DE19631782A1 - Lösliche Glaszusammensetzungen - Google Patents
Lösliche GlaszusammensetzungenInfo
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- C03—GLASS; MINERAL OR SLAG WOOL
- C03C—CHEMICAL COMPOSITION OF GLASSES, GLAZES OR VITREOUS ENAMELS; SURFACE TREATMENT OF GLASS; SURFACE TREATMENT OF FIBRES OR FILAMENTS MADE FROM GLASS, MINERALS OR SLAGS; JOINING GLASS TO GLASS OR OTHER MATERIALS
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Description
Die Erfindung betrifft Glas-Zusammensetzungen zur
Verwendung bei der Herstellung von Glasfasern für Isolier-
und Verstärkungszwecke.
Glasfasern können aus Glaszusammensetzungen unter Anwendung
sehr kostengünstiger Rohmaterialien und über die Erzeugung
von hoch-löslichem Glas hergestellt werden. Der Löslichkeit
bzw. Auslaugbarkeit entsprechen die KI-40-Fasern bei der
Anwendung von (1) kontinuierlicher Faserbildungs-Technik im
direkten Schmelzverfahren, (2) Flamm-/Luft-/Dampf-Zerblasung
und (3) Faserbildung im Schleuderverfahren unter
Anwendung sowohl von Scheiben- als auch Trommel-
Fasererzeugungs-Vorrichtungen. Es wurde auch ermittelt, daß
Glasfasern hoher Qualität und mit hoher Löslichkeit
(Auslaugbarkeit) erzeugt werden können, die eine niedrige
Liquidus-Temperatur sowie eine hohe log3-
Transformationstemperatur haben. Es hat sich gezeigt, daß
ein hoher Anteil an Bor-, Barium- und Zinkoxiden im Glas
die Anwendung herkömmlicher Verarbeitungstechniken nicht
verhindert.
Aufgrund der in den 70er Jahren aufkommenden
gesundheitlichen Bedenken gegen Asbest richteten diese sich
auch gegen Glasfasern. In den 80er Jahren wurde Glas-
(Mineral)-Faser durch die verschiedenen Gesundheitsbehörden
sehr streng beobachtet. Anfänglich wurde nur die
physikalische Auswirkung der Glasfaser studiert. Die
Entscheidung ging dahin, daß Fasern mit einem Durchmesser
von mehr als 3 µ unbedenklich waren. In den 90er Jahren
wurde auch die chemische Seite (Zusammensetzung) der
Glasfasern in die nähere Untersuchung einbezogen. Den
entsprechenden Studien lag die Verweilzeit der Fasern in
der Lunge sowie die Beurteilung zugrunde, wie diese
Verweilzeit die Entstehung von Krankheit beeinflußt. In
diesen Studien wurde auch die Auflösungsrate von Fasern in
Bezug auf die Glasfaserzusammensetzung überprüft.
Löslichkeitstests wurden in Salzlösungen (in vitro) als
auch in Versuchen mit Versuchstieren (in vivo)
durchgeführt.
Die aus derartigen Versuchen in Deutschland gezogene
Schlußfolgerung ergab, daß Glasfaser-Zusammensetzungen in
eine durch den Unlöslichkeits-Faktor KI bestimmte Kategorie
eingeordnet werden. Der KI-Faktor ist als Summe der
Prozentsätze aller Oxide, mit Ausnahme von SiO₂, definiert.
Von dieser Summe wird der doppelte Prozentsatz von Al₂O₃
subtrahiert. Die Gegenwart von Al₂O₃ macht die Faser
weniger löslich.
Diese Studien wurden intensiv in Deutschland durchgeführt
und führten zu der sogenannten TRGS 905-Regel. Entsprechend
dieser Regel gilt, daß Faserprodukte mit einem KI-Faktor
von über 40 nicht dem Verdacht ausgesetzt sind, karzinogen
zu sein. Entsprechend traten neue Glasfaser-Zusammensetzungen
mit dem Faktor KI40 auf, hauptsächlich
auf dem deutschen Markt. Diese neuen Zusammensetzungen sind
zwar löslich, erwiesen sich jedoch als technologisch nicht
gleich geeignet wie die herkömmlichen Zusammensetzungen.
Als Ergebnis davon erweist sich die Gesamtqualität der aus
der neuen Glasfaser hergestellten Isolierstoffe als
verschlechtert.
Die Anmelderin hat eigene KI-40-Zusammensetzungen
entwickelt. Die Hauptforderung an derartige
Zusammensetzungen - neben der Löslichkeit - besteht darin,
daß die Liquidus-Temperatur möglichst niedrig ist, zugleich
aber die Viskosität des Glases auf einem hohen Niveau
gehalten wird. Das erlaubt hohe und folglich sicher über
der Liquidus-Temperatur liegende Verarbeitungstemperaturen
(Faserbildungs-Temperaturen).
Aufgabe der Erfindung ist es daher, Glas-Zusammensetzungen
vorzuschlagen, deren Verarbeitungstemperatur ausreichend
hoch über der Liquidus-Temperatur gewählt werden kann, so
daß eine hohe Endqualität von daraus hergestellten
Glasfaser-Isolierstoffen erzielt werden kann.
Erfindungsgemäß wird dies erreicht durch Zusammensetzungen
gemäß dem Patentanspruch 1.
Bevorzugte Zusammensetzungen ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
Die erfindungsgemäßen Glas-Zusammensetzungen erlauben es,
die eingangs beschriebene Verschlechterung der Endqualität
an aus Glasfaser hergestellten Isolationsstoffen zu
vermeiden. Dies gilt für eine Mehrzahl von Glas-Zusammensetzungen,
von denen sechs bevorzugte Beispiele in
der nachfolgenden Tabelle aufgeführt sind. Die darin
enthaltenen Angaben sind Gewichtsprozente.
Die in dieser Tabelle angegebenen Zusammensetzungen sind zu
Glaswolle mit einer Faser hoher Qualität und unter
Anwendung von kontinuierlich arbeitenden
Faser-Herstellungsverfahren verarbeitet worden. Die genannten
Oxide können gemeinsam oder unabhängig voneinander
zusätzlich mit mehreren anderen Glasherstellungs-Oxiden
gemischt werden, um daraus für die Faserherstellung
geeignetes Glas zu erzeugen.
Claims (7)
1. Glas-Zusammensetzung, insbesondere zur Herstellung von
Glasfasern für Isolier- und Verstärkungszwecke,
bestehend aus, in Gewichtsprozenten, 40-61% SiO₂,
0,6-1,0% Al₂O₃, 12,0-17,0 Na₂O, 5,0-9,0 K₂O,
4,0-10,0 CaO, 2,0-10,0 MgO, 2,0-12,0 BaO, 3,0-12,0
B₂O₃, 0-5,0 ZnO.
2. Glas-Zusammensetzung nach Anspruch 1 bestehend aus
56,20% SiO₂, 0,80% Al₂O₃, 9,50% Na₂O, 6,40% K₂O,
2,90% CaO, 4,20% MgO, 5,30% BaO, 9,90% B₂O₃, 4,80%
ZnO.
3. Glas-Zusammensetzung nach Anspruch 1 bestehend aus
57,70% SiO₂, 0,60% Al₂O₃, 13,50% Na₂O, 7,0% K₂O,
5,30% CaO, 3,60% MgO, 6,0% BaO, 6,0% B₂O₃, 0,30%
ZnO.
4. Glas-Zusammensetzung nach Anspruch 1 bestehend aus
57,70% SiO₂, 0,60% Al₂O₃, 13,50% Na₂O, 7,0% K₂O,
5,30% CaO, 3,60% MgO, 6,0% BaO, 6,30% B₂O₃.
5. Glas-Zusammensetzung nach Anspruch 1 bestehend aus
57,20% SiO₂, 0,80% Al₂O₃, 9,50% Na₂O, 6,40% K₂O,
2,90% CaO, 4,20% MgO, 8,60% BaO, 9,90% B₂O₃, 0,50%
ZnO.
6. Glas-Zusammensetzung nach Anspruch 1, bestehend aus
57,20% SiO₂, 0,80% Al₂O₃, 9,50% Na₂O, 6,40% K₂O,
2,90% CaO, 4,20% MgO, 9,10% BaO, 9,90% B₂O₃.
7. Glas-Zusammensetzung nach Anspruch 1 bestehend aus
57,20% SiO₂, 0,80% Al₂O₃, 9,50% Na₂O, 6,40% K₂O,
2,90% CaO, 4,20% MgO, 9,10% BaO, 9,00% B₂O₃, 0,90%
ZnO.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996131782 DE19631782A1 (de) | 1996-08-07 | 1996-08-07 | Lösliche Glaszusammensetzungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996131782 DE19631782A1 (de) | 1996-08-07 | 1996-08-07 | Lösliche Glaszusammensetzungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19631782A1 true DE19631782A1 (de) | 1998-02-19 |
Family
ID=7801960
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996131782 Withdrawn DE19631782A1 (de) | 1996-08-07 | 1996-08-07 | Lösliche Glaszusammensetzungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19631782A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2000017116A1 (en) * | 1998-09-18 | 2000-03-30 | Owens Corning | GLASS FIBERS WITH IMPROVED DURABILITY VIA LOW MgO AND Al2O¿3? |
| DE102004044431A1 (de) * | 2004-09-14 | 2006-04-06 | Lite-On Automotive Corp. | Verfahren zum Lokalisieren von Reifenzustands-Erfassungsvorrichtungen |
| CN103328395A (zh) * | 2010-12-22 | 2013-09-25 | 霍林斯沃思和沃斯有限公司 | 包括玻璃纤维的过滤介质 |
-
1996
- 1996-08-07 DE DE1996131782 patent/DE19631782A1/de not_active Withdrawn
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US20140196424A1 (en) * | 2010-12-22 | 2014-07-17 | Hollingsworth & Vose Company | Filter media including glass fibers |
| EP2655275A4 (de) * | 2010-12-22 | 2014-08-27 | Hollingsworth & Vose Co | Filtermedien mit glasfasern |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
| 8128 | New person/name/address of the agent |
Representative=s name: LOUIS, POEHLAU, LOHRENTZ & SEGETH, 90409 NUERNBERG |
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