DE19623698A1 - Verfahren zur Steuerung der Antriebe von Hubventilen an einer Kolbenbrennkraftmaschine - Google Patents
Verfahren zur Steuerung der Antriebe von Hubventilen an einer KolbenbrennkraftmaschineInfo
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Description
Zur Betätigung der Hubventile an einer Kolbenbrennkraftma
schine werden Schaltanordnungen verwendet, die jeweils
einen mit dem zu betätigenden Hubventil in Verbindung ste
henden Magnetanker aufweisen, der durch Rückstellfedern
in einer Ruheposition zwischen zwei Elektromagneten gehalten
wird und der durch wechselnde Bestromung des einen und
des anderen Elektromagneten entsprechend der vorgegebenen
Ansteuerung jeweils an dem einen oder anderen Elektromagne
ten zur Anlage gebracht wird, so daß das hiermit in Verbin
dung stehende Hubventil dann entsprechend in seiner geöffne
ten oder seiner geschlossenen Position gehalten wird. Die
Bewegung des Hubventils aus der einen in die andere Position
wird dadurch bewirkt, daß jeweils der Haltestrom an dem
den Magnetanker haltenden Magneten abgeschaltet wird, so
daß dieser unter der Kraftwirkung der Rückstellfeder sich
in Richtung auf den fangenden Elektromagneten zubewegt.
Nach dem Durchgang des Ankers durch seine Mittellage zwi
schen den beiden Elektromagneten wird die Bewegung des
Ankers durch die zunehmende Federkraft der dem fangenden
Elektromagneten zugeordneten Rückstellfeder abgebremst.
Um nun den Anker in der neuen Position zu fangen und zu
halten, wird der fangende Elektromagnet bestromt. Bei diesem
Fangvorgang ergibt sich das Problem, daß die erforderliche
Krafteinkopplung auf den Anker über die Magneten von zahl
reichen Parametern abhängt. So ist entsprechend der aktu
ellen Motorlast die Abbremsung des Hubventils
durch die Gaskräfte insbesondere beim Auslaßventil
sehr unterschiedlich. Außerdem unterliegt die zum Fangen
erforderliche Energieeinkopplung in den jeweils fangenden
Elektromagneten einer Beeinflussung durch Serientoleranzen
und Verschleiß. Die "richtige" Dosierung der zugeführten
Energie ist jedoch wichtig für einen einwandfreien Betrieb
des Verbrennungsmotors. Ist die eingekoppelte Energie zu
hoch, so kommt es zu starkem Verschleiß sowohl in der
Schaltanordnung als auch an den Dichtflächen von Ventil
und Ventilsitz sowie zu einem nicht annehmbaren Geräusch
niveau. Im Extremfall besteht sogar die Gefahr eines Ab
prallens des Ankers an dem fangenden Elektromagneten und
damit die Gefahr des Ausfalls der Ventilfunktion bei diesem
Arbeitszyklus. Ist die eingekoppelte Energie andererseits
zu niedrig, so wird der Anker nicht richtig gefangen, so
daß das Ventil wieder zurückschwingt, d. h. je nach Arbeits
zyklus nicht richtig öffnet oder nicht richtig schließt,
so daß zumindest in diesem Betriebszyklus ebenfalls ein
Funktionsausfall zu verzeichnen ist.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Steuerung der Antriebe von Hubventilen an einer Kolben
brennkraftmaschine zu schaffen, das es erlaubt, den Auf
treffzeitpunkt und/oder die Auftreffgeschwindigkeit eines
Hubventils zu erkennen und danach den Antrieb anzusteuern.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch ein
Verfahren zur Steuerung der Antriebe von Hubventilen an
einer Kolbenbrennkraftmaschine in Abhängigkeit von der
Erkennung des Auftreffzeitpunktes und/oder der Auftreffge
schwindigkeit wenigstens eines der Hubventile, wobei von
dem Hubventil und/oder seinem Ventilantrieb im Betrieb
erzeugte Schwingungssignale erfaßt und der Ventilantrieb
in Abhängigkeit von der Größe der erfaßten Schwingungs
signale angesteuert wird. Als Schwingungssignale kommen
hier in erster Linie Körperschallsignale in Betracht. Diese
werden bei Ventilen mit konventionellen Ventiltrieben je
weils durch das Auftreffen des Ventiltellers auf einen
Ventilsitz erzeugt, wobei die Erkennung des Auftreffzeit
punktes bei derartigen konventionellen Ventiltrieben insbe
sondere dann von Interesse ist, wenn diese mit Verstellmög
lichkeiten in bezug auf den öffnungs- bzw. Schließzeitpunkt
versehen sind. Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbeson
dere bei elektromagnetischen Ventilantrieben von Bedeutung,
da über die Erkennung des Auftreffzeitpunktes entsprechend
den vorgegebenen Betriebsbedingungen der Kolbenbrennkraft
maschine Korrekturen in der Ansteuerung vorgenommen werden
können. Von Bedeutung ist insbesondere die Möglichkeit,
über die Erkennung der Auftreffgeschwindigkeit, d. h. auch
der Auftreffenergie, die Energieeinkopplung in die Elektro
magneten so zu regulieren, daß ein "weiches" Auftreffen
des Ankers auf den Polflächen bzw. des Ventils auf seinem
Ventilsitz bewirkt wird.
In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist vorge
sehen, daß als Schwingungssignal der vom Hubventil erzeugte
Schall mittels eines Schallsensors erfaßt wird. Besonders
zweckmäßig ist es, wenn das Schwingungssignal über den
Körperschall mittels eines Körperschallsensors erfaßt wird.
Aber auch die Erfassung des erzeugten Luftschalls über
einen Luftschallsensor, beispielsweise ein Mikrofon, ist
möglich.
In einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen,
daß als Schwingungssignal die vom Hubventil erzeugten Kraft
wirkungen mit einem Kraftsensor erfaßt werden. Hierzu können
beispielsweise piezoelektrische Sensoren eingesetzt werden,
die beispielsweise in Form von Unterlegscheiben ausgebildet
und an der Befestigung der Ventilantriebe angeordnet sein
können. Auch Dehnungsmeßstreifen können als Kraftsensoren
eingesetzt werden, da durch die Krafteinleitung infolge
des Ventil- oder Ankerauftreffens Längenänderungen, bei
spielsweise an den elektromagnetischen Ventilantrieben
erzeugt werden, die dann ebenfalls als Krafteinleitung
erkannt werden können.
In einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß
die Schwingungssignale, vorzugsweise der jeweils von den
Hubventilen erzeugte Körperschall, mit einem zentralen
Sensor erfaßt wird. Gerade bei der Erfassung der Schwingungs
signale über den Körperschall besteht die Möglichkeit,
die von den einzelnen Hubventilen ausgehenden Schwingungs
signale aufgrund Weiterleitung durch ein entsprechendes
Bauteil, beispielsweise den Zylinderkopfdeckel, zu erfassen
und danach die Ansteuerung des Ventilantriebs, bei elektro
magnetischen Ventilantrieben die einzelnen Hubventile,
gesondert anzusteuern.
In einer zweckmäßigen anderen Ausgestaltung der Erfindung
ist vorgesehen, daß das entstehende Schwingungssignal jeweils
von einem jedem Hubventil zugeordneten Sensor erfaßt wird.
Hierdurch ist gewährleistet, daß an jedem Hubventil das
jeweils erzeugte Schwingungssignal ohne Verzögerung und
ohne jegliche Verfälschung durch Dämpfungsvorgänge unmittel
bar erfaßt, ausgewertet und zur Steuerung des zugehörigen
Ventilantriebs verwendet werden kann.
Dies gilt sowohl für die Erfassung der Schwingungssignale
über den Körperschall als auch für die entstehende periodi
sche Krafteinleitung eines jeden Hubventils.
In einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ist vorgesehen, daß als Maß für die Auftreffgeschwindigkeit
die Amplitude des erfaßten Schwingungssignals verwendet
wird. Der jeweilige Auftreffzeitpunkt eines Ventils auf
seinem Ventilsitz oder bei elektrischen Ventilantrieben
der Auftreffzeitpunkt des Ankers auf der Polfläche des
jeweils fangenden Magneten, läßt sich aufgrund des Zeitbe
zuges der Erfassung des Schwingungssignales jeweils genau
erkennen, so daß durch entsprechende Korrekturen hinsicht
lich der Ansteuerung der Ventilantriebe, insbesondere bei
elektromagnetischen Ventilantrieben, der gewünschte Zeit
punkt für das betreffende Ventilereignis (Öffnen und/oder
Schließen) durch entsprechende Änderung in der Ansteuerung
übernommen werden.
Die Amplitude des jeweils erfaßten Schwingungssignals ist
proportional zu seiner Auftreffgeschwindigkeit, d. h. der
beim Auftreffen des Ventils oder des Ankers auf die entspre
chende Gegenfläche aufgenommene Bewegungsenergie, die je
nach verwendetem Meßverfahren als Krafteinleitung oder
als Schall erkennbar ist. Durch entsprechende Änderungen
in der Bestromung der Elektromagneten ist es somit möglich,
die Energieeinkopplung so zu reduzieren, daß eine vorgege
bene niedrige Signalamplitude nicht überschritten wird.
In einer vorteilhaften weiteren Ausgestaltung des erfindungs
gemäßen Verfahrens ist vorgesehen, daß für die Ansteuerung
des Ventilantriebs die vorgesehenen Schwingungssignale
jeweils innerhalb eines vorgegebenen Zeit- und/oder Frequenz
fensters erfaßt werden. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil,
daß Störsignale ausgefiltert werden können, wie sie insbeson
dere durch Klopfvorgänge bei Kolbenbrennkraftmaschinen
gegeben sein können. Insbesondere in bezug auf eine Unter
scheidung von Schwingungssignalen, die durch Klopfvorgänge
ausgelöst werden und Schwingungssignalen, die durch ein
Auftreffen der Hubventile erzeugt werden, ist die Anordnung
eines sogenannten Zeitfensters bedeutsam. Derartige Klopfvor
gänge treten nur innerhalb bestimmter Kurbelwinkelbereiche
auf. Durch das Zeitfenster ist es möglich, Schwingungssignale
von Klopfvorgänge gegenüber Schwingungssignalen, die von
den Hubventilen ausgehen, abzuschirmen, so daß hier eine
eindeutige Zuordnung möglich ist. Der Ausdruck Zeitfenster
bezieht sich auf einen bestimmten Zeitbereich, der allerdings
je nach Drehzahl variieren kann. Somit soll mit Zeitfenster
zum einen tatsächlich ein festes Zeitintervall, zum anderen
aber auch ein Kurbelwinkelintervall gemeint sein, dessen
tatsächliche Zeitdauer sich mit der Drehzahl ändert.
Besonders zweckmäßig ist es jedoch, wenn die Auftrefferken
nung des erfindungsgemäßen Verfahrens mit einer Erfassung
der Klopfgeräusche kombiniert wird. Die Ermittlung der
Klopfstärke ist grundsätzlich bekannt. Durch die Kombination
der beiden Auswertungen, d. h. der Auswertung der Klopfstärke
und der Auswertung der Auftrefferkennung ergibt sich besonders
einfach die Möglichkeit, die beiden Ereignisse zuverlässig
auseinanderzuhalten. Dies ist insbesondere dann von Bedeutung,
wenn die Kolbenbrennkraftmaschinen mit elektromagnetischen
Ventilantrieben versehen sind. Derartige elektromagnetische
Ventilantriebe sind unabhängig vom Kurbelwinkel voll variabel
und können praktisch zu jedem beliebigen Zeitpunkt über
eine entsprechende elektronische Motorsteuerung angesteuert
werden. Durch die Kombination der Klopfauswertung und der
Auswertung der Auftrefferkennung in Verbindung mit der
Ansteuerung der Ventilantriebe kann durch die Vorgabe eines
Fensters für den Zeitpunkt des erwarteten Ventilauftreffens
die Querempfindlichkeit der Klopfregelung auf die Auftreffer
kennung ausgeschlossen werden und umgekehrt. Ein zweckmäßiger
Wert für das Zeitfenster ist mit etwa 1 ms gegeben. Insbeson
dere bei der Erfassung des Motorgrundgeräusches ist zweck
mäßig ein sogenanntes Frequenzfenster vorzusehen, zweckmäßi
gerweise in Kombination mit einem Zeitfenster, das den
Frequenzbereich zwischen 5 und 20 kHz umfaßt. Insbesondere
bei stärkerem Grundgeräusch des Motors kann auch die Verwen
dung betriebspunktabhängiger (insbesondere drehzahl-, last-
oder temperaturabhängiger) Verstärkungs- bzw. Abschwächungs
faktoren zweckmäßig sein. Während es grundsätzlich möglich
ist, für die Erfassung der Klopfstärke und auch für die
Bestimmung der Auftrefferkennung den gleichen Sensor zu
verwenden, ist es zweckmäßig, unterschiedliche Sensoren
für die Klopferkennung und für die Auftrefferkennung einzu
setzen. Dadurch ist es nämlich möglich, durch den Anbringungs
ort für den jeweiligen Klopfsensor zu bewirken, daß beispiels
weise der Klopfsensor möglichst geringe Signale aus der
Ventilbewegung aufnimmt und umgekehrt.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens ist vorgesehen, daß zusätzlich zur Auftreffer
kennung die vorhandenen Motorgrundgeräusche erfaßt und
bei der Bestimmung der Größe der Schwingungssignale berück
sichtigt werden. Hierbei kann entweder das erfaßte Grundge
räusch vom ermittelten Energiewert des Auftreffsignals
subtrahiert oder aber der Quotient der beiden Größen ermittelt
werden. Hierzu eignen sich insbesondere auch alle Verfahren,
die in der Literatur für die Ermittlung einer Klopfstärke
beschrieben sind.
Die Erfindung wird anhand schematischer Zeichnungen und
Diagramme näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Hubventil mit elektromagnetischem
Ventilantrieb,
Fig. 2 den Verlauf der Spulenströme und des
Ventilweges in Abhängigkeit von der Zeit,
Fig. 3 eine Prinzipdarstellung der Steuerung,
Fig. 4 eine Abwandlung der Steuerung gem. Fig. 3,
Fig. 5 unterschiedliche Signalschriebe für unter
schiedliche Auftreffgeschwindigkeiten
eines Ventils,
Fig. 6 eine Schaltungsanordnung zur Bildung eines
Zeitfensters,
Fig. 7 ein Blockschaltbild für eine Schaltung
zur Regelung des Auftreffzeitpunktes eines
Ventils,
Fig. 8 ein Blockschaltbild für eine Kompensations
schaltung zur Berücksichtigung unterschied
licher äußerer Einflüsse auf die Ventilbetä
tigung.
In Fig. 1 ist ein Hubventil 1 für eine Kolbenbrennkraft
maschine dargestellt, das mit einem elektromagnetischen
Ventilantrieb 2 versehen ist. Der elektromagnetische Ventil
antrieb 2 weist zwei mit Abstand zueinander angeordnete
Elektromagneten 3 und 4 auf, zwischen denen ein Anker 5
hin und her bewegbar gelagert ist, der mit dem Schaft 6
des Ventils 1 in Verbindung steht. Der Anker 5 wird durch
eine dem Elektromagneten 3 zugeordnete Rückstellfeder 7
und eine dem Elektromagneten 4 zugeordnete Rückstellfeder
8 bei stromlos gesetzten Elektromagneten in einer Mittel
stellung zwischen den beiden Elektromagneten 3 und 4 ge
halten. Wird der Eletromagnet 3 bestromt, dann wird der
Anker 5 angezogen und liegt an der Polfläche des Elektro
magneten 3 an, so daß das Hubventil 1 in Schließstellung
gehalten wird. Wird der Elektromagnet 3 stromlos gesetzt
und der Elektromagnet 4 bestromt, dann bewegt sich der
Anker 5, zunächst beschleunigt durch die Kraft der Rück
stellfeder 7 in Richtung auf den Elektromagneten 4 und
wird von diesem dann eingefangen, so daß der Anker 5 an
der Polfläche des Elektromagneten 4 anliegt und das Hub
ventil 1 in Öffnungsstellung hält.
Je nach seiner Zuordnung an der betreffenden Kolbenbrenn
kraftmaschine besitzt nun das Ventil die Funktion eines
Einlaßventils oder eines Auslaßventils, wobei je Zylinder
wenigstens ein Einlaßventil und ein Auslaßventil angeordnet
ist. Die Ansteuerung der einzelnen Einlaßventile und Auslaß
ventile an einer Kolbenbrennkraftmaschine erfolgt bei derarti
gen elektromagnetischen Ventilantrieben über eine elektroni
sche Motorsteuerung 9, die in Fig. 1 angedeutet ist. Der
Motorsteuerung 9 werden neben der Vorgabe des Lastwunsches
über das Gaspedal 10 als Grundvorgabe die Drehzahl, der
Kurbelwinkel, die Motortemperatur und weitere für einen
einwandfreien Motorbetrieb relevante oder wünschenswerte
Daten vorgegeben, die in der elektronischen Motorsteuerung
9 verarbeitet werden und die entsprechenden Stellsignale
für die wechselseitige Bestromung der Elektromagneten der
einzelnen Stellantriebe der Hubventile erarbeitet.
In Fig. 2 ist in bezug auf die schematische Darstellung
eines elektromagnetischen Ventilsantriebs der zeitliche
Verlauf der Ströme in den beiden Elektromagneten sowie
der Wegverlauf des Ankers 5 näher dargestellt.
Als Ausgangslage für die Darstellung in Fig. 2 wird davon
ausgegangen, daß der Anker 5 an der Polfläche des Elektro
magneten 3 anliegt, d. h. daß das Hubventil 1 in Schließstel
lung gegen die Kraft der Rückstellfeder 7 gehalten ist.
Um den Anker am Elektromagneten halten zu können, ist dieser
mit einem Haltestrom I3h beaufschlagt, wobei dieser Halte
strom I3h zwischen einem oberen und einem unteren Stromwert
"getaktet" wird, um unter Ausnutzung der gespeicherten
magnetischen Energie den Stromverbrauch während der Halte
phase zu reduzieren.
Soll nun das Hubventil 1 geöffnet werden, dann wird zu
einem Zeitpunkt T₁ der Elektromagnet 3 stromlos gesetzt.
Der Haltestrom fällt über einen Zeitraum tab ab, wobei
der Anker auch nach dem vollständigen Stromabfall noch
für eine gewisse Zeit, der sogenannten Klebzeit, am Elektro
magneten 3 anliegt. Erst zum Zeitpunkt T₂ setzt sich der
Anker 5 unter dem Einfluß der Kraftwirkung der Rückstell
feder 7 in Bewegung, wie dies aus dem zwischen den beiden
Stromkurven angegebenen Wegverlauf zu ersehen ist. Sobald
der Anker 5 die durch die Kraftwirkung der beiden Rückstell
federn 7 und 8 vorgegebene Mittelposition durchlaufen hat,
wirkt der Ankerbewegung die wachsende Rückstellkraft der
Rückstellfeder 8 entgegen. Um nun den Anker 5 am Elektromag
neten 4 zu "fangen" und das Hubventil 1 sicher in Öffnungs
stellung zu halten, wird zum Zeitpunkt T₃ der Elektromagnet 4
bestromt, so daß noch vor dem Auftreffen des Ankers 5 auf
der Polfläche des Elektromagneten 4 zum Zeitpunkt T₄ der
maximale Fangstrom I4f erreicht wird. Dieser maximale Fang
strom wird über eine vorgegebene Zeitdauer bis zum Zeit
punkt T₅ aufrechterhalten, wobei dieser Zeitraum tf so
bemessen ist, daß ein sicheres Auftreffens des Ankers 5
auf der Polfläche des Elektromagneten 4 gewährleistet ist.
Zum Zeitpunkt T₅ wird der Strom dann auf die Höhe des
Haltestroms I4h reduziert, wobei während der Haltezeit
der Haltestrom I4h wiederum zur Reduzierung des Stromver
brauchs getaktet wird. Zum Schließen des Ventils wird dann
über die elektronische Motorsteuerung 9 in entsprechender
Weise der Haltestrom I4h abgeschaltet, so daß der vorstehend
beschriebene zeitliche Ablauf der Bestromung und der Ventil
bewegung in umgekehrter Richtung verläuft.
Es ist nun zu erkennen, daß die Auftreffgeschwindigkeit
des Ankers 5 auf die Polfläche des jeweils fangenden Elektro
magneten von der Größe des Fangstroms If abhängig ist.
Wird eine zu geringe Höhe für den Fangstrom durch die Steue
rung vorgegeben, dann ist die in Gegenrichtung wirkende
Kraft der Rückstellfeder zu hoch, so daß der Anker gar
nicht zur Anlage an der Polfläche des bestromten Elektromag
neten kommt. Wird der Fangstrom zu hoch gewählt, dann erfährt
der Anker in der Endphase seiner Annäherung an die Polfläche
eine entsprechend starke Beschleunigung, so daß der Anker
mit hoher Geschwindigkeit auf die Polfläche auftrifft,
so daß hier eine entsprechende Energieumsetzung aus Bewegungs
energie in Krafteinwirkung auf die Polfläche und die Entwick
lung von Schall die Folge ist. Auch hier besteht bei sehr
hohen Stromhöhen die Gefahr, daß der Anker aufgrund der
elastischen Materialgegebenheiten vollständig zurückprallt
und gar nicht gefangen wird oder bei geringeren Fangstrom
höhen ein oder mehrere Rückprallbewegungen ausführt, zwischen
denen er immer wieder gefangen wird, bis er endgültig an
der Polfläche des fangenden Elektromagneten anliegt. Auch
hierdurch ergeben sich Nachteile für den Motorbetrieb.
Anstelle der Stromhöhe oder auch zusätzlich zur Stromhöhe
kann auch der Einschaltzeitpunkt (T₃ gem. Fig. 2) zur Beein
flussung der Energieeinkopplung verwendet werden.
Neben der Stromhöhe kann die Auftreffgeschwindigkeit auch
noch durch andere Faktoren beeinflußt werden, so beispiels
weise durch fertigungsbedingte oder verschleißbedingte
mechanische Toleranzen im System, Einflüsse wechselnder
betriebsbedingter Temperaturen und ähnlicher äußerer Einflüsse.
Diese Einflüsse lassen sich, wie anhand der Beschreibung
zu Fig. 2 zu erkennen ist, über eine entsprechende Regelung
der Fangstromhöhe bei der Ansteuerung des elektromagneti
schen Ventilantriebs korrigieren.
Da es für den Betrieb des Motors entscheidend darauf ankommt,
daß das jeweils anzusteuernde Hubventil entsprechend dem
Arbeitszyklus zu einem exakt vorgegebenen Zeitpunkt geschlos
sen oder geöffnet ist, bietet sich gerade bei der Verwendung
elektromagnetischer Ventilantriebe, bei denen der Anker 5
sowohl in der Schließstellung als auch in der Öffnungsstellung
des zu betätigenden Ventils an der Polfläche des jeweils
fangenden Magneten zur Anlage kommt, die Möglichkeit zu
einer exakten Zeitbestimmung. Hierdurch läßt sich mit Vorteil
die bei elektromagnetischen Ventilantrieben gegebene Möglich
keit der freien und variablen Ansteuerung der Hubventile
entsprechend den Anforderungen und unter Berücksichtigung
optimaler Betriebsbedingungen mit Hilfe einer elektrischen
Motorsteuerung ausführen. Da die Umsetzung der Bewegungsener
gie des Ankers in Kraft und/oder Schall beim Auftreffen
auf die Polfläche immer gegeben ist und ein entsprechendes
Schwingungssignal erzeugt, bietet sich hier die Möglichkeit
an, dieses Schwingungssignal zu Zwecken der Steuerung und/
oder Regelung zu erfassen und auszuwerten.
In Fig. 3 ist in einem Blockschaltbild das Grundprinzip
dargestellt. Eine Kolbenbrennkraftmaschine 11 ist mit einer
entsprechenden Zahl von Hubventilen versehen, die jeweils
mit elektromagnetischen Ventilantrieben 2 (hier insgesamt
als Block dargestellt) versehen sind. Dem Motor 11 ist
nun ein zentraler Sensor 12 oder aber jedem Hubventil ein
gesonderter Sensor 12 zugeordnet, über den das beim Auftref
fen des Ankers auf die jeweiligen Polflächen erzeugte Schwin
gungssignal erfaßt wird. Das über den Sensor 12 erfaßte
Schwingungssignal wird nun in einer Auswerteeinheit 13,
beispielsweise in bezug auf seine Amplitude, mit einem
vorgegebenen Soll-Wert verglichen. Sofern der Ist-Wert
höher ist als der vorgegebene Soll-Wert, d. h. der Anker
trifft mit zu hoher Auftreffgeschwindigkeit auf die Pol
fläche des fangenden Elektromagneten auf, dann wird über
ein entsprechendes Korrektursignal über die elektronische
Motorsteuerung 9 bei der nächsten Betätigung der betreffende
Elektromagnet mit einem reduzierten Fangstrom bestromt,
so daß dann der Anker mit geringerer Auftreffgeschwindigkeit
auftrifft.
Wie aus Fig. 4 ersichtlich, ist die Möglichkeit gegeben,
jedem einzelnen elektromagnetischen Ventilantrieb 2 einen
eigenen Sensor 12 zuzuordnen, so daß der elektromagnetische
Ventilantrieb eines jeden Hubventils individuell angesteuert
werden kann und so Serientoleranzen, unterschiedliche Ver
schleißzustände etc. auskompensiert werden können.
Das Schwingungssignal kann hierbei über einen Körperschall
sensor erfaßt werden. Es ist aber auch möglich, durch entspre
chende Kraftsensoren oder auch Dehnungssensoren, die bei
spielsweise in den Verbindungsschrauben zwischen den beiden
Elektromagneten 3 und 4 angeordnet sind, sowohl den Auftreff
zeitpunkt als auch die Auftreffgeschwindigkeit bzw. die
aus der Auftreffgeschwindigkeit abgeleitete Auftreffenergie
als Schwingungssignal zu erfassen und entsprechend zu ver
arbeiten.
In Fig. 5 sind drei verschiedene Meßschriebe dargestellt,
aus denen der für unterschiedlichen Auftreffgeschwindigkei
ten erfaßte Körperschall eines Hubventils dargestellt ist.
Die dargestellten Meßschriebe zeigen die Schwingungssignale,
die bei einem Ventilöffnen entstehen (hier bei 440° Kurbel
winkel) und die bei einem Ventilschließen entstehen (hier
bei etwa 670° Kurbelwinkel). Der Meßschrieb 5.1 zeigt die
entstehenden Schwingungssignale bei hohen Auftreffgeschwin
digkeiten, der Meßschrieb 5.2 zeigt die Schwingungssignale
für mittlere Auftreffgeschwindigkeiten und der Meßschrieb 5.3
zeigt die Schwingungssignale für eine niedrige Auftreffge
schwindigkeiten, bei denen ein "weiches" Auftreffen erfolgt.
Es ist deutlich zu erkennen, daß bei einem Öffnen eines
Hubventils nur das Auftreffen des Ankers auf der Polfläche
des fangenden Elektromagneten 4 eine von der Größe der
Auftreffgeschwindigkeit abhängige Energieumsetzung bewirkt.
Demgegenüber erfolgt beim Schließen eines Hubventils die
Energieumsetzung sowohl durch den auf der Polfläche des
fangenden Elektromagneten 3 auftreffenden Ankers 5 als
auch durch den auf seinen Ventilsitz auftreffenden Ventil
teller des Hubventils 1.
Die schematisierten Darstellungen der Meßschriebe lassen
im Vergleich zueinander erkennen, daß bei der hohen Auftreff
geschwindigkeit entsprechend Fig. 5.1 Rückprallerscheinungen
erfolgen, wobei noch zu erkennen ist, daß letztendlich
die Ankerplatte doch noch zur Anlage am fangenden Elektro
magneten kommt. Mit einer Reduzierung der Auftreffgeschwindig
keit erfolgt eine deutliche Abnahme des Schwingungssignals,
wie dies Fig. 5.2 und 5.3 erkennen lassen. Ein Vergleich
dieser Meßschriebe zeigt andererseits, daß bei einer entspre
chenden Ausgestaltung der Sensorempfindlichkeit und einer
entsprechenden Ausfilterung von Störschwingungen über die
Erfassung des Schwingungssignals zum einen über eine entspre
chende Signalauswertung mit Hilfe der elektronischen Motorre
gelung 9 die Größe des Fangstroms beeinflußbar ist. Zum
anderen lassen die Meßschriebe erkennen, daß über die Er
fassung des Schwingungssignals zugleich auch ein auf den
Kurbelwinkel bezogenes Zeitsignal zur Verfügung steht,
so daß auch hierüber Verschiebungen des Öffnungs- und Schließ
beginnes sowie die Öffnungszeit regel- und ansteuerbar
sind.
Anhand von Fig. 2 läßt sich erkennen, daß aufgrund der
mechanischen Parameter, wie beispielsweise Federkonstante,
Masse und Reibungskräfte eine Mindestflugzeit für den Anker
gegeben ist, die noch geringfügig durch eine Variierung
der Krafteinkopplung über den fangenden Elektromagneten 4 be
einflußbar ist. Um nun Störeinflüsse, beispielsweise durch
Klopfvorgänge auszuschalten, ist es zweckmäßig, wenn erst
nach dieser Mindestflugzeit das Zeitfenster für die Körper
schallauswertung "geöffnet" wird. Der Zeitpunkt T₅ des
Rückschaltens auf Haltestrom ist über die Motorsteuerung 9
normalerweise so ausgelegt, daß der Anker 5 bereits mit
Sicherheit angekommen ist. Damit ist eine Möglichkeit ge
geben, die Steuerflanke dieses Steuersignals auch dazu
zu verwenden, um das Zeitfenster zu "schließen".
In Fig. 6 ist schematisch eine entsprechende Schaltung
dargestellt. Diese besteht beispielsweise aus einem Verzöge
rungsglied 14, das mit der Rückflanke 15 des Haltesignals
des schließenden Elektromagneten 3 getriggert wird. Nach
einer Zeitverzögerung T₆, die auch betriebspunktabhängig
durch die Motorsteuerung vorgegeben werden kann, schaltet
der Ausgang des Verzögerungsgliedes 14 auf logisch "1"
und bewirkt somit ein Setzen des auf "1" vorbereiteten
D-Flip-Flops 16. Sobald das Haltesignal 17 auf der Seite
des fangenden Elektromagneten 4 auf "1" geht, wird das
D-Flip-Flop 16 wieder auf "0" zurückgesetzt. Der Ausgang
des D-Flip-Flops 16 bildet somit genau das vorher beschrie
bene Zeitfenster.
Andere Signale bieten sich ebenfalls zur Steuerung dieser
Schaltung an. So kann auf den Eingang des Verzögerungs
gliedes 14 auch das Signal eines sogenannten Ablösedetektors
gegeben werden, durch den der Beginn der Ankerbewegung
nach dem Abschalten des Haltestroms erfaßt werden kann.
Auf den Reset-Eingang des Verzögerungsgliedes 14 kann alter
nativ auch ein Auftrefferkennungssignal gegeben werden,
wobei auch dieses Signal bereits aus einer Auswertung des
Körperschallsignals gewonnen werden kann. Dazu kann der
aktuelle Wert eines Integrators verwendet werden, der ggf.
nach Abzug eines Grundgeräusches ein Maß für die bisher
detektierte Körperschallenergie darstellt. Dieser Wert
wird mit einer ggf. betriebspunktabhängig festlegbaren
Schwelle verglichen und bei Überschreiten dieser Schwelle
das Digitalsignal "1" erzeugt.
Alternativ hierzu kann auch die Auswertung des Stromver
laufs oder auch der zugehörige Spannungsverlauf am fangenden
Magneten zur Festlegung eines Fensters, insbesondere auch
des Fensterbeginns, verwendet werden. Dabei wird der Effekt
ausgenutzt, daß durch die erfolgende Annäherung des Ankers 5
an die Polfläche des fangenden Magneten eine Gegenspannung
induziert wird, die im Falle einer Regelung des Fangstroms
direkt meßbar ist oder in anderen Fällen sich durch einen
flacheren Anstieg im Stromverlauf oder gar einem Absinken
des Stromes erkennen läßt. Auch hier kann wiederum mit
Hilfe einer Schwellwerterfassung von Spannung oder Strom
oder auch hieraus gebildeten differenzierten Signalen das
Signal für den Fensterbeginn gewonnen werden. Auch kann
durch einen zusätzlichen Positionssensor, der die Anker
position oder die Ventilposition ermittelt, jeweils der
Fensterbeginn festgelegt werden. In allen Fällen ist es
nicht unbedingt erforderlich, die Schaltung so auszulegen,
daß sie den optimalen Fensterbeginn festlegt. Vielmehr
kann durchaus das Ausgangssignal der Auswerteschaltung
bereits zu einem früheren Zeitpunkt aktiv werden, dann
aber mit einer Zeitverzögerung die Öffnung des Fensters
zu einem optimalen Zeitpunkt bewirkt werden.
Das Blockschaltbild gem. Fig. 7 zeigt eine Regelung der
Ventilbewegung unter Ausnutzung des Erkennens des Auftreff
zeitpunkts. Die Vorgabe erfolgt, wie anhand von Fig. 1
und 3 dargestellt, wiederum über die elektronische Motor
steuerung 9. Über einen Schallsensor 12 wird der Auftreff
zeitpunkt des Ankers auf der Polfläche des jeweils fangen
den Magneten durch das Zeitglied 13 erfaßt.
Der erfaßte Wert wird über einen Soll-Ist-Vergleich 18
korrigiert, so daß über die elektronische Motorsteuerung
9 dann mit dem korrigierten Wert das betreffende Ventil
angesteuert werden kann. Hierdurch können Fertigungstole
ranzen, Einflüsse von Verschleiß, Temperatur, Gasgegendruck
und andere Einflüsse kompensiert werden.
In gleicher Weise kann auch über ein Erkennen der Auftreff
geschwindigkeit eine Regelung der Auftreffgeschwindigkeit
vorgenommen werden. Hierdurch kann die Auftreffgeschwindig
keit so optimiert werden, daß einerseits ein sicherer Betrieb
gewährleistet ist, andererseits das Geräusch und auch der
Energieaufwand zum Betrieb des Ventilantriebes minimal
wird. Auch durch ein Erkennen der Auftreffgeschwindigkeit
und einer daraus abgeleiteten Regelung der Auftreffgeschwin
digkeit können Fertigungstoleranzen, Einflüsse von Ver
schleiß, Temperatur oder sonstiger Einflüsse kompensiert
werden.
Eine bevorzugte Ausführung des Kompensationsverfahrens
zeigt Fig. 8 wiederum in Form eines Blockschaltbildes.
Der Motor 11 wird über ein Basiskennfeld 20 innerhalb der
elektronischen Motorsteuerung 9 gesteuert, in dem alle
aus dem Kennfeld gewonnenen Steuerinformationen, wie bei
spielsweise die erforderliche Fangenergie, die Stromhöhe,
der Einschaltzeitpunkt oder die Höhe der Spannung an einen
elektromagnetischen Ventilantrieb 2 übermittelt werden und
die dann entsprechend das zugehörige Ventil des Motors
betätigt. Die sich aus der Ventilbewegung ergebenden Schalt
energien werden beispielsweise über den Körperschallsensor 12
gemessen und einer Kontrolleinheit 21 zugeführt. Diese
kann unmittelbar Veränderungen an den Steuerparametern
vornehmen, indem diese in einem Verknüpfungsglied 22 durch
Vorgaben aus der Kontrolleinheit 21 entsprechend modifiziert
werden. Diese Modifikation kann, wie in Fig. 8 dargestellt,
als Addition auf die aus dem Basiskennfeld 20 kommenden
Signale oder aber auch aus einer Multiplikation oder anderen
Verknüpfungen bestehen. Sobald die Kontrolleinheit die
richtigen Werte gefunden hat, die in dem gerade gefahrenen
Kennfeldbereich zutreffend sind, legt die Kontrolleinheit
21 die entsprechend notwendigen Modifikationen in einem
zusätzlichen Adaptionskennfeld 23 ab, das dafür sorgt,
daß beim nächsten Anfahren dieses Kennfeldbereiches automa
tisch die richtigen Werte realisiert werden. Die entspre
chende Modifikation der Werte aus dem Basiskennfeld 20
erfolgt über eine weitere Verknüpfung 24, die ebenfalls
additiv oder multiplikativ erfolgen kann, wie die Ver
knüpfung 22 mit dem Signal aus der Kontrolleinheit 21.
Die Eingangsinformationen für das Basiskennfeld 20 und
das Adaptionskennfeld 23 können entweder unmittelbar aus
am Motor gewonnenen Signalen, wie beispielsweise Motor
drehzahl oder Temperatur und/oder auch aus externen Signa
len, wie beispielsweise die Lastvorgabe durch das Fahrpedal
10 bestehen. Die beteiligten Signale müssen für das Basis
kennfeld 20 und das Adaptionskennfeld 23 nicht identisch
sein. Vielmehr kann das Adaptionskennfeld 23 auf bestimmte
Signale verzichten, insbesondere reicht eine gegenüber
dem Basiskennfeld 20 gröbere Kennfeldaufteilung und damit
eine kleinere Anzahl der Stützstellen aus.
Die Unterscheidung der Auftreffsignale der verschiedenen
Ventile und ebenso der hierdurch verursachten Störungen
etwaiger Klopferkennungsalgorithmen kann mittels zyklischer
Variation der Ventilsteuergrößen eindeutig vorgenommen
werden. Somit können sukzessive alle Ventile unmittelbar
an den idealen Arbeitsbereich herangefahren werden.
Dieses Verfahren wird im folgenden näher beschrieben. Zu
nächst wird seitens der Motorsteuerung festgestellt, welche
Ereignisse (Ventilauftreffen und/oder Ankerauftreffen)
innerhalb des jeweils gleichen bzw. von sich überlappenden
Fenstern auftreten. Sodann wird eines der Ereignisse gezielt
verstärkt, in dem beispielsweise durch Vergrößern der Fang
energie (Erhöhung des Fangstromes) die Auftreffgeschwindig
keit eines Ventils und/oder eines Ankers erhöht wird oder
durch Frühverstellung der Zündung das Klopfen verstärkt
wird. Da allerdings das Klopfen ein stochastischer Prozeß
ist, wird vorzugsweise zunächst durch eine bezüglich des
Klopfens sichere Einstellung versucht, den Einfluß durch
das Klopfen des Motors zu unterbinden.
Als nächstes wird eine Fallunterscheidung durchgeführt:
- a) Steigt die Energie im betrachteten Fenster nicht oder nur unwesentlich, ist davon auszugehen, daß ein anderes Ereignis bereits dominant ist. Deshalb wird die testweise Verstellung des zunächst ausgewählten Ereignisses zurückge nommen, um ein anderes Ereignis statt dessen zu "verstärken". Nach dieser Verstellung erfolgt dann die Fallunterscheidung erneut.
- b) Steigt die gemessene Körperschallenergie innerhalb des betrachteten Fensters, ist nun von einer Dominanz des ausge wählten Ereignisses auszugehen. Ggf. wird die Energie noch einen Schritt weiter erhöht, bis die Dominanz eindeutig gegeben ist. Sodann kann beispielsweise durch Vergleich mit Sollwerten oder vorher gespeicherten Erfahrungswerten festgestellt werden, wie hoch der Energieüberschuß gegenüber dem Normalbetrieb ist, und somit der Wert für die tatsächliche Fangenergie oder die entsprechenden Bestromungsparameter (beispielsweise Höhe oder Einschaltzeitpunkt des Stromes oder Höhe der Spannung) korrekt eingestellt werden.
In dieser Weise verfährt man nun mit sämtlichen in das
entsprechende Fenster fallenden Ereignissen. Hat man in
dieser Weise die gesamte Energie des Körperschalls im Fenster
(deutlich) reduzieren können, so kann ggf. die Prozedur
erneut durchgeführt werden, um noch günstigere Einstellungen
zu erhalten.
Die Festlegung desjenigen Ereignisses, das als erstes zur
Variation ausgewählt wird, kann anhand von Erfahrungswerten
erfolgen. Diese Erfahrungswerte können sich darauf beziehen,
wie empfindlich ein bestimmtes Ereignis auf erhöhte oder
erniedrigte Energiezufuhr reagiert, so daß ein beispiels
weise besonders leicht ausfallendes Ventil als erstes
variiert wird. Ausfallen bedeutet hier, daß beispielsweise
aufgrund zu geringer Fangenergien das Ventil nicht ordnungs
gemäß gefangen wird. Auch kann die Initialeinstellung für
die Fangenergien oder für das zuerst zu variierende Ventil
ereignis von der Temperatur oder ähnlichen Betriebspara
metern abhängig gemacht werden.
Claims (13)
1. Verfahren zur Steuerung der Antriebe von Hubventilen
an einer Kolbenbrennkraftmaschine in Abhängigkeit von der
Erkennung des Auftreffzeitpunktes und/oder der Auftreff
geschwindigkeit wenigestens eines der Hubventile, wobei
von dem Hubventil und/oder seinem Ventilantrieb im Betrieb
erzeugte Schwingungssignale erfaßt und der Ventilantrieb
in Abhängigkeit von der Größe der erfaßten Schwingungssig
nale angesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
als Schwingungssignal der vom Hubventil erzeugte Körper
schall mittels eines Schallsensors erfaßt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
als Schwingungssignal die durch das Hubventil und/oder
seinen Ventilantrieb beim Auftreffen bewirkte Krafteinlei
tung mittels eines Kraftsensors und/oder eines Verformungs
sensors erfaßt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schwingungssignale der jeweils
von den Hubventilen bewirkten Energieeinleitung mit einem
zentralen Sensor erfaßt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schwingungssignale der jeweils
von den Hubventilen bewirkten Energieeinleitung jeweils
von einem jedem Hubventil zugeordneten Sensor erfaßt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, daß als
Maß für die Auftreffgeschwindigkeit die Energie der erfaß
ten Schwingungssignale verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die für die Ansteuerung des Ventilan
triebs vorgesehenen Schwingungssignale jeweils innerhalb
eines vorgegebenen Zeit- und/oder Frequenzfensters erfaßt
werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß das Zeit- und/oder Frequenzfenster
in Abhängigkeit vom Kurbelwinkel vorgegeben wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß das Zeit- und/oder Frequenzfenster
bei Hubventilen mit Elektromagnetanordnungen als Ventil
antrieben in Abhängigkeit von der Bestromung wenigstens
eines Elektromagneten vorgegeben wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit von den erfaßten Schwin
gungssignalen die Ansteuerungszeiten der Hubventile ver
ändert werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß bei Hubventilen mit Elektromagnetanord
nungen als Ventilantrieben in Abhängigkeit von der
Größe der erfaßten Schwingungssignale die Energieeinkopp
lung in die Elektromagneten geregelt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß zusätzlich die vorhandenen Motorgrund
geräusche erfaßt und bei der Bestimmung der Größe der Schwin
gungssignale berücksichtigt werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch
gekennzeichnet, daß zusätzlich etwa in den einzelnen Zylin
dern auftretende Klopfgeräusche erfaßt und bei der Auswer
tung der erfaßten Schwingungssignale zur Ansteuerung der
Hubventile berücksichtigt werden.
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