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Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Verfahren zur Herstellung eines supraleitfähigen Drahtes bzw. Supraleiters
mit Nb3Sn, repräsentierend eine A3B-Typ-Verbindung.
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Eine surpraleitende A3B-Typ-Verbindung
(auch supraleitende A15-Typ-Verbindung genannt), wie beispielsweise
Nb3Sn, Nb3Al und
V3Ga, ist eine intermetallische Verbindung
und ziemlich schwierig zu verarbeiten, um daraus supraleitfähige Drähte herzustellen.
Herkömmlicherweise
wird ein Herstellungsverfahren verwendet, bei dem ein zusammengesetzer
Knüppel
aus einem Metall A mit einem hohen Schmelzpunkt und einem Metall
B mit einem niedrigen Schmelzpunkt, die den oben erwähnten Supraleiter
mit A3B-Typ-Verbindung bilden, zu einem
zusammengesetzten Draht gezogen werden und das Material des zusammengesetzten
Drahtes zur Diffusion einer Wärmebehandlung
unterzogen wird; wobei das oben erwähnte niedrigschmelzende Metall
B eindiffundiert und mit dem oben erwähnten hochschmelzenden Metall
A reagiert, um einen Supraleiter bzw. supraleitfähigen Draht mit obiger A3B-Typ-Verbindung zu erzeugen.
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Ein Verfahren zur Herstellung eines
supraleitenden Nb3Sn-Drahtes, der ein typischer
Supraleiter mit A3B-Typ-Verbindung ist,
ist das bekannte Bronzeverfahren. Das Verfahren zur Herstellung
eines supraleitenden Nb3Sn-Drahtes mit dem Bronzeverfahren
wird im weiteren beschrieben. in einem Stab aus einer Cu-Sn-Legierung
(im weiteren als Bronze bezeichnet) sind Bohrungen ausgebildet,
die im weiteren als Matrix dienen. In jede Bohrung wird ein Nb- Kernmaterial eingesetzt,
um einen zusammengesetzten Knüppel
zu bilden. Der zusammengesetzte Knüppel wird zum Herstellen eines
zusammengesetzten Drahtes gezogen, beispielsweise durch Extrudieren
oder Drahtziehen. Wahlweise wird der oben erwähnte zusammengesetzte Knüppel als
ein zusammengesetzter Primär-Knüppel verwendet,
der zum Bilden eines zusammengesetzten Sekundär-Knüppels (zusammengesetzter Endknüppel), in
eine äußere Hülle, beispielsweise
eine Bronze-Röhre
oder eine reine Cu-Röhre,
eingelegt wird und wobei der zusammengesetzte Sekundär-Knüppel zu einem
zusammengesetzten Draht gezogen wird.
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Zum Bilden eines zusammengesetzten
Knüppels
höherer
Ordnung wird der zusammengesetzte Draht in einigen Fällen gelegentlich
als Strang verwendet. Um die Packungsdichte beim Zusammenbau des
zusammengesetzten Knüppels
zu vergrößern, hat
der Strang wünschenswerterweise
einen hexagonalen Querschnitt. Für
den Fall, daß ein
zusammengesetzter Strang durch Drahtziehen mit einem vorgeschriebenen Durchmesser
hergestellt wurde, wird der Strang zum Ändern des kreisförmigen Querschnittes
in einen annähernd
hexagonalen Querschnitt beispielsweise gezogen oder gerollt.
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Das oben erwähnte, zusammengesetzte Drahtmaterial
hat eine Struktur mit Nb-Fasern bzw. Drähten, die in einem Matrixmetall
eingelagert sind. Während
das zusammengesetzte Drahtmaterial zur Diffusion einer Wärmebehandlung
durch Erhitzen bei 550°C
bis 700°C
unterzogen wird, diffundiert das Sn in der Bronze und reagiert mit
der Nb-Faser, um so Nb3Sn zu erzeugen. Somit
wird aus der Nb-Faser eine supraleitfähige Nb3Sn-Faser,
aus der ein supraleitfähiger
Draht, dessen Struktur eine Vielzahl von Kernen aufweist, entsteht. Es
gibt auch den sogenannten äußeren Diffusionsprozeß, bei dem
die äußere Peripherie
des obigen zusammengesetzten Drahtmaterials mit Sn überzogen
ist, und anschließend
eine Diffusionswärmebehandlung
erfolgt.
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Mittlerweile wird ein Stützmetall
zur Vergrößerung der
Beständigkeit
des supraleitfähigen
Zustandes eines supraleitfähigen
Drahtes im allgemeinen im mittleren oder äußersten Teil des supraleitfähigen Drahtes positioniert.
Wenn zum Herstellen eines supraleitfähigen Drahtes eine Cu-Röhre als äußere Hülle beim
Zusammenbau des obigen zusammengesetzten Endknüppels verwendet wird dient
diese, positioniert am äußersten
Teil, als Stützmetall.
Falls ein reiner Cu-Stab
oder dergleichen in der Mitte des zusammengesetzten Knüppels positioniert
wird, dient dieser wahlweise als ein in der Mitte des supraleitfähigen Drahtes
positioniertes Stützmetall.
Desweiteren wird ein Verfahren verwendet, bei dem ein Nb-Barrierenmaterial
oder ein Ta-Barrierenmaterial an der Schnittstelle zwischen der
oben erwähnten
reinen Cu-Röhre
oder dem reinen Cu-Stab und der Bronzeröhre positioniert ist und dadurch
verhindert, daß das
Sn in der Bronze der Bronzeröhre
in das Stützmetall
eindiffundiert.
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Der supraleitfähige Draht mit einem in der
Mitte positionierten Stützmetall
wird oft als supraleitfähiger Draht
beispielsweise für
supraleitende Magnete verwendet. Dies ist erforderlich, da die Nb3Sn-Fasern bzw. Drähte zum Verbinden der Enden
der supraleitfähigen
Drähte
ausgelegt sein müssen.
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Beim Herstellen eines supraleitfähigen Drahtes
aus einer A3B-Typ-Verbindung neigt die B-Metall-Legierung
als Matrixmetall dazu, während
der Kaltverarbeitung aufgrund ihres schlechten Dehnungsvermögens zu
zerbrechen oder zu zerreißen.
Falls die A3B-Typ-Verbindung Nb3Sn
ist, neigt diese, da in der Bronze (Cu-Sn) enthaltene Cu-Sn-Verbindung
ein sehr geringes Dehnungsvermögen
aufweist, während
der Kaltverarbeitung dazu, zu zerbrechen oder zu zerreißen. Wenn
eine Bronze mit einer geringen Konzentration von Sn verwendet wird,
kann die Reduzierung der Bearbeitungsfähigkeit einigermaßen vermieden
werden, aber die zur Bildung von Nb3Sn notwendige
Diffusion von Sn wird ungenügend,
so daß ein
supraleitfähiger
Draht mit hochwertigen Eigenschaften nicht erlangt werden kann.
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In den letzten Jahren wird in vielen
Fällen
eine Bronze mit einem Sn-Anteil von 14 Gew.-% oder mehr verwendet.
Falls eine solche Bronze mit einem hohen Sn-Inhalt verwendet wird,
gibt es – da
der oben erwähnte Cu-Sn-Anteil
in großer
Menge enthalten ist – die
Probleme, daß die
Bearbeitungsfähigkeit
schlecht ist und der Draht. während
des Drahtziehens zum Brechen oder dergleichen neigt. Daher ist es
erforderlich, die Bearbeitungsfähigkeit
des Matrixmetalls zu verbessern.
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Aus der
DE 28 35 974 B2 und der
DE 42 08 678 A1 ist
die sogenannte Bronzetechnik bzw. das sogenannte Bronzeverfahren
bekannt, wobei zur Herstellung eines supraleitfähigen Drahtes mit einer A
3B-Typ-Verbindung A-Metall- Kernmaterialien in
eine B-Metall-Legierungsmatrix eingebracht, einer querschnittsvermindernden
Bearbeitung unterzogen und anschließend zum Ausbilden der intermetallischen
supraleitfähigen
Phase A
3B durch Diffusion einer Glühbehandlung
unterzogen werden. Darüber
hinaus ist es aus der
DE
28 35 974 B2 und der
DE 42 08 678 A1 bekannt, mehrere so zusammengesetzte
Matrixelemente zusammenzufassen, einer querschnittsvermindernden
Bearbeitung und anschließend
zur Diffusion einer Glühbehandlung
zu unterziehen.
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Aus der
DE 32 03 222 C2 ist ein
Knüppel
zur Herstellung eines supraleitfähigen
Drahtes bekannt, wobei der Knüppel
auf einem um einen Kernstab aus Kupfer gerollten Laminat mit einer
Bronzeschicht unter einer Schicht aus gestrecktem Niob-Metall gewickelt
wird. Der so gewickelte Knüppel
wird dann mit einer als Diffusionssperre wirkenden Schicht aus einem
Streckmaterial versehen, auf welcher eine Kupferumhüllung zur
Erleichterung der Verarbeitung des so gefertigten Drahtes hinsichtlich
einer querschnittsvermindernden Bearbeitung aufgebracht wird.
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Aus der
US 45 32 703 ist ein Verfahren zur
Herstellung eines supraleittähigen
Drahtes mit einer A
3B-Verbindung bekannt,
wobei das mit mehreren A-Metall-Kernmaterialien
versehene Matrixmaterial auf einer B-Metall-Legierung mit einer
als Diffusionsbarriere dienenden Schicht und einer darauf angeordneten
Kupferumhüllung
versehen wird, welche die Bearbeitungsfähigkeit des zu fertigenden
supraleitfähigen
Drahtes hinsichtlich einer querschnittsvermindernden Bearbeitung
verbessern soll.
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Die
DE 27 33 511 C3 offenbart, ein mit Kernmaterialien
versehenes Matrixmaterial mit einer Hülle aus hochreinem Aluminium
und diese wiederum mit einer Hülle
aus Kupfer zu versehen und aus diesem Verbund einen Draht zu ziehen.
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Die
US
51 74 830 offenbart einen supraleitfähigen Draht, wobei ein A-Metall-Kern
von mehreren A-Metall enthaltenen Legierungen umschichtet wird,
welche wiederum von einer A-Metall-Diffusionsbarriere und schließlich von
einer Kupferhülle
umgeben werden.
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Unter Berücksichtigung des obigen Standes
der Technik wurden intensive Studien durchgeführt, die zu der vorliegenden
Erfindung führten.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung
eines supraleitfähigen
Drahtes mit einer A3B-Typ-Verbindung bereitzustellen,
ohne gerade die bei der Handhabung eines Matrixmaterials mit einer
schlechten Bearbeitungsfähigkeit,
wie beispielsweise einer Bronze mit einer hohen Sn-Konzentration,
auftretenden Probleme.
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Eine erste Ausführung der vorliegenden Erfindung
stellt ein Verfahren zur Herstellung eines supraleitfähigen zusammengesetzten
Strangs mit Nb3Sn, repräsentierend eine A3B-Typ-Verbindung
bereit, das folgende Schritte umfaßt:
- a)
Positionieren eines oder mehrerer Nb-Kernmaterialien in einem Knüppel aus
einer Cu-Sn-Legierung;
- b) Bilden einer reinen Cu-Lage auf der äußeren Peripherie des Knüppels aus
einer Cu-Sn-Legierung durch Einsetzen des Knüppels in ein Cu-Rohr mit einem
Verhältnis
der Querschnittsfläche
der reinen Cu-Lage zu der Querschnittsfläche des mit den Nb-Kernmaterialien
zusammengesetzten Knüppels
aus der Cu-Sn-Legierung von 0,03 bis 0,1;
- c) Isostatisches Warmpressen des Cu-Rohrs des zusammengesetzten
Knüppels;
- d) Ziehen des zusammengesetzten Knüppels zu einem zusammengesetzten
Strang mit einem vorbestimmten Durchmesser, wobei gleichzeitig ein
Oberflächendrahtziehen
angewandt wird, so daß die
reine Cu-Lage vollständig
entfernt wird und
- e) Aussetzen des zusammengesetzten Strangs einer Diffusionswärmebehandlung,
um eine Nb3Sn-Verbindung zu erzeugen.
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Eine zweite Ausführung der vorliegenden Erfindung
stellt ein Verfahren zur Herstellung eines supraleitfähigen Drahtes
mit Nb3Sn, repräsentierend eine A3B-Typ-Verbindung bereit,
das folgende Schritte umfaßt:
- a) Bilden einer reinen Cu-Lage auf der äußeren Oberfläche eines
Bronzerohres aus einer Cu-Sn-Legierung durch Einsetzen des Bronzerohres
in ein sauerstofffreies Cu-Rohr;
- b) Positionieren eines auf der äußeren Oberfläche mit
Nb beschichteten sauerstofffreien Kupferstabes in der Mitte des
Bronzerohres;
- c) Einsetzen einer Vielzahl zusammengesetzter Stränge, die
gemäß der ersten
Ausführung
der vorliegenden Erfindung hergestellt sind, in den Freiraum zwischen
dem Bronzerohr und dem Kupferstab, wobei ein zusammengesetzter Sekundär-Knüppel ausgebildet
wird;
- d) Extrudieren und Drahtziehen des zusammengesetzten Sekundär-Knüppels und
Entfernen der reinen Cu-Lage durch Oberflächendrahtziehen während des
Drahtziehens zu einem zusammengesetzten Draht; und
- e) Aussetzen des zusammengesetzten Drahts einer Diffusionswärmebehandlung,
um eine Nb3Sn-Verbindung zu erzeugen.
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1 zeigt
eine Ansicht eines zusammengesetzten Primär-Knüppels gemäß einer Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung.
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2 zeigt
in einer Ansicht den Zustand, in dem ein zusammengesetzter Sekundär-Knüppel gemäß einer
Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung zusammengesetzt wird.
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In einer ersten Ausführung wird
eine reine Cu-Lage mit guter Bearbeitungsfähigkeit auf der äußeren Peripherie
eines einzelnen zusammengesetzten Knüppels bereitgestellt, so daß die Oberfläche des
Drahtmaterials beim Drahtziehen kaum zu zerbrechen oder zu zerreißen ist.
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Dementsprechend kann das Auftreten
eines Bruches des Drahtmaterials unterdrückt werden, und es kann ein
zusammengesetztes Drahtmaterial oder ein zusammengesetzter Strang
mit einer guten Bearbeitungsfähigkeit
erzeugt werden. Der Effekt einer Verbesserung in der obigen Bearbeitungsfähigkeit
kann auch erzielt werden, wenn eine Bronze mit einer geringen Sn-Konzentration
für die
B-Metall-Legierung
verwendet wird. Der Effekt ist besonders bemerkenswert für den Fall,
in dem eine Bronze verwendet wird, die einen Sn-Anteil von 10 Gew.-%
oder mehr enthält.
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Die oben erwähnte reine Cu-Lage ist so ausgebildet,
daß das
Verhältnis
der Querschnittsfläche
der reinen Cu-Lage zu der Querschnittsfläche des einzelnen zusammengesetzten
Knüppels
0,03 bis 0,1 ist. Wenn das Verhältnis
kleiner als 0,03 ist, kann das beim Drahtziehen auf die äußere Fläche des
Drahtes einwirken, so daß die
Bronze eine schlechte Bearbeitungsfähigkeit aufweist. Andererseits
ist der Effekt bei einem Verhältnis über 0,1
gesättigt
und der Durchmesser des zusammengesetzten Knüppels wird unnötig groß ausgebildet, was
hinsichtlich der Einrichtungen bzw. Anlagen, beispielsweise für die Kapazität des Extruders,
nicht vorzuziehen ist.
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Die reine Cu-Lage wird während des
Drahtziehens entfernt. Würden
die Stränge
mit der einzelnen verbleibenden reinen Cu-Lage in eine äußere Hülle eingelegt
werden, um einen zusammengesetzten Sekundär-Knüppel zusammenzubauen, würde der
Zwischenraumfaktor des A-Metalls des obigen zusammengesetzten Sekundär-Knüppels, zum
Beispiel ein Nb-Kernmaterial, unerwünschterweise reduziert. Da
bei der Diffusionswärmebehandlung
das B der B-Metall-Legierung, zum Beispiel das Sn in der Bronze,
in das Nb-Kemmaterial und in die reine Cu-Lage diffundiert, würde die Versorgung mit Sn zum
Herstellen von Nb3Sn herabgesetzt werden.
Darüber
hinaus ist es notwendig, die reine Cu-Lage vollständig zu
entfernen, da ungleichmäßige Belastungen
beim Drahtziehen auf den Strang einwirken, wenn Teile der reinen
Cu-Lage verbleiben, die in einigen Fällen ein Brechen oder Reißen des
Drahtes zur Folge haben.
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Beim Entfernen der reinen Cu-Lage
durch Drahtziehen soll, obwohl die oben erwähnte reine Cu-Lage beim Drahtziehen
vollständig
auf einmal entfernt werden kann, diese nach und nach durch wiederholtes
Drahtziehen entfernt werden. In diesem Fall ist es vorteilhaft,
wenn die reine Cu-Lage im Hinblick auf die Bearbeitungsfähigkeit
bis zum letzten Drahtziehen verbleiben darf. Die Bearbeitungsfähigkeit
beim nachfolgenden Drahtziehen wird ebenfalls schlechter, wenn die
reine Cu-Lage vorzeitig entfernt wird. Als ein Verfahren zum Entfernen der
obigen reinen Cu-Lage während
des Drahtziehens kann zum Beispiel das bekannte herkömmliche
Oberflächen-Drahtziehen
verwendet werden.
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Das herkömmliche Oberflächen-Drahtziehen
ist beispielsweise bekannt aus Nonferrous Wire Handbook, Volume
2 – Bare
Wire Processing, 1981 von Otto J. Tassi, herausgegeben von THE WIRE
ASSOCIATION INTERNATIONAL, INC., Guilford, Connecticut.
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Erstes Ausführungsbeispiel
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Im weiteren wird in Bezug auf 1 eine erste Ausführung detailliert
beschrieben, wobei Nb3Sn als eine A3B-Verbindung hergestellt wurde.
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Jeder runde Bronzestab (Länge 600
mm und Durchmesser 230 mm) bestehend aus 14 Gew.-% von Sn, 0,2 Gew.-%
von Ti und der Rest im wesentlichen aus Cu wurde mit 19 Durchgangslöchern, die
annähernd gleichmäßig verteilt
wurden, mit einem Durchmesser von 25 mm ausgebildet und wurde dann
spanabhebend bearbeitet, um eine Bronzeröhre mit einem Durchmesser entsprechend
der Tabelle 1 herzustellen. Nb-Stäbe mit einem Durchmesser von
24,5 mm wurden in die Durchgangslöcher eingesetzt. Die Bronzeröhre wurde
in eine sauerstofffreie Kupferröhre
mit einem äußeren Durchmesser
von 210 mm und einem inneren Durchmesser, dessen Wert in Tabelle
1 angegeben ist, eingesetzt. Sauerstofffreie Kupferscheiben (nicht
dargestellt) wurden an gegenüberliegenden
Enden der Röhre
angeschweißt.
Zum Bilden eines Vakuums wurde der Innenraum evakuiert und abgedichtet.
Die Röhre
wurde dann isostatisch warmgepreßt und spanabhebend bearbeitet,
um einen äußeren Durchmesser
von 200 mm zu erhalten. Der so erlangte zusammengesetzte Primär-Knüppel 4 ist
in 1 dargestellt. In
der Abbildung entspricht der obige Nb-Stab einem Nb-Kern, die Bronzeröhre entspricht
einer Cu-Sn-Legierungs-Matrix 2, und die obige sauerstofffreie
Kupferröhre
entspricht einer reinen Cu-Lage 3. Der innere Durchmesser
der reinen Cu-Lage und das Verhältnis
der Querschnittsfläche
der reinen Cu-Lage zu der Querschnittsfläche des zusammengesetzten Primär-Knüppels 4 sind
in Tabelle 1 angegeben.
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Um den Durchmesser auf 40 mm zu bringen,
wurde der zusammengesetzte Primär-Knüppel 4 bei 650° C extrudiert
und mehrfach drahtgezogen, um einen zusammengesetzten Strang mit
einem Durchmesser von 2 mm zu erlangen. Gleichzeitig wurde die reine
Cu-Lage durch Oberflächendrahtziehen
vollständig
entfernt. Der so hergestellte zusammengesetzte Strang wurde zum
Herstellen eines hexagonalen Strangs weiter drahtgezogen und verformt,
um einen hexagonalen Querschnitt mit einem Abstand zwischen gegenüberliegenden
Seiten von 1,7 mm zu erhalten. Um einen zusammengesetzten Knüppel höherer Ordnung
(zusammengesetzter Sekundär-Knüppel) aufzubauen,
wurde dieser hexagonale Strang verwendet, um durch nachfolgendes
Ziehen einen superleitfähigen
Draht zu erzeugen.
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Um die Bearbeitungsfähigkeit
bei der Herstellung des zusammengesetzten Strangs vor der Montage des
obigen zusammengesetzten Sekundär-Knüppels auszuwerten,
wurden Beobachtungen des Aussehens des hergestellten zusammengesetzten
Strangs während
des Drahtziehens und Wirbelstromuntersuchungen zur Mängelerforschung
durchgeführt
um festzustellen, ob in der Oberfläche des zusammengesetzten Strangs Risse
vorhanden waren. Der zusammengesetzte Strang in dessen Oberfläche Risse
festgestellt wurden, wurde als defekt klassifiziert. Die Kalkulation
der Produktionsausbeute von nicht defekten zusammengesetzten Strängen beruhte
auf der Menge von Nb, die zur Montage des ursprünglichen zusammengesetzten
Knüppels 4 verwendet
wurde. Im weiteren wurde die Ertragsmenge (Gewicht) der erhaltenen zusammengesetzten Stränge gemessen.
Diese Ergebnisse sind in Tabelle 1 dargestellt.
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Vergleichsausführung zum
ersten Ausführungsbeispiel
und Ausführung
nach dem bekannten Bronzeverfahren
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In einer bekannten Ausführung wurde
ein zusammengesetzter Strang unter Verwendung eines runden Bronzestabes ähnlich der
ersten Ausführung
durch Ausbilden von 19 Durchgangslöchern, die annähernd gleichmäßig verteilt
wurden, mit einem Durchmesser von 25 mm hergestellt. Um einen äußeren Durchmesser von
210 mm zu bilden, wurde die Bronzeröhre spanabhebend bearbeitet.
Die äußere Peripherie
der Bronzeröhre
wurde nicht mit einer sauerstofffreien Kupferröhre bedeckt. Ähnlich wie
bei der ersten Ausführung
wurde der so erhaltene zusammengesetzte Strang weiter verwendet,
um einen zusammengesetzten Knüppel
höherer
Ordnung (zusammengesetzter Sekundär-Knüppel)
aufzubauen und durch nachfolgendes Ziehen einen superleitfähigen Draht
herzustellen. Es wurde eine Vergleichs-Ausführung ähnlich der ersten Ausführung der
vorliegenden Erfindung ausgeführt,
mit der Ausnahme, daß das
Querschnittsflächenverhältnis der
reinen Cu-Lage den in der Tabelle 1 angegebenen Wert hatte. Die
Anwesenheit oder Abwesenheit von Rissen in der Strangoberfläche, die
Produktionsausbeute, und die Ertragsmengen der so erlangten zusammengesetzten
Stränge der
bekannten Ausführung
und der Vergleichsausführung
sind ebenfalls in Tabelle 1 angegeben.
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Wie aus Tabelle 1 ersichtlich, weisen
Nr. 1 und Nr. 2 der Ausführung
der vorliegenden Erfindung im Vergleich mit Nr. 3 der bekannten
Ausführung
nachweislich eine wesentlich bessere Bearbeitungsfähigkeit
auf, beispielsweise ist die Anzahl der Risse in der Oberfläche geringer
und die Produktionsausbeute des zusammengesetzten Strangs größer. Nr.
4 der Vergleichsausführung,
bei der das Querschnittsflächenverhältnis der reinen
Cu-Lage 0,0268 war, zeigte eine schlechtere Bearbeitungsfähigkeit
und Produktionsausbeute. Auf der anderen Seite war die Produktionsausbeute
der Vergleichsausführung
Nr. 5 gering, obwohl das Querschnittsflächenverhältnis der reinen Cu-Lage 0,1183
betrug und sie eine gute Bearbeitungsfähigkeit aufwies. Da die zusammengesetzten
Stränge
der ersten Ausführung
der vorliegenden Erfindung im Vergleich mit denen der bekannten
Ausführung
und der Vergleichsausführung
eine wesentlich bessere Verarbeitungsfähigkeit und Produktionsausbeute
aufweisen, ist es möglich,
die Produktionskosten für
supraleitfähige
Drähte
bzw. Leiter gemäß dem Verfahren
der vorliegenden Erfindung zu reduzieren.
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Zweites Ausführungsbeispiel
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Im weiteren soll mit Bezug zu 2 eine zweite Ausführung erläutert werden.
Jede sauerstofffreie Kupferröhre 7 mit
dem in Tabelle 2 angegebenen inneren Durchmesser und einem äußeren Durchmesser
von 220 mm wurde über
jede Bronzeröhre 6 (bestehend
aus 14 Gew.-% von Sn, 0,2 Gew.-% von Ti, und der Rest im wesentlichen
aus Cu) mit dem in Tabelle 2 angegebenen äußeren Durchmesser und einem
inneren Durchmesser von 180 mm, und einer Länge von 600 mm gesteckt. Der
zusammengesetzte Strang (runder Draht mit einem Durchmesser von
2 mm) von Nummer 3 der obigen ersten Ausführung wurde weiter gezogen,
um einen hexagonalen Strang 5 mit dem Abstand zwischen
den gegenüberliegenden
Seiten von 1,7 mm herzustellen. Die hexagonalen Stränge wurden,
wie in der 2 dargestellt,
in die Bronze-Röhre 6 eingelegt.
In der Mitte der Bronzeröhre 6 wurde
ein sauerstofffreier Kupferstab 9 mit einem Durchmesser
von 90 mm, der von einer Nb-Folie 8 mit einer Dicke von
1 mm umwickelt wurde, positioniert.
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Dann wurden sauerstofffreie Kupferscheiben
(nicht dargestellt) an gegenüberliegenden
Enden angeschweißt.
Um den äußeren Durchmesser
auf 200 mm zu bringen, wurde die Röhre isostatisch warmgepreßt und spanabhebend
bearbeitet. Auf der äußeren Peripherie
des so erlangten zusammengesetzten Sekundär-Knüppels war eine reine Cu-Lage
entsprechend der obigen sauerstofffreien Kupferröhre vorhanden. Der innere Durchmesser
der reinen Cu-Lage
und das Verhältnis
der Querschnittsfläche
der reinen Cu-Lage zu der Querschnittsfläche des zusammengesetzten Sekundär-Knüppels sind
in Tabelle 2 angegeben. Um den Durchmesser auf 40 mm zu bringen,
wurde der zusammengesetzte Sekundär-Knüppel bei 650°C extrudiert
und mehrfach drahtgezogen, um schließlich einen zusammengesetzten
0,8-mm-Draht zu erhalten. Während
des Drahtziehens wurde die oben erwähnte reine Cu-Lage durch Oberflächendrahtziehen
vollständig
entfernt. Die Untersuchungsergebnisse der Beobachtung von Erscheinungen
während
des Drahtziehens und die Untersuchung von Rissen in der Oberfläche des
zusammengesetzten Stranges durch Wirbelstromuntersuchungen zur Mängelerforschung,
die Produktionsausbeute berechnet auf der Basis der beim Zusammenbau
des zusammengesetzten Sekundär-Knüppels verwendeten
Menge von Nb und die Ertragsmenge (Gewicht) der so erhaltenen supraleitfähigen Drähte bzw.
Leiter sind in Tabelle 2 angegeben.
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Ausführung nach
dem bekannten Bronzeverfahren und Vergleichsausführung zum zweiten Ausführungsbeispiel
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In einer bekannten Ausführung wurde
ein zusammengesetzter Sekundär-Knüppel ähnlich der
zweiten Ausführung
der vorliegenden Erfindung gefertigt, außer daß die Bronzeröhre 6 anstatt
mit einer sauerstofffreien Kupferröhre 7 mit einer Bronzeröhre (bestehend
aus 14 Gew.-% von Sn, 0,2 Gew.-% von Ti, und der Rest im wesentlichen
aus Cu) mit einer Länge
von 600 mm, einem inneren Durchmesser von 180 mm und einem äußeren Durchmesser
von 220 mm bedeckt wurde, und ein zusammengesetztes Drahtmaterial ähnlich der Ausführung der
vorliegenden Erfindung angefertigt wurde. In einer Vergleichsausführung wurde
die zweite Ausführung
der vorliegenden Erfindung wiederholt, mit der Ausnahme, daß das Querschnittsflächenverhältnis der
reinen Cu-Lage den in der Tabelle 2 angegebenen Wert hatte. Die
Ergebnisse der Untersuchungen von Rissen in der Oberfläche, der
Produktionsausbeute, und der Ertragsmenge der supraleitfähigen Drähte der
bekannten Ausführung
und der Vergleichsausführung
sind ebenfalls in Tabelle 2 angegeben.
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Wie aus Tabelle 2 ersichtlich, führen Nr.
6 und Nr. 7 der zweiten Ausführung
der vorliegenden Erfindung im Vergleich zu Nr. 8 der bekannten Ausführung zu
einer wesentlich besseren Bearbeitungsfähigkeit, beispielsweise ist
die Anzahl der Risse in der Oberfläche gering und die Produktionsausbeute
hoch. In Nr. 9 der Vergleichsausführung, bei der das Querschnittsflächenverhältnis der
reinen Cu-Lage 0,0258
war, waren viele Risse in der Fläche
des Strangs festzustellen und die Bearbeitungsfähigkeit und die Produktionsausbeute
geringer. Auf der anderen Seite war die Produktionsausbeute geringer,
obwohl die Bearbeitungsfähigkeit
in Nr. 10 der Vergleichsausführung,
bei der das Querschnittsflächenverhältnis der
reinen Cu-Lage 0,1089 betrug, besser.
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Das Verfahren zur Herstellung eines
supraleittähigen
Nb3Sn-Drahtes, gemäß der vorliegenden Erfindung
gestattet die Herstellung von supraleitfähigen Drähten bzw. Leitern, wie bereits
erläutert,
sowohl mit einer hohen Produktionsausbeute als auch einer hohen
Qualität
und verbessert darüber
hinaus die Produktivität
und liefert damit einen bemerkenswerten Beitrag für die Industrie.
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- 1
- A-Metall
- 2
- B-Metall-Legierung
- 3
- Cu-Lage
- 4
- Primär-Knüppel
- 5
- hexagonaler
Strang
- 6
- Bronzeröhre
- 7
- Cu-Röhre
- 8
- Nb-Folie
- 9
- Kupferstahl