DE19632903A1 - Verbrennungsaussetzerkennungsverfahren - Google Patents
VerbrennungsaussetzerkennungsverfahrenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erkennung von Ver
brennungsaussetzern bei Verbrennungsmotoren, wie sie für den
Antrieb von Kraftfahrzeugen eingesetzt werden.
Verbrennungsaussetzer führen zu einem Anstieg der im Betrieb
des Verbrennungsmotors emittierten Schadstoffe und können
darüber hinaus zu einer Schädigung eines Katalysators im Ab
gastrakt des Motors führen. Zur Erfüllung gesetzgeberischer
Forderungen zur On-Board-Überwachung abgasrelevanter Funk
tionen ist eine Erkennung von Verbrennungsaussetzern im ge
samten Drehzahl- und Lastbereich notwendig. In diesem Zusam
menhang ist es bekannt, daß beim Betrieb mit Verbrennungs
aussetzern charakteristische Änderungen des Drehzahlverlaufs
des Verbrennungsmotors gegenüber dem Normalbetrieb ohne Aus
setzer auftreten. Durch den Vergleich dieser Drehzahlverläu
fe kann zwischen Normalbetrieb ohne Aussetzer und Betrieb
mit Aussetzern unterschieden werden.
Ein Erkennungssystem für Verbrennungsaussetzer besteht aus
den Funktionsblöcken Sensorik, Signalverarbeitung und
Merkmalsextraktion sowie Klassifikation. Die Sensorik erfaßt
bspw. Segmentzeiten, d. h. Zeiten in denen die Kurbelwelle
einen vorbestimmten Drehwinkelbereich überstreicht. Im Block
Merkmalsextraktion werden aus den Segment Merkmalsignale
gebildet, aus denen im nachfolgenden Klassifikationsblock
Verbrennungsaussetzer bspw. durch Schwellwertvergleiche oder
auch durch Anwendung neuronaler Netze oder anderer bekannter
Methoden erkannt werden.
Ein auf der Basis von Schwellwertvergleichen arbeitendes
System ist bereits aus der DE-OS 41 38 765 bekannt.
Nach diesem bekannten Verfahren ist einem bestimmten Bereich
der Kolbenbewegung jedes Zylinders typischerweise ein als
Segment bezeichneter Kurbelwellenwinkelbereich zugeordnet.
Realisiert werden die Segmente bspw. durch Markierungen auf
einem mit der Kurbelwelle gekoppelten Geberrad. Die
Segmentzeit, in der die Kurbelwelle diesen Winkelbereich
überstreicht, hängt unter anderem von der im
Verbrennungstakt umgesetzten Energie ab. Aussetzer führen zu
einem Anstieg der zündungssynchron erfaßten Segmentzeiten.
Nach dem bekannten Verfahren wird aus Differenzen von
aufeinanderfolgenden Segmentzeiten ein Maß für die
Laufunruhe des Motors berechnet, wobei zusätzlich langsame
dynamische Vorgänge, zum Beispiel der Anstieg der
Motordrehzahl bei einer Fahrzeugbeschleunigung, rechnerisch
kompensiert werden. Ein auf diese Weise für jede Zündung
berechneter Laufunruhewert wird ebenfalls zündungssynchron
mit einem vorbestimmten Schwellwert verglichen. Ein
Überschreiten dieses gegebenenfalls von Betriebsparametern
wie Last und Drehzahl abhängigen Schwellwerts wird als
Aussetzer gewertet.
Die Zuverlässigkeit des bekannten Verfahrens hängt
entscheidend von der Segmentzeitermittlung und damit von
der Genauigkeit ab, mit der die Markierungen auf dem
Geberrad bei der Fertigung hergestellt werden können. Diese
mechanischen Ungenauigkeiten können rechnerisch eliminiert
werden. Dazu ist es aus der DE 41 33 679 bekannt, im
Schiebebetrieb die Segmentzeiten von bspw. drei
unterschiedlichen Geberradsegmenten zu erfassen. Eines der
drei Segmente wird als Referenzsegment betrachtet. Die
Abweichungen der Segmentzeiten der beiden übrigen Segmente
zur Segmentzeit des Referenzsegments werden ermittelt. Aus
den Abweichungen werden Korrekturwerte so gebildet, daß die
mit den Korrekturwerten verknüpften, im Schiebebetrieb
ermittelten Segmentzeiten untereinander gleich sind.
Dieses Verfahren erfordert damit zunächst einen gewissen
Aufwand bei der Steuergeräteprogrammierung und Rechenaufwand
im Betrieb des Fahrzeugs.
Die Aufgabe der Erfindung besteht in der Angabe eines
einfachen Verfahrens zur Erkennung von
Verbrennungsaussetzern, das von den mechanischen
Ungenauigkeiten des Geberrades unabhängig ist.
Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
Ein wesentliches Element der Lösung besteht darin, durch
eine Filterung der Segmentzeiten vor der
Laufunruhewertbildung von den mechanischen Ungenauigkeiten
des Geberrades unabhängig zu werden. Da sich die
mechanischen Einflüsse bei jeder Kurbelwellenumdrehung
wiederholen, wird erfindungsgemäß der mit der
Kurbelwellenfrequenz auftretende Signalanteil im
Segmentzeitsignal und dessen Oberwellen vor der Bildung des
Laufunruhewertes ausgefiltert.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird in der folgenden
Beschreibung mit Bezug auf die Figuren erläutert.
Im einzelnen zeigt Fig. 1 das technische Umfeld der Erfin
dung. Fig. 2 stellt einen zur Durchführung des erfindungsge
mäßen Verfahrens geeigneten Rechner dar. Fig. 3 verdeut
licht das bekannte Prinzip der Bildung von Segmentzeiten als
Basis eines Maßes für die Laufunruhe auf der Basis von Dreh
zahlmessungen und verdeutlicht, wie ein Laufunruhewert durch
Geberradeinflüsse verfälscht werden kann. Fig. 4 zeigt die
Anteile verschiedener Frequenzen zum Segmentzeitsignal und
veranschaulicht eine Bandpaß- und eine Kammsperrfilterung.
Fig. 5 offenbart ein Flußdiagramm eines Beispiels einer
erfindungsgemäßen Bildung der erfindungsgemäßen Filterung
und Fig. 6 veranschaulicht die Wirkung der Erfindung anhand
eines Vergleichs von erfindungsgemäß ermittelten
Laufunruhewerten mit Laufunruhewerten, die mit
Geberradeinflüssen behaftet sind. Fig. 7 veranschaulicht den
Einfluß von Änderungen der Drehzahl auf die Segmentzeiten.
Fig. 8 offenbart ein zweites Flußdiagramm als weiteres
Ausführungsbeispiel der Erfindung und die Fig. 9 und 10
zeigen Signalverläufe, wie sie beim Ausführungsbeispiel der
Fig. 8 mit und ohne Dynamikkompensation aufgenommen wurden.
Fig. 1 zeigt eine Brennkraftmaschine 1 mit einer Sensorik
aus einem Winkelgeberrad 2, das Markierungen 3 trägt, und
einem Winkelsensor 4 sowie einen die Merkmalsextraktion
symbolisierenden Block 5, einen die Klassifikation
symbolisierenden Block 6 und ein Mittel 7 zum Anzeigen des
Auftretens von Verbrennungsaussetzern. Die Drehbewegung des
mit der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine gekoppelten
Winkelgeberrades wird mit Hilfe des als Induktivsensor
realisierten Winkelsensors 4 in ein elektrisches Signal
umgewandelt, dessen Periodizität ein Abbild des periodischen
Vorbeistreichens der Markierungen 3 am Winkelsensor 4
darstellt. Die Zeitdauer zwischen einem Anstieg und einem
Abfall des Signalpegels entspricht daher der Zeit, in der
sich die Kurbelwelle über einen dem Ausmaß einer Markierung
entsprechenden Winkelbereich weitergedreht hat.
Die Segmentzeiten werden in den folgenden Stufen
weiterverarbeitet.
Der dazu verwendete Rechner kann bspw. so aufgebaut sein,
wie in Fig. 2 dargestellt. Danach vermittelt eine Re
cheneinheit 2.1 zwischen einem Eingabeblock 2.2 und einem
Ausgabeblock 2.3 unter Verwendung von in einem Speicher 2.4
abgelegten Programmen und Daten.
Die Fig. 3a zeigt eine Einteilung des Winkelgeberrades in
zwei Segmente, wobei jedes Segment eine vorbestimmte Zahl
von Markierungen aufweist. Die Markierung OTk ist demjenigen
oberen Totpunkt der Kolbenbewegung des k-ten Zylinders eines
in diesem Beispiel vierzylindrigen Verbrennungsmotors
(z=4) zugeordnet, der im Verbrennungstakt dieses Zylinders
liegt. Um diesen Punkt herum ist ein Drehwinkelbereich wk
definiert, der sich in diesem Beispiel über die Hälfte der
Markierungen des Winkelgeberrades erstreckt. Analog sind den
Verbrennungstakten der übrigen Zylinder Winkelbereiche w1
bis w4 zugeordnet, wobei hier vom Viertaktprinzip
ausgegangen wird, bei dem sich die Kurbelwelle für einen
vollständigen Arbeitszyklus zweimal dreht. Daher entspricht
beispielsweise der Bereich w1 des ersten Zylinders dem
Bereich w3 des dritten Zylinders usw. Die Lage, Länge Anzahl
der Segmente kann anwendungsspezifisch verändert werden. So
sind auch sich überlappende Segmente, mehr als z Segmente
pro Nockenwellenumdrehung bzw. unterschiedliche Lagen der
Segmente zu den oberen Totpunkten der Zylinder möglich. Die
Verwendung eines Segmentzeitsignals als Eingangssignal für
die Merkmalsextraktionsstufe ist daher vorteilhaft, weil es
in einer Motorsteuerung aus bereits vorhandenen Signalen
berechnet werden kann.
Statt der Segmentzeiten kann als Eingangssignal auch der
einzelnen Kurbelwellenwinkelbereichen zugeordnete mittlere
Drehzahlverlauf genutzt werden.
Beispielhaft wird für die folgenden Ausführungen die oben
eingeführte Teilung mit z Segmenten pro
Nockenwellenumdrehung genutzt.
Weitere Eingangssignale der Merkmalsextraktionsstufe sind
Motordrehzahl n, Last tl, Temperatur T und ein Signal b zur
Identifikation des ersten Zylinders.
In der Fig. 3b sind die Zeiten ts aufgetragen, in denen die
Winkelbereiche durch die Drehbewegung der Kurbelwelle über
strichen werden. Dabei ist zunächst eine mechanische
Ungenauigkeit des Geberrades angenommen, die zur
Verlängerung jeder zweiten Segmentzeit führt. Die
durchgezogene Linie stellt den sich dann einstellenden
Segmentzeitverlauf im aussetzerfreien Betrieb dar. In der
linken Hälfte der Fig. 3b ist bei der punktierten Linie ein
Aussetzer in einem Zylinder angenommen, dessen Segmentzeit
ohnehin bereits durch Geberradeinflüsse vergleichsweise lang
ist. Dagegen stellt die rechte Hälfte den Fall eines
Aussetzers in einem Zylinder dar, dessen Segmentzeiten durch
Geberadeinflüsse vergleichsweise zu kurz gemessen werden.
Der mit dem Aussetzer verbundene Drehmomentausfall führt
jeweils zu einem Anstieg der zugehörigen Zeitspannen ts. Die
relative Verlängerungen d2 und d4 der Segmentzeiten wird als
gleich angenommen.
Bildet man die Laufunruhewerte durch Differenzen von
aufeinanderfolgenden Segmentzeiten, ergibt sich für den
Aussetzer im linken Teil eine vergleichsweise große
Differenz d1, die die Schwankungsbreite d5 der
Geberraddeinflüsse deutlich übersteigt. Dagegen ergibt sich
für den rechten Teil eine von der Schwankungsbreite d5 u. U.
nur schwer zu unterscheidende Differenz d3.
Um auch den zur Differenz d3 zugehörigen Aussetzer sicher
detektieren zu können, wird erfindungsgemäß der mit der
Kurbelwellenfrequenz auftretende Signalanteil vor der
Laufunruhewertbildung ausgefiltert.
Dies wird in der Fig. 4a dargestellt, die den Block 5 der
Merkmalsextraktion aus der Fig. 1 detaillierter zeigt. Einem
Block 4.1 wird von der Sensorik das Segmentzeitsignal ts
zugeführt. Block 4.1 läßt nur den mit der
Nockenwellenfrequenz auftretenden Signalanteil passieren,
hat also Bandpaßcharakter, wie es auch durch Fig. 4.b
symbolisiert wird, die den Anteil verschiedener Frequenzen
am Segmentzeitsignal darstellt. Das gefilterte Signal wird
dann im Block 4.2 zu einem Laufunruhesignal q verarbeitet
und in der nachfolgenden Klassifikationsstufe auf
Verbrennungsaussetzer ausgewertet.
Alternativ zu einer Bandpaßcharakteristik kann der Block 4.1
auch als Kammsperrfilter ausgestaltet sein. Der Betrag der
Übertragungsfunktion H(0) eines solchen Filters ist über
der Ordnung k in der Fig. 4c dargestellt. Dabei bezeichnet
die Ordnung k=1 einen Signalanteil, der mit der
Nockenwellenfrequenz auftritt. Daueraussetzer in einem
Zylinder treten bspw. mit dieser Frequenz auf. Entsprechend
bezeichnet k=2 den mit doppelter Nockenwellenfrequenz
auftretenden Signalanteil usw. Das Kammsperrfilter mit der
in Fig. 4c dargestellten Übertragungscharakteristik sperrt
die Kurbelwellenfrequenz und deren Oberwellen, läßt also nur
aussetzerrelevante Signalanteile passieren.
Ein Ausführungsbeispiel dieses Ablaufs ist in dem
Flußdiagramm der Fig. 5 offenbart, das gewissermaßen als
Programmodul in einem übergeordneten Motorsteuerungsprogramm
durch das Steuergerät 5, 6 aus Fig. 2 synchron zur
Drehbewegung der Nockenwelle abgearbeitet wird. In einem
Schritt S1 werden drehzahlsynchron die von der Sensorik
bereitgestellten Segmentzeiten ts(n) eingelesen. Dabei
numeriert n die Zündungen. In einem Schritt S2 wird dann die
Differenz ts′ der zeitlich aufeinander folgenden
Segmentzeiten ts derjenigen Zylinder gebildet, die dem
gleichen Geberradsegment zugeordnet sind. Schritt S2
entspricht damit einem Ausführungsbeispiel des Filter-Blocks
4.1. Anschließend erfolgt im Schritt S3 eine Bildung von
Laufunruhemerkmalssignalen q(n), bspw. durch die Berechnung
von q(n)=ts′(n+1)-ts′(n).
Ein Laufunruhewert wird an die Klassifikationsstufe
weitergegeben und dort bspw. mit einem Schwellwert LUR
verglichen (Schritt S4). Ein Überschreiten eines solchen
ggf. von Betriebsparametern des Verbrennungsmotors
abhängigen Schwellwerts wird als Aussetzer gewertet, was bei
genügend häufigem Auftreten zur Aktivierung der Fehlerlampe
im Schritt S5 führt.
Die Fig. 6 ermöglicht einen Vergleich von bei
Geberradungenauigkeiten aufgenommenen Merkmalssignalen q(n)
ohne Vorfilterung (Fig. 6a) und mit Vorfilterung (Fig. 6b)
Dabei kann q(n) in Fig. 6a bspw. durch Differenzen
q(n)=ts(n)-ts(n-1) von aufeinanderfolgenden Segmentzeiten
verschiedener Segmente gebildet sein.
Deutlich erkennbar ist die sicherere Detektion von
Aussetzern nach dem erfindungsgemäßen Verfahren in Fig. 6b.
Alternativ kann das Verfahren auch auf der Seite der
Merkmalsignale bzw. Laufunruhewerte q(n) durchgeführt
werden.
Die Merkmalsignale q(n) bzw. Lut (n) werden bspw. als
Differenz aufeinanderfolgender Segmentzeiten gebildet. Diese
Differenz wird noch mit einem Term korrigiert, der eine
Änderung der mittleren Drehzahl, wie es bspw. beim Bremsen
oder Beschleunigen des Fahrzeugs auftritt, kompensiert.
Fig. 7 verdeutlicht den Einfluß von Drehzahländerungen auf
die Erfassung der Zeitdauern ts. Dargestellt ist der Fall
einer Drehzahlabnahme, wie sie typischerweise im Schiebebe
trieb eines Kraftfahrzeuges auftritt. Zur Kompensation die
ses Effektes, der sich in einer verhältnismäßig gleichförmi
gen Verlängerung der erfaßten Zeiten ts äußert, wird ein
Korrekturterm K gebildet, der den in der Fig. 7 mit K
bezeichneten Verlängerungseffekt der Segmentzeiten
widerspiegelt. Dieser Wert K wird dann so bei der Berechnung
des Laufunruhewertes berücksichtigt, daß der
Verlängerungseffekt kompensiert wird.
Dies kann über eine Berechnung der Steigung des
Segmentzeitverlaufes oder durch eine Mittel- oder
Medianbildung aus mehreren aufeinanderfolgenden
Segmentzeiten erfolgen.
Eine Möglichkeit der Kompensation besteht bspw. darin, von
der Differenz der Segmentzeiten noch den Mittelwert einiger
vorhergehender Segmentzeiten zu subtrahieren. Eine sich
anschließende Division durch die dritte Potenz einer
Segmentzeit ts(n) werden die Laufunruhewerte auf die
Drehzahl normiert.
Die Fig. 8 stellt ein Flußdiagramm dieses
Ausführungsbeispiels dar.
In einem Schritt S8.1 werden drehzahlsynchron die von der
Sensorik bereitgestellten Segmentzeiten ts(n) eingelesen,
dabei numeriert n die Zündungen. In einem Schritt S8.2
werden dann auf die o.a. Weise Laufunruhewerte q(n)
gebildet. Aus diesen wird im Schritt S8.3 eine Differenz dg
gebildet. Dazu werden jeweils Laufunruhewerte herangezogen,
die zum mechanisch gleichen Geberradsegment gehören, also
bspw. Laufunruhewerte q(n) und q(n+z/2), wobei z der
Zylinderzahl des Verbrennungsmotors entspricht. Der Wert dg
wird im Schritt S8.4 mit Schwellwert LUR verglichen. Ein
Überschreiten eines solchen ggf. von Betriebsparametern des
Verbrennungsmotors abhängigen Schwellwerts wird als
Aussetzer gewertet, was bei genügend häufigem Auftreten zur
Aktivierung der Fehlerlampe im Schritt S8.5 führt.
Mit anderen Worten: Eine mechanische Ungenauigkeit führt bei
den Merkmalsignalen q(n) zu einem konstanten Offset. D.h.
die Merkmalsignale, die dem gleichen Segment zugeordnet
sind, besitzen das gleiche Niveau, abhängig vom absoluten
Wert des Segmentfehlers.
Durch Differenzbildung der Lut-Werte (Merkmalsignale) der
zum gleichen Segment gehörenden Zylinder ist somit die
Erkennung von Aussetzern unabhängig vom Segmentfehler
möglich.
Wesentlich bei diesem Ausführungsbeispiel ist die
Dynamikkompensation. Fig. 9 zeigt die Laufunruhe bei
Drehzahländerungen ohne Dynamikkompensation. Deutlich sind
Fehlerkennungen besonders beim Drehzahlabfall erkennbar.
Fig. 10 zeigt vergleichbare Messungen mit einer
Dynamikkompensation. Hier kommt es nicht mehr zu
Fehlerkennungen.
Die Bildung der Differenz von Laufunruhewerten, wie sie bis
hier beschrieben wurde, gilt für einen Motor mit gerader,
d. h. durch zwei teilbarer Zylinderzahl z. In diesem Fall
lassen sich z/2 Segmente auf einem sich mit der Kurbelwelle
phasensynchron drehenden Geberrad definieren, und jedem
Segment lassen sich jeweils zwei Zylinder zuordnen. Bei
einem 4-Zylindermotor mit Zündfolge 1-3-4-2 und symmetrisch
über zwei Kurbelwellenumdrehungen verteilten Zündungen sind
dann bspw. der erste und der vierte Zylinder dem einen
Segment und der zweite und der dritte Zylinder dem anderen
Segment zugeordnet.
In diesem Beispiel eines 4-Zylindermotors können sich die
Segmente bspw. von 0-180° Kurbelwinkel, von 180-360° KW
(der ersten Kurbelwellendrehung), von 0-180° KW und von
180-360° KW (der zweiten Kurbelwellendrehung) erstrecken.
Anders ausgedrückt: Bei jeweils gleich großen und zur
jeweiligen Zündung symmetrisch liegenden Segmenten liegen
jeweils zwei Segmente deckungsgleich aufeinander, bzw.
werden durch dieselben mechanischen Markierungen markiert.
Bei einer ungeradzahligen Zylinderzahl z und symmetrisch
über die Kurbelwellenwinkelspanne von 720° verteilten
Zündungen sind die einzelnen Zündungen durch 720/z
Winkelgrade voneinander getrennt, also für z=3 durch 240,
für z=5 durch 144 Winkelgrade usw. Wenn die zugehörigen
Segmente jeweils gleich groß sind und sich in ihrer Lage zur
jeweiligen Zündung nicht unterscheiden, kommen die Segmente
nicht mehr zur Deckung. Bspw. können sich die einzelnen
Segmente bei einem 5-Zylindermotor von 0-144° KW, von
144-288° KW, von 288° KW (der ersten Kurbelwellendrehung) - 72° KW
(der zweiten Kurbelwellendrehung), von 72-216° KW und von
216-360° KW erstrecken.
Jeweils zwei, verschiedenen Zylindern zugeordnete Segmente
werden damit durch verschiedene mechanische Markierungen auf
dem Geberrad definiert.
Unter der Voraussetzung, daß für jede Zündung ein
Laufunruhewert gebildet wird, stehen dann innerhalb eines
Arbeitsspiels (720° KW) keine zwei Laufunruhewerte q, für
die Bildung der Differenz dg zur Verfügung, die zwar zu
verschiedenen Zylindern, aber zum mechanisch gleichen
Segment gehören.
Um dennoch das beschriebene Verfahren durchführen zu können
werden bei Motoren mit ungeradzahliger Zylinderzahl für jede
Zündung zwei Laufunruhewerte ermittelt. Der erste entspricht
dabei dem bisher beschriebenen Laufunruhewert q und der
zweite, im weiteren als q′ bezeichnete Laufunruhewert wird
in analoger Weise zur Bildung von q gebildet, allerdings auf
der Basis von um 360° KW versetzten Segmentzeiten. Die auf
diese Weise gebildeten, gewissermaßen virtuellen
Laufunruhewerte q′ unterscheiden sich damit in ihrer
relativen Lage zu den Zündungen von den Laufunruhewerten q.
Analog zur Bildung von zusätzlichen Laufunruherwerten q′ ist
bei ungeradzahliger Zylinderzahl die Erfassung zusätzlicher
Segmentzeiten ts′ vorteilhaft, wenn das erfindungsgemäße
Verfahren durch Bildung von Segmentzeitdifferenzen
durchgeführt wird.
Claims (7)
1. Verfahren zur Erkennung von Aussetzern in der Verbrennung
eines z-zylindrigen Vier-Takt-Verbrennungsmotors, der ein
mit der Kurbelwelle gekoppeltes Geberrad aufweist, das sich
mit der Kurbelwelle phasensynchron dreht und das
typischerweise z/2 Segmente aufweist, die von einer
Sensoreinrichtung abgetastet werden, so daß die
Sensoreinrichtung Segmentzeitsignale liefert, welche die
Ungleichförmigkeit der Drehbewegung der Kurbelwelle
zylinderindividuell aufgelöst wiedergeben, bei welchem
Verfahren zylinderindividuell auf der Basis der
Segmentzeiten Laufunruhewerte gebildet werden und ein
Aussetzer dann gewertet wird, wenn der Laufunruhewert einen
Schwellwert überschreitet, dadurch gekennzeichnet, daß der
mit der Kurbelwellenfrequenz auftretende Anteil in den
Laufunruhewerten vor dem Schwellwertvergleich ausgefiltert
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der mit der Kurbelwellenfrequenz auftretende Signalanteil im
Segmentzeitsignal mittels Bandpaßfilterung des Nutzsignals
eliminiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der mit der Kurbelwellenfrequenz auftretende Signalanteil im
Segmentzeitsignal mittels Kammsperrfilterung der Störanteile
eliminiert wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der mit der Kurbelwellenfrequenz auftretende Signalanteil
durch Differenzbildung von Segmentzeiten, die dem gleichen
Geberradsegment zugeordnet sind, eliminiert werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der mit der Kurbelwellenfrequenz auftretende Signalanteil
durch Differenzbildung von Laufunruhewerten, die dem
gleichen Geberradsegment zugeordnet sind, eliminiert werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Einfluß von Drehzahländerungen auf die Laufunruhewerte
kompensiert wird.
7. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß bei geradzahliger Zylinderzahl jeweils eine Segmentzeit für jede Zündung erfaßt wird, daß bei ungeradzahliger Zylinderzahl zusätzlich die Segmentzeit für das mechanisch gleiche Segment, versetzt um eine Kurbelwellenumdrehung erfaßt wird,
und daß die Differenzbildung von Segmentzeiten erfolgt, die für jeweils um 360° Kurbelwellenwinkel versetzte Segmente aufgenommen wurden.
daß bei geradzahliger Zylinderzahl jeweils eine Segmentzeit für jede Zündung erfaßt wird, daß bei ungeradzahliger Zylinderzahl zusätzlich die Segmentzeit für das mechanisch gleiche Segment, versetzt um eine Kurbelwellenumdrehung erfaßt wird,
und daß die Differenzbildung von Segmentzeiten erfolgt, die für jeweils um 360° Kurbelwellenwinkel versetzte Segmente aufgenommen wurden.
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