DE19630382A1 - Scheiben-Mikrotom - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft ein Mikrotom, gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
Aus der DE 31 44 120 A1 ist ein Schlittenmikrotom bekannt, welches ein
Grundbett und einen über Gleitschienen bewegbaren Schlitten enthält. Das
Schneidmesser ist hier ortsfest auf dem Grundbett befestigt, wobei der
Präparathalter auf dem Schlitten angeordnet ist. Zur Schnittherstellung wird der
Schlitten entlang seiner Führung manuell auf dem Grundbett bewegt.
Es sind jedoch auch Schlittenmikrotome bekannt, bei denen das Schneidmesser
auf dem Schlitten und der Präparathalter ortsfest am Grundbett montiert sind.
Bei beiden Arten von Schlittenmikrotomen erfolgt der Schnitt des Präparates
über eine Relativbewegung zwischen dem Schneidmessers und dem Objekt.
Eine andere Art von Mikrotomen ist aus der DE 195 31 524 C1 bekannt. Das in
dieser Schrift beschriebene Rotationsmikrotom weist einen Objektschlitten mit
einem daran angeordneten Objekthalter für die zu schneidende Probe auf. In
einer vertikalen Bahn wird der Objekthalter am Rotationsmikrotom auf- und
abbewegt. Die Probe wird bei dieser Bewegung über ein am Rotationsmikrotom
fest angeordnetes Messer geführt.
Auch hier erfolgt der Schnitt des Präparates über eine Relativbewegung
zwischen dem Schneidmessers und dem Objekt. Bei beiden bekannten Arten
von Mikrotomen ist es nach einem erfolgten Schnitt dann notwendig, das Objekt
bzw. das Schneidmesser in die Ausgangslage zurückzuführen. Zur Erzielung
von sauberen Präparatschnitten ist es dabei unbedingt erforderlich ist, bei der
Rückstellung eine Kollision des Schneidmessers mit dem Präparat zu
vermeiden. Dies erfolgt in beiden Fällen dadurch, daß das Schneidmesser bzw.
das Präparat über eine Zustelleinrichtung um einen bestimmten Betrag
zurückgezogen wird und so das bewegte Bauteil an dem feststehenden Bauteil
vorbeigeführt wird. Bei einem weiteren Schnitt wird das Präparat bzw. das
Schneidmesser um diesen bestimmten Betrag plus der eingestellten
Schnittdicke wieder zugestellt.
Beide Arten von Mikrotomen haben sich in der Praxis bewährt. Bedingt durch
die notwendige Rückstellung nach einem erfolgten Schnitt in eine
Ausgangslage, lassen sich mit derartigen Mikrotomen keine schnellen
Schnittfolgen erreichen. Hinzu kommt, daß durch diese oszillierenden
Bewegungen große Kräfte bei der Beschleunigung bzw. Verzögerung der
bewegten Bauteile auftreten, die mit hohem mechanischem Aufwand
kompensiert werden müssen. Andernfalls besteht die Gefahr, daß Vibrationen
auf das Mikrotom übertragen und damit unbrauchbare Dünnschnitte erzielt
werden.
Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Relativbewegung
zwischen dem Schneidmesser des Mikrotoms und dem Objekt zu optimieren
und dabei eine schnelle Schnittfolge sicherzustellen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des
Patentanspruches 1 angegebenen Merkmale gelöst. Weitere vorteilhafte
Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
Durch die rotierende Scheibe, auf der entweder das Objekt oder das
Schneidmesser angeordnet ist, wird erreicht, daß nach einem ersten Schnitt
keine Rückstellung des Messers bzw. des Objektes erfolgen muß. Damit entfällt
die Umkehrbewegung zur Rückstellung des Mikrotoms in seine Ausgangslage
und der mechanische Aufwand zur Vermeidung von Vibrationen läßt sich
minimieren.
Ein weiter Vorteil liegt darin, daß im Gegensatz zu Schlitten- und
Rotationsmikrotomen bei einem derartigen Scheibenmikrotom wesentlich
höhere Schnittgeschwindigkeiten erreichbar sind und somit auch größere
Schnittdicken einstellbar sind.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist ein motorisch gesteuerte Zustellung für
die Einstellung der Schnittdicke vorgesehen. Über eine Steuerschaltung lassen
sich so auch unterschiedliche Schnittdicken bei einem einzigen Präparat
vorwählen.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, mehrere
Objekthalter auf der rotierenden Scheibe anzuordnen, um so mehrere Schnitte
gleichzeitig auszuführen. Dabei können die Objekthalter mit den zu
schneidenden Objekten nebeneinander am äußeren Umfang der Scheibe
gruppiert sein als auch nebeneinander in Richtung des Scheibenmittelpunktes.
Bei der Anordnung von mehreren Objekten ist es auch möglich, diese Objekte in
einer ersten Phase gemeinsam anzuschneiden, d. h. alle Objekte werden bei
einer einzigen Umdrehung der Scheibe geschnitten.
Durch die Anordnung eines Winkelcodieres an der Scheibe läßt sich die
Stellung der Objekte zum Schneidmesser ermitteln. Über die Steuerschaltung ist
es dann möglich, die Schnittreihenfolge und die Schnittdicke für jedes einzelne
Objekt individuell vorzuwählen. Voraussetzung für diese individuelle Vorwahl ist
jedoch, daß der Abstand zwischen dem Schneidmesser und dem Objekt laufend
veränderbar ist. Dies wird damit erreicht, daß über den Winkelcodierer die
Scheibenstellung ermittelt und über den motorischen Vorschub und die
Steuerschaltung die Stellung des Schneidmessers oder des Objektes bei
rotierender Scheibe laufend verändert wird.
Dadurch wird erreicht, daß über die Steuerschaltung die Reihenfolge der zu
schneidenden Proben individuell vorgewählt werden kann und dabei zusätzlich
eine entsprechende Schnittdicke einzeln einstellbar ist.
Die Erfindung wird anhand von Ausführungsbeispielen mit Hilfe der
schematischen Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms mit starrem
Messerhalter und horizontal verschiebbarer Scheibe
Fig. 1b eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms nach Fig. 1a
Fig. 2a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms mit starrem
Messerhalter und vertikal verschiebbarer Scheibe
Fig. 2b eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms nach Fig. 2a
Fig. 3a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms mit starrem
Messerhalter und einer entlang der Drehachse verschiebbaren
Scheibe
Fig. 3b eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms nach Fig. 3a
Fig. 4a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms mit parallel
zur Scheiben-Drehachse verschiebbarem Messerhalter
Fig. 4b eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms nach Fig. 4a
Fig. 5a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms mit senkrecht
verschiebbarem Messerhalter
Fig. 5b eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms nach Fig. 5a
Fig. 6a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms mit horizontal
verschiebbarem Messerhalter
Fig. 6b eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms nach Fig. 6a
Fig. 7a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms mit motorischer
Zustellung, einer Steuerschaltung, einem Winkelcodierer und
mehreren auf der Scheibe angeordneten Objekten
Fig. 7b eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms nach Fig. 7a.
Die Fig. 1a zeigt eine Seitenansicht eines Scheiben-Mikrotoms 1 mit einem
Grundbett 2 und einem auf dem Grundbett 2 angeordneten Basisteil 10, das
einen Messerhalter 3 zur Aufnahme eines Schneidmessers 4 trägt. Am
Grundbett 2 ist ferner ein Zustellschlitten 9 angeordnet, der in
Doppelpfeilrichtung bewegbar ausgebildet ist. Der Zustellschlitten 9 trägt ein
Gestell 8, an dem eine Scheibe 7 über eine Drehachse 16 und ein Wälzlager
drehbar befestigt ist. Auf der Scheibe 7 ist exzentrisch ein Objekthalter 5 zur
Aufnahme eines zu schneidenden Objekts 6 angeordnet. Durch eine
Verschiebung des Zustellschlittens 9 läßt sich der Abstand zwischen dem
feststehenden Schneidmesser 4 und der Scheibe 7 bzw. dem Objekt 6
verändern. Durch die aufeinander abgestimmte winklige Anordnung des
Schneidmessers 4 und der Scheibe 7 zum Grundbett 2, wird bei dieser
Verstellung die Scheibenoberfläche bzw. die Probe 6 immer parallel zur
Schneide des Messers 4 verstellt.
Die Fig. 1b zeigt die Anordnung gemäß der Fig. 1a in einer Vorderansicht.
Aus dieser Ansicht wird deutlich, daß das Objekt 6 durch die Rotation der
Scheibe 7 in Pfeilrichtung über das Schneidmesser 4 geführt wird und so die
über den Zustellschlitten 9 eingestellte Schnittdicke vom Objekt 6 abgetragen
wird. Nach einem erfolgten Schnitt rotiert die Scheibe 7 weiter in Pfeilrichtung
und die Scheibe 7 wird während dieser Rotationsbewegung über die
Zustelleinrichtung 9 in Richtung des Schneidmessers 4 bewegt. Die
Zustellbewegung erfolgt immer nach einem durchgeführten Schnitt.
Die Fig. 2a zeigt eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms 1 analog zur
Fig. 1a, wobei hier die Zustellschlitten 9 an einem Lagerbock 12 angeordnet
und in Doppelpfeilrichtung senkrecht zum Grundbett 2 verschiebbar gelagert ist.
Der Lagerbock 12 ist dabei am Grundbett 2 des Scheiben-Mikrotoms 1 befestigt.
Die Fig. 2b zeigt eine Seitenansicht der Fig. 2a mit dem Lagerbock 12 und
dem Zustellschlitten 9. In diesem Ausführungsbeispiel wird ebenfalls die
Scheibe 7 bzw. das Objekt 6 parallel zur Schneide des Messers 4 verstellt.
Die Fig. 3a eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms 1 analog zu den
Fig. 1a und 2a, wobei in diesem Ausführungsbeispiel der Zustellschlitten 9
direkt und parallel zur Drehachse 16 an dem Gestell 8 angeordnet ist. Der
Zustellschlitten 9 wird von dem Lagerbock 12 getragen, der feststehend auf dem
Grundbett 2 befestigt ist. Bei dieser Anordnung entspricht die Drehachse 16 der
Scheibe 7 gleichzeitig die Verschieberichtung der Scheibe 7 in
Doppelpfeilrichtung.
Die Fig. 3b zeigt eine Seitenansicht der Fig. 3a mit dem Lagerbock 12 und
dem Zustellschlitten 9, wobei die Scheibe 7 bzw. das Objekt 6 parallel zur
Schneide des Messers 4 über den Zustellschlitten 9 verstellt wird.
Die Fig. 4a zeigt eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms 1 mit dem am
Grundbett 2 feststehend angeordneten Gestell 8, welches die Scheibe 4 mit
dem Objekthalter 5 und dem Objekt 6 trägt. Der Messerhalter 3 ist zusammen
mit dem Schneidmesser 4 in Doppelpfeilrichtung verschieblich auf dem
Zustellschlitten 9 befestigt, wobei der Zustellschlitten 9 auf einem Basisteil 10
angeordnet ist. Das Basisteil 10 ist feststehend am Grundbett 2 des Mikrotoms 1
angeordnet. Die Verschieberichtung des Messerhalters 3 fällt durch die
abgewinkelte Bauform des Basisteils 10 mit der Drehachse 16 der Scheibe 4
zusammen, so daß die Schneide des Messers 4 parallel zur Oberfläche der
Scheibe 4 zugestellt werden kann.
Die Fig. 4b zeigt eine Seitenansicht der Fig. 4a mit dem Basisteil 10, dem
daran angeordneten Zustellschlitten 9, dem Messerhalter 3 zur Aufnahme des
Schneidmessers 4. Das Gestell 8 ist fest mit dem Grundbett 2 verbunden.
Die Fig. 5a zeigt eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms 1 gemäß der
Fig. 4a, wobei hier der Zustellschlitten 9 senkrecht zum Grundbett 2 des
Scheiben-Mikrotoms 1 verstellbar am Basisteil 10 angeordnet ist. Auch hier ist
sichergestellt, daß die Schneide des Messers 4 über den Zustellschlitten 9
parallel zur Scheibe 7 bewegbar ausgebildet ist.
Die Fig. 5b zeigt eine Vorderansicht des Mikrotoms 1 gemäß der Fig. 5a mit
dem Basisteil 10 und dem daran angeordneten und senkrecht zum Grundbett 2
beweglich ausgestatteten Messerhalter 3.
Die Fig. 6a zeigt eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms 1 gemäß der
Fig. 4a und 5a, wobei hier der Zustellschlitten 9 parallel zum Grundbett 2
des Scheiben-Mikrotoms 1 verschiebbar am Basisteil 10 angeordnet ist. Der
Zustellschlitten 9 kann selbstverständlich mit dem Basisteil 10 eine gemeinsame
Baueinheit bilden und, wie in der Fig. 1a dargestellt, direkt am Grundbett 2 des
Mikrotoms 1 befestigt sein.
Die Fig. 6b zeigt eine Vorderansicht des Scheiben-Mikrotoms 1 gemäß der
Fig. 6a, wobei hier die im Zustellschlitten 9 integrierten Linearführungen 11 zur
Verschiebung des Messerhalters 3 mit dargestellt sind. Diese Linearführungen
11 sind selbstverständlich in allen anderen dargestellten Ausführungsbeispielen
ebenfalls zur Bewegung des Zustellschlittens 9 vorhanden und lediglich aus
Gründen der Übersichtlichkeit in den anderen Figuren nicht mit dargestellt.
Die Fig. 7a zeigt eine Seitenansicht des Scheiben-Mikrotoms 1 mit mehreren
auf der Scheibe 7 angeordneten Objekten 6 und 6a-6c. In diesem
Ausführungsbeispiel, welches exemplarisch die Anordnung des Zustellschlittens
9 gemäß dem Ausführungsbeispiel der Fig. 6a beinhaltet, ist der
Zustellschlitten 9 für den Messerhalter 3 über ein motorisches Stellmittel 13
bewegbar. Dieser Antriebsmotor 13, welcher vorzugsweise als Schrittmotor
ausgebildet ist, wird elektrisch über eine Steuerleitung 19 mit einer
Steuerschaltung 22 verbunden. Zwischen der Scheibe 7 und dem Gestell 8 ist
ein Winkelcodierer 15 angeordnet, der die jeweilige Drehstellung der Scheibe 7
mit den darauf angeordneten Objekten 6 erfaßt und über eine Steuerleitung 20
diese Daten an die Steuerschaltung 14 abgibt. Als Antrieb für die Drehachse 16
ist ein Motor 17 vorgesehen, der ebenfalls elektrisch über eine Steuerleitung 21
mit der Steuerschaltung 14 verbunden ist. Selbstverständlich kann der
Winkelcodierer 15 zur Ermittlung der Scheibenstellung auch in dem motorischen
Antrieb 17 integriert sein, bzw. der Motor 17 wird als Schrittmotor ausgebildet.
An die Steuerschaltung 14 ist über eine Steuerleitung 23 ein Bedienpult 22
angeschlossen, welches mit Wahltasten 24, einer Anzeigevorrichtung und einer
Schnittstelle 26 zum Anschließen eines externen Rechners 28 über eine
Steuerleitung 27 ausgestattet ist.
Zum gleichzeitigen Anschneiden der dargestellten vier Objekte 6-6c wird über
die entsprechende Taste 24 am Bedienpult 22 der Schrittmotor 13 angesteuert,
um das Messer 4 auf die Oberfläche der Objekte 6-6c zuzustellen. Ist diese
Ausgangsstellung des Schneidmessers 4 erreicht, wird über das Bedienpult 22
und die Steuerschaltung 14 der Antriebsmotor 17 für die Scheibe 7
eingeschaltet. Nachdem der Motor 17 seine Solldrehzahl erreicht hat, welche
über den Winkelcodierer 15 ermittelbar ist, wird über die Steuerschaltung 14 der
Stellmotor 13 entsprechend der am Bedienpult 22 vorgewählten Schnittdicke mit
Strom beaufschlagt. Nach einem erfolgten Schnitt des Objektes 6 oder
nachdem alle Objekte 6 und 6a-6c geschnitten wurden, wird der Schrittmotor 13
wieder mit Strom beaufschlagt und es erfolgt ein weitere Zustellbewegung des
Schneidmessers 4 in Richtung des oder der Objekte(s) 6-6c. Wird am
Bedienpult 22 ein fester Betrag für das Anschneiden der Objekte vorgewählt,
wird der Motor 13 in Einzelschritten so lange mit Strom beaufschlagt bis der
Gesamtbetrag des vorgewählten Anschnittes erreicht ist.
Danach wird über das Bedienpult 22 die jeweilige Schnittdicke für das Objekt 6
oder die einzelnen Objekte 6-6c vorgewählt und dieser Betrag über die
Anzeigevorrichtung 25 dargestellt. Der eigentliche Schnittvorgang zur
Herstellung der Dünnschnitte kann dann gestartet werden.
Über den Winkelcodierer 15 und die Steuerschaltung 14 läßt sich die Drehzahl
der Scheibe 7 und somit die Schnittgeschwindigkeit bestimmen. Die für
derartige Dünnschnitte erforderliche Schnittgeschwindigkeit ist abhängig von der
eingestellten Schnittdicke, dem zu schneidenden Präparat und dem
verwendeten Messer. Aus diesem Grund ist vorgesehen, daß über das
Bedienpult 22 eine Soll-Schnittgeschwindigkeit vorgewählt werden kann. Wird
diese Soll-Schnittgeschwindigkeit während des Schnittes nicht eingehalten, d. h.
der Winkelcodierer liefert entsprechend weniger Impulse während des
Schnittvorganges, wird die Drehzahl des Motors 17 automatisch entsprechend
erhöht.
Durch die Kontrolle der Solldrehzahl der Scheibe 7 über den Winkelcodierer 15
kann außerdem die Zustellung des Schneidmessers 4 zum Anschneiden des
Objektes 6 vereinfacht werden. Der Motor 13 des Zustellschlittens 9 wird so
lange mit Strom beaufschlagt, bis ein erstes Anschneiden des Objektes 6 und
damit eine geringfügige Abweichung der Solldrehzahl/Sollgeschwindigkeit der
Scheibe 7 von dem Winkelcodierer 15 registriert wird. Diese Abweichung wird
als Signal für den beginnenden Anschnittvorgang verwendet und die Soll
drehzahl der Scheibe bzw. die Schnittgeschwindigkeit entsprechend angepaßt.
Nach einem erfolgtem Anschnitt der Probe(n) wird über die entsprechende
Taste 24 am Bedienpult 22 (oder auch automatisch) der Schnittvorgang
gestartet werden. Dabei kann die Anzahl der durchzuführenden Schnitte am
Bedienpult 22 vorgewählt werden.
Es ist ferner vorgesehen, daß über das Bedienpult 22, bei mehreren auf der
Scheibe 7 vorhandenen Objekten 6-6c, einzelne Objekte zum Schneiden
vorgewählt bzw. eine Reihenfolge der zu schneidenden Objekte 6-6c festgelegt
werden kann. Dazu wird nach dem erfolgten Anschneiden der Objekte die
jeweilige Stellung des Schneidmessers, bzw. des Zustellschlitten 9 als 0-Stel
lung abgespeichert.
Diese Festlegung kann kann beispielsweise dadurch erfolgen, daß die
Einzelschritte zum Ansteuern des Schrittmotors 13 in der Steuerschaltung
gezählt werden oder ein zusätzlicher Codierer zur Ermittlung der Stellung des
Zustellschlittens 9 angeordnet wird.
Über die Steuerschaltung 14 wird dann beim Schneidvorgang das
Schneidmesser 4 aus dieser abgespeicherten 0-Stellung auf das oder die
ausgewählten Objekte 6-6c zugestellt und nach dem erfolgten Schnitt in diese
0-Stellung wieder zurückgestellt. Dabei wird fortlaufend die Lage der Objekte
bzw. die Drehstellung der Scheibe 7 zum Schneidmesser 4 von dem
Winkelcodierer 15 ermittelt.
Über das Bedienpult 22 und die Steuerschaltung 14 lassen sich einzelne
Objekte 6-6c zum Schneiden wahlweise gleichzeitig oder auch nacheinander
vorwählen. Damit ist gewährleistet, daß ein einmal bestücktes Mikrotom 1 eine
Vielzahl von Schnitten automatisch gesteuert herstellen kann, ohne daß die
Bedienperson in den Schneidvorgang eingreifen muß. Dies ist insbesondere
dann von großem Vorteil, wenn das Mikrotom beispielsweise in einem
gekapselten Kryostaten angeordnet ist. Ein Objektwechsel bei Kyrostaten ist
sehr zeitaufwendig, da in den meisten Fällen der Kryostat abgetaut und der
Kälteverlust beim Öffnen des Gerätes zunächst kompensiert werden muß.
Zur Integration des Scheiben-Mikrotoms 1 in eine übergeordnete Baueinheit,
beispielsweise einen Kryostaten, ist an dem Bedienpult 22 oder wahlweise an
der Steuerschaltung 14 eine Schnittstelle 26 vorgesehen, über die ein externer
Rechner 28 über eine Steuerleitung 27 angeschlossen werden kann. Der
externe Rechner 28 kann dann die Funktionen des Bedienpultes 22
übernehmen. Über gespeicherte Programme können dann alle Funktionen des
Scheiben-Mikrotoms 1 automatisch gesteuert werden und zusätzlich die
weiteren Funktionen von übergeordneten Einheiten, wie beispielsweise einem
Kryostaten.
Die Fig. 7b zeigt eine Seitenansicht des Ausführungsbeispiels gemäß der Fig.
7a, mit den vier auf der Scheibe angeordneten Objekten 6 und 6a-6c. Es ist
natürlich möglich, eine davon abweichende Anzahl von Objekten auf der
Scheibe anzuordnen. Es hat sich jedoch gezeigt, daß die Objekte
vorteilhafterweise symmetrisch auf der Scheibe angeordnet werden, um
eventuelle Unwuchten bei der Scheibendrehung auszuschließen. Andernfalls
müssen auf der Scheibe entsprechende Ausgleichsgewichte zur Kompensation
der Unwucht angeordnet werden. Dies kann beispielsweise dadurch erfolgen,
daß ein derartiges Ausgleichsgewicht verschiebbar auf der Scheibe angeordnet
ist. Dabei kann sich die Verschieberichtung von der Drehachse 16 zum Rand
der Scheibe 7 erstrecken. Wird das Ausgleichsgewicht bei einer derartigen
Anordnung über eine Feder vorgespannt, läßt sich eine automatische Korrektur
der Unwucht, weitgehend unabhängig von der Masse des zu schneidenden
Objektes, erreichen. Ferner ist es natürlich auch möglich, das Ausgleichsgewicht
am Rand der Scheibe 7 verschiebbar anzuordnen.
Die zum Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 7a beschriebenen
automatischen/motorischen Funktionen sind natürlich nicht auf diese
Ausführung beschränkt, sondern können in analoger Art und Weise auch auf die
anderen Ausführungsbeispiele übertragen werden. Selbstverständlich ist es
möglich, einzelne automatische/motorische Funktionen auch bei den anderen
Arten von Mikrotomen zu verwenden.
Das beschriebene Scheibenmikrotom bedingt jedoch keinen motorischen
Antrieb für die Scheibe und die Zustelleinrichtung, sondern kann
selbstverständlich auch mit manuell zu bedienenden Antriebselementen, wie ein
Handrad für den Antrieb der Scheibe und getrieblichen Verbindungen für den
Zustellschlitten, wie sie beispielsweise von Rotationsmikrotomen und den
Schlittenmikrotomen bekannt sind, ausgestattet sein.
Es liegt natürlich im Rahmen der Erfindung, die Oberfläche der Scheibe parallel
zum Grundbett des Mikrotoms anzuordnen und das Schneidmesser darüber.
Ferner ist es möglich, das Schneidmesser auf der Scheibe vorzusehen und den
oder die Objekthalter auf dem Grundbett. Außerdem kann die Scheibe auch
selbst als Messer ausgebildet sein, wobei dann der Schnittvorgang durch eine
Bewegung der Scheibe bzw. durch eine Bewegung des Objektes durchgeführt
wird.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung können die Objekthalter auch
nebeneinander in Richtung der Drehachse der Scheibe angeordnet werden.
Dabei können einzelne oder auch mehrere Objekte gleichzeitig oder auch
nacheinander mit unterschiedlichen Schnittgeschwindigkeiten geschnitten
werden.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist am Messerhalter des
Mikrotoms eine an sich bekannte Schnittstreckeinrichtung vorgesehen sein.
Dieser ist ein oder auch mehrere Transportbänder zugeordnet sein, die über
einen Antriebsmotor bewegt werden. Der oder die Motoren können elektrisch
mit der Steuerschaltung oder der Rechnereinheit verbunden sein, um in
Abhängigkeit vom vorgewählten Programm zur automatischen Ablaufsteuerung
mit Strom beaufschlagt zu werden.
Bezugszeichenliste
1 Scheiben-Mikrotom
2 Grundbett
3 Messerhalter
4 Schneidmesser
5 Objekthalter
6 Objekt
6a- c weitere Objekte
7 Scheibe
8 Gestell
9 Zustellschlitten
10 Basisteil
11 Linearführung
12 Lagerbock
13 motorischer Antrieb für 9
14 Steuerschaltung
15 Winkelcodierer
16 Drehachse von 7
17 motorischer Antrieb von 7
18 Wälzlager
19 Steuerleitung 9-14
20 Steuerleitung 15-14
21 Steuerleitung 17-14
22 Bedienpult
23 Steuerleitung 22-14
24 Wahltasten
25 Anzeigevorrichtung
26 Schnittstelle
27 Steuerleitung 28-14
28 Rechnereinheit
2 Grundbett
3 Messerhalter
4 Schneidmesser
5 Objekthalter
6 Objekt
6a- c weitere Objekte
7 Scheibe
8 Gestell
9 Zustellschlitten
10 Basisteil
11 Linearführung
12 Lagerbock
13 motorischer Antrieb für 9
14 Steuerschaltung
15 Winkelcodierer
16 Drehachse von 7
17 motorischer Antrieb von 7
18 Wälzlager
19 Steuerleitung 9-14
20 Steuerleitung 15-14
21 Steuerleitung 17-14
22 Bedienpult
23 Steuerleitung 22-14
24 Wahltasten
25 Anzeigevorrichtung
26 Schnittstelle
27 Steuerleitung 28-14
28 Rechnereinheit
Claims (34)
1. Mikrotom (1) zur Herstellung von Dünnschnitten für die Mikroskopie, mit
einem Grundbett (2), einem Messerhalter (3) zur Aufnahme eines
Schneidmessers (4) und mit einem Objekthalter (5) zur Aufnahme des zu
schneidenden Objekts (6), wobei der Schneidvorgang durch eine
Relativbewegung zwischen dem Objekt (6) und dem Schneidmesser (4)
ausgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine rotierende Scheibe (7) zur
Erzeugung der Relativbewegung am Mikrotom (1) angeordnet ist.
2. Mikrotom (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Objekthalter
(5) exzentrisch auf der rotierenden Scheibe (7) und der Messerhalter (3) am
Mikrotom (1) angeordnet ist.
3. Mikrotom (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Messerhalter (3) auf der rotierenden Scheibe (7) und der Objekthalter (5) am
Mikrotom (1) angeordnet ist.
4. Mikrotom (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Scheibe (7) zur Einstellung der Schnittdicke verschieblich gelagert ist.
5. Mikrotom (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Scheibe (7)
an einem Gestell (8) angeordnet ist.
6. Mikrotom (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Gestell (8)
an einem Zustellschlitten (9) befestigt ist.
7. Mikrotom (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Messerhalter (3) zur Einstellung der Schnittdicke über einen Zustellschlitten (9)
verschieblich an einem Basisteil (10) gelagert ist.
8. Mikrotom (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Objekthalter
(5) zur Einstellung der Schnittdicke über einen Zustellschlitten (9) verschieblich
an einem Basisteil (10) gelagert ist.
9. Mikrotom (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Zustellschlitten (9) längsverschieblich zum Grundbett (2) gelagert ist.
(Fig. 1a, 1b; Fig. 6a, 6b).
10. Mikrotom (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Zustellschlitten (9) an einem Lagerbock (12) angeordnet und senkrecht
zum Grundbett (2) verschieblich gelagert ist.
(Fig. 2a, 2b; Fig. 5a; 5b).
11. Mikrotom (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Zustellschlitten (9) unter einem Winkel an einem Lagerbock (12)
angeordnet und in Achsrichtung des Gestells (8) verschieblich ausgebildet ist.
(Fig. 3a, 3b; Fig. 4a, 4b).
12. Mikrotom (1) nach mindestens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß auf der Scheibe (7) mehrere Objekthalter (5)
nebeneinander angeordnet sind.
13. Mikrotom (1) nach mindestens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß auf der Scheibe (7) der Messerhalter (3) angeordnet ist
und um die Scheibe (7) mehrere Objekthalter (5) gruppiert sind.
14. Mikrotom (1) nach mindestens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Zustellschlitten (9) über einen motorischen Antrieb (13)
bewegbar ausgebildet ist und der motorische Antrieb (13) mit einer
Steuerschaltung (14) elektrisch verbunden ist.
15. Mikrotom (1) nach mindestens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Scheibe (7) ein Winkelcodierer (15) zugeordnet und
der Winkelcodierer (15) mit einer Steuerschaltung (14) elektrisch verbunden ist.
16. Mikrotom (1) nach Anspruch 14 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß über
die Steuerschaltung (14) der Zustellschlitten (9) zum Schneiden der Objekte (6)
steuerbar ist.
17. Mikrotom (1) nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß über die
Steuerschaltung (14) ein einzelnes Objekt (6) zum Schneiden individuell
vorwählbar ist.
18. Mikrotom (1) nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß über die
Steuerschaltung (14) die Reihenfolge der zu schneidenden Objekte (6)
individuell vorwählbar ist.
19. Mikrotom (1) nach Anspruch 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß über
die Steuerschaltung (14) die Schnittdicke vorwählbar ist.
20. Mikrotom (1) nach Anspruch 16 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß über
die Steuerschaltung (14) unterschiedliche Schnittdicken für ein einzelnes Objekt
(6) vorwählbar sind.
21. Mikrotom (1) nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß über die
Steuerschaltung (14) unterschiedliche Schnittdicken für mehrere Objekte (6)
vorwählbar sind.
22. Mikrotom (1) nach mindestens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß über die Steuerschaltung (14) die Geschwindigkeit der
rotierenden Scheibe (7) einstellbar ist.
23. Mikrotom (1) nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß über die
Steuerschaltung (14) die Geschwindigkeit der rotierenden Scheibe (7) in
Abhängigkeit von der eingestellten Schnittdicke automatisch regelbar ist.
24. Mikrotom (1) nach mindestens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß auf der Scheibe (7) mehrere in Achsrichtung (16)
nebeneinander angeordnete Objekthalter (5) vorgesehen sind, so daß mehrere
Objekte (6) gleichzeitig geschnitten werden.
25. Mikrotom (1) nach mindestens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die rotierende Scheibe (7) als Schneidmesser ausgebildet
ist.
26. Mikrotom (1) nach mindestens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß der Beginn des Anschneidvorganges von dem
Winkelcodierer (15) registriert wird.
27. Mikrotom (1) nach mindestens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß am Messerhalter (3) eine Schnittstreckeinrichtung mit
mindestens einem Transportband angeordnet ist.
28. Mikrotom (1) nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, daß das
Transportband von einem Motor angetrieben wird und der Motor mit der
Steuerschaltung (14) elektrisch verbunden ist.
29. Mikrotom (1) nach mindestens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Steuerschaltung (14) mit einem Bedienpult (22)
elektrisch verbunden ist.
30. Mikrotom (1) nach mindestens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß die Steuerschaltung (14) eine Schnittstelle (26) für den
Anschluß einer Rechnereinheit (28) aufweist.
31. Mikrotom (1) nach Anspruch 29, dadurch gekennzeichnet, daß das
Bedienpult (22) eine Schnittstelle (26) für den Anschluß einer Rechnereinheit
(28) aufweist.
32. Mikrotom (1) nach Anspruch 30 oder 31, dadurch gekennzeichnet, daß die
Rechnereinheit (28) ein Programm zur automatischen Ablaufsteuerung der
aufweist.
33. Mikrotom (1) nach mindestens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß an der Scheibe (7) mindestens ein Ausgleichsgewicht zur
Kompensation der Unwucht angeordnet ist.
34. Mikrotom (1) nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, daß das
Ausgleichsgewicht verschiebbar ausgebildet ist.
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