DE19625684A1 - Verfahren zur Stabilisierung von Polymer-Monomerweichmacher-Mischungen - Google Patents
Verfahren zur Stabilisierung von Polymer-Monomerweichmacher-MischungenInfo
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- C08J3/00—Processes of treating or compounding macromolecular substances
- C08J3/18—Plasticising macromolecular compounds
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft das Mischungs- bzw. Lösungsverhalten von
Polymerweichmachern auf der Basis von Adipinsäure, Sebazinsäure, Phthal
säure, 1,2-Propylenglykol, Ethylenglykol, 1,6-Hexandiol, 1,3-Butandiol, 1,4-Bu
tandiol, Neopentylglykol und 2-Ethylhexanol und Monomerweichmachern beste
hend aus umgesetzten Phthalat beziehungsweise Adipat mit C₈-C₁₁-Alkoholen,
vorzugsweise den Standardmonomerweichmachern Diisodecylphthalat DIDP,
Dioctylphthalat DOP und Dioctyladipinat DOA.
Polymerweichmacher haben gegenüber Monomerweichmachern folgende Vor
teile: Bessere Ölbeständigkeit und Migration, geringere Flüchtigkeit und Fogging
(Handbook of PVC Formulating, Edward Wickson, New York, Wiley & Sons, 1993,
J. T. Lutz, Jr.: Chapt. 6, Polymeric Plasticizers, S. 223-252). Nachteilig sind hin
gegen das schlechtere Lösungsverhalten der Polymerweichmacher gegenüber
PVC und die weitaus höheren Kosten (Handbook of PVC Formulating, Edward
Wickson, New York, Wiley & Sons, L. G. Krauskopf: Chapt. 5, Monomeric
Plasticizers, S. 163-222).
Deshalb wird versucht, durch das Herstellen von Polymerweichmacher-Mono
merweichmacher-Mischungen die Eigenschaften beider Weichmachergruppen
miteinander zu kombinieren (Handbook of PVC Formulating, Edward Wickson,
New York, Wiley & Sons, 1993, J. T. Lutz, Jr.: Chapt. 6, Polymeric Plasticizers, S.
231-232).
Die Polymerweichmacher auf der Basis von Adipinsäure, Sebazinsäure, Phthal
säure, 1,2-Propylenglykol, Ethylenglykol, 1,6-Hexandiol, 1,3-Butandiol, 1,4-Bu
tandiol, Neopentylglykol und 2-Ethylhexanol werden bei Temperaturen von 190-240°C
durch Polykondensation in einem Rührkessel nach einem diskontinuierli
chen Verfahren hergestellt. Nach dem Abkühlen auf unter 150°C werden sie mit
einem Monomerweichmacher in dem gewünschten Mischungsverhältnis, vor
zugsweise 35-65 Ma. % Polymerweichmacher und 65-35 Ma. % Monomerweich
macher abgemischt.
Nach der Herstellung der gewünschten Mischung wurde immer wieder bei unter
schiedlicher Temperatur bei gleichen Mischungsverhältnis von Polymerweichma
cher: Monomerweichmacher = 55 : 45 Ma. % das Auftreten von Trübungen und
dann das anschließende Entmischen der beiden Komponenten in einem Bereich
von -5 bis +30°C festgestellt. Die Polymerweichmacher hatten dabei eine ähnli
che chemische Zusammensetzung auf der Basis von Adipinsäure, Sebazinsäure,
Phthalsäure, 1,2-Propylenglykol, Ethylenglykol, 1,6-Hexandiol, 1,3-Butandiol, 1,4-Butan
diol, Neopentylglykol und 2-Ethylhexanol, es wurde der gleiche Monomer
weichmacher eingesetzt. Das erste Auftreten von Trübungen und die damit ver
bundene Entmischung der beiden Komponenten in Abhängigkeit von der Tempe
ratur bei einem konstantem Mischungsverhältnis stellt den Trübungspunkt dar.
Durch den Trübungspunkt und anschließende Entmischung der Komponenten
kommt es bei den Mischungen zu einem wesentlichen Qualitätsverlust und zu
einer schlechten Lagerungsbeständigkeit des Fertigproduktes.
Aufgabe der Erfindung ist die Erhöhung der Stabilität von Polymer-Monomer
weichmacher-Mischungen durch Herabsetzung des Trübungspunktes, ohne daß
dadurch eine Verschlechterung der lösenden und weichmachenden Wirkung der
Weichmacher gegenüber Kunststoffen eintritt.
Die Aufgabe wurde durch die in den Patentansprüchen 1 bis 3 dargestellten Ver
fahrensschritte gelöst.
Überraschend wurde festgestellt, daß nach Herstellung einer Mischung aus einem
Polymerweichmacher und einem Monomerweichmacher bei Einwirkung einer
Temperatur im Bereich zwischen 150 und 250°C über einen Zeitraum von ¼-10
Stunden der Trübungspunkt der Mischung wesentlich herabgesetzt werden
konnte. Einhergehend damit lag auch der Eintritt der Entmischung beider Weich
macher-Phasen auf einem niedrigeren Temperaturniveau. Wurde hingegen nur
der Polymerweichmacher nach vorgenannten Verfahren thermisch behandelt und
anschließend mit dem Monomerweichmacher im gleichen Verhältnis gemischt,
dann erfolgte eine wesentliche Heraufsetzung des Trübungspunktes der verar
beitbaren Mischung.
Es wurde weiterhin festgestellt, daß sich nach Abschluß der Herstellung einer
Weichmachermischung durch Beaufschlagung dieser mit einem Druck von 0,5 bis
1000 mbar im erfindungsgemäßen Temperaturbereich noch effizienter arbeiten
läßt.
Dieser Effekt der Trübungspunkterniedrigung wurde durch das Leiten eines
Stickstoffstromes durch die Polymer-Monomerweichmacher-Mischung noch un
terstützt.
Durch die Behandlung der Weichmachermischung kam es zu keiner Verschlech
terung der Löseeigenschaften der Weichmachermischung zum Beispiel mit PVC.
Das Lösungsverhalten des Weichmachers bzw. der Weichmachermischung
wurde nach DIN 53 405 bestimmt.
Wurde hingegen der reine Polymerweichmacher unter angelegtem Vakuum
thermisch bei 150-250°C behandelt und dann anschließend mit Monomerweich
macher gemischt, dann gab es eine Verschlechterung des Trübungspunktes um 3
bis 15°C bei gleichem Mischungsverhältnis wie bei den thermisch unter Vakuum
behandelten Mischungen. Es kam zu einem deutlichen Anstieg der Lösetempera
tur und damit zu einer Verschlechterung der weichmachenden Wirkung bei
spielsweise auf PVC.
Die Erfindung soll an nachfolgenden Beispielen erläutert werden:
Es wurden 150 g Substanz dieser Mischung, die einen Polymerweichmacher auf
der Basis von Adipinsäure, 1,2-Propylenglykol und 2-Ethylhexanol und Mono
merweichmacher Diisodecylphthalat DIDP enthielt, welche unbehandelt einen
Trübungspunkt von -1°C ergab, in einem 250 ml Dreihalskolben eingewogen. Der
Dreihalskolben ist über einen Liebigkühler und Sicherheitskolben mit zwei auf -80°C
abgekühlten Kühlfallen verbunden. Die Substanz wurde auf 190°C bei ange
legtem Vakuum (2 mbar) erhitzt und unter einem leichtem Stickstoffstrom gesetzt.
Die Niedrigsieder wurden durch 2 hintereinander geschaltete Kühlfallen (-80°C)
aufgefangen. Versuchsdauer: 5 Stunden.
Nach dem Abkühlen wurde der Dreihalskolben zurückgewogen und über die Dif
ferenz mit der Einwaage der absolute Verlust an Substanz berechnet. Der Trü
bungspunkt veränderte sich von -2,5°C auf -4,5°C.
Es wurden 150 g Substanz dieser Mischung, die einen Polymerweichmacher auf
der Basis von Adipinsäure, 1,2-Propylenglykol und 2-Ethylhexanol und Mono
merweichmacher Diisodecylphthalat DIDP enthielt, welche unbehandelt einen
Trübungspunkt von +25,5°C ergab, in einem 250 ml Dreihalskolben eingewogen.
Der Dreihalskolben ist über einen Liebigkühler und Sicherheitskolben mit zwei auf
-80°C abgekühlten Kühlfallen verbunden. Die Substanz wurde auf 190°C bei
angelegtem Vakuum (2 mbar) erhitzt und unter einem leichtem Stickstoffstrom
gesetzt. Die Niedrigsieder wurden durch 2 hintereinander geschaltete Kühlfallen
(-80°C) aufgefangen. Versuchsdauer: 5 Stunden.
Nach dem Abkühlen wurde der Dreihalskolben zurückgewogen und über die Dif
ferenz mit der Einwaage der absolute Verlust an Substanz berechnet. Der Trü
bungspunkt veränderte sich von +25°C auf -25°C.
Es wurden 150 g Substanz dieser Mischung, die einen Polymerweichmacher auf
der Basis von Adipinsäure, 1,2-Propylenglykol und Monomerweichmacher Diiso
decylphthalat DIDP enthielt, welche unbehandelt einen Trübungspunkt von
+16°C ergab, in einem 250 ml Dreihalskolben eingewogen. Der Dreihalskolben
ist über einen Liebigkühler und Sicherheitskolben mit zwei auf -80°C abgekühlten
Kühlfallen verbunden. Die Substanz wurde auf 190°C bei angelegtem Vakuum
(2 mbar) erhitzt und unter einem leichtem Stickstoffstrom gesetzt. Die
Niedrigsieder wurden durch 2 hintereinander geschaltete Kühlfallen (-80°C)
aufgefangen. Versuchsdauer: 5 Stunden.
Nach dem Abkühlen wurde der Dreihalskolben zurückgewogen und über die Dif
ferenz mit der Einwaage der absolute Verlust an Substanz berechnet. Der Trü
bungspunkt veränderte sich von +16°C auf -21°C.
Es wurden 150 g Substanz reinen Polymerweichmacher (Polymerweichmacher
analog Beispiel 3) in einem 250 ml Dreihalskolben eingewogen. Der Dreihalskol
ben ist über einen Liebigkühler und Sicherheitskolben mit zwei auf -80°C abge
kühlten Kühlfallen verbunden. Die Substanz wurde auf 190°C bei angelegtem
Vakuum (2 mbar) erhitzt und unter einem leichtem Stickstoffstrom gesetzt. Die
Niedrigsieder wurden durch 2 hintereinander geschaltete Kühlfallen (-80°C) auf
gefangen. Versuchsdauer: 5 Stunden. Nach dem Abkühlen wurde der Dreihals
kolben zurückgewogen und über die Differenz mit der Einwaage der absolute
Verlust an Substanz berechnet. Nun wurde der behandelte Polymerweichmacher
mit DIDP in einem Mischungsverhältnis 55 : 45 Masseprozent abgemischt. Der
Trübungspunkt stieg von +16°C (s. Beispiel 3) auf +21°C, die Lösetemperatur
von 149 auf 165°C an.
Es wurden 150 g Polymerweichmacher-DIDP-Mischung in einem Mischungsver
hältnis von 55 : 45 Ma. % in einem 250 ml Dreihalskolben eingebracht. Der Po
lymerweichmacher besteht auf der Basis von Adipinsäure, 1,2-Propylenglykol und
2-Ethylhexanol. Die Mischung wurde unter Normaldruck bei 190°C und einem
definierten Stickstoffstrom 4 Stunden lang behandelt.
Der Trübungspunkt sank von -1,5°C auf -5°C.
Der Trübungspunkt sank von -1,5°C auf -5°C.
Es wurden 150 g Polymerweichmacher-DIDP-Mischung in einem Mischungsver
hältnis von 55 : 45 Ma. % in einem 250 ml Dreihalskolben eingebracht. Der Po
lymerweichmacher ist vom selben Typ wie in Beispiel 1, und dem 1. Vergleichs
beispiel.
Die Substanz wurde unter Normaldruck bei 190°C und einem definierten Stick
stoffstrom 4 Stunden lang behandelt. Der Trübungspunkt sank von -14,5°C auf
-19°C.
Es wurden 150 g Substanz reiner Polymerweichmacher in einem 250 ml Dreihals
kolben eingebracht. Der Polymerweichmacher ist analog den in den Beispielen 1
und 4. Die Substanz wurde unter Normaldruck bei 190°C und einem definierten
Stickstoffstrom 4 Stunden lang behandelt. Nun wurde der behandelte Polymer
weichmacher mit DIDP in einem Mischungsverhältnis 55 : 45 Masseprozent ab
gemischt. Der Trübungspunkt stieg von -1,5°C auf +15,5°C.
Es wurden 150 g Substanz reinen Polymerweichmacher in einem 250 ml Drei
halskolben eingebracht. Der Polymerweichmacher ist auf der Basis von Adipin
säure, 1,2-Propylenglykol und 2-Ethylhexanol. Die Substanz wurde unter
Normaldruck bei 190°C und einem definierten Stickstoffstrom 4 Stunden lang be
handelt.
Nun wurde der behandelte Polymerweichmacher mit Diisodecylphthalat DIDP in
einem Mischungsverhältnis 55 : 45 Masseprozent abgemischt. Der Trübungs
punkt stieg von -4,5°C auf +11°C.
Claims (3)
1. Verfahren zur Stabilisierung von Polymer-Monomerweichmacher-Mischungen,
wobei die Polymerweichmacher auf der Basis von Adipinsäure, Sebazinsäure,
Phthalsäure, 1,2-Propylenglykol, Ethylenglykol, 1,6-Hexandiol, 1,3-Butandiol,
1,4-Butandiol, Neopentylglykol, 2-Ethylhexanol und die Monomerweichmacher
auf der Basis von Phthalat bzw. Adipat mit C₅-C₁₃-Alkoholen bestehen, durch
Herabsetzung des Trübungspunktes, dadurch gekennzeichnet, daß die Mi
schung aus 20 bis 80 Ma. % Polymerweichmacher und 80 bis 20 Ma. % Mono
merweichmacher über eine Dauer von ¼ Stunde bis 10 Stunden bei einem
Druck von 0,5 bis 1000 mbar bei einer Temperatur zwischen 100 bis 250°C
ausgesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Polymer-Mono
merweichmacher-Mischung einem Druck von 0,5 bis 100 mbar ausgesetzt sind.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, die Polymer-
Monomerweichmacher-Mischung einer Temperaturbehandlung von 120 bis
240°C unterworfen wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996125684 DE19625684A1 (de) | 1996-06-27 | 1996-06-27 | Verfahren zur Stabilisierung von Polymer-Monomerweichmacher-Mischungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996125684 DE19625684A1 (de) | 1996-06-27 | 1996-06-27 | Verfahren zur Stabilisierung von Polymer-Monomerweichmacher-Mischungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19625684A1 true DE19625684A1 (de) | 1998-01-02 |
Family
ID=7798134
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996125684 Withdrawn DE19625684A1 (de) | 1996-06-27 | 1996-06-27 | Verfahren zur Stabilisierung von Polymer-Monomerweichmacher-Mischungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19625684A1 (de) |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US4316832A (en) * | 1977-03-10 | 1982-02-23 | Diamond Shamrock Industrial Chemicals Limited | Plasticizer compositions for use with synthetic resin polymers |
| DE4243524A1 (de) * | 1992-12-22 | 1994-06-23 | Hoechst Ag | Gemische isomerer Nonanole und Decanole, ihre Herstellung, aus ihnen erhältliche Phthalsäureester und deren Verwendung als Weichmacher |
| EP0630926A2 (de) * | 1993-06-24 | 1994-12-28 | T.E.M.A. s.r.l. | Eine Shore A Härte niedriger als 80 aufweisende kautschukartige elastische thermoplastische Polyurethane |
-
1996
- 1996-06-27 DE DE1996125684 patent/DE19625684A1/de not_active Withdrawn
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Non-Patent Citations (3)
| Title |
|---|
| Derwent Abstracts: Ref. 92-068378/09 zu J0 4011-647-A * |
| Ref. 89-361773/49 zu J0 1272-651-A * |
| Ref. 92-011375/02 zu J0 3259-944-A * |
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