DE19626289A1 - Hydraulische Bremsanlage mit einer Rückförderpumpe - Google Patents
Hydraulische Bremsanlage mit einer RückförderpumpeInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine hydraulische Brems
anlage gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Eine derartige
Bremsanlage ist beispielsweise aus der DE 40 25 859 A1 be
kannt. Die bekannte Bremsanlage weist eine Vorderachs-
Hinterachs-Bremskreisaufteilung auf, wobei ein Bremskreis ei
ner nicht angetriebenen Achse und ein Bremskreis einer ange
triebenen Achse zugeordnet ist. Der Bremskreis der angetriebe
nen Achse ist mit einer Einrichtung zur Antriebsschlupfrege
lung ausgestattet. Eine Antriebsschlupfregelung ist eine Form
der Aktivbremsung, da ein Bremseneingriff ohne Betätigung des
Bremspedals vorgenommen wird. Weitere Formen der Aktivbremsung
sind beispielsweise Bremseneingriffe zur Giermomentenregelung
ohne Beteiligung des Fahrers oder zusätzlich zur pedalbetätig
ten Bremsung.
Bei einer Bremsschlupfregelung arbeitet die bekannte Brems
anlage nach dem Rückförderprinzip und ist zur Antriebsschlupf
regelung mit einer Vorladepumpe für die Rückförderpumpe ausge
stattet. Die Vorladepumpe ist mit ihrer Saugseite an den Vor
ratsbehälter der Bremsanlage angeschlossen und mit ihrer
Druckseite über ein hydraulisch betätigtes Schaltventil mit
der Saugseite der Rückförderpumpe verbunden. Wenn der Förder
druck der Rückförderpumpe den Maximaldruck erreicht, welcher
im Bremssystem während einer Antriebsschlupfregelung vorgese
hen ist, durchströmt das geförderte Druckmittel ein Druckbe
grenzungsventil und gelangt in die Steuerleitung für das hy
draulisch betätigte Schaltventil zwischen der Vorladepumpe und
der Rückförderpumpe. Im weiteren Verlauf der Antriebsschlupf
regelung wird so lange kein Vorladevolumen mehr an die Rück
förderpumpe weitergegeben, bis der Druck in der Steuerleitung
soweit abgesunken ist, daß das Schaltventil wieder öffnet. Der
Sinn dieser Maßnahme ist derjenige, daß vermieden werden soll,
unnötiges Druckmittelvolumen durch die Rückförderpumpe fördern
zu lassen. Die Rückförderpumpe soll nur dann einen Druck er
zeugen, wenn dieser auch benötigt wird. Anstatt also überflüs
sig gefördertes Volumen über ein Überdruckventil in den Vor
ratsbehälter der Bremsanlage abfließen zu lassen, wird die
Saugseite der Rückförderpumpe so lange gesperrt, bis wieder
eine Förderung notwendig ist.
Eine Vorladedruckquelle ist eine der möglichen Druckquellen,
die zumindest zeitweise an der Saugseite der Rückförderpumpe
einen erhöhten Druck aufbauen. Andere Möglichkeiten zur Vorla
dung einer Rückförderpumpe, sei sie nun selbstansaugend oder
nicht selbstansaugend, bieten sich durch die Verwendung eines
aktiven Vakuumbremskraftverstärkers, eines zusätzlichen Druck
speichers oder beispielsweise einer Vorladeeinrichtung zwi
schen dem Vorratsbehälter und dem Hauptzylinder, so daß bei
unbetätigtem Bremspedal der Durchgang durch den Hauptzylinder
in die Bremsleitung zur Vorladung der Rückförderpumpe genutzt
wird.
Schließlich ist es noch möglich, daß zwar keine Vorladeein
richtung, aber dafür eine andere Druckquelle an der Saugseite
der Rückförderpumpe Druck aufbaut. Bremsanlagen, deren zweite
Saugleitung von der Bremsleitung oberhalb eines Trennventils
abzweigt, halten beispielsweise den Hauptzylinderdruck nur
dann von der Saugseite der Rückförderpumpe fern, wenn die
zweite Saugleitung gesperrt ist. Dies erfolgt aber beim Ein
bremsen in den Aktivbremsmodus erst nach Detektion einer pe
dalbetätigten Bremsung, so daß zunächst der Hauptzylinderdruck
zur Saugseite der Rückförderpumpe vordringt.
Bei all diesen Konstruktionen wird die Rückförderpumpe durch
die Vorladeeinrichtung im Aktivbremsmodus bzw. durch die
Druckbeaufschlagung durch die andere Druckquelle stark bela
stet und verschleißt vorzeitig. Große auftretende Leckagen
führen dann im Extremfall zum Ausfall der Elektromotoren der
Pumpen. Eine tauchdichte Ausführung der Elektromotoren wäre
aber mit erheblichem Aufwand verbunden.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
eine hydraulische Bremsanlage der eingangs genannten Art zu
schaffen, bei welcher die Rückförderpumpe einem verringerten
Verschleiß unterworfen ist. Diese Aufgabe wird gelöst in Ver
bindung mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1.
Das Prinzip der Erfindung liegt darin, den an der Saugseite
der Rückförderpumpe anstehenden Druck auf das notwendige Maß
zu begrenzen. Ausschlaggebend für eine Absperrung der Druck
mittelzufuhr ist also nicht mehr der Förderdruck der Rückför
derpumpe, sondern der Druck an der Saugseite derselben.
Zur Druckbegrenzung an der Saugseite der Pumpe empfiehlt sich
ein hydraulisch betätigtes Ventil, da auf diese Weise keine
separate Ansteuerlogik und elektrische Leitungen notwendig
sind. Ein solches Ventil müßte keinerlei Wirkfläche für das
Druckmittel in Ventilöffnungsrichtung aufweisen, da der Aus
gangsdruck, welcher in Schließrichtung wirkt, durch die Tätig
keit der Rückförderpumpe von selbst abgebaut wird und somit
das Ventil geöffnet würde.
Eine nähere Erläuterung des Erfindungsgedankens erfolgt nun
anhand der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfin
dung in einer Figur.
Die Figur zeigt eine erfindungsgemäße Bremsanlage mit einem
hydraulisch betätigten Schaltventil in der Verbindung zwischen
Vorladequelle und Rückförderpumpe.
Die dargestellte Bremsanlage besitzt einen Hauptzylinder 1,
der an einen Vorratsbehälter 2 angeschlossen ist und von einem
Bremspedal 3 über einen Vakuumbremskraftverstärker 4 betätig
bar ist. Der Bremskraftverstärker 4 ist als aktiver Brems
kraftverstärker ausgebildet. Das heißt, daß auch ohne Betäti
gung des Bremspedals 3 der Bremskraftverstärker 4 in der Lage
ist, durch elektrische Ansteuerung die Betätigungskolben des
Hauptzylinders 1 zu verschieben und in der Bremsanlage einen
gewissen Druck aufzubauen. Vom Hauptzylinder 1 verlaufen zwei
Bremsleitungen 5 und 6 zu den jeweiligen Bremskreisen. Im De
tail ist nur der Bremskreis I dargestellt, wobei der Brems
kreis II entweder identisch aufgebaut sein kann oder aber bei
spielsweise bei einer Bremsanlage mit Antriebsschlupfregelung
und Vorderachs-Hinterachs-Bremskreisaufteilung nur mit einer
Blockierschutzeinrichtung versehen sein kann. Der Bremskreis I
also verläuft vom Hauptzylinder 1 über die Bremsleitung 5, ein
Trennventil 7 und zwei Bremszweigleitungen 8 und 9 mit jeweils
einem Einlaßventil 10 bzw. 11 zu den Radbremsen 12 und 13. Von
den Radbremsen 12 und 13 führt jeweils ein Rücklaufzweig 14
bzw. 15 über jeweils ein Auslaßventil 16 bzw. 17 zu einer
Rücklaufleitung 18, welche an einen Niederdruckspeicher 19
angeschlossen ist. Der Niederdruckspeicher 19 ist über eine
erste Saugleitung 20 mit der Saugseite einer selbstansaugenden
Rückförderpumpe 21 verbunden. Diese weist eine zweite Sauglei
tung 22 auf, in welche ein hydraulisch betätigtes Schaltventil
23 eingefügt ist sowie ein elektromagnetisch betätigtes Um
schaltventil 24. Die zweite Saugleitung 22 ist an die Brems
leitung 5 zwischen Hauptzylinder 1 und Trennventil 7 an
geschlossen. Eine Druckleitung 25 verbindet die Druckseite der
Rückförderpumpe 21 mit der Bremsleitung 5 zwischen Trennventil
7 und den Einlaßventilen 10 und 11.
Bei einer Normalbremsung, also bei einer pedalbetätigten Brem
sung ohne kritische Schlupfwerte oder andere kritische fahr
dynamische Faktoren verbleiben alle Ventile in ihrer darge
stellten Position bis auf das hydraulisch betätigte Schaltven
til 23, welches hier in seiner Schaltstellung dargestellt ist.
In seiner Grundstellung ist das Ventil geöffnet und somit auch
bei einer pedalbetätigten Bremsung. Der Druckaufbau in den
Radbremsen 12 und 13 erfolgt über die Bremsleitung 5 und die
Bremszweige 8 und 9. Auf dem selben Weg wird der Druck auch
wieder abgebaut.
Bei einer Blockierschutzregelung arbeitet die Bremsanlage nach
dem Rückförderprinzip, welches an sich bekannt ist. Das elek
tromagnetische Umschaltventil 24 bleibt geschlossen und das
Trennventil 7 bleibt geöffnet. Lediglich die Einlaßventile 10
und 11 und die Auslaßventile 16 und 17 werden auf bekannte
Weise zur Druckregelung in den Radbremsen 12 und 13 geschal
tet. Die Rückförderpumpe 21 verbringt das in den Niederdruck
speicher 19 abgelassene Druckmittel über die Druckleitung 25
wieder in die Bremsleitung 5 zwischen Trennventil 7 und den
Einlaßventilen 10 und 11. Bei einer Aktivbremsung, beispiels
weise einer Antriebsschlupfregelung oder einem aktiven Bremsen
eingriff zum Zwecke einer Giermomentenregelung wird das Trenn
ventil 7 geschlossen und das elektromagnetisch betätigte Um
schaltventil 24 geöffnet. Der Bremskraftverstärker 4 betätigt
den Hauptzylinder 1, so daß sich durch die Bremsleitung 5 ein
Druckmitteldruck über das elektromagnetisch betätigte Um
schaltventil 24 in der zweiten Saugleitung 22 bis zum hydrau
lisch betätigten Schaltventil 23 fortpflanzt.
Das hydraulisch betätigte Schaltventil 23 ist so aufgebaut,
daß der Druckmitteleinlaß 30 in eine Einlaßkammer 31 mündet,
welche von einer Seite von einem Kolben 32 begrenzt wird und
auf der anderen Seite in eine Auslaßkammer 33 größeren Quer
schnittes mündet. Am Kolben 32 ist ein Ventilstößel 34 befe
stigt, welcher ein Ventilschließglied 35 trägt, welches in der
Auslaßkammer 33 angeordnet ist und einen größeren Durchmesser
aufweist als der Kolben 23. Der Ventilsitz 36, welcher den
Übergang zwischen Einlaßkammer 31 und Auslaßkammer 33 bildet,
hat denselben Querschnitt wie der Kolben 32. Der Kolben 32 ist
von seiner dem Schließglied 35 abgewandten Seite her von einer
Druckfeder 37 in Ventilöffnungsrichtung beaufschlagt. Von die
ser Seite her ist der Kolben 32 Atmosphärendruck ausgesetzt.
Bei einer Vorladung durch den aktiven Bremskraftverstärker 4
wird in der Einlaßkammer 31 und durch das geöffnete Ventil
auch in der Auslaßkammer 33 ein bestimmter Druck aufgebaut.
Wenn dieser Druck multipliziert mit der Querschnittsfläche des
Ventilsitzes 36 die Kraft der Druckfeder 37 überwindet, so
bewegt sich der Kolben 32 gegen die Druckfeder 37, so daß sich
das Schließglied 35 an den Ventilsitz 36 anlegt. Das Schalt
ventil 23 ist somit geschlossen. Hierbei wirkt der Druck in
der Auslaßkammer 33 weiterhin in Schließrichtung, während die
Einlaßkammer 31 keinerlei Wirkflächen aufweist, die den Kolben
32 verschieben könnten.
Da die Rückförderpumpe 21 permanent saugt, senkt sich in der
Auslaßkammer 33 der Druck wieder ab, so daß das hydraulische
Schaltventil 23 wieder öffnet.
Allerdings kann der Vorladedruck für die Rückförderpumpe 21
den Schließdruck des Schaltventils 23 niemals übersteigen. Auf
diese Weise wird die Rückförderpumpe geschont, da sie immer
nur einem niedrigen Vorladedruck ausgesetzt ist. Auf der ande
ren Seite ist sichergestellt, daß immer ein ausreichendes Vor
ladevolumen zur Verfügung steht, da bei Bedarf das Ventil wie
der selbsttätig öffnet.
An dieser Stelle sei angemerkt, daß ein derartiges hydraulisch
betätigtes Schaltventil 23 nicht nur bei einer Bremsanlage
sinnvoll ist, welche mit einer Vorladeeinrichtung versehen
ist. Es ist beispielsweise auch denkbar, daß im Aktivbrems
betrieb auch ohne Vorladung bei geöffnetem elektrisch betätig
tem Umschaltventil 24 der Fahrer des Fahrzeugs plötzlich das
Bremspedal 3 betätigt, so daß sich ein hoher Bremsdruck in die
zweite Saugleitung 22 fortpflanzen kann. Auch in einem solchen
Fall hält das hydraulisch betätigte Umschaltventil 23 Druck
spitzen von der Saugseite der Rückförderpumpe 21 fern. Dies
gilt für solche Bremsanlagen, deren zweite Saugleitung 22 an
die Bremsleitung 5 anschließt. Schließlich gibt es noch andere
Varianten von Bremsanlagen, die über hydraulische Druckquellen
verfügen, deren Druck zumindest zeitweise in die zweite Saug
leitung 22 gelangt. Für alle solche Bremsanlagen eignet sich
das hydraulisch betätigte Schaltventil 23.
Den Schutz vor einer Drucküberhöhung bei einer Vorladung kann
ein hydraulisch betätigtes Umschaltventil wie das hier dar
gestellte auch dann bieten, wenn die Vorladung nicht über die
Bremsleitung erfolgt, sondern beispielsweise von einer separa
ten Vorladepumpe, die direkt aus dem Vorratsbehälter 2 saugt
und in die zweite Saugleitung 22 fördert. Diese zweite Saug
leitung wäre dann selbstverständlich nicht mehr mit der Brems
leitung 5 verbunden.
Claims (4)
1. Hydraulische Bremsanlage mit Bremsschlupfregelung und einer
Einrichtung zur Aktivbremsung, mit einem Hauptzylinder (1),
der an einen Vorratsbehälter (2) angeschlossen ist, mit
mindestens einer Radbremse (12, 13), die über eine Brems
leitung (5) mit dem Hauptzylinder (1) verbunden ist, mit
einer Rückförderpumpe (21), deren Saugseite über eine erste
Saugleitung (20) mit der Radbremse (12, 13) verbunden ist
und über eine zweite Saugleitung (22) zumindest zeitweilig
mit einer Druckquelle verbunden ist, wobei in der zweiten
Saugleitung (22) Mittel (23) angeordnet sind, die die
Druckmittelzufuhr zur Saugseite der Rückförderpumpe (21)
steuern, dadurch gekennzeichnet, daß diese Druckmittelzu
fuhr abhängig vom Druck an der Saugseite der Rückförderpum
pe (21) geregelt wird.
2. Bremsanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in
der zweiten Saugleitung (22) ein Ventil angeordnet ist,
dessen Eingang (30) mit der Vorladeeinrichtung (4) und des
sen Aufgang (33) mit der Saugseite der Rückförderpumpe (21)
verbunden ist und welches schließt, wenn der Druck an der
Saugseite der Rückförderpumpe (21) einen bestimmten Wert
überschreitet.
3. Bremsanlage nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß es
sich um ein hydraulisch betätigtes Ventil (23) handelt,
dessen Ausgangsdruck in Ventilschließrichtung wirkt.
4. Bremsanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Druck am Ventileingang keine Wirkfläche zur Ventilbe
tätigung aufweist.
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