DE19628092C1 - Vorrichtung zum geschützten Einführen von Gegenständen in eine mit einer flexiblen Dichtung verschlossene Trokarhülse - Google Patents
Vorrichtung zum geschützten Einführen von Gegenständen in eine mit einer flexiblen Dichtung verschlossene TrokarhülseInfo
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Description
Bei chirurgischen Operationen, insbesondere im Bereich
der Laparoskopie, ist es notwendig, diverse Gegenstände
durch Trokarhülsen einzuführen. Diese Trokarhülsen sind
häufig durch flexible Dichtungen verschlossen, um deren
Innenraum gegenüber der Umgebung abzudichten (DE 44 01 237 A1). Beim Ein
führen von Gegenständen in die Trokarhülsen, beispiels
weise von Rohrschaftinstrumenten und insbesondere von
schaftförmigen Schneidinstrumenten, besteht die Gefahr,
daß die flexible, die Trokarhülse verschließende Dich
tung beschädigt wird.
Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zu
schaffen, die es ermöglicht, Gegenstände durch den
Dichtungsbereich hindurch einzuführen, ohne die Dich
tung zu verletzen.
Diese Aufgabe wird mit einer Vor
richtung gemäß Patentanspruch 1 gelöst.
Der Führungskörper kann durch den Dichtbereich
hindurch in die Trokarhülse eingeschoben werden und um
gibt somit einen Innenraum, der mit der flexiblen Dich
tung nicht in Berührung kommt. Durch diesen Innenraum
kann der gewünschte Gegenstand in die Trokarhülse ein
geführt werden, ohne die Dichtung zu verletzen. Nach
dem Einführen läßt sich der rohrförmige Führungskörper
wieder aus der Dichtung herausziehen, und die Abschnit
te können quer zur Längsrichtung des rohrförmigen Füh
rungskörpers so voneinander entfernt werden, daß die
Vorrichtung seitlich von dem in die Trokarhülse einge
führten Gegenstand abgenommen werden kann. Sofort nach
dem Herausziehen des rohrförmigen Führungskörpers aus
dem Dichtbereich legt sich die flexible Dichtung dich
tend an den eingeführten Gegenstand an, jedoch in einem
Schaftbereich, der die flexible Dichtung nicht verlet
zen kann. Der kritische Werkzeugbereich ist auf diese
Weise geschützt am Dichtbereich vorbeigeführt worden,
ohne daß eine Gefahr einer Beschädigung der Dichtung
besteht.
Da der Führungskörper nach dem Einführen des Gegenstan
des in der beschriebenen Weise abgenommen werden kann,
wird der Operateur auch beim Handhaben des Gegenstandes
in der Trokarhülse in keiner Weise behindert.
Grundsätzlich ist es möglich, auch beim Herausziehen
des Gegenstandes aus der Trokarhülse die Dichtung wie
der durch das Einsetzen des Führungskörpers zu schüt
zen, falls dies gewünscht wird.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Abschnitte durch
Federmittel so beaufschlagt sind, daß sie gegen die
Wirkung der Kraft dieser Federmittel einander angenä
hert werden. Im ungespannten Zustand sind als die Ab
schnitte so voneinander entfernt, daß ein Gegenstand
seitlich zwischen die Abschnitte eingeführt oder wieder
herausgenommen werden kann. Nur zum Einführen des Füh
rungskörpers werden die Abschnitte federnd einander an
genähert. Dadurch ist sichergestellt, daß ein maximaler
Innenraum für den Gegenstand zur Verfügung steht, der
das Einführen erleichtert.
Außerdem läßt sich die Vorrichtung nach dem Herauszie
hen aus der Trokarhülse sofort abnehmen, ohne daß die
Abschnitte speziell voneinander entfernt werden müssen,
diese Entfernung übernehmen die Federmittel.
Die Abschnitte müssen nicht unbedingt ein geschlossenes
Rohr bilden, es würde ausreichen, wenn die Abschnitte
die Dichtung im Durchtrittsbereich soweit zurückhalten,
daß der Gegenstand ohne Beschädigung der Dichtung hin
durchgeführt werden kann.
Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist jedoch vorge
sehen, daß die Abschnitte in ihrer einander angenäher
ten Stellung aneinander anliegen und ein geschlossenes
Rohr bilden. Dadurch ist unabhängig von der Winkelstel
lung des eingeführten Gegenstandes eine Beschädigung
der Dichtung mit Sicherheit ausgeschlossen.
Prinzipiell kann die Zahl der Führungskörper beliebig
sein, beispielsweise könnten die Führungskörper durch
im wesentlichen längsparallele Federzungen gebildet
werden, die durch entsprechende Anordnung einen rohr
förmigen Querschnitt ausbilden. Bei einer besonders be
vorzugten Ausführungsform ist jedoch vorgesehen, daß
der Führungskörper zwei Abschnitte umfaßt, die jeweils
durch eine Hälfte eines in Längsrichtung geteilten Roh
res gebildet werden. Dies ist eine besonders einfache
Ausgestaltung, die auch eine sehr einfache Lagerung der
beiden Abschnitte ermöglicht.
Eine solche Lagerung kann vorzugsweise so ausgebildet
sein, daß die beiden Abschnitte über einen seitlich ab
stehenden U- oder V-förmigen Arm verbunden sind, dessen
Schenkel federnd zusammendrückbar sind.
Die nachfolgende Beschreibung einer bevorzugten Ausfüh
rungsform der Erfindung dient im Zusammenhang mit der
Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Trokar
hülse mit eingesetzter Einführvorrichtung und
mit eingeschobenem Gegenstand und
Fig. 2 eine perspektivische Ansicht der Trokarhülse
der Fig. 1 mit herausgezogener Einführvor
richtung und herausgezogenem Gegenstand.
Eine rohrförmige Trokarhülse 1 weist an einer Seite ei
ne Einführspitze 2 und auf der gegenüberliegenden Seite
eine Einführschleuse 3 auf, an der ein seitlich abste
hender Griff 4 gehalten ist.
Die Einführschleuse 3 umfaßt im wesentlichen eine
durchgehende Öffnung 5, die eingangsseitig von einer
flexiblen Dichtung 6 verschlossen ist. Diese Dichtung
6, die beispielsweise aus Silikon bestehen kann, wird
im dargestellten Ausführungsbeispiele gebildet durch
eine Kappe mit einer Durchgangsöffnung 7, die mit der
Öffnung 5 ausgerichtet ist. Durch die elastischen Ei
genschaften des Dichtungsmaterials ist die Durchgangs
öffnung 7 normalerweise verschlossen, das Material der
Dichtung 6 läßt sich jedoch seitlich elastisch verdrän
gen, so daß der Durchmesser der Durchgangsöffnung 7
verändert werden kann.
In diese Trokarhülse 1 soll ein Gegenstand 8 eingeführt
werden, im dargestellten Ausführungsbeispiel ein In
strument mit einem Schaft 9 und einer stirnseitigen
Schneide 10.
Dazu wird eine Einführhilfe 11 verwendet, die im we
sentlichen gebildet wird aus zwei Abschnitten 12, 13,
diese Abschnitte 12 und 13 entstehen aus einem Rohr
durch Längsteilung, es handelt sich also um Rohrhalb
schalen.
Ein V-förmiger Federbügel 14 ist mit den freien Enden
15 seiner Schenkel 16 jeweils mit einem der Abschnitte
12, 13 so verbunden, daß die Abschnitte 12, 13 quer zur
Längsrichtung der Schenkel 16 verlaufen und mit ihren
konkaven Seiten einander zugewandt sind. Im unverform
ten Zustand des Federbügels 14 sind die Schenkel 16 so
aufgebogen, daß die beiden Abschnitte 12, 13 im Abstand
zueinander angeordnet sind, so daß der Gegenstand 8
quer zwischen die beiden Abschnitte 12, 13 eingeführt
werden kann, wie dies in Fig. 2 in ausgezogenen Linien
dargestellt ist. Die beiden Schenkel 16 lassen sich fe
dernd gegeneinander biegen, so daß die beiden Abschnit
te 12, 13 aneinander zu Anlage kommen und gemeinsam ei
nen rohrförmigen Führungskörper 17 ausbilden, dies ist
in Fig. 2 in strichpunktierten Linien gezeigt. Dieser
Führungskörper steht seitlich über die Schenkel 16 her
vor, so daß in diesem Bereich der rohrförmige Führungs
körper 17 allseits durch seine Außenfläche begrenzt
wird.
Der Außendurchmesser des Führungskörpers 17 ist so ge
wählt, daß er kleiner ist als der Innendurchmesser der
Öffnung 5 der Trokarhülse 1. Dadurch ist es möglich,
den Führungskörper 17 bei zusammengeführten Abschnitten
12, 13 durch die Durchgangsöffnung 7 der Dichtung 6
hindurch in die Öffnung 5 einzuschieben. Das Material
der Dichtung 6 wird dabei seitlich verdrängt und legt
sich außen an den Führungskörper 17 an. Durch den Füh
rungskörper 17 kann der Gegenstand 8 in die Trokarhülse
eingeführt werden, ohne daß dabei die Gefahr einer Be
schädigung der Dichtung 6 besteht. Nach dem Einführen
des Gegenstandes 8 wird die Einführhülse 11 wieder aus
der Trokarhülse 1 herausgezogen. Sobald der Führungs
körper 17 aus der Dichtung 6 herausgezogen ist, legt
sich diese an den Schaft 9 des Gegenstandes 8 an und
dichtet den Gegenstand gegenüber der Trokarhülse 1 ab.
Die Schenkel 16 können nach dem Herausziehen der Ein
führhülse 11 wieder federnd aufspreizen und geben da
durch den Gegenstand 8 frei, die Einführhülse 11 kann
seitlich von dem in die Trokarhülse 1 eingeführten Ge
genstand 8 abgenommen werden.
Claims (5)
1. Vorrichtung zum geschützten Einführen von Gegen
ständen in eine mit einer flexiblen Dichtung ver
schlossene Trokarhülse, umfassend
einen rohrförmigen Führungskörper (17),
dessen Außendurchmesser kleiner ist als der
Innendurchmesser der Trokarhülse (1) und dessen
Innendurchmesser größer ist als der Außendurchmes
ser des einzuführenden Gegenstandes (8), wobei der
Führungskörper (17) in Längsrichtung in mehrere
Umfangsabschnitte (12, 13) unterteilt ist und
die Umfangsabschnitte (12, 13) relativ zueinander
quer zur Längsrichtung des Führungskörpers (17)
verschieblich miteinander verbunden und soweit
voneinander entfernbar sind, daß der einzuführende
Gegenstand (8) zwischen zwei benachbarten Umfangs
abschnitten (12, 13) hindurchpaßt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der
die Umfangsabschnitte (12, 13) durch Fe
dermittel (14) so beaufschlagt sind, daß sie gegen
die Wirkung der Kraft dieser Federmittel (14) ein
ander angenähert werden.
3. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprü
che, bei der die Umfangsab
schnitte (12, 13) in ihrer aneinander angenäherten
Stellung aneinander anliegen und ein geschlossenes
Rohr (17) bilden.
4. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprü
che, bei der der Führungskör
per (17) zwei Umfangsabschnitte (12, 13) umfaßt,
die jeweils durch eine Hälfte eines in Längsrich
tung geteilten Rohres gebildet werden.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der
die beiden Umfangsabschnitte (12, 13)
über einen seitlich abstehenden, U- oder
V-förmigen Arm (14) verbunden sind, dessen Schenkel
(16) federnd zusammendrückbar sind.
Priority Applications (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE19628092C1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19907763B4 (de) * | 1998-02-23 | 2004-10-14 | Pentax Corp. | Verschlußelement für einen Instrumentenkanal eines Endoskops |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4401237A1 (de) * | 1994-01-18 | 1995-07-27 | Ruesch Willy Ag | Trokarsystem |
-
1996
- 1996-07-12 DE DE19628092A patent/DE19628092C1/de not_active Expired - Fee Related
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| DE4401237A1 (de) * | 1994-01-18 | 1995-07-27 | Ruesch Willy Ag | Trokarsystem |
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|---|---|---|---|---|
| DE19907763B4 (de) * | 1998-02-23 | 2004-10-14 | Pentax Corp. | Verschlußelement für einen Instrumentenkanal eines Endoskops |
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