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DE19630382C2 - Mikrotom zur Herstellung von Dünnschnitten - Google Patents

Mikrotom zur Herstellung von Dünnschnitten

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DE19630382C2
DE19630382C2 DE1996130382 DE19630382A DE19630382C2 DE 19630382 C2 DE19630382 C2 DE 19630382C2 DE 1996130382 DE1996130382 DE 1996130382 DE 19630382 A DE19630382 A DE 19630382A DE 19630382 C2 DE19630382 C2 DE 19630382C2
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DE
Germany
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microtome
cutting
disc
control circuit
knife
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Manfred Biehl
Juergen Vierling
Andreas Laudat
Peter Scheck
Rolf Metzner
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Leica Biosystems Nussloch GmbH
Original Assignee
Leica Microsystems Nussloch GmbH
Leica Microsystems CMS GmbH
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Description

Die Erfindung betrifft ein Mikrotom, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Aus der DE 31 44 120 A1 ist ein Schlittenmikrotom bekannt, welches ein Grundbett und einen über Gleitschienen bewegbaren Schlitten enthält. Das Schneidmesser ist hier ortsfest auf dem Grundbett befestigt, wobei der Präparathalter auf dem Schlitten angeordnet ist. Zur Schnittherstellung wird der Schlitten entlang seiner Führung manuell auf dem Grundbett bewegt.
Es sind jedoch auch Schlittenmikrotome bekannt, bei denen das Schneidmesser auf dem Schlitten und der Präparathalter ortsfest am Grundbett montiert sind.
Bei beiden Arten von Schlittenmikrotomen erfolgt der Schnitt des Präparates über eine Relativbewegung zwischen dem Schneidmessers und dem Objekt.
Eine andere Art von Mikrotomen ist aus der DE 195 31 524 C1 bekannt. Das in dieser Schrift beschriebene Rotationsmikrotom weist einen Objektschlitten mit einem daran angeordneten Objekthalter für die zu schneidende Probe auf. In einer vertikalen Bahn wird der Objekthalter am Rotationsmikrotom auf- und abbewegt. Die Probe wird bei dieser Bewegung über ein am Rotationsmikrotom fest angeordnetes Messer geführt.
Auch hier erfolgt der Schnitt des Präparates über eine Relativbewegung zwischen dem Schneidmessers und dem Objekt. Bei beiden bekannten Arten von Mikrotomen ist es nach einem erfolgten Schnitt dann notwendig, das Objekt bzw. das Schneidmesser in die Ausgangslage zurückzuführen. Zur Erzielung von sauberen Präparatschnitten ist es dabei unbedingt erforderlich ist, bei der Rückstellung eine Kollision des Schneidmessers mit dem Präparat zu vermeiden. Dies erfolgt in beiden Fällen dadurch, daß das Schneidmesser bzw. das Präparat über eine Zustelleinrichtung um einen bestimmten Betrag zurückgezogen wird und so das bewegte Bauteil an dem feststehenden Bauteil vorbeigeführt wird. Bei einem weiteren Schnitt wird das Präparat bzw. das Schneidmesser um diesen bestimmten Betrag plus der eingestellten Schnittdicke wieder zugestellt.
Beide Arten von Mikrotomen haben sich in der Praxis bewährt. Bedingt durch die notwendige Rückstellung nach einem erfolgten Schnitt in eine Ausgangslage, lassen sich mit derartigen Mikrotomen keine schnellen Schnittfolgen erreichen. Hinzu kommt, daß durch diese oszillierenden Bewegungen große Kräfte bei der Beschleunigung bzw. Verzögerung der bewegten Bauteile auftreten, die mit hohem mechanischem Aufwand kompensiert werden müssen. Andernfalls besteht die Gefahr, daß Vibrationen auf das Mikrotom übertragen und damit unbrauchbare Dünnschnitte erzielt werden.
Aus der Druckschrift "Leica SP 1600 - Saw Microtome, Instruction Manual, V0.0 English - 11/86, der Leica Instruments GmbH" ist ein Sägemikrotom zum Schneiden von sehr harten Objekten, wie Knochen, Keramic etc. bekannt. Als Schneidmesser weist das Sägemikrotom eine diamantbestückten Innenlochsäge auf, die mit 600 U/min rotiert. Das zu schneidende Objekt ist zusammen mit dem Objekthalter auf einem drehbeweglichen Arm angeordnet. Zur Durchführung eines Säge-Schnittes wird der Arm in Richtung der Innenlochsäge extrem langsam geschwenkt. Nach dem Säge-Schnitt muß der Arm wieder zurückbewegt werden. Ein kontinuierliches Schneiden sowie das Schneiden von Gewebeproben ist mit diesem Mikrotom nicht möglich.
Aus der DE 26 40 966 A1 und der JP 63-241442 A sind Schneidvorrichtungen bekannt, bei denen ein scheibenförmig ausgebildetes Schneidmesser von einem Motor angetrieben wird. Derartige Anordnung werden zur Herstellung von Dünnschnitten von sehr harten Materialien, wie Knochen, verwendet.
Aus der DE-PS 263 871 ist ein Mikrotom mit einem feststehenden Messer und einem rotierenden Objekthalter bekannt. Das Schneidmesser ist in einem Messerhalter angeordnet, der über mechanische Mittel zur Einstellung der Schnittdicke auf den Objekthalter zugestellt wird. Das beschriebene Mikrotom weist als Antrieb lediglich eine Handkurbel auf.
Aus der AT 172 605 und der US 3 191 477 ist jeweils ein Mikrotom mit einer drehbar gelagerten Scheibe bekannt. An der Stirnseite der Scheibe ist ein Präparathalter angeordnet, so daß die Drehachse der Scheibe angenähert senkrecht zur Schnittebene vorgesehen ist. Bei dieser Anordnung wird das Objekt auf einer Kreisbahn am Schneidmesser vorbeigeführt, wodurch der Schnitt ein zylinderförmiges Profil erhält. Dieses zylindrische Profil ist jedoch in vielen Fällen bei einer nachfolgenden mikroskopischen Betrachtung unbrauchbar, da der Schnitt plan unter das Mikroskop gebracht werden muß.
In der US 2 753 761 und der GB 654 123 werden Scheibenmikrotome beschrieben, bei denen der Objekthalter auf einer Scheibe und der Messerhalter feststehend am Mikrotom angeordnet ist. Die Schnittzustellung erfolgt hier über eine Parallelverschiebung der Scheibe zum Grundbett über ein Thermoelement und eine Spindel bzw. über eine Parallelverschiebung des Messerhalters am Grundbett. Eine motorisch kontrollierte Zustellung ist hier nicht vorgesehen.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ausgehend vom bekannten Stand der Technik, die Zustelleinrichtung für ein derartiges Mikrotom motorisch auszubilden und dabei eine möglichst hohe Zustellgenauigkeit zu erreichen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Mikrotom mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Durch die Anordnung eines Winkelcodieres an der Scheibe läßt sich die Stellung der Objekte zum Schneidmesser ermitteln. Über die Steuerschaltung ist es dann möglich, die Schnittreihenfolge und die Schnittdicke für jedes einzelne Objekt individuell vorzuwählen. Voraussetzung für diese individuelle Vorwahl ist jedoch, daß der Abstand zwischen dem Schneidmesser und dem Objekt laufend veränderbar ist. Dies wird damit erreicht, daß über den Winkelcodierer die Scheibenstellung ermittelt und über den motorischen Vorschub und die Steuerschaltung die Stellung des Schneidmessers oder des Objektes bei rotierender Scheibe laufend verändert wird.
Dadurch wird erreicht, daß über die Steuerschaltung die Reihenfolge der zu schneidenden Proben individuell vorgewählt werden kann und dabei zusätzlich eine entsprechende Schnittdicke einzeln einstellbar ist.
Das Mikrotom wird anhand von Ausführungsbeispielen mit Hilfe der schematischen Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms mit starrem Messerhalter und horizontal verschiebbarer Scheibe
Fig. 1b eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms nach Fig. 1a
Fig. 2a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms mit starrem Messerhalter und vertikal verschiebbarer Scheibe
Fig. 2b eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms nach Fig. 2a
Fig. 3a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms mit senkrecht verschiebbarem Messerhalter
Fig. 3b eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms nach Fig. 3a
Fig. 4a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms mit horizontal verschiebbarem Messerhalter
Fig. 4b eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms nach Fig. 4a
Fig. 5a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms mit motorischer Zustellung, einer Steuerschaltung, einem Winkelcodierer und mehreren auf der Scheibe angeordneten Objekten
Fig. 5b eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms nach Fig. 5a
In den Fig. 1a-4b ist nicht das gesamte Mikrotom dargestellt, sondern lediglich die verschiedenen Anordnungs- und Bewegungsmöglichkeiten des Zustellschlittens.
Die Fig. 1a zeigt eine Seitenansicht eines Scheiben-Mikrotoms 1 mit einem Grundbett 2 und einem auf dem Grundbett 2 angeordneten Basisteil 10, das einen Messerhalter 3 zur Aufnahme eines Schneidmessers 4 trägt. Am Grundbett 2 ist ferner ein Zustellschlitten 9 angeordnet, der in Doppelpfeilrichtung bewegbar ausgebildet ist. Der Zustellschlitten 9 trägt ein Gestell 8, an dem eine Scheibe 7 über eine Drehachse 16 und ein Wälzlager 18 drehbar befestigt ist. Auf der Scheibe 7 ist exzentrisch ein Objekthalter 5 zur Aufnahme eines zu schneidenden Objekts 6 angeordnet. Durch eine Verschiebung des Zustellschlittens 9 läßt sich der Abstand zwischen dem feststehenden Schneidmesser 4 und der Scheibe 7 bzw. dem Objekt 6 verändern. Durch die aufeinander abgestimmte winklige Anordnung des Schneidmessers 4 und der Scheibe 7 zum Grundbett 2, wird bei dieser Verstellung die Scheibenoberfläche bzw. die Probe 6 immer parallel zur Schneide des Messers 4 verstellt.
Die Fig. 1b zeigt die Anordnung gemäß der Fig. 1a in einer Vorderansicht. Aus dieser Ansicht wird deutlich, daß das Objekt 6 durch die Rotation der Scheibe 7 in Pfeilrichtung über das Schneidmesser 4 geführt wird und so die über den Zustellschlitten 9 eingestellte Schnittdicke vom Objekt 6 abgetragen wird. Nach einem erfolgten Schnitt rotiert die Scheibe 7 weiter in Pfeilrichtung und die Scheibe 7 wird während dieser Rotationsbewegung über die Zustelleinrichtung 9 in Richtung des Schneidmessers 4 bewegt. Die Zustellbewegung erfolgt immer nach einem durchgeführten Schnitt.
Die Fig. 2a zeigt eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms 1 analog zur Fig. 1a, wobei hier die Zustellschlitten 9 an einem Lagerbock 12 angeordnet und in Doppelpfeilrichtung senkrecht zum Grundbett 2 verschiebbar gelagert ist. Der Lagerbock 12 ist dabei am Grundbett 2 des Scheiben-Mikrotoms 1 befestigt.
Die Fig. 2b zeigt eine Seitenansicht der Fig. 2a mit dem Lagerbock 12 und dem Zustellschlitten 9. In diesem Ausführungsbeispiel wird ebenfalls die Scheibe 7 bzw. das Objekt 6 parallel zur Schneide des Messers 4 verstellt.
Die Fig. 3a zeigt eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms 1, wobei hier der Zustellschlitten 9 senkrecht zum Grundbett 2 des Scheiben-Mikrotoms 1 verstellbar am Basisteil 10 angeordnet ist. Auch hier ist sichergestellt, daß die Schneide des Messers 4 über den Zustellschlitten 9 parallel zur Scheibe 7 bewegbar ausgebildet ist.
Die Fig. 3b zeigt eine Vorderansicht des Mikrotoms 1 gemäß der Fig. 3a mit dem Basisteil 10 und dem daran angeordneten und senkrecht zum Grundbett 2 beweglich ausgestatteten Messerhalter 3.
Die Fig. 4a zeigt eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms 1, wobei hier der Zustellschlitten 9 parallel zum Grundbett 2 des Scheiben-Mikrotoms 1 verschiebbar am Basisteil 10 angeordnet ist. Der Zustellschlitten 9 kann selbstverständlich mit dem Basisteil 10 eine gemeinsame Baueinheit bilden und, wie in der Fig. 1a dargestellt, direkt am Grundbett 2 des Mikrotoms 1 befestigt sein.
Die Fig. 4b zeigt eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms 1 gemäß der Fig. 4a, wobei hier die im Zustellschlitten 9 integrierten Linearführungen 11 zur Verschiebung des Messerhalters 3 mit dargestellt sind. Diese Linearführungen 11 sind selbstverständlich in allen anderen dargestellten Ausführungsbeispielen ebenfalls zur Bewegung des Zustellschlittens 9 vorhanden und lediglich aus Gründen der Übersichtlichkeit in den anderen Figuren nicht mit dargestellt.
Die Fig. 5a zeigt eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms 1 mit mehreren auf der Scheibe 7 angeordneten Objekten 6 und 6a-6c. In diesem Ausführungsbeispiel ist der Zustellschlitten 9 für den Messerhalter 3 über ein motorisches Stellmittel 13 bewegbar. Dieser Antriebsmotor 13, welcher vorzugsweise als Schrittmotor ausgebildet ist, wird elektrisch über eine Steuerleitung 19 mit einer Steuerschaltung 14 verbunden. Zwischen der Scheibe 7 und dem Gestell 8 ist ein Winkelcodierer 15 angeordnet, der die jeweilige Drehstellung der Scheibe 7 mit den darauf angeordneten Objekten 6 erfaßt und über eine Steuerleitung 20 diese Daten an die Steuerschaltung 14 abgibt. Als Antrieb für die Drehachse 16 ist ein Motor 17 vorgesehen, der ebenfalls elektrisch über eine Steuerleitung 21 mit der Steuerschaltung 14 verbunden ist. Selbstverständlich kann der Winkelcodierer 15 zur Ermittlung der Scheibenstellung auch in dem motorischen Antrieb 17 integriert sein, bzw. der Motor 17 wird als Schrittmotor ausgebildet.
An die Steuerschaltung 14 ist über eine Steuerleitung 23 ein Bedienpult 22 angeschlossen, welches mit Wahltasten 24, einer Anzeigevorrichtung 25 und einer Schnittstelle 26 zum Anschließen eines externen Rechners 28 über eine Steuerleitung 27 ausgestattet ist.
Zum gleichzeitigen Anschneiden der dargestellten vier Objekte 6-6c wird über die entsprechende Taste 24 am Bedienpult 22 der Schrittmotor 13 angesteuert, um das Messer 4 auf die Oberfläche der Objekte 6-6c zuzustellen. Ist diese Ausgangsstellung des Schneidmessers 4 erreicht, wird über das Bedienpult 22 und die Steuerschaltung 14 der Antriebsmotor 17 für die Scheibe 7 eingeschaltet. Nachdem der Motor 17 seine Solldrehzahl erreicht hat, welche über den Winkelcodierer 15 ermittelbar ist, wird über die Steuerschaltung 14 der Stellmotor 13 entsprechend der am Bedienpult 22 vorgewählten Schnittdicke mit Strom beaufschlagt. Nach einem erfolgten Schnitt des Objektes 6 oder nachdem alle Objekte 6 und 6a-6c geschnitten wurden, wird der Schrittmotor 13 wieder mit Strom beaufschlagt und es erfolgt ein weitere Zustellbewegung des Schneidmessers 4 in Richtung des oder der Objekte(s) 6-6c. Wird am Bedienpult 22 ein fester Betrag für das Anschneiden der Objekte vorgewählt, wird der Motor 13 in Einzelschritten so lange mit Strom beaufschlagt bis der Gesamtbetrag des vorgewählten Anschnittes erreicht ist.
Danach wird über das Bedienpult 22 die jeweilige Schnittdicke für das Objekt 6 oder die einzelnen Objekte 6-6c vorgewählt und dieser Betrag über die Anzeigevorrichtung 25 dargestellt. Der eigentliche Schnittvorgang zur Herstellung der Dünnschnitte kann dann gestartet werden.
Über den Winkelcodierer 15 und die Steuerschaltung 14 läßt sich die Drehzahl der Scheibe 7 und somit die Schnittgeschwindigkeit bestimmen. Die für derartige Dünnschnitte erforderliche Schnittgeschwindigkeit ist abhängig von der eingestellten Schnittdicke, dem zu schneidenden Präparat und dem verwendeten Messer. Aus diesem Grund ist vorgesehen, daß über das Bedienpult 22 eine Soll-Schnittgeschwindigkeit vorgewählt werden kann. Wird diese Soll- Schnittgeschwindigkeit während des Schnittes nicht eingehalten, d. h. der Winkelcodierer liefert entsprechend weniger Impulse während des Schnittvorganges, wird die Drehzahl des Motors 17 automatisch entsprechend erhöht.
Durch die Kontrolle der Solldrehzahl der Scheibe 7 über den Winkelcodierer 15 kann außerdem die Zustellung des Schneidmessers 4 zum Anschneiden des Objektes 6 vereinfacht werden. Der Motor 13 des Zustellschlittens 9 wird so lange mit Strom beaufschlagt, bis ein erstes Anschneiden des Objektes 6 und damit eine geringfügige Abweichung der Solldrehzahl/Sollgeschwindigkeit der Scheibe 7 von dem Winkelcodierer 15 registriert wird. Diese Abweichung wird als Signal für den beginnenden Anschnittvorgang verwendet und die Soll- Drehzahl der Scheibe bzw. die Schnittgeschwindigkeit entsprechend angepaßt.
Nach einem erfolgtem Anschnitt der Probe(n) wird über die entsprechende Taste 24 am Bedienpult 22 (oder auch automatisch) der Schnittvorgang gestartet werden. Dabei kann die Anzahl der durchzuführenden Schnitte am Bedienpult 22 vorgewählt werden.
Es ist ferner vorgesehen, daß über das Bedienpult 22, bei mehreren auf der Scheibe 7 vorhandenen Objekten 6-6c, einzelne Objekte zum Schneiden vorgewählt bzw. eine Reihenfolge der zu schneidenden Objekte 6-6c festgelegt werden kann. Dazu wird nach dem erfolgten Anschneiden der Objekte die jeweilige Stellung des Schneidmessers, bzw. des Zustellschlitten 9 als 0-Stellung abgespeichert.
Diese Festlegung kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß die Einzelschritte zum Ansteuern des Schrittmotors 13 in der Steuerschaltung gezählt werden oder ein zusätzlicher Codierer zur Ermittlung der Stellung des Zustellschlittens 9 angeordnet wird.
Über die Steuerschaltung 14 wird dann beim Schneidvorgang das Schneidmesser 4 aus dieser abgespeicherten 0-Stellung auf das oder die ausgewählten Objekte 6-6c zugestellt und nach dem erfolgten Schnitt in diese 0- Stellung wieder zurückgestellt. Dabei wird fortlaufend die Lage der Objekte bzw. die Drehstellung der Scheibe 7 zum Schneidmesser 4 von dem Winkelcodierer 15 ermittelt.
Über das Bedienpult 22 und die Steuerschaltung 14 lassen sich einzelne Objekte 6-6c zum Schneiden wahlweise gleichzeitig oder auch nacheinander vorwählen. Damit ist gewährleistet, daß ein einmal bestücktes Mikrotom 1 eine Vielzahl von Schnitten automatisch gesteuert herstellen kann, ohne daß die Bedienperson in den Schneidvorgang eingreifen muß. Dies ist insbesondere dann von großem Vorteil, wenn das Mikrotom beispielsweise in einem gekapselten Kryostaten angeordnet ist. Ein Objektwechsel bei Kyrostaten ist sehr zeitaufwendig, da in den meisten Fällen der Kryostat abgetaut und der Kälteverlust beim Öffnen des Gerätes zunächst kompensiert werden muß.
Zur Integration des Scheiben-Mikrotoms 1 in eine übergeordnete Baueinheit, beispielsweise einen Kryostaten, ist an dem Bedienpult 22 oder wahlweise an der Steuerschaltung 14 eine Schnittstelle 26 vorgesehen, über die ein externer Rechner 28 über eine Steuerleitung 27 angeschlossen werden kann. Der externe Rechner 28 kann dann die Funktionen des Bedienpultes 22 übernehmen. Über gespeicherte Programme können dann alle Funktionen des Scheiben-Mikrotoms 1 automatisch gesteuert werden und zusätzlich die weiteren Funktionen von übergeordneten Einheiten, wie beispielsweise einem Kryostaten.
Die Fig. 5b zeigt eine Seitenansicht des Ausführungsbeispiels gemäß der Fig. 5a, mit den vier auf der Scheibe angeordneten Objekten 6 und 6a-6c. Es ist natürlich möglich, eine davon abweichende Anzahl von Objekten auf der Scheibe anzuordnen. Es hat sich jedoch gezeigt, daß die Objekte vorteilhafterweise symmetrisch auf der Scheibe angeordnet werden, um eventuelle Unwuchten bei der Scheibendrehung auszuschließen. Andernfalls müssen auf der Scheibe entsprechende Ausgleichsgewichte zur Kompensation der Unwucht angeordnet werden. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß ein derartiges Ausgleichsgewicht verschiebbar auf der Scheibe angeordnet ist. Dabei kann sich die Verschieberichtung von der Drehachse 16 zum Rand der Scheibe 7 erstrecken. Wird das Ausgleichsgewicht bei einer derartigen Anordnung über eine Feder vorgespannt, läßt sich eine automatische Korrektur der Unwucht, weitgehend unabhängig von der Masse des zu schneidenden Objektes, erreichen. Ferner ist es natürlich auch möglich, das Ausgleichsgewicht am Rand der Scheibe 7 verschiebbar anzuordnen.
Die zum Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 5a beschriebenen automatischen/motorischen Funktionen sind natürlich nicht auf diese Ausführung beschränkt, sondern können in analoger Art und Weise auch auf die anderen Ausführungsbeispiele übertragen werden. Selbstverständlich ist es möglich, einzelne automatische/motorische Funktionen auch bei den anderen Arten von Mikrotomen zu verwenden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung können die Objekthalter auch nebeneinander in Richtung der Drehachse der Scheibe angeordnet werden. Dabei können einzelne oder auch mehrere Objekte gleichzeitig oder auch nacheinander mit unterschiedlichen Schnittgeschwindigkeiten geschnitten werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist am Messerhalter des Mikrotoms eine an sich bekannte Schnittstreckeinrichtung vorgesehen sein. Dieser ist ein oder auch mehrere Transportbänder zugeordnet sein, die über einen Antriebsmotor bewegt werden. Der oder die Motoren können elektrisch mit der Steuerschaltung oder der Rechnereinheit verbunden sein, um in Abhängigkeit vom vorgewählten Programm zur automatischen Ablaufsteuerung mit Strom beaufschlagt zu werden.

Claims (15)

1. Mikrotom (1) zur Herstellung von Dünnschnitten für die Mikroskopie, mit einem Grundbett (2) und einem darauf angeordneten Messerhalter (3) zur Aufnahme eines Schneidmessers (4), mit einer über einen Antriebsmotor (17) angetriebenen, rotierenden Scheibe (7) und einem exzentrisch darauf angeordneten Objekthalter (5) zur Aufnahme des zu schneidenden Objekts (6), wobei der Schneidvorgang durch eine Rotationsbewegung der Scheibe (7) erfolgt und dabei das Objekt (6) über das Schneidmesser (4) geführt wird und mit einer Zustelleinrichtung zur Einstellung der Schnittdicke, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse (16) der Scheibe (7) geneigt zum Grundbett (2) und die Schneide des Messer (4) parallel zur Oberfläche der Scheibe (7) angeordnet sind, wobei die Zustelleinrichtung zur Einstellung der Schnittdicke einen Zustellschlitten (9) mit einer Linearführung (11) aufweist, wobei die Verschiebung des Zustellschlittens (9) über die Linearführung (11) senkrecht oder parallel zum Grundbett (2) erfolgt und wobei die Zustelleinrichtung mit einem separaten Zustellmotor (13) ausgestattet ist, und daß die Scheibe (7) mit einem Winkelcodierer (15) zur Ermittlung der Stellung des Objektes (6) relativ zum Schneidmesser (4) verbunden ist, wobei eine Steuerschaltung (14) vorhanden ist, die mit dem Zustellmotor (13), dem Antriebsmotor (17) und dem Winkelcodierer (15) über Steuerleitungen (19, 20, 21) verbunden ist, wobei über die Steuerschaltung (14) der Zustellmotor (13) zur Einstellung der Schnittdicke ansteuerbar und der Antriebsmotor (17) zur Einstellung der Schnittgeschwindigkeit regelbar ist und wobei über die Steuerschaltung (14) ein fester Betrag für die Schnittdicke des Objektes (6) vorwählbar ist.
2. Mikrotom (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Scheibe (7) nebeneinander mehrere Objekthalter (5) angeordnet sind.
3. Mikrotom (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß über die Steuerschaltung (14) die Reihenfolge der zu schneidenden Objekte (6) individuell vorwählbar ist.
4. Mikrotom (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß über die Steuerschaltung (14) unterschiedliche Schnittdicken für ein einzelnes Objekt (6) oder für mehrere Objekte (6) vorwählbar sind.
5. Mikrotom (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß über die Steuerschaltung (14) die Geschwindigkeit der rotierenden Scheibe (7) in Abhängigkeit von der eingestellten Schnittdicke automatisch regelbar ist.
6. Mikrotom (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Scheibe (7) mehrere in Richtung der Drehachse (16) nebeneinander angeordnete Objekthalter (5) vorhanden sind, so daß mehrere Objekte (6) gleichzeitig schneidbar sind.
7. Mikrotom (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Beginn des Anschneidvorganges von dem Winkelcodierer (15) registriert wird.
8. Mikrotom (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß am Messerhalter (3) eine Schnittstreckeinrichtung mit mindestens einem Transportband angeordnet ist.
9. Mikrotom (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Transportband von einem Motor angetrieben wird und der Motor mit der Steuerschaltung (14) elektrisch verbunden ist.
10. Mikrotom (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerschaltung (14) mit einem Bedienpult (22) elektrisch verbunden ist.
11. Mikrotom (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerschaltung (14) eine Schnittstelle (26) für den Anschluß einer Rechnereinheit (28) aufweist.
12. Mikrotom (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Bedienpult (22) eine Schnittstelle (26) für den Anschluß einer Rechnereinheit (28) aufweist.
13. Mikrotom (1) nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Rechnereinheit (28) ein Programm zur automatischen Ablaufsteuerung aufweist.
14. Mikrotom (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß an der Scheibe (7) mindestens ein Ausgleichsgewicht zur Kompensation einer Unwucht angeordnet ist.
15. Mikrotom (1) nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgleichsgewicht verschiebbar ausgebildet ist.
DE1996130382 1996-07-29 1996-07-29 Mikrotom zur Herstellung von Dünnschnitten Expired - Fee Related DE19630382C2 (de)

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