DE19620782A1 - Verfahren zur Herstellung einer Schraubverbindung und Vorrichtung hierfür - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer Schraubverbindung und Vorrichtung hierfürInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellen einer Schraubverbindung nach dem Ober
begriff des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung hierfür nach dem Oberbegriff des Anspruchs
13.
Bei der Handmontage in der Großserienfertigung werden zum Verschrauben von Blech
schrauben oder gewindefurchenden Schrauben, insbesondere bis Schraubengrößen M8
vorzugsweise akkubetriebene Einhandelektroschrauber (Akkuschrauber) benutzt. Diese
meist in Pistolenform ausgeführten Schraubwerkzeuge weisen folgende Vorteile auf:
- - sie kommen ohne störende, den Arbeitsprozeß behindernde Zuleitung aus,
- - sie sind leicht zu handhaben,
- - schwierig erreichbare Schraubstellen können ungehindert verschraubt werden,
- - es besteht keine Beschädigungsgefahr an empfindlichen Teilen durch Zuleitungen (z. B. Lackschäden an Fahrzeugen),
- - die Unfallgefahr oder Behinderung anderer Personen durch die Zuleitung wird vermieden.
Außerdem findet die Benutzung dieser Werkzeuge eine große Akzeptanz. Den Vorteilen
stehen allerdings auch einige Problempunkte gegenüber. So ist beispielsweise eine Kon
trolle der Schraubergebnisse hinsichtlich Schraubzeit, Drehmoment und/oder Winkel und
entsprechend auch eine automatische Dokumentation des Schraubergebnisses kaum mög
lich. Außerdem ist bei den Akkuschraubern nur eine Drehzahl für das Einschrauben und
Anziehen der Schraubverbindung vorgegeben, wodurch schlechtere Schraubergebnisse im
Vergleich zu elektronisch gesteuerten Elektroschraubern anfallen. Eine Drehzahlabsenkung
beim Anziehen durch den Werker selbst ist aufgrund der schnellen Geschwindigkeit, mit der
die Schraubverbindung hergestellt wird, kaum möglich. Hinzu kommt, daß diese Akku
schrauber bisher keine Überwachung des Gewindeformens oder des Eindrehvorganges
haben, um ein Überdrehen vor allem bei selbstschneidenden oder gewindefurchenden
Schrauben zu vermeiden.
Insbesondere der letzte Punkt ist problematisch, da beim Verschrauben von Blechschrauben
oder gewindefurchenden Schrauben in Dünnblechen mit motorbetriebenen Schraubwerk
zeugen es in der Praxis immer wieder zum Überdrehen (Herausreißen der Mutterngewinde)
durch nicht optimal eingestellte Schrauber kommt. Aber auch bei richtiger Einstellung kann
es aufgrund von Serienstreuungen der Reibwerte und der Schraubengeometrie sowie der
Lochdurchmesser zu einem Überdrehen der Schrauben kommen, oder die vorgegebenen
Drehmomente führen zu einem Abschalten des Schraubers, bevor die Schraube eingedreht
bzw. das Gewinde geformt ist. Hinzu kommt, daß an einem Fertigungsabschnitt mehrere
verschiedene Schrauboperationen durchgeführt werden, beispielsweise Blech- oder
Schneidschraubenverbindungen im Fahrzeuginneren. Wenn hierbei verschiedene maximale
Drehmomente erforderlich sind, führt dies entweder zur Notwendigkeit des Austausches des
Akkuschraubers oder aber zu einer individuell vorzunehmenden Drehmomentverstellung.
Durch die Vielzahl der Schraubverbindungen mit unterschiedlichen Eigenschaften wie
Blechdicken, Einschraublängen, Materialien und Oberflächen sind jedoch eine Vielzahl
unterschiedlich eingestellter Schrauber erforderlich. Aufgrund des schnellen Eindrehens
einer Schraube ist es dem Werker auch nicht möglich, eine Schraubverbindung durch vor
zeitiges, manuelles Abschalten des Schraubers vor einem Überdrehen zu bewahren, wenn
am Schrauber ein zu hohes Drehmoment eingestellt ist. Durch eine Vertauschung der
Schrauber kann es hierdurch zu teuren Reparaturmaßnahmen aufgrund von überdrehten
Schrauben kommen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist ein Schraubverfahren derart auszugestalten, daß mit
einem Werkzeug verschiedene Schrauben und Schraubfälle ohne Neueinstellung ver
schraubt werden können. Aufgabe ist außerdem eine Vorrichtung, wie sie oben beschrieben
ist, entsprechend auszurüsten.
Bei dem eingangs beschriebenen Verfahren wird die Aufgabe gelöst durch die kennzeich
nenden Maßnahmen des Anspruchs 1. Hinsichtlich der Vorrichtung wird die Aufgabe bei der
eingangs beschriebenen Vorrichtung gelöst mit den kennzeichnenden Merkmalen des
Anspruchs 13.
Bei dem Verfahren wird eine Schraubverbindung durch Eindrehen eines Schraubelementes,
beispielsweise eine Schraube, insbesondere Blechschraube, mittels eines elektrisch an
getriebenen Schraubers (Elektroschraubers) hergestellt, wobei von einer Elektronik
(elektronischen Steuerung) das Drehmoment des Schraubers überwacht wird. Dies erfolgt
durch Auswerten des beim Antrieb des Schraubers fließenden Stroms, der proportional zum
Drehmoment ist. Erfindungsgemäß erfolgt die Auswertung derart, daß von der Elektronik
das Steigungsmaß des zeitlichen Verlaufes des Drehmomentes erfaßt wird. Nach einem
bestimmten, vorgegebenen Drehmomentverlauf wird durch die Elektronik eine Abschaltung
des Schraubers ausgelöst, wobei der Gradient während eines Schraubervorganges zuerst
einen Anstieg, eine Verringerung des Anstiegs, anschließend eine Zunahme des Anstiegs
oder einen erneuten Anstieg und danach eine Verringerung der Zunahme oder des erneuten
Anstiegs durchlaufen haben muß. Die Abschaltung kann unmittelbar mit der letzten Verrin
gerung des Gradienten ausgelöst werden, vorteilhaft erfolgt die Abschaltung spätestens bei
Beginn eines Abfalls des Gradienten (negative erste Ableitung). Ganz besonders vorteilhaft
erfolgt die Abschaltung bei Erreichen von 70% bis 10% des zuletzt gemessenen Maximal
werts der Steigung und insbesondere bei Erreichen von 50% bis 20% dieses Wertes.
Als zeitlicher Verlauf kann ein linearer Verlauf mit der Zeit aber auch eine andere zeit
abhängige Größe, wie beispielsweise der Drehwinkel der Schrauberspindel bzw. der
Schraubverbindung (auch indirekt über ein Schraubergetriebe) erfaßt werden. Steuerungs
technisch besonders einfach wird der Gradient als Ableitung erfaßt, die die Steigung des
Gradienten in jedem Punkte wiedergibt. Entsprechend können auch die Verringerungen
vorteilhaft als zweite Ableitung (Wendepunkt) des Gradienten erfaßt werden. Um kleine
Schwankungen des Drehmomentverlaufes auszubügeln, werden die aufgenommenen Werte
vorteilhaft über ein Tiefpaßfilter geführt zur Vermeidung von Fehlfunktionen. Das Tiefpaßfil
ter ist auf einen üblichen Schraubervorgang abgestimmt und kann beispielsweise ein Soft
warefilter sein.
Je nach Schraubeinsatz kann das Maß der Verringerung des ersten Anstiegs des Gradien
ten vorgegeben werden. So kann beispielsweise vorgegeben werden, daß bereits eine klei
ne Schulter im Drehmomentverlauf zur Erfüllung der ersten drei Kriterien des Gradienten
verlaufes ausreichend ist. Es kann beispielsweise bei gewindeformenden Schrauben in
Blech auch festgelegt werden, daß die Verringerung des ersten Anstiegs (zweites Kriterium)
eine Abnahme des Drehmomentverlaufes beinhalten muß.
Erfindungsgemäß kann auch der Drehmomentverlauf, oder einzelne Werte hiervon, wie
max. Gewindeformdrehmoment, erreichtes Enddrehmoment, aus denen Rückschlüsse auf
die Verschraubung hinsichtlich der Gewindeformung bzw. auch der Mutterngewindede
formation gezogen werden können, in einem Speicher abgelegt werden. Die abgelegten
Werte können sofort oder auch später ausgewertet werden für eine Freigabe des Gegen
standes, wodurch das erfindungsgemäße Verfahren insbesondere bei einer Bandmontage
vorteilhaft zum Einsatz kommt. Ebenso kann eine Vielzahl von Schraubern mit einer zentra
len Einheit vernetzt werden, wobei diese Vernetzung online, beispielsweise durch IR-Über
tragung oder auch durch Auslesen gespeicherter Schrauberwerte an der zentralen Einheit
erfolgen kann.
Wenn unterschiedliche Abschaltkriterien gewünscht sind, so kann vorteilhaft eine Umschal
tung der Werte durch Wechsel entsprechend präparierter Schrauberbits erfolgen.
Vorteilhaft kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren der Schrauber gewünschtenfalls
auch zu einem üblichen Schrauber, gegebenenfalls mit Drehmomenterfassung und
-abschaltung umgeschaltet werden, wobei vorzugsweise auch beim Einsatz des erfindungs
gemäßen Verfahrens eine Drehmomentabschaltung zuschaltbar ist, so daß auch bei Errei
chen eines hohen Drehmomentes ein Abschalten des Schraubers erfolgt. Dies kann bei
spielsweise vorteilhaft dann eingesetzt werden, wenn beim Gewindeformen sehr hohe
Drehmomentwerte auftreten können, die die Gefahr des Abdrehens des Schraubelementes
(der Schraube) mit sich bringen. Bei einem solchen Abschalten können dann an dieser
Schraubverbindung entweder Schraubelemente mit kleinerem Durchmesser (A niedrigerem
Drehmoment beim Gewindeformen) oder aber materialverstärkte Schrauben eingesetzt
werden. Die Unterbrechung der Kraftübertragung bei Erreichen eines vorgegebenen Dreh
momentes kann beispielsweise über eine mechanische Kupplung, insbesondere jedoch
auch über die Elektronik durch Messung des Schrauberstroms erfolgen.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird vor Erreichen des Abschaltpunktes des
Schraubers die Drehzahl des Schraubers verringert, so daß gegen Ende der Verschraubung
die Verschraubung langsamer eingedreht wird. Hierdurch wird ein besseres Setzverhalten
der Verschraubung und/oder eine genauere Ermittlung des Abschaltpunktes erreicht.
Vorteilhaft werden bei der Verschraubung selbstschneidende und/oder gewindeformende
Schraubelemente eingeschraubt. Die Verschraubung erfolgt außerdem vorteilhaft mit hand
betriebenen Schraubern, insbesondere Akkuschraubern. Weitere bevorzugte Maßnahmen
sind nachfolgend bei der Vorrichtung beschrieben.
Der zur Erfindung gehörende Elektroschrauber hat Mittel, insbesondere eine Elektronik bzw.
elektronische Schaltung, die beim Eindrehen eines Schraubelementes, beispielsweise einer
Schraube und insbesondere einer selbstschneidenden und/oder gewindeformenden Schrau
be, ein wirkendes Drehmoment durch Auswerten eines beim Antrieb des Elektroschraubers
fließenden Stromes ermitteln. Erfindungsgemäß erfassen diese Mittel einen zeitlichen
Drehmomentverlauf und Lösen eine Abschaltung des Elektroschraubers nach einem vor
bestimmten Gradientenverlauf während eines Eindrehvorganges aus. Dieser vorbestimmte
Gradientenverlauf hat folgende Kriterien:
- - Anstieg des Gradienten,
- - Verringerung dieses Anstiegs,
- - Zunahme des Anstiegs oder erneuter Anstieg des Gradienten,
- - Verringerung der Zunahme oder des erneuten Anstiegs.
Der Gradient selbst oder seine Auswertung erfolgt vorteilhaft über einen Tiefpaßfilter, so daß
Störimpulse oder kleinere Schwankungen nicht registriert werden. Die Verringerung des
Anstiegs wird vorteilhaft über die zweite Ableitung des Drehmomentverlaufes bestimmt,
wobei das Ausmaß dieser Verringerung vorteilhaft als Kriterium festgelegt wird. So kann bei
spielsweise für die erste Verringerung als Kriterium eine bestimmte Zeit und/oder ein Dreh
winkel des Schraubelementes und/oder auch ein Ausmaß der Veränderung der Steigung
festgelegt werden. Wenn dies nicht erfüllt ist, wird entweder eine Fehlermeldung ausgege
ben oder die Verringerung als solche nicht erkannt. Das Ausmaß der Veränderung der Stei
gung kann vorteilhaft hierbei bei der ersten Verringerung des Anstiegs als Abnahme des
Drehmomentes und bei der zweiten Verringerung als ein Wert bis zum Maximalwert des
Drehmomentes gewählt werden.
Außerdem kann der Elektroschrauber, der vorteilhaft als Handschrauber und insbesondere
als Akkuschrauber ausgebildet ist, noch andere Merkmale, wie eine Drehzahlreduzierung
vor dem Auslösen der Abschaltung oder auch eine mechanische Drehmomentbegrenzung
enthalten. Diese einzelnen Ausgestaltungen sind bereits oben beim Verfahren beschrieben.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels und zweier Zeichnun
gen näher beschrieben.
Es zeigen
Fig. 1 einen Akkuschrauber schematisch mit einer Steuereinheit; und
Fig. 2 einen erfindungsgemäßen Drehmomentverlauf.
Der in Fig. 1 dargestellte Akkuschrauber 1 ist aufgebaut aus einem Elektromotor 2, einer
Drehwinkelmeßvorrichtung 3, einer Schrauberspindel 4, einem elektronischen Schaltkreis 5
und einem Akkublock 6. Hinzu kommt eine stationäre Steuereinheit 7, die drahtlos 8, bei
spielsweise über Infrarotlicht, mit dem Akkuschrauber 1 in Verbindung steht. Die Dreh
winkelmeßvorrichtung kann beispielsweise optoelektronisch erfolgen. Die Schrauberspindel
4 wird von dem Elektromotor 2 gespeist von dem Akkublock 6 angetrieben, wobei gesteuert
über den elektronischen Schaltkreis 5 in Verbindung mit der Drehwinkelmeßvorrichtung 3
folgender Schraubvorgang abläuft. Nach Einschalten des Akkuschraubers über einen (nicht
dargestellten) Handschalter dreht der Elektromotor 2 während der Einschraubphase eine
(nicht dargestellte) Schraube mit hoher Drehzahl (ca. 300-900 U/min) zur Herstellung der
Schraubverbindung. Während des Einschraubens wird das an der Schrauberspindel 4 wir
kende Drehmoment in dem elektronischen Schaltkreis ermittelt. Gleichzeitig wird auch der
Drehwinkel (über die Drehwinkelmeßvorrichtung 3) und/oder die Schraubzeit erfaßt. Gegen
Ende der Anziehphase der Schraubverbindung reduziert der elektronische Schaltkreis 5 die
Drehzahl des Elektromotors 2 automatisch (auf ca. 50-300 U/min, insbesondere 50-100
U/min), um eine genauere Abschaltung zu erzielen, wodurch ein Setzverhalten der Schraub
verbindung reduziert und Reibwertschwankungen der Schraubverbindung in ihrem Einfluß
gering gehalten werden. In dem elektronischen Schaltkreis 5 werden außerdem die erfaßten
Schraubwerte in einem Speicherbaustein hinsichtlich Drehmoment und Drehwinkel abgelegt
und an eine stationäre Steuereinheit zur Auswertung weitergegeben.
Bei einer Bandmontage werden vorteilhaft an die stationäre Steuereinheit 7 solche Schrau
berwerte übermittelt, aus denen der Erhalt einer korrekten Schraubverbindung ermittelbar
ist. Nach Erhalt der entsprechenden Schrauberwerte erfolgt dann durch die stationäre Steu
ereinheit 7 die Freigabe des Gegenstandes zum Weitertransport durch das Band und/oder
ein Hinweissignal (akustisch und/oder visuell) bezüglich korrekter und/oder unkorrekter Zahl
und/oder Qualität der Schraubverbindungen.
Während der Anziehphase der Schraubverbindung wird in dem elektronischen Schaltkreis 5
das in Fig. 2 dargestellte Diagramm aufgenommen und ausgewertet. Hierbei erkennt und
unterscheidet die integrierte Schrauberelektronik 5 das Füge- bzw. Gewindefurchmoment 9
vom Festziehmoment 10. Dadurch wird erreicht, daß die Verschraubung auch dann korrekt
ausgeführt wird, wenn die Einschraubmomente 9 größer sind als die Abschalt- oder Aus
reißmomente 10. Bei einer reinen Drehmomenterkennung würde der Schrauber entweder
die Verschraubung beim Fügevorgang 9 bereits abbrechen oder die Schraube überdrehen.
Der elektronische Schaltkreis 5 erkennt hierbei das Fügemoment 9 als Anstieg 11 des
Drehmoments M, eine Abnahme 12 des Anstiegs 11 und eine Verringerung 13 des Dreh
moments M. Das Erkennen der Verringerung kann optional erfolgen, so daß auch eine
Schulter als Fügemoment 9 erkannt wird. Das Erkennen des Fügemoments 9 erfolgt also
unabhängig vom Drehmoment M, so daß auch Problemverschraubungen 14 mit besonders
hohem Drehmoment M verarbeitet werden. Hier kann gegebenenfalls ein besonders hohes
Drehmoment als Abschaltmoment zur Absicherung beispielsweise des Schraubelementes
gegen Abdrehen vorgegeben werden. Nach der Verringerung 13 des Drehmoments wäh
rend des Gewindeformens 9 erkennt der elektronische Schaltkreis 5 einen erneuten Anstieg
15 und eine Verringerung 16 dieses erneuten Anstiegs 15. In der Verringerung 16 liegt auch
der Beginn der Mutterngewindedeformation 17. Durch dieses automatische Erkennen der
beginnenden Mutterngewindedeformation 17 kann der Schrauber 1 auch ohne vorgegebene
Drehmomentabschaltwerte rechtzeitig abschalten 18, so daß auch hier Problemverschrau
bungen 19, bei denen bereits bei einem niedrigen Drehmoment das Mutterngewinde defor
miert wird, sicher erkannt und verschraubt werden.
Die Erfassung des Drehmoments in dem elektronischen Schaltkreis 5 erfolgt über den
Drehwinkel α, der bei bekannter Schraubenlänge beispielsweise auch zusätzliche Abschalt
momente zur weiteren Absicherung des Schraubvorganges enthalten kann. So kann hier
auch eine Abschaltung aufgrund einer vorgegebenen Umdrehungszahl der Schraube, vor
teilhaft gemessen ab einem charakteristischen Punkt in der Drehmomentkurve, wie den
Wendepunkten, dem Maximum oder Minimum, erfolgen. Die Verringerung der Schrauber
drehzahl gegen Ende des Anziehens 10 kann beispielsweise auch durch Ermitteln des Wen
depunktes in diesem Bereich (Übergang von erneutem Anstieg 15 zur Verringerung 16)
erfolgen.
Dieses Verfahren bzw. der Schrauber arbeitet weitgehend unabhängig von der Schrauben
größe und vom Schraubfall und schaltet somit selbsttätig im Maximum oder bei einem vor
gegebenen Drehmomentverlauf ab.
Mit der Erfindung wird mit einem Hand-Akkuschrauber bei Dünnblech- oder Kunststoff
verschraubungen folgendes erreicht:
- - mit einem Werkzeug werden verschiedene Schrauben und Schraubfälle ohne Neueinstel lung verschraubt bei optimalem Festsitz;
- - unterschiedliche Drehzahlen (schnelles Eindrehen, langsames Festziehen) können vor gegeben werden mit dem Erfolg einer Schraubzeitverkürzung und Verbesserung durch genaueres Abschalten,
- - eine integrierte Elektronik steuert und überwacht das Drehmoment, den Drehwinkel und die Schraubzeit,
- - die Schrauberergebnisse können gespeichert und nach der Verschraubung an eine sta tionäre Steuereinheit zur Auswertung und/oder Dokumentation übermittelt werden,
- - Parameter für unterschiedlichste Verschraubungen können im Werkzeug abgespeichert werden,
- - mehrere Akkuschrauber können vernetzt eingesetzt werden (Überwachung mehrerer Akkuschrauber bei einer Montage, insbesondere Endmontage, wobei die Akkuschrauber beispielsweise durch unterschiedliche Bits vorteilhaft für unterschiedliche Schrauben aus gelegt sind),
- - die beiden Anziehphasen, das Gewindeformen und das Endanziehen, werden getrennt gesteuert; während des Gewindeformens erfolgt eine separate Drehmoment(Strom)- Bewertung, wobei höhere Drehmomente akzeptiert werden können als in der späteren Anziehphase,
- - das Erkennen des Gewindeformens erfolgt durch einen Vergleich von ansteigendem zu abfallendem bzw. geringer ansteigendem Drehmoment (Strom),
- - das Erkennen der beginnenden Mutterndeformation erfolgt durch Bildung eines Strom/Drehwinkelquotienten bzw. -zeitquotienten; reduziert sich der gebildete Quotient um einen vorher festgelegten Anteil vom gemessenen Maximalwert, wird der Schrauber gestoppt.
Die Erfindung wird vorteilhaft im Automobilbau eingesetzt, vorteilhaft in der Endmontage und
insbesondere beim Einbau von Armaturentafeln und mit dem Aufbau/Karosserie verbun
denen Teilen.
Claims (19)
1. Verfahren zur Herstellung einer Schraubverbindung durch Eindrehen eines Schraub
elementes mittels eines elektrisch angetriebenen Schraubers, wobei von einer Elek
tronik ein beim Eindrehen des Schraubelementes wirkendes Drehmoment durch Aus
werten eines beim Antrieb des Schraubers fließenden Stroms ermittelt wird, dadurch
gekennzeichnet, daß von der Elektronik ein zeitlicher Drehmomentverlauf als Gradient
erfaßt wird, daß nach einem Anstieg des Gradients eine erste Verringerung des
Anstiegs registriert wird, und daß nach einer nachfolgenden Zunahme des Gradients
und einer darauf folgenden zweiten Verringerung des Anstiegs eine Abschaltung des
Schraubers ausgelöst wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschaltung spätestens
bei Beginn eines Abfalls des Gradientens ausgelöst wird (negative erste Ableitung).
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als zeitlicher
Drehmomentverlauf ein Verlauf über die Zeit und/oder über einen Drehwinkel der
Schraubverbindung erfaßt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
der Gradient als Ableitung erfaßt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ab einem Wendepunkt des Gradienten die jeweilige Verringerung registriert wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Eindrehen gegebenenfalls mit Werten des zeitlichen Drehmomentverlaufs in
einem Speicher abgelegt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein oder mehrere Schrauber mit einer zentralen Einheit vernetzt werden.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
verschiedene Werte der zweiten Verringerung zur Auslösung der Abschaltung des
Schraubers vorgegeben werden können.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein maximales Drehmoment an dem Schrauber eingestellt werden kann, bei dessen
Erreichen ebenfalls eine Abschaltung des Schraubers, insbesondere eine Unterbre
chung der Kraftübertragung auf das Schraubelement ausgelöst wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
als Schrauber ein handbetriebener Schrauber, insbesondere ein Akkuschrauber ein
gesetzt wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
vor der Abschaltung des Schraubers ausgelöst durch die zweite Verringerung des
Anstiegs eine Reduzierung der Eindrehdrehzahl des Schraubelementes erfolgt.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
ein selbstschneidendes und/oder gewindeformendes Schraubelement eingeschraubt
wird.
13. Elektroschrauber mit Mitteln, die beim Eindrehen eines Schraubelementes ein wirken
des Drehmoment durch Auswerten eines beim Antrieb des Elektroschraubers fließen
den Stroms ermitteln, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (3, 5) einen zeitlichen
Drehmomentverlauf (Fig. 2) als Gradienten erfassen, und daß die Mittel (3, 5) eine
Abschaltung (18) des Elektroschraubers (1) auslösen, nachdem diese den folgenden
Gradientenverlauf während eines Eindrehvorgangs registriert haben:
- - Anstieg des Gradienten (11),
- - Verringerung dieses Anstiegs (12),
- - Zunahme des Anstiegs oder erneuter Anstieg des Gradientens (15),
- - Verringerung der Zunahme oder des erneuten Anstiegs (16).
14. Elektroschrauber nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel (3, 5) die
Abschaltung (18) des Elektroschraubers (1) spätestens bei Beginn eines Abfalls des
Gradientens nach der Verringerung der Zunahme oder des erneuten Anstiegs aus
lösen.
15. Elektroschrauber nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, daß der zeitli
che Drehmomentverlauf ein Verlauf über die Zeit und/oder über einen Drehwinkel (α)
des Schraubelementes ist.
16. Elektroschrauber nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß
die Mittel (3, 5) als Gradienten eine Ableitung des Drehmomentverlaufes erfassen.
17. Elektroschrauber nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß
ein Speicher vorgesehen ist zur Aufnahme von Werten des zeitlichen Drehmoment
verlaufs.
18. Elektroschrauber nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß
dieser ein Handschrauber, insbesondere ein Akkuschrauber ist.
19. Elektroschrauber nach einem der Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß
dieser eine Drehzahlreduzierung vor dem Auslösen der Abschaltung (18) hat.
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