DE19621007A1 - Elektrische Leitungsader, Verfahren zu deren Herstellung sowie flexibles elektrisches Kabel - Google Patents
Elektrische Leitungsader, Verfahren zu deren Herstellung sowie flexibles elektrisches KabelInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft zunächst eine elektrische Lei
tungsader wie sie beispielsweise in mehradrigen, flexiblen elektrischen
Kabeln Verwendung finden kann. Die Erfindung betrifft darüberhinaus auch ein
Verfahren zur Herstellung einer solchen Leitungsader und ein flexibles
elektrisches Kabel, das zumindest eine solche Ader umfaßt.
Flexible Kabel finden beispielsweise überall dort Verwendung, wo orts
veränderliche, elektrische Verbraucher mit Energie versorgt werden müssen.
Sie werden dabei oft extremen Einsatzbedingungen ausgesetzt; starke Tempe
raturschwankungen, die Einwirkung von Feuchtigkeit, Öl und Chemikalien sowie
eine starke Biegewechselbeanspruchung seien hier nur beispielhaft genannt.
Typische flexible Kabel (Leitungen) zeigen folgenden Aufbau:
Eine oder mehrere elektrische Leitungsadern, jeweils bestehend aus ei
ner Litze und einer diese umhüllenden Aderisolierung, sind, ggf. gemeinsam
mit einem parallel verlaufenden Tragorgan (Kernbeilauf) von einem Innenman
tel umgeben. Auf diesen Innenmantel ist eine Bewehrung aufgebracht, bei
spielsweise in Form eines Textil-Stützgeflechtes, und nach außen den Ab
schluß des Kabels bildend schließt sich an diese Bewehrung ein flexibler
Außenmantel an.
Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, eine elektrische Leitungsader
sowie ein entsprechendes Kabel mit jeweils erhöhter Flexibilität und Halt
barkeit (Nutzungsdauer) anzugeben. Die Leitungsader bzw. das Kabel sollten
dabei vorzugsweise halogenfrei sein und möglichst geringe Biegeradien
besitzen. Die elektrischen und die Isolier-Eigenschaften der Leitungsader
bzw. des Kabels sollten dabei für einen gegebenen Verwendungszweck mit den
Eigenschaften der herkömmlichen elektrischen Leitungsadern bzw. Kabel kon
kurrenzfähig sein.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine elektrische Leitungsader
mit den in Anspruch 1 angegebenen Merkmalen sowie ein entsprechendes elek
trisches Kabel gelöst.
Die Erfindung beruht dabei auf der überraschenden Erkenntnis, daß es
möglich ist, einen elektrischen Leiter mit rauher Außenfläche, typischerwei
se eine Litze, unter Ausbildung einer Leitungsader so mit einem thermopla
stischen Kunststoff zu umhüllen, daß die Kunststoffumhüllung einerseits
reibschlüssig an den am weitesten außen befindlichen Leiterflächen anliegt,
andererseits aber nicht in die außenliegenden Freiräume des Leiters ein
greift.
Außenliegende Zwickel der Leiterlitze einer typischen erfindungs
gemäßen Leitungsader werden also beispielsweise von der isolierenden
Umhüllung (nachfolgend auch einfach Isolierung genannt) überspannt und nicht
ausgefüllt. Die Litze ist deshalb innerhalb der Isolierung in Längsrichtung
verschiebbar (beispielsweise bei Biegebeanspruchung), ist jedoch nicht so
lose innerhalb der Isolierung angeordnet, daß sie ohne besondere Kraft
anstrengung aus ihr herausgezogen werden könnte.
Diese besondere Anordnung der Litze bewirkt also insbesondere, daß sie
bei Biegebeanspruchung eine kontrollierte Relativbewegung innerhalb der
Isolierung durchführen kann. Die Litze wird deshalb beim Biegen nicht unter
der Isolierung gestaucht, weshalb die Nutzungsdauer der Ader, die sonst
regelmäßig durch den sogenannten Litzenbruch limitiert ist, enorm hoch ist.
Die Gleitfähigkeit der Litze innerhalb der Isolierung ermöglicht überdies
eine leichte Abisolierung der Ader, was beispielsweise bei der Anbringung
elektrischer Garnituren vorteilhaft ist.
Neben diesem mechanischen Effekt tritt bei erfindungsgemäßen Leitungs
adern noch ein überaus vorteilhafter elektrischer Effekt auf. Dies wurde bei
Dielektrizitätsmessungen "an der Ader" bemerkt, bei denen für das thermo
plastische Isoliermaterial regelmäßig deutlich niedrigere Dielektrizitäts
zahlen festgestellt wurden als bei separaten Messungen am reinen, unver
arbeiteten Kunststoff. Dieser Effekt ist natürlich äußerst vorteilhaft, denn
bei elektrischen Kabeln sind niedrige effektive Dielektrizitätszahlen der
Isolierenden Materialien regelmäßig erwünscht, beispielsweise um Wechsel
wirkungen zwischen den benachbarten Adern eines mehradrigen Kabels zu unter
binden. Die Ursachen der Verringerung der effektiven Dielektrizitätszahl
sind momentan noch nicht genau bekannt, sie beruhen jedoch möglicherweise
auf der Anwesenheit der luftgefüllten Hohlräume in den außenliegenden
Zwickeln der umhüllten Litze. Die bei den erfindungsgemäßen Leitungsadern
festgestellten effektiven Dielektrizitätszahl-Erniedrigungen führen dazu,
daß thermoplastische Kunststoffe mit eigentlich nachteilig hoher Dielek
trizitätszahl mit Kunststoffen konkurrenzfähig werden, die bereits von Hause
aus eine niedrige Dielektrizitätszahl besitzen.
Mit den erfindungsgemäßen Adern lassen sich aufgrund der beschriebenen
mechanischen und elektrischen Vorteile erfindungsgemäße Kabel herstellen,
die - je nach Einsatzgebiet - einen bis zu 50% reduzierten Leitungsdurch
messer und ein entsprechend reduziertes Gewicht im Vergleich zu herkömm
lichen Kabeln mit Isoliermaterialien auf Gummi- und PVC-Basis besitzen. Es
ist klar, daß die Reduzierung des Leitungsdurchmessers auch kleinere
minimale Biegeradien ermöglicht, was natürlich in vielen praktischen
Situationen günstig ist.
Zusammenfassend besitzen die erfindungsgemäßen Adern und Kabel also
eine Reihe unerwarteter mechanischer und elektrischer Eigenschaften, die im
Ergebnis zu einer beträchtlichen Materialersparnis und zu deutlich erhöhten
Nutzungsdauern im Vergleich mit herkömmlichen Adern und Kabeln ansonsten
gleicher Leistungsstufe führen.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Isolierung aus einem thermo
plastischen Polyester, vorzugsweise einem modifizierten Polybutylenter
ephtalat (PBT), besteht. Die Ader besitzt dann eine besondere strukturelle
Festigkeit und/oder Elastizität. Beispielsweise läßt sich bereits eine
kreisförmig mit einem Außendurchmesser von 0,8 mm und einer Wanddicke von
nur 0,15 mm um eine entsprechende Litze extrudierte PBT-Isolierung nur unter
erheblichem, in der Praxis nur selten auftretendem Druck zusammenpressen, so
daß im Gebrauchszustand praktisch kein äußerer Druck an die Litze wei
tergegeben wird und somit keine zerstörerische mechanische Belastung der
Litze innerhalb der Isolierung auftritt. Selbst beim Walken einer Ader wird
also kein nachteiliger Staucheffekt erzeugt. In der nachfolgenden Tabelle
sind für einige typische Adern die Aderdurchmesser und die zugehörigen
Wanddicken angegeben.
Zweckmäßigerweise wird für die erfindungsgemäße Ader ein flammwidriger
und/oder selbstverlöschender Isolier-Kunststoff ausgewählt. Derartige Adern
sind besonders für brandgefährdete Bereiche geeignet.
Verfahrenstechnisch ist es besonders günstig, einen thermoplastischen
Kunststoff einzusetzen, der einen effektiven Schmelzbereich ΔT 15°C,
vorzugsweise 20°C besitzt. Solche Kunststoffe bieten den Vorteil, daß ihr
Schmelzbereich ein größeres Temperaturintervall umfaßt als die Temperatur
schwankungen an der Spritzdüse eines üblichen Extruders mit recht unpräziser
Temperatursteuerung. Auch solche Extruder können deshalb in diesem Fall zur
Extrusion eingesetzt werden, ohne daß die Gefahr besteht, daß sich der
thermoplastische Kunststoff aufgrund unkontrollierbarer Temperaturschwan
kungen (zu weit) verflüssigt und dann beispielsweise in die Zwickel einer
parallel hinausgeführten Litze eindringt. Ein praktisches Beispiel für einen
besonders geeigneten PBT-Kunststoff mit einem effektiven Schmelzbereich ΔT
20°C ist der Kunststoff Vestodur X 4159 der Hüls AG, eine hochviskose teil
kristalline -Formmasse. Unter dem Begriff "effektiver Schmelzbereich" wird im
Rahmen dieser Beschreibung übrigens immer das Temperaturintervall ver
standen, das nach oben hin durch die Verflüssigungstemperatur und nach unten
hin durch den Übergang vom hartelastischen in den plastischen Zustand des
jeweiligen Kunststoffs begrenzt wird.
Es soll noch betont werden, daß es sich bei den bevorzugt eingesetzten
thermoplastischen Kunststoffen, also z. B. den modifizierten Polybutylen
terephtalaten, nicht um Kunststoffe mit einem "Rückerinnerungsvermögen" oder
"elastischen Formgedächtnis" handelt. Die erfindungsgemäßen Adern sind also
mittels eines kontinuierlichen Extrusionsverfahrens ohne nachträgliche
Wärmebehandlung erzeugbar und weisen auch auf großer Länge im wesentlichen
gleichbleibende mechanische und elektrische Eigenschaften auf. Es ist aber
klar, daß prinzipiell auch thermoplastische Kunststoffe mit elastischem
Formgedächtnis zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Ader eingesetzt
werden können. Es muß hierbei aber der Gefahr entgegengewirkt werden, daß
der Kontakt zwischen Isolierung und elektrischem Leiter in Längsrichtung
ungleichmäßig wird, also beispielsweise mit kurzem Abstand (im Bereich
weniger Meter) alternierend ein zu starker Preßsitz (z. B. mit Eingriff in
die Zwickel) und eine zu lose Umhüllung auftreten.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend
anhand der Figuren näher erläutert. Es stellen dar:
Fig. 1 einen schematischen Querschnitt durch ein Ausführungsbei
spiel einer erfindungsgemäßen Ader.
Fig. 2 eine vergrößerte Querschnitt-Teilansicht der erfindungs
gemäßen Ader aus Fig. 1 im Kontaktbereich zwischen elek
trischem Leiter und Isolierung.
Fig. 3 einen schematischen Querschnitt durch ein typisches Aus
führungsbeispiel eines erfindungsgemäßen, trommelbaren Ka
bels.
In den Fig. 1 und 2 ist ein Ausführungsbeispiel einer erfindungs
gemäßen Leitungsader dargestellt, die in Fig. 1 insgesamt mit 1 bezeichnet
ist. Die Ader 1 umfaßt als elektrischen Leiter eine Litze 3, und diese be
steht aus einer großen Anzahl dünner metallischer Leitungsdrähte 5, die sich
quer zur dargestellten Querschnittsebene in Ader-Längsrichtung erstrecken.
Das Ensemble von Leitungsdrähten (die Litze) ist enggepackt und in seiner
Gesamtheit von annähernd runder Gestalt. Da die Litze aber aus einzelnen
Drähten gebildet ist, ist ihre Oberfläche (Außenfläche) nicht glatt, sondern
rauh (konturiert); insbesondere besitzt sie zwischen zwei jeweils benach
barten außenliegenden Leitungsdrähten Zwickel 7.
Die Litze ist von einer schlauchartigen Isolierung aus einer thermo
plastischen Polyester-Formmasse auf Basis von modifiziertem Polybutylenter
ephtalat (PBT) ummantelt. Als Formmasse besonders bewährt hat sich das Pro
dukt Vestodur X4159 der Hüls AG. Die Innenoberfläche der Isolierung steht -
bezogen auf die Längsrichtung der Ader - im wesentlichen kontinuierlich mit
den lokal außenliegenden Flächenabschnitten der die äußerste Lage der Litze
bildenden Leitungsdrähte im Reib- oder Rutscheingriff. Wie sich am besten
aus der Fig. 2 ersehen läßt, werden die weiter innen liegenden konturbilden
den Flächenabschnitte der zugehörigen Zwickel 7 stramm von der Isolierung
überspannt, wobei sich Hohlräume bilden, die den Zwickeln im wesentlichen
entsprechen.
Einerseits besteht also eine gute Haftung zwischen Litze und Isolie
rung, andererseits werden die Zwickel 7 nicht durch die Isolierungs-Form
masse ausgefüllt. Die Leitungsader 1 läßt sich deshalb besonders leicht
abisolieren, aber dies ist nicht der einzige Vorteil. Die strukturelle
Eigenschaft der Ader erlaubt es nämlich auch, daß sich Litze 3 und Isolie
rung 9 In Längsrichtung bei einer Biegebeanspruchung relativ zueinander
verschieben. Dies ist insbesondere wichtig, wenn man die Ader mit geringem
Krümmungsradius aufwickeln oder auftrommeln will. Es kommt dann nämlich
vorteilhafterweise nicht zu einer Stauchung der Litze unter der Isolierung,
die ursprünglich vorzugsweise weichgeglühten Leitungsdrähte erhärten nicht,
und es kommt somit nicht zu einem Brechen der außenliegenden Einzeldrähte
mit anschließendem Litzenbruch. In der Praxis kommt deshalb ein unerwünsch
ter Ausfall der erfindungsgemäßen Ader nur äußerst selten vor.
Im Vergleich zu konventionellen Isolierungen ist die in Fig. 1 und 2
dargestellte Isolierung der dargestellten erfindungsgemäßen Ader 1 besonders
dünnwandig. Damit ist eine Materialeinsparung bis zu 50% möglich, ohne daß
dabei die Aderqualität im Vergleich mit herkömmlichen Adern reduziert wäre,
die um eine baugleiche Litze herum eine herkömmliche PVC- oder Gummiisolie
rung tragen.
Die Herstellung der erfindungsgemäßen Adern geschieht vorzugsweise
durch eine porenfreie Extrusion im Schlauchverfahren. Die Aderisolierung
erhält dadurch eine hohe strukturelle Festigkeit, bleibt aber elastisch und
gegen Schlageinwirkung und Biegeermüdungen beständig. Die hohe Zugfestigkeit
der bevorzugt eingesetzten Polybutylenterephtalat-Formmassen (neben Vestodur
X4159 hat sich auch Vestodur X7292 hervorragend bewährt) gewährleistet zu
sätzlich, daß eine während des Einsatzes ggf. auftretende Zugbelastung von
der Aderisolierung und nicht von der Litze aufgenommen wird. Die hohe
Druckbeständigkelt der bevorzugt eingesetzten Materialien bewirkt, daß die
Aderisolierung auch bei vergleichsweise hohen Drücken noch rund bleibt und
verhindert so, daß beim Walken einer Ader ein zusätzlicher Reib- oder
Staucheffekt der Litze auftritt. Die herkömmlichen Isoliermaterialien wie
Gummi, PVC oder PE besitzen im Vergleich hierzu erheblich schlechtere
Zugfestigkeiten und Druckbeständigkelt.
Überdies haben sich bei Messungen an erfindungsgemäßen Adern des in
den Fig. 1 und 2 dargestellten Typs außergewöhnlich geringe effektive
Dielektrizitätszahlen ER messen lassen. Diese niedrigen Dielektrizitäts
zahlen sind keine reine Stoffeigenschaft der Isolierungs-Formmasse - daher
der Zusatz "effektiv" -, sondern sie ergeben sich erst durch die erfindungs
gemäße Art der Litzenummantelung. Wahrscheinlich sind es die (überspannten)
luftgefüllten Zwickel-Hohlräume, die beispielsweise für Vestodur X4159,
dessen Dielektrizitätszahl vom Hersteller mit 4 angegeben wird, zu einer
Erniedrigung der effektiven Dielektrizitätszahl an der Ader auf ca.
2,6-2,8 führen. Damit ist diese effektive Dielektrizitätszahl mit der von unver
arbeitetem Polyethylen (PE) vergleichbar.
Der in Fig. 3 dargestellte Querschnitt eines erfindungsgemäßen
trommelbaren Kabels 20 besitzt ein mittig angeordnetes Tragorgan, das von
insgesamt sieben erfindungsgemäßen Leitungsadern 21 umringt ist. Um die
Anordnung aus Tragorgan und Adern herum verläuft ein vierlagiger Mantel. Die
innenliegende Lage des Mantels besteht aus einer Polyester-Gleitfolie 24,
die ein Gleiten der Adern 21 innerhalb des Mantels ermöglicht. Nach außen
hin schließt sich an diese Gleitfolie ein Innenmantel 26 aus Polyurethan an,
der vor allem bei höheren Nennspannungen zweckmäßig ist. Bei der nach außen
hin nächsten Lage handelt es sich um ein Textil-Stützgeflecht 28, das für
eine hohe Querstabilität (Verdrehungsfestigkeit) des Kabels 20 sorgt. Zu
äußerst befindet sich schließlich ein Außenmantel 30 aus Polyurethan. Das in
Fig. 3 dargestellte Kabel ist somit halogenfrei.
Die Adern 21 sind in Längsrichtung des Kabels 20 mit kurzer Schlag
länge um das vorzugsweise textile Tragorgan 22 verseilt. In den großvolumi
gen Zwickeln zwischen den Adern können sich bei Bedarf Polyesterfüllfäden
befinden (nicht dargestellt). Das Stützgeflecht besteht vorzugsweise aus
Kunstseide.
Die Litzen innerhalb der Adern 21 können in der Praxis beispielsweise
feinstdrähtig mit Querschnittsflächen von 1,5 mm²-35 mm² oder feindrähtig
mit Querschnittsflächen von 60 mm²-120 mm² sein. Gegenüber den bisher
eingesetzten trommelbaren Kabeln läßt sich dann bei vergleichbaren elek
trischen Eigenschaften eine Reduzierung des Leitungsdurchmessers um bis zu
50% erreichen, wobei sich natürlich auch kleinere Biegeradien ergeben. Eine
Gewichtsreduzierung von bis zu 50% ist möglich.
Das in Fig. 3 dargestellte Kabel läßt sich selbstverständlich auf
vielerlei Weise variieren. Wesentlich für seine Eigenschaften ist jedoch in
jedem Fall die Verwendung von einer oder mehreren erfindungsgemäßen Adern.
Es wurde bereits erwähnt, daß erfindungsgemäße Adern vorzugsweise im
Schlauchverfahren hergestellt werden. Dabei werden die zweckmäßigerweise
zumindest annähernd auf Formenmasse-Temperatur vorgewärmten Litzen (vgl. 3,
Fig. 1) oder sonstigen Leiter (Seile etc.) durch eine zentrale Bohrung in
der Pinole des Extruders zugeführt. Für die extrudierte, bereits recht zähe
Isolierungs-Formmasse wird ein kurzer Kegel eingestellt, und sie legt sich
bei dieser Einstellung wie zuvor beschrieben eng an die Litze an.
Claims (9)
1. Leitungsader, umfassend einen elektrischen Leiter (3) mit rauher Außen
fläche und eine schlauchartige Isolierung (9) aus einem thermoplastischem
Kunststoff, wobei die Innenoberfläche (11) der Isolierung (9) im wesentlichen
kontinuierlich mit lokal außenliegenden Flächenabschnitten des Leiters (3) im
Reib- oder Rutscheingriff steht und weiter innen liegende Außenflächenab
schnitte des Leiters (3) unter Ausbildung von Hohlräumen überspannt.
2. Ader nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der elektrische
Leiter eine Litze aus dünnen metallischen Leitungsdrähten (5) umfaßt und die
Isolierung (9) nicht wesentlich in die Zwickel (7) der Litze eingreift.
3. Ader nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Isolierung (9) aus einem thermoplastischen Polyester besteht.
4. Ader nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Polyester ein
modifiziertes Polybutylenterephtalat umfaßt.
5. Ader nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kunststoff flammwidrig und/oder selbstverlöschend ist.
6. Ader nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kunststoff einen effektiven Schmelzbereich ΔT 15°C, vorzugsweise
20°C besitzt.
7. Ader nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß sie durch ein kontinuierliches Extrusionsverfahren ohne nachträgliche
Wärmebehandlung erzeugbar ist.
8. Verfahren zur Herstellung einer Ader nach einem der Ansprüche 1-7,
dadurch gekennzeichnet, daß ein thermoplastischer Kunststoff im Schlauch
verfahren um den Leiter herum extrudiert und anschließend unterhalb seiner
Fließtemperatur in Anlage an diesen gebracht wird.
9. Elektrisches Kabel, umfassend zumindest eine Ader nach einem der An
sprüche 1-7 sowie einen Kabelinnenmantel und/oder einen Kabelaußenmantel
aus Polyurethan.
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