DE19622295A1 - Anordnung zur Datenübertragung in Prozeßleitsystemen - Google Patents
Anordnung zur Datenübertragung in ProzeßleitsystemenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Datenübertragung in Prozeßleitsystemen,
wie sie in der Verfahrenstechnik angewendet werden.
In der Meß-, Steuerungs- und Regelungstechnik ist es seit längerem üblich, über eine
Zweitdrahtleitung ein Feldgerät zu speisen und Meßwerte von diesem Feldgerät zu
einem Anzeigegerät und/oder zu einer regelungstechnischen Anlage beziehungsweise
Stellwerte von einer regelungstechnischen Anlage zum Feldgerät zu übertragen. Dabei
wird jeder Meßwert beziehungsweise Stellwert in einen proportionalen Gleichstrom
umgeformt, der dem Speisegleichstrom überlagert wird, wobei der den Meßwert
beziehungsweise Stellwert präsentierende Gleichstrom ein Vielfaches des
Speisegleichstroms sein kann. So ist üblicherweise der Speisestrombedarf des
Feldgerätes auf ca. 4 mA eingestellt und der Dynamikumfang des Meßwertes
beziehungsweise Stellwertes auf Ströme zwischen 0 und 16 mA abgebildet, so daß die
bekannte 4. . .20 mA-Stromschleife verwendbar ist.
Zur Vermeidung von Meßwertverfälschungen infolge Potentialverschleppung und aus
sicherheitstechnischen Gründen sind die Stromkreise für die Meßwerterfassung und
die Meßwertverarbeitung überwiegend galvanisch voneinander getrennt ausgeführt.
Neuere Feldgeräte zeichnen sich darüber hinaus durch universelle, weitgehend an den
jeweiligen Prozeß adaptierbare Eigenschaften aus. Dazu ist parallel zum
unidirektionalen Gleichstromübertragungsweg ein bidirektional betreibbarer
Wechselstromübertragungsweg vorgesehen, über den in Richtung zum Feldgerät
Parametrierdaten und aus Richtung des Feldgerätes Meßwerte und Zustandsdaten
übertragen werden. Die Parametrierdaten und die Meßwerte sowie die Zustandsdaten
sind auf eine Wechselspannung moduliert, vorzugsweise frequenzmoduliert.
In der Prozeßleittechnik ist es üblich, im sogenannten Feldbereich Feldgeräte, das
sind Meß-, Stell- und Anzeigebaugruppen, entsprechend den vorgegebenen
Sicherheitsbedingungen vor Ort anzuordnen und zu verknüpfen. Diese Feldgeräte
weisen zur Datenübertragung untereinander analoge und digitale Schnittstellen auf.
Die Datenübertragung wird dabei über die Speiseleitungen der im Wartenbereich
angeordneten Stromversorgung vorgenommen. Zur Fernsteuerung und Ferndiagnose
dieser Feldgeräte sind auch Bediengeräte in dem sogenannten Wartenbereich
vorgesehen, an dessen Sicherheitsbestimmungen regelmäßig geringere
Anforderungen gestellt sind.
Die Datenübertragung zwischen den Bediengeräten im Wartenbereich und den
Feldgeräten wird durch Überlagerung der bekannten 20 mA-Stromschleifen mit Hilfe
der der FSK-Modulation (Frequenz Shift Keying) realisiert. Dabei werden zwei
Frequenzen, die den binären Zuständen "0" und "1" zugeordnet sind, rahmenweise
analog übertragen.
Die Rahmenbedingungen für das FSK-Signal und die Art der Modulation sind in der
"HART Physical Layer Specification Revision 7.1-Final" vom 20.06.1990 (Rosemount
Dokument Nr. D8900097; Revision B) beschrieben. In dieser Veröffentlichung sind
darüber hinaus zwei grundlegende Netzwerktopologien zur Verknüpfung von
Feldgeräten mit Bediengeräten angegeben.
Die erste Netzwerktopologie betrifft eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Dabei ist an
jedes Bediengerät nur ein Feldgerät anschaltbar. Durch das Feldgerät ist sowohl
analoge wie digitale Übertragung zugelassen.
Die zweite Netzwerktopologie betrifft eine Busstruktur, bei der eine Mehrzahl von
Feldgeräten über einen gemeinsamen Bus an ein Bediengerät anschaltbar sind. Dabei
ist ausschließlich die digitale Datenübertragung zugelassen. Aufgrund
definitionsgemäßer Parametervorgaben ist die maximale Anzahl der an einen Bus
anschaltbaren Feldgeräte auf 15 und die maximale Länge des Busses auf etwa 3300 m
beschränkt.
Entscheidender Bestandteil dieser definitionsgemäßen Parametervorgaben ist der
Innenwiderstand der den Feldgeräten zugeordneten Stromversorgungseinrichtungen.
Feldgeräte werden in der Regel mit einer stabilen und geglätteten
Versorgungsgleichspannung gespeist. Der Innenwiderstand einer diesen
Anforderungen genügenden Spannungsquelle ist nahezu Null.
Da die Speiseleitungen der Stromversorgung zu den Feldgeräten auch für die
Datenübertragung benutzt werden, ist der Innenwiderstand der Spannungsquelle dem
Eingangswiderstand der jeweiligen Empfängerschaltung parallel geschaltet, so daß
der resultierende Abschlußwiderstand aus Senderichtung ebenfalls nahezu Null ist.
Eine Kommunikation ist daher nur möglich, wenn eine ausreichend große Impedanz
zur Modulation vorgesehen wird.
Aus der DE 43 43 540 ist eine Anordnung zur potentialgetrennten Übertragung von
Gleich- und Wechselstromsignalen über Zweidrahtleitungen bekannt, die aus einem
Wechselrichter einer Koppelstufe mit galvanischer Trennung und einem Gleichrichter
zur unidirektionalen Gleichstromübertragung und einem Übertrager zur
Wechselstromübertragung besteht, wobei dem Wechselrichter eine erste
Reiheninduktivität vorgeschaltet ist, dem Gleichrichter eine zweite Reiheninduktivität
nachgeschaltet ist und die erste und die zweite Reiheninduktivität Wicklungen des
Übertragers zur Wechselstromübertragung sind. Dieser Anordnung sind Mittel zur
Stromversorgung zuordnen bar, die eine impedanzmäßig angepaßte Speisung des
jeweilig angeschlossenen Feldgeräts erlaubt.
Um darüber hinaus Daten zwischen einem Bediengerät und dem Feldgerät mittels
FSK-moduliertem Wechselstrom austauschen zu können, ist aus der DE 42 32 922
bekannt, Feldgeräte über einen Buskoppler an den Datenbus anzuschließen, der
bidirektional ausgelegt ist und in Sende- und Empfangsrichtung identische Bauteile in
identischer Reihenfolge aufweist, wobei während der Datenübertragung ausschließlich
die der jeweiligen Übertragungsrichtung zugeordneten Bauteile angeschlossen sind.
Zur Impedanzanpassung ist dabei dem Speisegerät ein Serienwiderstand
nachgeschaltet. Aufgrund der Impedanzverhältnisse ist jedoch für jedes Feldgerät ein
separater Buskoppler erforderlich, so daß bei einer Vielzahl von Feldgeräten der
Aufwand für die Buskoppler sehr groß ist.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, unter Erhalt des
Gleichstomübertragungsweges zwischen einem Steuergerät und einem Feldgerät,
eine Vielzahl von Feldgeräten mit möglichst geringem Aufwand zur bidirektionalen
Wechselstromkommunikation mit einem Bediengerät über einen seriellen Datenbus zu
vernetzen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit den Mitteln des Patentanspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Patentansprüchen 2 und 3
beschrieben.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Die dazu erforderlichen Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 ein Blockschaltbild einer Anordnung zur Datenübertragung
Fig. 2 ein Blockschaltbild einer erweiterten Anordnung zur Datenübertragung
Fig. 3 eine Detaildarstellung eines Dämpfungsgliedes.
In Fig. 1 ist ein Blockschaltbild einer Anordnung zum Datenaustausch in einem
Prozeßleitsystem dargestellt. Die Erfindung geht dabei von einem Feldgerät 10 aus,
das über ein Koppelmittel 20 mit einem Steuergerät 30 verbunden ist. Dabei ist das
Koppelmittel 20 zur galvanischen Trennung des Stromkreises vom Steuergerät 30 vom
Stromkreis des Feldgerätes 10 ausgeführt.
Zur Gleichstromübertragung vom Steuergerät 30 zum Feldgerät 10 wird die für sich
bekannte 4. . .20mA-Stromschleife verwendet. Die Kommunikation zwischen dem
Steuergerät 30 und dem Feldgerät 10 ist bezogen auf die Gleichstromübertragung
unidirektional. Soweit das Feldgerät 10 ein Meßwertaufnehmer ist, repräsentiert die
4. . .20mA-Stromschleife den aufgenommenen Meßwert, der zum Steuergerät 30
übertragen wird. Wenn das Feldgerät 10 als Stellglied ausgeführt ist, wird die
4. . .20mA-Stromschleife vom Steuergerät 30 gespeist und repräsentiert den am
Feldgerät 10 einzustellenden Stellwert.
Zur galvanischen Trennung des Gleichstromes der 4. . .20mA-Stromschleife weist das
Koppelmittel 20 eine Kettenschaltung aus einem Wechselrichter, einem Übertrager
und einem Gleichrichter auf, wobei der Wechselrichter jeweils in die getriebene
Stromschleife und der Gleichrichter in die treibende Stromschleife geschaltet ist.
Derartige Koppelmittel 20 sind für sich bekannt und beispielsweise in der
DE 43 43 450 ausführlich beschrieben.
Parallel zu diesem unidirektionalen Gleichstromübertragungsweg ist ein gleichfalls
galvanisch getrennter, jedoch bidirektionaler Wechselstromübertragungsweg zum
Feldgerät 10 vorgesehen, über den Parametrierdaten zum Feldgerät 10 und
Diagnosedaten vom Feldgerät 10 zu einem Bediengerät 50 übertragen werden.
Das Bediengerät SO kann dabei als für sich bekannter Personalcomputer 51 mit
angeschlossenem Modem 52 ausgeführt sein.
Zur galvanisch getrennten Übertragung des Wechselstromsignals weist das
Koppelmittel 20 einen separaten Wechselstromübertrager 21 auf, dessen Wicklungen
vom treibenden und getriebenen Strom der kommenden und gehenden 4. . .20mA-Stromschleifen
durchflossen sind. Dabei ist vorgesehen, daß die Stromstärken des
treibenden und des getriebenen Gleichstromes betragsmäßig exakt identisch und
bezogen auf die Durchflutung des Wechselstromübertragers 21 entgegengesetzt
gerichtet sind, so daß der Wechselstromübertrager 21 gleichstromkompensiert ist.
Darüber hinaus ist vorgesehen, den Wechselstromübertrager 21 mit einem Kern aus
hochpermeablem Werkstoff aufzubauen.
Durch die vorgesehene Gleichstromkompensation wird dabei auch bei kleinsten
Bauformen des Wechselstromübertragers 21 trotz hochpermeablem Kernwerkstoffes
die Sättigung des Kerns vermieden, jedoch die Wechselstromimpedanz des
Übertragers 21, die den Eingangswiderstand für das bidirektionale
Wechselstromsignal darstellt, soweit erhöht, daß eine wechselspannungsmäßige
Parallelschaltung mehrerer Koppelmittel 20 unter Einhaltung der Pegel- und
Impedanzgrenzwerte für das zur Wechselstromübertragung verwendete FSK-Signal
gemäß HART-Protokoll ohne Verstärkermittel ermöglicht wird.
Zur Parallelschaltung mehrerer Koppelmittel 20 an einen Datenbus 70 ist der Datenbus
70 jeweils über ein Dämpfungsglied 40, das mindestens ein kapazitives Schaltelement
aufweist, steuergeräteseitig an jedes Koppelmittel 20 angeschlossen. Dabei ist
vorgesehen, daß der Wechselstromkreis des Datenbusses 70 über die
Reihenschaltung aus dem Innenwiderstand des jeweiligen Gleichstromempfängers 20
oder 30 und der steuergeräteseitige Wicklung des Übertragers 21 geschlossen ist.
Soweit das Feldgerät 10 ein Meßwertaufnehmer ist, ist das Steuergerät 30 Empfänger
des unidirektionalen Gleichstroms und der Eingangswiderstand des Steuergeräts 30
ist bezüglich des Wechselstromkreises des Datenbusses 70 mit der
steuergeräteseitigen Wicklung des Übertragers 21 in Reihe geschaltet. Wenn das
Feldgerät 10 als Stellglied ausgeführt ist, ist das Koppelmittel 20 Empfänger des vom
Steuergerät 30 eingespeisten unidirektionalen Gleichstroms und der
Eingangswiderstand des Koppelmittels 20 ist bezüglich des Wechselstromkreises des
Datenbusses 70 mit der steuergeräteseitigen Wicklung des Übertragers 21 in Reihe
geschaltet.
Die Anzahl der an einen Datenbus 70 über jeweils ein Dämpfungsglied 40
anschaltbaren Koppelmittel 20 richtet sich dabei nach der konstruktiven Ausgestaltung
des Wechselstromübertragers 21 unter Berücksichtigung der sich durch die
Parallelschaltung der einzelnen Wechselstromimpedanzen ergebenden
Gesamtimpedanz in Bezug auf den durch das HART-Protokoll vorgegebenen
Impedanzgrenzwert. Der Datenbus 70 ist an das- Modem 52 des Bediengeräts 50
angeschlossen.
In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß jedes Dämpfungsglied 40 gemäß
Fig. 3 aus einer in einer Leitung liegenden Kettenschaltung aus einem Widerstand
und einem Kondensator besteht.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, zur Vervielfachung der mittels
eines Bediengeräts 50 bedienbaren Feldgeräte 10 den Datenbus 70 durch aktive
Buskoppler 60 zu segmentieren. Dabei ist das Modem 52 des Bediengeräts 50 mit
einer Mehrzahl derartiger Buskoppler 60 verbunden, denen jeweils eine maximale
vorgebbare Anzahl von Dämpfungsgliedern 40 zur Verbindung mit Koppelmitteln 20
nachgeschaltet sind. Ein derartiger Buskoppler 60 ist in der DE 42 32 922 detailliert
beschrieben.
Die Beschreibungen aus den DE 43 43 540 und DE 42 32 922 sind Gegenstand dieser
Offenbarung.
Auf diese Weise ist eine Vielzahl von Feldgeräten 10 mit geringem Aufwand durch ein
einziges Bediengerät 50 bedienbar und vorteilhaft vernetzbar.
Bezugszeichenliste
10 Feldgerät
20 Koppelmittel
21 Übertrager
30 Steuergerät
40 Dämpfungsglied
50 Bediengerät
51 Personalcomputer
52 Modem
60 Buskoppler
70 Datenbus
20 Koppelmittel
21 Übertrager
30 Steuergerät
40 Dämpfungsglied
50 Bediengerät
51 Personalcomputer
52 Modem
60 Buskoppler
70 Datenbus
Claims (3)
1. Anordnung zur Datenübertragung mittels FSK-Modulation in
Prozeßleitsystemen zwischen im Feldbereich angeordneten Feldgeräten und
einem im Wartenbereich angeordneten Bediengerät, das an einen seriellen
Datenbus angeschlossen ist, wobei jedes Feldgerät über ein Koppelmittel, das
zur Wechselstromübertragung einen Übertrager aufweist, mit einem
Steuergerät verbunden ist, parallel zu einem unidirektionalen
Gleichstromübertragungsweg zwischen dem Steuergerät und dem Feldgerät,
dadurch gekennzeichnet
- - daß der Übertrager (21) des Koppelmittels (20) gleichstromkompensiert ist,
- - daß das Kernmaterial des Übertragers (21) hochpermeabel ist und
- - daß der serielle Datenbus (70) für jedes Feldgerät (10) über ein mindestens ein kapazitives Schaltelement aufweisendes Dämpfungsglied (40) steuergeräteseitigen dem Koppelmittel (20) derart aufgeschaltet ist, daß der Wechseistromkreis des Datenbusses (70) über die Reihenschaltung aus dem Innenwiderstand des Gleichstromempfängers (20, 30) und der steuergeräteseitige Wicklung des Übertragers (21) geschlossen ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Dämpfungsglied (40) eine in einer Linie liegende Kettenschaltung aus
einem Widerstand und einem Kondensator umfaßt.
3. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen Dämpfungsgliedern (40) und dem Bediengerät (50) mindestens
ein aktiver Buskoppler (60) vorgesehen ist, daß jedem Buskoppler (60) eine
maximale vorgebbare Anzahl Dämpfungsglieder (40) nachgeschaltet ist.
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
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