DE19612217C1 - Pulssequenz für ein Kernspintomographiegerät mit einer zeitlich konstanten Inhomogenität des Grundmagnetfeldes - Google Patents
Pulssequenz für ein Kernspintomographiegerät mit einer zeitlich konstanten Inhomogenität des GrundmagnetfeldesInfo
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Description
Kernspintomographie wird üblicherweise in Magnetfeldern mit
hohem Homogenitätsgrad durchgeführt, da sonst bei herkömmli
chen Pulssequenzen räumliche Verzerrungen des Objektes auf
treten. Es ist jedoch aufwendig, Magnete mit der üblicherwei
se geforderten Homogenität herzustellen. Insbesondere gelingt
dies bei Helmholtzanordnungen, wie sie z. B. für supraleitende
Magnete üblich sind, nur bei einer bestimmten Mindestlänge
des Magneten. Bei Polschuhmagneten darf das Verhältnis Pol
schuhfläche zu Polschuhabstand einen bestimmten Wert nicht
unterschreiten. Die geforderte Baulänge bzw. Polschuhfläche
bedingt nicht nur einen hohen Aufwand, sondern führt auch zu
einer Einschränkung der Zugänglichkeit und bei rohrförmigen
Magneten außerdem zu verstärkten Klaustrophobieproblemen. Für
interventionelle Kernspintomographie ist die Zugänglichkeit
zum Patienten ein essentieller Faktor.
Sowohl unter Kostengesichtspunkten als auch in Hinblick auf
interventionelle Anwendungen werden daher Bildgebungsverfah
ren gesucht, die auch bei größeren Magnetfeldinhomogenitäten
zu brauchbaren Ergebnissen führen. Dabei treten Probleme so
wohl in der Anrege- als auch in der Auslesephase auf. Es gibt
eine Reihe von Lösungen, die mit einem Auslesegradienten ver
bundenen Bildverzerrungen zu vermeiden. Lediglich beispiel
haft sei das "Single-Point"-Bildgebungsverfahren genannt, wie es
unter anderem in den SMRM abstracts 1993, Seite 1215f be
schrieben ist. Ein derartiges Verfahren ermöglicht eine Bild
gebung im inhomogenen Feld, indem der Auslesegradient durch
Phasenkodierschritte ersetzt wird. Weitere Pulssequenzen zur
Bildgebung im inhomogenen Feld sind beispielsweise in den
deutschen Patentanmeldungen DE 44 35 104 A1 be
schrieben. In der deutschen Patentanmeldung DE 195 11 835 A1 ist
eine Pulssequenz beschrieben, die speziell für einen Magneten
mit einer vorgegebenen, zeitlich konstanten Inhomogenität in
einer ersten Raumrichtung geeignet ist, wobei die Inhomogeni
tät zumindest in der Richtung des Auslesegradienten wesent
lich geringer ist. Ein Magnet, bei dem man eine wesentliche
Inhomogenität in einer Raumrichtung zuläßt, ist wesentlich
einfacher aufzubauen als herkömmliche Magnete mit hohen Homo
genitätsanforderungen in allen Raumrichtungen.
Wie oben bereits angeführt, besteht aber bei inhomogenen Fel
dern nicht nur ein Problem in der Auslesephase, sondern auch
in der Anregephase. Bisher wurden im allgemeinen amplituden
modulierte Anregepulse angewandt, und zwar ein sogenannter
sinc-Puls, wie er in Fig. 1 dargestellt ist. Fig. 2 zeigt
das gewünschte rechteckförmige Frequenzprofil. Das Frequenz
spektrum soll in einem Frequenzbereich zwischen -f₀ und f₀
einen konstanten Betrag A, außerhalb dieses Frequenzbereichs
den Wert 0 aufweisen. Der zugehörige sinc-Puls muß dann eine
Amplitude 2 * A * f₀ aufweisen. Ferner besteht ein reziproker
Zusammenhang zwischen der Bandbreite und der Pulsdauer.
Bei vorgegebener Schichtdicke ist die erforderliche Bandbrei
te des Anrege-Hochfrequenzpulses zum anliegenden Magnetfeld
gradienten proportional. Der Magnetfeldgradient ist im be
trachteten Fall durch die Inhomogenität gegeben. Wenn eine
sehr starke Inhomogenität vorliegt, benötigt man also eine
große Bandbreite des Anrege-Hochfrequenzpulses. Aufgrund des
oben erläuterten Zusammenhangs bedeutet dies, daß der sinc-Puls
sehr schmal werden muß. Da der erreichte Flipwinkel zum
Zeitintegral des sinc-Pulses proportional ist, bedingt dies,
daß die Amplitude des sinc-Pulses entsprechend erhöht werden
muß. Durch Hardwarekomponenten ist sie auf die maximale Hoch
frequenz-Spitzenleistung begrenzt. Mit den konventionellen
amplitudenmodulierten Hochfrequenzpulsen können daher bei
größeren Inhomogenitäten aufgrund der begrenzten Bandbreite
nur sehr dünne Schichten angeregt werden. Mit einer einzelnen
Aufnahme kann man also nur sehr dünne Schichten erfassen. Au
ßerdem erhält man kein ausreichendes Signal mehr, wenn die
angeregten Schichten zu dünn werden.
Das dargestellte Problem kann durch die Anwendung frequenzmo
dulierter Anrege-Hochfrequenzpulse gelöst werden. Solche frequenzmodulierten
Anrege-Hochfrequenzpulse sind beispielsweise
in den Literaturstellen D. Kunz, Frequency-Modulated Radio
frequency Pulses in Spin-Echo and Stimulated Echo Experi
ments, Magn. Reson. Med. 4, 129-136 (1987) und D. Kunz, Use
of Frequency-Modulated Radiofrequency Pulses in MR Imaging
Experiments, Magn. Reson. Med. 3, 377-384 (1986) beschrieben.
Frequenzmodulierte Anrege-Hochfrequenzpulse, die auch als
"Chirp"-Pulse bezeichnet werden, besitzen jedoch gegenüber
den amplitudenmodulierten Pulsen eine nichtlineare Beziehung
zwischen der Hochfrequenzamplitude und dem Flipwinkel. Diese
nichtlineare Beziehung ist auch dafür verantwortlich, daß
Chirp-Pulse eine höhere spezifische Hochfrequenzabsorption
(SAR, Specific Absorption Rate) verursachen als amplitudenmo
dulierte Pulse mit gleichem Flipwinkel und gleicher Bandbrei
te. Für einen Flipwinkel von α = 180° ist die SAR für einen
Chirp-Puls etwa doppelt so hoch wie für den entsprechenden
amplitudenmodulierten Puls. Da die Hochfrequenzbelastung für
den Patienten begrenzt werden muß, ist bei Anwendung fre
quenzmodulierter Hochfrequenzpulse die Repetitionsrate, ins
besondere bei großen Flipwinkeln, beschränkt.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Pulssequenz für ein
Kernspintomographiegerät derart auszugestalten, daß in stark
inhomogenen Grundmagnetfeldern bzw. unter starken Magnetfeld
gradienten eine Schichtanregung mit ausreichender Schichtdicke
möglich ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale
des Anspruchs 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispie
len nach den Fig. 3 bis 9 näher erläutert. Dabei zeigen:
Fig. 3 eine offene Magnetanordnung, wie sie z. B. für die
Anwendung des Verfahrens geeignet ist,
Fig. 4 die Abfolge von Hochfrequenzpulsen nach dem erfin
dungsgemäßen Verfahren,
Fig. 5 die jeweiligen Bandbreiten der Hochfrequenzpulse,
Fig. 6-9 schematisch eine vollständige Pulssequenz als
Anwendungsbeispiel für das Verfahren.
In Fig. 3 ist schematisch ein besonders einfaches Magnetde
sign dargestellt, für das sich das erfindungsgemäße Verfahren
eignet. Das Magnetsystem steht auf einem Sockel 1 und weist
lediglich einen Polschuh 2 auf. Der magnetische Antrieb er
folgt im Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 durch eine normal
leitende Magnetspule 5, er kann jedoch auch als Permanentma
gnet ausgeführt werden. Im Bereich des Polschuhs 2 sind Gra
dientenspulensätze 7 und Hochfrequenzantennen 4 angebracht.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Anordnungen, wo drei Gradien
tenspulensätze für drei senkrecht aufeinanderstehende Raum
richtungen erforderlich sind, sind hier nur zwei Gradienten
spulensätze für zwei Raumrichtungen vorgesehen, was im fol
genden noch verdeutlicht wird. Die Hochfrequenzantenne 4
dient im Ausführungsbeispiel sowohl zum Senden als auch zum
Empfangen von Signalen. Im Magneten ist ein Untersuchungsob
jekt 6 positioniert. Die dargestellte Konstruktion entspricht
in einigen Teilen einem Magnetsystem, wie es im US-Patent
5,200,701 näher erläutert ist, jedoch mit dem wesentlichen
Unterschied, daß nur ein Polschuh und nur zwei Gradientenspu
lensätze vorhanden sind.
Die Magnetspule 5 wird von einer Magnetstromversorgung 8 ge
speist und die Gradientenspulensätze 7 von einer Gradienten
stromversorgung 9. Die Antenne 4 ist mit einer Hochfrequenz
einheit 10 verbunden. Aus den von der Hochfrequenzeinheit ge
wonnenen Signalen wird durch einen Bildrechner 12 ein Bild
rekonstruiert, das auf einem Monitor 13 abgebildet wird. Die
Magnetstromversorgung 8, die Gradientenstromversorgung 9, die
Hochfrequenzeinheit 10 und der Bildrechner 12 werden von ei
nem Steuerrechner 11 gesteuert.
Bei dieser Konstruktion ergibt sich im Bereich des Untersu
chungsobjekts 6 zwangsläufig ein relativ starker Magnetfeld
gradient senkrecht zum Polschuh 2, also in z-Richtung gemäß
dem Koordinatensystem x3 nach Fig. 1. Der Verlauf dieses
Gradienten kann allerdings genau berechnet werden. Bei ent
sprechender Auslegung des Magnetsystems kann in den zur z-Richtung
senkrechten Richtungen x und y eine verhältnismäßig
gute Homogenität erzielt werden.
Der Magnet nach Fig. 3 stellt ein Beispiel für ein sogenann
tes z1-Design dar, wie es für die Anwendung der hier be
schriebenen Pulssequenz besonders geeignet ist. Das z1-Design
ist gekennzeichnet durch ein stark linear steigendes Grund
feld entlang der z-Richtung. Die Inhomogenität in den beiden
anderen Raumrichtung ist - abhängig vom speziellen Design -
wesentlich geringer und nur für diese Richtungen werden Gra
dientenspulen benötigt. Die Anordnung mit nur einem Polschuh
hat den Vorteil, daß der Patient bei der Untersuchung und für
eventuelle interventionelle Anwendungen völlig ungehindert
zugänglich ist.
Die nachfolgend beschriebene Pulssequenz funktioniert jedoch
prinzipiell bei beliebigen Inhomogenitäten, wobei jedoch die
aus dem bisherigen bildgebenden Verfahren bekannten zusätzli
chen Probleme entstehen, z. B. Mehrdeutigkeiten bei der
Schichtselektion (gekrümmte Schichten und Schichtdickenvaria
tionen).
Fig. 4 zeigt ein Ausführungsbeispiel, wie amplitudenmodu
lierte Hochfrequenzpulse entsprechend der Erfindung ausge
staltet werden können. Dabei werden im zeitlichen Abstand τ
N Anrege-Hochfrequenzpulse HFa1-HFaN eingestrahlt. Die ein
zelnen Anrege-Hochfrequenzpulse sind als sinc-Pulse ausge
führt und weisen unterschiedliche, aneinander anschließende
Bandbreiten (ω1 ± Δω1) bis (ωN ± ΔωN) auf. Beispielsweise
ist der erste Anrege-Hochfrequenzpuls HFa1 mit dem Flipwinkel
α1 mit der Frequenz ω1 moduliert und deckt die Bandbreite ω1
± Δω1 ab. Der zweite Anrege-Hochfrequenzpuls HFa2 weist
ebenfalls einen Flipwinkel α1 auf, er wird mit zeitlichem
Versatz τ gesendet, ist mit der Frequenz ω2 moduliert und
deckt eine Bandbreite ω2 ± Δω2 ab. Um keine Lücke im Fre
quenzband entstehen zu lassen, gilt ω1 + Δω1 = ω2 - Δω2.
Entsprechendes gilt für alle nachfolgenden Anrege-Hochfre
quenzpulse.
Mit diesen Anrege-Hochfrequenzpulsen resultiert eine gesamte
Bandbreite bei der Anregung, die der Summe der Bandbreiten
der einzelnen Anrege-Hochfrequenzpulse entspricht. Dies ist
in Fig. 5 schematisch dargestellt. Damit wird eine Schicht
dicke angeregt, die durch den während der Anregung wirksamen
Magnetfeldgradienten (bzw. der Magnetfeldinhomogenität) und
der Summe der Bandbreiten der einzelnen Anrege-Hochfrequenz
pulse vorgegeben ist.
Auf die Anregung folgen N Refokussierungs-Hochfrequenzpulse
HFr1-HFrN. Diese weisen zueinander einen zeitlichen Versatz
auf, der halb so groß wie bei der Anregung ist, also τ/2. Die
Modulationsfrequenz ωn und die Bandbreite ± Δωn des jeweili
gen Refokussierungs-Hochfrequenzpulses HFrn entspricht den
jeweiligen Werten des zugeordneten Anrege-Hochfrequenzpulses
HFan. Die Flipwinkel der Refokussierungs-Hochfrequenzpulse
HFr betragen α2.
Jeder Anrege-Hochfrequenzpuls HFan erzeugt in Verbindung mit
dem zugeordneten Refokussierungs-Hochfrequenzpuls HFrn ein
Spin-Echo-Signal S. Durch die dargestellte zeitliche Korrela
tion von Anrege-Hochfrequenzpulsen HFan und Refokussierungs-Hochfrequenzpulsen
HFrn wird erreicht, daß alle auf diese
Weise erzeugten Spin-Echo-Signale zeitlich zu einem einzigen
Spin-Echo-Signal S zusammenfallen.
Mit der dargestellten Pulssequenz gelingt es also, bei ampli
tudenmodulierten Hochfrequenzpulsen den Effekt einer breit
bandigen Anregung zu erzielen, ohne daß der einzelne Hochfre
quenzpuls eine extrem große Bandbreite aufweisen muß, was zu
den eingangs erläuterten Problemen führen würde. Durch die
resultierende große Bandbreite können auch in starken Magnet
feldgradienten ausreichend dicke Schichten angeregt werden.
Eine maximale Signalamplitude des Spin-Echo-Signals erhält
man, wenn man den Flipwinkel α1 der Anrege-Hochfrequenzpulse
HFa = 90° und den Flipwinkel α2 der Refokussierungs-Hochfre
quenzpulse HFr = 180° wählt. In stark inhomogenen Feldern kann
es aber sinnvoll sein, die Flipwinkel etwas kleiner zu wäh
len, um die benötigte Hochfrequenz-Spitzenleistung, die aus
den eingangs genannten Gründen die Bandbreite des einzelnen
Hochfrequenzpulses limitiert, weiter zu reduzieren. Damit
kann der einzelne Hochfrequenzpuls eine größere Bandbreite
aufweisen, so daß die benötigte Gesamtzahl von Hochfrequenz
pulsen reduziert wird.
Die einzelnen Hochfrequenzpulse, insbesondere die Refokussie
rungs-Hochfrequenzpulse HFr können leicht überlappend addiert
werden, um die gesamte Pulsdauer der zusammengesetzten Hoch
frequenzpulse für Anregung und Refokussierung zu verkürzen.
Dies ermöglicht kürzere Echo-Zeiten oder kann zu einer Erhö
hung der Anzahl N der Pulse genutzt werden, um eine größere
Gesamtbandbreite zu realisieren. Bei der Überdeckung der
Hochfrequenzpulse muß berücksichtigt werden, daß die Hauptma
xima der zu überdeckenden N Hochfrequenzpulse noch hinrei
chend getrennt sind. Im Grenzfall der vollständigen Überdeckung
erhält man einen N-fach schmäleren sinc-Hochfrequenzpuls
mit N-facher Amplitude. Dies entspricht dem herkömmlichen
Fall, bei dem die gegebene Bandbreite mit einem einzelnen
sinc-förmigen Hochfrequenzpuls angeregt wird.
In den Fig. 6-9 ist als Ausführungsbeispiel der Erfin
dung eine vollständige Pulssequenz mit der oben erläuterten
Anregung dargestellt. Dabei symbolisiert der permanente Gra
dient Gz in z-Richtung die lineare Grundfeld-Inhomogenität,
die sowohl bei der Anregung als auch beim Auslesen des Spin-
Echo-Signals S wirksam ist. Vor dem Auslesen wird das Kernre
sonanzsignal in herkömmlicher Weise durch Gradienten in y-Richtung
(Gy) bzw. x-Richtung (Gx) phasencodiert.
Für die Auslesephase sind in den Fig. 6-9 zwei Möglich
keiten dargestellt. Wenn der permanente Gradient Gz hinrei
chend linear ist, kann er als Auslesegradient verwendet wer
den. In diesem Fall wird das gesamte Spin-Echo-Signal S wäh
rend einer Zeitspanne, die in Fig. 6 mit "ADC on" bezeichnet
ist, abgetastet. Die abgetasteten Werte werden digitalisiert
und die so gewonnenen m Werte in eine Zeile einer Rohdatenma
trix eingetragen. Die dargestellte Pulssequenz wird mit n un
terschiedlichen Werten des Phasencodiergradienten Gy und mit
o unterschiedlichen Werten des Phasencodiergradienten Gx wie
derholt, so daß man insgesamt eine dreidimensionale Rohdaten
matrix mit m*n*o Werten erhält. Aus dieser Rohdatenmatrix
kann in herkömmlicher Weise durch dreidimensionale Fourier
transformation ein dreidimensionaler Bilddatensatz gewonnen
werden. Durch den während der Auslesephase wirksamen Gradien
ten Gz erfolgt also noch eine Ortsauflösung innerhalb der an
geregten Schicht, so daß man eigentlich ein dreidimensionales
Volumen anregt, aus dem ein dreidimensionaler Bilddatensatz
gewonnen wird.
Wenn der permanente Gradient Gz nicht linear ist, würde man
mit dem oben genannten Verfahren entsprechende Bildverzerrun
gen in z-Richtung bekommen. Dies läßt sich vermeiden, wenn
man die eingangs bereits genannte Single-Point-Technik anwen
det. Dabei wird das Spin-Echo-Signal S nur an einem einzelnen
Punkt, der in Fig. 6 mit SP bezeichnet ist, abgetastet. Je
Pulssequenz erhält man also nur einen einzelnen Meßpunkt im
Rohdatenraum. Durch m-fache Wiederholung der Sequenz mit un
terschiedlichen Phasencodiergradienten Gy und n-fache Wieder
holung der Sequenz mit unterschiedlichen Phasencodiergradien
ten Gx erhält man nach m*n Pulssequenzen eine zweidimensiona
le m*n Rohdatenmatrix, aus der wiederum durch zweidimensiona
le Fouriertransformation eine zweidimensionale Bilddatenma
trix gewonnen werden kann. Bei diesem Verfahren erfolgt keine
Ortsauflösung in z-Richtung, dafür ist es aber unempfindlich
gegen Nichtlinearitäten des Magnetfeldgradienten Gz.
Mit der oben dargestellten Sequenz, die auch mit dem Akronym
"SELFI" (Spin Echo for Large Field Inhomogeneities) bezeich
net wird, ist es somit möglich, ausreichende Schichtdicken
auch in großen Inhomogenitäten anzuregen. Mit einzelnen
amplitudenmodulierten Pulsen in einer Spin-Echo-Sequenz wäre
dies nicht möglich, da die durch die Hardwarekomponenten ei
ner MR-Anlage vorgegebene maximale Hochfrequenz-Spitzenlei
stung eine untere Schranke für die Hochfrequenzpulsdauer und
damit eine obere Grenze der erreichbaren Bandbreite bestimmt.
Damit ist auch eine obere Grenze für die Inhomogenität gege
ben, die mit einem einzelnen amplitudenmodulierten Puls über
deckt werden kann. Mit der angegebenen Methode läßt sich die
se Grenze ohne Hardwareerweiterungen überschreiten. Gegenüber
frequenzmodulierten Pulsen, die ohne weiteres breitbandiger
ausgeführt werden könnten, hat die hier vorgeschlagene Metho
de den Vorteil, daß die Flipwinkel der verwendeten Pulse li
near von der Stärke des Grundmagnetfeldes abhängen. Die Spe
cific Absorbtion Rate (SAR), d. h. die Hochfrequenzbelastung
des Patienten ist gegenüber frequenzmodulierten Pulsen redu
ziert. Dies ist nicht zuletzt in stark inhomogenen Feldern
wichtig, da dort höhere SAR-Werte erreicht werden als in kon
ventionellen, homogenen Magnetfeldern. Ein weiterer Vorteil
der hier vorgestellten Pulssequenz liegt in der leichten Im
plementierung, da auf konventionelle HF-Pulsformen zurückge
griffen werden kann.
Claims (10)
1. Pulssequenz für ein Kernspintomographiegerät mit folgenden
Schritten:
- a) Auf ein Untersuchungsobjekt (6) werden unter Einwirkung eines permanenten Magnetfeldgradienten (Gz) in einer ersten Richtung (z) N im Zeitabstand T beabstandete Anrege-Hochfrequenz pulse (HFa) eingestrahlt, wobei die Anrege-Hochfrequenz pulse (HFa) unterschiedliche, aneinander angrenzende Fre quenzbänder (ωn ± Δωn) aufweisen, wobei N 2.
- b) Nach einer Zeitspanne t nach dem letzten Anrege-Hochfre quenzpuls (HFaN) werden unter Einwirkung des Magnetfeld gradienten N im Zeitabstand τ/2 beabstandete Refokus sierungs-Hochfrequenzpulse (HFr) eingestrahlt, wobei der n-te Anrege-Hochfrequenzpuls (HFan) und der n-te Refokus sierungs-Hochfrequenzpuls (HFrn) im wesentlichen überein stimmende Frequenzbänder aufweisen.
- c) Ein entstehendes Spin-Echo-Signal (S), das Signalbeiträge aus allen Hochfrequenz-Anregepulsen (Hfa) enthält, wird ausgelesen.
2. Pulssequenz nach Anspruch 1, wobei sich die Refokussie
rungs-Hochfrequenzpulse (HFr) zeitlich teilweise überlappen.
3. Pulssequenz nach Anspruch 2, wobei sich auch die Anre
gngs-Hochfrequenzpulse (HFa) zeitlich teilweise überlappen.
4. Pulssequenz nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die
Anregungs-Hochfrequenzpulse (HFa) einen Flipwinkel (α1) von
näherungsweise 90° aufweisen.
5. Pulssequenz nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die
Refokussierungs-Hochfrequenzpulse (HFr) einen Flipwinkel (α2)
von näherungsweise 180° aufweisen.
6. Pulssequenz nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der
Magnetfeldgradient (Gz) durch eine Grundfeldinhomogenität
entsteht.
7. Pulssequenz nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei vor
dem Spin-Echo-Signal (S) ein Phasencodiergradient (Gx) in ei
ner zur ersten Richtung (z) senkrechten Richtung (x) einge
schaltet wird.
8. Pulssequenz nach Anspruch 7, wobei vor dem Spin-Echo-
Signal (S) zusätzlich ein Phasencodiergradient (Gy) in einer
dritten, zur ersten und zweiten Richtung (z, x) senkrechten
Richtung (y) eingeschaltet wird.
9. Pulssequenz nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei durch
die Kombination der Anrege-Hochfrequenzpulse (HFa), der Refo
kussierungs-Hochfrequenzpulse (HFr) und des Magnetfeldgra
dienten (Gz) in der ersten Richtung (z) eine Schicht des Un
tersuchungsobjekts definiert wird und wobei nur ein Meßwert
des Spin-Echo-Signals (S) abgetastet wird.
10. Pulssequenz nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei in
einem zeitlichen Raster eine Vielzahl von Meßwerten des Spin-
Echo-Signals (S) abgetastet wird.
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