DE19631104A1 - Fahrrad - Google Patents
FahrradInfo
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Classifications
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Description
Die Erfindung betrifft ein Fahrrad mit zwei an einem Rahmen
drehbar gelagerten Pedalen.
Herkömmliche Fahrräder haben frei drehbare Pedale, bei denen
die jeweilige räumliche Lage durch den Fuß bestimmt wird. Dabei
besteht die Gefahr, daß der Fuß vom Pedal abrutscht und es zu
Fahrradunfällen kommt.
Außerdem ist wegen der Drehbarkeit der Pedale die Belastung des
Fußes immer nur auf einen sehr kleinen Bereich in Richtung der
Pedalachse konzentriert. Eine gleichmäßige Belastung des Fußes
wie beim Gehen ist somit nicht möglich. Der Vorderfuß und
bestimmte Teile der Wadenmuskulatur werden somit
überbeansprucht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Fahrrad zu
schaffen, bei dem die vorstehend genannten Schwierigkeiten
möglichst weitgehend vermieden sind. Diese Aufgabe wird bei
einem Fahrrad der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß jedem der Pedale jeweils eine am Fahrrad
befestigte Führungseinrichtung zugeordnet ist, welche eine
Zwangsführung der Pedale derart bewirkt, daß die Trittflächen
der Pedale während des Tretens stets ETWA in horizontaler
Richtung gehalten sind.
Somit wird ein Abrutschen des Fußes weitgehend vermieden und
auch die Beanspruchung des Fußes beim Treten ist gleichmäßiger.
Das Treten wird also sicherer und leichter, was besonderes bei
Sporträdern von Vorteil ist.
Ein besonderer Vorteil der Erfindung ist auch darin zu sehen,
daß die erfindungsgemäße Zwangsführung auch als Nachrüstsatz
ausgebildet und nachträglich am Fahrrad angebracht werden kann.
Weiterbildungen der Erfindung sind in Unteransprüchen
wiedergegeben.
Die Erfindung und ihre Weiterbildungen werden nachfolgend
anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 mit 3 in Seitenansicht verschiedene Positionen des
Fahrrades gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Fig. 4 das Fahrrad nach Fig. 2 in Längsrichtung gesehen,
Fig. 5 und 6 eine abgewandelte Ausführungsform des Fahrrades
nach der Erfindung in verschiedenen Positionen in Seitenansicht,
Fig. 7 die Draufsicht der Ausführungsform nach Fig. 5 und 6.
Fig. 8 zeigt eine Seitenansicht einer Weiterbildung des
erfindungsgemäßen Fahrrades und
Fig. 9 das Fahrrad nach Fig. 8 in Draufsicht.
In Fig. 1 ist in schematischer Darstellung ein Fahrrad FR
dargestellt, das den üblichen Aufbau zeigt. An einem am Rahmen
angebrachten Tretlager TL ist auf beiden Seiten jeweils (die
hintere Seite ist in der vorliegenden Zeichnung zur
Vereinfachung der Darstellung weggelassen) ein Hebelarm HE
drehbar angebracht, an dessen äußerem Ende ein Pedal PD
befestigt ist. An diesem Pedal ist eine Führung SF befestigt,
welche der Auflage des die Kraft übertragenden (hier nicht
dargestellten) Fußes dient. Diese Führung SF kann im
einfachsten Fall als ein Blechbiege- oder Kunststoffteil
ausgebildet sein und ist im Querschnitt gesehen vorteilhaft L-för
mig gestaltet (vgl. Fig. 4). Sie ist an mindestens einer
Seite des Pedales PD befestigt. Die Führung SF kann auch
anders, z. B. U-förmig gestaltet sein. Die Führung SF dient dazu
ein Abrutschen des Fußes zu verhindern.
In vielen Fällen ist es wünschenswert, das Pedal PD während des
Bewegungsvorganges nicht - wie üblich - frei drehbar zu halten,
sondern in einer vorgegebenen, vorzugsweise etwa horizontalen
Position. Hierfür ist eine Zwangsführungseinrichtung ZF
vorgesehen, welche die Aufgabe hat, das Pedal PD stets in der
horizontalen Lage zu fixieren. Die Zwangsführungseinrichtung ZF
weist in ihrem Mittelteil eine Führungsplatte FP auf, von der
aus vier beidseitig drehbar gelagerte stangenförmige Führungen
(Gestänge) GS1-GS4 abzweigen. Zwei dieser Führungen, nämlich
GS1 und GS2 sind an dem Rahmen des Fahrrades FR in der Nähe
des Sattels über Lager LG1 und LG2 drehbar, aber nicht
verschiebbar befestigt, während die anderen beiden
Führungsstangen GS3 und GS4 zu der Führungsplatte SF gelangen
und dort vorzugsweise in deren vertikal verlaufendem
Schenkelteil ebenfalls über Lager LG7 und LG8 drehbar befestigt
sind. Bei der Führungsplatte FP sind vier Lagerstellen LG3 bis
LG6 vorgesehen, in welchen die Enden der Führungsstangen GS1
bis GS4 drehbar gelagert sind. Die Führungsstangen GS1 bis GS4
sind so angeordnet, daß sie möglichst nahe an dem Rahmen des
Fahrrades FR angebracht sind. Um Verletzungen auszuschließen,
können sie auch über entsprechende Abdeckeinrichtungen, wie
Netze, Körbe oder dergleichen nach außen hin, abgesichert sein.
Struktur und Aufbau der Zwangsführungseinrichtung ZF sind so
gewählt, daß bei dem Drehvorgang des Hebels HE das Pedal PD
stets horizontal ausgerichtet bleibt, wie sich insbesondere aus
den Fig. 2 und 3 ergibt, in denen andere Winkellagen des
Hebels HE dargestellt sind.
Die Führungsstangen GS1 bis GS4 bestehen zweckmäßig aus dünnen
Metallrohren, während die Führungsplatte FP aus Metall oder aus
Kunststoff hergestellt sein kann.
Fig. 4 zeigt zur Verdeutlichung die vollständige Zwangsführung
in Längssicht gesehen, wobei für beide Seiten die gleichen
Bezugszeichen verwendet sind, weil diese Teile spiegelbildlich
gleich ausgebildet sind.
Anstelle der dargestellten Zwangsführung ZF können auch
verschiedene andere Führungen, z. B. Kulissenführungen verwendet
werden, die dazu geeignet sind, das Pedal PD fortlaufend
während eines Drehvorganges räumlich etwa in der horizontalen
Lage zu fixieren.
In Fig. 5 ist als Beispiel eine abgewandelte Zwangsführung ZF*
dargestellt, wobei für gleichbleibende Teile die gleichen
Bezugszeichen wie bei den vorhergehenden Figuren verwendet
sind. Die beiden Führungsstangen GS3 und GS4 entsprechen der
Ausführungsform nach den Fig. 1 mit 4. Ebenso ist die
Ausgestaltung und Anordnung der Trittplatte TP auf dem Pedal PD
in gleicher Weise vorgenommen wie dort. Geändert ist in erster
Linie die Ausgestaltung der Führungsplatte FP* der
Zwangsführung ZF*. Die beiden Gestänge GS3 und GS4 sind
weiterhin an der Führungsplatte FP* befestigt, jedoch wird im
Gegensatz zu den Ausführungsbeispielen nach Fig. 1 bis 4 die
Verschiebung der Führungsplatte FP* hier anders vorgenommen und
zwar dadurch, daß eine Profilschiene PS am Rahmen des Fahrrades
FR befestigt ist und zwar endseitig über zwei voneinander
entfernte Befestigungsstellen BF1 und BF2. Die Profilschiene PS
ist also starr am Rahmen des Fahrrades FR gehalten, wobei im
vorliegenden Beispiel die Befestigung an den hinteren
Rahmenteilen durchgeführt ist. Es wäre auch möglich, andere
Rahmenteile für die Befestigung heranzuziehen, beispielsweise
mittlere Rahmenteile. Die Profilschiene PS ist im vorliegenden
Beispiel mit etwa U-förmigem Querschnitt ausgebildet, wobei die
Enden der freien Schenkel nach innen umgebogen sind. An der
Führungsplatte FP* sind zwei Bolzen BO1 und BO2 angebracht, die
mit ihren entsprechend verbreiterten Köpfen KO1 und KO2 (vgl.
Draufsicht nach Fig. 7) im verbreiterten Nutbereich der
Profilschiene PS gleiten können. Dadurch führt die
Führungsplatte FP* beim Treten eine Gleitbewegung längs der
Profilschiene PS durch, wobei gleichzeitig durch die Einwirkung
der Führungsstangen GS3 und GS4 der Abstand zwischen dem Pedal
PD und der Führungsplatte FP* konstant gehalten wird und das
Pedal PD stets in waagerechter Position zwangsgeführt ist.
Die Fig. 6 zeigt eine unterschiedliche Winkelstellung des
Pedals PD, wobei die Verschiebebewegungen der Führungsplatte
FP* und die Beibehaltung der horizontalen Position des Pedals
deutlich hervorgehen.
In den Fig. 8 und 9 sind Weiterbildungen dargestellt, mit
denen verbesserte Bewegungsvorgänge durchgeführt werden können.
Für gleichbleibende Teile sind die Bezugszeichen aus den
vorangegangenen Figuren übernommen, so daß diese hier nicht
mehr erläutert werden müssen, weil ihre Wirkungsweise denen der
vorangegangenen Figuren entspricht. Da HIER beide Seiten
dargestellt wurden, sind die jeweils in Fahrtrichtung gesehen
links befindlichen Teile mit dem Buchstaben "L" und die rechts
liegenden Teile mit dem Buchstaben "R" ergänzt. In Fig. 8 ist
außerdem der Rahmen des Fahrrades FR zur besseren
Übersichtlichkeit teilweise ausgebrochen dargestellt, so daß
die dahinterliegende rechte Seite besser sichtbar ist.
Die Konturen des rechten und des linken Beins sind jeweils
gestrichelt dargestellt. Es ist davon ausgegangen, daß der linke
Oberschenkel OSL sich in der obersten Position befindet
(vorderer Teil in der Zeichnung) während der zugehörige rechte
Oberschenkel OSR seine tiefste Position einnimmt (hinterer Teil
in der Zeichnung).
In Fig. 8 ist das obere Ende der Zwangsführungen ZFL und ZFR
mit den Lagerstellen LGL1 und LGL2 jeweils sehr weit oben
befestigt, bevorzugt dort, wo im Angriffsbereich die Kraft
einsetzt, also etwa im Sattelbereich und insbesondere oberhalb
des Rahmens. Hierzu ist eine, nämlich die oben liegende
Führungsstange GSL1 bzw. GSR1 vorteilhaft etwa schalen- oder
wannenförmig ausgebildet und dient als Auflage für den der
Kraftübertragung dienenden Oberschenkel OSL bzw. OSR. Unter
Umständen könnte somit, wie dargestellt, auf einen Sattel sogar
ganz verzichtet werden, weil der Oberschenkel OS1 bzw. OS2 auf
der wannenförmig gestalteten Führungsstange GS1 bzw. GS2
gesichert aufliegt und so dem Fahrer genügend Halt gibt. Dies
gilt zumindest für die Zeit der Tretvorgänge, während z. B.
beim Bergabfahren der Fahrer sich auf den vorhandenen Sattel
setzen kann. In dem schalenförmigen Bereich GS1 bzw. GS2 können
zweckmäßig polsternde Zwischenlagen vorgesehen sein, die eine
möglichst schonende Auflage des Oberschenkels OS1 bzw. OS2
ermöglichen. Auf diese Weise wird die Kraftübertragung nicht
nur - wie üblich - durch den unteren Teil (Vorderfuß und Pedal)
bewirkt, sondern es wird zusätzlich Kraft durch den oberen Teil
des Oberschenkels OS1 bzw. OS2 übertragen. Dies ermöglicht eine
besonders vorteilhafte Ausnutzung des zur Verfügung stehenden
Kraftpotentials, wobei, wie bei den vorangegangenen Figuren,
die waagerechte Ausrichtung im Bereich der Auflage des Fußes
auf den Pedalen PDL und PDR weiterhin gewährleistet bleibt.
Die Auflage- oder Trittplatten TPL bzw. TPR an den Pedalen PDL
bzw. PDR können ggf. auch nur in Form von Stegen oder Rippen,
d. h. durchbrochen ausgebildet sein, um Gewicht zu sparen. Auch
kann es zweckmäßig sein, diese nur als einseitige Verlängerung
des Pedals auszubilden, vorzugsweise im rückwärtigen Bereich,
während im vorderen Bereich beispielsweise die bekannten
Riemenhalterungen für die Fußspitzen vorgesehen sein können.
Claims (8)
1. Fahrrad (FR) mit zwei an einem Rahmen drehbar gelagerten
Pedalen (PD),
dadurch gekennzeichnet, daß jedem der Pedale (PD) jeweils eine
am Fahrrad (FR) befestigte Führungseinrichtung zugeordnet ist,
welche eine Zwangsführung (ZF) der Pedale derart bewirkt, daß
die Trittflächen der Pedale (PD) während des Tretens stets in
horizontaler Richtung gehalten sind.
2. Fahrrad nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Führungseinrichtung (ZF) als Nachrüstsatz ausgebildet ist, der
nachträglich am Fahrrad (FR) angebracht werden kann.
3. Fahrrad nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Führungseinrichtung (ZF) eine Platte
(FP) aufweist, von der beidseitig je zwei Stangen
(GS1, GS2, GS3, GS4) abgehen, von denen zwei am Fahrradrahmen und
zwei an den Pedalen (PD) befestigt sind.
4. Fahrrad nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß an den Pedalen (PD) eine Führungsplatte
(SF) angebracht ist, die als Trittfläche für den Fuß und/oder
als Angriffspunkt für die Führungseinrichtung (FE) dient.
5. Fahrrad nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß im oberen Bereich der Zwangsführung (ZFL,
ZFR) eine Auflage für den Oberschenkel (OSL, OSR) vorgesehen
ist.
6. Fahrrad nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Auflage für den Oberschenkel (OSL, OSR) wannenförmig
ausgebildet ist.
7. Fahrrad nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Auflage für den Oberschenkel (OSL, OSR) mit einer
Polsterung versehen ist.
8. Fahrrad nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Auflage für den Oberschenkel (OSL, OSR)
den Sitz für den Fahrer bildet, wobei das Fahrrad vorzugsweise
ohne Sattel bleibt.
Priority Applications (5)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996131104 DE19631104A1 (de) | 1996-08-01 | 1996-08-01 | Fahrrad |
| DE19648483A DE19648483A1 (de) | 1996-08-01 | 1996-11-22 | Fahrrad |
| PCT/DE1997/001440 WO1998005549A1 (de) | 1996-08-01 | 1997-07-08 | Pedalanordnung für fahrrad |
| DE59701412T DE59701412D1 (de) | 1996-08-01 | 1997-07-08 | Pedalanordnung für fahrrad |
| EP97931717A EP0915799B1 (de) | 1996-08-01 | 1997-07-08 | Pedalanordnung für fahrrad |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996131104 DE19631104A1 (de) | 1996-08-01 | 1996-08-01 | Fahrrad |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19631104A1 true DE19631104A1 (de) | 1998-02-05 |
Family
ID=7801511
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996131104 Withdrawn DE19631104A1 (de) | 1996-08-01 | 1996-08-01 | Fahrrad |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19631104A1 (de) |
-
1996
- 1996-08-01 DE DE1996131104 patent/DE19631104A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
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Ref country code: DE Ref document number: 19648483 Format of ref document f/p: P |
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