DE19610184A1 - Ventilaufsatz für Druckdosen - Google Patents
Ventilaufsatz für DruckdosenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Ventilaufsatz für eine Druckdose mit Dosierventil gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
In Gewerbe und Industrie, im Haushalt, im medizinischen Bereich und in vielen weiteren
Anwendungsfällen kommen Druckdosen zum Einsatz, deren unter Druck aufbewahrter
Inhalt bei Betätigung eines Dosierventils mit Hilfe eines Treibmittelgemisches aus dem
Behältnis gepreßt wird. Bei dem Inhalt kann es sich um Lacke, Schmiermittel,
Reinigungsmittel, schäumende Medien und dergleichen mehr handeln. Bei der
Betätigung des Dosierventils wird der Inhalt der Druckdose durch ein Steigrohr des
Dosierventils zu einem Ventilaufsatz transportiert, der auf das Steigrohr aufgesetzt ist.
Der Ventilaufsatz besitzt eine im wesentlichen zylindrische Außenkontur und ist
üblicherweise als Sprühkopf ausgebildet. Dazu ist er mit einem Durchtrittkanal für das
auszubringende Medium bzw. Mediengemisch ausgestattet, der sich aus einer axialen
Bohrung und einem daran anschließenden radialen Kanalabschnitt zusammensetzt. Der
radiale Kanalabschnitt mündet an der Außenfläche des Ventilaufsatzes.
Die axiale Bohrung ist zur Aufnahme des zylindrischen Steigrohrs des Dosierventils
ausgebildet. Der Innendurchmesser der axialen Bohrung entspricht dem
Außendurchmesser des Steigrohrs. Auf diese Weise ist der aufgesteckte Ventilaufsatz
kraftschlüssig auf dem Steigrohr gehalten. Die zylindrische Innenwandung der axialen
Bohrung im Ventilaufsatz und die zylindrische Außenfläche des Steigrohrs wirken
zusammen und bilden Dichtflächen gegen einen unbeabsichtigten Austritt des Inhalts
der Druckdose.
In sehr vielen Anwendungen wird der Inhalt der Druckdose unmittelbar durch den
Ventilaufsatz abgegeben. Die Dosierung erfolgt dabei durch ein mehr oder weniger
starkes Niederpressen des Steigrohrs des Dosierventils. Es kann auch ein
Schlauchstück an die Mündung des radialen Kanalabschnitts angeschlossen sein, um
den Inhalt der Druckdose auch an unzugänglichen Stellen ortsgenau applizieren zu
können. Es sind auch Anwendungen bekannt, bei denen an die Mündung des radialen
Kanalabschnitts ein Schlauchstück angeschlossen ist, welches mit einer zusätzlichen
Dosiereinrichtung verbunden ist. Die Dosiereinrichtung kann ein Handgerät sein, das
beispielsweise mit einer Schlauchklemme ausgestattet ist, mit deren Hilfe der
Durchflußquerschnitt des Schlauchstücks mehr oder weniger stark verengt werden
kann. Derartige Dosiereinrichtungen kommen in Verbindung mit Haltevorrichtungen für
Druckdosen zum Einsatz, bei denen die Dosierventile der Druckdosen im geöffneten
Zustand arretierbar sind. Auf diese Weise kann der Inhalt der Druckdosen kontinuierlich
zu der Dosiereinrichtung gelangen.
Eine Vorrichtung der vorgenannten Art, die für das Ausbringen von Zweikomponenten
schäumen vorgesehen ist, ist beispielsweise in der US-A-5,344,051 beschrieben. Bei
dieser bekannten Vorrichtung erfolgt das Öffnen des Dosierventils über eine
Klemmplatte, die gegen den Ventilaufsatz gepreßt wird und diesen gemeinsam mit dem
Steigrohr in niedergedrückter Stellung festhält. Die Dosierung der Komponenten erfolgt
über die mit dem Schlauchstück verbundene Dosiereinrichtung. Für kurze
Arbeitsunterbrechungen wird nicht die Klemmplatte gelöst, um die Dosierventile an den
Druckdosen wieder zu schließen, sondern es wird üblicherweise einfach das
Schlauchstück vollständig abgeklemmt, um ein Austreten des Zweikomponenten
schaums zu unterbinden. Dadurch kommt es zu einem Druckaufbau im Schlauchstück
und im Ventilaufsatz. Dieser Druckaufbau kann bei Anwendungen im Sommer oder in
wärmeren Regionen unter direkter Sonnenbestrahlung zu Drücken von beispielsweise
bis zu etwa 15 bar betragen. Während die auf den Ventilaufsatz drückende Klemmplatte
ein Abheben des Ventilaufsatzes verhindert, kann es durch diese hohen Drücke bei den
bekannten Ventilaufsätzen zu Undichtigkeiten kommen. Der Inhalt der Druckdosen kann
zwischen dem Steigrohr und dem Ventilaufsatz herausgepreßt werden. Wird nach dem
vollständigen Abklemmen des Schlauchstücks durch die Dosiereinrichtung die
Klemmplatte gelöst, so wird dadurch zwar das Dosierventil geschlossen. Durch den im
Schlauchstück herrschenden hohen Druck kann jedoch ein Ventilaufsatz vom Steigrohr
des Dosierventils gleiten. Dadurch kann der Inhalt des Schlauchstücks ausfließen,
wobei es wegen des hohen Drucks sogar zu einem Herausspritzen des Inhalts kommen
kann. Die daraus resultierenden Verunreinigungen sind höchst unerwünscht und können
im Fall von bereits miteinander vermischten Komponenten des Schaumes sogar zur
Funktionsunwirksamkeit der verunreinigten Vorrichtungen und Gegenstände führen.
Abgesehen davon sind die in den Druckdosen aufbewahrten Komponenten des
Zweikomponentenschaums nicht immer völlig unbedenklich, weshalb oftmals ein
Kontakt, beispielsweise mit der Haut des Anwenders, vermieden werden soll.
Um den hohen Drücken standhalten zu können, ist auch schon versucht worden, den
Ventilaufsatz unter einer sehr großen Vorspannung auf das Steigrohr aufzuschieben.
Die dabei auftretenden hohen Reibungskräfte zwischen dem Steigrohr und dem
Ventilaufsatz können jedoch bereits beim Aufschieben des Ventilaufsatzes zu einem
unbeabsichtigten Auslösen des Dosierventils führen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, diesen Nachteilen der Ventilaufsätze
des Stands der Technik abzuhelfen. Es soll ein Ventilaufsatz geschaffen werden, der
auch im Fall eines Druckaufbaus innerhalb des Abgabesystems zuverlässig abdichtet
und einen unerwünschten Austritt des in der Druckdose gelagerten Inhalts bzw. der in
einem angeschlossenen Schlauchsystem enthaltenen Massen verhindert. Ein
selbsttätiges Herabgleiten des Ventilaufsatzes vom Steigrohr des Dosierventils einer
Druckdose soll verhindert sein. Dabei soll der Ventilaufsatz einfach aufsteckbar sein,
ohne unbeabsichtigt das Dosierventil zu betätigen. Der Ventilaufsatz soll auch wieder
einfach abnehmbar sein.
Die Lösung dieser Aufgaben besteht in einem Ventilaufsatz für eine Druckdose mit
Dosierventil, welcher die im kennzeichnenden Abschnitt des Patentanspruchs 1
angeführten Merkmale aufweist. Der erfindungsgemäße Ventilaufsatz besitzt eine etwa
zylindrische Außenkontur mit einem Durchtrittskanal für ein in der Druckdose
gelagertes, auszubringendes Medium bzw. Mediengemisch. Das eine Ende des
Durchtrittskanals mündet in einer Austrittsöffnung, das andere Ende steht mit einer
axialen Bohrung in Verbindung, die zur Aufnahme eines Steigrohrs des Dosierventils
ausgebildet ist und am Bohrungsgrund eine Schulter als Anschlag für das freie
Vorderende des Steigrohrs aufweist. In der axialen Bohrung ist ein aktiv dichtendes
Element angeordnet, das mit dem Steigrohr zusammenwirkt und unter
Druckbeaufschlagung im Anlagebereich mit dem Steigrohr zu einer erhöhten
Flächenpressung führt.
Das in der axialen Bohrung angeordnete aktiv dichtende Element ist gegen die
Außenwandung des Steigrohrs gepreßt. Die Flächenpressung im Anlagebereich wird
unter Druckbeaufschlagung, wie sie beispielsweise in den zuvor geschilderten Fällen
erfolgen kann, weiter erhöht. Dadurch wird die Dichtwirkung des aktiv dichtenden
Elements weiter erhöht. Zugleich wird durch die vergrößerte Flächenpressung im
Anlagebereich zwischen dem aktiv dichtenden Element und dem Steigrohr auch die
Reibungskraft erhöht, was einem unbeabsichtigten Abheben des Ventilaufsatzes vom
Steigrohr entgegenwirkt.
In einer ersten Ausführungsvariante der Erfindung ist das aktiv dichtende Element ein
umlaufender, lippenartiger Rand, der sich von der Mündung der axialen Bohrung in
Richtung des Bohrungsgrunds erstreckt. Der lippenartige Rand weist einen
Innendurchmesser auf, der geringfügig kleiner ist als der Außendurchmesser des
Steigrohrs des Dosierventils. Auf diese Weise liegt der lippenartige Rand im
aufgesetzten Zustand unter einer gewissen Vorspannung an dem Steigrohr an. Die
Vorspannung ist dabei derart bemessen, daß die zum Aufschieben des Ventilaufsatzes
auf das Steigrohr erforderliche axiale Kraft kleiner ist als die rückstellende Federkraft
des Dosierventils der Druckdose. Die axiale Bohrung ist derart kammerartig erweitert,
daß die Bohrungswandung vom lippenartigen Rand beabstandet ist. Der umlaufende,
lippenartige Rand umgreift das Steigrohr des Dosierventils und ist mit einer kleinen
Vorspannung gegen die Außenwandung des Steigrohrs gepreßt. Die
zusammenwirkenden Flächen des lippenartigen Rands und des Steigrohrs bilden die
Dichtflächen. Dank der kammerartig erweiterten Bohrung kann der lippenartige Rand
druckbeaufschlagt werden. Falls im Schlauchstück und dem Ventilaufsatz ein
Druckaufbau stattfindet, preßt die in der kammerartig erweiterten Bohrung befindliche
Masse den lippenartigen Rand gegen die Außenfläche des Steigrohrs. Durch die
Dimensionierung der kammerartig erweiterten Bohrung und der Außenfläche des
lippenartigen Randes, ist gewährleistet, daß die Reibungskräfte im Anlagebereich des
lippenartigen Randes und des Steigrohrs größer sind als die auf den Bohrlochgrund
wirkenden axialen Kräfte. Der lippenartige Rand wirkt dadurch als aktives Dichtelement,
dessen Dichtfläche in dem Ausmaß, in dem der Druck in der Bohrung steigt stärker
gegen die Gegenfläche am Steigrohr gepreßt wird. Dank der erfinderischen Gestaltung
des Ventilaufsatzes ist die Gefahr von Undichtigkeiten infolge eines übermäßigen
Druckaufbaus im Abgabesystem beseitigt und wird ein selbsttätiges Herabgleiten des
Ventilaufsatzes vom Steigrohr verhindert. Dabei bleibt die einfache Aufsteckbarkeit und
Abnehmbarkeit des Ventilaufsatzes auf das Steigrohr erhalten.
Der lippenartige Rand weist eine größte Wandstärke von etwa 0,3 mm bis etwa 1,0 mm,
vorzugsweise etwa 0,5 mm, auf. Dabei nimmt seine Wandstärke über die
Längserstreckung des lippenförmigen Rands, zum freien Ende hin, ab. Die Form des
lippenartigen Rands gewährleistet eine hohe Flexibilität des Materialstegs. Dadurch kann
sich der lippenartige Rand leicht verformen, damit der Ventilaufsatz unter Vorspannung
der Dichtlippe mit nur geringer Axialkraft auf das Steigrohr aufgeschoben werden kann.
Dadurch ist die Gefahr einer unbeabsichtigten Betätigung des Dosierventils beseitigt.
Unter Druckbeaufschlagung kann sich der lippenartige Rand wegen seiner Flexibilität
über seinen gesamten Umfang an die Außenfläche des Steigrohres anlegen, wodurch
die Dichteigenschaften verbessert werden können.
Indem die Längserstreckung des lippenartigen Randes mindestens das Vierfache seiner
größten Wandstärke beträgt, sind die zusammenwirkenden Flächen an dem
lippenartigen Rand und dem Steigrohr ausreichend groß und steht auf Seiten des
lippenartigen Randes eine genügend große Fläche zur Druckübertragung zur
Verfügung.
In herstellungstechnischer Hinsicht ist es von Vorteil, wenn der Ventilaufsatz zweiteilig
ausgebildet ist und ein Bodenteil mit dem lippenförmigen Rand sowie ein Kopfteil mit
dem Durchtrittskanal und der Austrittsöffnung umfaßt, wobei das Bodenteil und das
Kopfteil formschlüssig miteinander verbunden sind. Das Bodenteil und das Kopfteil
können sehr einfach gesondert, beispielsweise in einem Spritzgußverfahren, gefertigt
werden und müssen danach nur noch zusammengefügt werden. Die Fügestellen sind
dabei mit Vorteil derart beschaffen, daß eine hohe Abdichtung erzielt wird.
Beispielsweise können sie zusätzlich zu dem Formschluß auch noch
ultraschallgeschweißt oder andersartig permanent, flüssigkeits- und gasdicht
miteinander verbunden sein.
Als Materialien für den Ventilaufsatz werden mit Vorzug thermoplastische Kunststoffe
eingesetzt, die gegenüber dem auszubringenden Medium weitgehend inert sind. Für die
Massenfertigung, beispielsweise im Spritzgußverfahren, erweisen sich Polyolefine, wie
z. B. Polypropylen oder Polyethylen, als sehr geeignet.
In einer zweiten Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Ventilaufsatzes ist das
aktiv dichtende Element wenigstens ein elastischer O-Ring, der in einer umlaufenden Nut
in der Wandung der axialen Bohrung angeordnet ist und die Wandung überragt. Der
Innendurchmesser des O-Rings ist geringfügig kleiner der Außendurchmesser des
Steigrohrs, so daß der O-Ring bei aufgeschobenem Ventilaufsatz bereits unter einer
gewissen Vorspannung am Steigrohr anliegt. Die Vorspannung ist dabei jedoch gerade
nur so groß, daß zum Aufschieben des Ventilaufsatzes auf das Steigrohr erforderliche
axiale Kraft kleiner ist als die Federkraft des Dosierventils. Bei Druckbeaufschlagung wird
insbesondere der aus der Wandung der axialen Bohrung ragende Abschnitt des O-Rings
noch weiter komprimiert. Da das Elastomermaterial kaum komprimierbar ist, weicht es in
Richtung der Außenfläche des Steigrohrs aus und erhöht im Anlagebereich mit dem
Steigrohr die Flächenpressung. Dadurch wird seine Dichtwirkung noch weiter erhöht.
Zugleich wird dabei auch die Reibungskraft im Anlagebereich zwischen dem O-Ring und
dem Steigrohr erhöht, was einem unbeabsichtigten Abheben des Ventilaufsatzes vom
Steigrohr entgegenwirkt.
Im folgenden wird die Erfindung unter Bezugnahme auf die in den Figuren dargestellten
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Ventilaufsatzes im
Axialschnitt; und
Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel des Ventilaufsatzes gemäß der Erfindung im
Axialschnitt.
Fig. 1 zeigt einen Abschnitt einer Druckdose 1, aus deren nicht dargestelltem
Dosierventil ein Steigrohr 2 abragt. Ein erstes Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäß ausgebildeten Ventilaufsatzes ist auf das Steigrohr 2 aufgesetzt
dargestellt und gesamthaft mit dem Bezugszeichen 3 versehen. Der Ventilaufsatz 4
besitzt eine im wesentlichen zylindrische Form. Ein Durchtrittkanal für das aus der
Druckdose gepreßte Medium bzw. Mediengemisch umfaßt einen radialen
Kanalabschnitt 6 und einen axialen Kanalabschnitt 7. Der radiale Kanalabschnitt 6
mündet in einem Anschlußzapfen 10 für ein Schlauchstück 11. Während in dem
dargestellten Ausführungsbeispiel der Durchgangskanal einen radialen 6 und einen
axialen Kanalabschnitt 7 aufweist, kann in einer abgewandelten Ausführungsform des
Ventilaufsatzes auch bloß ein axialer Kanalabschnitt vorgesehen sein, der sich zur
Stirnfläche des Ventilaufsatzes erstreckt. Der axiale Kanalabschnitt 7 mündet in eine
kammerartig erweiterte axiale Bohrung 8, die das Steigrohr 2 aufnimmt. Der Grund 9 der
axialen Bohrung 8 bildet eine Anschlagschulter für das freie Vorderende des Steigrohrs
2.
Von der Mündung der axialen Bohrung 8 an der der Druckdose 1 zugewandten
Unterseite des Ventilaufsatzes 3 ragt ein ringförmiger, lippenartiger Rand 12 in die
Bohrung 8 hinein und erstreckt sich in Richtung des Grundes 9 der axialen Bohrung 8.
Der lippenförmige Rand besitzt im Mündungsbereich der axialen Bohrung 8 die größte
Wandstärke w, welche etwa 0,3 mm bis etwa 1,0 mm, vorzugsweise etwa 0,5 mm
beträgt. Die Wandstärke w des lippenförmigen Rands 12 nimmt über ihre Erstreckung in
Richtung des Bohrungsgrunds 9 ab. Die Längserstreckung 1 des lippenartigen Randes
12 beträgt mindestens das Vierfache seiner größten Wandstärke w. Der
Innendurchmesser des ringförmigen, lippenartigen Rands 12 ist geringfügig kleiner als
der Außendurchmesser des Steigrohrs 2. Die dadurch zum Aufschieben des
Ventilaufsatzes 3 erforderlichen axialen Kräfte sind dabei kleiner als die rückstellende
Federkraft des Dosierventils. Der aufgeschobene Ventilaufsatz 3 sitzt mit einer geringen
Vorspannung auf dem Steigrohr 2. Die zusammenwirkenden Flächen des lippenartigen
Rands 12 und des Steigrohrs 2 bilden die Dichtflächen. Zwischen dem lippenartigen
Rand 12 und der Wandung der Bohrung 8 verbleibt eine dem Grund 9 der Bohrung 8
gegenüberliegende Ringfläche 14. Die Ringfläche 14 ist möglichst klein bemessen, damit
ein Ausstülpen bzw. Umstülpen des lippenartigen Randes 12 verhindert ist. Die
Flächendifferenz zwischen der Fläche des Bohrungsgrundes 9 und der Ringfläche 14 ist
derart bemessen, daß die resultierende axiale Kraftkomponente in Abheberichtung des
Ventilaufsatzes 3 kleiner ist als die radiale Kraftkomponente im Anlagebereich zwischen
dem lippenartigen Rand 12 und Steigrohr 2 multipliziert mit einem
Haftreibungskoeffizienten.
Das in Fig. 1 dargestellte Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäß ausgebildeten
Ventilaufsatzes 3 ist zweiteilig ausgebildet. Es besteht aus einem Bodenteil 4 und einem
Kopfteil 5, die formschlüssig miteinander verbunden sind. Aus Dichtigkeitsgründen
können die beiden Teile zusätzlich zum Formschluß auch noch ultraschallgeschweißt
sein. Der lippenartige Rand 12 ragt vom Bodenteil 4 ab. Das Kopfteil 5 ist mit der
kammerartig vergrößerten axialen Bohrung 8 und den Kanalabschnitten 6, 7 des
Durchtrittskanals ausgestattet.
Der lippenartige Rand 12 umgreift den Umfang des Steigrohrs 2 über einen Teil seiner
Längserstreckung. Durch die kammerartige Erweiterung der axialen Bohrung 8 kann die
Außenfläche des lippenartigen Rands 12 druckbeaufschlagt werden. Durch die
Flexibilität des lippenartigen Rands wirkt dieser als aktives Dichtelement. Als Materialien
für den Ventilaufsatz kommen thermoplastische Kunststoffe in Frage. Diese können
beispielsweise aus der Gruppe der Polyolefine stammen und z. B. Polyethylen oder
Polypropylen sein. Die genannten Materialien werden beispielsweise für das sehr
einfache und kostengünstige Spritzgußverfahren zu Herstellung des Ventilaufsatzes
bevorzugt. Dabei reicht es auch, wenn beispielsweise nur das Bodenteil mit dem
elastischen lippenartigen Rand aus einem der genannten Materialien besteht. Das
Kopfteil könnte auch aus einem anderen Material, insbesondere aus einem anderen
Kunststoff, beispielsweise einem Duroplasten, bestehen.
Bei dem in Fig. 2 dargestellten, weiteren Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Ventilaufsatzes 3 sind gleiche Merkmale mit den gleichen Bezugszeichen wie in Fig. 1
versehen. Zum Unterschied von dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel besitzt
der Ventilaufsatz als aktiv dichtendes Element einen O-Ring 15, der in einer
umlaufenden Nut 16 in der Wandung der axialen Bohrung 8 angeordnet ist. Dabei
überragt der O-Ring 15 die Bohrungswandung. Der Innendurchmesser des O-Rings 15
ist geringfügig kleiner als der Außendurchmesser des Steigrohrs 2. Dadurch sitzt der
aufgeschobene O-Ring 15 unter einer geringen Vorspannung auf dem Steigrohr 3. Die
Vorspannung ist dabei derart bemessen, daß die beim Aufsetzen des Ventilaufsatzes
zwischen dem O-Ring 15 und der Außenfläche des Steigrohrs 2 auftretende
Reibungskraft kleiner ist als die rückstellende Federkraft des Dosierventils. Dadurch ist
ein unbeabsichtigtes Betätigen des Dosierventils während der Montage des
Ventilaufsatzes 3 verhindert. Bei Druckaufbau wird Material in den Ringspalt zwischen
dem Steigrohr 2 und der axialen Bohrung 8 gepreßt. Der axiale Druck auf den O-Ring
15 resultiert in einem Ausweichen des O-Rings 15 in Richtung des Steigrohrs 2. Dadurch
wird die Flächenpressung zwischen dem O-Ring 15 und dem Steigrohr erhöht. Dies
verbessert die Dichtwirkung und erhöht zugleich die Reibungskraft im Anlagebereich des
O-Rings 15 und des Steigrohrs 2, welche einem axialen Abheben des Ventilaufsatzes
entgegenwirkt.
Claims (7)
1. Ventilaufsatz für eine Druckdose (1) mit Dosierventil, der eine etwa zylindrische
Außenkontur besitzt und einen Durchtrittskanal (6, 7) für ein in der Druckdose (1)
gelagertes auszubringendes Medium bzw. Mediengemisch aufweist, wobei das
eine Ende des Durchtrittskanals (6) in einer Austrittsöffnung mündet und das
andere Ende (7) mit einer axialen Bohrung (8) in Verbindung steht, die zur
Aufnahme eines Steigrohrs (2) des Dosierventils ausgebildet ist und am
Bohrungsgrund eine Schulter (9) als Anschlag für das freie Vorderende des
Steigrohrs (2) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß in der
axialen Bohrung (8) ein aktiv dichtendes Element angeordnet ist, das mit dem
Steigrohr (2) zusammenwirkt und unter Druckbeaufschlagung im Anlagebereich
mit dem Steigrohr (2) zu einer erhöhten Flächenpressung führt.
2. Ventilaufsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aktiv
dichtende Element ein umlaufender, lippenartiger Rand (12) ist, der sich von der
Mündung der axialen Bohrung (8) in Richtung des Bohrungsgrunds (9) erstreckt
und einen Innendurchmesser aufweist, der geringfügig kleiner ist als der
Außendurchmesser des Steigrohrs (2) des Dosierventils, so daß er im
aufgesetzten Zustand unter Vorspannung an dem Steigrohr (2) anliegt, und daß
die axiale Bohrung (8) derart kammerartig erweitert ist, daß die
Bohrungswandung vom lippenartigen Rand (12) beabstandet ist.
3. Ventilaufsatz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der lippenartige
Rand (12) eine größte Wandstärke (w) von etwa 0,3 mm bis etwa 1,0 mm,
vorzugsweise etwa 0,5 mm, aufweist und daß die Wandstärke (w) über die
Längserstreckung (1) des lippenförmigen Rands (12), zum freien Ende hin,
abnimmt.
4. Ventilaufsatz nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Längserstreckung (1) des lippenartigen Randes (12) mindestens etwa das
Vierfache seiner größten Wandstärke (w) beträgt.
5. Ventilaufsatz nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
er (3) zweiteilig ausgebildet ist und ein Bodenteil (4) mit dem lippenförmigen Rand
(12) sowie ein Kopfteil (5) mit dem Durchtrittskanal (6, 7) und der Austrittsöffnung
umfaßt, wobei das Bodenteil (4) und das Kopfteil (5) formschlüssig miteinander
verbunden sind.
6. Ventilaufsatz nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
er (3) aus einem gegenüber dem auszubringenden Medium weitgehend inerten,
vorzugsweise thermoplastischen, Kunststoff, beispielsweise aus einem Polyolefin
wie Polypropylen oder Polyethylen, besteht.
7. Ventilaufsatz nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das aktiv
dichtende Element von wenigstens einem elastischen O-Ring (15) gebildet ist,
der in einer umlaufenden Nut (16) in der Wandung der Bohrung (8) angeordnet ist
und die Wandung überragt, wobei der Innendurchmesser des O-Rings (16)
geringfügig kleiner ist als der Außendurchmesser des Steigrohrs (2), so daß der
O-Ring bei aufgesetztem Ventilaufsatz (3) unter Vorspannung am Steigrohr (2)
anliegt.
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Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2791956A1 (fr) * | 1999-04-12 | 2000-10-13 | Oreal | Tete de distribution pour dispositif du type a valve ou a pompe |
| CN103144836A (zh) * | 2011-12-28 | 2013-06-12 | 叶如康 | 一种按压式的清洁液瓶 |
-
1996
- 1996-03-15 DE DE1996110184 patent/DE19610184A1/de not_active Ceased
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| CN103144836B (zh) * | 2011-12-28 | 2015-01-28 | 宁海县雁苍山电力建设有限公司 | 一种按压式的清洁液瓶 |
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