DE19627403A1 - Druckgasanlage - Google Patents
DruckgasanlageInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Druckgasanlage nach dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Eine solche Anlage mit Luft als Gas und mit einem
Bremssystem einschließlich eines Druckspeichers als
Verbraucher ist aus dem "Technical Pamphlet 10/011, Air
Dryer, Date 5/76" der Firma Bendix bekannt. Dort wird
der stromaufwärts der Sperreinrichtung gelegene Teil
der Förderleitung streckenweise vom Innenraum eines
Lufttrockners gebildet, an dessen (verbraucherseitigem)
Ausgang die Sperreinrichtung in Gestalt eines Rück
schlagventils angeordnet ist. Die Steuereinrichtung ist
dort als "Governor" bezeichnet. Ihre Wirkung auf den
Verdichter wird dort mit "unloads compressor" beschrie
ben. Diese Wirkung setzt das Vorhandensein der offen
sichtlich als bekannt angesehenen Umschaltvorrichtung
voraus. Das druckbetätigte Ventil, dessen Betätigungs
einrichtung parallel zu der Umschalteinrichtung des
Verdichters durch die Steuereinrichtung mit dem Ver
braucher verbindbar ist, wird dort von einem "Purge
Valve" gebildet, welches in dem Lufttrocknergehäuse un
tergebracht ist. Wegen der Verwendung von Luft als Gas
dient dort als Druckentlastungsraum die Atmosphäre. In
dem Lufttrockner ist ferner ein Heizelement unterge
bracht, welches von einem Thermostatschalter ein- und
ausgeschaltet wird. Dieser bildet den im Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 enthaltenen Thermosensor.
In einer solchen Druckgasanlage wird die Förderleitung
im Leerbetrieb des Verdichters gar nicht oder nur ge
ringfügig durchströmt. Gar keine Durchströmung findet
in der Regel statt, wenn der Verdichter im Leerbetrieb
überhaupt nicht oder mit geringer Drehzahl läuft. Eine
geringfügige Durchströmung kann auftreten, wenn und so
lange der Verdichter im Leerbetrieb auch oder nur mit
höheren Drehzahlen läuft. Drehzahländerungen im Leerbe
trieb (aber auch im Förderbetrieb) des Verdichters kom
men hauptsächlich in ortsveränderlichen Anlagen, bei
spielsweise in Fahrzeuganlagen, vor.
Die fehlende bzw. die nur geringfügige Durchströmung
der Förderleitung im Leerbetrieb des Verdichters kann
bei niedrigen Umgebungstemperaturen zum Einfrieren der
Förderleitung führen.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Gefahr
des Einfrierens der Förderleitung einer Druckgasanlage
der eingangs genannten Art mit einfachen Mitteln zu
verringern.
Diese Aufgabe wird durch die in dem Patentanspruch 1
angegebene Erfindung gelöst. Vorteilhafte Weiterbildun
gen und Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen an
gegeben.
In der bekannten Druckgasanlage mit dem Lufttrockner
besteht die Gefahr des Einfrierens insbesondere für den
stromaufwärts des Lufttrockners gelegenen Teil der För
derleitung. Diese Gefahr beseitigt die Erfindung völ
lig.
Die Erfindung ist für den Betrieb mit allen Gasen ein
setzbar. Überwiegend ist als Gas aber Luft üblich. In
einem solchen Fall wird, wie bei der bekannten Anlage,
als Druckentlastungsraum üblicherweise die Atmosphäre
herangezogen, während beim Einsatz mit anderen Gasen
der Druckentlastungsraum in der Regel ein unter Atmo
sphärendruck stehender Sammelbehälter ist.
Die Erfindung ist auf allen technischen Gebieten ein
setzbar, in denen sich die von ihr gelöste Aufgabe
stellt. Ein bedeutendes Anwendungsgebiet der Erfindung
mit Luft als Gas bilden Druckluftanlagen in der Fahr
zeugtechnik.
Weitere Vorteile der Erfindung werden in deren nunmehr
folgender, auf zeichnerisch dargestellte Ausführungs
beispiele gestützter, Erläuterung angegeben.
Mit durchgehend gleichen Bezugszeichen für Bauelemente
mit gleichen Funktionen zeigen
Fig. 1 schematisch eine Druckgasanlage,
Fig. 2 Fortbildungen der Anlage nach Fig. 1.
Die in den Figuren dargestellte Druckgasanlage ist für
Luft als Gas ausgelegt. Als Druckentlastungsraum der
Anlage dient also die Atmosphäre. Alle nachstehenden
Erläuterungen gelten für auf andere Gase ausgelegte An
lagen unter Berücksichtigung des oben zum Druckent
lastungsraum Gesagten entsprechend.
Die in Fig. 1 dargestellte Druckgasanlage enthält einen
Verbraucher (12) und einen Verdichter (20). Der Ver
brauche (12) ist über eine Förderleitung (13, 15, 19)
mit dem nicht näher bezeichneten Ausgang des Verdich
ters (20) verbindbar.
Der symbolisch angedeutete Verbraucher (12) kann der
einzige sein, er kann aber auch für eine Mehrzahl von
Verbrauchern stehen. Im letzteren Fall sind diese in
der Regel auf mehrere gegeneinander abgesicherte Ver
braucherkreise aufgeteilt. Es versteht sich, daß die
Begriffe "Verbraucher" und "Verbraucherkreise" alle zu
gehörigen Speicher-, Sicherungs-, Steuerungs-, Betäti
gungs- und Arbeitseinrichtungen einschließen. Unter
"Verbraucherdruck" soll hier der Druck stromaufwärts
der ersten Steuerungs- oder Betätigungs- oder Arbeits
einrichtung zu verstehen sein. In der Regel ist dies
der Vorratsdruck in einem Druckspeicher. Ein typischer
Verbraucher ist beispielsweise eine Fahrzeug-Druckluft
anlage mit ihren Brems- und Nebenverbraucherkreisen.
Der Verdichter (20) kann von jeder geeigneten Bauart
sein, die durch eine druckbetätigte Umschalteinrichtung
(21) zwischen Förderbetrieb und Leerbetrieb umschaltbar
ist.
Als Umschalteinrichtung (21) kommt jede Bauart in Be
tracht, die bewirkt, daß der Verdichter (20) im Leerbe
trieb überhaupt nicht oder nur geringfügig in die För
derleitung (13, 15, 19) fördert. Geeignet sind bei
spielsweise Umschalteinrichtungen, denen ein Ansaugven
til oder mehrere Ansaugventile des Verdichters (20) zu
geordnet ist/sind. Bei Druckbeaufschlagung ihrer Betä
tigungseinrichtung öffnen diese Umschalteinrichtungen
das zugeordnete Ansaugventil bzw. die zugeordneten An
saugventile und halten diese(s) während des Leerbe
triebs offen. Solche Umschalteinrichtungen sind bei
spielsweise in der US-A-5 101 857 und in der EP-B-0 372 154
beschrieben. Anderen beispielhaften Umschaltein
richtungen ist eine Trennkupplung für den Antrieb des
Verdichters (20) zugeordnet. Solche Umschalteinrichtun
gen unterbrechen bei Druckbeaufschlagung ihrer Betäti
gungseinrichtung den Antrieb des Verdichters (20). Eine
derartige Umschalteinrichtung ist beispielsweise aus
der DE-A-32 41 524 bekannt.
In der Förderleitung (13, 15, 19) ist eine nur vom Ver
dichter (20) zum Verbraucher (12) durchlässige und eine
entgegengerichtete Strömung verhindernde Sperreinrich
tung (14) angeordnet. Diese ist im Ausführungsbeispiel
als Rückschlagventil dargestellt, kann aber auch von
jeder anderen geeigneten Bauart sein. Die Sperreinrich
tung (14) verhindert, daß der Verbraucher (12) in der
Richtung zum Verdichter (20) Druck verlieren kann.
Desweiteren enthält die Druckgasanlage eine Steuerein
richtung (9), ein druckbetätigtes Ventil (17), einen
Thermosensor (5) und ein elektrisch betätigtes Ventil
(3). Die Steuereinrichtung (9) ist in einer Umschalt
leitung (1, 6, 11) angeordnet. Die Umschaltleitung (1,
6, 11) ist einerseits an den zwischen der Sperreinrich
tung (14) und dem Verbraucher (12), also stromabwärts
der Sperreinrichtung (14), gelegenen Teil der Förder
leitung (13, 15, 19) und andererseits an die Umschalt
einrichtung (21), und zwar an deren nicht näher be
zeichnete Betätigungseinrichtung, angeschlossen. Die
Umschaltleitung (1, 6, 11) schließt also eine Verbin
dung (1, 6) zwischen der Steuereinrichtung (9) und der
Umschalteinrichtung (21) ein. Statt an den genannten
Teil (13) der Förderleitung (13, 15, 19) kann die Um
schaltleitung (1, 6, 11) auch direkt an den Verbraucher
(12), insbesondere an dessen Druckspeicher (soweit vor
handen), angeschlossen sein.
Die Steuereinrichtung (9) ist von dem Verbraucherdruck
steuerbar. Sie wird, wenn dieser Druck den Wert des Ab
schaltdrucks erreicht, in eine Durchgangsstellung (10)
geschaltet, in der sie über die Umschaltleitung (1, 6,
11) die Umschalteinrichtung (21) mit dem Verbraucher
verbindet. Diese Verbindung hält die Steuereinrichtung
(9) solange aufrecht, bis der Verbraucherdruck auf den
Wert des Einschaltdrucks abgefallen ist. Sodann nimmt
die Steuereinrichtung (9) eine Sperrstellung (8) ein,
in der sie den an die Förderleitung bzw. an den Ver
braucher (12) angeschlossenen Teil (11) der Umschalt
leitung (1, 6, 11) sperrt und den an die Umschaltein
richtung (21) angeschlossenen Teil der Umschaltleitung
(1, 6, 11), also die Verbindung (1, 6), mit der Atmo
sphäre verbindet. Auf diese Weise besorgt die Steuer
einrichtung (9) über die Umschalteinrichtung (21) die
Umschaltung des Verdichters (20) zwischen Förderbetrieb
und Leerbetrieb. Als Steuereinrichtung (9) kommt jede
geeignete Ventileinrichtung in Betracht, beispielsweise
die in der Clayton-Druckschrift TP44B 2000/11/71 "Air
Pressure Equipment-Governor Valves" beschriebene.
Das druckbetätigte Ventil (17) ist in dem zwischen dem
Verdichter (20) und der Sperreinrichtung (14), also
stromaufwärts der letzteren, gelegenen Teil (15, 19)
der Förderleitung (13, 15, 19) angeordnet. Die nicht
näher bezeichnete Betätigungseinrichtung des druckbetä
tigten Ventils (17) ist stromabwärts der Steuereinrich
tung (9) an die Umschaltleitung (1, 6, 11), also an die
Verbindung (1, 6), angeschlossen und damit durch die
Steuereinrichtung (9) parallel zu der Umschalteinrich
tung (21) mit dem Verbraucher (12) verbindbar. Konkret
erfolgt dieser Anschluß in der Figur durch eine
Stichleitung (7).
Das druckgesteuerte Ventil (17) nimmt im unbetätigten
Zustand, also wenn seine Betätigungseinrichtung bei in
Sperrstellung (8) befindlicher Steuereinrichtung (9)
druckentlastet ist, eine Druckaufbaustellung (16) an.
Es gestattet in dieser Stellung dem von dem Verdichter
(20) erzeugten Förderstrom den Durchgang durch die För
derleitung (13, 15, 19) und die Sperreinrichtung (14)
zum Verbraucher (12). Im betätigten Zustand, also wenn
seine Betätigungseinrichtung bei in Durchgangsstellung
(10) befindlicher Steuereinrichtung (9) mit dem Ver
braucherdruck beaufschlagt ist, ist das druckbetätigte
Ventil (17) in eine Druckentlastungsstellung (18) ge
schaltet, in der es den stromaufwärts der Sperreinrich
tung (14) gelegenen Teil (15, 19) der Förderleitung
(13, 15, 19) mit der Atmosphäre verbindet.
Das elektrisch betätigte Ventil (3) ist in dem zwischen
der Steuereinrichtung (9) und der Umschalteinrichtung
(21) gelegenen Teil, also in der Verbindung (1, 6),
zwischen der Abzweigung der Stichleitung (7) und der
Umschalteinrichtung (21) und damit parallel zum An
schluß der Betätigungseinrichtung des druckbetätigten
Ventils (17) angeordnet. Das elektrisch betätigte Ven
til (3) hält in einer Durchgangsstellung (2) den Durch
gang zwischen der Steuereinrichtung (9) und der Um
schalteinrichtung (21) offen. Bei Betätigung nimmt das
elektrisch betätigte Ventil (3) eine Sperrstellung (4)
ein, in der es den von der Steuereinrichtung (9) kom
menden Teil (6) der Verbindung (1, 6) sperrt und den zu
der Umschalteinrichtung (21) gehenden Teil (1) der Ver
bindung (1, 6) mit der Atmosphäre verbindet.
Als elektrisch betätigtes Ventil (3) wird in der Regel
eine Bauart gewählt, die in der Durchgangsstellung (2)
stromlos ist. Aber auch eine in der Durchgangsstellung
(2) mit Strom beaufschlagte Bauart ist einsetzbar.
Sowohl als druckbetätigtes Ventil (17) als auch als
elektrisch betätigtes Ventil (3) können handelsübliche
3/2-Wegeventile eingesetzt werden, wobei das elektrisch
betätigte normalerweise nur einen kleinen Durchgang
aufweisen braucht, weil die Betätigung der Umschaltein
richtung (21) in der Regel nur ein sehr geringes Volu
men erfordert.
Der Thermosensor (5) steuert die Betätigung des elek
trisch betätigten Ventils (3). Zu diesem Zweck ist der
Thermosensor (5) so ausgebildet, daß er beim Unter
schreiten einer vorbestimmten ersten Temperatur ein er
stes Temperatursignal und beim Überschreiten einer vor
bestimmten zweiten Temperatur ein zweites Temperatursi
gnal abgibt, welche Signale der genannten Steuerung
dienen. Die erste Temperatur muß repräsentativ für die
Einfriergefahr der Förderleitung (13, 15, 19), die
zweite Temperatur muß repräsentativ für das Verschwin
den dieser Einfriergefahr sein, kann aber auch höher
sein. Zweckmäßigerweise wird deshalb der Thermosensor
(5) häufig nahe dem stromaufwärts der Sperreinrichtung
(14) gelegenen Teil (15, 19) der Förderleitung (13, 15,
19) oder an bzw. in diesem Teil angeordnet sein.
Der Thermosensor (5) muß nicht, gemäß der Darstellung,
direkt auf die elektrische Betätigungseinrichtung des
elektrisch betätigten Ventils (3) einwirken, vielmehr
kann dies in bekannter Weise auch über eine Signalauf
bereitungs- und Auswerteschaltung erfolgen.
Selbstverständlich kann der Thermosensor (5) auch so
ausgebildet sein, daß er weitere, vorliegend nicht re
levante Temperatursignale zu anderen Zwecken abgibt.
Im Förderbetrieb des Verdichters (20) stehen die Steu
ereinrichtung (9) in ihrer Sperrstellung (8), das
druckbetätigte Ventil (17) in seiner Druckaufbaustel
lung (16) und das elektrisch betätigte Ventil in seiner
Durchgangsstellung (2). In dieser Betriebsart fördert
der Verdichter (20) Druckluft und ersetzt dadurch einen
durch Verbrauch und/oder Verluste entstandenen Abfall
des Verbraucherdrucks oder füllt dadurch den Verbrau
cher auf. Die Förderleitung (13, 15, 19) wird jetzt von
dem durchströmenden Förderstrom erwärmt, so daß sie in
diesem Betriebszustand des Verdichters (20) einer Ein
friergefahr nicht ausgesetzt ist. Steigt der Verbrau
cherdruck auf den Wert des Abschaltdrucks, geht die
Steuereinrichtung (9) in ihre Durchgangsstellung (10)
und schaltet dadurch über die Umschalteinrichtung (21)
den Verdichter (20) auf Leerbetrieb und das druckbetä
tigte Ventil (17) in seine Druckentlastungsstellung
(18) um. In dieser Betriebsart des Verdichters (20)
wird die Förderleitung (13, 15, 19) gar nicht oder nur
geringfügig durchströmt. Findet eine geringfügige
Durchströmung statt, so tritt der Förderstrom durch das
in der Druckentlastungsstellung (18) stehende druckbe
tätigte Ventil (17) in die Atmosphäre aus. Fällt der
Verbraucherdruck anschließend durch Verbrauch und/oder
Verluste wieder auf den Wert des Einschaltdrucks, kehrt
die Steuereinrichtung (9) in ihre Sperrstellung (8) zu
rück und stellt dadurch über die Umschalteinrichtung
(21) den Verdichter (20) wieder in Förderbetrieb und
das druckbetätigte Ventil (17) in seine Druckaufbau
stellung (16) um.
Wegen der fehlenden oder nur geringfügigen Durchströ
mung im Leerbetrieb des Verdichters (20) kann die För
derleitung in dieser Betriebsart des Verdichters (20)
soweit abkühlen, daß sie bei niedrigen Umgebungstempe
raturen einfriert, d. h. daß Wasser, welches sich aus
den vorangegangenen Förderbetrieb und/oder aus der ge
ringfügigen Durchströmung im Leerbetrieb in ihr ange
sammelt hat, gefrieren und dadurch die Förderleitung
(13, 15, 19) sperren kann. Diese Gefahr besteht insbe
sondere bei längerer Dauer des Leerbetriebs und/oder
bei ungünstiger Verlegung und/oder ungünstiger Länge
der Förderleitung (13, 15, 19).
Diese Einfriergefahr wird durch das elektrisch betä
tigte Ventil (3) in Verbindung mit dem Thermosensor (5)
abgewendet. Sensiert der Thermosensor (5) das Unter
schreiten der die Einfriergefahr der Förderleitung (13,
15, 19) repräsentierenden ersten Temperatur, besorgt er
über das erste Temperatursignal die Umschaltung des
elektrisch betätigten Ventils (3) aus seiner Durch
gangsstellung (2) in seine Sperrstellung (4). Dadurch
wird die Umschalteinrichtung (21) durch Verbindung mit
der Atmosphäre druckentlastet und schaltet den Verdich
ter (20) in einen Förderbetrieb ohne oder im wesent
lichen ohne Druckaufbau um. Das elektrisch betätigte
Ventil (3) schaltet also bei Einfriergefahr der Förder
leitung (13, 15, 19) den Verdichter (20) aus seinem
Leerbetrieb in eine Förderbetrieb-ähnliche Betriebsart
um, in der dieser zwar nicht im Förderbetrieb ist, aber
dennoch einen Förderstrom erzeugt, der, bezogen auf At
mosphärendruck, eher größer als im Förderbetrieb ist.
Der jetzt von dem Verdichter (20) erzeugte Förderstrom
entweicht durch das noch immer in seiner Druckent
lastungsstellung (18) stehende druckbetätigte Ventil
(17) in die Atmosphäre. Dieser Förderstrom spült die
Förderleitung (13, 15, 19) durch, erwärmt sie und be
seitigt dadurch deren Einfriergefahr. Sensiert der
Thermosensor (5), beispielsweise in Folge dieser Erwär
mung, das Überschreiten der vorbestimmten zweiten Tem
peratur, so gibt er sein zweites Temperatursignal ab
und bewirkt dadurch, daß das elektrisch betätigte Ven
til (3) in seine Durchgangsstellung (2) zurückgeschal
tet wird, so daß der Verdichter (20) von der Steuerein
richtung (9) über die Umschalteinrichtung (21) wieder
in Leerbetrieb (und später in Förderbetrieb) umge
schaltet werden kann. Es versteht sich, daß Funktion
und Wirkung des elektrisch betätigten Ventils (3) und
des Thermosensors (5), wie vorstehend beschrieben, sich
bei entsprechender Dauer einer Leerbetriebsphase des
Verdichters (20) innerhalb derselben wiederholen kön
nen.
Vorstehend wurde eine Bauart des Thermosensors (5) an
genommen, die eine Differenz zwischen den Temperaturen
voraussetzt, bei denen der Thermosensor (5) seine Tem
peratursignale abgibt. Es versteht sich, daß bei einer
entsprechenden Bauart des Thermosensors (5) die erste
und die zweite vorbestimmte Temperatur auch zusammen
fallen können, so daß der Thermosensor (5) seine Tempe
ratursignale im Rahmen etwaiger unvermeidbarer Toleran
zen beim Unterschreiten bzw. beim Wiedererreichen der
selben Temperatur abgibt.
Die getrennt dargestellten Komponenten des Ausführungs
beispiels können zur Verringerung des Raumbedarfs und
des Kostenaufwands zu mehreren oder insgesamt baulich
zusammengefaßt und/oder auch an andere, nicht näher
dargestellte Bestandteile der Druckgasanlage angeglie
dert sein.
Fig. 2 zeigt eine Fortbildung der Druckgasanlage nach
Fig. 1, in welcher in der mit (13, 19, 30) zu bezeich
nenden Förderleitung stromaufwärts der Sperreinrichtung
(14) ein Lufttrockner (32) angeordnet ist. Bei dieser
Fortbildung verläuft der stromaufwärts der Sperrein
richtung (14) gelegene Teil der Förderleitung (13, 19,
30) streckenweise durch nicht näher bezeichnete innere
Strömungswege des Lufttrockners (32) sowie durch ein
nach einem chemischen Prinzip (Absorptionsgranulat)
und/oder nach einem physikalischen Prinzip
(Prallflächen, Kondensationsflächen) wirkendes Trock
nungselement (30). Zur Kondensatabfuhr und/oder zur
Trocknung des Trocknungselements (30) ist der Luft
trockner (32) aus dem Trocknungsbetrieb in einen Rege
nerationsbetrieb umschaltbar. In dem Regenerationsbe
trieb wird das Trocknungselement (30) entgegen der dem
Trocknungsbetrieb zugeordneten Strömungsrichtung von
zuvor getrockneter und im wesentlichen auf Atmosphären
druck entspannter Luft durchströmt. Der Regenerations
betrieb ist in der Regel an Leerbetrieb des Verdichters
(20) gekoppelt.
Solche Lufttrockner sind bekannt. Beispielsweise be
schreibt der Artikel "Lufttrockner" auf den Seiten 31
bis 33 der WABCO-Druckschrift "Aus unserer Entwicklung
1983" einen solchen, nach einem chemischen Prinzip ar
beitenden, Lufttrockner.
In das Gehäuse des Lufttrockners (32) sind die Sperr
einrichtung (14), die Steuereinrichtung (9), das druck
gesteuerte Ventil (17) und der Thermosensor (5) inte
griert. Damit bietet diese Fortbildung eine äußerst
kompakte und kostengünstige Unterbringung dieser Kompo
nenten.
Die Sperreinrichtung (14), wieder in Gestalt eines
Rückschlagventils, ist in den (verbraucherseitigen)
Ausgang des Lufttrockners (32) integriert.
Die Umschaltleitung (1, 6, 11) wird streckenweise von
Kanälen und Kammern innerhalb des Gehäuses des Luft
trockners (32) gebildet. Der mit dem Verbraucher (12)
verbundene Teil (11) der Umschaltleitung (1, 6, 11)
wird von einem außerhalb der Zeichnungsebene verlaufen
den und deshalb gestrichelt gezeichneten Gehäusekanal
gebildet. Dieser geht von dem (verbraucherseitigen)
Ausgang stromabwärts der Sperreinrichtung (14) aus und
mündet in eine Kammer (34), die sowohl Betätigungskam
mer als auch Arbeitskammer der Steuereinrichtung (9)
ist. Die Kammer (34) wird von einem nicht näher be
zeichneten (Membran-)Betätigungskolben der Umschalt
einrichtung (9) begrenzt. Dieser Betätigungskolben be
tätigt ein Ventil (37) der Umschalteinrichtung (9),
welches in deren Sperrstellung eine Betätigungskammer
(35) des druckbetätigten Ventils (17) mit der Atmo
sphäre verbindet. Unter der Wirkung des Abschaltdrucks
bewegt sich der Betätigungskolben der Steuereinrichtung
(9) gegen die Kraft einer nicht bezeichneten Schaltfe
der und öffnet dadurch in der Durchgangsstellung der
Steuereinrichtung (9) das Ventil (37). Der jetzt aus
der Kammer (34) in die Betätigungskammer (35) übertre
tenden Abschaltdruck wirkt auf einen Betätigungskolben
(36) des druckbetätigten Ventils (17), öffnet dessen
nicht näher bezeichnetes Ventilglied und stellt das
Ventil (17) damit in seine Druckentlastungsstellung um.
Dadurch ist der stromabwärts der Sperreinrichtung (14)
gelegene Teil (19, 30) der Förderleitung (13, 19, 30)
einschließlich des Trocknungselements (30) mit der At
mosphäre verbunden.
Anders als in Fig. 1 ist das druckbetätigte Ventil (17)
hier in einer von der Förderleitung (13, 19, 30) ab
zweigende Abzweigleitung (38) angeordnet. Das Ventil
(17) kann deshalb in diesem Fall als 2/2-Wegeventil
ausgebildet sein.
Durch die Verbindung des Trocknungselements (30) mit
der Atmosphäre wird auch der Regenerationsbetrieb des
Lufttrockners (30) eingeleitet. In dieser Betriebsart
strömt aus einem zuvor parallel zum Verbraucher (12)
mit getrockneter Luft aufgefüllten Regenerationsbehäl
ter (33) getrocknete Luft durch die Strömungswege in
nerhalb des Lufttrockners und das Trockenelement (30)
zurück und durch das druckbetätigte Ventil (17) in die
Atmosphäre. Vor der Rückkehr in das Trockenelement (30)
wird diese Luft mittels einer Drossel (31) (im wesentlichen)
auf Atmosphärendruck entspannt.
Der zwischen der Steuereinrichtung (9) und dem elek
trisch betätigten Ventil (3) gelegene Teil (6) der Um
schaltleitung (1, 6, 11) und der Verbindung (1, 6) zwi
schen der Steuereinrichtung (9) und der Umschaltein
richtung (21) wird streckenweise durch einen außerhalb
der Zeichnungsebene liegenden und deshalb gestrichelt
dargestellten Gehäusekanal gebildet. Dieser geht von
der Betätigungskammer (35) des druckbetätigten Ventils
(17) aus und mündet in einen nicht bezeichneten Steuer
auslaß des Lufttrockners (32), von dem aus die Verbin
dung (1, 6) zum elektrisch betätigten Ventil (3) und
zur Umschalteinrichtung (21) weitergeht.
Auch der Thermosensor (5) ist im Gehäuse des Lufttrock
ners (32) untergebracht. Ist der Lufttrockner, wie der
jenige nach dem eingangs erwähnten "Technical
Phamplet", mit einem Heizelement zur Sicherung der
Funktionsfähigkeit der in das Lufttrocknergehäuse inte
grierten Komponenten bei niedrigen Umgebungstemperatu
ren ausgerüstet, so kann der Thermosensor (5) auch zur
Betätigung dieses Heizelements herangezogen werden.
Die vorstehend zu dem Lufttrockner (32) getätigten Aus
sagen gelten entsprechend auch für Gastrockner bei Ein
satz eines anderen Gases mit der bereits erwähnten Maß
gabe, daß dann in der Regel nicht die Atmosphäre als
Druckentlastungsraum in Betracht kommt.
Im übrigen gelten die zu einer Figur gemachten Ausfüh
rung für die andere Figur direkt oder in entsprechender
Weise mit.
Schließlich erkennt der Fachmann, daß sich der Schutz
bereich der Erfindung nicht in dem beschriebenen Aus
führungsbeispiel und dessen beschriebener Fortbildung
erschöpft, sondern alle Ausgestaltungen umfaßt, deren
Merkmale sich den Patentansprüchen unterordnen.
Claims (8)
1. Druckgasanlage mit einem durch eine druckbetätigte
Umschalteinrichtung (21) zwischen Förderbetrieb und
Leerbetrieb umschaltbaren Verdichter (20) und we
nigstens einem mit dessen Ausgang über eine Förder
leitung (13, 15, 19; 13, 19, 30) verbindbaren Ver
braucher (12),
worin in der Förderleitung (13, 15, 19; 13, 19, 30) eine nur vom Verdichter (20) zum Verbraucher (12) durchlässige Sperreinrichtung (14) angeordnet ist,
mit einer den Verbraucherdruck überwachenden und beim Erreichen eines vorbestimmten Wertes desselben (Abschaltdruck) die Umschalteinrichtung (21) mit dem Verbraucher (12) verbindenden Steuereinrichtung (9),
mit einem bei Unterschreiten einer vorbestimmten ersten Temperatur und beim Überschreiten einer vor bestimmten zweiten Temperatur ein erstes bzw. zwei tes Temperatursignal abgebenden Thermosensor (5),
ferner mit einem druckbetätigten Ventil (17), des sen Betätigungseinrichtung parallel zu der Um schalteinrichtung (21) des Verdichters (20) durch die Steuereinrichtung (9) mit dem Verbraucher (12) verbindbar ist und welches im betätigten Zustand den stromaufwärts der Sperreinrichtung (14) gelege nen Teil (15, 19; 19, 30) der Förderleitung (13, 15, 19; 13, 19, 30) mit einem Druckentlastungsraum verbindet, dadurch gekennzeichnet, daß in der Verbindung (1, 6) zwischen der Steuer einrichtung (9) und der Umschalteinrichtung (21) des Verdichters (20) ein elektrisch betätigtes und in elektrischer Wirkverbindung mit dem Thermosensor (5) stehendes Ventil (3) angeordnet ist, welches auf das erste Temperatursignal des Thermosensors (5) die Verbindung (1, 6) zwischen der Steuerein richtung (9) und der Umschalteinrichtung (21) un terbricht und letztere mit dem Druckentlastungs raum verbindet.
worin in der Förderleitung (13, 15, 19; 13, 19, 30) eine nur vom Verdichter (20) zum Verbraucher (12) durchlässige Sperreinrichtung (14) angeordnet ist,
mit einer den Verbraucherdruck überwachenden und beim Erreichen eines vorbestimmten Wertes desselben (Abschaltdruck) die Umschalteinrichtung (21) mit dem Verbraucher (12) verbindenden Steuereinrichtung (9),
mit einem bei Unterschreiten einer vorbestimmten ersten Temperatur und beim Überschreiten einer vor bestimmten zweiten Temperatur ein erstes bzw. zwei tes Temperatursignal abgebenden Thermosensor (5),
ferner mit einem druckbetätigten Ventil (17), des sen Betätigungseinrichtung parallel zu der Um schalteinrichtung (21) des Verdichters (20) durch die Steuereinrichtung (9) mit dem Verbraucher (12) verbindbar ist und welches im betätigten Zustand den stromaufwärts der Sperreinrichtung (14) gelege nen Teil (15, 19; 19, 30) der Förderleitung (13, 15, 19; 13, 19, 30) mit einem Druckentlastungsraum verbindet, dadurch gekennzeichnet, daß in der Verbindung (1, 6) zwischen der Steuer einrichtung (9) und der Umschalteinrichtung (21) des Verdichters (20) ein elektrisch betätigtes und in elektrischer Wirkverbindung mit dem Thermosensor (5) stehendes Ventil (3) angeordnet ist, welches auf das erste Temperatursignal des Thermosensors (5) die Verbindung (1, 6) zwischen der Steuerein richtung (9) und der Umschalteinrichtung (21) un terbricht und letztere mit dem Druckentlastungs raum verbindet.
2. Druckgasanlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Förderleitung (15, 19, 30) stromaufwärts
der Sperreinrichtung (14) ein zwischen Trocknungs
betrieb und Regenerationsbetrieb umschaltbarer Gas
trockner (32) angeordnet ist, der bei mit dem
Druckentlastungsraum verbundenem stromaufwärts der
Sperreinrichtung (14) gelegenen Teil (15, 19; 19,
30) der Förderleitung (13, 15, 19; 13, 19, 30) in
den Regenerationsbetrieb umgeschaltet ist.
3. Druckgasanlage nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Thermosensor (5) in den Lufttrockner (32)
integriert ist.
4. Druckgasanlage nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Thermosensor (5) an oder in der Förderlei
tung (13, 15, 19; 13, 19, 30) angeordnet ist.
5. Druckgasanlage nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Thermoschalter (5) stromaufwärts der Sperr
einrichtung (14) angeordnet ist.
6. Druckgasanlage nach einem der vorhergehenden An
sprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Umschalteinrichtung (21) wenigstens ein An
saugventil des Verdichters zugeordnet ist.
7. Druckgasanlage nach einem der vorhergehenden An
sprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Umschalteinrichtung (21) eine Trennkupplung
für den Antrieb des Verdichters (20) zugeordnet
ist.
8. Druckgasanlage nach einem der vorhergehenden An
sprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die erste Temperatur und die zweite Temperatur
zusammenfallen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996127403 DE19627403A1 (de) | 1996-07-06 | 1996-07-06 | Druckgasanlage |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996127403 DE19627403A1 (de) | 1996-07-06 | 1996-07-06 | Druckgasanlage |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19627403A1 true DE19627403A1 (de) | 1998-01-08 |
Family
ID=7799197
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996127403 Withdrawn DE19627403A1 (de) | 1996-07-06 | 1996-07-06 | Druckgasanlage |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE (1) | DE19627403A1 (de) |
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