung der eingesetzten Zeolithe
in denselben Apparaturen wie sie für die katalytische Umsetzung genutzt
wurden. Statt N2O wurde Stickstoff oder Luft verwendet, das zuvor in einem
Sättiger mit Wasser gesättigt worden war.
Der H-ZSM-5 Zeolith Zeocat PZ-2/50 H, Batch PZ-2/23 H (SiO2/Al2O3 = 60;
0,083 Gew.% Fe2O3) von Fa. Uetikon wurde mit Methylcellulose als
Peptisierungsmittel und Wasser im Verhältnis 100 : 7 : 100 vermischt und zu
Strängen von 2 mm Durchmesser extrudiert. Nach dem Trocknen bei 110°C/
12 h und anschließender Calcinierung bei 550°C/5 h unter Luft wurde der
Katalysator zu Körnern mit 1-1,6 mm Durchmessern zerkleinert.
Der H-ZSM-5 Zeolith KAZ 92/005H-F, M.-Nr. KM769 (SiO2/Al2O3 = 28; 0,051
Gew.% Fe2O3) von Fa. Degussa AG wurde mit Methylcellulose als
Peptisierungsmittel und Wasser im Verhältnis 100 : 7 : 100 vermischt und zu
Strängen von 2 mm Durchmesser extrudiert. Nach dem Trocknen bei 110°C/
12 h und anschließender Calcinierung bei 550°C/5 h unter Luft wurde der
Katalysator zu Körnern mit 1-1,6 mm Durchmessern zerkleinert.
Der H-ZSM5 Zeolith M28, KM906 (SiO2/Al2O3 = 28; 0,03 Gew.% Fe2O3) von
Fa. Degussa AG wurde mit Methylcellulose als Peptisierungsmittel und Wasser
im Verhältnis 100 : 7 : 100 vermischt und zu Strängen von 2 mm Durchmesser
extrudiert. Nach dem Trocknen bei 110°C/12 h und anschließender
Calcinierung bei 550°C/5 h unter Luft wurde der Katalysator zu Körnern mit 1
-1,6 mm Durchmessern zerkleinert.
Der H-ZSM5 Zeolith Zeocat PZ-2/54 H, Batch PZ-2/23 (SiO2/Al2O3 = 60; 0,045
Gew.% Fe2O3) von Fa. Uetikon wurde mit Methylcellulose als
Peptisierungsmittel und Wasser im Verhältnis 100 : 7 : 100 vermischt und zu
Strängen von 2 mm Durchmesser extrudiert. Nach dem Trocknen bei 110°C/
12 h und anschließender Calcinierung bei 550°C/5 h unter Luft wurde der
Katalysator zu Körnern mit 1-1,6 mm Durchmessern zerkleinert.
Die Wasserdampfbehandlung wurde in dem vorbeschriebenen Rohrreaktor
(Innendurchmesser 6 mm) mit 3 g des gekörnten Katalysators A durchgeführt.
Der Katalysator wurde zunächst bei einer Temperatur von 150°C unter
Atmosphärendruck 1 h im Stickstoffstrom von 16 l/h getrocknet und an
schließend bei einer Aufheizrate von 10°C/Minute auf 550°C erhitzt. Nach
Erreichen der Temperatur wurde der Stickstoff durch einen Sättiger geleitet, in
dem Wasser auf 70°C temperiert war. Hierdurch wurde ein
Wasserdampfpartialdruck von 310 mbar eingestellt. Über die Dauer der
Wasserdampfbehandlung wurde der Grad der Dealuminierung/Demetallierung
variiert.
Nach abgeschlossener Wasserdampfbehandlung wurden dem auf
Raumtemperatur abgekühlten Katalysator 1 g zu Analysezwecken entnommen.
Die verbliebenen 2 g Katalysator wurden im Rohrreaktor bei 350°C über Nacht
mit N2O, N2 oder Luft getrocknet.
Die Reaktion von Benzol und N2O zu Phenol erfolgte dann bei einer
Reaktionstemperatur von 350°C. Die Festbettlänge betrug ca. 15-20 cm. Die
Belastung lag bei WHSV = 1 h-1 (g/h Benzol pro g Kat). Benzol und N2O
wurden im molaren Verhältnis 1 : 3 eingesetzt. Die Proben wurden nach 0,25 h
Reaktionsdauer gezogen. Versuchsbeginn war definiert als erstmaliger
Produktaustritt aus dem Reaktor in die Kühlfalle.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 1 aufgeführt.
Tabelle 1
Mit Katalysator B wurde wie in Beispielen 1-6 verfahren:
Tabelle 2
Mit Katalysator C wurde wie in Beispielen 1-6 verfahren:
Tabelle 3
Mit Katalysator D wurde wie in Beispielen 1-6 verfahren:
Tabelle 4
Mit Katalysator C wurde wie in Beispielen 1-6 verfahren. Nach der Reaktion
wurde er bei 550°C über 2 h mit N2O regeneriert. Nach zweiter Reaktion wurde
er wieder bei 550°C über 2 h mit N2O regeneriert:
Tabelle 5
Mit Katalysator D wurde wie in Beispielen 17-19 verfahren. Die Regenerierung
erfolgte jedoch 1 h mit Stickstoff und 1 h mit einem Gemisch aus Stickstoff und
N2O.
Die Ergebnisse sind in Tabelle 6 aufgeführt.
Tabelle 6
Mit Katalysator A wurde wie in Beispielen 1-6 verfahren. Es erfolgte jedoch
keine Wasserdampfbehandlung sondern lediglich eine weitere Calcinierung in
Stickstoff bei einer Temperatur von 550°C.
Tabelle 7
Mit Katalysator B wurde wie in Beispielen 1-6 verfahren. Es erfolgte jedoch
keine Wasserdampfbehandlung sondern lediglich eine weitere Calzinierung bei
einer Temperatur von 550°C.
Tabelle 8
Die Ergebnisse der Beispiele 23-25 belegen eindeutig, daß bei bloßer
Calcinierbehandlung ohne erfindungsgemäße Hydrothermalbehandlung der
eingesetzten Katalysatoren zwar die Selektivität zuweilen gesteigert werden
kann, der Umsatz aber zurückgeht.
Claims (13)
1. Verfahren zur Herstellung von Hydroxyaromaten durch Umsetzung von Aromaten der
allgemeinen Formel I und II
wobei R, und R2 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, Bromatom, Chloratom, Fluoratom, eine Nitrogruppe, eine CN-Gruppe, eine Aminogruppe, eine OH-Gruppe, eine verzweigte oder unverzweigte Alkylgruppe, eine verzweigte oder unverzweigte Alkoxygruppe oder eine Phenylgruppe bedeuten, mit N2O in der Gasphase in Gegenwart eines Inertgases und in Gegenwart eines Zeolith-Katalysators, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung ohne Zusatz von Inertgas durchführt und man als Katalysator ein Zeolith vom Pentasil- oder β-Typ einsetzt, der nach seiner Synthese und Calcinierung einer hydrothermalen Behandlung mit Wasserdampf bei einer Temperatur von 300-800°C unterzogen wird.
wobei R, und R2 unabhängig voneinander ein Wasserstoffatom, Bromatom, Chloratom, Fluoratom, eine Nitrogruppe, eine CN-Gruppe, eine Aminogruppe, eine OH-Gruppe, eine verzweigte oder unverzweigte Alkylgruppe, eine verzweigte oder unverzweigte Alkoxygruppe oder eine Phenylgruppe bedeuten, mit N2O in der Gasphase in Gegenwart eines Inertgases und in Gegenwart eines Zeolith-Katalysators, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung ohne Zusatz von Inertgas durchführt und man als Katalysator ein Zeolith vom Pentasil- oder β-Typ einsetzt, der nach seiner Synthese und Calcinierung einer hydrothermalen Behandlung mit Wasserdampf bei einer Temperatur von 300-800°C unterzogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die hydrothermale
Behandlung unter Zusatz eines Trägergases erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Trägergas N2, Ar, He, H2
oder ein Gemisch davon eingesetzt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
verbrauchte, verkokte Zeolith-Katalysator mit O2, N2O, N2 oder einem beliebigen
Gemisch davon regeneriert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als
Katalysator ein Zeolith vom Pentasil- oder β-Typ eingesetzt wird, der bei einer
Temperatur von 650°C oder weniger calciniert worden ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in
dem Zeolithen Aluminium durch ein oder mehrere Elemente ausgewählt unter B, Be,
Ga, Fe, Cr, V, As, Sb und Bi ersetzt sein kann.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in
dem Zeolithen Silicium durch ein oder mehrere Elemente ausgewählt unter Ge, Ti, Zr
und Hf ersetzt sein kann.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Zeolith
ein Metallsilikatzeolith ist, der mindestens ein Metall M ausgewählt unter B, Be, Ga, In,
As, Sb, Sc, Ti, V, Cr, Fe, Co, Ni, Cu und Zn enthält.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis Si/M < 4 ist.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Aromat
ausgewählt wird unter Benzol, Toluol, Chlorbenzol, Fluorbenzol, Naphthalin, Biphenyl
und Benzonitril.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der
Zeolith zusätzlich zur Hydrothermalbehandlung mit einer Mineralsäure behandelt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Mineralsäure ausgewählt
wird unter HCl, HF, H2SO4, HNO3 und H3PO4.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß das
Mineralsäure/Zeolith-Verhältnis 1 bis 100 cm3/g beträgt.
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